Patient mit Schlaganfall, Hypertonie und Hyperlipidämie – Therapieplan?
Sekundärprävention des Schlaganfalls
Blutdruck einstellen
Lipidsenkung mit Statin
antithrombotische Therapie: bei nicht-kardioembolischem Insult Thrombozytenaggregationshemmer, bei VHF orale Antikoagulation
Schlaganfall – Akuttherapie, Blutdrucksenkung und Therapie für 3 Monate danach
bei ischämischem Schlaganfall ggf. Lysetherapie
vor Lyse Blutdruck auf <185/110 mmHg
nach Lyse <180/105 mmHg
ohne Lyse Blutdruck nur bei sehr hohen Werten deutlich senken
anschließend antithrombotische Sekundärprävention; bei entsprechender Indikation Antikoagulation
Ein Vorteil von NOAK/DOAK gegenüber VKA
keine regelmäßige Monitoring erforderlich
kurze HWZ —> kann Wirkung einfacher Steuern
geringe Kosten
VKA bei schlechter Adhärenz bei niedriger GFR besser
Zwei Faktoren des CHA₂DS₂-VASc-Scores
Hypertonie
Alter ≥75 Jahre
Herzinsuffizien
Diabetes
Schlaganfall/TIA
Gefäßerkrankung
Alter 65–74
Geschlecht.
Welche Behandlung hat Priorität?
Antikoagulation, da sie bei entsprechender Indikation das Schlaganfallrisiko unmittelbar reduziert.
Danach Kontrolle von Hypertonie und Hyperlipidämie; Rückenschmerzen sind hinsichtlich des kardiovaskulären Risikos nachrangig.
Drei Probleme einer Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon
enge therapeutische Breite
viele Arzneimittelinteraktionen, u. a. über CYP-Enzyme
Einfluss der Vitamin-K-Aufnahme über die Nahrung
Zusätzlich möglich: regelmäßige INR-Kontrollen, lange Halbwertszeit
Ab wann spricht man von persistierendem Vorhofflimmern?
Wenn das Vorhofflimmern länger als 7 Tage anhält
Ist Digoxin Frequenz- oder Rhythmuskontrolle?
Frequenzkontrolle.
Digoxin senkt die AV-Überleitung und damit die Kammerfrequenz, stellt aber normalerweise nicht den Sinusrhythmus wieder her.
Welche Laborwerte sind bei Digoxin relevant?
Kaliumkonzentration —> Hypokaliämie erhöht die Digoxin-Toxizität
GFR —> Digoxin wird überwiegend renal ausgeschieden
Herr E. P., 74 Jahre, 175 cm, 86 kg
Diagnosen:
persistierendes Vorhofflimmern
arterielle Hypertonie
Hyperlipidämie
Labor:
Natrium: 143 mmol/l → normal
Kalium: 3,3 mmol/l → erniedrigt
GFR: 47 ml/min → eingeschränkte Nierenfunktion
Medikation:
Digoxin 0,15 mg: 1-0-0
Ramipril 5 mg: 1-0-0
Simvastatin 20 mg: 0-0-1
a) Ab wann spricht man von einem persistierenden Vorhofflimmern?
b) Entspricht die antiarrhythmische Medikation von Herrn E. P. einer Frequenz- oder Rhythmuskontrolle?
c) Welche Laborparameter sind hinsichtlich der Digoxintherapie relevant? Welche Maßnahmen sind sinnvoll?
Persistierendes VHF: >7 Tage
Digoxin: Frequenzkontrolle.
Problem: K⁺ 3,3 mmol/l + GFR 47 ml/min → erhöhtes Risiko einer Digoxin-Toxizität.
Maßnahmen: Kalium korrigieren, Nierenfunktion und ggf. Digoxinspiegel kontrollieren, Dosis überprüfen.
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