Was ist Didaktik?
Didaktik ist die Wissenschaft vom Lehren und Lernen. Sie beschäftigt sich damit, wie Lehr- und Lernprozesse gestaltet werden können.
: In welchem pädagogischen Zusammenhang wurde die bildungstheoretische Didaktik entwickelt?
Sie wurde innerhalb der hermeneutisch-geisteswissenschaftlichen Pädagogik entwickelt und gehört zu den einflussreichen didaktischen Theoriefamilien.
Welcher didaktischen Grundrichtung lässt sich die bildungstheoretische Didaktik zuordnen?
Im weitesten Sinne den lehrtheoretischen Ansätzen.
Welcher Ansatz wird im Text als Beispiel für die konstruktivistische Didaktik vorgestellt?
Der systemisch-konstruktivistische Ansatz.
: Welche weiteren konstruktivistisch geprägten Didaktiken nennt der Text?
Die Ermöglichungsdidaktik, die handlungsorientierte Didaktik und die subjektorientierte Didaktik.
Warum werden kommunikations- und interaktionstheoretische Didaktiken im Text nicht ausführlich behandelt?
Weil sie weniger auf die Planungsperspektive der Lehrperson eingehen.
Bei welcher konstruktivistisch geprägten Didaktik sind auch interaktionstheoretische Perspektiven erkennbar?
: Bei der handlungsorientierten Didaktik.
Welche neun W-Fragen helfen dabei, didaktische Modelle zu vergleichen?
Wer soll was von wem mit wem wann wo wie womit und wozu lernen?
Warum sind die neun W-Fragen für den Vergleich didaktischer Modelle hilfreich?
Sie zeigen, welche Aspekte des Lehrens und Lernens ein didaktisches Modell besonders berücksichtigt.
Was ist das didaktische Dreieck?
Ein Modell, das die grundlegenden Beziehungen zwischen Lehrperson, lernender Person und Lerngegenstand darstellt.
Warum unterscheiden sich didaktische Modelle im didaktischen Dreieck?
Weil sie den Beziehungen zwischen Lehrperson, Lernenden und Lerngegenstand unterschiedliche Bedeutung beimessen.
Welche Aspekte betont die bildungstheoretische Didaktik besonders?
: Die Bildungsziele und Bildungsinhalte, also die Fragen nach dem Was und dem Wozu des Unterrichts.
Welche Aspekte stehen bei der lernzielorientierten beziehungsweise curricularen Didaktik im Mittelpunkt?
: Die Lernziele, die Organisation des Unterrichts und die Lernzielkontrolle.
Welche W-Fragen stehen bei der lernzielorientierten beziehungsweise curricularen Didaktik besonders im Mittelpunkt?
Vor allem das Was und das Wie des Unterrichts.
Welche Aspekte werden bei der curricularen Didaktik eher implizit mitgedacht?
Die Lehrenden, die Lernenden, die Zusammenarbeit mit anderen Lernenden und die Medien.
: Bei welcher W-Frage setzen konstruktivistische Didaktiken meist an?
Bei der Frage nach dem Wie des Lernens und Lehrens.
Woran orientieren konstruktivistische Didaktiken die Gestaltung des Lernprozesses?
An den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Lernenden.
Welche Frage behandeln konstruktivistische Didaktiken häufig weniger ausführlich?
: Die Frage nach der Auswahl der Lerninhalte, also dem Was des Lernens.
Was haben die verschiedenen didaktischen Modelle gemeinsam?
Sie beschäftigen sich mit der Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen, setzen dabei aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Warum sollte man in der Praxis nicht nach der einen besten Didaktik suchen?
Weil unterschiedliche Didaktiken je nach Problemstellung und Bedarf verschiedene hilfreiche Perspektiven bieten.
Wie können verschiedene didaktische Modelle in der Praxis genutzt werden?
Lehrpersonen können ihre Perspektiven nutzen, um Unterricht passend zur jeweiligen Situation zu planen und zu gestalten.
: Was ist der zentrale Unterschied zwischen bildungstheoretischer, curricularer und konstruktivistischer Didaktik?
ildungstheoretische Didaktik betont Ziele und Inhalte, curriculare Didaktik Lernziele und Unterrichtsorganisation, konstruktivistische Didaktik den Lernprozess und die Lernenden.
Warum kann ein Nutzungsdefizit auftreten?
Die Strategie ist noch nicht ausreichend automatisiert, oder die lernende Person kann noch nicht gut einschätzen, wann und wie sie sinnvoll eingesetzt wird.
Wie kann eine lernende Person ein Nutzungsdefizit überwinden?
Durch weiteres Üben, bis die Strategie routinierter eingesetzt werden kann und einen spürbaren Nutzen bringt.
Was versteht man unter Motivation?
Motivation ist die Bereitschaft einer Person, sich intensiv und anhaltend mit einem Gegenstand auseinanderzusetzen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
Warum benötigt eine Person Motivation, um ein Ziel zu erreichen?
Sie benötigt psychische Energie, um trotz möglicher Ablenkungen an einer Handlung festzuhalten und das Ziel zu erreichen.
Welche Rolle spielen Handlungsalternativen bei der Motivation?
Menschen verfolgen häufig mehrere Ziele gleichzeitig und müssen entscheiden, welchem Ziel sie Vorrang geben und welche Handlung sie dafür ausführen.
Was versteht man unter einem Motiv?
Ein Motiv ist ein überdauernder Beweggrund für ein Verhalten, der bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann.
as ist der Unterschied zwischen Motivation und Motiv?
Ein Motiv ist ein überdauernder Beweggrund. Motivation beschreibt die aktuelle Bereitschaft, sich in einer konkreten Situation für eine Handlung einzusetzen.
Welche Beispiele für Motive nennt die Motivationspsychologie?
Das Anschlussmotiv, beispielsweise der Wunsch nach sozialen Kontakten, und das Lern- und Leistungsmotiv, beispielsweise die Freude an herausfordernden Aufgaben.
Wovon wird die aktuelle Motivation einer Person beeinflusst?
Von ihren persönlichen Motiven und der konkreten Situation.
Welche Bedeutung hat Interesse für die Motivation?
: Interesse kann die Motivation steigern, weil sich Lernende freiwilliger und intensiver mit einem interessanten Gegenstand beschäftigen.
An welchen vier Merkmalen erkennt man Interesse an einem Gegenstand?
Am angenehmen Erleben des Inhalts, an seiner wahrgenommenen Wichtigkeit, an der freiwilligen Beschäftigung und am Wunsch, das eigene Wissen zu erweitern.
Was bedeutet gefühlsbezogene Valenz beim Interesse?
Die Person empfindet den Inhalt als angenehm oder positiv.
Was bedeutet wertbezogene Valenz beim Interesse?
Die Person hält den Inhalt für wichtig und bedeutsam.
Was bedeutet Selbstintentionalität beim Interesse?
Die Person beschäftigt sich freiwillig und ohne Zwang mit einem Gegenstand.
Was bedeutet epistemische Orientierung beim Interesse?
Die Person möchte ihr Wissen über einen Gegenstand erweitern und mehr darüber erfahren.
Was ist der Unterschied zwischen individuellem und situationalem Interesse?
Individuelles Interesse bezieht sich auf ein dauerhaft bevorzugtes Sachgebiet. Situationales Interesse entsteht durch eine konkrete Situation, beispielsweise eine besonders spannende Unterrichtsstunde.
Wie kann eine Lehrperson die Motivation der Lernenden durch Interesse fördern?
Sie kann interessante Inhalte auswählen, die Bedeutung des Lernstoffs verdeutlichen und den Unterricht ansprechend und verständlich gestalten.
Was versteht man unter intrinsischer Motivation?
Eine Person handelt aus eigenem Antrieb, weil ihr die Tätigkeit selbst Freude bereitet oder sie daran interessiert ist.
Was versteht man unter extrinsischer Motivation?
Eine Person handelt, um ein äußeres Ziel zu erreichen oder eine äußere Belohnung beziehungsweise Bestrafung zu erhalten oder zu vermeiden.
Nenne ein Beispiel für intrinsische Motivation beim Lernen.
Eine Person lernt Psychologie, weil sie sich für das menschliche Verhalten interessiert und Freude daran hat, neue Zusammenhänge zu verstehen.
Nenne ein Beispiel für extrinsische Motivation beim Lernen.
Eine Person lernt für eine Klausur, um eine gute Note zu erreichen oder später bessere berufliche Möglichkeiten zu haben.
Kann extrinsische Motivation genauso wirksam sein wie intrinsische Motivation?
Ja. Extrinsische Motivation kann sehr wirksam sein, beispielsweise wenn eine Person aus Angst vor einer Gefahr schnell wegläuft.
Welches Problem kann bei ausschließlich extrinsischer Motivation entstehen?
Die Person benötigt möglicherweise ständig äußere Anreize, Belohnungen oder Druck, um ihr Verhalten aufrechtzuerhalten.
Was versteht man unter dem Korrumpierungseffekt?
Der Korrumpierungseffekt beschreibt, dass äußere Belohnungen die intrinsische Motivation beeinträchtigen können, wenn eine Person ihre Handlung dadurch weniger als freiwillig erlebt.
Warum ist die Wirkung äußerer Belohnungen auf die intrinsische Motivation umstritten?
Es gibt unterschiedliche wissenschaftliche Erklärungen. Während der Korrumpierungseffekt eine Verringerung intrinsischer Motivation beschreibt, gehen behavioristische Lerntheorien davon aus, dass Belohnungen Verhalten verstärken können.
Warum sollten Lehrpersonen mit Drohungen und negativen Konsequenzen vorsichtig sein?
Drohungen können Angst und Selbstzweifel verstärken, die Freude am Lernen verringern und dadurch den Lernerfolg beeinträchtigen.
: Wie können sich Sorgen und Selbstzweifel während des Lernens auf das Arbeitsgedächtnis auswirken?
Sie können das Arbeitsgedächtnis blockieren, die Konzentration erschweren und Vermeidungsreaktionen auslösen.
elche Auswirkungen kann Prüfungsangst auf die Lernleistung haben?
Eine gewisse Aufregung beeinträchtigt die Leistung nicht unbedingt. Zu starke Aufregung kann jedoch zu Blackouts führen. Sorgen und Selbstzweifel während des Lernens können zusätzlich die Verarbeitung von Informationen erschweren.
Können intrinsische und extrinsische Motivation gleichzeitig auftreten?
Ja. Eine Person kann sich für ein Thema interessieren und gleichzeitig lernen, um eine Prüfung zu bestehen oder eine Belohnung zu erhalten.
Wer entwickelte die Selbstbestimmungstheorie der Motivation?
Edward L. Deci und Richard M. Ryan.
Welche Grundannahme vertritt die Selbstbestimmungstheorie der Motivation?
Menschen möchten ihre Umgebung verstehen und sich entwickeln. Lernen und Entwicklung benötigen grundsätzlich keinen Zwang, können aber durch die Befriedigung psychologischer Bedürfnisse unterstützt werden.
Welche drei psychologischen Grundbedürfnisse nennt die Selbstbestimmungstheorie?
Das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, das Bedürfnis nach Kompetenzerleben und das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit.
Was bedeutet das Bedürfnis nach Selbstbestimmung beim Lernen?
Lernende möchten das Gefühl haben, ihre Handlungen freiwillig und eigenständig zu st
: Was bedeutet das Bedürfnis nach Kompetenzerleben beim Lernen?
Lernende möchten erleben, dass sie Aufgaben bewältigen und ihre Fähigkeiten erfolgreich einsetzen oder weiterentwickeln können.
Was bedeutet das Bedürfnis nach sozialer Eingebundenheit beim Lernen?
Lernende möchten sich anderen Menschen zugehörig fühlen und soziale Beziehungen erleben, in denen sie angenommen und unterstützt werden.
: Warum sind intrinsische und extrinsische Motivation nach Deci und Ryan keine absoluten Gegensätze?
Extrinsisch motivierte Tätigkeiten können verinnerlicht werden, sodass sie zunehmend den eigenen Werten und Zielen entsprechen und selbstbestimmt ausgeführt werden.
Was bedeutet Internalisierung in der Selbstbestimmungstheorie?
Äußere Regeln, Werte oder Ziele werden zunehmend verinnerlicht und als persönlich bedeutsam angenommen.
Was bedeutet integrierte Regulation in der Selbstbestimmungstheorie?
Die verinnerlichten Werte und Ziele sind vollständig in das eigene Selbstbild integriert und passen zu den persönlichen Überzeugungen und Lebenszielen.
Welche vier Formen extrinsischer Verhaltensregulation unterscheiden Deci und Ryan?
External regulierte, introjizierte, identifizierte und integrierte Regulation.
Was versteht man unter externaler Regulation?
Eine Person handelt, um eine Belohnung zu erhalten oder eine Bestrafung zu vermeiden.
Beispiel: Ein Kind macht Hausaufgaben, um einen Smiley-Sticker zu bekommen.
Was versteht man unter introjizierter Regulation?
Eine Person handelt aufgrund verinnerlichter Erwartungen oder eines inneren Drucks, obwohl sie nicht wirklich von der Handlung überzeugt ist.
Beispiel: Eine Person bügelt ihre Hemden, weil sie glaubt, dass man das so machen sollte.
Was versteht man unter identifizierter Regulation?
Eine Person handelt, weil sie das angestrebte Ziel oder den zugrunde liegenden Wert persönlich für wichtig hält.
Beispiel: Eine Person räumt ihre Wohnung auf, weil ihr eine ordentliche Umgebung für ihre Gäste wichtig ist.
Was versteht man unter integrierter Regulation?
Eine Person handelt aus äußeren beziehungsweise instrumentellen Gründen, die vollständig zu ihrem Selbstbild und ihren Lebenszielen passen.
Beispiel: Eine Person studiert, weil sie Lehrkraft werden möchte und dieses Berufsziel zu ihren persönlichen Vorstellungen passt.
Welche der vier Formen extrinsischer Regulation sind besonders selbstbestimmt?
Die identifizierte und die integrierte Regulation, weil die Person die zugrunde liegenden Ziele als persönlich wichtig beziehungsweise mit ihrem Selbstbild vereinbar erlebt.
Welche Lernergebnisse können selbstbestimmte Formen der Motivation begünstigen?
Tieferes Lernen, längeres Behalten, engagierteres Arbeiten, bessere Leistungen, größeres Wohlbefinden und eine höhere Ausdauer.
Wie unterscheiden sich die vier Formen extrinsischer Regulation hinsichtlich ihrer Selbstbestimmung?
External regulierte Handlungen sind stark fremdbestimmt. Introjizierte Handlungen beruhen auf innerem Druck. Identifizierte Handlungen beruhen auf persönlich wichtigen Zielen. Integrierte Handlungen passen zusätzlich zum eigenen Selbstbild.
Was versteht man unter Leistungsmotivation?
Leistungsmotivation beschreibt den Antrieb, sich Leistungsanforderungen zu stellen und eigene Ansprüche zu erfüllen.
Wodurch unterscheidet sich Leistungsmotivation von intrinsischer Motivation?
Bei der Leistungsmotivation entsteht Zufriedenheit vor allem dadurch, dass eine Person ihren individuellen Gütemaßstab erfüllt. Bei intrinsischer Motivation bereitet die Tätigkeit selbst Freude oder Interesse.
Wovon hängt es ab, ob eine Person eine Leistungsanforderung motiviert angeht?
Unter anderem davon, ob sie glaubt, die Anforderung erfolgreich bewältigen zu können.
Was versteht man unter dem Anspruchsniveau?
Das Anspruchsniveau beschreibt die persönlichen Erwartungen und Ziele, anhand derer eine Person ihre Leistung beurteilt.
Warum können zwei Menschen dieselbe Leistung unterschiedlich bewerten?
Weil sie unterschiedliche Anspruchsniveaus und Erwartungen haben. Was für eine Person ein Erfolg ist, kann für eine andere Person unzureichend sein.
Was besagt das Risiko-Wahl-Modell der Leistungsmotivation nach Atkinson?
: Das Anspruchsniveau hängt von der subjektiven Erfolgswahrscheinlichkeit und dem Erfolgsanreiz einer Aufgabe ab.
Was versteht man unter Erfolgswahrscheinlichkeit im Risiko-Wahl-Modell?
Die subjektive Einschätzung einer Person, mit welcher Wahrscheinlichkeit sie eine Aufgabe erfolgreich bewältigen kann.
Was versteht man unter Erfolgsanreiz im Risiko-Wahl-Modell?
Der subjektive Wert oder die Attraktivität, die eine Person dem erfolgreichen Bewältigen einer Aufgabe beimisst.
Warum können sehr schwierige Aufgaben wenig motivierend wirken?
Obwohl der Erfolg besonders reizvoll erscheint, schätzt die Person ihre Erfolgswahrscheinlichkeit möglicherweise als zu gering ein.
Welche Aufgaben gelten nach dem Risiko-Wahl-Modell als besonders motivierend?
Aufgaben, die subjektiv als mittelschwer eingeschätzt werden, weil sie herausfordernd, aber erreichbar erscheinen.
Bevorzugen alle Menschen mittelschwere Aufgaben?
Nein. Manche Menschen bevorzugen besonders leichte oder besonders schwierige Aufgaben.
: Welche beiden Komponenten des Leistungsmotivs unterscheidet Atkinson?
Das Erfolgsmotiv und das Misserfolgsmotiv.
Welche Gefühle sind nach Heckhausen mit Erfolg und Misserfolg verbunden?
Hoffnung auf Erfolg und Furcht vor Misserfolg.
Wann bewertet eine Person ihre Leistung als Erfolg oder Misserfolg?
Erreicht oder übertrifft sie ihr Anspruchsniveau, bewertet sie das Ergebnis als Erfolg. Verfehlt sie es, bewertet sie es als Misserfolg.
Was kennzeichnet erfolgszuversichtliche Menschen?
Sie trauen sich Erfolge zu, wählen häufig mittelschwere Aufgaben und widmen sich diesen in der Regel ausdauernder.
Welche Aufgaben bevorzugen erfolgszuversichtliche Menschen?
Sie bevorzugen häufig mittelschwere Aufgaben, bei denen Erfolg möglich, aber nicht selbstverständlich ist.
Was kennzeichnet misserfolgsängstliche beziehungsweise misserfolgsmeidende Menschen?
Sie fürchten den Misserfolg und vermeiden häufig mittelschwere Aufgaben, bei denen ein Scheitern auf die eigenen Fähigkeiten zurückgeführt werden könnte.
Warum wählen misserfolgsängstliche Menschen manchmal sehr leichte Aufgaben?
: Sie können sich den Erfolg eher zutrauen und müssen weniger mit einem persönlichen Versagen rechnen.
Warum wählen misserfolgsängstliche Menschen manchmal sehr schwierige Aufgaben?
Bei einem Scheitern können sie sich darauf berufen, dass die Aufgabe ohnehin kaum zu schaffen war.
Warum vermeiden misserfolgsängstliche Menschen häufig mittelschwere Aufgaben?
Weil sie einen Misserfolg besonders stark fürchten, wenn die Aufgabe grundsätzlich lösbar gewesen wäre. Ein Scheitern könnte sie an ihren Fähigkeiten zweifeln lassen.
Sind erfolgszuversichtliche Menschen bei jeder Lernaufgabe leistungsfähiger als misserfolgsängstliche Menschen?
Nein. Beim kurzfristigen Behalten von Informationen zeigen sich nicht unbedingt bessere Leistungen. Bei langfristigen, aufeinander aufbauenden Lernprozessen schneiden Erfolgszuversichtliche jedoch häufig besser ab.
Welche Bedeutung hat Ausdauer für die Leistungsmotivation?
t: Ausdauer hilft dabei, langfristig an Aufgaben und Lernzielen festzuhalten. Erfolgszuversichtliche Menschen sind im Allgemeinen ausdauernder als misserfolgsängstliche Menschen.
Was ist der Unterschied zwischen intrinsischer und integrierter Motivation?
Bei intrinsischer Motivation macht die Tätigkeit selbst Freude. Bei integrierter Regulation wird eine Tätigkeit ausgeführt, weil sie zu den eigenen Werten und Lebenszielen passt, auch wenn sie selbst nicht unbedingt Freude bereitet.
Was ist der Unterschied zwischen extrinsischer Motivation und externaler Regulation?
Extrinsische Motivation ist der Oberbegriff für Handlungen, die auf äußere Ziele ausgerichtet sind. Externale Regulation ist eine konkrete Form davon, bei der Belohnung oder Bestrafung das Verhalten steuert.
Was ist der Unterschied zwischen Motiv, Interesse und Leistungsmotivation?
Ein Motiv ist ein überdauernder Beweggrund. Interesse bezeichnet die persönliche Hinwendung zu einem Gegenstand. Leistungsmotivation beschreibt den Antrieb, Anforderungen zu bewältigen und eigene Leistungsstandards zu erfüllen.
Wie können Lehrpersonen nach der Selbstbestimmungstheorie die Lernmotivation fördern?
Indem sie Selbstbestimmung ermöglichen, Kompetenzerleben unterstützen und soziale Eingebundenheit fördern.
: Welche Faktoren beeinflussen nach der Motivationspsychologie den Lernerfolg?
nter anderem persönliche Motive, Interesse, die konkrete Lernsituation, die Art der Motivation, die Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse, das Anspruchsniveau sowie die Erfolgszuversicht und Misserfolgsängstlichkeit.
Was versteht man unter Kausalattributionen?
: Kausalattributionen sind Ursachenzuschreibungen, also Vorstellungen darüber, warum ein bestimmtes Ereignis oder Ergebnis eingetreten ist.
Welche Bedeutung haben Kausalattributionen für die Leistungsmotivation?
Sie beeinflussen, wie Menschen ihre Erfolge und Misserfolge bewerten und mit welcher Motivation sie zukünftige Herausforderungen angehen.
Was versteht man unter einem Attribuierungsstil?
Der Attribuierungsstil beschreibt, welchen Ursachen eine Person ihre Erfolge und Misserfolge zuschreibt.
: Wann hinterfragen Lernende die Ursachen ihrer Prüfungsergebnisse besonders häufig?
Vor allem bei unerwarteten Misserfolgen. Erwartete Erfolge werden häufig weniger bewusst hinterfragt.
Welche Lernenden denken laut dem Text besonders häufig über ihre Leistungsergebnisse nach?
Misserfolgsorientierte Lernende beschäftigen sich häufig stärker mit ihren Leistungsergebnissen.
Welche drei Dimensionen unterscheidet Weiner bei Kausalattributionen?
Lokation, zeitliche Stabilität und subjektive Kontrollierbarkeit.
Was beschreibt die Lokation einer Kausalattribution?
Sie beschreibt, ob eine Ursache internal, also innerhalb der Person, oder external, also außerhalb der Person, liegt.
Was bedeutet eine internale Ursachenzuschreibung?
Die Ursache wird in der eigenen Person gesucht, beispielsweise in den eigenen Fähigkeiten oder in der eigenen Anstrengung.
Was bedeutet eine externale Ursachenzuschreibung?
Die Ursache wird äußeren Umständen zugeschrieben, beispielsweise Pech, Zeitmangel oder ungünstigen Bedingungen.
Welche Gefühle können internale Ursachenzuschreibungen auslösen?
: Bei Erfolg können sie Stolz auslösen, bei Misserfolg Scham.
Was beschreibt die zeitliche Stabilität einer Kausalattribution?
Sie beschreibt, ob eine Ursache als dauerhaft stabil oder als zeitlich veränderlich angesehen wird.
Was bedeutet eine stabile Ursachenzuschreibung?
Die Ursache wird als dauerhaft oder langfristig gleichbleibend betrachtet, beispielsweise eine vermeintlich fehlende Fähigkeit.
Was bedeutet eine variable Ursachenzuschreibung?
Die Ursache wird als veränderlich betrachtet, beispielsweise die eigene Vorbereitung oder die verfügbare Lernzeit.
Wie beeinflusst eine stabile Erklärung des Misserfolgs die zukünftige Erfolgserwartung?
Wird der Misserfolg auf einen stabilen Faktor wie vermeintliche Unfähigkeit zurückgeführt, sinkt häufig die Hoffnung auf zukünftigen Erfolg.
: Wie beeinflusst eine variable Erklärung des Misserfolgs die zukünftige Erfolgserwartung?
Wird der Misserfolg auf einen veränderlichen Faktor wie zu wenig Lernzeit zurückgeführt, kann die Zuversicht für den nächsten Versuch steigen.
: Was beschreibt die Kontrollierbarkeit einer Kausalattribution?
Sie beschreibt, ob eine Person glaubt, die Ursache eines Erfolgs oder Misserfolgs selbst beeinflussen zu können.
Was ist eine kontrollierbare Ursache für ein Prüfungsergebnis?
t: Eine Ursache, die die Person beeinflussen kann, beispielsweise die eigene Anstrengung oder Vorbereitung.
Was ist eine subjektiv unkontrollierbare Ursache für ein Prüfungsergebnis?
: Eine Ursache, die die Person nach ihrer Einschätzung nicht beeinflussen kann, beispielsweise Glück oder ungünstige äußere Bedingungen.
Wie wirkt es sich aus, wenn jemand seinen Erfolg auf kontrollierbare Ursachen zurückführt?
Die Person kann mehr Stolz empfinden und zukünftigen Leistungen zuversichtlicher begegnen.
Wie wirken sich subjektiv unkontrollierbare Ursachen auf zukünftige Erfolgserwartungen aus?
Sie können zukünftige Erfolge weniger wahrscheinlich erscheinen lassen, weil die Person die Ursache nicht selbst beeinflussen kann.
Wie lassen sich internale und externale Attribution unterscheiden?
Internale Attributionen beziehen sich auf Ursachen in der eigenen Person, externale auf äußere Umstände.
Wie lassen sich stabile und variable Attributionen unterscheiden?
Stabile Ursachen gelten als dauerhaft, variable Ursachen als veränderlich.
Wie lassen sich kontrollierbare und unkontrollierbare Attributionen unterscheiden?
ontrollierbare Ursachen können beeinflusst werden, unkontrollierbare Ursachen nach eigener Einschätzung nicht.
Wie lässt sich mangelnde Vorbereitung nach den drei Attributionsdimensionen einordnen?
: Sie ist internal, variabel und grundsätzlich kontrollierbar.
Wie lässt sich die Erklärung „Ich bin einfach unfähig“ nach den drei Attributionsdimensionen einordnen?
Sie ist internal, stabil und in der Regel subjektiv unkontrollierbar.
Wie lässt sich die Erklärung „Ich hatte einfach Pech“ nach den drei Attributionsdimensionen einordnen?
: Sie ist external, meist variabel und für die betroffene Person häufig unkontrollierbar.
arum ist die Attribution „Ich habe zu wenig gelernt“ häufig motivationsförderlich?
Sie ist internal, variabel und kontrollierbar. Die Person kann beim nächsten Versuch mehr lernen und dadurch ihre Erfolgschancen verbessern.
Welche Attribution gilt als besonders motivationsförderlich?
Eine internale, variable und kontrollierbare Attribution des Misserfolgs, beispielsweise die Erklärung durch mangelnde Anstrengung.
Wie reagiert eine Person mit motivationsförderlicher Attribution auf einen Misserfolg?
Sie erkennt mögliche Verbesserungsmöglichkeiten und bereitet sich für den nächsten Versuch besser vor oder strengt sich mehr an.
Was bewirkt die Attribution „Die Anforderungen waren einfach zu hoch“ bei einem Misserfolg?
Wird sie als external, stabil und unkontrollierbar betrachtet, kann sie zu Hilflosigkeit und geringer Anstrengungsbereitschaft führen.
Was bedeutet eine selbstwertunterstützende Attribution?
Erfolge werden auf eigene Fähigkeiten und Misserfolge auf äußere Umstände zurückgeführt, um das eigene Selbstwertgefühl zu schützen.
Wie erklärt eine selbstwertunterstützende Person einen Erfolg?
: Sie führt ihn internal auf eigene Fähigkeiten zurück, beispielsweise: „Ich kann das gut.“
Wie erklärt eine selbstwertunterstützende Person einen Misserfolg?
Sie führt ihn external auf äußere Umstände zurück, beispielsweise: „Es war viel zu heiß.“
: Warum kann eine externale Erklärung des Misserfolgs trotz Selbstwertschutzes nachteilig sein?
Äußere Ursachen sind häufig nicht kontrollierbar. Die Person kann sich ihnen ausgeliefert fühlen und sieht möglicherweise keine Möglichkeit, das Ergebnis zu verbessern.
arum ist die Attribution „Ich habe mich zu wenig angestrengt“ häufig günstiger als „Ich bin unfähig“?
Anstrengung ist veränderbar und beeinflussbar. Eine vermeintlich fehlende Fähigkeit wird dagegen als stabil angesehen und kann das Selbstkonzept belasten.
Wie erklären erfolgszuversichtliche Menschen ihre Erfolge typischerweise?
Sie schreiben ihre Erfolge häufig internalen Faktoren zu, beispielsweise den eigenen Fähigkeiten oder dem eigenen Fleiß.
: Wie erklären erfolgszuversichtliche Menschen ihre Misserfolge typischerweise?
Sie schreiben ihre Misserfolge häufig externalen Faktoren zu, beispielsweise Pech oder Zeitmangel.
Wie erklären misserfolgsängstliche Menschen ihre Erfolge typischerweise?
Sie schreiben ihre Erfolge häufig externalen Faktoren zu, beispielsweise Glück oder besonders leichten Aufgaben.
Wie erklären misserfolgsängstliche Menschen ihre Misserfolge typischerweise?
Sie führen ihre Misserfolge häufig auf internale Faktoren wie vermeintlich fehlende Fähigkeiten zurück.
Warum sind die Attributionsstile erfolgszuversichtlicher Menschen motivationsförderlich?
Sie stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und lassen Misserfolge eher als vorübergehende Ausnahmen erscheinen.
Warum kann der Attributionsstil misserfolgsängstlicher Menschen ihre Motivation schwächen?
Erfolge erscheinen ihnen oft zufällig, während Misserfolge ihre vermeintliche Unfähigkeit bestätigen. Dadurch sinkt ihre Hoffnung auf zukünftigen Erfolg.
Wie unterscheiden sich erfolgszuversichtliche und misserfolgsängstliche Menschen bei der Selbstbewertung?
Erfolgszuversichtliche Menschen bewerten ihre Fähigkeiten tendenziell positiver und realistischer als misserfolgsängstliche Menschen.
Was versteht man unter einem Attributionsfehler im Zusammenhang mit Erfolgen?
: Menschen nehmen die Ursachen ihrer Erfolge teilweise verzerrt wahr und schreiben sie beispielsweise übermäßig den eigenen Fähigkeiten zu.
Wie kann eine unerwartet gute Note das Fähigkeitsselbstkonzept beeinflussen?
Wird die gute Note den eigenen Fähigkeiten zugeschrieben, kann das Vertrauen in die eigene Begabung steigen.
Was versteht man unter dem Fähigkeitsselbstkonzept?
Es ist die Vorstellung einer Person von den eigenen Fähigkeiten und ihrer Leistungsfähigkeit.
Wie beeinflusst das Fähigkeitsselbstkonzept die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen?
Wer den eigenen Fähigkeiten vertraut, traut sich eher neue Aufgaben zu und nutzt dadurch weitere Lern- und Erfolgschancen.
Was bedeutet Heckhausens Begriff „Leistungsmotiv als Selbstbekräftigungssystem“?
Attributionen und Selbstbewertungen beeinflussen sich gegenseitig und stabilisieren erfolgszuversichtliche oder misserfolgsängstliche Motivationsmuster.
ie kann sich bei erfolgsmotivierten Menschen ein positiver Kreislauf entwickeln?
Erfolge stärken die Selbstbewertung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dadurch trauen sie sich mehr zu und erreichen weitere Ziele.
Wie kann sich bei misserfolgsängstlichen Menschen ein negativer Kreislauf entwickeln?
Misserfolge schwächen die Selbstbewertung und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Dadurch trauen sie sich weniger zu und nutzen weniger Erfolgschancen.
Wie erklärt Alessandro seine Erfolge und Misserfolge?
Alessandro führt Erfolge auf seine Fähigkeiten und Misserfolge auf äußere Umstände zurück.
Wie wirkt sich Alessandros Attributionsstil auf seine berufliche Entwicklung aus?
Er gewinnt durch Erfolge an Selbstvertrauen, traut sich eine Weiterbildung zu und erhält dadurch weitere Lern- und Erfolgschancen.
Wie können Lehrpersonen die Kausalattributionen von Lernenden beeinflussen?
Durch ihre Rückmeldungen zu Leistungen können sie beeinflussen, wie Lernende Erfolge und Misserfolge erklären.
e: Warum ist die Rückmeldung „Manche Leute können einfach kein Mathe“ problematisch?
Sie erklärt den Misserfolg durch eine stabile, internale und kaum kontrollierbare Ursache und kann die Hoffnung auf Verbesserung schwächen.
Warum ist die Rückmeldung „An manchen Stellen brauchst du noch Übung“ günstiger?
Sie zeigt, dass die Leistung veränderbar ist und durch Übung verbessert werden kann.
Wie sollten Lehrpersonen einen Misserfolg rückmelden, um die Motivation zu fördern?
Sie sollten konkrete Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und Ursachen betonen, die veränderbar und beeinflussbar sind, etwa Vorbereitung oder Übung.
Was kennzeichnet lernzielorientierte Lernende?
Sie wollen eine Aufgabe verstehen und ihre Fähigkeiten verbessern. Die Aufgabe selbst steht im Mittelpunkt, nicht vorrangig die Bewertung.
Was kennzeichnet leistungszielorientierte Lernende?
: Sie interessieren sich vor allem für das Bewertungsergebnis und dessen Folgen, beispielsweise eine bessere Note als andere.
Wie gehen lernzielorientierte Lernende mit Misserfolgen um?
Sie untersuchen die Aufgabe und ihren Lösungsweg, um Fehler und Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.
Warum können lernzielorientierte Lernende Misserfolge häufig besser bewältigen?
Sie glauben eher, dass sie ihre Leistung durch eigenes Handeln verbessern können, auch wenn sie ihre Fähigkeiten nicht besonders hoch einschätzen.
Wie reagieren leistungszielorientierte Lernende auf Misserfolge?
Sie suchen weniger nach Verbesserungsmöglichkeiten bei der Aufgabenbewältigung und konzentrieren sich stärker auf das Bewertungsergebnis.
Warum können leistungszielorientierte Lernende mit geringem Vertrauen in ihre Fähigkeiten besonders hilflos auf Misserfolge reagieren?
Sie suchen weniger nach konkreten Verbesserungsmöglichkeiten und halten ihre Fähigkeiten zugleich für gering. Dadurch sehen sie wenig Chancen, den Misserfolg aus eigener Kraft auszugleichen.
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen Lernziel- und Leistungszielorientierung?
Lernzielorientierte wollen lernen und sich verbessern. Leistungszielorientierte richten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf Bewertungen und den Vergleich mit anderen.
Was ist ein Nutzungsdefizit?
Die lernende Person setzt eine Strategie bereits spontan ein, profitiert davon aber noch kaum.
Was bedeutet die Bewertung des Lernprozesses?
Nach Abschluss zu prüfen, ob die Ziele erreicht wurden, der Zeitplan eingehalten wurde und die gewählten Strategien hilfreich waren.
Warum ist die Bewertung des Lernprozesses wichtig?
Sie zeigt, was gut funktioniert hat und was bei zukünftigen Lernaufgaben verändert werden sollte.
Werden Lernstrategien automatisch mit zunehmendem Alter erworben?
Nein. Ihr Erwerb erfolgt nicht automatisch und hängt unter anderem von ihrer Art, Komplexität und der Lernsituation ab.
Welche drei Stadien können beim Erwerb von Lernstrategien auftreten?
Mediationsdefizit, Produktionsdefizit und Nutzungsdefizit bzw. Nutzungsineffizienz.
Was ist ein Mediationsdefizit?
Die lernende Person kann eine neue Strategie noch nicht anwenden, selbst wenn sie ihr gezeigt und ihre Nutzung nahegelegt wird.
Was ist ein Produktionsdefizit?
Die lernende Person kann eine Strategie nach einem passenden Hinweis nutzen, setzt sie aber noch nicht spontan ein.
Warum wird eine Strategie beim Produktionsdefizit häufig nicht spontan eingesetzt?
Sie erscheint noch zu aufwendig oder wenig lohnend, sodass sie ohne ausdrückliche Aufforderung nicht genutzt wird.
Was geschieht beim Planen des Lernprozesses?
Lernende legen Ziele fest, wählen geeignete Strategien aus, bestimmen deren Reihenfolge und schätzen ihre verfügbaren Ressourcen ein.
Was sind primäre Planungsziele?
Die eigentlichen inhaltlichen Ziele, die durch das Lernen erreicht werden sollen.
Was sind sekundäre Effizienzziele?
Ziele, die festlegen, unter welchen zeitlichen oder organisatorischen Bedingungen gelernt werden soll.
Wann lernt eine Person effizient im Sinne der beschriebenen Zielplanung?
Wenn sie so plant, dass möglichst viele primäre Ziele gleichzeitig berücksichtigt werden.
Warum sollten Lernziele möglichst konkret sein?
Damit klar ist, welches Ergebnis erreicht werden soll und wie intensiv der Lernstoff bearbeitet werden muss.
Was bedeutet das Überwachen des Lernprozesses?
Den eigenen Lernfortschritt und die Vorgehensweise kritisch zu überprüfen und Schwierigkeiten oder Abweichungen vom Plan zu erkennen.
Welche Fragen helfen bei der Überwachung des Lernprozesses?
Was ist das Ziel? Wie komme ich voran? Was habe ich verstanden? Welches Ergebnis ist bei meiner bisherigen Vorgehensweise zu erwarten?
Was bedeutet das Regeln bzw. Steuern des Lernprozesses?
Das Vorgehen aufgrund der Überwachung anzupassen, beispielsweise Strategien, Reihenfolge, Zeitaufwand oder Lernintensität zu verändern.
as versteht man unter einer Lernstrategie?
Eine überlegte Vorgehensweise, mit der eine Lernaufgabe besser gelöst, verstanden oder behalten werden soll.
Welche drei Arten von Lernstrategien werden unterschieden?
Kognitive Strategien, metakognitive Strategien und Stützstrategien.
Was sind kognitive Lernstrategien?
Strategien, die sich direkt auf das Aufnehmen, Verarbeiten und Behalten von Informationen
Was sind metakognitive Lernstrategien?
Strategien zur Planung, Überwachung, Bewertung und Steuerung des eigenen Lernprozesses.
Was sind Stützstrategien?
Strategien, bei denen externe Ressourcen genutzt werden, um das Lernen zu unterstützen.
Nenne zwei Beispiele für Stützstrategien.
Eine Lernpartnerschaft eingehen und eine Bibliothek nutzen, um konzentriert und ohne Ablenkung zu lernen.
Welche drei Gruppen kognitiver Lernstrategien unterscheiden Hasselhorn und Gold?
Mnemotechniken, strukturierende Strategien und generative Strategien.
Was sind Mnemotechniken?
Merktechniken, die dabei helfen, Informationen im Arbeitsgedächtnis zu halten und zu behalten.
Was ist das Ziel des Wiederholens als Lernstrategie?
Informationen durch wiederholtes Einprägen besser zu behalten.
Was sind strukturierende Lernstrategien?
Strategien, bei denen wesentliche Informationen ausgewählt und sinnvoll miteinander verknüpft werden.
Welche Beispiele gibt es für strukturierende Lernstrategien?
Mindmaps, zusammenfassende Exzerpte, Tabellen und Flussdiagramme.
Was ist das Ziel strukturierender Lernstrategien?
Die wichtigsten Inhalte zu ordnen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und das Verständnis sowie das Behalten zu erleichtern.
Was ist der Unterschied zwischen einer selbst erstellten und einer bereits ausgefüllten Tabelle?
Eine Tabelle selbst zu erstellen ist eine strukturierende Strategie. Eine fertige Tabelle mehrfach zu lesen nutzt das Wiederholen als Mnemotechnik.
Was sind generative Lernstrategien?
t: Strategien, bei denen neue Informationen mit dem eigenen Vorwissen verknüpft werden, um das Verständnis zu vertiefen.
Was bedeutet Elaboration beim Lernen?
Die vertiefende Verarbeitung von Lerninhalten, indem neue Informationen mit vorhandenem Wissen verknüpft werden.
Worin unterscheiden sich strukturierende und generative Lernstrategien?
t: Strukturierende Strategien ordnen und reduzieren Inhalte. Generative Strategien vertiefen das Verständnis durch Verknüpfung mit Vorwissen.
Wie kann man strukturierende und generative Lernstrategien kombinieren?
: Zuerst eine Mindmap erstellen und anschließend die Inhalte mit Begriffen oder Erfahrungen aus früheren Lerneinheiten verknüpfen.
Wann können metakognitive Lernstrategien besonders hilfreich sein?
Wenn kognitive Strategien nicht mehr zuverlässig helfen, beispielsweise bei schwierigen Lerninhalten oder anspruchsvollen Lernzielen.
Welche vier Schritte gehören zu metakognitiven Lernstrategien?
Planen, Überwachen, Regeln bzw. Steuern und Bewerten des eigenen Lernprozesses.
Was versteht man unter Intelligenz im Zusammenhang mit Lernen?
Intelligenz beschreibt, wie gut Menschen lernen, denken und Probleme lösen können, besonders in neuen Situationen.
Wie wird Intelligenz gemessen?
Durch standardisierte Testverfahren. Das Ergebnis wird als Intelligenzquotient (IQ) angegeben.
Was bedeutet ein IQ von 100?
Er entspricht der durchschnittlichen Leistung der jeweiligen Alters- bzw. Vergleichsgruppe.
Was versteht man unter Vorwissen?
Vorwissen ist Wissen, das einer Person bereits zur Verfügung steht.
Warum ist Vorwissen für den Lernerfolg wichtig?
Es erleichtert das Verständnis neuer Inhalte, unterstützt die Entwicklung von Lernstrategien und kann eine geringere allgemeine Intelligenz teilweise ausgleichen.
Reichen Intelligenz und Vorwissen allein für den Lernerfolg aus?
Nein. Sie sind wichtige Voraussetzungen, aber nicht hinreichend. Auch Motivation, Aufmerksamkeit und das Selbstkonzept beeinflussen den Lernerfolg.
Welche Rolle spielt Aufmerksamkeit beim Lernen?
Lernende müssen wichtige Informationen beachten, damit diese verarbeitet und gelernt werden können.
Was ist selektive Aufmerksamkeit?
Die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit gezielt auf wichtige Informationen zu richten und Unwichtiges auszublenden.
Welche doppelte Bedeutung hat selektive Aufmerksamkeit?
Sie ist sowohl Voraussetzung für erfolgreiches Lernen als auch ein Ergebnis vorheriger Lernerfolge.
Welche Rolle spielen das sensorische Register und das Arbeitsgedächtnis beim Lernen?
: Informationen werden zunächst im sensorischen Register aufgenommen. Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis beeinflussen, wie diese Informationen weiterverarbeitet werden.
Was versteht man unter Motivation beim Lernen?
Die Bereitschaft einer Person, sich intensiv und anhaltend mit einem Gegenstand auseinanderzusetzen.
: Warum reicht die Motivation zur Teilnahme an einer Bildungsmaßnahme nicht aus?
: Die Bereitschaft, teilzunehmen, garantiert nicht, dass die Person erfolgreich lernt oder die Bildungsmaßnahme abschließt.
Welche weiteren motivationalen Faktoren beeinflussen den Lernerfolg?
nter anderem Anstrengung, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit und Interesse am Lerngegenstand.
Was versteht man unter dem Selbstkonzept?
Die Vorstellung und Einschätzung, die eine Person von sich selbst und ihren eigenen Fähigkeiten hat
: Was ist das Fähigkeitsselbstkonzept?
: Die Einschätzung einer Person, wie leistungsfähig sie in einem bestimmten Bereich ist.
Was besagt der Big-Fish-Little-Pond-Effekt?
Gleich leistungsfähige Personen können ihre Fähigkeiten unterschiedlich einschätzen, je nachdem, ob sie sich in einer leistungsstarken oder einer weniger leistungsstarken Gruppe befinden.
Was ist der Basking-In-Reflected-Glory-Effekt?
: Das positive Gefühl, am Ansehen einer besonders erfolgreichen Gruppe teilzuhaben, beispielsweise an einer Eliteschule.
Was versteht man unter Selbstwirksamkeit?
Die Überzeugung, eine Situation aus eigener Kraft bewältigen oder ein gewünschtes Ergebnis herbeiführen zu können.
: Wie hängen Selbstkonzept und Selbstwirksamkeit zusammen?
Ein positives Selbstkonzept kann den Glauben stärken, durch eigenes Handeln gewünschte Ergebnisse erreichen zu können.
Welche Bedeutung hat das Interesse am Lerngegenstand?
Interesse kann die Lernmotivation steigern und das Selbstkonzept verbessern.
Welche Aufgabe hat die Lehrperson beim situierten Lernen?
Sie unterstützt die Lernenden bei der Bearbeitung komplexer Fälle oder Probleme, ohne ihnen den gesamten Lösungsweg einfach vorzugeben.
Was versteht man unter Cognitive Apprenticeship?
Cognitive Apprenticeship, auch kognitive Meisterlehre genannt, ist ein Konzept, bei dem die Lehrperson zunächst ausführlich einen Lösungsweg demonstriert. Anschließend lösen die Lernenden eigene Aufgaben mit zunehmend weniger Unterstützung.
Warum sollen Lernende beim situierten Lernen Inhalte in verschiedenen realistischen Zusammenhängen kennenlernen?
Dadurch können sie Wissen flexibler anwenden, auf neue Situationen übertragen und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen.
elche Bedeutung hat der Austausch zwischen Lernenden beim situierten Lernen?
Der Austausch ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen, Wissen gemeinsam weiterzuentwickeln und Inhalte aus verschiedenen Blickwinkeln zu verstehen.
Wie unterscheiden sich Behaviorismus, Kognitivismus und Konstruktivismus hinsichtlich der Rolle der Lehrperson?
Behaviorismus: Die Lehrperson strukturiert Aufgaben und verstärkt gewünschtes Verhalten. Kognitivismus: Sie vermittelt Informationen und unterstützt deren Verarbeitung. Konstruktivismus: Sie gestaltet Lernumgebungen für eigenständiges Lernen.
Welche didaktische Methode passt besonders zum Behaviorismus?
Programmierter Unterricht mit kleinschrittigen Aufgaben, Wiederholungen und unmittelbarer Rückmeldung.
Welche didaktische Methode passt besonders zum Kognitivismus?
Direkte Instruktion mit Erklärung, Aktivierung des Vorwissens, angeleitetem Üben und regelmäßiger Lernkontrolle.
Welche didaktische Methode passt besonders zum Konstruktivismus?
Problemorientiertes und situiertes Lernen, bei dem Lernende eigenständig Lösungen entwickeln und die Lehrperson unterstützend Lernumgebungen gestaltet.
Warum ist die Wahl einer Didaktik von der jeweiligen Lernsituation abhängig?
Nicht jede Methode eignet sich für jedes Lernziel. Entscheidend sind unter anderem die Art der Inhalte, die Voraussetzungen der Lernenden und die angestrebten Kompetenzen.
Was versteht man unter der Zuweisung von Lerntheorien zu Didaktiken?
Didaktische Konzepte und Unterrichtsmethoden beruhen auf bestimmten Vorstellungen darüber, was Lernen ist und wie es funktioniert. Diese Lerntheorien sind nicht immer ausdrücklich benannt.
Welche Lerntheorie liegt dem Programmierten Unterricht nach Skinner zugrunde?
Der Behaviorismus. Lernen soll durch kleinschrittige Aufgaben, Wiederholungen, unmittelbare Rückmeldungen und Verstärkung des gewünschten Verhaltens gefördert werden.
Was versteht man unter operantem Konditionieren im Zusammenhang mit dem Programmierten Unterricht?
Verhalten wird durch seine Konsequenzen beeinflusst. Verstärkung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens, Bestrafung soll sie verringern.
Wie ist Skinners lineares Programm im Programmierten Unterricht aufgebaut?
Die Lerninhalte werden in möglichst kleine, aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt, die von den Lernenden nacheinander bearbeitet werden.
Warum werden die Lerninhalte im Programmierten Unterricht nach Skinner in kleine Abschnitte unterteilt?
Die Abschnitte sollen leicht zu bearbeiten sein, damit häufig Erfolgserlebnisse und positive Verstärkungen möglich werden.
Wie wurde der Programmierte Unterricht nach Skinner in den 1950er- und 1960er-Jahren umgesetzt?
Die Lerninhalte wurden vor allem in Buchform oder mithilfe von Lehrmaschinen vermittelt. Seit Ende der 1960er-Jahre kamen auch Computer zum Einsatz.
Wie sollte der Programmierte Unterricht nach Skinner an die Bedürfnisse der Lernenden angepasst werden?
Zunächst wurde vor allem die Anzahl der Rückmeldungs- und Übungsrunden angepasst. Unterschiedliche individuelle Lernwege wurden dabei nicht berücksichtigt.
Wie zeigt sich der Behaviorismus heute in Lernsoftware?
Beispielsweise beim Vokabeltraining: Ein Wort wird angezeigt, die Übersetzung eingegeben und die Antwort automatisch als richtig oder falsch bewertet.
Welche Vorteile und Grenzen hat der Programmierte Unterricht nach Skinner?
Er ermöglicht kleinschrittiges Üben und unmittelbare Rückmeldung. Er eignet sich jedoch nicht für alle Bildungsziele und bietet weniger soziale Interaktion als Präsenzunterricht.
Welche didaktischen Vorgehensweisen passen zum Kognitivismus?
Lernende erhalten Informationen, verarbeiten und speichern diese und üben anschließend, das Wissen abzurufen und auf andere Situationen zu übertragen.
Welche Unterrichtsformen sind typische Beispiele für kognitivistisch geprägtes Lernen?
Klassischer Frontalunterricht und Vorlesungen, bei denen die Lehrperson Informationen vermittelt und die Lernenden diese aufnehmen, verarbeiten und speichern.
Warum kann darbietender Unterricht aus kognitivistischer Sicht sinnvoll sein?
Er kann begrenzte und klar definierte Inhalte effizient vermitteln, beispielsweise bei einer Brandschutzbelehrung.
Was versteht man unter direkter Instruktion?
Direkte Instruktion ist ein strukturierter Unterricht, bei dem die Lehrperson Inhalte gezielt erklärt, das Lernen anleitet, Verständnis überprüft und den Lernfortschritt regelmäßig kontrolliert.
Welche Bedeutung hat das Vorwissen bei der direkten Instruktion?
: Die Lehrperson aktiviert das Vorwissen, beispielsweise durch einen kurzen Rückblick, um neue Inhalte daran anzuknüpfen.
Wie sollte die Lehrperson bei der Darbietung neuer Inhalte im Rahmen der direkten Instruktion vorgehen?
Sie nennt die Lernziele, motiviert die Lernenden, erklärt abstrakte Begriffe anhand von Beispielen und stellt zwischendurch Verständnisfragen.
Wie erfolgt das Üben bei der direkten Instruktion?
Zunächst üben die Lernenden angeleitet. Die Lehrperson stellt Fragen, gibt Rückmeldungen, korrigiert Fehler und unterstützt bei Bedarf individuell.
Wann kann bei der direkten Instruktion das selbstständige Üben beginnen?
Wenn mindestens 80 % der Fragen der Lehrperson korrekt beantwortet werden.
Wie überprüft die Lehrperson bei der direkten Instruktion den Lernerfolg?
: Sie kontrolliert regelmäßig den Lernfortschritt und prüft, welche Lernziele erreicht wurden und wo weiterer Übungs- oder Erklärungsbedarf besteht.
Warum reicht es im kognitivistischen Unterricht nicht aus, lediglich Wissen vorzutragen?
Die Lernenden müssen die Inhalte aktiv verarbeiten, Verständnisfragen beantworten, angeleitet üben und das Gelernte in anderen Situationen anwenden können.
Welche Bedeutung hat die Lehrperson im Konstruktivismus?
Die Lehrperson steuert das Lernen nicht direkt, sondern gestaltet Situationen, die gute Lernmöglichkeiten bieten und eigenständige Wissenskonstruktion ermöglichen.
Wie unterscheidet sich die Rückmeldung im radikalen Konstruktivismus von der im Behaviorismus?
Im radikalen Konstruktivismus wird die Unterscheidung zwischen objektiv richtig und falsch grundsätzlich infrage gestellt. Behavioristische Ansätze arbeiten dagegen ausdrücklich mit Rückmeldungen und Verstärkung.
Was versteht man unter situiertem Lernen (Situated Learning)?
Situiertes Lernen verbindet den Wissenserwerb mit realistischen Situationen und sozialen Zusammenhängen. Lernende erwerben dabei auch Kompetenzen und Rollen für bestimmte Handlungskontexte.
Welchen Lerntheorien wird das situierte Lernen zugeordnet?
: Es wird vor allem dem Konstruktivismus zugeordnet, teilweise aber auch als Verbindung kognitivistischer und konstruktivistischer Sichtweisen verstanden.
Wie beginnt situiertes Lernen?
Ausgangspunkt sind komplexe Fälle oder Probleme, deren Bedeutung und Relevanz für die Lernenden erkennbar sind. An ihnen werden neue Inhalte erarbeitet.
Was versteht man unter Anchored Instruction?
Anchored Instruction ist ein Ansatz des situierten Lernens, bei dem komplexe, häufig in Geschichten eingebettete Situationen als Ausgangspunkt für die Bearbeitung relevanter Probleme dienen.
Wie beeinflussen frühere emotionale Erfahrungen das Lernen?
Frühere Erfahrungen beeinflussen, ob neue Lernangebote unbewusst als angenehm und nützlich oder als unangenehm und nachteilig bewertet werden.
Warum können positive Lernerfahrungen die Lernmotivation fördern?
Wer Lernen früher als angenehm und nützlich erlebt hat, bewertet neue Lernangebote möglicherweise ebenfalls positiv und ist motivierter.
Wie wirkt sich kurzfristiger, mäßiger Stress auf das Lernen aus?
Kurzfristiger, nicht zu hoher Stress kann das deklarative Gedächtnis positiv beeinflussen und die Verarbeitung sowie Festigung von Informationen unterstützen.
Welche Rolle spielt Noradrenalin bei mäßigem Stress?
Eine geringe Ausschüttung von Noradrenalin kann das Gehirn aufnahmebereiter machen.
Wie wirkt sich hoher Stress auf das Lernen aus?
oher Stress hemmt das Lernen und kann zum Abbau neuronaler Verbindungen führen.
Warum ist ein ausgewogenes Stressniveau für das Lernen wichtig?
Mäßiger, kurzfristiger Stress kann das Lernen unterstützen, während hoher Stress die Informationsverarbeitung beeinträchtigt und neuronale Verbindungen schädigen kann.
Was unterscheidet den Behaviorismus vom Kognitivismus und Konstruktivismus?
Der Behaviorismus betrachtet äußerlich beobachtbare Vorgänge. Kognitivismus und Konstruktivismus berücksichtigen zusätzlich innere Prozesse.
Was betrachtet der neurowissenschaftliche Ansatz des Lernens?
Er untersucht den Aufbau und die Funktionsweise des Nervensystems sowie die körperlichen Voraussetzungen des Lernens.
Was sind Neuronen?
Neuronen sind Nervenzellen, die äußere Reize verarbeiten, Impulse erzeugen und Informationen weiterleiten.
Welche Aufgaben haben Dendriten, Soma, Axon und Synapsen?
Dendriten empfangen Impulse, das Soma erzeugt Impulse, das Axon leitet sie weiter und Synapsen stellen Kontakte zu anderen Zellen her.
Welche Funktion haben Gliazellen?
Gliazellen übernehmen unterschiedliche unterstützende Funktionen im Nervensystem. Oligodendrozyten beeinflussen durch Myelinisierung die Geschwindigkeit der Signalweiterleitung.
Was versteht man unter Myelinisierung?
Myelinisierung ist die Bildung einer Myelinscheide um Nervenfasern. Sie beeinflusst die Geschwindigkeit der Signalweiterleitung.
Wie werden Informationen im Gehirn verarbeitet?
Informationen werden in neuronalen Netzwerken elektrisch und chemisch verarbeitet.
Welche Bedeutung haben Synapsen für das Lernen?
Synapsen verbinden Nervenzellen und ermöglichen die Signalübertragung. Besonders chemische Synapsen können sich durch Lernerfahrungen verändern.
Welche zwei Arten von Synapsen gibt es?
Elektrische und chemische Synapsen.
Was sind elektrische Synapsen beziehungsweise Gap Junctions?
Sie verbinden benachbarte Zellen direkt, sodass Stoffe und elektrische Signale zwischen ihnen übertragen werden können.
Welche Eigenschaften haben elektrische Synapsen?
Sie übertragen Signale nahezu verzögerungsfrei in beide Richtungen und verändern sich laut Text nicht durch neue Erfahrungen.
Aus welchen Bestandteilen besteht eine chemische Synapse?
Aus Präsynapse, synaptischem Spalt und Postsynapse.
Wie verändern sich chemische Synapsen durch häufige Aktivierung?
Sie können größer werden, sich erweitern und verzweigen.
Was geschieht mit chemischen Synapsen, wenn sie nicht mehr aktiviert werden?
Sie können sich zurückbilden beziehungsweise zurückziehen.
Was versteht man unter Neuroplastizität?
Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Nervensystems, seine neuronalen Verbindungen und Strukturen durch Erfahrungen und Lernen anzupassen.
Warum ist Neuroplastizität für das Lernen wichtig?
Sie ermöglicht es, neuronale Verbindungen abhängig von Lernerfahrungen zu verändern und neue Wissensstrukturen aufzubauen.
Wie beschreibt Gerhard Roth den Lernprozess aus neurowissenschaftlicher Sicht?
Informationen werden nicht einfach übertragen, sondern von der lernenden Person aktiv im Gehirn angeeignet und rekonstruiert.
Warum lässt sich Lernen nur begrenzt durch Lehrpersonen steuern?
Weil Lernprozesse teilweise unbewusst ablaufen und Lernende neue Informationen auf Grundlage ihres Vorwissens unterschiedlich verstehen.
Warum sind Wiederholungen für das Lernen wichtig?
Häufige Aktivierungen stärken neuronale Verbindungen und unterstützen die Festigung von Informationen im Gedächtnis.
Welche Funktion hat der Hippocampus beim Lernen?
Er speichert äußere Reize, Erlebnisse und Gefühle kurzfristig und stellt Informationen dem Großhirn zur Verfügung.
Welche Rolle spielt der Hippocampus im Schlaf?
Er reaktiviert im Schlaf besonders aktive Zellen der vorherigen Wachphase und unterstützt dadurch die Festigung neuer Informationen.
: Was geschieht während des Schlafs mit neuen Informationen?
Neue Informationen werden mit bereits gespeicherten Informationen verglichen. Das Langzeitgedächtnis wird entsprechend ergänzt und angepasst.
Warum ist Schlaf für das Lernen wichtig?
Im Schlaf werden neue Informationen verarbeitet und im Langzeitgedächtnis gefestigt.
Was versteht man unter Re-Konsolidierung?
Re-Konsolidierung ist die erneute Festigung von Gedächtnisinhalten, wenn gespeicherte Informationen abgerufen werden.
Was besagt das Ribot’sche Gesetz?
Früher Gelerntes ist in der Regel fester im Gedächtnis verankert als später Gelerntes.
Was versteht man unter dem Interferenz-Effekt?
Ähnliche und schwer voneinander abgrenzbare Lerninhalte können sich gegenseitig beim Erinnern behindern. Dies nennt man auch Ähnlichkeitshemmung.
Warum ist reines Pauken neurophysiologisch wenig sinnvoll?
: Beim bloßen Auswendiglernen werden Inhalte zwar wiederholt, aber nicht ausreichend neu verknüpft und in ihrer Bedeutung verstanden.
Welche Wiederholungsstrategie ist sinnvoller als reines Pauken?
Wissen aktiv wiederabrufen, neu systematisieren, abstrahieren und auf andere Fälle übertragen.
Was sind Kontextreize beim Lernen?
Kontextreize sind Umgebungsbedingungen, unter denen gelernt wird und die später den Abruf von Informationen beeinflussen können.
Wie können Kontextreize beim Lernen genutzt werden?
Lernumgebungen sollten möglichst ähnlich zu den Situationen sein, in denen das Wissen oder die Fähigkeiten später benötigt werden.
Wo entstehen Emotionen im Gehirn?
: Emotionen entstehen unter Beteiligung des limbischen Systems und beeinflussen den gesamten Körper.
Welche sechs Basisemotionen beschrieb Paul Ekman?
Freude, Trauer, Überraschung, Wut, Ekel und Angst.
Wie werden bedrohliche Reize im Vergleich zu neutralen Reizen verarbeitet?
Bedrohliche Reize werden schneller wahrgenommen und können unbewusste Schreck- oder Abwehrreaktionen auslösen, bevor sie bewusst verarbeitet werden.
Was sind Mikroexpressionen?
Mikroexpressionen sind sehr kurze, meist unbewusste Gesichtsausdrücke, die trotz bewusster Kontrolle sichtbar werden können.
Welche Rolle spielt die Amygdala bei der Einschätzung von Gesichtern?
Sie ist an der Verarbeitung von Emotionen und der Einschätzung möglicher Bedrohungen beteiligt. Laut Text ist sie bei unglaubwürdig erscheinenden Gesichtern besonders aktiv.
Warum ist die Vertrauenswürdigkeit der Lehrperson für das Lernen wichtig?
Sie beeinflusst die Motivation der Lernenden und damit ihre Bereitschaft, sich auf Lernangebote einzulassen.
Welche Stoffe können bei positiven Gefühlen ausgeschüttet werden?
Beispielsweise Serotonin, Endorphine und Oxytocin.
Wie wirken sich die im Text genannten positiven Gefühle auf den Körper aus?
Die damit verbundenen Substanzen können stressmindernd und schmerzlindernd wirken.
Welche Auswirkungen können negative Gefühle auf den Körper haben?
Dabei können Substanzen ausgeschüttet werden, die erregend sowie aggressions- und panikförderlich wirken.
Was versteht Gerhard Roth unter dem emotionalen Erfahrungsgedächtnis?
Es ist ein weitgehend unbewusstes Gedächtnis, anhand dessen das limbische System Erfahrungen als vorteilhaft oder nachteilig bewertet.
Was versteht Jean Piaget unter einem Schema?
in Schema ist eine vorhandene geistige Struktur, mit der ein Mensch Erfahrungen ordnet und interpretiert. Neue Informationen können mithilfe vorhandener Schemata eingeordnet werden. Passen sie nicht dazu, kann eine Veränderung der Schemata notwendig werden.
Was versteht Jean Piaget unter Akkommodation?
Akkommodation bedeutet, dass vorhandene Schemata verändert oder neue Schemata entwickelt werden, wenn neue Erfahrungen nicht mehr in die bisherigen Denkstrukturen passen. Dadurch kann der Mensch seine Vorstellungen an neue Erkenntnisse anpassen.
Was bedeutet Äquilibrium in Piagets Theorie des Wissenserwerbs?
Äquilibrium bedeutet Gleichgewicht. Es liegt vor, wenn neue Erfahrungen mit den vorhandenen Schemata vereinbar sind und mithilfe dieser Denkstrukturen verarbeitet werden können.
as bedeutet Disäquilibrium in Piagets Theorie des Wissenserwerbs?
Disäquilibrium bedeutet Ungleichgewicht. Es entsteht, wenn neue Erfahrungen nicht zu den vorhandenen Schemata passen. Der Mensch wird dadurch angeregt, seine bisherigen Vorstellungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verändern.
Was versteht Jean Piaget unter dem Äquilibrationsprozess?
Der Äquilibrationsprozess ist der Prozess, durch den der Mensch ein Gleichgewicht zwischen seinen vorhandenen Denkstrukturen und neuen Erfahrungen herzustellen versucht. Wenn Assimilation nicht ausreicht, kann eine Akkommodation notwendig werden. Ziel ist es, wieder ein Gleichgewicht zu erreichen.
Wie hängen Assimilation, Akkommodation und Äquilibration bei Jean Piaget zusammen?
Bei der Assimilation werden neue Erfahrungen in vorhandene Schemata eingeordnet. Passen sie nicht, entsteht ein Disäquilibrium. Durch Akkommodation werden die Schemata verändert. Wenn die neuen Erfahrungen anschließend zu den angepassten Denkstrukturen passen, entsteht wieder ein Äquilibrium. Die Suche nach diesem Gleichgewicht wird durch Äquilibration beschrieben.
Wie lässt sich Assimilation anhand des Beispiels mit der Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen erklären?
Bruno besitzt das Schema, dass eine Hauptstadt immer die größte Stadt eines Landes sei. Er versucht zunächst, neue Informationen mithilfe dieses bestehenden Schemas einzuordnen. Da Köln größer als Düsseldorf ist, passt die Information, dass Düsseldorf die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist, nicht zu seiner bisherigen Vorstellung.
Wie entsteht im Beispiel mit Düsseldorf und Köln ein Disäquilibrium?
Bruno erfährt, dass Düsseldorf die Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist, obwohl Köln größer ist. Diese Information widerspricht seinem bisherigen Schema, nach dem eine Hauptstadt die größte Stadt sein müsse. Dadurch entsteht ein geistiges Ungleichgewicht, also ein Disäquilibrium.
Wie lässt sich Akkommodation anhand des Beispiels mit der Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen erklären?
runo verändert sein bisheriges Schema. Er erkennt, dass eine Hauptstadt nicht zwangsläufig die größte Stadt sein muss, sondern auch die Stadt mit dem Regierungssitz sein kann. Durch diese Anpassung kann er die neue Information sinnvoll einordnen.
Warum müssen Menschen nach Jean Piaget ihre geistigen Strukturen immer wieder neu organisieren?
Menschen müssen ihre geistigen Strukturen neu organisieren, um Probleme zu lösen und sich an ihre Umgebung anzupassen. Neue Erfahrungen können mit bisherigen Vorstellungen übereinstimmen oder ihnen widersprechen. Deshalb müssen vorhandene Schemata entweder angewendet oder verändert werden.
Wer war Hans Aebli und welche drei Mechanismen des Verstehens beschrieb er?
Hans Aebli (1923–1990) beschrieb in den 1980er-Jahren drei zentrale Mechanismen des Verstehens:
Verknüpfen und wieder Zerlegen.
Verdichten beziehungsweise Objektivieren und wieder Auseinanderfalten beziehungsweise Dekomponieren.
Strukturieren und Restrukturieren.
Diese Mechanismen erklären, wie Menschen Begriffe und Wissensstrukturen aufbauen und verändern.
Was bedeutet Verknüpfen beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
Beim Verknüpfen werden begriffliche Elemente miteinander in Beziehung gesetzt. Dadurch entsteht ein Zusammenhang zwischen einzelnen Begriffen oder Informationen. Beispielsweise können die Begriffe „Studierende“ und „Skript“ durch die Handlung „lesen“ miteinander verknüpft werden.
Was bedeutet Zerlegen beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
Beim Zerlegen wird ein zuvor gebildeter Zusammenhang wieder in einzelne Bestandteile aufgeteilt. Dadurch können die einzelnen Elemente und ihre Beziehungen genauer betrachtet und verstanden werden.
Was bedeutet Verdichten beziehungsweise Objektivieren beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
Beim Verdichten beziehungsweise Objektivieren werden bereits gebildete Begriffsverknüpfungen zu einem neuen Denkobjekt zusammengefasst. Ein komplexerer Zusammenhang erhält dadurch eine kompakte begriffliche Form. Beispielsweise kann der Vorgang, ein Skript zu lesen, als „Textstudium“ bezeichnet werden.
Was bedeutet Auseinanderfalten beziehungsweise Dekomponieren beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
eim Auseinanderfalten beziehungsweise Dekomponieren wird ein zuvor verdichtetes Denkobjekt wieder in seine Bestandteile aufgelöst. Dadurch können die enthaltenen Vorgänge, Begriffe oder Beziehungen genauer untersucht werden.
Was bedeutet Strukturieren beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
Beim Strukturieren werden neue Verknüpfungen und Denkobjekte in bereits vorhandene Wissensstrukturen eingefügt. Neue Informationen werden dadurch mit dem bisherigen Wissen verbunden und sinnvoll geordnet.
Was bedeutet Restrukturieren beim Wissenserwerb nach Hans Aebli?
Beim Restrukturieren werden bestehende Wissensstrukturen angepasst oder korrigiert, wenn sie aufgrund neuer Informationen nicht mehr tragfähig beziehungsweise viabel erscheinen. Das bisherige Wissen wird dadurch neu geordnet.
Wie hängen Strukturieren und Restrukturieren bei Hans Aebli mit Assimilation und Akkommodation bei Jean Piaget zusammen?
Strukturieren ähnelt der Assimilation, weil neue Informationen in vorhandene Wissensstrukturen eingefügt werden. Restrukturieren ähnelt der Akkommodation, weil bestehende Wissensstrukturen verändert werden, wenn neue Informationen nicht mehr zu ihnen passen.
: Was bedeutet Konsolidierung beim Lernen?
Konsolidierung ist die Phase, in der neue Kenntnisse und Fähigkeiten durch Wiederholung, Übung und Festigung stabilisiert werden. Sie unterstützt dabei, dass Wissen und Fertigkeiten sicherer verfügbar werden.
Warum gehört die Konsolidierung zum Lernprozess?
Neue Kenntnisse und Fähigkeiten sollen nicht nur kurzfristig verstanden werden, sondern auch zuverlässig angewendet werden können. Durch Wiederholung, Übung und Festigung werden sie stabilisiert. Das unterstützt einen routinierten und sicheren Handlungs-, Verhaltens- oder Problemlöseablauf.
Wie hängen Verstehen, Strukturieren und Konsolidieren beim Lernen zusammen?
Beim Verstehen werden neue Inhalte aktiv verarbeitet und in Zusammenhänge gebracht. Beim Strukturieren werden sie in vorhandene Wissensstrukturen eingeordnet oder diese werden angepasst. Durch Konsolidierung werden die neuen Kenntnisse und Fähigkeiten wiederholt, geübt und gefestigt, damit sie sicherer verfügbar sind.
Was ist die Grundlage der konstruktivistischen Lerntheorie?
Die konstruktivistische Lerntheorie bezieht sich auf die Erkenntnistheorie des Konstruktivismus. Sie geht davon aus, dass Menschen ihre eigene Vorstellung von der Wirklichkeit auf Grundlage ihrer Sinneseindrücke und Erfahrungen konstruieren.
Wie unterscheidet sich der Konstruktivismus vom Kognitivismus hinsichtlich der Realität?
Der Kognitivismus geht laut dem Ausgangstext davon aus, dass es eine einzige wahre Realität gibt, die Menschen objektiv erkennen können. Der Konstruktivismus nimmt dagegen an, dass jeder Mensch aufgrund seiner Wahrnehmungen und Erfahrungen ein eigenes geistiges Bild der Realität entwickelt.
Was versteht der Konstruktivismus unter der Konstruktion von Wirklichkeit?
Menschen bilden sich auf Grundlage ihrer Sinneseindrücke und Erfahrungen ein geistiges Bild von der Welt. Sie nehmen Wirklichkeit also nicht einfach objektiv auf, sondern konstruieren ihre eigene Vorstellung davon.
Warum kann nach dem Konstruktivismus nicht eindeutig festgestellt werden, welches persönliche Wirklichkeitsbild das einzig richtige ist?
Jeder Mensch verfügt nur über sein eigenes Bild von der Welt und hat keinen objektiven Zugang zur Realität. Deshalb lässt sich nach dieser konstruktivistischen Annahme nicht eindeutig klären, welches Wirklichkeitsbild absolut richtig ist.
Was bedeutet die Annahme, dass Menschen geschlossene Systeme sind?
enschen werden als geschlossene Systeme verstanden. Ihre Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen erfolgen auf Grundlage ihrer eigenen Strukturen und Erfahrungen. Die Umwelt bestimmt ihre inneren Vorgänge daher nicht unmittelbar und eindeutig.
Was bedeutet der Begriff Perturbation im Konstruktivismus?
ine Perturbation ist eine Anregung oder Irritation, die von der Umwelt ausgeht. Sie bestimmt nicht automatisch, wie ein Mensch reagiert oder lernt, sondern kann ihn dazu anregen, seine bisherigen Vorstellungen zu überprüfen oder zu verändern.
Was bedeutet „viabel“ im Konstruktivismus?
Viabel bedeutet, dass eine Vorstellung, Erklärung oder Erkenntnis für eine bestimmte Person in ihrer Situation brauchbar und tragfähig ist. Sie hilft dabei, Erfahrungen zu verstehen oder Probleme zu bewältigen. Im Konstruktivismus tritt das Begriffspaar „viabel/nicht viabel“ an die Stelle einer einfachen Unterscheidung zwischen „wahr/falsch“.
Welche psychologischen Theorien gelten als Vorläufer konstruktivistischer Lerntheorien?
Zu den im Ausgangstext genannten Vorläufern gehören die Gestaltpsychologie, Bartletts Schematheorie und Kellys Personal Construct Psychology. Diese Theorien stützen verschiedene Annahmen über die individuelle Wahrnehmung, Verarbeitung und Konstruktion von Wissen.
Was steht beim Wissenserwerb im Konstruktivismus im Vordergrund?
Im Vordergrund steht die aktive Leistung der lernenden Person. Es geht weniger darum, Informationen lediglich zu behalten, sondern vor allem darum, Inhalte zu verstehen und selbstständig in das eigene Wissen einzuordnen.
Wie unterscheidet sich der Wissenserwerb im Konstruktivismus von dem im Kognitivismus?
m Konstruktivismus steht das Verstehen durch die aktive Konstruktion von Wissen im Vordergrund. Im Vergleich dazu wird der Kognitivismus im Ausgangstext stärker mit dem Behalten von Informationen verbunden. Der konstruktivistische Ansatz betont, dass Lernende Wissen aktiv verarbeiten und mit ihren bisherigen Vorstellungen verbinden.
Wer war Jean Piaget und welche Bedeutung hat er für den Konstruktivismus?
Jean Piaget (1896–1980) war ein Psychologe, der sich mit der Entwicklung des Denkens und des Wissenserwerbs beschäftigte. Er beschrieb Lern- und Anpassungsprozesse mit den Begriffen Assimilation, Akkommodation und Äquilibration.
Was versteht Jean Piaget unter Assimilation?
Assimilation ist das Einordnen und Einpassen neuer Erfahrungen in bereits vorhandene Schemata. Die bisherigen Denkstrukturen bleiben dabei grundsätzlich bestehen und werden genutzt, um neue Erfahrungen zu verstehen.
Welche drei Mechanismen des Vergessens werden im Informationsverarbeitungsmodell unterschieden?
Spurenzerfall: Gedächtnisspuren werden schwächer.
Überlagerung bzw. Interferenz: Gedächtnisinhalte behindern sich gegenseitig.
Fehlende Abrufhinweise: Gespeichertes Wissen kann mangels geeigneter Hinweisreize nicht abgerufen werden.
: Was ist der Unterschied zwischen Speicherung und Abrufbarkeit von Wissen?
Speicherung bedeutet, dass eine Information im Gedächtnis repräsentiert ist. Abrufbarkeit bedeutet, dass diese Information in einer bestimmten Situation zugänglich ist. Wissen kann gespeichert sein, obwohl es im Moment nicht abgerufen werden kann.
Was ist ein Skript in der kognitiven Lerntheorie?
Ein Skript ist eine Wissensstruktur, die typische Handlungsmuster oder Ereignisabfolgen beschreibt. Es hilft dabei, vorhersehbare Situationen zu verstehen und angemessen zu handeln. Ein Beispiel ist das typische Vorgehen beim Betreten eines Restaurants: Platz nehmen, bestellen, essen und bezahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Proposition, Schema und Skript?
Eine Proposition ist eine einzelne Wissensaussage. Ein Schema verknüpft mehrere Wissensbausteine zu einem Thema. Ein Skript beschreibt eine typische Abfolge von Handlungen oder Ereignissen.
Warum können Menschen trotz der großen Speicherkapazität des Langzeitgedächtnisses Informationen vergessen?
Vergessen kann durch den Zerfall von Gedächtnisspuren, durch die gegenseitige Hemmung bzw. Überlagerung von Gedächtnisinhalten und durch fehlende geeignete Abrufhinweise entstehen. Außerdem bedeutet ein gescheiterter Abruf nicht zwingend, dass die Information vollständig aus dem Gedächtnis verschwunden ist.
Was besagt die Theorie des Spurenzerfalls?
Die Theorie des Spurenzerfalls nimmt an, dass Gedächtnisspuren mit der Zeit schwächer werden können, insbesondere wenn sie nicht genutzt oder aufgefrischt werden. Dadurch können Informationen schwerer abrufbar werden. Ein Beispiel ist eine Fremdsprache, die über viele Jahre nicht mehr verwendet wurde.
Was besagt die Überlagerungstheorie des Vergessens?
Die Überlagerungstheorie geht davon aus, dass sich Gedächtnisinhalte gegenseitig beim Lernen oder Abrufen behindern können. Neue und alte Informationen können miteinander konkurrieren, sodass der Zugriff auf bestimmte Inhalte erschwert wird.
Was bedeutet proaktive Hemmung beim Vergessen?
Proaktive Hemmung bedeutet, dass zuvor gelerntes Wissen das Lernen oder Abrufen neuer Informationen erschwert. Beispiel: Bereits gelernte französische Vokabeln beeinflussen das Lernen ähnlicher spanischer Vokabeln.
Was bedeutet retroaktive Hemmung beim Vergessen?
Retroaktive Hemmung bedeutet, dass neu gelernte Informationen das Erinnern älterer Informationen erschweren. Beispiel: Nach intensivem Lernen spanischer Vokabeln fallen einer Person die zuvor gelernten französischen Vokabeln schwerer ein.
Wie unterscheiden sich proaktive und retroaktive Hemmung?
Bei der proaktiven Hemmung beeinflusst älteres Wissen das Lernen oder Erinnern neuer Inhalte. Bei der retroaktiven Hemmung beeinträchtigen neuere Inhalte den Abruf älterer Informationen.
Was besagt die Theorie des fehlenden Abrufhinweises?
Diese Theorie besagt, dass gespeicherte Informationen manchmal nicht abgerufen werden können, weil geeignete Hinweisreize fehlen. Die Information kann weiterhin im Gedächtnis vorhanden sein, ist aber im betreffenden Moment nicht zugänglich.
Wie lässt sich die Theorie des fehlenden Abrufhinweises am Beispiel einer Prüfung erklären?
Eine Person hat Lernstoff gelernt, kann ihn in der Prüfung aber zunächst nicht abrufen. In der ursprünglichen Lernsituation vorhandene Hinweisreize, beispielsweise der Lernort oder bestimmte Zusammenhänge, fehlen. Dadurch fällt die Erinnerung schwerer. Andere Hinweise oder eine veränderte Fragestellung können den Abruf erleichtern.
Wie versteht der Kognitivismus den Lernprozess?
: Der Kognitivismus versteht Lernen als einen aktiven Prozess der Informationsverarbeitung. Lernende nehmen neue Informationen nicht nur auf, sondern verarbeiten sie selbstständig, verbinden sie mit ihrem bisherigen Wissen und nutzen sie zur Lösung von Problemen.
Wie unterscheidet sich das Menschenbild des Kognitivismus von dem des Behaviorismus?
Im Kognitivismus gelten Lernende als aktiv denkende Individuen, die Informationen selbstständig verarbeiten und interpretieren. Im Behaviorismus stehen dagegen beobachtbares Verhalten sowie die Wirkung äußerer Reize, Belohnungen und Bestrafungen im Mittelpunkt.
Welche Annahme über Wissen vertritt der Kognitivismus?
Der Kognitivismus geht davon aus, dass Wissen außerhalb des Individuums objektiv existiert. Lernende nehmen dieses Wissen jedoch nicht einfach unverändert auf, sondern verarbeiten es mithilfe ihrer kognitiven Strukturen.
Warum wird das Gehirn im Kognitivismus mit einem Computer verglichen?
Der Vergleich verdeutlicht, dass das Gehirn Informationen aufnimmt, verarbeitet, speichert und später wieder abruft. Wie ein Computer verarbeitet es eingehende Informationen und erzeugt daraus Ergebnisse. Der Vergleich ist ein Modell und keine vollständige Beschreibung der Funktionsweise des Gehirns.
Was versteht man unter dem Problemlöseparadigma des Kognitivismus?
Das Problemlöseparadigma beschreibt Lernen als einen Prozess, bei dem Lernende Probleme mithilfe ihrer kognitiven Strukturen bearbeiten und lösen. Dafür müssen sie bisherige Erfahrungen und Wissensbestände neu organisieren und miteinander verknüpfen.
Wie erklärt der Kognitivismus das Erlernen von Regeln?
Lernende verarbeiten Informationen über Fakten und deren Beziehungen zueinander. Sie erkennen Zusammenhänge und entwickeln daraus Regeln, mit denen sie Situationen beurteilen und Probleme lösen können.
Welche drei Hauptspeicher unterscheidet das Dreispeichermodell des menschlichen Gedächtnisses?
Das Dreispeichermodell unterscheidet:
Sensorische Register bzw. Ultrakurzzeitgedächtnis.
Kurzzeitgedächtnis bzw. Arbeitsgedächtnis.
Langzeitgedächtnis.
Wie funktioniert das Dreispeichermodell der menschlichen Informationsverarbeitung?
Informationen werden zunächst in den sensorischen Registern sehr kurz gespeichert. Als wichtig eingestufte Informationen gelangen in das Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis. Dort werden sie verarbeitet und mit bereits vorhandenem Wissen abgeglichen. Informationen, die behalten werden, können im Langzeitgedächtnis gespeichert und später wieder abgerufen werden.
Was ist das sensorische Register bzw. Ultrakurzzeitgedächtnis?
Das sensorische Register speichert Sinnesinformationen für einen sehr kurzen Zeitraum über die Dauer des ursprünglichen Reizes hinaus. Dazu gehören beispielsweise visuelle, akustische und haptische Reize. Ein Teil der Informationen wird vorgeprüft und bei entsprechender Bedeutung zur weiteren Verarbeitung weitergeleitet.
Welche Aufgaben haben die sensorischen Register?
Die sensorischen Register nehmen Informationen aus der Umwelt auf, halten sie kurzzeitig fest und ermöglichen eine erste Auswahl relevanter Reize. Sie bilden damit die erste Stufe der Informationsverarbeitung.
Was ist das Kurzzeitgedächtnis?
: Das Kurzzeitgedächtnis hält Informationen für kurze Zeit verfügbar. Seine Kapazität ist begrenzt. Die Informationen können beispielsweise durch Wiederholung kurzfristig aufrechterhalten werden.
Was ist das Arbeitsgedächtnis?
Das Arbeitsgedächtnis hält Informationen nicht nur kurzfristig bereit, sondern verarbeitet und verändert sie aktiv. Es wird beispielsweise benötigt, um einen Rechenweg durchzuführen, einen Satz zu verstehen oder mehrere Informationen miteinander zu vergleichen.
Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeitgedächtnis und Arbeitsgedächtnis?
Das Kurzzeitgedächtnis bezeichnet vor allem das kurzfristige Bereithalten von Informationen. Das Arbeitsgedächtnis umfasst zusätzlich deren aktive Verarbeitung. Beide Begriffe werden in vereinfachten Darstellungen teilweise gemeinsam verwendet.
Welche Aufgabe hat das Langzeitgedächtnis?
Das Langzeitgedächtnis speichert Wissen, Erfahrungen und Fertigkeiten über längere Zeiträume. Seine Speicherkapazität gilt im Informationsverarbeitungsmodell als nahezu unbegrenzt. Gespeicherte Inhalte können bei Bedarf wieder abgerufen werden.
Wie unterscheiden sich die drei Gedächtnisspeicher hinsichtlich ihrer Funktion?
Das sensorische Register speichert Sinnesreize sehr kurz. Das Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis hält ausgewählte Informationen bereit und verarbeitet sie. Das Langzeitgedächtnis speichert Wissen, Erfahrungen und Fertigkeiten langfristig.
Welche zwei Hauptformen des Langzeitgedächtnisses unterscheidet Endel Tulving?
Endel Tulving unterscheidet das deklarative und das non-deklarative Gedächtnis. Das deklarative Gedächtnis umfasst das semantische und das episodische Gedächtnis. Zum non-deklarativen Gedächtnis gehören unter anderem das prozedurale Gedächtnis und das Priming-Gedächtnis.
Was ist das deklarative Gedächtnis?
Das deklarative Gedächtnis speichert bewusst abrufbares Wissen, das grundsätzlich in Worte gefasst oder beschrieben werden kann. Dazu gehören Fakten, Begriffe, Regeln sowie persönliche Erlebnisse.
Was ist das semantische Gedächtnis?
Das semantische Gedächtnis speichert allgemeines Fakten- und Bedeutungswissen. Dazu gehören Begriffe, Konzepte, Prinzipien und Regeln, beispielsweise die Information, dass Paris die Hauptstadt Frankreichs ist.
Was ist das episodische Gedächtnis?
Das episodische Gedächtnis speichert persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. Erinnerungen können mit Informationen über Ort, Zeit, Gefühle sowie weitere Sinneseindrücke verbunden sein. Es ermöglicht beispielsweise die Erinnerung an einen bestimmten Schultag oder eine Prüfung.
Was ist das non-deklarative Gedächtnis?
Das non-deklarative Gedächtnis umfasst Lerninhalte, die sich nicht ausschließlich auf bewusst abrufbares Faktenwissen stützen. Dazu gehören insbesondere erlernte Fertigkeiten und automatisierte Reaktionen, die das Verhalten beeinflussen können.
Was ist das prozedurale Gedächtnis?
Das prozedurale Gedächtnis speichert Handlungswissen und Fertigkeiten, also das Wissen darüber, wie man etwas tut. Beispiele sind Fahrradfahren, das Ausführen eingeübter Bewegungsabläufe oder die Bedienung eines medizinischen Untersuchungsgeräts.
Was ist das Priming-Gedächtnis?
Priming bezeichnet einen Gedächtniseffekt, bei dem die vorherige Begegnung mit einem Reiz die spätere Verarbeitung oder Wiedererkennung dieses oder eines ähnlichen Reizes erleichtert. Ein Beispiel ist das schnellere Wiedererkennen eines zuvor gesehenen Musters oder Gesichts.
Wie unterscheiden sich semantisches, episodisches und prozedurales Gedächtnis anhand eines Beispiels aus der Pflege?
: Das semantische Gedächtnis enthält beispielsweise das Wissen über die Hygieneregeln. Das episodische Gedächtnis speichert die Erinnerung an eine bestimmte Pflegesituation. Das prozedurale Gedächtnis ermöglicht die eingeübte Durchführung einer Händedesinfektion.
Wie lässt sich das Dreispeichermodell am Beispiel einer Ampel im Straßenverkehr erklären?
Die wahrgenommene Ampelfarbe gelangt zunächst in das sensorische Register. Die relevante Information wird in das Arbeitsgedächtnis übernommen und mit dem Langzeitgedächtnis abgeglichen. Dort sind Verkehrsregeln, Erfahrungen und eingeübte Handlungsabläufe gespeichert. Anhand dieser Informationen entscheidet die Person, wie sie sich verhalten muss.
Welche Funktion haben die verschiedenen Gedächtnisformen beim Autofahren?
Das semantische Gedächtnis enthält die Verkehrsregeln. Das episodische Gedächtnis speichert persönliche Erfahrungen aus dem Straßenverkehr. Das prozedurale Gedächtnis enthält eingeübte Fertigkeiten wie Bremsen und Schalten. Zusammen ermöglichen sie eine situationsgerechte Reaktion auf Verkehrssignale.
Was versteht man im Kognitivismus unter Wissenserwerb?
Wissenserwerb ist der Prozess, bei dem Lernende neue Informationen aufnehmen, verarbeiten und mit vorhandenem Wissen verbinden. Dadurch werden neue Inhalte in die kognitive Struktur eingeordnet und bestehende Wissenszusammenhänge können verändert oder erweitert werden.
Was bedeutet Assimilation im Zusammenhang mit dem Wissenserwerb?
Assimilation bezeichnet die Verarbeitung neuer Informationen mithilfe bereits vorhandener kognitiver Strukturen. Neue Inhalte werden mit bisherigem Wissen verknüpft und in vorhandene Kategorien eingeordnet. Dabei können sich die Bedeutungen neuer und bereits bekannter Inhalte gegenseitig verändern.
Wie funktioniert Assimilation am Beispiel von Verkehrsampeln?
Eine Person kennt bereits herkömmliche Verkehrsampeln. Sie begegnet in einem anderen Land einer anders gestalteten Fußgängerampel und ordnet diese ihrem vorhandenen Wissen über Ampeln zu. Dabei erweitert sie ihre Vorstellungen davon, wie Ampeln aussehen können.
Was versteht man unter hierarchisch organisierten kognitiven Strukturen?
Hierarchisch organisierte kognitive Strukturen ordnen Wissen nach über- und untergeordneten Kategorien. Beispielsweise kann der Oberbegriff „Verkehrszeichen“ verschiedene Untergruppen wie „Ampeln“, „Verkehrsschilder“ und „Markierungen“ umfassen. Dadurch wird Wissen systematisch vernetzt und leichter nutzbar.
: Welche Formen des Lernens können zur Entwicklung kognitiver Strukturen beitragen?
: Übergeordnetes Lernen verbindet Einzelinformationen mit allgemeineren Begriffen oder Regeln. Untergeordnetes Lernen ordnet neue Einzelinformationen bestehenden Oberbegriffen zu. Kombinierendes Lernen verknüpft Inhalte auf derselben Ebene miteinander. Diese Prozesse tragen zur Organisation und Erweiterung des Wissens bei.
Welche vier Voraussetzungen nennen Hasselhorn und Gold für erfolgreichen Wissenserwerb?
Lernende müssen neue Informationen:
Aufmerksam genug beachten.
Ausreichend oft wiederholen oder üben.
Mit ihrem bisherigen Wissen abgleichen und in Übereinstimmung bringen.
Festigen bzw. konsolidieren.
Welche drei Voraussetzungen des Wissenserwerbs können Lernende selbst kontrollieren?
Lernende können ihre Aufmerksamkeit, die Häufigkeit der Wiederholung bzw. Übung und den Abgleich neuer Informationen mit ihrem Vorwissen beeinflussen. Die anschließende Festigung des Wissens (Konsolidierung) lässt sich dagegen nicht unmittelbar willentlich steuern.
Was bedeutet Konsolidierung beim Lernen?
Konsolidierung bezeichnet die Stabilisierung neu erworbener Gedächtnisinhalte. Durch diesen Prozess werden Erinnerungen und Wissen langfristig gefestigt. Er läuft nicht einfach auf direkten Befehl ab, sondern wird durch verschiedene Bedingungen beeinflusst.
Welche Bedeutung hat Aufmerksamkeit für den Wissenserwerb?
Aufmerksamkeit hilft dabei, wichtige Informationen auszuwählen und bewusst zu verarbeiten. Ohne ausreichende Aufmerksamkeit können Informationen schlechter aufgenommen und später schwieriger erinnert werden.
Warum sind Wiederholung und Übung für das Lernen wichtig?
Wiederholung und Übung unterstützen die Festigung von Informationen und erleichtern den späteren Abruf. Durch wiederholtes Anwenden können Wissen und Fertigkeiten stabiler verfügbar werden.
Was ist der Unterschied zwischen intentionalem und inzidentellem Lernen?
Intentionales Lernen findet mit der bewussten Absicht statt, etwas zu lernen, beispielsweise beim Lernen für eine Prüfung. Inzidentelles Lernen erfolgt beiläufig, ohne dass das Lernen selbst das eigentliche Ziel ist, beispielsweise beim Erlernen der Bedienung einer Kaffeemaschine während der Kaffeezubereitung.
Was versteht man unter Wissensrepräsentation?
Wissensrepräsentation beschreibt, wie Wissen im Gedächtnis gespeichert und organisiert wird. Im Kognitivismus werden dafür unter anderem Propositionen, Schemata und Skripte verwendet.
Was ist eine Proposition?
Eine Proposition ist eine kleine, inhaltlich eigenständige Aussage, die Wissen ausdrückt. Beispiel: „Paris ist die Hauptstadt von Frankreich.“ Propositionen bilden einzelne Wissensbausteine, die miteinander verbunden werden können.
: Was ist ein Schema im Gedächtnis?
Ein Schema ist eine strukturierte Wissensorganisation, die mehrere miteinander verbundene Wissensbausteine zu einem Thema umfasst. Es hilft dabei, Informationen einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und neue Inhalte zu verstehen.
Was sind Lerntheorien?
Lerntheorien sind wissenschaftliche Theorien, die erklären, wie Lernen abläuft und welche Faktoren den Lernprozess beeinflussen.
Warum benötigt man verschiedene Lerntheorien?
Lernen ist vielfältig und komplex. Unterschiedliche Lerntheorien erklären verschiedene Aspekte des Lernens und ergänzen sich dadurch.
Welche grundlegenden Ansätze der Lerntheorien unterscheidet man?
Man unterscheidet zunächst behavioristische und kognitive Ansätze. Die kognitiven Ansätze lassen sich wiederum in kognitivistische und konstruktivistische Ansätze unterteilen.
Woran erkennt man einen behavioristischen Lernansatz?
Ein behavioristischer Ansatz konzentriert sich auf direkt beobachtbares Verhalten und darauf, wie Reize und Konsequenzen dieses Verhalten beeinflussen.
Woran erkennt man einen kognitiven Lernansatz?
Ein kognitiver Ansatz berücksichtigt innere, nicht direkt beobachtbare Vorgänge wie Denken, Wahrnehmung, Gedächtnis und Problemlösen.
Was ist der Unterschied zwischen kognitivistischen und konstruktivistischen Lerntheorien?
Kognitivistische Ansätze gehen davon aus, dass Lehrende und Lernmaterialien Lernprozesse gezielt anregen, unterstützen und lenken können. Konstruktivistische Ansätze betonen, dass Lernende Wissen subjektiv selbst konstruieren und der Lernprozess deshalb nur begrenzt von außen steuerbar ist.
Welche Rolle spielen Lehrende nach kognitivistischen Lerntheorien?
Lehrende können Lernprozesse durch Erklärungen, Aufgaben, Lernmaterialien und gezielte Unterstützung anregen und strukturieren.
Welche Rolle spielen Lernende nach konstruktivistischen Lerntheorien?
: Lernende konstruieren Wissen auf Grundlage ihrer bisherigen Erfahrungen, ihres Vorwissens und ihrer individuellen Wahrnehmung selbst.
Was ist der Behaviorismus?
Der Behaviorismus ist eine Lerntheorie, die sich auf beobachtbares Verhalten und dessen Veränderung durch Reize und Konsequenzen konzentriert.
Wie betrachtet der Behaviorismus den Menschen?
Der Mensch wird im klassischen behavioristischen Ansatz als „Blackbox“ betrachtet. Untersucht werden vor allem die beobachtbaren Reize und Verhaltensreaktionen, während innere Denkprozesse ausgeklammert werden.
Was bedeutet der Begriff „Blackbox“ im Behaviorismus?
Die Blackbox bezeichnet die inneren Vorgänge eines Menschen, die in diesem Ansatz nicht unmittelbar untersucht werden. Im Mittelpunkt stehen der Input, also der Reiz, und der Output, also das beobachtbare Verhalten.
Welche Bedeutung haben Reize im Behaviorismus?
Reize können Verhalten auslösen oder beeinflussen. Durch Lernprozesse können Menschen lernen, auf bestimmte Reize mit bestimmten Verhaltensweisen zu reagieren.
Welche Bedeutung haben Belohnungen im Behaviorismus?
Belohnungen können als positive Verstärker wirken. Sie erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Verhalten in Zukunft erneut gezeigt wird.
Was versteht man unter klassischer Konditionierung?
Bei der klassischen Konditionierung wird ein ursprünglich neutraler Reiz wiederholt mit einem unbedingten Reiz gekoppelt. Dadurch kann der neutrale Reiz später allein eine erlernte Reaktion auslösen.
Wer untersuchte die klassische Konditionierung besonders bekannt?
Der russische Physiologe Iwan P. Pawlow (1849–1936) untersuchte die klassische Konditionierung in Experimenten mit Hunden.
Was untersuchte Pawlow bei seinen Hunden?
Pawlow untersuchte den Speichelfluss der Hunde beim Anblick von Futter und zeigte, dass ein ursprünglich neutraler Glockenton nach wiederholter Kopplung mit Futter ebenfalls Speichelfluss auslösen konnte.
Was ist ein unbedingter Reiz bei der klassischen Konditionierung?
in unbedingter Reiz löst ohne vorheriges Lernen eine natürliche Reaktion aus. Bei Pawlows Experiment war das Futter der unbedingte Reiz.
Was ist eine unbedingte Reaktion bei der klassischen Konditionierung?
Eine unbedingte Reaktion ist eine natürliche, nicht erst erlernte Reaktion auf einen unbedingten Reiz. Bei Pawlows Hunden war dies der Speichelfluss beim Futter.
Was ist ein neutraler Reiz bei der klassischen Konditionierung?
Ein neutraler Reiz löst zu Beginn nicht die untersuchte spezifische Reaktion aus. Bei Pawlow war der Glockenton zunächst ein neutraler Reiz.
Was ist ein bedingter Reiz bei der klassischen Konditionierung?
Ein bedingter Reiz ist ein ursprünglich neutraler Reiz, der durch die Kopplung mit einem unbedingten Reiz gelernt hat, eine bestimmte Reaktion auszulösen. Bei Pawlow war dies der Glockenton nach der Konditionierung.
Was ist eine bedingte Reaktion bei der klassischen Konditionierung?
Eine bedingte Reaktion ist eine erlernte Reaktion auf einen zuvor neutralen Reiz. Bei Pawlows Hunden war dies der Speichelfluss allein beim Hören des Glockentons.
Wie läuft Pawlows Experiment zur klassischen Konditionierung ab?
Zunächst löst das Futter Speichelfluss aus. Der Glockenton wird wiederholt zusammen mit dem Futter dargeboten. Nach mehreren Kopplungen löst der Glockenton allein Speichelfluss aus.
Was ist der Unterschied zwischen unbedingtem und bedingtem Reflex?
Ein unbedingter Reflex tritt ohne vorheriges Lernen auf. Ein bedingter Reflex entsteht durch Lernen und wird durch einen zuvor neutralen Reiz ausgelöst.
Was bedeutet respondentes Lernen?
Respondentes Lernen ist ein anderer Begriff für klassische Konditionierung. Dabei wird eine Reaktion mit einem Reiz verknüpft, der sie ursprünglich nicht ausgelöst hat.
Welche zwei Bedingungen sind für respondentes Lernen wichtig?
Wiederholung und Kontingenz. Die Reize müssen in einer lernwirksamen Beziehung zueinander stehen, sodass der ursprünglich neutrale Reiz den unbedingten Reiz zuverlässig ankündigen kann.
Was bedeutet Wiederholung bei der klassischen Konditionierung?
Der neutrale Reiz und der unbedingte Reiz werden wiederholt miteinander gekoppelt, sodass eine erlernte Verbindung entstehen kann.
Was bedeutet Kontingenz bei der klassischen Konditionierung?
Kontingenz bedeutet, dass ein Reiz das Auftreten eines anderen Reizes zuverlässig vorhersagt. Die Reize müssen nicht zwingend unmittelbar nacheinander auftreten, sofern eine zuverlässige Vorhersagebeziehung besteht.
Welche Bedeutung hat die zeitliche und räumliche Nähe der Reize bei der klassischen Konditionierung?
Die zeitliche und räumliche Nähe kann die Verknüpfung der Reize unterstützen. Entscheidend ist jedoch auch, ob der eine Reiz den anderen zuverlässig vorhersagt.
Wie kann klassische Konditionierung im Unterricht auftreten?
Wenn eine Lehrkraft Lernende vor der Klasse bloßstellt, können negative Gefühle entstehen, die sich nicht nur auf die Lehrkraft, sondern auch auf das Fach oder die Schule übertragen.
Wie können positive Erfahrungen das Lernen durch klassische Konditionierung beeinflussen?
Positive Erfahrungen mit Lehrkräften und der schulischen Umgebung können mit positiven Gefühlen verknüpft werden und dadurch ein angstfreies Lernklima unterstützen.
Was versteht man unter operanter Konditionierung?
Bei der operanten Konditionierung wird gelernt, dass ein Verhalten bestimmte Konsequenzen hat. Diese Konsequenzen beeinflussen, ob das Verhalten künftig häufiger oder seltener gezeigt wird.
Wer entwickelte wichtige Grundlagen der operanten Konditionierung?
Edward L. Thorndike entwickelte mit dem Effektgesetz eine wichtige Grundlage. Burrhus F. Skinner führte diese Überlegungen weiter und prägte den Begriff der Verstärkung.
Was besagt Thorndikes Effektgesetz?
Verhaltensweisen, die in einer Situation zu angenehmen oder erfolgreichen Folgen führen, werden stärker mit dieser Situation verbunden. Sie werden deshalb bei ähnlichen Situationen künftig wahrscheinlicher gezeigt.
Wie untersuchte Edward L. Thorndike das Lernen?
Thorndike untersuchte unter anderem Katzen in Problemlöseversuchen. Die Tiere lernten, durch bestimmte Handlungen aus einer Problemsituation zu entkommen und eine gewünschte Folge zu erreichen.
Welche Bedeutung hatte B. F. Skinner für die operante Konditionierung?
Skinner entwickelte die Untersuchung von Verhalten und seinen Konsequenzen weiter. Er beschrieb, wie Verstärkung und Bestrafung die Wahrscheinlichkeit bestimmter Verhaltensweisen beeinflussen.
Was ist der Unterschied zwischen klassischer und operanter Konditionierung?
Bei der klassischen Konditionierung wird eine Reaktion mit einem auslösenden Reiz verknüpft. Bei der operanten Konditionierung steht im Mittelpunkt, welche Konsequenzen auf ein Verhalten folgen und wie diese das zukünftige Verhalten beeinflussen.
Was bedeutet die Bezeichnung „instrumentelle Konditionierung“?
Sie ist eine andere Bezeichnung für operante Konditionierung. Das Verhalten wird als Mittel eingesetzt, um bestimmte Konsequenzen zu erreichen oder zu vermeiden.
Welche vier Prinzipien der operanten Konditionierung unterscheidet man?
Positive Verstärkung, Bestrafung durch Hinzufügen eines aversiven Reizes, Bestrafung durch Entzug eines positiven Reizes und negative Verstärkung durch Beenden eines aversiven Reizes.
Was bedeutet positive Verstärkung?
Auf ein Verhalten folgt eine als angenehm empfundene Konsequenz. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten wieder gezeigt wird.
Nenne ein Beispiel für positive Verstärkung.
Eine Lernende erledigt ihre Aufgabe sorgfältig und erhält dafür Anerkennung. Die Anerkennung kann dazu führen, dass sie sich künftig erneut sorgfältig vorbereitet.
Was bedeutet Bestrafung durch einen aversiven Reiz?
Auf ein Verhalten folgt eine unangenehme Konsequenz. Dadurch soll die Wahrscheinlichkeit sinken, dass das Verhalten erneut auftritt.
Nenne ein Beispiel für Bestrafung durch einen aversiven Reiz.
Ein Schüler kommt wiederholt zu spät und erhält dafür eine Ermahnung. Die Ermahnung soll die Wahrscheinlichkeit verringern, dass er erneut zu spät kommt.
Was bedeutet Bestrafung durch Entzug eines positiven Reizes?
Nach einem unerwünschten Verhalten wird etwas Angenehmes oder ein Privileg entzogen. Dadurch soll das Verhalten künftig seltener auftreten.
Nenne ein Beispiel für Bestrafung durch Entzug eines positiven Reizes.
Ein Schüler verstößt gegen eine vereinbarte Regel und darf deshalb an einer bestimmten Freizeitaktivität nicht teilnehmen.
Was bedeutet negative Verstärkung?
Nach einem erwünschten Verhalten wird eine unangenehme Situation beendet oder vermieden. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, dass das Verhalten erneut gezeigt wird.
Nenne ein Beispiel für negative Verstärkung.
Eine Person erledigt eine unangenehme Aufgabe und darf danach eine belastende Tätigkeit beenden. Die Beendigung der unangenehmen Situation kann das Erledigen der Aufgabe künftig wahrscheinlicher machen.
Was ist der Unterschied zwischen negativer Verstärkung und Bestrafung?
Negative Verstärkung erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens, indem etwas Unangenehmes beendet oder vermieden wird. Bestrafung soll die Wahrscheinlichkeit eines Verhaltens verringern.
Was bedeuten die Begriffe „positiv“ und „negativ“ bei Verstärkung und Bestrafung?
Positiv bedeutet, dass ein Reiz hinzugefügt wird. Negativ bedeutet, dass ein Reiz entfernt wird. Ob es sich um Verstärkung oder Bestrafung handelt, hängt davon ab, ob das Verhalten häufiger oder seltener auftritt.
Warum sollte man bei operanter Konditionierung die tatsächlichen Folgen eines Verhaltens beachten?
Eine Konsequenz wirkt nicht bei allen Menschen gleich. Entscheidend ist, ob sie tatsächlich dazu führt, dass ein Verhalten häufiger oder seltener auftritt.
Welche unbeabsichtigten Folgen kann Bestrafung im Alltag haben?
Eine Bestrafung kann unbeabsichtigt als Aufmerksamkeit erlebt werden. Wenn eine Person durch Fehlverhalten Aufmerksamkeit erhält, kann das Verhalten dadurch sogar häufiger auftreten.
Wie kann eine Unterrichtswiederholung die Motivation zur Hausaufgabenerledigung unbeabsichtigt beeinflussen?
Wenn die ganze Klasse die Hausaufgaben erneut bespricht, weil einige sie nicht erledigt haben, kann sich das für vorbereitete Lernende wie eine unnötige Wiederholung anfühlen. Andere Lernende könnten daraus schließen, dass sich die Vorbereitung nicht lohnt.
Was müssen Lehrkräfte bei der Anwendung operanter Konditionierung beachten?
Lehrkräfte sollten überlegen, welches Verhalten sie fördern oder reduzieren möchten und welche tatsächlichen Folgen ihr Handeln hat. Sie müssen auch unbeabsichtigte Lernwirkungen berücksichtigen.
Was versteht man unter Modelllernen?
Modelllernen ist eine Lernform, bei der Menschen neue Verhaltensweisen durch die Beobachtung anderer Personen oder dargestellter Modelle erwerben können.
Wer entwickelte die Theorie des Modelllernens maßgeblich?
Der Psychologe Albert Bandura entwickelte die Theorie des Modelllernens maßgeblich.
Worin unterscheidet sich Modelllernen von klassischer und operanter Konditionierung?
Beim Modelllernen kann eine Person lernen, ohne selbst unmittelbar die Konsequenzen des Verhaltens zu erfahren. Sie beobachtet, wie sich ein Modell verhält und welche Folgen dieses Verhalten hat.
Welche zwei Phasen unterscheidet Bandura beim Modelllernen?
Erstens den Erwerb und die Speicherung eines beobachteten Verhaltens. Zweitens die Frage, unter welchen Bedingungen das erworbene Verhalten tatsächlich gezeigt wird.
Warum sind innere Prozesse beim Modelllernen wichtig?
Lernende müssen das beobachtete Verhalten wahrnehmen, sich merken und innerlich verarbeiten. Ob sie es später zeigen, hängt unter anderem von ihrer Motivation und den erwarteten Konsequenzen ab.
Welche Arten von Modellen gibt es beim Modelllernen?
Reale Modelle, symbolische Modelle und imaginative Modelle.
Was ist ein reales Modell beim Modelllernen?
Ein reales Modell ist eine tatsächlich anwesende oder beobachtbare Person, deren Verhalten nachgeahmt werden kann, beispielsweise eine Lehrkraft oder eine Pflegefachkraft.
Was ist ein symbolisches Modell beim Modelllernen?
Ein symbolisches Modell wird beispielsweise durch einen Film, einen Text oder eine andere mediale Darstellung vermittelt.
Was ist ein imaginatives Modell beim Modelllernen?
Ein imaginatives Modell ist eine Person oder Verhaltensweise, die sich jemand in seiner Vorstellung ausmalt.
Müssen Lernende beim Modelllernen selbst belohnt werden, damit sie ein Verhalten übernehmen?
Nein. Lernende können ein Verhalten auch durch Beobachtung erwerben, ohne selbst belohnt zu werden. Die beobachteten Konsequenzen können jedoch beeinflussen, ob sie das Verhalten später zeigen.
Was bedeutet der hemmende Effekt beim Modelllernen?
Beobachtet eine Person, dass ein Modell für ein Verhalten bestraft wird, kann dies die Wahrscheinlichkeit verringern, dass sie das Verhalten selbst zeigt.
Was bedeutet der enthemmende Effekt beim Modelllernen?
Beobachtet eine Person, dass ein Modell für ein Verhalten belohnt wird oder keine negativen Folgen erlebt, kann dies Hemmungen abbauen und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie das Verhalten nachahmt.
Was untersuchte Albert Bandura in seinem Experiment mit der aufblasbaren Puppe?
Bandura untersuchte, wie Kinder aggressives Verhalten übernehmen und wie die beobachteten Konsequenzen für ein erwachsenes Modell beeinflussen, ob die Kinder das Verhalten später zeigen.
Wie beeinflussten die Konsequenzen für das erwachsene Modell Banduras Experiment?
Kinder, die ein belohntes, bestraftes oder folgenloses aggressives Verhalten beobachteten, zeigten das Verhalten anschließend unterschiedlich häufig. Eine Bestrafung des Modells verringerte die unmittelbare Nachahmung.
Was zeigt Banduras Experiment über den Unterschied zwischen Lernen und Verhalten?
Eine Person kann ein Verhalten gelernt haben, ohne es unmittelbar zu zeigen. Ob das Verhalten sichtbar wird, hängt unter anderem von der Motivation und den erwarteten Konsequenzen ab.
Wie lässt sich Modelllernen im Alltag beobachten?
Eine Person weiß nicht, wie ein Parkschein- oder Pfandautomat funktioniert. Sie beobachtet eine andere Person, die den Automaten erfolgreich bedient, und ahmt deren Vorgehen nach.
Welche Bedeutung hat Modelllernen für die pädagogische Praxis?
Lernende beobachten das Verhalten von Lehrkräften, Eltern und anderen Bezugspersonen. Deshalb können Erwachsene durch ihr eigenes Verhalten wichtige Vorbilder sein.
Warum ist Modelllernen für die berufliche Ausbildung wichtig?
Auszubildende können Arbeitsabläufe, Kommunikation und den Umgang mit schwierigen Situationen durch Beobachtung erfassen. Anschließend können sie das beobachtete Verhalten unter Anleitung selbst üben.
Was versteht man unter Neurodidaktik?
Neurodidaktik versucht, Erkenntnisse der Hirnforschung für didaktische Fragen und die Gestaltung von Unterricht nutzbar zu machen.
Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage beruht die Neurodidaktik?
Auf Erkenntnissen der Hirnforschung und der Neurobiologie.
Wie wird die Bedeutung der Neurodidaktik im Text bewertet?
Ihr Ergebnis ist umstritten. Viele ihrer Empfehlungen sind in pädagogischen Fachkreisen bereits bekannt.
Haben neurodidaktische Erkenntnisse grundlegend neue Unterrichtsempfehlungen hervorgebracht?
Laut Text meist nicht. Neurobiologische Ergebnisse stützen bekannte pädagogische Erkenntnisse wissenschaftlich, ohne grundsätzlich neue Empfehlungen zu liefern.
Welche Bedeutung haben reformpädagogische Konzepte für die Neurodidaktik?
Viele neurodidaktische Empfehlungen sind im reformpädagogischen Umfeld bereits erprobt, werden aber besonders im Sekundarbereich nicht immer angewendet.
Warum ist fachdidaktische empirische Forschung sinnvoll?
Weil Unterricht immer fachgebunden ist und Lernen, Verstehen und Lehren je nach Fach unterschiedliche Anforderungen stellen können.
Warum gibt es nach Erkenntnissen der modernen Unterrichtspsychologie keine vollständig allgemeinen Erkenntnisse über Lehren und Lernen?
Weil Erkenntnisse über Lehren, Lernen und Verstehen nicht unabhängig vom jeweiligen fachlichen Bereich gelten.
Welche Idee ergibt sich aus der stärkeren Bedeutung fachdidaktischer Forschung?
Die Idee, die Allgemeine Didaktik durch die Summe der Ergebnisse fachdidaktischer Lehr-Lern-Forschung zu ersetzen.
Warum kann die Allgemeine Didaktik nicht vollständig durch fachdidaktische Forschung ersetzt werden?
Weil Unterricht auch fachunabhängige Elemente enthält und Lehrkräfte weitere Kompetenzen benötigen, etwa Classroom Management, Kooperation und Schulentwicklung.
: Welche fachunabhängigen Kompetenzen benötigen Lehrkräfte neben Fachwissen und Fachdidaktik?
Unter anderem Classroom Management, Zusammenarbeit im Kollegium und Kompetenzen zur Schulentwicklung.
Was bedeutet Classroom Management?
Es bezeichnet die Gestaltung und Organisation des Unterrichts, damit Lernen ermöglicht und die Klasse sinnvoll geführt wird.
Welche Bedingungen sollte die empirische Lehr-Lern-Forschung zusätzlich untersuchen?
Sie sollte tiefgreifende kontextuelle Bedingungen untersuchen, die zum Gelingen oder Misslingen von Unterrichts- und Bildungsprozessen beitragen.
Warum kann empirische Forschung die Auswahl und Begründung von Bildungsinhalten nicht allein leisten?
Weil empirische Forschung untersuchen kann, wie Lernprozesse ablaufen, aber nicht allein normativ begründen kann, welche Inhalte bildungsrelevant sein sollen.
Worauf bauen konstruktivistische Didaktiken auf?
Auf erkenntnistheoretischen, lernpsychologischen und hirnphysiologischen Erkenntnissen.
An welche pädagogische Richtung schließen konstruktivistische Didaktiken methodisch an?
An reformpädagogische Konzepte.
Welche reformpädagogischen Gedanken finden sich in konstruktivistischen Didaktiken wieder?
Unter anderem Erfahrungslernen, entdeckendes Lernen, fächerübergreifendes Lernen und die Förderung der Selbsttätigkeit.
Was ist der Grundgedanke konstruktivistischer Didaktik?
Lernende konstruieren Wissen aktiv. Lehrkräfte können Lernprozesse anregen und unterstützen, aber Wissen nicht einfach unverändert übertragen.
Was versteht man unter eklektischer Didaktik?
Eine Didaktik, die unterschiedliche bestehende Ansätze und Theorien miteinander verbindet, statt nur einer einzigen Theoriefamilie zu folgen.
Welchen Anspruch erhebt die eklektische Didaktik?
Sie will Erkenntnisse verschiedener didaktischer Ansätze nutzen und miteinander verbinden.
Worin unterscheidet sich die eklektische Didaktik von einer Didaktik, die nur einer Theoriefamilie folgt?
Die eklektische Didaktik kombiniert verschiedene Ansätze, während eine einzelne Theoriefamilie ihre Überlegungen auf einen bestimmten theoretischen Zugang stützt.
Was ist Reformpädagogik und gegen welche Unterrichtsform richtete sie sich?
Die Reformpädagogik entstand als Gegenbewegung zum lehrpersonengesteuerten Unterricht der Herbartianer. Sie betonte die Aktivität, Entwicklung und Lebenswelt der Lernenden.
Welcher Grundgedanke steht bei der Reformpädagogik im Mittelpunkt?
Menschen entwickeln sich. Unterricht muss deshalb die Entwicklung, Lebenswelt und Lebensphase der Lernenden berücksichtigen.
Was bedeutet der Entwicklungsgedanke der Reformpädagogik für den Unterricht?
Nicht jede Veränderung kann durch Unterricht ausgelöst werden. Unterricht muss an die Entwicklung und Lebenssituation der Lernenden anschließen.
Welche Bedeutung hat die Selbsttätigkeit in der Reformpädagogik?
Lernende sollen möglichst selbstständig tätig werden und sich Wissen und Fähigkeiten aktiv aneignen.
Welche Reformpädagogin steht besonders für die Selbsttätigkeit des Kindes?
Maria Montessori (1870–1952).
Welche Aussage wird häufig mit Maria Montessori verbunden?
Hilf mir, es selbst zu tun.“
Was ist ein zentraler Grundgedanke der Montessori-Pädagogik?
Das Kind soll sich möglichst selbstständig entwickeln und durch eigene Tätigkeit lernen.
Welche Bedeutung hat Rudolf Steiner für die Reformpädagogik?
Rudolf Steiner (1861–1925) begründete die Waldorfpädagogik.
Was ist ein Grundgedanke der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners?
Schule soll an die Entwicklungsbedürfnisse der Lernenden anschließen und auf lebenslange Selbstbildung vorbereiten.
Was bedeutet der reformpädagogische Grundsatz „Menschen lernen ganzheitlich“?
Denken, Handeln und Sprechen gehören im Lernprozess zusammen.
Wie sollte Unterricht nach dem ganzheitlichen Lernverständnis gestaltet werden?
Unterricht sollte möglichst an Erlebnissen und der Lebenswelt der Lernenden anknüpfen und nicht nur nach Fächern getrennt sein.
Wogegen richtete sich Berthold Otto in seiner Reformpädagogik?
Berthold Otto (1859–1933) wandte sich gegen die traditionelle „Buchschule“.
Was bedeutet „Lernen ist Arbeit“ in der Reformpädagogik?
Lernen soll durch eigene Tätigkeit erfolgen und die Lernenden auf ihre aktive Teilnahme an Staat und Gesellschaft vorbereiten.
Welche Bedeutung hat Selbsttätigkeit beim reformpädagogischen Verständnis von Lernen als Arbeit?
Lernende sollen nicht nur Wissen aufnehmen, sondern selbst tätig werden und Fähigkeiten praktisch anwenden.
Was war Otto Scheibner (1877–1961) beim Lernen besonders wichtig?
Lernende sollen Techniken nicht nur kennen, sondern sie selbst praktisch ausüben können.
Welche Bedeutung hat Georg Kerschensteiner für die Reformpädagogik?
eorg Kerschensteiner (1854–1932) betonte den Arbeitsunterricht und griff Gedanken des didaktischen Modells von John Dewey auf.
Wo sollte nach Georg Kerschensteiner Arbeitsunterricht stattfinden?
Beispielsweise in Laboren, Schulküchen und Werkstätten.
Welche drei Grundgedanken kennzeichnen die Reformpädagogik?
1. Menschen entwickeln sich. 2. Menschen lernen ganzheitlich. 3. Lernen ist Arbeit.
Welche Bedeutung hatte John Dewey für die Reformpädagogik?
John Dewey (1859–1952) war ein wichtiger Vertreter der nordamerikanischen Reformpädagogik („Progressive Education“).
Welcher Begriff ist zentral für John Deweys Didaktik?
„Experience“, also Erleben und Erfahren.
Wie versteht John Dewey Lernen?
Lernen soll durch Erfahrung und eigenes Handeln erfolgen.
Was entwickelte John Dewey für den Unterricht?
Er entwickelte ein didaktisches Stufenmodell mit fünf Stufen, das von der Bestimmung des Problems bis zur praktischen Anwendung der Lösung reicht.
Was ist ein wichtiges Merkmal von Deweys Didaktik?
Lernen erfolgt über Erfahrung, Problemlösung und praktische Anwendung.
Wann endete die Hochphase der deutschen Reformpädagogik?
1933 mit der Übernahme der Regierungsgewalt durch Hitler.
Welche zwei reformpädagogischen Konzepte wirkten über 1945 hinaus?
Peter Petersens „Jena-Plan“ und Erich Wenigers „Didaktik als Theorie der Bildungsinhalte“.
Wer entwickelte den Jena-Plan?
Peter Petersen (1884–1952).
Wann wandelte Peter Petersen die Universitätsschule in Jena zur Jena-Plan-Schule um?
1923
Was ist ein zentrales Merkmal des Jena-Plans von Peter Petersen?
Gemeinschaftserziehung mit Lernen in jahrgangsübergreifenden Stammgruppen und Fachkursen.
Was sind Stammgruppen im Jena-Plan?
Jahrgangsübergreifende Lerngruppen, in denen Schülerinnen und Schüler gemeinsam lernen.
Wie lernen Schülerinnen und Schüler im Jena-Plan selbstständig?
Sie arbeiten unter anderem selbstständig mit Wochenplänen.
Wie wurden die Klassenräume im Jena-Plan bezeichnet?
Als „Schulwohnstuben“.
Welche Besonderheit gab es im Jena-Plan bei der Leistungsbewertung?
Es gab keine Ziffernnoten.
Was geschah mit Petersens Jena-Plan nach 1933?
: Petersen passte sein Konzept an die Positionen des Nationalsozialismus an.
Welche Veränderung nahm Peter Petersen nach 1933 an seiner Didaktik vor?
An die Stelle der Didaktik setzte er eine Führungslehre des Unterrichts.
Was ist an Petersens Umgang mit seinen Veränderungen nach 1933 problematisch?
Die Veränderungen wurden nach 1945 begrifflich gesäubert nachgedruckt, ohne dass Petersen die Änderungen kenntlich machte.
Welche Bedeutung hatte Erich Weniger (1894–1961) für die Didaktik?
Er entwickelte eine geisteswissenschaftliche Didaktik als Theorie der Bildungsinhalte.
Welche Bedeutung hatte Wenigers Didaktik während des Nationalsozialismus?
Seine geisteswissenschaftliche Didaktik spielte während der NS-Herrschaft keine bedeutende Rolle.
Welche Bedeutung gewann Erich Wenigers Didaktik nach 1945?
Sie gewann in der jungen Bonner Republik große Bedeutung.
Was wollte Erich Weniger mit seiner Didaktik erreichen?
Er wollte die verschiedenen, teilweise unverbundenen Lehr-Lern-Ansätze der Reformpädagogik zu einer Einheit zusammenführen.
Wie entsteht schulische Bildung nach Erich Weniger?
Schulische Bildung entsteht durch die Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden bei der gemeinsamen Erarbeitung von Inhalten.
Wie versteht Erich Weniger den Lehrplan?
Der Lehrplan ist ein ausgehandeltes Ergebnis gesellschaftlicher Kräfte wie Kirche, Wirtschaft und Wissenschaft.
Welche Rolle gibt Erich Weniger dem Staat bei der Lehrplanentscheidung?
Der Staat soll letztlich die Entscheidung über den Lehrplan treffen.
Welcher spätere Didaktiker knüpfte als Schüler an Erich Weniger an?
Wolfgang Klafki mit seiner bildungstheoretischen Didaktik.
Welche vier Theoriefamilien der Allgemeinen Didaktik unterscheidet Terhart?
Bildungstheoretische, lehrtheoretische, kommunikations- und interaktionstheoretische sowie konstruktivistische Ansätze.
Was kennzeichnet bildungstheoretische Ansätze?
Im Mittelpunkt stehen die Unterrichtsinhalte und deren bildende Wirkung auf die Lernenden.
Zu welcher pädagogischen Richtung gehören bildungstheoretische Ansätze?
Sie gehören zur geisteswissenschaftlichen Pädagogik.
Welche Aufgaben hat die Lehrkraft in bildungstheoretischen Ansätzen?
Sie wählt Inhalte aus, ordnet sie und erklärt sie unter Berücksichtigung der Lernvoraussetzungen und des Lehrplans.
Was ist das zentrale Ziel bildungstheoretischer Didaktik?
Die Begegnung mit Bildungsinhalten soll auf die Lernenden bildend wirken.
Was kennzeichnet lehrtheoretische Ansätze?
Unterricht wird als zweckrationale und erfolgskontrollierte Organisation von Lehr-Lern-Prozessen verstanden.
Was muss die Lehrkraft nach lehrtheoretischen Ansätzen planen?
Sie wählt passend zu den Lernvoraussetzungen Ziele, Inhalte, Methoden und Medien aus.
Welche Bedeutung hat die Erfolgskontrolle bei lehrtheoretischen Ansätzen?
Der ermittelte Unterrichtserfolg dient als Grundlage für die Planung des folgenden Unterrichts.
Welcher Zugang ist für lehrtheoretische Ansätze besonders wichtig?
Was untersuchen kommunikations- und interaktionstheoretische Ansätze?
Sie untersuchen Unterricht als soziale Situation und die Prozesse und Auswirkungen sozialer Interaktion im Klassenzimmer.
Wie wird Unterricht in kommunikations- und interaktionstheoretischen Ansätzen verstanden?
Unterricht wird als soziale Situation verstanden, die durch die beteiligten Personen, ihre Erfahrungen und ihre Meinungen gestaltet wird.
Was steht bei kommunikations- und interaktionstheoretischen Ansätzen im Mittelpunkt?
Die soziale Interaktion zwischen den Beteiligten und deren Auswirkungen auf den Unterricht.
Welche Form der Kommunikation wird in kommunikativen Didaktiken angestrebt?
Der kritischen Erziehungswissenschaft.
Was ist der Grundgedanke konstruktivistischer Ansätze?
Alles Wissen ist konstruiert und entsteht durch individuelle Konstruktionsprozesse.
Woran lässt sich Wissen nach konstruktivistischen Ansätzen überprüfen?
Nicht unmittelbar an einer objektiven Realität, sondern nur an anderem Wissen.
Welche Rolle haben Lehrende im Konstruktivismus?
Lehrende können Lernen nur anregen und Lernprozesse unterstützen.
Wie entstehen neue Entwicklungen in der Allgemeinen Didaktik?
: Durch die Annäherung an und Abgrenzung von benachbarten Disziplinen sowie durch die Übertragung und Integration von Erkenntnissen aus anderen Fachbereichen.
Womit beschäftigen sich die Allgemeine Didaktik und die empirische Lehr-Lern-Forschung?
Beide beschäftigen sich mit dem Lehren und Lernen, vor allem im schulischen Unterricht.
: Zu welchem Fachbereich gehört die empirische Lehr-Lern-Forschung?
Sie wird zur Pädagogischen Psychologie gerechnet.
Was untersucht die empirische Lehr-Lern-Forschung hauptsächlich?
Sie untersucht Lehr-Lern-Prozesse, insbesondere kognitive Lernprozesse und deren Einflussfaktoren.
Was sind kognitive Lernprozesse?
Es sind Vorgänge des Denkens und Erkennens, die beim Lernen stattfinden.
Welche Faktoren können kognitive Lernprozesse beeinflussen?
Motivation, Emotionen, Interesse und Situationseinflüsse.
Welche Ziele verfolgt die empirische Lehr-Lern-Forschung?
Sie will Lehr-Lern-Prozesse theoriegeleitet beschreiben, erklären und optimieren.
Welche zusätzlichen Aufgaben hat die Allgemeine Didaktik gegenüber der empirischen Lehr-Lern-Forschung?
Sie umfasst auch normative und operative Elemente.
Was bedeutet der normative Bereich der Allgemeinen Didaktik?
Er beschäftigt sich mit grundlegenden Wert- und Orientierungsfragen, etwa dem Menschenbild und dem gesellschaftlichen Bezug von Bildungsprozessen.
Welche Frage gehört zum normativen Bereich der Allgemeinen Didaktik?
An welchem Menschenbild sollen sich Bildungsprozesse orientieren und wie soll Lernen auf gesellschaftliche Probleme bezogen sein?
Was gehört zum operativen Bereich der Allgemeinen Didaktik?
Praktische Hilfen wie Fragelisten zur Unterrichtsvorbereitung und Schemata zur Unterrichtsgestaltung.
Wie unterscheiden sich Allgemeine Didaktik und empirische Lehr-Lern-Forschung?
: Die empirische Forschung untersucht und erklärt Lehr-Lern-Prozesse. Die Allgemeine Didaktik behandelt zusätzlich normative Fragen und praktische Hilfen zur Unterrichtsgestaltung.
Wie sollten sich Allgemeine Didaktik und empirische Lehr-Lern-Forschung zueinander verhalten?
Sie sollten sich ergänzen, weil sie unterschiedliche, aber miteinander verbundene Aufgaben erfüllen.
Wie hat sich das Verhältnis zwischen Didaktik und empirischer Forschung seit der Jahrtausendwende verändert?
Die Didaktik hat sich stärker der empirischen Forschung angenähert, vor allem in Form fachdidaktisch orientierter Lehr-Lern-Forschung.
: Was bedeutet „Domäne“ in der fachdidaktischen Lehr-Lern-Forschung?
Eine Domäne ist ein bestimmter fachlicher Bereich, beispielsweise Mathematik, Deutsch oder Biologie.
: Was kennzeichnet fachdidaktisch orientierte Lehr-Lern-Forschung?
Sie untersucht Lehren und Lernen innerhalb eines bestimmten Faches und nicht losgelöst von den jeweiligen Unterrichtsinhalten.
Wer gilt als Begründer der wissenschaftlichen Didaktik?
ohann Amos Comenius (1592–1670) gilt als Begründer der wissenschaftlichen Didaktik.
Was ist die zentrale Frage der Didaktik?
Die zentrale Frage ist, wie Menschen möglichst wirksam, verständlich und mit möglichst wenig Aufwand etwas lernen können.
Welche Gemeinsamkeit besteht zwischen moderner Ratgeberliteratur und Comenius?
Beide wollen zeigen, wie Unterricht besser gestaltet werden kann, sodass Lehrende weniger belastet werden und Lernende effektiver und mit mehr Freude lernen.
Was war der Anspruch von Comenius' „Großer Didaktik“?
Comenius wollte eine Methode entwickeln, mit der man „alle Menschen alles lehren“ kann – mit weniger Aufwand für Lehrende und größerem Lernerfolg.
Warum ist die Geschichte der Didaktik für heutige Lehrende wichtig?
Sie hilft dabei, vermeintlich neue didaktische Konzepte als Weiterentwicklungen oder Neuinterpretationen älterer Ansätze zu erkennen.
Wie wurde vor der Entstehung der wissenschaftlichen Didaktik gelehrt und gelernt?
Es gab bereits verschiedene Lehrformen, diese waren jedoch meist Bestandteile theologischer, philosophischer oder politischer Theorien und noch keine eigenständige wissenschaftliche Didaktik.
Welche Lehrmethode verwendete Sokrates?
Sokrates verwendete die Mäeutik. Dabei führte er Lernende durch Fragen und Dialoge selbstständig zu Erkenntnissen.
Was bedeutet Mäeutik?
Mäeutik bedeutet „Hebammenkunst“ oder „Geburtshilfe“. Gemeint ist eine Dialogtechnik, bei der Wissen beziehungsweise Erkenntnis durch gezielte Fragen „hervorgebracht“ wird.
: Welche Lehrweise war im Römischen Reich besonders wichtig?
m Römischen Reich spielte die rhetorische Lehrweise eine wichtige Rolle, weil die Fähigkeit zur freien und überzeugenden Rede besonders geschätzt wurde.
Was war die katechetische Unterweisung im Frühchristentum?
Die katechetische Unterweisung diente vor allem der Vermittlung religiöser Inhalte und des christlichen Glaubens.
Welche Funktion hatte die scholastische Methode im Mittelalter?
Die scholastische Methode sollte die Wahrheiten der Bibel und des christlichen Glaubens durch systematisches Fragen, Argumentieren und Ordnen verständlich und greifbar machen.
Was wollte Erasmus von Rotterdam mit seiner humanistischen Bildung erreichen?
Erasmus setzte unter anderem auf einen dialogorientierten Sprachunterricht und eine humanistische Bildung.
Was war das gemeinsame Problem der frühen Lehrformen vor der Didaktik?
Die Lehrformen waren noch keine eigenständige wissenschaftliche Didaktik, sondern Bestandteile übergeordneter theologischer, philosophischer oder politischer Theorien.
Wann entstand die Didaktik als eigenständiger Bereich?
Die entscheidende Entwicklung fand in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts statt. Wolfgang Ratke und Johann Amos Comenius hatten daran großen Anteil.
: Wer war Wolfgang Ratke?
Wolfgang Ratke (1571–1635), auch Wolfgangus Ratichius genannt, war ein deutscher Pädagoge und Bildungstheoretiker.
Was war Ratkes „Memorial“ von 1612?
Das „Memorial“ war ein bildungspolitisches Programm mit weitreichenden Forderungen zur Gestaltung von Schule und Unterricht.
Welche Ziele forderte Wolfgang Ratke 1612?
Ratke forderte unter anderem eine allgemeine Schulpflicht sowie eine gleichberechtigte Bildung von Jungen und Mädchen in ihrer Muttersprache.
Warum war Ratkes Forderung nach Unterricht in der Muttersprache bedeutsam?
Er wollte Bildung für alle zugänglich machen und den Unterricht nicht nur auf gelehrte Sprachen wie Latein beschränken.
Wann veröffentlichte Comenius seine „Große Didaktik“?
Comenius veröffentlichte die „Große Didaktik“ zunächst 1633 auf Tschechisch. 1657 erschien sie als „Didactica magna“ auf Latein.
Welches Ziel verfolgte Comenius mit der „Großen Didaktik“?
Er wollte eine vollständige Kunst des Lehrens entwickeln, mit der alle Menschen alles lernen können und Unterricht für Lehrende und Lernende wirksamer wird.
Warum gilt Comenius als Begründer der Didaktik?
Er entwickelte Didaktik zu einer eigenständigen systematischen und wissenschaftlichen Theorie des Lehrens und Lernens.
: Welches wichtige Schulbuch veröffentlichte Comenius 1658?
Comenius veröffentlichte 1658 das „Orbis sensualium pictus“, das als erstes europäisches Schulbuch gilt.
Was war Comenius' grundlegende Vorstellung von Bildung?
Comenius wollte durch Bildung die Welt verbessern und Menschen dazu befähigen, die göttliche Ordnung der Schöpfung zu erkennen und ihr Leben danach auszurichten.
Welche religiöse Vorstellung beeinflusste Comenius' Pädagogik?
Comenius war Bischof und ging davon aus, dass Menschen durch eine bessere Form des Unterrichts Gottes Schöpfungsplan in der Natur erkennen können.
Welche politische Bedeutung hatte Comenius' Bildungsidee?
Seine Bildungsidee diente nicht nur der individuellen Entwicklung, sondern konnte auch zur Weiterentwicklung und Stabilisierung gesellschaftlicher Herrschaft beitragen.
Welche Bedeutung hatten Schule und Unterricht bei Ratke und Comenius?
Schule und Unterricht bildeten bei beiden das Zentrum der Erziehung.
Welche Pädagogen der Aufklärung werden im Text genannt?
Johann Bernhard Basedow (1724–1790) und Ernst Christian Trapp (1745–1818) werden als wichtige deutsche Pädagogen der Aufklärung genannt.
Welches Ziel hatte Erziehung für die Pädagogen der Aufklärung?
Erziehung sollte nicht hauptsächlich religiösen oder individuellen Zielen dienen, sondern zum gesellschaftlichen Fortschritt beitragen.
Welche Vorstellung vom Lernen hatten die Pädagogen der Aufklärung?
Sie gingen davon aus, dass Menschen besonders durch Sehen, Beobachten und eigene Erfahrungen lernen.
: Was bedeutet die Verbindung von Schule und Leben bei den Aufklärungspädagogen?
Schule sollte nicht vom wirklichen Leben getrennt sein. Unterricht sollte an der Lebenswelt und an praktischen Erfahrungen der Lernenden anknüpfen.
Welche Bedeutung erhielt die Nützlichkeit von Bildungsinhalten in der Aufklärung?
Nützlichkeit wurde zu einem wichtigen Kriterium für die Auswahl von Bildungsinhalten.
Welche Medien sollten nach den Pädagogen der Aufklärung das Lernen unterstützen?
Modelle, Globen und Bücher sollten zwischen den Lernenden und ihrer Lebenswelt beziehungsweise der Welt vermitteln.
Was ist Basedows „Elementarwerk“?
Das „Elementarwerk“ erschien 1774 und gilt als bedeutendes didaktisches Werk der Aufklärung. Es war ein illustriertes Schülerbuch mit einem dazugehörigen Methodenbuch für Lehrende.
Welche Bedeutung hatte Basedows „Elementarwerk“?
Es verband Bildungsinhalte mit anschaulichen Darstellungen und methodischen Hinweisen für Lehrende.
Was wollte Ernst Christian Trapp mit seiner Unterrichtslehre erreichen?
rapp wollte eine empirische Unterrichtslehre entwickeln, die auf Erfahrungen beruht und verschiedene Lehrmethoden und Unterrichtsprinzipien systematisch beschreibt.
Was bedeutet „empirische Unterrichtslehre“ bei Trapp?
Eine empirische Unterrichtslehre basiert auf Erfahrungen und Beobachtungen und versucht daraus Erkenntnisse über erfolgreichen Unterricht zu gewinnen.
Wer gilt im 19. Jahrhundert als Vordenker der Unterrichtsmethodiker?
Johann Friedrich Herbart (1776–1841) gilt als wichtiger Vordenker der Unterrichtsmethodiker.
Von welcher Grundannahme ging Herbart aus?
Herbart ging von der „Bildsamkeit des Menschen“ aus. Menschen können sich durch Erziehung und Bildung entwickeln.
Wie beschreibt Herbart die Rolle der Lernenden?
Lernende sollen handelnd und denkend, fragend und antwortend sowie forschend und ordnend in ihrer Umgebung tätig sein.
Was bedeutet Herbarts Konzept des „erziehenden Unterrichts“?
Unterricht soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern gleichzeitig zur Erziehung und Persönlichkeitsbildung beitragen.
Wie war Herbarts ursprüngliches Unterrichtskonzept organisiert?
Herbarts ursprüngliches Konzept war stark auf den einzelnen Lernenden ausgerichtet und sah einen individuellen Unterricht durch einen Lehrer vor.
Wer waren die Herbartianer?
Herbartianer waren Pädagogen, die Herbarts Ansätze weiterentwickelten. Zu den wichtigen Vertretern gehörten Tuiskon Ziller und Wilhelm Rein.
Wie veränderten die Herbartianer Herbarts ursprünglichen Ansatz?
ie übertrugen seine Ideen auf das staatliche Pflichtschulsystem und den Klassenunterricht. Dabei wurden methodische Führung und standardisierte Unterrichtsabläufe besonders wichtig.
Was ging bei der Weiterentwicklung durch die Herbartianer verloren?
Die ursprüngliche Orientierung Herbarts an den individuellen Interessen einzelner Lernender ging teilweise verloren.
Was sind die Formalstufen des Unterrichts?
Die Formalstufen sind ein festgelegtes Schema zur Strukturierung von Unterricht. Sie wurden besonders von Tuiskon Ziller und Wilhelm Rein weiterentwickelt.
Welche fünf Formalstufen entwickelte Tuiskon Ziller?
Die fünf Formalstufen nach Ziller sind:
Analyse
Synthese
Assoziation
System
Methode
Was bedeutet die Formalstufe „Analyse“ nach Ziller?
Bei der Analyse wird an bereits Bekanntes angeknüpft. Vorwissen der Lernenden wird aktiviert.
Was bedeutet die Formalstufe „Synthese“ nach Ziller?
Bei der Synthese wird der neue Unterrichtsinhalt erklärt und eingeführt.
Was bedeutet die Formalstufe „Assoziation“ nach Ziller?
Bei der Assoziation werden bereits bekannte Inhalte mit dem neuen Lernstoff verbunden.
Was bedeutet die Formalstufe „System“ nach Ziller?
Beim System wird der neue Inhalt fachwissenschaftlich eingeordnet und in einen größeren Zusammenhang gebracht.
Was bedeutet die Formalstufe „Methode“ nach Ziller?
Bei der Methode wird das Gelernte geübt und angewendet.
Welche fünf Stufen entwickelte Wilhelm Rein?
Reins Stufen sind:
Vorbereitung bzw. Vorbesprechung
Darbietung
Verknüpfung
Zusammenfassung bzw. Ordnung
Anwendung
Wie ähneln sich Zillers und Reins Formalstufen?
Beide Modelle folgen einer ähnlichen Logik: Vorwissen aktivieren, neuen Inhalt vermitteln, mit Bekanntem verbinden, ordnen und anschließend anwenden bzw. üben.
Was ist der Unterschied zwischen Herbarts ursprünglichen Artikulationsstufen und den Formalstufen der Herbartianer?
Herbarts Stufen waren lernzentrierter und variabler. Ziller und Rein machten daraus ein stärker festgelegtes Unterrichtsschema.
Welche Entwicklung zeigt sich von Herbart zu den Herbartianern?
Aus einem stärker lernendenorientierten und variablen Ansatz entwickelte sich ein systematisches, stärker lehrerzentriertes Unterrichtsmodell mit festen Abläufen.
Welche Entwicklung der Didaktik zeigt der Text insgesamt?
Die Didaktik entwickelte sich von frühen philosophischen, theologischen und politischen Lehrformen über Comenius' wissenschaftliche Didaktik und die Erfahrungsorientierung der Aufklärung hin zu systematischen Unterrichtsmethoden des 19. Jahrhunderts.
Wie kann man die Entwicklung der Didaktik vor 1900 zeitlich zusammenfassen?
Antike: Sokrates und Mäeutik → Mittelalter: religiöse und scholastische Unterweisung → 17. Jahrhundert: Ratke und Comenius → 18. Jahrhundert: Aufklärung → 19. Jahrhundert: Herbart, Ziller und Rein.
Welche zentrale Veränderung brachte die Aufklärung für die Didaktik?
Lernen wurde stärker mit Erfahrung, Beobachtung, Lebenswelt und gesellschaftlichem Nutzen verbunden.
Welche zentrale Veränderung brachte Comenius für die Didaktik?
Comenius machte die Didaktik zu einer systematischen wissenschaftlichen Theorie des Lehrens und Lernens und strebte nach einer allgemein gültigen Methode des Unterrichtens.
Welche zentrale Veränderung brachte Herbart für die Didaktik?
Herbart verband Unterricht mit Erziehung und betonte die Bildsamkeit des Menschen sowie die aktive geistige Auseinandersetzung der Lernenden mit ihrer Umwelt.
Welche zentrale Veränderung brachten Ziller und Rein?
Sie systematisierten Unterricht durch feste Formalstufen und übertrugen Herbarts Gedanken auf den Klassenunterricht des staatlichen Pflichtschulsystems.
Was ist die wichtigste Kritik an der Entwicklung zu den Herbartianern?
Die ursprünglich stärkere Orientierung an den individuellen Interessen und der variablen Lernaktivität der Schülerinnen und Schüler ging durch die festen Unterrichtsschemata teilweise verloren.
Welche Gemeinsamkeit verbindet die verschiedenen didaktischen Ansätze im Text?
Alle Ansätze beschäftigen sich mit der Frage, wie Lehren und Lernen sinnvoll und wirksam gestaltet werden können.
Was ist die wichtigste Erkenntnis aus der Einführung in die Didaktik?
Viele heutige didaktische Ideen sind nicht völlig neu. Zahlreiche aktuelle Empfehlungen greifen Fragen und Lösungen auf, die bereits frühere Pädagogen beschäftigt haben.
Welche Personen sollte man aus diesem Text für eine Prüfung besonders kennen?
Besonders wichtig sind:
Sokrates
Erasmus von Rotterdam
Wolfgang Ratke
Johann Amos Comenius
Johann Bernhard Basedow
Ernst Christian Trapp
Johann Friedrich Herbart
Tuiskon Ziller
Welche Begriffe sollte man aus diesem Text für eine Prüfung kennen?
Wichtige Begriffe sind:Didaktik, Mäeutik, Große Didaktik, Didactica magna, Elementarwerk, empirische Unterrichtslehre, Bildsamkeit, erziehender Unterricht, Herbartianer, Formalstufen, Analyse, Synthese, Assoziation, System und Methode.
Was ist der wichtigste Merksatz zur Entwicklung der Didaktik?
Von Sokrates' Dialog über Comenius' systematische Didaktik, die Erfahrungsorientierung der Aufklärung und Herbarts Unterrichtslehre entwickelte sich die Didaktik zunehmend zu einer eigenständigen Wissenschaft des Lehrens und Lernens.
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