1. Zählen Sie mindestens 5 Begriffe der Orientierungsrichtungen am menschlichen
Körper auf.
kranial - schädelwärts
kaudal - steißbeinwärts
superior - oben liegend
inferior - unten liegend
medial - zur Mitte hin
2. Welche Bewegungsrichtungen kennen Sie? Zählen Sie 5 von diesen auf.
Flexion - Beugung
Extension - Streckung
Rotation - Drehung
Elevation - Heben über Horizontale
Retroversion - Heben nach hinten
3. Wie lautet die Regel für Sofortmaßnahmen bei Sportverletzungen?
PECH - Regel
Pause – Eis – Compression – Hochlagern
P = Pause
Sofort Aktivität abbrechen, um weitere Schäden zu vermeiden.
E = Eis
Stelle sofort kühlen, um Schmerzen, Entzündungen, Schwellungen und Blutungen zu
lindern.
C = Compression
Durch Druck werden Blutergüsse und Ödeme eingedämmt und somit Schmerzen vermindert und der Heilungsverlauf unterstützt.
H = Hochlagern
Durch Hochlagern werden die Durchblutung und der Blutstau vermindert und Schwellungen und Schmerzen eingedämmt.
4. Wie kann man Sportverletzungen vorbeugen?
Richtiges Verhalten vor, während und nach dem Sport beachten Zur Vorbeugung sollten einige grundlegende Aspekte bedacht werden
1. Training so gestalten, dass es optimal auf körperlichen Bedingungen zugeschnitten ist. So werden Überlastungen vermieden, die zu Sportverletzungen führen können.
2. Training und Wettkampf ausreichend vorbereiten. Immer Aufwärmtraining und Stretching durchführen, um den Körper auf die folgende Belastung vorzubereiten.
3. Sportausrüstung Sportart anpassen - geeignete Schuhe beim Laufen oder richtige Schutzkleidung beim Eishockey.
4. Ausgewogen ernähren. Der Körper braucht und verbraucht bei Belastung viele Mineralien und Vitamine, um leistungsfähig zu bleiben. Notfalls sollten Mangelzustände durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ausgeglichen werden.
5. Wer krank ist oder war, wer eine Verletzung hatte, die noch nicht vollständig ausgeheilt ist und wer müde und unkonzentriert ist, sollte das Training diesen Gegebenheiten anpassen und entsprechend vermindern. Der Körper „denkt“ zuerst an seine Gesundheit und ist in diesen Fällen nicht so leistungsfähig wie unter normalen Bedingungen.
6. Falsche Techniken führen zu Fehlbelastungen und somit zu Verletzungen.
7. Trainingsaktivitäten, Alter u. allgemeinen (momentanen) Lebensstil den persönlichen Eigenschaften etc., d.h. mit einem Wort, der Konstitution anpassen.
8. Nach intensiven Trainingsprogrammen können fehlende und nicht ausreichende Erholungsphasen zu Verletzungen führen.
9. Vorsicht bei schlechten Wetterbedingungen (Glatteis, Tiefschnee etc.).
aufwärmen, speziell aufwärmen, Technik korrekt ausführen, adäquate Trainingskleidung/ Schuhe, richtige Ernährung, richtige Maß- und Zieleinstellung, individuelles Training, Pre-Stretch, ausreichend Regeneration
5. Nennen Sie die möglichen Gründe für Muskelverletzungen
schlecht aufgewärmt
Überschätzung
falsche Technik
übertriebenes Training
6. Welche Muskelverletzungen kennen Sie?
1. Muskelfaserriss / Zerrung
2. Atrophie / Hyptertrophie
3. Muskelkater
Muskelfaserriss / Zerrung
Überdehnung des Muskels -> immer dann, wenn die Anforderungen an den Muskel seine verfügbare Kraft übersteigt
z.B.: plötzliches Anhalten, Abbremsen (exzentrische Belastung), rasche Beschleunigung (konzentrische Belastung), Dreh- und Schlagbewegungen, Sprünge.
Tritt häufig an zweigelenkigen Muskeln auf.
Atrophie / Hyptertrophie
Muskelschwund (Atrophie), Muskelzuwachs (Hypertrophie)
Als Muskelatrophie bezeichnet man die Verschmälerung der Muskelfasern, wenn sie nicht beansprucht werden, zB.: bettlägerige Menschen, Gips
Muskelkater
Dabei handelt es sich um Mikroverletzungen (Mikroläsionen).
7. Was ist eine Luxation?
Bezeichnung:
Gelenkverrenkung (lat. Luxation bzw. Dislokation), Bänderzerrung (lat. Distorsion)
Ursachen:
Als Luxation oder Dislokation bezeichnet man die vollständige Auskugelung eines Gelenks. Sie wird meist von einem Gelenkkapselriss begleitet. Eine unvollständige Luxation bezeichnet man als Subluxation.
Vollständige Luxationen finden sich besonders häufig im Bereich von: Schulter, Ellenbogen, Finger und Kniescheibe. Subluxationen betreffen gewöhnlich Knie- oder Sprunggelenk und das Gelenk zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein (Akromioklavikulargelenk).
8. Was wissen Sie zum Thema Rückenschmerzen?
Hohlkreuz (lat. Hyperlordose)
Rundrücken (lat. Hyperkyphose)
Ursache: Die physiologischen Krümmungen der Wirbelsäule nach vorn bzw. hinten bilden sich in der Kindheit aus. Durch Fehlbelastungen während dieser Entwicklung und auch im Erwachsenenalter können sich diese Krümmungen (Halslordose, Brustkyphose und Lendenlordose) krankhaft verstärken. Es kann dann ein Hohlkreuz bei durch Fehlhaltung verstärkter Lendenlordose oder ein Rundrücken (Buckel) bei stärkerer Brustkyphose entstehen.
Anzeichen / Symptome: Solche Fehlhaltungen begünstigen ferner das Auftreten von chronischen Rückenschmerzen, vor allem im LWS-Bereich.
Behandlung / Vorbeugung: Rückenschule: Um solche Wirbelsäulenbeschwerden und -schäden zu verhindern, hat jede/r ein Stück weit selbst in der Hand: Um den Rücken nicht falsch zu belasten, muss dieser z.B. durch richtiges Hebeverhalten geschont werden; durch Gymnastik können die Rückenmuskulatur trainiert und die Wirbelsäule beweglich gehalten werden.
Eine solche Rückenschule sollte früh beginnen: So ist schon im Kindesalter auf möglichst viel Bewegung und das Vermeiden von Fehlbelastungen, z.B. durch einseitiges Tragen der Schultasche, zu achten. Solche Vorsichtsmaßnahmen gelten auch für Ältere: Darf beispielsweise ein/e Patient/in wegen einer Fraktur im Beinbereich oder anderer Einschränkungen die Beine nicht voll belasten, so muss er / sie mit Gehhilfen die für den Rücken (und damit für den gesamten Körper) günstigste Alternative wählen.
Kann oft mit Nierenschmerzen verwechselt werden.
9. Erklären Sie die Superkompensation.
Prinzip der optimalen Relation von Belastung und Erholung
Das Prinzip der Superkompensation besagt, dass der Körper nach einer Trainingsbelastung nicht nur die Bereitschaft zur Erbringung des gleichen Leistungsniveaus wiederherstellt, sondern im Verlauf der Erholung (Regeneration) die Leistungsfähigkeit über das ursprüngliche Niveau hinaus steigert und über einen bestimmten Zeitraum auf diesem Niveau hält (vgl. Abbildung).
Wird dieses höhere Leistungsniveau jeweils für die neue Trainingseinheit genutzt, kommt es zu einer über einen längeren Zeitraum anhaltenden, aber nach oben begrenzten Leistungssteigerung. Ist die Regenerationsphase zwischen Trainingsbelastungen zu groß, geht der Trainingseffekt wieder verloren. Wird hingegen zu viel und/oder zu intensiv trainiert, hat der Körper nicht genügend Zeit zur Regeneration und das Leistungsniveau sinkt (Übertraining).
Demnach kann man das schematische Modell der Superkompensation in 5 Phasen einteilen:
1. Ausgangszustand ist eine Selbstregulation (Homöostase).
2. Die Störung der Homöostase durch ein sportliches Training unter Einbußen der Leistungsfähigkeit. An dieser Stelle sinkt der Graph.
3. Die Erholungsphase, der Graph, erreicht wieder sein Ausgangsniveau.
4. Die Phase der überschießenden Wiederherstellung. In dieser Phase erreicht der Graph sein Maximum.
5. Da Adaptionen (Leistungsverbesserung) des Körpers reversibel sind, nimmt die Leistungsfähigkeit in der letzten Phase nach Erreichen des Maximums wieder langsam ab, sofern kein weiteres Training stattfindet.
Ziel ist es, durch richtige Abstimmung von Trainingsbelastungen und Regeneration die Leistungsfähigkeit zu steigern und ein Übertraining zu vermeiden.
10. Nennen Sie Ursachen für einen Bandscheibenvorfall.
Discusprolaps Bezeichnung: Bandscheibenvorfall (lat. Discusprolaps)
Ursache:
Unbegrenzte Fehlbelastungen hält die Bandscheibe nicht aus. Insbesondere schweres Heben in falscher Haltung kann dazu führen, dass sich der Nucleus pulposus der Bandscheibe durch eine Schwachstelle in seinem Fasermantel nach außen vorwölbt oder sogar austritt. Ein solcher Bandscheibenvorfall geschieht meist in Richtung Dornfortsatz, weil der Nucleus pulposus beim Heben in nach vorn gekrümmter Haltung immer nach hinten gedrückt wird.
Anzeichen / Symptome:
Meisten Bandscheibenvorfälle treten zwischen L4 und L5 bzw. L5 und S1 auf, da in diesem Bereich die Druckbelastung auf die Bandscheiben am größten ist. Wenn die vorgefallene Bandscheibe auf die dorsolateral von ihr austretenden Nervenwurzeln drückt, kommt es zur Druckschädigung der betroffenen Nervenabschnitte und damit zu starken Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Lähmungserscheinungen.
Behandlung / Vorbeugung:
Verschiedene Möglichkeiten, Bandscheibenvorfall zu behandeln:
Ist er mit Lähmungen verbunden, wird meist operiert. Jedoch kann man auch über eine Sonde ein Mittel injizieren, welches den Gallertkern verflüssigt, um ihn danach absaugen zu können. Die Bandscheibe sackt dadurch in sich zusammen, und die umgebenden Nerven werden nicht mehr komprimiert. In leichteren Fällen kann ein/e Patient/in durch Krankengymnastik, die gezielt die Rückenmuskulatur aufbaut, die Bandscheiben stabilisieren. Dies hilft auch, Rückfälle zu vermeiden. Oft lässt sich dadurch eine Operation verhindern.
Durch falsche Belastung oder Überbelastung wird der Nucleus der Bandscheibe nach hinten außen auf Nerven gedrückt und das verursacht Schmerzen. Meistens im LWS - Bereich.
11. Nennen Sie Anzeichen für Übertraining.
1. bleierne Müdigkeit
2. Lustlosigkeit
3. Konzentrations- und Rastlosigkeit
4. ausbleibender Leistungsanstieg
5. erhöhte Infektionsanfälligkeit
6. Gelenk- und Gliederschmerzen
7. ungewöhnlich starker Muskelkater
12. Was sind Ursachen für Übertraining?
Ursache liegt in einem Missverhältnis zwischen Belastungsintensität und Erholungsphase bzw. Erholungsfähigkeit, wobei beiden Faktoren nach derzeitigem Kenntnisstand die gleiche Bedeutung zukommen dürfte.
Kann auch an falscher Periodisierung liegen, falls man die Trainingsreize im Hinblick auf eine gewünschte Superkompensation in unpassenden (meistens zu dichten) Abständen gesetzt hat.
Werden Trainingsreize in optimaler Folge gesetzt, dann steigt die sportliche Leistungsfähigkeit kontinuierlich an. Werden Trainingsreize in der Phase der unvollständigen Erholung gesetzt, dann ergibt sich der Effekt der „summierten“ Wirksamkeit. Wie in der Abbildung ersichtlich, kann es bei dieser Trainingsmethode jedoch zum „Übertraining“ kommen, wenn es bei mehreren Trainingseinheiten hintereinander zu keiner vollständigen Erholung kommt (Matwejew).
13. Erklären Sie den Aufbau der Wirbelsäule.
14. Was versteht man unter dem Cervikal-Syndrom?
Handelt sich um schmerzhafte Verspannungen im Nackenbereich, die häufig in den Kopf ausstrahlen und im Alltag von Betroffenen sehr belastend sein können.
· Kopfschmerzen.
· Schwindel.
· Nackenschmerzen.
· Verspannungen.
· Schulterschmerzen.
· Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern.
15. Was versteht man unter einer Hyperkyphose?
Rundrücken
16. Was versteht man unter einer Hyperlordose?
Hohlkreuz
17. Was versteht man unter einer Skoliose?
Durch pathologische Wachstumsvorgänge kann die Wirbelsäule zur Seite hin verkrümmt wachsen. Diese Achsenabweichungen zur Seite werden Skoliosen genannt. Sie können in jedem Abschnitt der Wirbelsäule auftreten, meist ist jedoch die Brust- oder die Lendenwirbelsäule betroffen. Zu 90 % ist die Ursache unbekannt.
Ist die Skoliose ausgeprägt, kann man auch bei bekleideten Patient/inn/en eine Schiefhaltung des Oberkörpers bzw. Beckens erkenne.
Eine hochgradige Skoliose der Brustwirbelsäule kann den Brustraum derartig einengen, dass für die Atembewegungen nicht mehr genügend Platz bleibt.
Schwach oder mittelstark ausgeprägte Skoliosen werden mit Krankengymnastik und eventuell einem Korsett behandelt. Bei hochgradigen Skoliosen der BWS muss rechtzeitig operiert werden, um gefährliche Spätfolgen zu verhindern.
18. Beschreiben Sie das Ofenprinzip.
ENERGIEBEREITSTELLUNG DER MUSKULATUR
Phase 1:
Im Ofen: Papier + Spiritus
Wenn man einen Ofen anheizen möchte, soll das schnell gehen, also greift man zu leicht entflammbaren Stoffen wie z.B. Papier und etwas Spiritus. Beides brennt schnell, lodert kurz auf und erlischt sehr schnell wieder. Wir haben leider nicht sehr viel Papier und müssen sparsam damit umgehen!
Im Muskel: Kreatinphosphat + ATP Auf den Muskel übertragen wird dort Kreatinphosphat und ATP (Adenosintriphosphat) benutzt. Es ist sehr schnell verfügbar, die Speichergröße des ATP lässt allerdings nur eine Nutzung von ca. 3 Sekunden zu, dann ist der Speicher vorerst erschöpft.
Phase 2:
Im Ofen: Holz + Papier Um langfristig Wärme oder Energie aus der Flamme zu ziehen, braucht man einen zweiten Brennstoff, hier ist das Holz. Das Feuer hält so länger und gibt viel Wärme ab. Achtung: Wenn wir es zu schnell mit Holz versorgen, entsteht dabei zu viel Asche und Ruß, wir sollten also nur nach und nach Holz in den Ofen legen. Wir legen ab und zu immer noch etwas Papier hinzu, um möglichst alle Holzteile zum Brennen zu bekommen. Wir haben einiges an Holz und können eine lange Zeit damit heizen.
Im Muskel: Kohlenhydrate + ATP Dein Muskel benutzt in dieser Phase Kohlenhydrate (Glykogen), die dir viel Energie geben. Bei intensiver Belastung entsteht dabei allerdings ein Abfallprodukt, die Laktatsäure. Sobald die Muskulatur durch die Laktatsäure übersäuert wird, müssen wir die Leistung reduzieren oder eine Pause machen. Der Körper erzeugt währenddessen langsam weiteres ATP, das wir als Brennstoff nutzen können. Der Vorrat an Glykogen ist relativ groß und kann dich über lange Zeit hinweg mit Energie versorgen.
Phase 3:
Im Ofen: Holz und Kohle In dieser Phase benutzen wir deutlich weniger Holz, und nahezu kein Papier mehr. Wir fügen einen neuen Brennstoff hinzu, die Kohle! Die glüht unglaublich lange und es entsteht dabei wenig Ruß und kaum Asche. Durch langsames Hinzufügen von mehr Kohle, kann dieses Feuer fast unendlich lang brennen, da dein Vorrat an Kohle sehr groß ist.
Im Muskel: Glykogen + Fett
Während dir immer weniger Glykogen zur Verfügung steht, stellt der Körper deiner Muskulatur einen weiteren Energieträger bereit, das Fett. Dieser Energieträger kann dich durch seine Größe fast unendlich (80kg Sportler mit 12% Körperfett ca. 70.000 kcal Reserve) mit Energie versorgen. Bei diesem Vorgang wird nur sehr wenig ATP neu gebildet. Der Anteil an Fett, welcher zur Energiegewinnung verbraucht wird, wird mit der Dauer der Belastung immer höher, der Anteil an Glykogen immer niedriger.
19. Was versteht man unter Ursprung und Ansatz?
Diese Begriffe beziehen sich auf den Muskel.
Ursprung:
liegt proximal am unbeweglichen Knochen, Muskel kann fleischig oder sehnig entspringen
Ansatz:
liegt distal am beweglichen Knochen, Muskel kann fleischig oder sehnig ansetzen
Bei einer Kontraktion nähert sich der Ansatz dem Ursprung.
20. Erklären Sie den Aufbau einer Muskelfaser.
Der Hauptbestandteil der Muskelfaser sind Myofibrillen. Diese bestehen aus dicken und dünnen Myofilamenten (Myosin und Atkin). Die funktionellen Abschnitte sind durch Z-Scheiben begrenzt und werden Sakomere genannt. Die Muskelfasermembran heißt Sakolemm. Myosine bestehen aus Myosinköpfchen und -schwänzchen.
Die Schichten der Muskelfaser sind:
Endomysium - feiner Bindegewebsmantel, umhüllt einzelne Muskelfaser
Perimysium - stärkere Bindegewebssepten, fasst Muskelfaser zu Muskelbündel zusammen
Epimysium - äußere Bindegewebshülle
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