Zusammenwirken verschiedener Faktoren (multifaktoriell)
Vulnerabilitäts-Stress-Modell
genetische Veranlagung (biologische Vulnerabilität)
erhöhte Erregbarkeit des autonomen Nervensystems
erhöhte Sensibilität der Angstnetzwerke im Gehirn
temperamentbedingte Verhaltenshemmung
Erfahrungen
Kognitive Verzerrungen
Belastende Lebensereignisse
Was versteht man unter dem Vulnerablitäts-Stress-Modell? – Skript Phobien (Folie 17)
Liegt eine gewisse Vulnerabilität (Verletzbarkeit) vor und leidet der Patient unter Stress, kann die Störung ausbrechen.
Wie lassen sich Phobien unterteilen? – Skript Phobien (Folie 18)
isolierte Phobien (F40.2)
kombinierte Phobien (F40.0 Agoraphobie/ F40.1 Soziale Phobie)
Mit isolierten Phobien ist gemeint, dass sich die Angst auf einzelne, klar abgegrenzte Objekte bezieht
In Abwesenheit der Auslöser herrscht Symptomfreiheit
Jede Phobie hat ihren eigenen Namen und es gibt keine Grenzen, wovor man Angst haben kann
deutliche Furcht vor einem bestimmten Objekt / Situation
Reaktionen sind auf die konkreten Objekte / Situationen beschränkt
Vermeidung solcher Objekte / Situationen
Körperliche Reaktionen
Vegetative Symptome
Symptome im Thorax und Abdomen
Psychische Symptome
Anspannung
Leidensdruck/ Krankheitseinsicht
Einsicht, dass die Reaktion unverhältnismäßig ist
meist schon in der Kindheit / Jugend entstanden
Modelllernen durch Bezugspersonen
negative Erfahrungen
Symptombildung durch Verschiebung (Tiefenpsych.)
Konfrontationstherapien aller Art
systematische Desensibilisierung
Flooding
Hypnose
tiefenpsychologische Verfahren
Technik aus der Verhaltenstherapie, welch bei Phobien angewendet wird
Das Flooding ist eine Form der Konfrontationstherapie (durch Reizüberflutung)
Patient wird während der Therapie seinem Angstreiz ausgesetzt, so lange bis die Angst automatisch zurückgeht
Das „systematischer Desensibilisierung“ ist eine Form der Konfrontationstherapie, jedoch nicht Reizüberflutend wie beim Flooding
Man konfrontiert den Angstpatienten zwar mit Angstreizen, jedoch führt man den Patienten Schritt für Schritt an die Angst heran. Die erste Konfrontation würde man so konstruieren, dass die Angstreize nur minimal sind und über einen längeren Zeitraum die Intensität der Angstreize steigern
Oft als Platzangst = Angst vor offenen Plätzen bezeichnet (im Volksmund)
Agoraphobie ist eine Sammlung verschiedener zusammen wirkender Phobien:
Angst, das eigene Haus zu verlassen
Angst vor weiten Plätzen
Angst vor Menschenmassen
Angst davor, Geschäfte zu betreten
Angst vor Reisen mit weiter Entfernung
Menschenmengen
öffentliche Plätze
Reisen
Entfernung von Zuhause
Was können konkrete Auslöser einer Agoraphobie sein? – Skript Phobien (Folie 25)
Langanhaltende belastende Lebensereignisse:
Bsp. Trennung, Kündigung, Mobbing, Konflikte
Agoraphobie tritt häufig kombiniert mit der Panikstörung (F 41.0) auf
Zwänge und Depressionen treten ebenfalls komorbide auf
Welches ist das Hauptmerkmal der Agoraphobie? – Skript Phobien (Folie 25)
Hauptmerkmal ist das Vermeiden der ängstigenden Situationen (Meideverhalten)
Angst, keinen Fluchtweg zu haben
Angst, keine Hilfe zu bekommen
· Frauen sind deutlich häufiger betroffen
Angst vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen
Angst, im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen
Angst davor, sich peinlich zu verhalten
Angst davor, sich zu erniedrigen
Angst davor, in der Öffentlichkeit zu essen
Angst davor, Bekannte zu treffen
Angst davor teil einer Gruppe zu sein
Panikattacken sind zusätzlich möglich (F41.0)
Suizidalität
Substanzmissbrauch um Angst zu mildern (Benzos und weitere Beruhigungsmittel, Alkohol…)
Welche (auch körperlichen) Symptome sind typisch für die soziale Phobie? - Skript Phobien (Folie 32)
Erröten
Händezittern
Übelkeit / Angst sich zu erbrechen
Harndrang
Krankheitseinsicht ist vorhanden - die Betroffenen erkennen, dass ihre Reaktion übertrieben ist
Sämtliche ängstigende Situationen werden gemieden - bis zur sozialen Isolation
meist mit einem mangelhaften Selbstwertgefühl verbunden
Ich- Schwäche (Defizitmodell)
lernen am Modell
Beginn meist schon in der Jugend
Druck und Ansprüche aus dem Elternhaus tragen dazu bei (Angst vor erneuter Kritik und Beschämung)
falsche Glaubenssätze
Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen
kognitive Verhaltenstherapie
Selbstsicherheitstraining
Ressourcenstärkung
Reizkonfrontationstherapie
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