1. Wie funktioniert eine willkürliche Muskelkontraktion?
Eine Erregung (ein elektrischer Impuls) wird vom Zentralem Nervensystem aus (Gehirn, Rückenmark) als sogenanntes Aktionspotential über die Nerven in den Körper geleitet.
Trifft dort auf einen sogenannten "Effektor” => Muskel
Impuls veranlasst die Muskelzellen (Effektoren), sich zusammenzuziehen und sich so zu dehnen, was eben eine motorische/willkürliche Bewegung zur Folge hat.
Die Myosinköpfchen (wie Golfschläger) verhaken sich bei ATP-Zufuhr und ziehen das Atkin (Proteinmolekül) heran.
=> geschieht innerhalb kürzester Zeit mehrfach und bei ganz vielen Myofilamenten.
2. Was versteht man unter elektromechanischer Koppelung und dem Querbrückenzyklus und wie funktioniert dieser?
Ist der Zusammenhang zwischen dem Aktionspotential einer Muskelzelle und ihrer darauffolgenden Kontraktion. Das Aktionspotential ist ein elektrischer Impuls, die Kontraktion die mechanische Antwort darauf, daher der Begriff „elektromechanische Kopplung“.
Der Querbrückenzyklus beschreibt den intramuskulären Ablauf, bei dem durch eine Verkürzung der Sarkomere eine mechanische Kontraktion der Muskelfaser folgt. Er bildet die Grundlage der Gleitfilamenttheorie.
3. Welche Arten von Muskelfasertypen kennst du und wie unterscheiden sie sich? Nenne mindestens 5 Unterschiede.
2 Arten
=> Muskelfasertyp 1
=> Muskelfasertyp 2
tonisch - phasisch
aerob - anaerob
rot - weiß
langsam - schnell
ST - FT
Muskelfasertyp 1
= Slow-Twitch-Faser
=> bei Ausdauersportlern wie Marathonläufern oder Radsportlern
1. Kontraktionsgeschwindigkeit: langsam (slow twitch)
2. Leistungsdauer: mehrere Stunden
3. Energiebereitstellung: aerob (mit Sauerstoff)
4. Hauptenergiespeicher: Fette
5. Farbe: rot
Muskelfasertyp 2
=> verschiedene Typen, alle Typ-2-Muskelfasern sind
1. schnell zuckend (Fast-Twitch-Fasern)
2. kraftvoll
3. weiß
Muskelfasertyp 2a
=> bei Sprints und Kurzstreckenläufen
Er besitzt folgende Merkmale:
1. Kontraktionsgeschwindigkeit: moderat
2. Leistungsdauer: unter 30 Minuten
4. Hauptenergiespeicher: Kohlenhydrate/Zucker, Kreatin
Muskelfasertyp 2b
=> bei Gewichthebern
Typ 2b besitzt folgende Merkmale:
1. Kontraktionsgeschwindigkeit: sehr schnell
2. Leistungsdauer: unter 1 Minute
3. Energiebereitstellung: anaerob (ohne Sauerstoff)
4. Hauptenergiespeicher: ATP (Adenosintriphosphat), Kreatin
Muskelfasertyp 2x
=> bei Kraftausdauertraining
1. Kontraktionsgeschwindigkeit: schnell
2. Leistungsdauer: unter 5 Minuten
3. Energiebereitstellung: anaerob (ohne Sauerstoff
4. Hauptenergiespeicher: Kohlenhydrate/Zucker, ATP (Adenosintriphosphat), Kreatin
4. Definiere die Begriffe Konzentrik, Exzentrik und Isometrie!
Konzentrik = Widerstand wird überwunden zB Liegestütz, von Boden in den Stütz
Exzentrik = dem Widerstand wird nachgegeben zB vom Stütz zu Boden, Fmax
Isometrie = halten, keine Bewegung (isotonisch: in Bewegung)
5. Nenne mindestens 5 positive Effekte des Krafttrainings
1. erhöht den Stoffwechsel
2. Aufbau von Knochengewebe
3. Aufbau von Bindegewebe
4. verbessertes Kurzzeitgedächtnis
5. Schutz für Gelenke, Bänder und Sehnen
6. wirkt Muskelabbau im Alter entgegen
7. Voraussetzung für Ausdauersportarten
6. Nenne und definiere die 4 Kraftfähigkeiten
Fmax:
die Kraft, die das neuromuskuläre System bei einer maximalen, willentlichen Kontraktion ausführen kann.
Kraftausdauer:
die Fähigkeit, eine gegebene Kraftbelastung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten
Schnellkraft:
die Fähigkeit, einen möglichst hohen Impuls so schnell wie mögich zu entfalten
Reaktivkraft:
die Fähigkeit, die exzentrische Muskelaktion/ Phase zur Verstärkung der konzentrischen Phase zu nutzen
7. Von welchen Faktoren / Dimensionen ist die Kraft abhängig?
Muskelqualität
Muskelquantität
Kraftausdauer
schnelle Kontraktionsfähigkeit
reaktive Spannungsfähigkeit
8. Nenne die 5 Basismethoden, die den 5 Faktoren der Kraft zugeteilt sind inkl. sämtlicher Belastungsnormative (Wiederholungen, Sätze, Pausen, …)
Methode wiederholter, submaximaler Krafteinsatz bis zur Ermüdung - Hypertrophiemethode (Muskelqualität, Muskelquantität)
Intensität: 65% - 85%
Tempo: moderat
Wiederholungen: 8 - 12
Sätze: 3 - 5
Pause: ca. 3 Minuten
Methode explosiver, maximaler Krafteinsätze - IK Training (intramuskuläres Training)
Intensität: 95% - 100%
Tempo: maximal schnell
Wiederholungen: 1 - 2
Sätze: 2 - 5
Pause: mind. 3 Minuten
Methode explosiver, nicht maximaler Krafteinsätze, reaktive Spannungsfähigkeit, RK
Intensität: 30% - 50%
Wiederholungen: 6 - 12
Pause: mind. 2 Minuten
Methode reaktiver Krafteinsätze im Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus
Intensität: 100%
Tempo:
Wiederholungen: 10 - 12
Pause: 10 Minuten
Methode mittlerer Krafteinsätze mit hoher Wiederholungszahl, Ermüdungswiderstandsfähigkeit, Kraftausdauer
Intensität: 50%- 75%
Wiederholungen: 20 - 30
Sätze: 1 - 10
Pause: ca. 2 Minuten
9. Von welchen Faktoren / Dimensionen der Kraft ist die
Maximalkraft
Schnellkraft
Reaktivkraft
abhängig?
Fmax: Muskelqualität, Muskelquantität
Kraftausdauer: Fmax, Ermüdungswiderstandsfähigkeit
Schnellkraft: schnelle Kontraktionsfähigkeit, Fmax
Reaktivkraft: Fmax, Schnellkraft, reaktive Spannungsfähigkeit
10. Wie wird Krafttraining langfristig richtig aufgebaut (denke dabei an die Kraftpyramide)
Methode mittlerer Krafteinsätze mit hoher Wiederholungszahl
Methode submaximaler Krafteinsätze bis zur Ermüdung
a) Methode explosiver nicht maximaler Krafteinsätze
b) Methode explosiver maximaler Krafteinsätze
Methode reaktiver Krafteinsätze
1) Methode mittlerer Krafteinsätze mit hoher Wiederholungszahl,
=> Kraftausdauertraining – Ermüdungswiderstandsfähigkeit
2) Methode submaximaler Krafteinsätze bis zur Ermüdung, Maximalkraft – Muskelquantität
=> Muskelaufbau, Hypertrophie
3a) Methode explosiver nicht maximaler Krafteinsätze,
=> Schnellkraft – schnelle Kontraktionsfähigkeit
3b) Methode explosiver maximaler Krafteinsätze, Maximalkraft - Muskelqualität = willkürliche neuromuskuläre Aktivierungskraft
4) Methode reaktiver Krafteinsätze, Reaktivkraft – reaktive Spannungsfähigkeit, DV-Zyklus
Gesundheitsorientiertes Fitnesstraining: 1) und 2)
Bodybuilding: 1) – 3)
Leistungssport und leistungsorientiertes Fitnesstraining: 1) – 4)
Pyramidenprinzip
Unter dem Pyramidenprinzip versteht man den Aufbau von Trainingsgewichten und Wiederholungszahlen in einer pyramidenförmigen Struktur. Bei jedem Satz einer Übung werden die Gewichte gesteigert und die Wiederholungszahl herabgesetzt. Man kann das Pyramidenprinzip auch umkehren, die sog. reverse Pyramide. Da hierbei gleich mit hohen Gewichten trainiert wird, ist das Aufwärmen davor ein wichtiger Punkt.
Periodisierung / Zyklisierung
Da es im Gesundheits- und Fitnesssport keine Wettkämpfe gibt, braucht in der Trainingsplanung keine besondere Periodisierung bzw. Zyklisierung berücksichtigt werden. Es gilt allerdings einerseits, ausreichend lange bei einer Methode zu bleiben, um den gewünschten Anpassungseffekt zu erreichen, andererseits Deckeneffekte durch zu langes Beibehalten der gleichen Methode zu verhindern. Solange das Krafttraining nach dem Prinzip des fortlaufend adaptierten Krafttrainings (FAKT) gestaltet wird (laufende Anpassung des Gewichts, sobald mehr Wiederholungen geschafft werden, als für die jeweilige Methode vorgesehen), ist die Gefahr der Stagnation jedoch relativ gering. Speziell dann, wenn man wie bei jedem Trainingsprozess üblich Trainingsfrequenz u/o Trainingsumfang (anders ausgedrückt Sätze/Muskelgruppe/Woche) langsam steigert, siehe Tabelle.
11. Definiere die Begriffe intermuskuläre Koordination und intramuskuläre Koordination. Welche 3 Fähigkeiten bestimmen die intramuskuläre Koordination? Definiere auch diese!
intermuskuläre Koordination:
Zusammenspiel zwischen mehreren Muskelgruppen
intramuskuläre Koordination:
Zusammenspiele innerhalb eines Muskels
Rekrutierung:
motorische Einheiten haben unterschiedliche Erregungsschwellen; zuerst schalten sich die ST-Fasern ein (schwach, langsam, ausdauernd)
Sind diese ermüdet kommen FT-Fasern dazu, schnell und stark
Frequenzierung:
die Häufigkeit mit der eine motorische Einheit innerviert wird
Synchronisation: das zeitliche Zusammenspiel der motorischen Einheiten innerhalb eines Muskels
12. Was versteht man unter einem Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus?
ist die aktive Verlängerung der Muskulatur, unmittelbar gefolgt von der Kontraktion desselben Muskels.
Hierbei kommt es nach der Verlängerung (durch Körpergewicht oder andere Muskeln) zunächst zu einer exzentrischen, dann zu einer konzentrischen Kontraktion.
13. Was versteht man unter einer Grund- oder Komplexübung, was unter Isolationsübung? Nenne eine Grund- und eine Isolationsübung für den m. pectoralis major / m. quadrizeps femoris / m. deltoideus.
Komplexübung: mehrere Muskelgruppen werden gleichzeitig trainiert
Isolationsübung: es wird nur eine Muskelgruppe oder nur ein Muskelanteil trainiert
ICH RATE HIER NUR..... BITTE GERNE KORRIGIEREN
Isolationsübung für m. pectoralis major: weil man dadurch einen bestimmten Anteil dieses Muskels trainieren kann; kommt darauf an wie gleichmäßig ausgebildet man diesen Muskel möchte. Übung: ? Bankdrücken in bestimmten Winkel
Isolationsübung für quadrizeps femoris: dieser besteht aus 4 Muskeln, der stärkste Muskel übernimmt die meiste Arbeit, wenn ich nicht den rectus femoris, sondern lieber den vastus lateralis/ medialis/ intermedialis trainieren möchte ist eine Isolationsübung sinnvoll Übung: ?
Isolationsübung für den m. deltoideus: Um verschiedene Anteile des Muskels zu trainieren?
14. Welche Krafttrainingsmethoden kommen im Gesundheitsbereich zum Einsatz? Warum gerade diese und nicht die Restlichen?
Methode mittlerer Krafteinsätze bei hoher Wiederholungszahl, Kraftausdauer - Ermüdungswiderstandsfähigkeit
Methode submaximaler Krafteinsätze bis zur Ermüdung, Muskelquantität - Muskelaufbau
Andere Trainingsmethoden erfordern eine andere Einstellung, Willen, Trainingshäufigkeit, Ziel (geraten)
15. Wie ist das didaktische Vorgehen beim Einschulen eines Trainingsanfängers beim Krafttraining?
ich erkläre die Maschine
ich mache die Übung vor und erkläre sie
ich weise auf Fehler in der Ausübung hin
ich lasse den Anfänger die Übung machen und atme „mit“
ich korrigiere (verbal, anfassen) und kontrolliere dabei
16. Was ist beim Training mit Anfängern bei der Programmerstellung zu beachten?
weniger ist mehr
immer Ganzkörpertraining
an den Maschinen beginnen
mit komplexen Übungen beginnen
Intensität nach individuellem Empfinden wählen lassen
große Muskelgruppen vor kleinen
schwach entwickelte Körperpartien am Anfang
zum Ende hin einfachere Übungen
lieber weniger Übungen (6-12) und dafür absolut korrekte Ausführung
keine Überforderung
Motivation hochhalten
keinen Muskelkater provozieren
keine Verletzungen riskieren
17. Vergleiche apparatives Krafttraining mit freien Gewichten - wo liegen die jeweiligen Vor- und Nachteile?
Gute Fixierung an Maschinen
die Zielmuskulatur kann gut trainiert werden
in den Maschinen sind Exzenter eingebaut, dadurch wird die Widerstandskurve mit der Kraftkurve übereingestimmt - der Muskel wird über die gesamte Amplitude trainingswirksam belastet
hohe Verletzungsgefahr bei falscher Ausführung
andere Muskeln, welche mittrainiert werden könnten, werden vernachlässigt
bessere muskuläre Stabilisierung der Gelenke,
seitenalternierende Übungen steigern die Koordinationsfähigkeit
Muskel wird in unterschiedlichen Winkel belastet,
gründlichere Stimulation
Gelenke werden über ROM trainiert
bei einseitiger Verletzung kann die andere Seite trainiert werden
Kurzhanteln erfordern eine größere Anzahl an Hilfsmuskeln
Langhanteln sind die Eckpfeiler des Gewichttrainings -> aktivieren Agonist, Synergisten
Vielzahl von Stabilisatoren, um das Gleichgewicht und die symmetrische Bewegungsführung zu gewährleisten
18. Was versteht man unter Agonist / Synergist / Antagonist / Stabilisator? Erkläre die Begriffe anhand des Beispiels Ruderzug sitzend.
Agonist = Spieler -> hinterer Anteil des Deltoideus, Rückenstrecker, Bauchmuskulatur, Bizeps
Antagonist = Gegenspieler
Trizeps
Synergist = Unterstützer Stabilisator
Bänder, Sehnen
19. Was versteht man unter den Begriffen: Extension, Flexion, Lateralflexion, Abduktion, Adduktion? 20. Was versteht man unter dem Ursprung, was unter Ansatz eines Muskels? Nenne ein Beispiel.
1. Extension: Streckung
2. Flexion: Beugung
3. Lateralflexion: seitliche Beugung
4. Abduktion: Wegführen
5. Adduktion: Heranziehen
20. Was versteht man unter dem Ursprung, was unter Ansatz eines Muskels? Nenne ein Beispiel.
Ursprung: liegt proximal am unbeweglichen Knochen, fleischig oder sehnig
Ansatz: liegt distal am beweglichen Knochen, fleischig oder sehnig
Latissimus dorsi:
Ursprung:
Dornfortsatz 7-12 BWS
9-12 Rippe
Darmbeinkamm
Lumbalfaszie
Unterer Schulterblattwinkel
Ansatz:
Crista tuberculi humeri minoris
M. trapezius
Dornfortsatz 7 HWS
1-4 BWS
5-12 BWS
lat. Drittel der clavicula, Akromion, spina scapulae
Deltoideus
Ursprung: lat. Drittel der clavicula Akromion
unterer Rand der spina scapulae
Ansatz oberes Drittel, lat. prox. am Humerus
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