Buffl

05 - Trainigslehre Ausdauer

HF
by Hans-Peter F.

5. Erkläre den Begriff „VO2max“. Was ist der Unterschied zwischen absoluter und relativer VO2max und wie hoch ist die Relative bei untrainierten, jungen Männern und Frauen?

VO2max = Maß für

 

1.    die Sauerstoffdiffusion (Atmung)

2.    den Sauerstofftransport (Herz-Kreislauf) und

3.    die Sauerstoffverwertung (Muskelzelle)

 

im Ausbelastungszustand des Organismus.

 

Durch die Sauerstoffaufnahme wird die aerobe Energieflussrate im Organismus repräsentiert. Sie ist gewissermaßen das Bruttokriterium für die aerobe Ausdauer. Die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) gibt an, wieviel Sauerstoff der Körper im Zustand der Ausbelastung maximal pro Minute verwerten kann. Die Angabe erfolgt in Milliliter Sauerstoff pro Minute (ml O2/min).

 

 

Absolute VO2max

Die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit wird in der absolute VO2max (l/min) angegeben. Berechnet wird sie über das Herzminutenvolumen und die arteriovenöse Sauerstoffdifferenz. Da bei diesem Wert die Körpermasse aber nicht berücksichtigt wird, ist sie wenig aussagekräftig.

 

 

Relative VO2max

Daher wird die auf die Körpermasse bezogene relative maximale Sauerstoffaufnahme verwendet (Angabe in ml O2/min/kg Körpermasse), da ihre Aussagekraft bezüglich der Bewertung der Ausdauerleistungsfähigkeit für Sportarten, bei denen das Eigengewicht und/oder das Volumen des Körpers eine Rolle spielt (Laufen, Radfahren), höher ist. Die entsprechenden Werte sind so auch von Individuum zu Individuum besser vergleichbar.

 

 

Junge, gesunde Frauen ca. 35ml/kg/min

junge, gesunde Männer 45ml/kg/min.

HochleistungssportlerInnen im Ausdauerbereich erzielen in etwa die doppelte relative VO2max wie untrainierte.

6. Erkläre den Unterschied zwischen aerober und anaerober Energiegewinnung aus Kohlenhydraten und warum dies für die Trainingsplanung wichtig ist!

Aerob und anaerob - eine kurze Begriffserklärung


Ihre Muskulatur benötigt Energie, sonst kann sie nicht arbeiten.

·  zwei Arten der Energiegewinnung:

aerob =mit Sauerstoff

anaerob = ohne Sauerstoff.


Der Unterschied zwischen den beiden Arten liegt im Sauerstoffverbrauch bei der Energieumwandlung.


·  Die Energie für die Muskelarbeit wird durch Verbrennung von Kohlehydraten und Fetten gewonnen. Von einem aeroben Energiestoffwechsel spricht man, wenn dabei Sauerstoff verbraucht wird. Diese Art der Energiegewinnung findet über die roten Muskelfasern statt, da diese Sauerstoff aufnehmen. Aeroben Energiestoffwechsel findet bei niedrigen Trainingsbelastungen statt. Dazu zählt beispielsweise Schwimmen oder ein langsamer Dauerlauf.


·  Wird schnell und intensiv trainiert, etwa bei Krafttraining, Gewichtheben oder Sprints, kann nicht mehr ausreichend Energie über den aeroben Stoffwechsel gewonnen werden. Die Muskeln verbrauchen zu viel Energie in kurzer Zeit. Dann setzt der anaerobe Stoffwechsel ein. Dabei wandelt der Körper Kohlenhydrate durch Milchsäuregärung in Energie, hierbei fällt Laktat an. Im anaeroben Stoffwechsel kann der Körper Fette übrigens nicht verbrennen. Für die Fettverbrennung wird Sauerstoff benötigt. Die anaerobe Energiegewinnung findet in den weißen Muskelfasern statt, diese können ihr Volumen erhöhen.


·   Die Energieausbeute ist beim anaeroben Stoffwechsel weitaus geringer als beim aeroben Stoffwechsel. Zudem kann der Körper nicht über längere Zeit aus diese Weise Energie gewinnen. Das anfallende Laktat führt zu einer Übersäuerung der Muskeln. Als Folge fällt die Leistung schnell ab.

17. Vergleiche Vor- und Nachteile von submaximalen Tests und Ausbelastungstests. Welche Aussagen können anhand welcher Tests getroffen werden?

Submaximale Ausdauertests

 

Der große Vorteil von submaximalen Ausdauertests liegt in der Tatsache begründet, dass sie auch ohne vorherige ärztliche Sportfreigabe durchgeführt werden können. Durch den Verzicht auf die Ausbelastung geht die Gefahr für Komplikationen gegen null. Zudem sind submaximale Tests weit weniger von Motivationslage und Tagesverfassung des Kunden beeinflusst. Untenstehend eine Auswahl an einfach durchführbaren, submaximalen Tests.

 

Aus submaximalen Tests lassen sich aufgrund der Tatsache, dass die maximale Herzfrequenz (auch bei gleichem Geschlecht, Alter und Trainingszustand) sehr stark streut, weder HF-Intensitätsbereiche noch adäquate Trainingsumfänge ableiten. Die Leistungsfähigkeit von Niedrigpulsern wird bei solchen Tests stets überschätzt, während Hochpulser immer schlechter aussehen, als sie es sind. Diese Art von Tests ist seriöserweise rein zur extrem groben Einstufung und Verlaufskontrolle geeignet! Speziell zur Verlaufskontrolle sind sie jedoch im Gesundheits-/Fitnessbereich sehr gut einsetzbar.

 

 

Ausbelastungstests

 

Der große Vorteil von Ausbelastungstests liegt darin, dass eine tatsächliche maximale Herzfrequenz ermittelt wird – die absolut notwendige Basis für die seriöse Ermittlung von Herzfrequenz-Trainingsbereichen. Zudem kann die ermittelte Leistungsfähigkeit dazu verwendet werden, um den Kunden in Relation zur Norm einzuordnen, was wieder Rückschlüsse auf den passenden Trainingsumfang zulässt.

 

 

Beachte:

Da eine höhere Intensität auch immer mit höherer Gefahr von Komplikationen einhergeht, dürfen Ausbelastungstests jedoch erst nach uneingeschränkter ärztlicher Sportfreigabe erfolgen! Einen Kunden ohne ärztliche Freigabe auszubelasten, wird gerade bei älteren oder völlig untrainierten Personen im Ernstfall vor Gericht als grobe Fahrlässigkeit erachtet und führt somit zu einer Verurteilung!

Des Weiteren sind Ausbelastungstests deutlich stärker von der aktuellen Motivationslage und Tagesverfassung des Probanden abhängig.

20. Erkläre die Durchführung des Conconi-Tests und welche Informationen man aus den Ergebnissen ablesen kann.

Der Conconi-Test ist eine Methode, um für das Ausdauertraining die individuelle Herzfrequenz und Belastungsintensität im Sinne physikalischer Leistung – gemessen an der Trainingsgeschwindigkeit – an der anaeroben Schwelle festzustellen.

 

 

Durchführung:

 

Grundlegend für die Durchführung ist ein gleichmäßiges, schrittweises Erhöhen der Belastungsstufen. Das Tempo ist zu Beginn langsam und entspannt und wird in jeder Stufe erhöht (z. B. beim Laufen alle 200 Meter um 0,5 km/h oder beim Radfahren alle zwei Minuten um jeweils 1 km/h oder am Ergometer um 10 bis 20 Watt). Es ist vorteilhaft die Stufenlänge so zu wählen, daß die Herzfrequenz genügend Zeit hat sich anzupassen. 1 min sollte dabei ausreichend sein, kürzer kann problematisch werden, da die Herzfrequenz meistens zwischen 15sec und 45sec braucht, um auf eine Leistungsänderung zu reagieren und ihren Endwert zu erreichen.

Eine andere Möglichkeit beim Ergometer-Test ist die Arbeit – das Produkt aus Leistung und Zeit – konstant zu halten. Daraus leitet sich die angegebene Marschtabelle für den Ergometer-Test ab. Die Herzfrequenz wird kontinuierlich gemessen und in jeder Stufe aufgezeichnet. Erst wenn der Proband seine Leistung nicht mehr erhöhen kann, wird der Test abgebrochen. Der Conconi-Test wird überwiegend in Ballspielsportarten verwendet, da er gleichzeitig mit einer ganzen Mannschaft durchgeführt werden kann.

 

Als Ergebnis erhält man zwei verschiedene Werte, welche für das weitere Training genutzt werden können. Zum einen kann man die Herzfrequenz, zum anderen die Geschwindigkeit an der aerob-anaeroben Schwelle bestimmen.

 

 

Möglichkeiten:

 

1. Lauftest – Outdoor

2. Lauftest – Laufband

3. Radergometertest

 

Deflektionspunkt

Dieser Bereich liegt bei ca. 100- 180 Schläge/ Minute. Wird die Belastung weiter erhöht, kommt es zu einer Abflachung des Kurvenverlaufs. Dieser Punkt, an dem die Kurve abflacht wird Deflektionspunkt genannt und bestimmt die anaerobe Schwelle




Author

Hans-Peter F.

Information

Last changed