Normal hat nicht nur eine Definition
statistisch häufig
Biologisch funktional
Sozial üblich/erwartet
Wünschenswert oder erstrebenswert
Christopher Boorse: funktionaler bio-statistischer Krankheitsbegriff + Kritik daran
Gesundheit ist die vollständige Abwesenheit pathologischer Zustände
Kritik:
er versucht alle Normation rauszunehmen
Es ist ein rein theoretischer Krankheitsbegriff
Stellt Normalität in den Mittelpunkt
Eine statistische Auswertung setzt die Sortierung in Pathologisch und physiologisch voraus
Welche empirisch beobachtbaren Vorgänge sind speziestypische Funktionen?
Funktion bedeutet, dass der physiologische Vorgang einen Beitrag dazu leistet, dass der Organismus überlebt oder sich fortpflanzt
Bsp: die abwechselnde Kontraktion und Expansiond es Herzmuskels:
eine fliesbewegung des Blutes wird bewirkt (Funktion)
Bestimmte akustische Phänomene werden bewirkt (keine Funktion)
Dass sie in manchen Fällen Rupture eines Aneurysmas und damit eine innere Blutung bewirkt, ist eine nachteilige Wirkung (dysfunktional)
Diese Vorgänge sind polyvalent und insgesamt typisch für den menschlichen Organismus. Es ist unmöglich ein Speziesdesign anzugeben, das nur aus funktionalen Vorgängen bestünde. Die Theorie ist tirkulär, da sie Normalität bereits bei der Beschreibung voraussetzt.
Kritik und Korrektur durch Hucklenbroich
rekonstruktiv
Medizinische Krankheitslehre: Krankheiten, ihr Ursachen, Verläufe und Folgen
Welche Merkmale und Verläufe begründen die Krankhaftigkeit eines Zustandes?
Einordnung anhand eines Systems von Krankheitskriterien und des Zusammenhangs einer Krankheitsentität
Statistische Normalität erhält ihre Bedeutung erst auf Grundlage bereits bestimmter Krankheitskriterien
Eine objektive Rekonstruktion von Krankhaftigkeit, unabhängig von bloßen sozialen Missbilligungen
Wie werden die Krankheitskriterien begründet, und in welchem Sinne sind sie objektiv?
Nordenfelt
setzt handlungstheoretisch an
Eine Person ist dann gesund, wenn sie unter gegebenen Standardbedingungen ihrer Umwelt die Fähigkeit hat, die eigenen vitalen Lebensziele zu verwirklichen
Vitale Lebensziele betreffen die Voraussetzungen eines auf Dauer minimal zufriedenstellenden Lebens
Es geht also um die in einer Person liegenden (physischen/psychischen) Voraussetzungen, ein gelingendes Leben zu führen
Auch Nordenfelt geht es um Abwehr eines rein subjektiven Gesundheitsverständnisses
Gesundheit ist nicht identisch mit Wohlbefinden (well-being)
Gesundheit ist kein Selbstwert, sondern wird in ihrer Bedeutung für die Personen betrachtet: ermöglicht oder schränkt ein Gesundheitszustand das Vermögen ein, vitale Ziele zu befolgen?
Der Verweis auf STandardbedingungen grenzt Gesundheit von anderen Hindernissen ab: was sind störende oder ungerechte Umweltbedingungen?
Unterschied zu Boorse:
Bei Nordenfelt hängt die Definition an der Handlungsfähigkeit, bei Boorse an der biologischen Funktionsfähigkeit. Bei Boorse ist es dann auch Unabhängig von subjektiver Zufriedenheit und sozialer Missbilligung
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