Belastungsstörungen sind psychische Reaktionen auf außergewöhnliche oder belastende Lebensereignisse
D.h, spricht man nur von einer Belastungsstörung, wenn es einen konkreten Auslöser, gibt (Diagnose nur dann möglich)
Ereignisse konnten nicht richtig verarbeitet werden
Bei Belastungsstörungen eher traumatische Ereignisse im Vordergrund
unter einer Belastung versteht man äußere oder innere Anforderungen, die als herausfordernd, bedrohlich oder überfordernd erlebt werden.
individuell sehr unterschiedlich was als belastend wahrgenommen wird
Erst wenn die Belastung die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten übersteigt und anhaltende Beschwerden verursacht
Belastende Situationen können daher vielfältig sein:
positiv wie negativ
selbst gewählt oder aufgezwungen
klein oder gewaltig
F43.0 Akute Belastungsreaktion (früher auch als Schock bekannt)
F43.1 Chronische Belastungsstörung (PTBS)
Reaktion von psychisch gesunden Menschen auf eine außergewöhnliche Belastung
Dauer maximal 2 – 3 Tage, meist nur wenige Stunden
vegetative Symptome (Schwitzen, Zittern, Herzrasen usw.)
Gefühl von Betäubung, Bewusstseinseinengung
Dissoziative Symptome sind möglich
Vulnerabilität und coping-Strategien sind entscheidend
Umgangssprachlich auch Schock genannt
Achtung: akute BelastungsREAKTION – nicht Störung
es gibt einen konkreten Auslöser (Unterschied zur Panickattacke)
unmittelbare Symptome (innerhalb 1 h)
leicht, mittel, schwer – je nach Anzahl und Art der Symptome
Symptome nehmen nach spätestens 8 h wieder ab
keine andere psychische Störung vorhanden
In der Realität erfolgt eine Behandlung meist durch Rettungskräfte, Polizei oder Feuerwehr
Heilpraktiker und Psychologen seltener, da die Symptome bis dahin bereits nachgelassen haben
Es muss sich um ein Ereignis handeln, bei der die Mehrheit der Menschen Schwierigkeiten hätte diese zu verarbeiten
In der ICD 10 lassen sich Traumata, die nicht alle Bedingungen der PTBS erfüllen nicht angemessen diagnostizieren.
Gerade die Themen Vernachlässigung, Entwicklungstrauma oder schreckliche Erfahrungen ohne katastrophales Ausmaß finden keine angemessene Diagnose.
In der ICD 10 bleibt nur F43.8- sonstige Reaktion auf schwere Belastung
F62 Persönlichkeitsveränderung nach Belastung
das Gehirn kann das Ereignis nicht ausreichend verarbeiten und als "Vergangenheit" abspeichern (Hippocampus)
Wiedererleben der traumatischen Situation
Zeitliche Einordnung ist gestört
die Erinnerung bleibt emotional und körperlich hoch aktiviert
(Überaktivität der Amygdala)
selbst kleinste Ähnlichkeiten mit der traumatischen Situation aktivieren die Amygdala und lösen eine Alarmreaktion aus (Trigger)
Präfrontaler Cortex wird zeitweise „blockiert“, er kann nicht ausreichend regulierend eingreifen
Auslöser mit außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigem Ausmaß (Trauma)
Reaktion erfolgt verzögert auf diesen Auslöser
Schlüsselsymptom: Flashbacks & Alpträume
Betroffene fühlen sich leer und betäubt
emotional abgestumpft, Schwingungsfähigkeit geht verloren
Interessensverlust
allgemeine Freudlosigkeit / Anhedonie
sozialer Rückzug
Vielzahl vegetativer Symptome tritt auf
Eintritt der Symptome innerhalb von Wochen bis Monate
hohe Suizidgefahr
Substanzmittelmissbrauch (Benzos, Alkohol…)
Gefahr der Re-Traumatisierung bei schlechter Behandlung
Was gilt es als Heilpraktiker zu beachten? - Skript Belastungs- und Anpassungsstörung (Folie 115)
Als HPP sollte man hier nur mit einer fundierten Traumatherapieausbildung tätig werden!
Wie lässt sich die PTBS therapieren? - Skript Belastungs- und Anpassungsstörung (Folie 121)
Wichtig ist eine solide Trauma-Ausbildung des Therapeuten
EMDR ist oft erfolgreich
Verhaltenstherapie
Reizkonfrontation
System. Desensibilisierung
Skills-Training
Entspannungstraining
Imagination „sicherer Ort“
Medikamente
In Deutschland ist die Therapie mit psychoaktiven Substanzen (MDMA, Psilocybin) leider nicht erlaubt.
In anderen Ländern werden erstaunliche Erfolge dabei erzielt.
Unzählige Artikel und Publikationen zeigen den Erfolg, selbst in schweren Fällen.
Deutlich softer als die Belastungsstörung
Geht auf Veränderungen im Leben zurück – die neue Situation macht Schwierigkeiten
Ohne die Auslöser wären die Symptome vermutlich nicht entstanden
Auszug der Kinder
erste eigene Wohnung / Umzug
Hochzeit / Scheidung / Trennung
Geburt des Kindes
Neuer Job / Veränderungen im Beruf
Todesfälle
u. v. m.
Wie zeigen sich Anpassungsstörungen? - Skript Belastungs- und Anpassungsstörung (Folie 127)
Anpassungsstörungen sind Übergänge zwischen normaler Reaktion und psychischer Störung
Symptome können aus dem Bereich der Affektivität (meist Depression) und der Angst stammen
Beeinträchtigt sind Emotionen und soziale Funktionen und die allgemeine Leistungsfähigkeit
Fortsetzung des Alltags sind meist möglich, aber anstrengend / kräftezehrend
Häufig auch als Kulturschock und Trauerreaktion bezeichnet
Symptome beginnen innerhalb eines Monats nach der Veränderung (1-3 Monate, je nach Literatur)
Dauer der Symptome maximal 6 Monate
Ausnahme: Depressive Symptome können bis zu 2 Jahre andauern, danach wird die Diagnose in F 34.1 Dysthymia umgewandelt
Ja, grundsätzlich erlaubt.
Gerade Anpassungsstörungen kommen häufig vor und haben eine gute Prognose.
Last changeda day ago