Soziale Ungleichheit
Gesellschaftsstrukturell verankerte Ungleichheit der Lebens- und Handlungsbedingungen von Menschen, die ihnen in unterschiedlichem Ausmaß erlauben, in der Gesellschaft allgemein anerkannte Lebensziele mit legalen Mitteln zu verwirklichen.
Wir sprechen von Determinanten und Dimensionen sozialer Ungleichheit
Sozialstrukturelle Merkmale
In modernen Gesellschaften sind sozialstrukturelle Merkmale als Determinanten sozialer Ungleichheit bedeutsam
sind Eigenschaften der Mitglieder einer Gesellschaft, die für die Möglichkeiten ihres sozialen Handelns bzw. ihrer sozialen Beziehungen relevant sind
Askriptive (ererbte) Merkmale: Bsp. Alter, Geschlecht,…
Erworbene Merkmale: bsp. Bildungsabschluss, Beruf, ….
Lebenslage
Die Lebenslage ist die Position einer Gruppe von Individuen innerhalb der Sozialstruktur einer Gesellschaft
Gesamtheit der Handlungs- und Lebensbedingungen, die es den Menschen mehr oder weniger gut erlauben, allgemein anerkannte Lebensziele zu verwirklichen
Z.B. Sicherheit, Wohlstand, Gesundheit, Wohnsituation, Autonomie…
Soziale Mobilität
Ist die Möglichkeit bzw. die Wahrscheinlichkeit, dass ein Individuum seine soziale Position bzw. seine Lebenslage verändern kann
Unterscheidungen:
vertikale und horizontale soziale Mobilität
intergenerationelle Mobilität
kollektive und individuelle soziale Mobilität
Schichtungsmodelle der Sozialstruktur
Schichtungsmodelle sehen die Gesellschaft in Schichten von Menschen in ähnlicher Lebenslage gegliedert
heben in der Regel ein Dominanzkriterium sozialer Ungleichheit hervor
Es wird davon ausgegangen, dass dieses dominante Kriterium alle anderen Dimensionen sozialer Ungleichheit („Lebenschancen“) bestimmt
Stände
Bsp Europa und Indien
Klassen
Klassen bei Karl Marx
Dominanzmerkmal: Besitz bzw. Nichtbesitz an Produktionsmitteln
Bourgeoisie
Proletariat
Soziale Klassen bei Max Weber
Dominanzmerkmal: „Marktlage“ als die Chance, Güter oder Dienstleistungen zu erwerben, Einkommen zu generieren oder Macht auszuüben
Besitzende
Intelligenz
Kleinbürgertum
Arbeiterschaft
Soziale Schichten
Schichtenmodelle wurden entwickelt um die Sozialstruktur entwickelter Gesellschaften besser beschreiben zu können (neue Determinanten sozialer Ungleichheit, soziale Mobilität)
Dominanzmerkmale sind meist Beruf bzw. ökonomische Ressourcen
Neben den Dominanzmerkmalen gehen aber auch Klassen- und soziologische Schichtmodelle häufig davon aus, dass sich die betreffenden Sozialen Gruppen nicht nur in ökonomischen Kriterien, sondern auch in einem „typischen Lebensstil“ ähneln
,,Bolte-Zwiebel” (1960er Jahre)
Sehr breite Mittelschicht
Differenzierte Merkmale
Die ,,Geißler-Residenz” 2009
Bsp dafür, dass die schichtenmodelle auch an Grenzen stoßen
Durch die wirtschaftliche Entwicklung steigen alle nach oben bzw geht es allen besser
Goldthorpe - Schema (EPG)
Veränderung der Gesellschaft nach EGP-Klassifikation
Von Industriegesellschaft zu dienstleistergesellschaft
Schichtenmodelle nach Einkommen
Betrachten nur noch das verfügbare Einkommen (Dominanzkriterium)
Trifft aktuell keine Aussagen mehr über Werte, Qualifikationen oder Lebenslagen in den einzelnen Schichten
vermeidet plakative Bezeichnungen wie „Eliten“ oder „Unterschicht“
erfasst sämtliche Einkommensarten, nicht nur Erwerbseinkommen! (also auch Renten, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Kapitaleinkünfte….) – allerdings keine Vermögen
bezieht die Haushaltsform in die Einkommensberechnung ein
OECD-Einkommens-Schichten
Äquivalenzeinkommen
Entwicklung der Einkommensschichten (1995-2018)
2005 Einführung Hartz IV
Schichten im internationalen Vergleich
Mittelschichtzugehörigkeit nach Kohorten
Soziale Mobilität 1995 bis 2017
Anteil der Mittelschicht in den Bundesländern
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