Was bedeutet TVT und wo tritt sie typischerweise auf?
Tiefe Venenthrombose; sie betrifft vor allem die tiefen Venen der Beine, kann aber auch in Armen und Beckenvenen auftreten.
Was ist eine gefährliche Komplikation der TVT?
Lungenembolie durch Ablösung und Verschleppung eines Blutgerinnsels.
Welche typischen Symptome und Warnzeichen treten bei einer TVT auf?
Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und Druckempfindlichkeit.
Welche Risikofaktoren für eine TVT werden genannt?
Vorherige TVT, Adipositas, Immobilität, Trauma, Krebs und Operationen.
Welche drei Hauptfaktoren begünstigen die Entstehung einer Thrombose?
Die Virchow-Trias:
Stase (Venenpumpe mangelhaft)
Gefäßwandschädigung (Trauma,Tumore)
Hyperkoagulabilität (Faktor-V-Leiden: genetisch)
Wozu dient der Wells-Score bei Verdacht auf TVT?
Zur Einschätzung der klinischen Wahrscheinlichkeit einer tiefen Venenthrombose.
Was sind D-Dimere?
Abbauprodukte von quervernetztem Fibrin.
Warum ist der D-Dimer-Test unspezifisch?
Weil D-Dimere auch bei anderen Erkrankungen oder Zuständen erhöht sein können.
Was bedeutet ein negativer D-Dimer-Test bei niedriger klinischer Wahrscheinlichkeit?
Eine TVT kann mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.
Was ist bei erhöhten D-Dimeren zu tun?
Weitere Abklärung mittels Kompressionsultraschall.
Wie erfolgt die TVT-Diagnostik?
Zunächst Wells-Score bestimmen. Bei niedriger Wahrscheinlichkeit D-Dimere messen; bei negativem Ergebnis TVT ausschließen, bei positivem Ergebnis Kompressionsultraschall. Bei hoher Wahrscheinlichkeit direkt Kompressionsultraschall.
Was geschieht bei positivem Kompressionsultraschall?
Antikoagulation beginnen
Welche vier Wirkstoffgruppen werden zur Behandlung einer TVT genannt?
NOAK/DOAK, niedermolekulare Heparine, Fibrinolytika und Vitamin-K-Antagonisten.
Welche NOAK/DOAK werden zur TVT-Therapie genannt?
Apixaban und Rivaroxaban
Welche niedermolekularen Heparine werden genannt?
Enoxaparin und Certoparin
Welcher Vitamin-K-Antagonist wird genannt?
Phenprocoumon
Welcher fibrinolytische Wirkstoff wird genannt?
Alteplase (t-PA)
Wann wird bei einer TVT eine Lysetherapie erwogen?
Bei ausgewählten schweren Fällen nach sorgfältiger Abwägung des Blutungsrisikos; nur sinnvoll bei wenigen Komplikationen
Wie lange wird eine distale TVT mit niedrigem Risiko laut Blatt antikoaguliert?
4–6 Wochen
Wie lange wird eine distale TVT mit hohem Risiko antikoaguliert?
3 Monate
Wie lange wird eine proximale TVT antikoaguliert?
Mehr als 3 Monate
Welche Antikoagulanzien werden bei TVT ohne maligne Erkrankung eingesetzt?
NOAK/DOAK oder Vitamin-K-Antagonisten
Welche Antikoagulanzien werden bei tumorassoziierter TVT eingesetzt?
Niedermolekulare Heparine oder NOAK/DOAK
Welche Antikoagulation wird während der Schwangerschaft eingesetzt?
Heparin
Welche Therapiedauer wird bei einer Armvenenthrombose genannt?
max 3 Monate
Wann wird eine verlängerte Erhaltungstherapie nach TVT erwogen?
Bei bestimmten Risikofaktoren über 3–6 Monate hinaus.
Welche Faktoren sprechen für eine verlängerte Antikoagulation?
Männliches Geschlecht, proximale TVT, Rezidiv, geringes Blutungsrisiko, fortbestehende Risikofaktoren und erhöhte D-Dimere
Warum ist das Blutungsrisiko für die Therapiedauer entscheidend?
Weil der Nutzen der Verhinderung weiterer Thrombosen gegen das Risiko schwerer Blutungen abgewogen werden muss.
Welche Komplikation kann bei einer Lungenembolie eine Sauerstoffgabe erforderlich machen?
Hypoxämie, beispielsweise bei akuter Rechtsherzinsuffizienz.
Was ist die wichtigste medikamentöse Akuttherapie einer Lungenembolie?
Möglichst frühzeitige Antikoagulation
Welches Antikoagulans wird bei instabilen Patienten mit Lungenembolie verwendet?
Unfraktioniertes Heparin (UFH)
Welche Antikoagulanzien werden bei stabilen Patienten mit Lungenembolie genannt?
Niedermolekulare Heparine oder Rivaroxaban
Wann kommt bei einer Lungenembolie eine Fibrinolyse oder Thrombektomie infrage?
Bei hämodynamischer Instabilität, insbesondere bei Hochrisiko-Lungenembolie.
Was muss vor einer Fibrinolyse unbedingt berücksichtigt werden?
Das Blutungsrisiko und mögliche Kontraindikationen.
Wie lange muss nach einer Lungenembolie mindestens antikoaguliert werden?
Mindestens 3 Monate
Wann wird nach einer Lungenembolie eine unbefristete Antikoagulation erwogen?
Bei wiederholter Lungenembolie oder TVT und entsprechendem Rezidivrisiko.
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