Was versteht man unter der „geistigen Haltung“ des Projektmanagements?
Ablieferungsorientiert (Ablieferung -> Zahlung)
-> realtische EInschätzung der Bearbeitungstiefe und Aufwandes
Kundengerecht (Erfüllung der Projektziele im Fokus)
-> Wahl das Gesamtansatzes wichtig (Low-Cost, Design-to-Cost, optimal-Performance-per-cost-unit etc)
-> Kunde bestimmt mit welcher Ansatz gewählt wird
Skizzieren Sie den logischen Planungsablauf eines Projekts
Welche übergeordneten Inhalt umfasst der Projektmanagement-Plan?
Organisieren, Planen, Steuern
notwendige und eindeutige Beantwortung der 5 W-Fragen: Wer? Was? WIe? Wann? Wie?
Projektlebenszyklus in zeitlicher Abfolge (Phasen + Reviews)
Was sind die Inhalte und Ziele der einzelnen Projektlebenszyklus-Phasen?
Phase A – Konzept- und Machbarkeitsphase
Missionsziele, Funktionen und Anforderungen vorläufig festlegen.
Missions- und Systemarchitektur untersuchen.
Konzeptalternativen, Risiken und Kostentreiber identifizieren.
Technologiebedarf bestimmen.
Technische, zeitliche und finanzielle Machbarkeit nachweisen.
Phase B – Definitionsphase
Gesamtsystem und Produktbaum detailliert definieren.
System- und Untersystemspezifikationen erstellen.
Anforderungen einfrieren.
Entwicklungs-, Test-, Termin- und Kostenpläne detaillieren.
Projektreife für ein Festpreisangebot erreichen.
Phase C – Entwurfs- und Entwicklungsphase
Detailentwicklung und Detailauslegung durchführen.
Fertigungszeichnungen und Spezifikationen fertigstellen.
Entwicklungsmodelle bauen und testen.
Entwicklungsreife für den Fertigungsbeginn erreichen.
Phase D – Fertigungs-, Zusammenbau- und Abnahmephase
Komponenten kontrolliert fertigen.
Teilsysteme und Gesamtsystem integrieren.
Tests, Qualifikation und Verifikation durchführen.
Produkt abnehmen und Inbetriebnahme vorbereiten.
Phase E – Betriebsphase
Produkt in Betrieb nehmen und bestimmungsgemäß nutzen.
Betriebsbereitschaft und Systemfunktion sicherstellen.
Phase F -Außerbetriebnahme
Was ist ein Review? Wie läuft ein Review ab?
= formaler Überprüfungsmeilenstein zur Bewertung des Projektfortschritts und der Zielerreichung. Es dient als Entscheidungsgrundlage für die Freigabe der nächsten Phase.
Typischer Ablauf:
T₀ − 3 Wochen: Übergabe der Review-Dokumentation an den Auftraggeber; Prüfung auf Korrektheit und Konsistenz. Abweichungen werden als RID (Review Item Discrepancy) dokumentiert.
T₀: Review-Präsentation durch den Auftragnehmer; gegebenenfalls weitere RIDs.
T₀ + 2 Wochen: Arbeitsgruppen klären RIDs, bewerten Abweichungen als Major/Minor und legen Maßnahmen (Action Items) fest.
T₀ + n Wochen: Review Board trifft und dokumentiert die verbindliche Entscheidung.
Mögliche Ergebnisse:
Ziele vollständig erreicht.
Ziele weitgehend erreicht, Delta-Review erforderlich.
Ziele nicht erreicht, Wiederholung erforderlich.
Gegebenenfalls Auftragsabbruch.
Was ist bei der Organisation von Reviews zu beachten?
Review Board: Unabhängige, erfahrene, projektfremde Vertreter von Auftraggeber und Auftragnehmer mit Entscheidungsbefugnis.
Arbeitsgruppen: Management, System, technische Fachgruppen, Vertrag und Produktsicherung.
Terminplanung: Reviews bereits im ersten Master-Zeitplan berücksichtigen.
Zielsetzung: Nachweis der Zielerreichung und Entscheidung über die Freigabe der Folgephase.
Verbindlichkeit: Review-Ergebnisse sind rechtlich verbindlich; häufig an Zahlungen gekoppelt.
Durchführung: Meist beim Auftragnehmer, Kick-off-Präsentation häufig beim Kunden.
Weitere Aspekte: Technische, vertragliche, soziale und öffentliche Bedeutung beachten.
Oberstes Ziel ist immer der Nutzen für das Projekt.
Was versteht man unter a) Vorgabe-, b) Nachweis-, c) Peer- Reviews?
a) Vorgabe- bzw. Definitionsreviews
In frühen Projektphasen bis zum vorläufigen Design.
Prüfung und Freigabe von Anforderungen, Spezifikationen und Entwürfen.
Reihenfolge: Top-down (vom Gesamtsystem zu Untersystemen).
Beispiele: MDR, PRR, SRR, PDR.
b) Nachweisreviews
Ab dem detaillierten Design.
Überprüfung, ob die definierten Anforderungen tatsächlich erfüllt sind.
Reihenfolge: Bottom-up (von Komponenten über Untersysteme zum Gesamtsystem).
Beispiele: CDR, QR, FAR.
c) Peer-Reviews
Fachliche Überprüfung durch fachlich gleichgestellte, kompetente Kollegen.
Dienen der frühzeitigen Fehlererkennung und Qualitätssicherung.
Können zusätzlich zu formalen Reviews durchgeführt werden.
Merksatz: Erst wird festgelegt, was erreicht werden muss (Top-down), anschließend wird nachgewiesen, dass es erreicht wurde (Bottom-up).
Wie sieht der Kostenverlauf in einem F&E-Projekt schematisch aus? In welchen Projektphasen i
1. Kostenfestlegung (rote Kurve)
Kosten werden bereits in den frühen Phasen durch technische und organisatorische Entscheidungen weitgehend festgelegt.
Größter Kosteneinfluss in Phase A und insbesondere Phase B.
Ab Phase C sind wesentliche Kosten bereits festgelegt; danach sind sie hauptsächlich noch durch Effizienz beeinflussbar.
2. Tatsächlicher Ausgabenverlauf (gestrichelte Kurve)
In den Phasen 0, A und B zunächst geringe Ausgaben.
Bis zum Ende der Phase B ungefähr 10 % der Ausgaben angefallen (schematische Darstellung).
Starker Ausgabenanstieg in Phase C und D.
Kernaussage: Die größten Möglichkeiten zur Kostenbeeinflussung bestehen, wenn die tatsächlichen Ausgaben noch gering sind.
Was sind die wesentlichen Inhalte, Steuergrößen, Vorteile und Ziele des Projektmanagements?
Wesentliche Inhalte:
Initiierung, Planung, Durchführung, Überwachung/Steuerung und Abschluss.
Organisation interdisziplinärer Aufgaben.
Koordination von Personal, Ressourcen und Verantwortlichkeiten.
Steuergrößen (Dimensionen):
Qualität
Kosten
Termine
Risiken
Kunden-, Mitarbeiter- und Stakeholderzufriedenheit
Vorteile:
Flexible und aufgabenspezifische Organisation.
Bessere Koordination komplexer, interdisziplinärer Aufgaben.
Klare Verantwortlichkeiten.
Anpassung an neue Problemstellungen.
Ziele:
Effektive und effiziente Zielerreichung.
Gleichzeitige Optimierung von Qualität, Kosten und Terminen.
Minimierung von Risiken.
Zufriedenheit der Kunden, Mitarbeiter und Stakeholder.
Definieren und charakterisieren Sie den Begriff „Projekt“.
Nach DIN 69901 ist ein Projekt ein Vorhaben, das durch die Einmaligkeit seiner Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet ist.
Charakteristika:
Einmalige, eindeutige Zielvorgabe, häufig mit Neuheitscharakter.
Zeitliche, finanzielle und personelle Begrenzungen.
Abgrenzung gegenüber anderen Vorhaben.
Projektspezifische Organisation und Verantwortungsübertragung.
Komplexität.
Merksatz: Ein Projekt ist ein einmaliges, komplexes und zeitlich begrenztes Vorhaben mit definierten Zielen und eigener Organisation.
Definieren und charakterisieren Sie den Begriff „Management“
Management ist die Leitung soziotechnischer Systeme mithilfe professioneller Methoden.
Es umfasst zwei Dimensionen:
1. Sachbezogene Dimension
Organisation und Bewältigung der Aufgaben.
Ausrichtung auf die übergeordneten Systemziele.
2. Personenbezogene Dimension
Führung und Koordination der beteiligten Menschen.
Sicherstellung ihrer Kooperation zur Aufgabenerfüllung.
Merksatz aus dem Skript: „Dinge müssen organisiert werden, Leute geführt!“
Was bedeuten Effektivität und Effizienz im Projektmanagement?
Effektivität:
Grad der Zielerreichung.
Maß für den Output.
„Die richtigen Dinge tun.“
Effizienz:
Verhältnis von Input zu Output.
Maß für die Wirtschaftlichkeit des Ressourceneinsatzes.
„Die Dinge richtig tun.“
Unterschied: Ein Projekt kann effizient durchgeführt werden, ohne das richtige Ziel zu erreichen. Effizienz ist daher weder notwendige noch hinreichende Bedingung für Effektivität.
Welche Charakteristika besitzen Forschungs- und Entwicklungsprojekte?
Neuartigkeit und Komplexität: Entwicklung neuer Produkte oder Technologien.
Unsicherheit: Technische, zeitliche und finanzielle Machbarkeit muss untersucht werden.
Zieloptimierung: Anforderungen und Aufwand müssen aufeinander abgestimmt werden.
Strukturierung: Aufgaben müssen zeitlich und inhaltlich gegliedert werden.
Interdisziplinarität: Unterschiedliche Fähigkeiten, Mitarbeiter und Infrastruktur müssen organisiert werden.
Koordination: Aufgaben müssen ausgewogen und zusammenhängend durchgeführt werden.
Nachweispflicht: Die Erfüllung der Lieferleistungen muss nachgewiesen werden.
Risikominimierung: Kombination aus standardisierten und projektspezifischen Vorgehensweisen.
Welche Inhalte besitzt eine Projektumfeldanalyse und wie ist ihr Ablauf?
Die Projektumfeldanalyse untersucht das zukünftige Projektumfeld vor Projektbeginn, gegebenenfalls bereits während der Angebotserstellung.
Drei Analyseebenen:
1. Sachliche Ebene
Ausgangssituation, Problemstellung, Rahmenbedingungen.
Projektanlass und Projektziele.
Lieferleistungen und Erfolgskriterien.
Hauptaufgaben und Ressourcen.
2. Beziehungsebene
Auftraggeber.
Projektleiter und Projektteam.
Anwender des Produkts.
Weitere Stakeholder.
3. Zeitliche Ebene
Projektbeginn.
Zwischentermine und Meilensteine.
Endtermin und Abgabe.
Bedeutung der Termine.
Ablauf:
Projektumfeld identifizieren.
Sachliche, personelle und zeitliche Aspekte analysieren.
Chancen für den Projekterfolg erkennen.
Erkenntnisse für Angebotserstellung und Kundenumgang nutzen.
Welche Inhalte besitzt und welche Ziele verfolgt das Projektmarketing?
Projektmarketing dient der positiven Wahrnehmung und Unterstützung des Projekts durch Kunden und Stakeholder.
Vier wesentliche Bereiche:
1. Nutzenorientierung
Kernnutzen und Zusatznutzen.
Nutzensichtbarkeit und Nutzentransparenz.
2. Eindeutige Botschaften
Titel und Marke.
Slogans, Symbole und Rituale.
Erfolgsgeschichten und Events.
3. Unterstützung geben
Ängste abbauen.
Fähigkeiten und Wissen organisieren.
Betreuung, Begleitung und Hilfestellung.
Motivieren.
4. Einfluss nehmen
Beziehungen aufbauen.
Gemeinsame Erlebnisse schaffen.
Multiplikatoren gewinnen.
Managementpräsenz und Öffentlichkeit herstellen.
Ziel: Akzeptanz, Vertrauen, Motivation und Unterstützung für das Projekt schaffen.
Was sind Stakeholder?
Stakeholder sind Personen, Gruppen oder Organisationen, die ein Interesse am Projekt haben, es beeinflussen können oder von seinen Ergebnissen betroffen sind.
Beispiele:
Auftraggeber und Kunden.
Projektleiter und Projektmitarbeiter.
Unternehmensleitung.
Lieferanten und Unterauftragnehmer.
Staat, Gesellschaft und Öffentlichkeit.
Stakeholder können sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens stehen.
Wie lauten typische Merkmale einer Stakeholderanalyse?
Die Stakeholderanalyse bewertet die Beteiligten nach zwei Kriterien:
Bedeutung/Wichtigkeit für das Projekt.
Einfluss/Macht auf das Projekt.
Daraus entsteht eine Powermatrix mit vier Kategorien:
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