Welche Typen von Arzneimittelallergien gibt es?
Antikörper-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktionen
• Typ-I (anaphylaktisch)
• Typ-II (zytotoxisch)
• Typ-III (durch Immunkomplexe ausgelöst)
T-Lymphozyten-vermittelte Überempfindlichkeitsreaktionen
• Typ-IV (Spättypreaktionen)
Was ist der Mechanismus bei Arzneimittel ausgelösten Allergien?
Präantigen (Arzneistoff) bindet kovalent an Protein
Komplexantigen = Vollantigen → Antikörperbindung (Arzneistoff bzw. Teil davon = determinante Gruppe)
Häufig nicht Arzneistoff selbst, sondern seine reaktiven Metabolite für Allergie verantwortlich.
Nenne Stoffgruppen und Beispiele die eine Kreuzallergie auslösen können.
Stoffe mit p-Aminogruppe (z.B. Acetanilid, Azofarbstoffe, p-Aminobenzoesäure, Sulfonamide)
Sulfonamide (z.B. Carboanhydratasehemmer (z.B. Acetazolamid), bestimmte Diuretika (Thiazide,Furosemid))
Betalactam-Antibiotika (z.B. Amoxicillin, Cephalosporin)
Acetylsalicylsäure
Welche Wirkstoffklassen werden bei Allergien eingesetz?
1. H1-Antihistaminika
1. Generation
2. Generation
3. Generation
2. Mastzellenstabilisator (Cromoglicinsäure)
3. Glucocorticoide
4. α-Sympathomimetika
5. Leukotrienrezeptor-Antagonisten (Montelukast)
Zeichne die Synthese von Histamin
Wie wirken die G-Protein gekoppelten Histaminrezeptoren?
H1: systemische Vasodilatation, Bronchokonstriktion, Schlaf-Wach-Rhythmus, Juckreiz
H2: Magensäuresekretion, Herzschlag, Relaxation glatter Muskulatur, Antikörpersynthese, T-Zell-Proliferation und Cytokinproduktionshemmung
H3: Präsynaptische Autorezeptoren, Reduktion der Freisetzung von
Acetylcholin, Serotonin, Noradrenalin im ZNS
H4: Chemotaxis (Mastzellen)
Wo sitzen die H1-Rezeptoren und welche Wirkung rufen sie hervor?
glatte Muskulatur in Gefäßzellen und Bronchialmuskelzellen.
In Gefäßen kommt es zur NO Freisettzung und dadurch Vasodilatation.
In Bronchien kommt es zum Ca2+ Einstrom und einer Kontraktion.
Wann werden H1-Blocker indiziiert?
▪ Allergischer Schnupfen
▪ Allergische Konjunktivitis
▪ Kontaktdermatitis
▪ Rinnende Nase
▪ Urtikaria
▪ Angioödem
▪ Diarrhoe
▪ Pruritus (atopische Dermatitis, Insektenstiche)
▪ Anaphylaktische Reaktionen (unterstützend)
▪ Übelkeit und Erbrechen
▪ Beruhigung, Schlafstörungen (nur erste Generation)
Wie werden die Generationen der H1-Blocker eingeteilt?
1. Generation: z.T. nicht besonders selektive H1-Wirkung, auch anticholinerg und auf andere Neuro-Targets wirksam (Rezeptoren und Transporter; z.T. gute ZNS-Gängigkeit wegen hoher Lipophilie → Einsatz gegen Allergien, Erregungszustände, Schlafprobleme
2. Generation: Keine oder nur geringe ZNS-Gängigkeit durch geringere Lipophilie, höhere Plasmaproteinbindung, höhere Ionisation oder P-Glykoprotein-Substrat → weniger zentrale Nebenwirkungen; selektivere Substanzen
3. Generation: keine therapeutischen Vorteile, eher Marketing-basiert aktive Metabolite oder aufgereinigte, aktive Enantiomere von Antihistaminika 2. Generation
Struktur-Aktivitäts-Beziehung der 1. Generation
Wie wirkt Diphenhydramin und wie wird es eingesetzt?
Auch anticholinerge Effekte! Besonders sedierende Wirkung!
Hat Acetylcholin ähnliche Teilstruktur.
Nicht mehr als Antiallergikum eingesetzt, v.a. als Schlafmittel
Auch Na-Kanalblocker → zusätzlich lokalanästhetisch
Auch antiemetisch wirksam
Nenne ein Beispiel vom Propylamin-Typ der H1-Rezeptor.Blocker.
Chlorpheniramin
Halogenderivate von Pheniramin sind etwa 20x stärker wirksam, z.B. auch Brompheniramin
Dex-Form aktiver als Levo-Form
Brompheniramin: Entwicklung von SSRIs!
Nenne ein Beispiel eines H1-Blockers der zweiten Generation und was daran besonders ist.
C e t i r i z i n (Zwitterion)
Hauptmetabolit von Hydroxyzin, aber auch selbst im Handel
weniger sedierend und mehr antiallergisch
Systemisch verwendet
Rezeptfrei
Bei allerg. Rhinitis, Augenröte, Urtikaria
Welche Teilstrukturen im Cetirizin sind an dem Zwitterion beteiligt?
Nenne ein weiteres Beispiel der zweiten Generation mit Piperazin-Teilstruktur
Meclozin
(Synonym, Meclizin)
v.a. gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt
Nenne zwei Beispiele der Antihistaminika mit Tri- und Tetracyclischer Verbindung.
Promethazin
Cyproheptadin
Wie werden die Antihistaminika 2. Generation eingeteilt?
- Verbindungen die zu Zwitterionen führen z.B. Cetirizin
- Atadine: haben auch mastzellenstabilisierende Eigenschaften; Loratadin, Desloratadin, Rupatadin
- Benzimidazole: Mizolastin, Emedastin, Bilastin
- Dual wirkende Antihistaminika: H1-Antihistaminika der 2. Generation mit zusätzlich Mastzellen-stabilisierender Eigenschaften: Azelastin, Epinastin
- Mastzellenstabilisatoren ohne Antihistaminwirkung: Cromoglicinsäure
Was ist ein strukturelles Merkmal der Benzimidazole?
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