Warum sind klare Projektziele so wichtig?
Unklare Projektziele sind das Projektrisiko Nummer 1
Folge: Das Ergebnis weicht vom eigentlich Gewollten ab (Projektziel ≠ Projektergebnis)
Welche Funktionen haben Projektziele?
- Kontrolle: Zielerreichung messen
- Orientierung: „Leuchtturm“, spart lange Beschreibungen
- Verbindung: „Wir-Gefühl“
- Koordination: Struktur, Schnittstellen, Verantwortung
- Selektion: Priorisierung
(Klausur) Ergebnisziele vs. Vorgehensziele?
Ergebnisziele: WAS soll erreicht werden?
- Finanz-, Leistungs-, Sozialziele, ökologische Ziele
Vorgehensziele: WIE soll es erreicht werden?
- Zeitrahmenziele (Dauer, Budget)
- Durchführungsziele (Organisation, Phasen, Meilensteine)
Welche typischen Zielarten gibt es?
- Nutzenziele
- Effizienzziele (Kosten)
- Ergebnisziele
- Vorgehensziele
- Qualitätsziele
- soziale Ziele
- Nichtziele (!)
Zielhierarchie: Wozu dient sie und wie ist sie aufgebaut?
Zweck: Ziele strukturieren, auf Vollständigkeit prüfen, Widersprüche erkennen, Messbarkeit prüfen, detaillieren oder zusammenfassen
Ebenen: Oberziel → Zielklassen → Unterziele → Maßstab → Ausmaß
Wie dokumentiert man Ziele in Tabellenform?
Spalten:
- Nr.
- Ziel
- Beschreibung
- Messung
- Priorität (muss/soll/kann)
- Klassifizierung (z. B. Leistungsziel)
Welche Hinweise gelten für die Formulierung von Zielen?
- lösungsneutral (sonst weniger Freiraum, höhere Kosten)
- allen Stakeholdern bekannt
- über ganzen Lebenszyklus gültig
- im Einklang mit Unternehmenszielen
- keine ernsthaften Zielkonflikte
- Priorität: muss/soll/kann
Wofür steht SMART bei Zielen?
S: spezifisch – Was soll erreicht werden?
M: messbar – Woran erkennt man die Erreichung?
A: erreichbar bzw. aktiv beeinflussbar
R: relevant bzw. realistisch
T: terminiert – eindeutige Termine
Warum ist „erfolgreicher Markteinstieg“ ein schlechtes Projektziel?
Nicht konkret und nicht messbar
Besser mit messbarem Grenzwert, z. B.:
- Entwicklungskosten ≤ 200.000 €
- Herstellkosten ≤ 100 € je Gerät
Welche Zielbeziehungen gibt es und wie geht man damit um?
- Antinomie: schließen sich aus → beheben
- Konkurrenz: häufigster Fall → ggf. Risiko
- Neutralität: unabhängig
- Komplementarität: unterstützen sich → als Unterziele
- Identität: gleich → zusammenfassen
Wozu dient eine Zielmatrix?
Stellt die Beziehungen aller Ziele paarweise dar und prüft ihre Verträglichkeit
Notation:
++ identisch
+ komplementär
o neutral
- konkurrierend
-- antinom
Wie entwickeln sich Ziele entlang der PM-Phasen?
I, D, P: Ziele werden konkreter (grob → fein → verabschiedet)
Steuerung: Zielerreichung messen und steuern
Abschluss: final messen, abnehmen
Zieländerung formal: Antrag, Analyse, Konsequenzen, Entscheidung
Aktivitäten der Definitionsphase laut DIN 69901?
- grundlegende Inhalte klären
- Ziele definieren, beschreiben, prüfen
- Kernteam bilden
- Start Risiko- und Stakeholdermanagement
- grobe inhaltliche und zeitliche Struktur
- grobe Aufwandsschätzung
Was ist eine Anforderung und wie hängt sie mit Zielen zusammen?
Dokumentierte Bedingung oder Fähigkeit, die zur Lösung eines Problems oder Zielerreichung nötig ist
- aus den Projektzielen ableitbar
- Grundlage für das Design
- Basis für Prüfung und Freigabe
Arbeitsschritte im Anforderungsmanagement und Ergebnisse?
- ermitteln → Liste inkl. Stakeholder
- spezifizieren, validieren → Lastenheft
- analysieren, vereinbaren → Pflichtenheft
- umsetzen, prüfen → Abnahmekriterien
- ändern → Change Request
Schablonenbasierte Formulierung von Anforderungen?
Bedingung (Wann?) + MUSS/SOLL/KANN + System + [–/wem die Möglichkeit bieten/fähig sein] + Objekt + Prozesswort
Bsp.: Falls Ist-Kosten 10 % über Plan, muss das Projekt eine Eskalation herbeiführen.
Lastenheft vs. Pflichtenheft?
Lastenheft: vom Auftraggeber, Gesamtheit der Forderungen
→ Was wünscht der Kunde?
Pflichtenheft: vom Auftragnehmer auf Basis des Lastenhefts
→ Wie und womit werden die Wünsche umgesetzt?
Typische Gliederung von Lasten- und Pflichtenheft?
1. Einleitung
2. Zielsetzung
3. Produkteinsatz/-beschreibung
4. Funktionale Anforderungen
5. Nichtfunktionale Anforderungen
6. Schnittstellen
7. Test und Abnahme
8. Dokumentation
9. Randbedingungen
10. Sonstiges
Sequenzielle Vorgehensmodelle?
Phasen werden nacheinander abgearbeitet
Streng: Phase erst abschließen, dann nächste beginnen
„Traditionelle“ Vorgehensmodelle
Beispiele: Wasserfallmodell, V-Modell
Nebenläufige (parallele) Vorgehensmodelle?
Phasen überlappen, Arbeiten laufen parallel
Vorteil: schnellere Bearbeitung, frühere Risikoidentifikation
Beispiel: Simultaneous Engineering
Wiederholende Vorgehensmodelle?
Phasen werden mehrfach durchlaufen, Ergebnis entsteht schrittweise (Inkremente)
Vorteil: Teilergebnisse bewertbar, Erfahrungen fließen in nächste Phase
Beispiele: inkrementell, iterativ, rekursiv, evolutionär
Ziele der Phasen- und Meilensteinplanung?
- Grobstruktur durch Phasen (sequenziell oder parallel)
- Überblick über den Projektverlauf
- Aufgaben und Ressourcen den Phasen zuordnen
- erste Schätzung von Kosten und Terminen
Projektphase vs. Meilenstein?
Phase: zeitlicher Abschnitt, sachlich von anderen getrennt
Meilenstein:
- Schlüsselereignis
- Zwischenziel mit messbarem Ergebnis
- zeigt, ob das Projekt termin- und ergebnisgerecht läuft
(Klausur) Aufbau eines Phasen- und Meilensteinplans nach DIN?
- 5 PM-Phasen
- M1 gestartet, M2 Ziele vereinbart, M3 definiert, M4 Plan freigegeben, M5 Umsetzung fertig, M6 abgeschlossen
- grobe Inhalte, Kosten und Dauer je Phase
- Summe für das Projekt
Auch bei kleinen Projekten
Vorgehen bei der Phasen- und Meilensteinplanung?
1. Verständnis des Projektziels
2. Phasen festlegen
3. Meilensteine mit Datum
4. wichtigste Aufgaben (mit Verben)
5. Ressourcen grob schätzen
6. Kosten und Dauer je Phase
7. Kosten und Dauer des Projekts
Nutzen standardisierter Phasen- und Meilensteinpläne?
- vereinfachen die Planung
- ermöglichen den Vergleich ähnlicher Projekte
Beispiel: Automobilbau mit Quality Gates und festen Meilensteinen
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