Definition: Hernie
Ausstülpung des Peritoneum parietale durch erworbene / angeborene Lücken meist in der Bauchwand.
Die Lücke ist die Bauchpforte, die peritoneale Ausstülpung der Bruchsack.
Der Inhalt des Bruchsacks ist variabel und kann je nach Lokalisation Netz, Darm oder andere Organe enthalten.
Welches sind die vier verschiedenen Formen von Hernien?
komplette Hernie: Eingeweide befinden sich vollständig im Bruchsack
inkomplette Hernie: Eingeweide befinden sich nur teilweise im Bruchsack (Darmwandhernie, sog. Richter-Hernie)
Gleithernie: enthält Organabschnitte, die einseitig mit dem Retroperitoneum verwachsen sind, damit also nicht vollständig mit Peritoneum überzogen sind (z.B. Colon ascendes, Coecum, Colon descendes)
Prolaps: Vorfall der intraabdominellen Organe durch eine Lücke m Peritoneum (falsche Hernie, Hernia spuria, kein peritonealer Bruchsack)
Wie unterscheidet man Hernien ihrer Lokalisation nach?
äußere Hernien: Peritoneum stülpt nach außen
innere Hernie: Einklemmung von Darmteilen in intraperitoneale Strukturen
Mögliche Uraschen für die Entstehung von Hernien:
Adipositas
Aszitis
chronische Obstipation
Husten
Blasenentleerungsstörung bei Prostatahyperplasie
Schwangerschaft
köperliche Belastung
Bindegewebsschwäche
Wodurch wird die Entstehung von Hernien begünstigt?
Durch einen erhöhten intraabdominalen Druck.
Symptomatik: Hernien
Typischerweise: Ziehen / Stechen im Bereich der Bruchpforte
Schmerzen können auch ausstrahlen & sich verstärken, sobald Organteile an die Bruchpforte heran- oder durch sie hindurchtreten.
häufigstes Symptom: schmerzlose “Beule”
Dignostik von Hernien:
Inspektion (evtl. unter Provokation durch Pressen)
Palpation der häufigsten Prädilektionsstellen
Bei der Auskultation sind bei großen Hernien evtl. Darmgeräusche zu hören.
Sonografie dient
meist der Bestätigung der Verdachtsdiagnose
Abschätzung der Größe der Bruchlücke
Beurteilung, ob bereits eine entzündliche Umgebungsreaktion oder Zeichen eines mechanischen Ileus vorliegen.
Was bedeutet Inkarzeration?
Einklemmung
Nenne die mögliche Komplikation bei Bestehen von Hernien!
Inkarzeration von Darmabschnitten
Wann die die Gefahr einer Inkarzeration besonders groß?
Wenn Hernien nicht mehr reponiert werden können.
Was passiert pathophysiologisch bei einer Inkarzeration?
venöse Stauung mit einem Ödem der Darmwand
schließlich kommt es zu einer arteriellen Durchblutungsstörung
Folge: Darmwandgangrän, die zu einer Darmwandperforation mit Peritonitis und Sepsis führen kann.
Nenne mögliche Formen der Inkarzeration!
teilweise Einklemmung (Richter-Hernie)
vollständige Einklemmung (komplette Inkarzeration, z.B. bei zunehmender Füllung der prolabierten Darmschlinge)
elastische Einklemmung, bei der der prolabierte Darm trotz Nachlassens des intraabdominellen Drucks nicht spontan zurückgleitet
retrograde Einklemmungs durch mehrfaches Abknicken von Dünndarm und Mesenterium
Netzeinklemmung mit Einklemmung des Omentum majus
Therapie von Inkarzerationen:
Versuch der manuellen Reposition nur innerhlab der ersten Stunden nach Inkarzeration
nach gelungener Reposition muss die Hernie innerhalb von 24-48h operativ versorgt werden
bei erfolgloser manueller Reposition, Bruch direkt operativ reponieren
Defintion: Leistenhernie
angeborene oder erworbene Hernie oberhalb des Leistenbandes (Lig. inguinale)
Zu welchen Gefäßen werden Leistenhernien ihrer Lage nach eingeordnet?
Zu den epigastrischen Gefäßen
In welche zwei Formen werden Leistenhernien entsprechend ihrer Lage eingeteilt?
direkte Leistenhernie (Hernia inguinalis medialis)
indirekte Leistenhernie (Hernia inguinalis lateralis)
Ätiologie von direkten Leistenhernien:
immer erworben (durch Erweiterung des inneren Leistenrings)
Wo liegt die innere Bruchpforte bei direkten Leistenhernien?
medial der epigastrischen Gefäße in der Fossa inguinalis medialis (Hesselbach-Dreieck)
Wie ist der Verlauf bei direkten Leistenhernien?
senkrecht durch die Bauchwand medial des Samenstrangs mit Austritt am Anulus inguinalis externus (äußere Bruchpforte)
Welches sind die Bruchhüllen bei direkten Leistenhernien?
Peritoneum parietale
Fascia transversalis
Ätiologie der indirekten Leistenhernien:
entweder angeboren (unvollständige Obliteration des Processus vaginalis peritonei) oder
erworben (durch Erweiterung des inneren Leistenrings)
Wo liegt die innere Bruchpforte bei indirekten Leistenhernien?
innerer Leistenring lateral der epigastrischen Gefäße
Verlauf von indirekten Leistenhernien:
schräg durch die Bauchwand durch den Leistenkanal zum äußeren Leistenring (äußere Bruchpforte), ggf. bis ins Skrotum (Stroktalhernie) oder (selten) in die großen Labien
Wo befinden sind die Bruchhüllen bei indirekten Leistenhernien?
M. cremaster
Epidemiologie von Leistenhernien:
häufigstes Krankheitsbild der Chirurgie, kommen bei ca. 2-4% der europäischen Bevölkerung vor
Leistenhernien sind häufigsten Hernein (ca. 80% d.F.), wobei indirekte Leistenhernien überwiegen (60% d.F.)
in 10-15% d.F. bilateral
überwiegend Männer (m:w ≈ 9:1); Häufigkeitsgipfel liegt im 55-75. Lebensjahr
Symptomatik von Leistenhernien:
ziehende Schmerzen sowie Schwellungen in der Leistengegend und ggf. Unterbauch, v.a. im Gehen und Sitzen
Ausmaß der Beschwerden nicht von der Größe der Hernie abhängig
i.d.R. führt Kraftanstrengung (z.B. Heben, Pressen, Fitnessstudio) zum ersten Auftreten von Symptomen
Diagnostik von Leistenhernien:
klinische Diagnose
Inspektion und anschließende Paplation des Leistenkanals unter Provokation (z.B. Husten und/oder Pressen) am stehenden Patienten
da häufig beidseitiges Auftreten, immer auch Gegenseite untersuchen
Auskultatorisch können bei einer inkarzerierten Skrotalhernie hochfrequente, spritzende (Darm-) Geräusche über dem Skrotum zu hören sein
sog. 3-Finger-Regel zur Unterscheidung zw. indirekter, direkter und Schenkelhernie
Wie wird die 3-Finger-Regel bei der Diagnostik bzgl. Leistenhernien durchgeführt?
Dabei wird der Handteller von hinten auf die Spina iliaca anterior superior gelegt. Die Lage des Bruchsacks unterhalb der Finger weist auf die Bruchform hin.
Ist die Hernie reponibel?
In vielen Fällen spontan im Liegen, andernfalls vorsichtiger Versuch der Reposition under Analgesie.
Oft zeigen die Patienten selbst, wie sie die Schwellung in der Leiste zum Verschwinden bringen können.
Reponierversuche, die sehr schmerzhaft sind, sollte unterlassen werden.
Differenzialdiagnosen von Leistenhernien:
Hydrozele und Varokozele: Diaphonoskopie positiv (rötliches Ausleuchten), sonografischer Nachweis
Leistenhoden: Hoden im Skrotum nicht tastbar, sonografische Differenzierung
Lymphoadenitis: keine atemabhängige Verschieblichkeit, feste Konsistenz, ggf. lokale Entzündungszeichen
Abszess: lokale Entzündungszeichen
Lipome des Leistenkanals: sehr weich tastbar, sonografische Differenzierung
Tumoren ndes Hodens und Nebenhodens: derber Palpationsbefund am Hoden, sonografische Differenzierung
Indikationen der Therapieverfahren:
Wegen der Inkarzerationsgefahr sollten prinzipiell alle Hernien operativ versorgt werden (elektive operative Therapie)- auch bei Säuglingen
Nur bei asymptomatischen, nicht progredienten Leistenhernien beim Mann kann unter engmaschiger Kontrolle abgewartet werden (“watchful waiting”)
Eine nicht reponible Inkarzeration ist eine absolute und dringliche OP-Indikation.
Bei unkomplizierter Leistenhernie wird der Eingriff innerhalb der nächsten Tage geplant.
Was ist das Ziel einer Leistenhernien-OP?
Verstärkung der Hinterwand des Leistenkanals.
Welche OP-Möglichkeiten stehen bei Bestehen einer Leistenhernie zur Verfügung?
offene und laparoskopische Verfahren
Wie sieht das offene OP-Verfahren aus?
Hautschnitt ca. 2cm pberhalb des Leistenbandes, Darstellung des Anulus inguinalis superficialis und Durchtrettung des Externusaponeurose.
Dann wird der Bruchsack aufgesucht, eröffnet, der Inhalt reponiert und der Druchsack wieder zugenäht.
Zum Verschluss der Bruchlücke gibt es Nahtverfahren sowie netzbasierte Verfahren.
Leistenhernien: OP-Verfahren nach Lichtenstein:
Die Hinterwand des Leistenkanals wird durch die spannungsfreie Implantation eines (nichtresorbierbaren) Polypropylennetzes unterhalb der Externusaponeurose verstärkt.
Leistenhernien: OP-Verfahren nach Shoudice:
Empfohlenes Verfahren wenn die Reparatur ohne Netz erfolgen soll.
Vorgehen: Die Fascia transversalis wird läng gespalten und gedoppelt wieder vernäht.
Der M. obliquus internus und M. transversus abdominis werden auf das Leistenband genäht.
Leistenhernien: OP nach Bassini:
Wird heute nur noch selten durchgeführt, die Rezidivrate ist höher als bei der OP nach Shouldice.
Vorgehen: Der M. obliquus internus, der M. transversus abdominalis und die Fascia transversalis werden an das Leistenband angenäht.
Welche zwei laparoskopischen Verfahren als Alternative zur operativen Therapie einer Leistenherinie gibt es?
TAPP (transabdominale präperitoneale Patchplastik)
TEP (total extraperitoneale Patchplastik)
TAPP Verfahren
transabdominale präperitoneale Patchplastik
Anlage eines Pneumoperitoneums und Einbringen von Trokaren umbilikal an den li. & re. Unterbauch.
Das Peritoneum wird inzidiert und der Bruchsack aus dem Leistenkanal reponiert.
Anschließend wird ein Kunststoffnetz präperitoneal eingelegt.
Vor- & Nachteile des TAPP-Verfahrens:
Vorteile:
gute Übersicht
Möglichkeit zur Behhandlung beidseitiger Hernien
Nachteil:
Gefahr der Verletzung von intraperitonealen Organen
TEP-Verfahren:
total extraperitoneale Patchplastik
Das Peritoneum wird hierbei nicht eröffnet.
Ein Trokar wird zw. dem M. rectus abdominalis und dem hinteren Blatt der Rektusscheide eingeführt.
Dann wird vor dem Peritoneumstrumpf Raum geschaffen, in den ein 2. Trokar mit einem aufblasbaren Ballon eingebracht wid.
Weitere Trokare werden unter Sicht eingebracht.
Anschließend wird der Bruchsack präpariert und wiederum ein Netz eingelegt.
Vor- & Nachteile von TEP:
Vorteil: die Gefahr einer Verletzung intraperitonealer Strukturen bei dieser Technik ist kleiner.
Nachteil: Im Gegensatz zur TAPP ist die Übersicht schlechter.
Welche Therapie wird bei primären bilateralen Hernien empfohlen?
eine laparoskopische Therapie
Nach welcher Technik wird nach aktuellen Richtlinien die Deckung der Bruchpforte empfohlen?
mittels Netztechnik
dabei sind die laparoskopischen Verfahren und die offene OP nach Lichtenstein grundsätzlich als gleichwertig anzusehen.
Was sind mögliche Komplikationen der Hernien-OP?
Verletzung
des Ductus deferens,
der Vasa spermatica (mit Atrophie oder Nekrose des Hodens),
der Femoralgefäße oder
des N. femoralis
Wundinfektion
chronische Schmerzen
Postoperatives Vorgehen (Hernien)
vorsichtige Mobilisation ist noch am Tag der OP möglich
bei der offenen OP sollten sich Pat. für 2-3 Wochen, bei der laparoskopischen Therapie für 10 Tage schonen (keine Belastung)
Schwere Lasten dürfen für einige Wochen nicht gehoben werden.
Prognose Leistenhernientherapie:
Rezidivrate je nach OP-Verfahren 1-10%.
Am geringsten sind die Rezidivraten bei Techniken mit Netzeinlage (0,5-8%)
Synonyme für epigastrische Hernien
Hernia epigastrica
Hernia lineae albae
Hernia ventralis
Epidemiologie von epigastrischen Hernien:
machen ca. 3% aller Hernien aus
Ätiopathogenese von epigastrischen Hernien:
Bruchpforte liegt in der Linea alba zw. Nabel und Xiphoid
Symptomatik von epigastrischen Hernien:
unspezifische Oberbauchschmerzen, die sich unter Bewegung pder Anspannung (Pressen, Husten) verstärken können.
Diagnostik von epigastrischen Hernien:
Im Vordergrund: Anamnese und klinische Untersuchung
bei Unklarheit des Befundes müssen ggf. andere Oberbaucherkrankungen wie Magenulzera, Erkrankungen der Gallenblase oder der Gallenwege oder eine Pankreatitis ausgeschlossen werden.
Therapie von epigastrischen Hernien:
Bei Beschwerden ist eine OP indiziert.
Aufgrund des geringes Rezidivrisikos wird die Versorgung prinzipiell mittels Netztechnik empfohlen.
Ist die Bruchpforte <1cm kann eine Naht mittels des Defekts erwogen werden.
Synonyme Nabelhernie:
Nabelbruch
Hernia umbilicalis et paraumbilicalis
Definition Nabelhernie:
Bauchwandbruch am Anulus umbilicalis
Angeborener Nabelhernienbruch:
Anulus umbilicalis ist eine präformierte Schwachstelle, die sich bei ausbleibender oder unzureichender Vernarbung weiten kann, wodurch es sich zum Vorfall von präperitonealem Fett oder Peritoneum durch die Lücke hindurch nach subkutan kommen kann.
Erworbener Nabelhernienbruch:
Eine Adipositas oder Aszites können zur Aufdehnung des eigentlich vernarbten Anulus umbilicalis führen.
Epidemiologie Nabelhernie (Unterteilung des Vorkommens im Erwachsenenalter zw. Männern und Frauen):
Männer: 61-70J.
Frauen: 31-40J.
Prädisponierende Faktoren, die eine Nabelhernie im Erwachsenenalter wahrscheinlicher machen:
Erhöhung des intraabdominalen Drucks durch
Gravidität
körperliche Belastung
Aszites
Was passiert bei einer Nabelhernie?
Die Bruchpforte bilden zirkuläre Faserzüge der Bauchwandaponeurose um den Nabel (Anulus umbilicalis). Im Bruchsack sind je nach Größe der Hernie Netzteile oder Dünn- & Dickdarmschlingen enthalten.
Diagnostik einer Nabelhernie:
Klinisch
Am Bauchnabel ist ein Bruchsack tastbar.
Bei größeren Hernien ist der Bruchsack sichtbar.
Symptomatik Nabelhernie:
Infolge der Adhäsionen und Verwachsungen sind Nabelhernien oftmals schwer zu reponieren.
Es können unterschiedlich ausgeprägte Schmerzen in diesem Bereich bestehen.
Therapie einer Nabelhernie:
Bei Erwachsenen i.d.R. eine OP-Indikation, da eine spontane Rückbildung nicht zu erwarten ist und zudem Inkarzerationen drohen.
Prognose bei Nabelhernien:
bis zu 30% Rezidiven (v.a. bei reinen Nahtverfahren ohne Netzimplantation und wenn weiterhin der intraabdominelle Druck erhöht ist.)
Letalität einer Inkarzeration liegt bei bis zu 20%
Synonyme Schnekelhernie:
Femoralhernie
Hernia femoralis
Hernia cruralis
Merozele
Definition: Schnekelhernie
erworbene Hernie mit Bruchpforte in der Lacuna vasorum (unterhalb des Leistenbandes).
Bruchsack verläuft dabei medial der Gefäße und tritt am Hiatus saphenus nach außen
Epidemiologie Schnekelhernien
machen 10% aller Hernien aus
Frauen sind 4-mal häufiger betroffen als Männer
Häufigkeitsgipfel: über dem 50. Lebensjahr
Meist tritt die Schenkelhernie bei adipösen Patienten auf.
Immer erworben.
Symptomatik von Schnekelhernien:
oft nicht sichtbar und verursachen keine oder unspezifische Beschwerden
es können diffuse Schmerzen in der Leiste auftreten
Unregelmäßigkeiten des Stuhlgangs möglich
Inkarzeration sind relativ häufig und führen zu starken Schmerzen in der Leiste bis hin zu den Symptomen eines mechanischen Ileus.
Diagnostik einer Leistenhernie:
klinisch: unterhalb des Leistenbandes (medial der Gefäße) eine Schwellung tastbar.
besteht eine Einklemmung, kann diese Schwellung nicht weggedrückt werden.
bei adipösen Pat. häufig keine Schwellung tastbar
sonografisch lässt sich höufig der Darminhalt der Hernie nachweisen. Oft wird die Diagnose auch erst im Rahmen einer Laparotomie bei einem mechanischen Ileus gestellt.
Therapie einer Schnekelhernie
operative Versorgung
Welcher Therapieansatz wird bei Leistenhernien empfohlen und warum?
laparoskopische Verfahren
Verwendung eines Netzes zur zusätzlichen Stabilisierung der Bruchpforte wird empfohlen
Grund:
geringere postoperative Schmerzen
geringeres Rezidivrisiko
Welche Komplikation ist bei einer Leistenhernien-OP relativ häufig?
Thrombosen durch Kompression der V. femoralis
Prognose nach einer Therapie einer Leistenhernie?
Rezidive treten in bis zu 10% der Fälle auf.
Definition Nebenhernien:
Entstehen nach abdominellen Verletzungen oder OPs (v.a. nach Laparotomie). Inzidenz liegt je nach OP-Verfahren bei 4-10%.
Begünstigende Faktoren einer Nebenhernie:
Erkrankungen, die zu einem erhöhten intraabdominellen Druck führen (z.B. Asthma bronchiale, Aszites)
eingeschränkte Wundheilung (z.B. bei Diab. m., Steroidtherapie, Wundinfektion, Eiweiß- & Faktor-VIII-Mangel, Peritonitis, Anämie, Nikotinabusus)
Rezidiveingriffe
insuffizienter chirurgischer Wundverschluss
Diagnostik einer Nebenhernie:
Anamnese
klinische Untersuchung (Pressversuch)
Sono
Bei Vorliegen einer Inkarzeration, sind prallelastisch tastbare Darmschlingen im Bruch, ggf. mit plätschender Peristaltik, sowie ein Stuhlverhalt Zeichen eines (beginnenden) Ileus. Außerdem kann sich eine Peritonitis mit Peritonismus und entsprechenden starken abdominellen Schmerzen entwickeln.
Therapie von Nebenhernien:
operative Revision mit Einlage eines Kunststoffnetzes
mit diesem wird der Defekt in der Bauchdecke spannungsfrei verschlossen und die Bauchdecke verstärkt
operative Versorgung sollte jedoch frühestens 6 Monate nach dem ursächlichen Eingriff durchgeführt werden, damit sich die Bauchdecke erhohlen kann.
Infos bzgl. Spieghel-Hernien:
Bruchtforte sind präformierte Lücken im Bereich der Linea semiulnaris Spiegheli (lateraler Rand der Rektusscheide).
Hernien treten meist in Höhe der Linea arcuata aus.
Diagnose ist schwierig zu stellen.
Leist klagen Pat. über lokalisierte Schmerzen.
Da Inkarzerationen häufig sind, erfolgt eine operative Versorgung mit Abtragung, Naht der Aponeurose und ggf. Netzverstärkung.
Infos bzgl. Hernia obturatoria:
Bruchsack verläuft durch das Foramen obturatum (Beckenbodenhernie).
Die Reizung des N. obturatorius führt zu Schmerzen im Oberschnekel, die sich beim Pressen oder Husten verstärken.
Meistens sind Frauen betroffen.
Wo verläuft der Bruch der Hernia ischiadica?
Durch das Foramen ischiadicum majus oder minus.
Infos bzgl. der Richter Hernie:
Kleine Hernie, bei der sich die Darmwand divertikelartig ausstülpt und in eine sehr kleine Bruchlücke einklemmt.
Da nur ein Teil der Darmwand enthalten ist, spricht man auch von einer imkompletten Hernie.
Ist ein Meckel-Divertikel im Bruchsack enthalten, spricht man von einer Littré-Hernie.
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