Definiition Trauma
Der Begriff „Trauma“ bezeichnet in der Medizin eine körperliche Verwundung oder Schädigung, hervorgerufen durch eine äußere Einwirkung – durch einen Stoß, einen Schlag oder einen Unfall. Während es schon seit langer Zeit Standards zur Behandlung dieser körperlichen Wunden gibt, haben Menschen mit psychischen Traumata, mit seelischen Verletzungen durch stark belastende Erfahrungen, lange Zeit keine entsprechende Behandlung erhalten.
Warum ziehen sich traumatisierte Personen oft sozial zurück?
Ein Trauma kann zu Vertrauensverlust führen oder dazu, dass sich Betroffene unverstanden fühlen oder niemandem zur Last fallen wollen.
Wie kann die Aktivierung sozialer Netzwerke unterstützt werden?
Einbeziehung von Bezugspersonen in die Beratung
Identifikation und Erweiterung des „sozialen Atoms“
Förderung neuer sozialer Kontakte durch gemeinsame Interessen
Welche Prinzipien kennzeichnen eine traumainformierte Gesprächsführung?
Validierung („Ihre Gefühle sind nachvollziehbar.“)
Normalisierung („Viele Menschen erleben Ähnliches.“)
Ressourcenorientierung („Was hat Ihnen geholfen?“)
Affektregulation („Wie können Sie sich entspannen?“)
Verankerung („Wie setzen Sie das Gelernte um?“)
Welche Übungen unterstützen die Ressourcenorientierung?
Reflexion über gemeisterte Herausforderungen
Beobachtung eigener Stärken und Interessen
Einschätzung durch andere (z. B. Feedback von vertrauten Personen)
Welche Maßnahmen sind für Traumaberater*innen wichtig, um die Qualität ihrer Arbeit zu sichern?
Regelmäßige Supervision, Intervision und Selbsterfahrung.
Was ist die zentrale Aufgabe der Beratung laut Busch (2011)?
Orientierung, Planung, Entscheidungshilfe und Bewältigungsunterstützung.
Wie kann das Setting der Traumaberatung zur Stabilisierung beitragen?
Durch regelmäßige Termine, einen festen Ort und klare Strukturen für Vorhersehbarkeit und Sicherheit.
Welche Kontraindikationen gibt es für eine Traumaberatung?
: Hohe Dissoziationsneigung, akutes psychotisches Erleben, Suizidalität, starke aggressive Impulse oder Täter*innenkontakt.
Welche Ziele kann eine Traumaberatung verfolgen?
Stabilisierung, Identifikation von Triggern, Umgang mit Dissoziationen, Sicherheitsgefühl, Psychoedukation, Emotionsregulation und soziale Aktivierung.
Welche diagnostischen Methoden werden in der Traumaberatung eingesetzt?
Anamnese, psychologische Diagnostik, Biografiediagnostik und Lebensweltdiagnostik.
Was ist das soziale Atom und wie wird es genutzt?
Eine grafische Darstellung sozialer Beziehungen zur Analyse von Ressourcen und problematischen Verhältnissen.
Warum ist die Zieldefinition in der Traumaberatung wichtig?
Sie strukturiert den Beratungsprozess und hilft, den Fortschritt zu messen.
Welche Elemente umfasst die Psychoedukation in der Traumaberatung?
Aufklärung über Traumafolgen, Bewältigungsstrategien und Verhaltensmuster.
Was ist das Hauptziel der Stabilisierung in der Traumaberatung?
Die Stabilisierung hilft traumatisierten Personen, ihre Emotionen, Gedanken und Erinnerungen besser zu kontrollieren und ein Gefühl von Sicherheit und Vorhersehbarkeit zu entwickeln.
Warum sind verlässliche soziale Bindungen für die Stabilisierung wichtig?
Soziale Bindungen vermitteln Sicherheit und unterstützen traumatisierte Personen, indem sie eine konstante, verlässliche Umgebung schaffen, die emotionale Stabilität fördert.
Welche Methoden helfen bei der Stabilisierung?
Umgang mit dissoziativen Zuständen (z. B. Fokussierung auf das Hier und Jetzt)
Achtsamkeitsübungen
Imaginationsübungen (z. B. innerer sicherer Ort, Tresorübung)
Arbeit mit dem inneren Team
Was ist die Tresorübung und wozu dient sie?
Die Tresorübung ist eine imaginative Methode, bei der belastende Erlebnisse in einem mentalen Tresor „verstaut“ werden. Sie dient dazu, Kontrolle über traumatische Erinnerungen zu gewinnen, ohne sie zu verdrängen.
Was versteht man unter Ressourcenorientierung in der Traumaberatung?
Ressourcenorientierung bedeutet, die Stärken, Fähigkeiten und Kraftquellen einer Person zu erkennen und zu nutzen, um Bewältigungsstrategien für belastende Situationen zu entwickeln.
Welche Arten von Ressourcen gibt es?
Äußere Ressourcen: Familie, Freund*innen, Vereine, Natur, materielle Dinge
Innere Ressourcen: Fähigkeiten, Wissen, Werte, persönliche Eigenschaften
Was ist der Fokus der Traumaberatung im Vergleich zur Traumatherapie?
Die Traumaberatung konzentriert sich auf die Bewältigung der Folgen eines Traumas, nicht auf die Konfrontation mit dem traumatischen Erlebnis.
Wie unterstützt die Traumaberatung traumatisierte Personen?
Sie hilft bei der Stabilisierung, ermöglicht den Zugang zu Gefühlen und Erinnerungen und fördert die Kontrolle darüber.
Frage: Warum ist eine klare Ab
Warum ist eine klare Abgrenzung zwischen Traumaberatung und Traumatherapie wichtig?
Damit keine falschen Erwartungen entstehen, da die Beratung nicht die therapeutische Aufarbeitung eines Traumas ersetzt.
Wer sollte eine Traumatherapie durchführen?
Approbierte Psychotherapeutinnen oder Fachärztinnen mit entsprechender Zusatzqualifikation.
Welche Risiken bestehen für Traumaberater*innen?
Sekundäre Traumatisierung und eigene emotionale Belastung.
Welche Übungen helfen, Ressourcen zu entdecken?
Beobachtung von Tätigkeiten, die Energie und Freude bringen
Einschätzung der eigenen Stärken durch andere
Warum ziehen sich viele traumatisierte Personen sozial zurück?
Gründe können Vertrauensverlust, Angst vor neuen Verletzungen oder das Gefühl sein, nicht verstanden zu werden.
Wie kann die Traumaberatung helfen, soziale Netzwerke zu reaktivieren?
Durch das Relativieren traumabedingter Überzeugungen („Niemandem kann man vertrauen“), die Einbindung von Bezugspersonen und die Förderung neuer sozialer Kontakte.
Normalisierung („Viele Menschen mit ähnlichen Erlebnissen fühlen sich so.“)
Ressourcenorientierung („Was hat Ihnen in ähnlichen Situationen geholfen?“)
Affektregulation („Was kann Ihnen helfen, sich zu beruhigen?“)
Verankerung („Wie können Sie das Gelernte im Alltag umsetzen?“)
Wie kann Psychoedukation strukturiert werden?
Sie kann zu Beginn oder fortlaufend erfolgen, unterstützt durch schriftliche Übersichten über häufige Traumafolgen und regelmäßige Reflexionsgespräche.
Warum ist Stabilisierung ein wichtiger Bestandteil der Traumaberatung?
Traumatisierte Personen erleben oft Kontrollverlust über Emotionen, Gedanken oder Erinnerungen. Stabilisierung hilft, Sicherheit und emotionale Kontrolle wiederherzustellen.
Welche Methoden der Stabilisierung gibt es?✅
Achtsamkeitsübungen (bewusste Wahrnehmung des Moments)
Der innere sichere Ort (Vorstellung eines geschützten Ortes)
Tresorübung (kontrolliertes „Wegschließen“ belastender Erinnerungen)
Inneres Team (Arbeit mit verschiedenen Persönlichkeitsanteilen)
Der Fokus auf persönliche Stärken, Fähigkeiten und Bewältigungsstrategien zur Förderung der Selbstheilungskräfte.
Äußere Ressourcen (z. B. soziale Kontakte, Natur, Musik)
Innere Ressourcen (z. B. Fähigkeiten, Werte, Wissen)
Warum ist Supervision und Selbstfürsorge für Berater*innen wichtig?
✅ Regelmäßige Supervision schützt vor Überlastung.
✅ Selbsterfahrung hilft, eigene Themen zu reflektieren.
✅ Sekundäre Traumatisierung kann dadurch vermieden werden.
: Was wird in der Anamnese und Diagnostik erfasst?
✅ Das traumatische Erlebnis (Wann? Was? Wer war beteiligt?).
✅ Kurz- und langfristige Folgen sowie bisherige Bewältigungsstrategien.
✅ Familiäre und soziale Situation der traumatisierten Person.
Welche diagnostischen Methoden gibt es in der Traumaberatung?
✅ Psychologische Diagnostik zur Erfassung der Symptomatik.
✅ Biografiediagnostik zur Erfassung lebensgeschichtlicher Daten.
✅ Lebensweltdiagnostik zur Analyse sozialer Beziehungen (z. B. mit einem Genogramm oder sozialen Atom).
Wovon hängt die Beratungsplanung ab?
✅ Von der Art des Traumas (Monotrauma vs. komplexe Traumatisierung).
✅ Ob Angehörige einbezogen werden sollen.
✅ Ob eine Vernetzung mit weiteren Hilfsangeboten nötig ist.
Wie werden Ziele in der Traumaberatung erarbeitet?
✅ Klientinnen bestimmen die Ziele, Beraterinnen helfen bei der Konkretisierung.
✅ Unrealistische Ziele („Ich will nichts mehr fühlen“) werden reflektiert und angepasst.
✅ Durch Hierarchisierung werden die größten Belastungen zuerst bearbeitet.
Gibt es einen festen Ablauf für die Traumaberatung?
Nein, die Beratung richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen der ratsuchenden Person. Es gibt jedoch zentrale Bestandteile wie Psychoedukation, Stabilisierung, Ressourcenorientierung und die Aktivierung sozialer Netzwerke.
Was ist das Ziel der Traumaberatung?
Die Förderung der Selbstheilungskräfte durch eine beziehungs- und ressourcenorientierte Beratung ohne direkte Konfrontation mit dem Trauma.
Was versteht man unter Psychoedukation in der Traumaberatung?
Die Aufklärung über die Folgen einer Traumatisierung, Bewältigungsstrategien und das Verstehen der eigenen Symptome zur Unterstützung der Krankheitsbewältigung.
Warum ist Psychoedukation für Betroffene und Angehörige wichtig?
Sie hilft, das eigene Erleben einzuordnen, entlastet die Betroffenen und ihr Umfeld und erleichtert den Umgang mit Symptomen.
Welche Voraussetzungen müssen für eine Traumaberatung erfüllt sein?
✅ Es wird geprüft, ob die Beratung für die Person geeignet ist (Indikation).
✅ Ausschlusskriterien sind u. a. akute psychotische Zustände, hohe Dissoziationsneigung, Suizidalität und bestehender Täter*innenkontakt.
Welche Ziele kann eine Traumaberatung haben?
✅ Reduktion von selbst- und fremdgefährdendem Verhalten.
✅ Verbesserung der Emotionsregulation und Identifikation von Triggern.
✅ Wiedererlangen eines Sicherheitsgefühls und soziale Aktivierung.
Warum ist die Beziehungsgestaltung in der Traumaberatung so wichtig?
✅ Eine vertrauensvolle, wertschätzende Atmosphäre ist essenziell.
✅ Ohne sichere Beziehung fällt es schwer, sich zu öffnen.
✅ Nur so kann das volle Potenzial der Beratung genutzt werden.
: Wie sollte das Setting einer Traumaberatung gestaltet sein?
✅ Regelmäßige Termine, ein fester Ort und eine klare Struktur vermitteln Sicherheit.
✅ Aufklärung über den Ablauf fördert Vorhersehbarkeit.
✅ Dies hilft der traumatisierten Person, sich auf die Beratung einzulassen.
Wie wird mit Krisen in der Traumaberatung umgegangen?
✅ Die Beratungsperson kommuniziert klare Erreichbarkeiten.
✅ Klient*innen erhalten eine Liste mit Notfallkontakten.
✅ In akuten Krisen wird auf weiterführende Hilfsangebote verwiesen.
Was ist der Unterschied zwischen Traumatherapie und Traumaberatung?
✅ Traumaberatung fokussiert sich auf die Bewältigung der Folgen eines Traumas, nicht auf die Konfrontation mit dem Erlebnis.
✅ Ziel ist die Belastungsreduktion und Stabilisierung.
✅ Sie kann als Vorbereitung für eine Traumatherapie dienen.
Welche Rolle hat die Traumaberatung?
✅ Sie unterstützt selbstexplorative Heilungsprozesse.
✅ Sie fördert Ressourcenorientierung und Stabilisierung.
✅ Sie muss sich klar von einer Therapie abgrenzen.
Wie grenzt sich die Traumaberatung von der Traumatherapie ab?
✅ Traumaberatung behandelt nicht die Ursache, sondern die Folgen eines Traumas.
✅ Sie verbessert die Lebensqualität, integriert das Trauma jedoch nicht biografisch.
✅ Eine Therapie bleibt bei schwereren Fällen notwendig.
Welche Schritte umfasst die Narrative Expositionstherapie?
Die NET umfasst die folgenden Schritte:
Diagnostik und Lebensgeschichte aufzeichnen
Traumatische Erlebnisse systematisch aufarbeiten
Narration des Erlebten und Integration in die Lebensgeschichte
Wie wird die Ego-State-Therapie durchgeführt?
Die Therapie erfolgt durch Trance-Induktion, um abgespaltene Ich-Zustände zu befragen und ihre Zusammenarbeit zu fördern.
Was ist das Ziel der Narrative Expositionstherapie (NET)?
Das Ziel der NET ist die Behandlung von schwer traumatisierten Menschen, besonders aus Kriegs- oder Krisengebieten, durch die Integration von traumatischen Erlebnissen in die persönliche Lebensgeschichte.
Wer hat die Narrative Expositionstherapie entwickelt?
: Die NET wurde von Margarete Schauer, Frank Neuner und Thomas Elbert entwickelt.
Wie funktioniert die EMDR-Therapie?
EMDR nutzt bilaterale Stimulation, meist in Form von Augenbewegungen, um die Verarbeitung traumatischer Erinnerungen zu fördern und die emotionale Belastung zu reduzieren.
Nenne die Phasen der EMDR-Therapie.
Die Phasen sind:
Anamnese
Psychoedukation und Stabilisierung
Bewertung der Erinnerung
Desensibilisierung
Verankerung
Körpertest
Abschluss
Nachbefragung
Was ist das Ziel der Ego-State-Therapie?
: Ziel der Ego-State-Therapie ist es, abgespaltene oder fragmentierte Ich-Zustände zu integrieren und die Zusammenarbeit zwischen diesen zu fördern.
Wer hat die Ego-State-Therapie entwickelt?
Die Ego-State-Therapie wurde von John und Helen Watkins entwickelt.
Was ist eine wichtige Annahme der Ego-State-Therapie?
Eine wichtige Annahme ist, dass jeder Mensch verschiedene Ich-Zustände hat, die in unterschiedlichen Lebenssituationen aktiv werden können.
Was ist das Ziel von EMDR?
Das Ziel von EMDR ist die Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch die Verarbeitung belastender Erinnerungen.
Abk EMDR
(Eye Movement Desensitization and Reprocessing)
Wer hat EMDR entwickelt?
EMDR wurde von Francine Shapiro entwickelt.
Was ist das Ziel der psychologischen Akutintervention?
Das Ziel der psychologischen Akutintervention ist es, nach traumatischen Erlebnissen wie Gewaltereignissen oder Unfällen, erste Unterstützung zu bieten und langfristige psychische Folgen zu verhindern.
ie schnell sollte nach einem traumatischen Ereignis eine Akutintervention stattfinden?
Idealerweise sollte der Kontakt mit Notfallpsycholog*innen innerhalb von 24 Stunden nach dem Vorfall erfolgen.
Welche Maßnahmen gehören zur psychologischen Akutintervention?
Zu den Maßnahmen gehören Psychoedukation (Aufklärung über normale Reaktionen auf Trauma), Stabilisierung, und bei Bedarf Anschlussbehandlung, wie Psychotherapie.
Was ist die Aufgabe eines Verfahrensbeistands?
nteressen des Kindes vor Gericht vertreten, über den Ablauf informieren, das Kind begleiten und die Entscheidung erläutern.
Welche Prinzipien gelten für Kinderschutzverfahren?
Vorrang- und Beschleunigungsgrundsatz – ein Anhörungstermin muss spätestens einen Monat nach Verfahrensbeginn stattfinden.
Unter welchen Bedingungen dürfen Fachkräfte Informationen weitergeben?
Wenn Daten anonymisiert/pseudonymisiert werden, eine Schweigepflichtentbindung vorliegt oder ein rechtfertigender Notstand besteht.
Brauchst du noch weitere Lernkarten oder eine andere Struktur? 😊
4o
Was besagt §5 des KKG?
Strafverfolgungsbehörden oder Gerichte müssen das Jugendamt informieren, wenn Anhaltspunkte für Kindeswohlgefährdung bestehen.
Wann wird das Familiengericht in einem Kinderschutzverfahren tätig?
Wenn Eltern die Gefahr für das Kind nicht abwenden können oder wollen.
Wer wird in einem Kinderschutzverfahren immer einbezogen?
Familiengericht, Kind/Jugendlicher, Eltern, Jugendamt, Verfahrensbeiständ*in.
Welche Personen können optional in ein Kinderschutzverfahren einbezogen werden?
Weitere Angehörige, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Sachverständige, Rechtsanwält*innen.
: Worum geht es in §2 des KKG?
Eltern sollen über Unterstützungsangebote zur Kindesentwicklung informiert werden.
Welche Institutionen arbeiten gemäß §3 des KKG im Kinderschutz zusammen?
Jugendamt, Gesundheitsämter, Krankenhäuser, Frühförderstellen, Beratungsstellen, Familiengerichte und Heilberufe.
Was ist in §4 des KKG geregelt?
Fachkräfte haben bei Kindeswohlgefährdung die Pflicht, Gespräche zu führen und ggf. das Jugendamt zu informieren.
Welche Fachkräfte sind nach §4 KKG zur Handlung verpflichtet?
Ärztinnen, Psychologinnen, Beraterinnen, Sozialpädagoginnen, Lehrer*innen u.a.
Wann trat das Bundeskinderschutzgesetz in Kraft?
Im Jahr 2012.
Welche Personen sind vom Bundeskinderschutzgesetz betroffen?
Eltern, Hebammen, das Jugendamt, das Familiengericht, Schulen sowie Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen.
Was regelt das Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz (KKG)?
Es regelt die Rechte und Pflichten von Fachkräften bei möglicher Kindeswohlgefährdung.
Was besagt §1 des KKG?
Eltern haben das natürliche Recht und die Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder, die staatliche Gemeinschaft unterstützt sie dabei und schützt Kinder vor Gefährdung.
Faktoren 1. Stufe Vorgehen Jugendamt bei Verdacht auf Kindswohlgefährdung
Das Jugendamt erhält einen Hinweis auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung.
Die Quelle kann eine Fachkraft, eine Privatperson oder das Kind selbst sein.
Erste Prüfung, ob der Hinweis plausibel und relevant ist.
Faktoren Stufe 2 beim Vorgehen des Jugendamtes bei Kindswohlgefährdung
Das Jugendamt prüft, ob eine akute oder latente Gefahr für das Kind besteht.
Falls nötig, wird ein Gespräch mit dem Kind und den Eltern geführt.
Beteiligung von Fachkräften zur Einschätzung der Lage.
Faktoren Stufe 3 beim Vorgehen des Jugendsamt beim Verdacht auf Kindswohlgefährdung
Zusammenarbeit mit weiteren Fachkräften (z. B. Ärzte, Psychologen, Schulen).
Prüfung von Alternativhypothesen zur Gefährdung.
Entscheidung über die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen.
Faktoren Stufe 4 beim Vorgehen des Jugendamtes beim Verdacht auf Kindswohlgefährdung
Falls eine Kindeswohlgefährdung festgestellt wird, werden Maßnahmen ergriffen.
Eltern erhalten Beratung und Hilfsangebote zur Verbesserung der Situation.
Falls nötig, Auflagen oder Unterstützungsmaßnahmen (z. B. Familienhilfe).
Faktoren Stufe 5 beim Vorgehen des Jugendamtes bei Kindswohlgefährdung
Falls das Kind weiterhin gefährdet ist und die Eltern nicht kooperieren, kann das Jugendamt das Kind vorübergehend in Obhut nehmen.
In extremen Fällen wird das Familiengericht eingeschaltet.
Das Gericht entscheidet über weiterführende Maßnahmen wie Entzug des Sorgerechts.
Dürfen Berufsgeheimnisträger*innen vor Gericht die Aussage verweigern?
Ja, sie haben ein Zeugnisverweigerungsrecht. Liegt jedoch eine Schweigepflichtentbindung vor, besteht eine Aussagepflicht.
Warum sind regelmäßige Fortbildungen zur Schweigepflicht wichtig?
Um rechtliche Änderungen zu kennen, Unsicherheiten zu vermeiden und die richtige Balance zwischen Verschwiegenheit und notwendiger Informationsweitergabe zu finden.
Welche Angaben muss eine Schweigepflichtentbindung enthalten? Antwort:
Name der betroffenen Person
Zweck des Informationsaustauschs
Beteiligte Personen/Institutionen
Konkrete weiterzugebende Informationen
Widerrufsmöglichkeit
Unterschrift (bei Minderjährigen Unterschrift der Sorgeberechtigten)
Wann besteht die Pflicht zur Informationsweitergabe an das Jugendamt?
Wenn eine erhebliche Gefährdung des Kindes vorliegt und keine alternativen Erklärungen für Auffälligkeiten gefunden werden können.
Welche Schritte sollten bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung beachtet werden?
Ruhe bewahren
Alternativhypothesen prüfen
Sorgfältige Dokumentation
Aussagen des Kindes ernst nehmen
Kind in Entscheidungen einbeziehen
Verantwortung für das Kind übernehmen
Jugendamt informieren
Welche Aufgaben hat das Jugendamt bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung?
Gefährdungseinschätzung mit Fachkräften durchführen
Eltern und Kind einbeziehen (wenn möglich)
Geeignete Hilfsangebote unterbreiten
Bei akuter Gefahr das Familiengericht informieren oder Inobhutnahme veranlassen
Warum ist die Schweigepflicht eine Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit?
Sie schafft ein sicheres Umfeld, in dem sich Betroffene öffnen können, ohne Angst vor Weitergabe sensibler Informationen haben zu müssen.
Welche Berufsgruppen unterliegen der gesetzlichen Schweigepflicht nach StGB §203?
Ärztinnen, Zahnärztinnen, Tierärztinnen, Apothekerinnen, Heilberufe mit staatlich geregelter Ausbildung
Berufspsycholog*innen
Rechtsanwältinnen, Notarinnen, Steuerberater*innen
Ehe-, Familien-, Erziehungs- und Jugendberater*innen
Berater*innen von anerkannten Schwangerschaftskonfliktstellen
Staatlich anerkannte Sozialarbeiterinnen oder Sozialpädagoginnen
Mitarbeitende in privaten Kranken-, Unfall- oder Lebensversicherungen
Welche Strafen drohen bei Missachtung der Schweigepflicht?
Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe, Schadensersatzzahlungen, Verlust der Approbation, Abmahnung oder Kündigung
In welchen Fällen darf eine Schweigepflicht gebrochen werden?
Mit schriftlicher Schweigepflichtentbindung
Anonymisierung oder Pseudonymisierung der Daten
Bei rechtfertigendem Notstand nach §34 StGB (Gefährdung von Leben, Leib, Freiheit, Eigentum oder Ehre)
Welche Aufgabe hat das Jugendamt bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung?
Das Jugendamt übernimmt die Rolle des staatlichen Wächteramts und prüft, ob das Kind gefährdet ist.
Welche Maßnahmen kann das Jugendamt bei Kindeswohlgefährdung ergreifen?
Beratung und Unterstützung der Eltern.
Anordnung von Hilfsmaßnahmen zur Erziehung.
Inobhutnahme des Kindes bei akuter Gefahr.
Mitwirkung an familiengerichtlichen Verfahren.
Ist die Inanspruchnahme von Jugendamtsleistungen freiwillig?
Ja, Jugendamtsleistungen sind grundsätzlich freiwillig. Nur bei einer Kindeswohlgefährdung kann das Jugendamt Maßnahmen auch gegen den Willen der Eltern anordnen.
Welche Bedeutung haben Kindergarten und Schule für Kinder und Jugendliche?
Sie geben eine Tagesstruktur vor.
Sie bieten ein soziales Übungsfeld für den Umgang mit Gleichaltrigen.
Sie ermöglichen außerhäusliche Förderung und Entwicklung.
Warum ist die Zusammenarbeit zwischen Jugendamt, Schule und Kindergarten wichtig?
Kinder verbringen viel Zeit dort, sodass Auffälligkeiten im Verhalten früh bemerkt werden können.
Pädagogische Fachkräfte können Kinder gezielt unterstützen.
Ein interdisziplinärer Austausch hilft, traumatisierte Kinder besser zu begleiten.
Warum ist eine Schweigepflichtentbindung erforderlich?
Damit Fachkräfte (z. B. Lehrer, Erzieher, Therapeuten) sich über das Kind austauschen dürfen, ohne gegen Datenschutzbestimmungen zu verstoßen.
Wann sind Ambulanzen oder Kliniken für traumatisierte Kinder und Jugendliche notwendig?
Bei akuten Krisen (z. B. Selbstverletzung, Suizidgedanken, Fremdgefährdung).
Wenn eine stationäre Therapie erforderlich ist.
Welche Aufgaben haben Ambulanzen?
Psychopathologische Diagnostik und Einschätzung des Unterstützungsbedarfs.
Vermittlung in stationäre Einrichtungen bei akuter Gefährdung.
Intensive ambulante Krisenintervention.
Wie erfolgt die Zusammenarbeit zwischen Klinik und Jugendamt?
Enge Abstimmung über die Betreuung und Nachsorge des Kindes.
Eltern oder Betreuer*innen werden in den Prozess einbezogen.
Nach einer stationären Behandlung folgt meist eine ambulante Weiterbehandlung.
Warum ist eine psychotherapeutische Behandlung nach einem Trauma oft notwendig?
Um das Trauma in den biografischen Kontext einzuordnen.
Zur Verarbeitung belastender Erlebnisse und zur Stabilisierung.
Welche Herausforderungen können während einer Traumatherapie auftreten?
Eine vorübergehende Verschlechterung der Symptome ist möglich.
Emotionen wie Angst, Schuld oder Scham können verstärkt auftreten.
Dürfen Jugendliche eine Therapie ohne Einwilligung der Eltern beginnen?
Ja, Jugendliche ab 15 Jahren können eine Therapie eigenständig beginnen, jedoch werden Eltern in den meisten Fällen einbezogen.
Wann ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll?
Bei schweren Symptomen wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Impulsivität.
Nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiken durch Fachärzt*innen.
Welche therapeutischen Maßnahmen können traumatisierte Kinder zusätzlich unterstützen?
Ergotherapie: Fördert Motorik, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenzen.
Logopädie: Unterstützt Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit.
Physiotherapie: Hilft bei körperlichen Beeinträchtigungen nach einem Trauma.
Wann ist eine Vernetzung mit spezifischen Beratungsstellen sinnvoll?
Bei Fällen von sexualisierter oder häuslicher Gewalt.
Zur Unterstützung von Betroffenen und zur fachlichen Beratung von Fachkräften.
Welche Faktoren sind für eine erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit wichtig?
Klarheit über eigene Rolle und Aufgaben.
Transparenz und Offenheit im Austausch.
Verbindliche Absprachen und gegenseitiges Verständnis.
In welchen Formen kann eine Kooperation stattfinden?
Über eine allgemeine Netzwerkarbeit mit verschiedenen Institutionen.
Gezielt im Einzelfall, wenn eine Kooperation notwendig ist.
: Welche Rolle spielt das Familiengericht?
Es kann Maßnahmen zum Schutz des Kindes anordnen.
Es arbeitet mit dem Jugendamt zusammen, wenn eine Kindeswohlgefährdung besteht.
Wann greift das staatliche Wächteramt ein?
Wenn Eltern ihre Pflicht zur gewaltfreien Erziehung nicht einhalten.
Wenn das Kindeswohl durch Vernachlässigung oder Misshandlung gefährdet ist.
Auf welcher gesetzlichen Grundlage arbeitet das Jugendamt?
: Die Aufgaben des Jugendamts sind im Kinder- und Jugendhilfegesetz (SGB VIII) geregelt.
Welche allgemeinen Hilfen bietet das Jugendamt an?
Betreuung in Kindertagesstätten zur Förderung der kindlichen Entwicklung.
Unterstützung der Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Frühe Hilfen für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern.
Welche spezifischen Hilfsangebote stellt das Jugendamt bereit?
Erziehungsberatung für Eltern, Kinder und Jugendliche.
Unterstützung bei Trennung und Scheidung der Eltern.
Sozialpädagogische Familienhilfe und Einzelfallhilfe.
Betreuung in Tages- und Wohngruppen für Kinder aus belasteten Familien.
Was versteht man unter Kindeswohlgefährdung?
Eine Kindeswohlgefährdung liegt vor, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes erheblich gefährdet ist, z. B. durch Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch.
Warum ist die Vernetzung von Fachkräften in der Arbeit mit traumatisierten Jugendlichen wichtig?
Die Vernetzung ermöglicht einen abgestimmten Austausch zwischen Fachkräften, um traumatisierte Personen bestmöglich zu unterstützen. Ohne Zusammenarbeit können widersprüchliche Maßnahmen ergriffen werden, die Unsicherheit und zusätzliche Belastung für die Betroffenen schaffen.
Welche Risiken sieht die Psychotherapeutin in einem abrupten Stopp des Drogenkonsums?
Die Therapeutin befürchtet, dass Laura ohne alternative Bewältigungsstrategien emotional dekompensiert, auf härtere Drogen zurückgreift oder sich selbst verletzt. Sie sieht eine schrittweise Reduktion des Konsums als notwendig an.
Warum lehnt der Arzt eine medikamentöse Unterstützung für Laura zunächst ab?
Der Arzt fürchtet Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und Drogen. Er empfiehlt eine stationäre Behandlung, um die Sucht und das Trauma unter professioneller Betreuung anzugehen.
Worin liegt die Schwierigkeit der unterschiedlichen Perspektiven von Wohngruppe, Therapeutin und Arzt?
Alle Akteure verfolgen das gleiche Ziel (Lauras Stabilisierung und Drogenfreiheit), jedoch mit unterschiedlichen Methoden. Dies kann Laura verunsichern und zu zusätzlichem Druck führen.
Wie kann eine effektive Zusammenarbeit zwischen Fachkräften erreicht werden?
Durch klare Absprachen, regelmäßigen Austausch, gegenseitiges Verständnis und transparente Kommunikation. Eine gemeinsame Zielsetzung gibt Laura Sicherheit.
Welche Faktoren tragen zu einer erfolgreichen Vernetzung von Fachkräften bei?
Gemeinsames Ziel
Schweigepflichtentbindung
Klare Rollenverteilung
Offene Kommunikation
Verbindliche Absprachen
Verständnis für andere Sichtweisen
Wie kann ein runder Tisch zur besseren Vernetzung beitragen?
Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen tauschen sich aus, klären Zuständigkeiten und formulieren gemeinsame Ziele. Regelmäßige Treffen ermöglichen eine bessere Abstimmung und Krisenprävention.
Warum lehnen manche Eltern Hilfsangebote ab?
Aus Scham, Angst vor dem Jugendamt, organisatorischen Gründen oder fehlender Mobilität.
Wie kann man Eltern zur Zusammenarbeit motivieren?
urch Empathie, offene Fragen, aufzeigen von Diskrepanzen und Förderung ihrer Selbstwirksamkeit.
Was bedeutet „Diskrepanz aufzeigen“ in der motivierenden Gesprächsführung?
Eltern erkennen Widersprüche zwischen ihrem gewünschten Ziel (dem Kind nicht schaden) und ihrem tatsächlichen Verhalten.
Wie kann man Widerstände der Eltern aufgreifen?
Durch Spiegeln der Aussagen, Verschieben des Fokus und gemeinsames Entwickeln von Handlungsalternativen.
Warum ist die Arbeit mit den Eltern eines traumatisierten Kindes herausfordernd?
t: Weil sie oft selbst das Trauma durch Misshandlung oder Vernachlässigung verursacht haben.
Warum ist Elternarbeit trotz Misshandlung oder Vernachlässigung wichtig?
Weil Kinder oft weiterhin eine emotionale Bindung zu ihren Eltern haben und Kontakt wünschen.
Wann sollte der Kontakt zu den Eltern unterbunden werden?
Wenn weiterhin eine Gefährdung für das Kind besteht.
Wie sollte Fachpersonal Eltern begegnen, die ihr Kind misshandelt haben?
Offen und ohne Vorverurteilung, mit Blick auf deren Biografie und Ressourcen.
Warum ist Supervision für Pflegeeltern sinnvoll?
Sie hilft, das eigene Verhalten zu reflektieren und die Familiendynamik besser zu verstehen.
Was ist die „traumapädagogische Grundhaltung“?
Eine Haltung, die Verhaltensweisen des Kindes als Folge seiner Erlebnisse versteht und korrigierende Beziehungserfahrungen ermöglicht.
Warum kann es notwendig sein, ein Kind umgehend von den Eltern zu trennen?
Bei innerfamiliärer Misshandlung oder Vernachlässigung, um das Kindeswohl zu schützen.
Warum kann sich ein Kind trotz Beendigung der Misshandlung oder Vernachlässigung nicht sofort stabilisieren?
Der Verlust der Bezugspersonen belastet das Kind zusätzlich, es fühlt sich unsicher und erlebt oft einen Loyalitätskonflikt.
Welche Herausforderungen können für Pflegeeltern entstehen?
Das Zusammenleben kann schwieriger sein als erwartet, Kinder können sich schwer einfügen, und Pflegeeltern könnten ihr eigenes Verhalten reflektieren müssen.
Wie sollten Pflegeeltern mit Herausforderungen umgehen?
Sie sollten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und sich nicht als persönlich gescheitert betrachten.
Welche Emotionen können Eltern empfinden, wenn sie vom Trauma ihres Kindes erfahren?
Schock, Sorge um langfristige Folgen, Schuldgefühle, Erleichterung (wenn das Verhalten des Kindes dadurch erklärbar wird) oder eigene traumatische Erinnerungen können ausgelöst werden.
Warum sollten Eltern Unterstützungsangebote wahrnehmen?
Fachwissen und professionelle Hilfe können Eltern entlasten und ihnen helfen, ihr Kind besser zu unterstützen.
Wie kann eine Ausbildung in einem Berufsbildungswerk finanziert werden?
Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt bei Genehmigung eines Antrags auf „Teilhabe am Arbeitsleben“ die Kosten für Rehabilitationsmaßnahmen und die Anmeldung in einem Berufsbildungswerk.
Warum ist eine verständnisvolle Begleitung für traumatisierte Jugendliche wichtig?
Sie hilft, Ängste zu reduzieren, Selbstvertrauen aufzubauen und ermöglicht eine erfolgreiche berufliche Integration trotz psychischer Belastungen.
Wie kann sich das Verhalten eines traumatisierten Kindes verändern?
Ein traumatisiertes Kind kann aggressiv oder ungehorsam sein, Nähe meiden oder extrem anhänglich werden. Es kann sich zurückziehen, nachdenklich oder traurig sein und das Interesse an Aktivitäten verlieren.
Warum kann das Vermeiden von Nähe durch das Kind für Eltern schwierig sein?
: Eltern können das Vermeiden von Nähe als Zurückweisung oder persönliche Kränkung erleben, obwohl es eine Reaktion auf das Trauma ist.
Welche Missverständnisse können aufgrund eines geringen Traumaverständnisses entstehen?
Ungehorsam kann als Trotz und Rückzug als Desinteresse missverstanden werden, obwohl sie Zeichen von Überforderung sind.
Warum sollten Regeln und ein vorhersehbarer Tagesablauf beibehalten werden?
Sie geben dem traumatisierten Kind Struktur und Sicherheit, die es nach dem Trauma besonders benötigt.
Wie können Eltern unbeabsichtigt als Trigger für das Kind fungieren?
: Eltern können mit dem Trauma assoziiert werden, sei es durch direkte Beteiligung, Anwesenheit oder Ähnlichkeiten mit einer Tatperson.
Warum kann es problematisch sein, wenn Eltern traumatisierte Kinder verwöhnen oder Anforderungen abnehmen?
Das Kind könnte dadurch noch stärker das Gefühl bekommen, dass ihm etwas Schlimmes passiert ist, während Normalität zur emotionalen Stabilisierung beiträgt.
Welche Herausforderungen haben traumatisierte Jugendliche in der Ausbildung?
Sie können Schwierigkeiten haben, eine Ausbildung zu beginnen oder abzuschließen, haben Angst vor Überforderung, leiden unter Konzentrationsproblemen, Flashbacks, dissoziativen Zuständen und Stimmungsschwankungen.
Wie können Ausbilder*innen traumatisierte Auszubildende missverstehen?
Ohne Wissen über die Traumatisierung könnten sie diese als unmotiviert, faul oder unausgeglichen wahrnehmen. Stimmungsschwankungen können als anstrengend empfunden werden, und negative Reaktionen verstärken oft die Selbstzweifel der Betroffenen.
Welche Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für traumatisierte Jugendliche in der Ausbildung?
Berufsbildungswerke bieten geschützte Ausbildungsbedingungen, medizinische/therapeutische Unterstützung und individuelle Fördermaßnahmen.
Welche Unterstützungsmöglichkeiten haben Lehrkräfte für traumatisierte Kinder?Antwort:
Signal geben, dass sie wahrgenommen werden und als Ansprechpartner*in zur Verfügung stehen.
Geduld zeigen und Vertrauen aufbauen.
Sprachbarrieren mit Dolmetscherinnen oder zweisprachigen Kolleginnen überbrücken.
Schule als strukturierenden und stabilisierenden Ort nutzen.
Welche Rolle können Lehrkräfte für traumatisierte Kinder spielen?
Vertrauenspersonen, da sie täglich präsent sind.
Objektivere Einschätzung der Lage als Eltern.
Unterstützung bei Gesprächen mit den Eltern, aber keine Geheimhaltung ohne Wissen der Schüler*innen.
Wie sollten Lehrkräfte mit potenziellen Triggern im Unterricht umgehen?
Bewusstsein für belastende Themen haben (Krieg, Gewalt, Suizid in Literatur oder Geschichte).
Betroffene Schüler*innen vorab informieren oder alternative Lösungen anbieten.
Reaktionen beobachten und Gesprächsangebote machen.
Welche Maßnahmen können nach traumatischen Ereignissen in der Schule helfen?
Unterricht ggf. aussetzen und eine Akutintervention durchführen.
Schulpsychologische Dienste oder externe Fachkräfte einbeziehen.
Sicherheit vermitteln und Schulbesuch weiterhin ermöglichen.
Vorübergehende Leistungseinbußen nicht bestrafen.
Warum sind traumatisierte Kinder in der Schule oft benachteiligt?
Konzentrationsprobleme durch aufdrängende Gedanken oder Schlafmangel.
Dissoziative Zustände bei Klassenarbeiten.
Niedriges Selbstwertgefühl durch schlechte Noten und Versagensängste.
Wie können traumatisierte Kinder von Mitschüler*innen und Lehrkräften wahrgenommen werden?
Verhalten kann als „auffällig“ oder „befremdlich“ wirken.
Hohe psychomotorische Unruhe kann mit ADHS verwechselt werden.
Aggressive Impulse oder Selbstverletzungen können Mitschüler*innen verunsichern oder abschrecken.
Oftmals führt dies zu sozialer Ausgrenzung.
Welche Schritte sind notwendig, wenn ein Übergriff durch einen Erzieherin vermutet wird?
Die verdächtige Person sollte von der Kindergruppe ferngehalten werden, bis der Vorfall objektiv aufgeklärt ist.
Wie äußert sich eine Traumatisierung in der Schule anders als im Kindergarten?
Ältere Kinder haben ein besseres Verständnis für das Erlebte.
Sie haben alternative Bewältigungsstrategien, aber auch größere Belastung.
Die schulischen Anforderungen (Stillsein, Konzentration, Leistung) können zusätzliche Herausforderungen darstellen.
Was sind wichtige Aspekte eines Elterngesprächs bei Verdacht auf Traumatisierung?
Ein ruhiger, ungestörter Ort
Eine klare Gesprächsstruktur
Keine Vorwürfe oder Anschuldigungen
Objektivität und Zurückhaltung bei Vermutungen
Transparenz über das weitere Vorgehen
Wann sollte das Jugendamt eingeschaltet werden?
Wenn eine Kindeswohlgefährdung vermutet wird und eine Klärung mit den Eltern nicht möglich ist.
Welche Herausforderungen entstehen für traumatisierte Kinder im Kindergarten?
ie könnten ausgegrenzt werden, weil ihr Verhalten andere Kinder irritiert. Auch Erzieher*innen können durch eigene unverarbeitete Traumata belastet sein.
Wie sollten Erzieher*innen bei einem Unfall im Kindergarten handeln?
Medizinische Versorgung sicherstellen
Eltern der betroffenen Kinder sofort informieren
Auch andere anwesende Kinder im Blick behalten
Eltern aller Kinder über den Vorfall aufklären
Wie kann das Trauma eines Kindes die Paarbeziehung der Eltern beeinflussen?
Eltern können sich gegenseitig stützen oder Konflikte verschärfen. Sie könnten sich Vorwürfe machen oder Schuldzuweisungen treffen.
Welche Auswirkungen kann sexualisierte Gewalt auf die Paarbeziehung haben?
Eltern könnten Sexualität als bedrohlich empfinden oder sich unbewusst Intimität versagen.
Wie reagieren Eltern, wenn ein Partner das Kind traumatisiert hat?
Manche trennen sich sofort, andere suchen Ausreden, besonders wenn sie emotional abhängig sind, was die Situation für das Kind verschlimmern kann.
Warum berichten traumatisierte Kinder selten über ihre Erlebnisse?
Sie vermischen Realität und Fantasie, haben Angst vor angedrohten Konsequenzen oder ihnen fehlen die Worte, um ihre Erfahrungen zu beschreiben.
Welche Verhaltensweisen können auf eine Traumatisierung hindeuten?
Starke Anhänglichkeit, Rückschritte in der Entwicklung (z. B. erneutes Einnässen), soziale Unsicherheit oder Überforderung in Gruppensituationen.
Wie sollten Erzieher*innen mit dem Verdacht auf eine Traumatisierung umgehen?
Sie sollten Veränderungen aufmerksam beobachten, mit dem Team oder den Eltern sprechen, keine voreiligen Schlüsse ziehen und sich ggf. Unterstützung holen.
Wie kann sich die egozentrische Sichtweise von Kindergartenkindern auf die Wahrnehmung eines Traumas auswirken?
Kinder könnten sich für das Trauma verantwortlich fühlen oder glauben, dass ihre Gedanken das Ereignis verursacht haben.
Warum kann die geringe Introspektionsfähigkeit von Kindern problematisch sein?
Sie können ihre eigenen Emotionen und Körperempfindungen nicht gut beschreiben oder mit äußeren Ereignissen in Verbindung bringen.
Wie drücken traumatisierte Kinder ihr Erleben aus?
Oft durch ihr Spielverhalten, indem sie belastende Situationen nachstellen, allerdings kann dies auch von anderen Faktoren beeinflusst sein (z. B. durch Fernsehen).
Warum können Kindergartenkinder ihr Trauma oft nicht als solches erkennen?
Aufgrund ihres Entwicklungsstandes fehlt ihnen das kognitive Verständnis, um das Erlebte mit ihren Veränderungen in Verbindung zu bringen. Zudem haben sie oft nicht die Worte, um ihre Gefühle auszudrücken.
Wie beeinflusst der Entwicklungsstand eines Kindes die Verarbeitung eines Traumas?
Kinder im Alter von zwei bis sieben Jahren sind egozentrisch, haben eine geringe Introspektionsfähigkeit und vermischen Realität mit Fantasie. Dadurch fällt es ihnen schwer, Zusammenhänge zu erkennen und Erlebnisse einzuordnen.
Was sind die wesentlichen Empfehlungen des Runden Tisches zum Schutz von Kindern?
Mindeststandards: Prävention, Intervention und Aufarbeitung müssen in allen Schutzkonzepten enthalten sein.
Gefährdungs- und Potenzialanalyse: Vor der Einführung eines Schutzkonzepts zur Identifikation von Risiken und Stärken.
Personaleignung und -entwicklung: Fort- und Weiterbildung der Mitarbeitenden im Bereich Kinderschutz und Traumapädagogik.
Was sollte eine Einrichtung tun, wenn ein Vorfall von Missbrauch oder Gewalt passiert?
Aufarbeitung: Identifikation der Ursachen, Anpassung des Schutzkonzepts und Unterstützung für Betroffene.
Rehabilitation: Wiedergutmachung für falsche Anschuldigungen.
Kommunikation: Ergebnisse transparent und nachvollziehbar kommunizieren, unter Wahrung der Rechte der Betroffenen.
Welche Rolle spielt die Partizipation im Schutzkonzept?
Einbeziehung von Mitarbeitenden und Betroffenen: Mitarbeitende, Kinder, Jugendliche und Eltern sollten in die Entwicklung des Schutzkonzepts einbezogen werden.
Erhöhung der Zufriedenheit: Berücksichtigung unterschiedlicher Bedürfnisse und Perspektiven fördert ein Gemeinschaftsgefühl.
Welche drei Organisationsstrukturen erhöhen das Risiko für Übergriffe?
1️⃣ Überstrukturierte Einrichtungen: Autoritärer Stil, wenig Partizipation.
2️⃣ Wenig strukturierte Einrichtungen: Schwache Leitung, keine klaren Konzepte.
3️⃣ Weitgehend geschlossene Systeme: Hohe Loyalität zur Einrichtung, wenig externe Kontrolle.
Welche Maßnahmen können das Risiko von Übergriffen reduzieren?
🔹 Klare pädagogische Konzepte und transparente Leitung.
🔹 Mitsprache der Kinder und Jugendlichen ermöglichen.
🔹 Strenge Personalauswahl (z. B. polizeiliches Führungszeugnis).
🔹 Förderung der Selbstfürsorge und Qualifikation der Mitarbeitenden.
Was ist der Zweck von Schutzkonzepten in Einrichtungen?
Schutz der Personen vor sexuellem Missbrauch und Gewalt (z.B. Kinder, Jugendliche, Patienten).
Schützt auch Mitarbeitende und dient als Qualitätsmerkmal.
Wichtiger Rahmen für traumatisierte Kinder und Jugendliche, um Erlebnisse zu verarbeiten und vor Retraumatisierungen zu schützen.
Was sind die Ziele der Gefährdungs- und Potenzialanalyse?
Gefährdungsanalyse: Identifikation von Risikofaktoren für Grenzverletzungen und Gewalt (z.B. psychische Störungen, Abhängigkeitsverhältnisse, unqualifiziertes Personal).
Potenzialanalyse: Bewertung der vorhandenen Schutzmaßnahmen und Ressourcen der Einrichtung, sowie möglicher Widerstände gegen das Schutzkonzept.
Was sind die Elemente eines Schutzkonzepts?
Prävention: Minimierung des Risikos für Grenzverletzungen durch klare Verhaltensrichtlinien und pädagogische Konzepte.
Intervention: Umgang mit Fehlverhalten und Festlegung von Konsequenzen.
Aufarbeitung: Aufarbeitung von Vorfällen und Verantwortung übernehmen.
Was umfasst die Prävention in einem Schutzkonzept?
Pädagogische Konzepte: Klare Ziele und Haltungen im pädagogischen Handeln.
Sexualpädagogik und Medienpädagogik: Aufklärung und sicherer Umgang mit Sexualität und Medien.
Leitbild der Einrichtung: Grundwerte, die transparent kommuniziert werden.
Verhaltensleitlinien: Klare Regeln zu Nähe/Distanz, Intimsphäre und Konsequenzen für Regelverstöße.
Was ist ein Interventionsplan?
Fehlverhalten der Mitarbeitenden: Unterscheidung zwischen Unwissenheit und bewusstem Fehlverhalten.
Maßnahmen: Fortbildung, Abmahnung oder strafrechtliche Konsequenzen bei bewusstem Fehlverhalten.
Umgang mit Vorfällen: Wer wird informiert, welche Maßnahmen sind zu ergreifen, und wie wird die Unterstützung der Betroffenen sichergestellt?
Was ist bei der Aufarbeitung eines Übergriffs zu beachten?
Verantwortung übernehmen: Die Einrichtung muss den Vorfall aufarbeiten und Verantwortung übernehmen.
Leitfragen zur Aufarbeitung: Einhaltung von Verhaltensrichtlinien, Umgang mit Hinweisen auf Fehlverhalten und Verbesserung von Abläufen.
Rehabilitation: Unterstützung für falsch beschuldigte Personen und Aufarbeitung der Konsequenzen.
Welche Merkmale machen eine Einrichtung besonders risikobehaftet in Bezug auf übergriffiges Verhalten?
Überstrukturierte Einrichtungen: Zu wenig Raum für Eigeninitiative und Flexibilität.
Zu wenig strukturierte Einrichtungen: Mangel an klaren Regeln und Führung.
Geschlossene Systeme: Wenig externe Kontrolle und Transparenz.
Was sind traumapädagogische Konzepte?
Traumapädagogische Konzepte umfassen Maßnahmen und Rahmenbedingungen, die die Traumabewältigung in Einrichtungen unterstützen. Sie sollen Sicherheit vermitteln und positive Erfahrungen ermöglichen.
Welche vier Aspekte nennt Sack (2013) zur Verarbeitung eines Traumas?
1️⃣ Realisation: Verstehen, was passiert ist und welche Folgen es hat.
2️⃣ Rekonstruktion: Zusammenfügen unzusammenhängender Erinnerungen.
3️⃣ Ermächtigung: Entwicklung von Handlungskompetenz und Selbstwirksamkeit.
4️⃣ Überlebensperspektive: Integration des Traumas in die Lebensgeschichte und Entwicklung positiver Zukunftsaussichten.
Wie kann ein Sicherheitsgefühl bei traumatisierten Kindern gefördert werden?
🔹 Schutz vor äußeren Bedrohungen (z. B. Täterkontakt verhindern).
🔹 Innere Sicherheit durch Stärkung der Selbstwirksamkeit.
🔹 Stabilität durch beständige, transparente und empathische Betreuung.
elche fünf sicheren Orte nennt Baierl (2016)?
1️⃣ Äußerer sicherer Ort (z. B. geschützter Wohnraum).
2️⃣ Personaler sicherer Ort (vertrauensvolle Bezugspersonen).
3️⃣ Das Selbst als sicherer Ort (Stärkung des Selbstwerts).
4️⃣ Spiritualität als sicherer Ort (Sinngebung, Glaube).
5️⃣ Innerer sicherer Ort (innere Stabilität und Resilienz).
Welche Risikofaktoren begünstigen Traumatisierung in Einrichtungen?
🔹 Negative Beziehungserfahrungen in der Vergangenheit.
🔹 Abhängigkeit von Erwachsenen, Machtgefälle.🔹 Nähe-Distanz-Problematik, Bedürftigkeit traumatisierter Kinder.
🔹 Fehlende Mitsprache und Transparenz.
Warum ist es wichtig, Suizidgedanken direkt anzusprechen?
Das Ansprechen verstärkt Suizidgedanken nicht, sondern signalisiert „Ich nehme dich wahr“ und „Ich mache mir Sorgen“.
Was ist das vorrangige Ziel im Umgang mit akuter Suizidalität?
Sicherstellen, dass die Person keinen Suizidversuch unternimmt – ggf. fachärztliche Behandlung.
Warum darf man bei akuter Suizidalität keine absolute Verschwiegenheit zusichern?
Weil man bei akuter Gefahr handeln und Dritte (Eltern, Fachkräfte) informieren muss.
Was sind „Skills“ im Umgang mit Anspannungssituationen?
Fertigkeiten und Methoden, die kurzfristig entlasten, ohne langfristigen Schaden zu verursachen.
Welche drei Punkte beinhaltet eine Suizidabklärung?
Vorhandensein von Suizidgedanken, konkrete Ausgestaltungsideen, Absprachefähigkeit
Warum sind Suizide bei Männern häufiger erfolgreich als bei Frauen?
Männer wählen häufiger „harte“ Methoden wie Erhängen oder das Werfen vor fahrende Objekte.
Was ist das präsuizidale Syndrom nach Ringel?
Eine Kombination aus Einengung, Aggressionsumkehr und Suizidfantasien, die einem Suizidversuch vorausgehen.
Welche Verhaltensänderungen können auf eine erhöhte Suizidalität hinweisen?
Rückzug, Schulschwänzen, Interessenverlust, Verschenken wertvoller Gegenstände, intensive Beschäftigung mit Tod.
Warum sollte jeder geäußerte Suizidgedanke ernst genommen werden?
: Acht von zehn Jugendlichen kündigen ihre Tat vorher an.
Warum sind Suizide im Kindesalter selten?
Kinder erfassen die Endgültigkeit des Todes noch nicht und haben oft nicht die kognitiven Möglichkeiten, einen Suizid zu planen.
Wie viele Personen versuchen nach einem Suizidversuch erneut, sich das Leben zu nehmen?
85 % versuchen es erneut, 10 % davon erfolgreich.
Warum ist die Suizidrate bei Jugendlichen in Großstädten höher?
Das Suizidrisiko ist doppelt so hoch wie bei Jugendlichen auf dem Land.
Wie viele Menschen nahmen sich 2021 laut statistischem Bundesamt das Leben?
9215 Menschen, davon 75 % Männer.
Was ist die häufigste Methode eines Suizids?
Erhängen, Strangulieren oder Ersticken.
Wie viele unter 20-Jährige starben 2021 durch Suizid?
189 Jugendliche (130 männlich, 59 weiblich).
: Warum ist eine Verhaltensanalyse nach einer Selbstverletzung sinnvoll?
Sie hilft, auslösende und aufrechterhaltende Faktoren zu identifizieren und alternative Handlungsstrategien zu entwickeln.
Was sind "Skills" und wozu dienen sie?
Skills sind Fertigkeiten, die helfen, mit Anspannung umzugehen, ohne langfristigen Schaden zu verursachen. Sie ersetzen selbstverletzendes Verhalten.
Nenne drei Beispiele für Skills.
Haargummi am Handgelenk schnappen lassen
Wechselduschen oder saure Bonbons essen
Kreuzworträtsel oder Sudoku lösen
Welche zwei Hauptfunktionen kann SVV haben?
Intrapersonelle Funktion: Selbstregulierung negativer Gefühle
Interpersonelle Funktion: Einflussnahme auf soziale Beziehungen
Welche Schritte sind im Umgang mit SVV wichtig?
Wundversorgung
Abklärung der Suizidalität
Klare Absprachen treffen
Behandlungsmotivation aufbauen
Psychoedukation
Identifikation aufrechterhaltender Faktoren
Vermittlung von Alternativen (Skills)
Welche Formen von nichtsuizidalem selbstverletzendem Verhalten (NSSV) gibt es?
NSSV kann unterschieden werden nach:
Facetten der Selbstverletzung
Lokalisation
Verletzungsschwere
Methoden
Frequenz
Funktion
Welche Form von NSSV tritt bei weiblichen und männlichen Jugendlichen am häufigsten auf?
Weibliche Jugendliche: Schneiden/Ritzen
Männliche Jugendliche: Sich selbst schlagen
In welchem Alter tritt SVV am häufigsten auf?
Beginn meist ab 12 Jahren
Höchste Prävalenz zwischen 15 und 16 Jahren
Nach 16 Jahren nimmt die Häufigkeit ab, aber oft steigt der Substanzkonsum
Welche psychischen Störungen treten häufig mit SVV auf?
Depressive Störungen
Soziale Phobien
Borderline-Persönlichkeitsstörung
Posttraumatische Belastungsstörung
Warum kann sexuelle Erregung für traumatisierte Personen problematisch sein?
Körperliche Erregung kann die hohe Erregung während eines traumatischen Erlebnisses nachahmen und als Trigger fungieren, auch wenn das ursprüngliche Trauma nicht sexuell war.
Warum ist es wichtig, mit traumatisierten Personen offen über Sexualität zu sprechen?
Viele traumatisierte Personen sprechen aus Scham nicht über sexuelle Probleme. Ein offenes und verständnisvolles Gespräch kann helfen, Missverständnisse zu klären und Unterstützung zu bieten.
Was versteht man unter selbstverletzendem Verhalten (SVV)?
Selbstverletzendes Verhalten umfasst alle Handlungen, die dem eigenen Körper Schaden zufügen. Es kann, muss aber nicht, mit einer suizidalen Absicht einhergehen.
Wie beeinflussen frühe Berührungserfahrungen die spätere Wahrnehmung von Nähe?
: Frühe Berührungserfahrungen werden im Körpergedächtnis gespeichert und beeinflussen unbewusst das Erleben von Nähe. Seltene oder grenzüberschreitende Berührungen können dazu führen, dass Nähe später als unangenehm oder bedrohlich empfunden wird.
Wie kann sich ein Trauma auf das Bedürfnis nach Nähe auswirken?
Traumatisierte Personen meiden Nähe oder suchen sie übermäßig. Manche empfinden Berührungen als bedrohlich, während andere extreme Nähe suchen, um sich sicher zu fühlen.
Welche Auswirkungen kann sexualisierte Gewalt auf das Erleben von Sexualität haben?
Sexualisierte Gewalt kann dazu führen, dass Sexualität als bedrohlich erlebt wird. Betroffene fühlen sich ausgeliefert oder benutzt, nehmen eigene Bedürfnisse und Grenzen nicht wahr und haben ein erhöhtes Risiko für Retraumatisierung.
Was ist Mirtazapin und wofür wird es eingesetzt?
Ein Antidepressivum, das auch gegen Schlaf-, Angst- und Panikstörungen genutzt wird.
Warum fällt es traumatisierten Personen oft schwer, auf ihr Äußeres und ihre Körperpflege zu achten?
Traumatisierte Personen können sich wertlos fühlen oder glauben, nichts Gutes zu verdienen. Einige meiden Körperpflege bewusst, um unattraktiv zu wirken und sich vor weiteren Übergriffen zu schützen.
Wie sollte man mit traumatisierten Personen bezüglich Körperpflege umgehen?
Mit Verständnis und Geduld. Es hilft, Anreize zu schaffen, z. B. durch angenehme Duscherlebnisse, duftende Pflegeprodukte oder gemeinsame Einkäufe, statt mit Strafen oder Druck zu arbeiten.
Warum ist es wichtig, ein Vorbild in Sachen Hygiene zu sein?
Kinder und Jugendliche orientieren sich an Bezugspersonen. Wer Hygiene von anderen erwartet, sollte sie auch selbst vorleben (z. B. Zähneputzen nach dem Essen in einer Wohngruppe).
Welche Grundregeln können helfen, Ordnung im Wohnraum zu halten?
Keine Essensreste im Zimmer
Schmutzige Kleidung in die Wäsche bringen
Mülleimer wöchentlich leeren
Boden so freihalten, dass Bett, Schrank und Tür erreichbar sind
Warum fällt es manchen traumatisierten Personen schwer, ihre Wohnung sauber zu halten?
Vernachlässigte Kinder haben oft nie gelernt, Verantwortung für ihren Lebensraum zu übernehmen. Unterschiede im Ordnungsverständnis zwischen Bezugspersonen und Jugendlichen können zudem zu Konflikten führen.
Warum meiden manche traumatisierte Personen Arztbesuche?
Angst vor Retraumatisierung, Scham über Verletzungen/Narben oder das Gefühl, es nicht wert zu sein. Untersuchungen, bei denen man sich ausziehen oder berührt werden muss, können frühere Übergriffe triggern.
e: Welche Maßnahmen können Arztbesuche für traumatisierte Personen erleichtern?
Wahl des Arztes nach Geschlecht und Vertrauensgefühl
Klare Aufklärung über Untersuchungsschritte
Möglichkeit, „Stopp“ zu sagen
Geduld von Ärzt*innen und Begleitpersonen
Warum neigen einige traumatisierte Personen zu übermäßigen Arztbesuchen?
urch hohe Anspannung und Stress interpretieren sie harmlose Symptome als bedrohlich. Sie suchen Sicherheit durch häufige medizinische Untersuchungen.
Was sind häufige Folgen von traumatischen Erlebnissen im Zusammenhang mit Schlaf?
Schlafprobleme, insbesondere Alpträume, bei denen Betroffene das Trauma erneut erleben.
Warum treten nach einem Trauma Alpträume auf?
Das Gehirn versucht, das Erlebte zu verarbeiten und das Gefühl der Ohnmacht zu überwinden.
Wie kann sich die Traumverarbeitung in Träumen verändern?
Betroffene wehren sich in ihren Träumen gegen Angreifer, was ein hilfreicher Verarbeitungsmechanismus sein kann.
Welche Faktoren können Einschlafprobleme begünstigen?
Angst vor Dunkelheit oder Alleinsein, fehlende Ablenkung am Abend, Sorgen über Alpträume.
Welche Auswirkungen hat eine schlaflose Nacht?
: Müdigkeit, Reizbarkeit, verminderte Konzentrationsfähigkeit, Überforderung.
Wie kann ein Schlafprotokoll helfen?
Es dokumentiert Schlafgewohnheiten und hilft, schädliche Faktoren zu identifizieren.
Was versteht man unter Schlafhygiene?
Verhaltensweisen, die erholsamen Schlaf fördern und Schlafstörungen vorbeugen.
Welche Tipps zur Schlafhygiene gibt es?
Regelmäßige Schlafenszeiten, Einschlafrituale, Vermeidung von Bildschirmzeit vor dem Schlafen.
Warum sollten anregende Getränke abends vermieden werden?
Sie können das Einschlafen erschweren (z. B. Koffein in Kaffee, Cola oder Energydrinks).
Warum sollte das Bett nur zum Schlafen genutzt werden?
Der Körper soll lernen, dass das Bett mit Schlafen verbunden ist und nicht mit anderen Aktivitäten.
Was sollte man tun, wenn belastende Gedanken das Einschlafen erschweren?
Gedanken in einem Tagebuch festhalten oder mit jemandem sprechen.
Wie kann mit nächtlichem Einnässen bei traumatisierten Kindern umgegangen werden?
it Verständnis reagieren, frische Kleidung bereitstellen und ärztliche Abklärung in Betracht ziehen.
Welche rezeptfreien Schlafmittel gibt es?
Kräutertees und Dragees mit Baldrian, Lavendel oder Passionsblume.
: Warum sollten Benzodiazepine nur in Ausnahmefällen verschrieben werden?
Sie haben ein hohes Abhängigkeitspotenzial und können starke Nebenwirkungen haben.
Welche Auswirkungen kann ein Trauma auf das Essverhalten haben?
Traumatische Erfahrungen können Übelkeit, Bauchschmerzen und Appetitlosigkeit auslösen.
Warum kann Essen für traumatisierte Kinder eine besondere Herausforderung sein?
Vernachlässigte Kinder haben oft kein Sättigungsgefühl entwickelt.
Sie können Essensvorräte horten, da sie gelernt haben, dass Nahrung nicht immer verfügbar ist.
Die plötzliche Verfügbarkeit von Essen kann sie überfordern.
Warum ist es problematisch, traumatisierten Kindern feste Essenszeiten aufzuzwingen?
Es kann als Einschränkung erlebt werden und Ängste auslösen, da sie unsicher sind, ob sie genug Nahrung bekommen.
Wie kann man traumatisierten Kindern helfen, ein gesundes Essverhalten zu entwickeln?
Essen jederzeit verfügbar machen (z. B. Obstschale).
Gemeinsame Essenszeiten zur Strukturierung des Tagesablaufs nutzen.
Zusammen einkaufen, kochen und essen, um Freude am Essen zu wecken.
Warum sind gemeinsame Mahlzeiten wichtig?
Sie geben Struktur, vermitteln Halt, fördern das Gemeinschaftsgefühl und ermöglichen Austausch über den Tag.
Was ist ein Beispiel für ein Genusstraining mit traumatisierten Personen?
Bewusst ein Eis essen und die Kälte und Süße spüren oder Pralinen genießen und den Geschmack erkunden.
Warum ist Selbstfürsorge besonders wichtig?
Selbstfürsorge ist wichtig, um körperlich und psychisch gesund, stabil und belastbar zu bleiben. Zudem dient sie als Vorbildfunktion für andere.
Welche Faktoren können die Selbstfürsorge hemmen?
Negative Grundgedanken, wie das Gefühl, es nicht verdient zu haben, dass es einem gut geht, sowie Stress und hohe Anforderungen im Alltag.
Welche grundlegenden Selbstfürsorge-Handlungen können in den Tagesablauf integriert
Ausreichend trinken
Körperliche Bewegung (Spaziergang, Sport)
Entspannungsübungen durchführen
Gesunde Ernährung
Ausreichend Schlaf
Wie kann Selbstfürsorge über Grundbedürfnisse hinausgehen?
Sich selbst etwas Besonderes gönnen, z. B. Tee trinken und ein Buch lesen, Musik hören, Freunde treffen, ein warmes Bad nehmen oder einen Beauty-Tag machen.
Wie kann man traumatisierte Personen bei der Selbstfürsorge unterstützen?
Durch individuelle Planung, z. B. Erstellen eines Tages- oder Wochenplans, gemeinsame Reflexion und sanfte Einführung von Achtsamkeits- oder Entspannungsritualen.
Was ist ein Beispiel für Selbstfürsorge im Fall von Chris?
: Chris übt mit seinem Betreuer progressive Muskelentspannung, um seine Anspannung zu reduzieren und besser einzuschlafen.
Was versteht man unter Selbstwirksamkeit?
Das Vertrauen, mit den eigenen Fähigkeiten Situationen beeinflussen, verändern und Ziele erreichen zu können.
Welche vier Quellen fördern laut Bandura das Selbstwirksamkeitserleben?
Eigene Erfolgserlebnisse
Stellvertretende Erfahrungen
Verbale Ermutigung
Emotionale Erregung
Wie hilft die progressive Muskelentspannung Chris?
Sie reduziert seine Anspannung, erleichtert das Einschlafen und stärkt sein Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Warum ist regelmäßiges und gesundes Essen wichtig?
Es ist essenziell für Wachstum, Energiezufuhr und Gesundheit.
Wie können andere Menschen das Selbstwirksamkeitserleben beeinflussen?
Wenn eine ähnliche Person eine Herausforderung meistert, zeigt das, dass Erfolg möglich ist und steigert das eigene Zutrauen.
Wie beeinflusst verbale Ermutigung die Selbstwirksamkeit?
Zuspruch wie „Du schaffst das!“ kann dazu führen, dass sich eine Person mehr anstrengt und an sich glaubt.
Warum beeinflusst emotionale Erregung die Selbstwirksamkeit?
Stressreaktionen wie Herzklopfen können als Angst oder als Aktivierung interpretiert werden. Eine positive Interpretation unterstützt das Handeln.
Was bedeutet „bewusst leben“ für das Selbstwertgefühl?
Eigene Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst wahrnehmen, reflektieren und ggf. anpassen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Warum ist Selbstakzeptanz wichtig für das Selbstwertgefühl?
Sie verhindert übermäßige Selbstkritik und hilft, sich mit seinen Stärken und Schwächen zu akzeptieren.
Warum ist Eigenverantwortung entscheidend für das Selbstwertgefühl?
Wer Verantwortung für sein Leben übernimmt, fühlt sich weniger als Opfer der Umstände und erlebt sich als handlungsfähig.
Was bedeutet es, sich selbstsicher zu behaupten?
Eigene Bedürfnisse wahrnehmen, für sie einstehen und auch „Nein“ sagen können.
: Warum ist zielgerichtetes Leben förderlich für das Selbstwertgefühl?
Wer sich Ziele setzt und erreicht, erlebt sich als selbstwirksam und stärkt sein Selbstvertrauen.
Warum ist persönliche Integrität wichtig für das Selbstwertgefühl?
Handeln im Einklang mit den eigenen Werten gibt Sicherheit und stärkt das Selbstbewusstsein.
Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, Herausforderungen aus eigener Kraft bewältigen zu können.
Welche vier Faktoren beeinflussen die Selbstwirksamkeit?
Warum sind eigene Erfolgserlebnisse wichtig für das Selbstwirksamkeitserleben?
Erfolge stärken das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, während Misserfolge Selbstzweifel fördern können.
Warum kann übertriebenes Behüten das Selbstwertgefühl schwächen?
Kinder haben weniger Möglichkeiten, sich auszuprobieren, Fehler zu machen und aus Erfahrungen zu lernen. Dadurch wird das Selbstbewusstsein nicht ausreichend gestärkt.
Wie wirken sich verletzende Worte auf das Selbstwertgefühl aus?
Beleidigungen und Abwertungen lassen Menschen an sich selbst zweifeln. Wiederholte verbale Angriffe können eine Form psychischer Gewalt sein und das Selbstbild dauerhaft schädigen.
Welche Auswirkungen hat eine Laissez-faire-Erziehung auf das Selbstwertgefühl?
Kinder erhalten keine Rückmeldung zu ihrem Verhalten, was zu Orientierungslosigkeit führen kann. Die fehlende Unterstützung kann das Selbstbewusstsein schwächen.
Warum schadet ständige Kritik dem Selbstwertgefühl?
Sie vermittelt das Gefühl, nie gut genug zu sein, selbst wenn man sich anstrengt. Dies kann zu Unsicherheit und geringem Selbstwert führen.
Welche Folgen hat es, wenn ein Kind bei Problemen allein gelassen oder entmutigt wird?
Es entwickelt Gefühle der Hilflosigkeit und Ohnmacht, da es den Eindruck bekommt, Schwierigkeiten nicht gewachsen zu sein.
Warum sind sowohl zu hohe als auch zu niedrige Erwartungen problematisch?
Zu hohe Erwartungen führen zu Frustration, weil sie nicht erfüllbar sind. Zu niedrige Erwartungen verhindern die Entfaltung des Potenzials und können ebenfalls frustrierend sein.
Warum schadet inkonsequente Erziehung dem Selbstwertgefühl?
Wenn Konsequenzen für Verhalten fehlen oder unvorhersehbar sind, fühlt sich das Kind unsicher und kann schwer einschätzen, ob es etwas richtig oder falsch gemacht hat.
: Wie beeinflusst körperliche Misshandlung das Selbstwertgefühl?
Sie führt zu einem negativen Selbstbild („Ich bin schlecht“) und kann das Vertrauen in andere Menschen zerstören. Wiederholte Misshandlungen können traumatisierend wirken.
Warum kann schulisches Versagen das Selbstwertgefühl beeinträchtigen?
Schlechte Noten können das Gefühl vermitteln, „dumm“ zu sein, besonders wenn Misserfolge intern, stabil und global attribuiert werden.
Welche Attributionsstile fördern ein gesundes Selbstwertgefühl?
Externale, instabile und spezifische Attribuierung hilft, Misserfolge nicht als dauerhaft oder persönlich wahrzunehmen („Die Klassenarbeit war schwer, nächstes Mal mache ich es besser“).
Welche sechs Säulen des Selbstwertgefühls nennt Branden?
Bewusst leben
Sich selbst annehmen
Eigenverantwortlich leben
Sich selbstsicher behaupten
Zielgerichtet leben
Persönliche Integrität
Wie bildet sich das Selbstwertgefühl aus?
Das Selbstwertgefühl entsteht in der Kindheit durch Beziehungserfahrungen und das Selbstbild, das man entwickelt. Wertschätzung fördert ein positives Selbstbild, während Zurückweisung oder Misshandlung zu Selbstzweifeln führt.
Wie beeinflussen Beziehungserfahrungen das Selbstwertgefühl eines Kindes?
Wird ein Kind wertgeschätzt, entwickelt es ein positives Selbstwertgefühl. Missachtung, Zurückweisung oder Misshandlung können dazu führen, dass es sich selbst als „fehlerhaft“ wahrnimmt.
Welche Faktoren können das Selbstwertgefühl negativ beeinflussen?
: Übermäßiges Behüten, verletzende Worte, Laissez-faire-Erziehung, ständige Kritik, fehlende Unterstützung, unangemessene Erwartungen, Inkonsequenz, körperliche Misshandlung und schulisches Versagen.
Warum ist es wichtig, Generalisierungen wie „immer“ oder „nie“ in der Gefühlstabelle zu vermeiden?
Weil sie oft zu verzerrten, dysfunktionalen Glaubenssätzen führen. Stattdessen sollten Gedanken auf konkrete Situationen bezogen werden.
Wie kann man Kinder dabei unterstützen, ihre Gefühle zu beschreiben?
Durch gezielte Fragen wie „Woran merkst du, dass du wütend bist?“ oder das Anbieten von Beispielen wie „Wenn ich traurig bin, möchte ich in den Arm genommen werden. Was möchtest du dann tun?“
Warum sollten in einer Gefühlstabelle auch positive Gefühle enthalten sein?
Damit positive Emotionen bewusster wahrgenommen und gestärkt werden, statt den Fokus nur auf unangenehme Gefühle zu legen.
Wie kann die Gefühlstabelle helfen, Handlungsimpulse zu reflektieren?
Sie zeigt, welche Impulse mit einem Gefühl einhergehen und ob das resultierende Verhalten sinnvoll ist oder ob man dem Impuls widerstehen sollte.
Warum kann ein beschleunigter Herzschlag Angst auslösen, selbst wenn keine Gefahr besteht?
Weil Körperempfindungen assoziativ mit bestimmten Emotionen verknüpft sind. Wurde Angst einmal mit Herzrasen erlebt, kann Herzrasen später Angst hervorrufen, auch wenn die Ursache eine andere ist.
Warum sind Angst und Entspannung nicht miteinander vereinbar?
Angst aktiviert den Sympathikus und führt zu Erregung und Kampfbereitschaft, während Entspannung durch den Parasympathikus gesteuert wird. Diese gegensätzlichen Prozesse schließen sich aus.
Welche Fragen können beim Ausfüllen einer Gefühlstabelle helfen?
Wie fühlt sich das Gefühl an? (angenehm/unangenehm)
Welche Körperreaktionen treten auf?
Welche Gedanken sind damit verbunden?
Welche Handlungsimpulse entstehen?
Inwiefern hängt Achtsamkeit mit Entspannungsverfahren zusammen?
Achtsamkeit hilft, sich auf den Moment zu konzentrieren, Gedanken nicht zu bewerten und kann Dissoziationen unterbrechen.
Wozu dient eine Gefühlstabelle?
Eine Gefühlstabelle hilft, Emotionen bewusster wahrzunehmen, sie zu benennen, mit Körperreaktionen zu verknüpfen und ihre Auswirkungen auf Gedanken und Handlungen zu verstehen.
Wie funktioniert die Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen?
Verschiedene Muskelgruppen werden nacheinander für einige Sekunden angespannt und dann entspannt, um den Muskeltonus und Nervosität zu reduzieren.
Was ist das Prinzip des autogenen Trainings nach Schultz?
Durch Selbstsuggestion („Mein Arm ist warm“) wird ein tiefer Entspannungszustand erreicht. Es basiert auf hypnotherapeutischen Techniken.
Wie unterscheiden sich Progressive Muskelrelaxation und Autogenes Training?
PMR: Körperliche An- und Entspannung führt zu Entspannung.
Autogenes Training: Selbstsuggestion erzeugt Entspannung von innen heraus.
Unter welchen Bedingungen sollten Entspannungsverfahren durchgeführt werden?
: An einem ruhigen Ort ohne störende Geräusche, in einer bequemen Körperhaltung (z. B. Liegen oder Kutscherhaltung).
Welche drei Hauptarten von Entspannungsverfahren gibt es?
Imaginative Verfahren (z. B. Fantasiereisen)
Sensorische Verfahren (z. B. Progressive Muskelrelaxation)
Kognitive Verfahren (z. B. Autogenes Training)
Was sind Fantasiereisen und für wen sind sie besonders geeignet?
Sie sind imaginative Entspannungsverfahren, die besonders für Kinder geeignet sind, aber auch für Jugendliche und Erwachsene eingesetzt werden können.
Welche positiven Effekte haben Entspannungsverfahren?
Sie wirken auf den Körper (z. B. Muskelentspannung, reduzierte Herzfrequenz), auf die kognitive Ebene (z. B. bessere Konzentration) und auf die seelische Ebene (z. B. Stressabbau, höhere Frustrationstoleranz).
Wie oft sollten Entspannungsverfahren durchgeführt werden?
Idealerweise täglich, mindestens aber zwei- bis dreimal pro Woche.
Welche körperlichen Veränderungen können durch Entspannungsverfahren auftreten?
Reduktion der Skelettmuskelspannung
Erweiterung der Blutgefäße (Wärmegefühl)
Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz
Gleichmäßige, flachere Atmung
elche Auswirkungen haben Entspannungsverfahren auf die kognitive Ebene?
Sie verbessern die Konzentrationsfähigkeit und selektive Aufmerksamkeit, reduzieren motorische Unruhe und senken die Impulsivität.
Wie wirken sich Entspannungsverfahren auf die Psyche aus?
Sie reduzieren Stressempfinden, erhöhen die Frustrationstoleranz und führen zu einer ausgeglicheneren Stimmung.
Warum sind Entspannungsverfahren für traumatisierte Personen hilfreich?
Sie helfen, die Dauererregung des Sympathikus zu reduzieren, verringern die Wahrnehmung von Triggern und erleichtern den Umgang mit dem Trauma im Alltag.
Welche einfache Achtsamkeitsübung kann jederzeit durchgeführt werden?
Die Atemübung: Aufmerksamkeit auf die eigene Atmung richten, das Ein- und Ausströmen der Luft bewusst wahrnehmen.
Was ist die „3-2-1-Übung“?
Man benennt nacheinander 3, dann 2, dann 1 Ding, das man sieht, hört und spürt. Sie hilft, den Fokus auf den Moment zu lenken.
Wie kann Achtsamkeit in den Alltag integriert werden?
Durch regelmäßige Übungen wie Atemübungen, das bewusste Wahrnehmen von Sinneseindrücken oder die Nutzung eines Achtsamkeitskalenders wie „Ein guter Plan“.
Wie kann Achtsamkeit mit Kindern und Jugendlichen geübt werden?
Durch spielerische Übungen, z. B. das Abklopfen des Körpers, das Lauschen auf Geräusche oder das Einbauen von Achtsamkeit in den Tagesablauf.
Was bewirkt die nichtdominante Hand-Übung?
Sie durchbricht Routinen, fördert Aufmerksamkeit und aktiviert den „Anfängergeist“ für neue Erfahrungen.
Warum hilft Achtsamkeit, Gedankenkarusselle zu unterbrechen?
Weil sie die Aufmerksamkeit bewusst auf den gegenwärtigen Moment lenkt und so Grübeln und negative Gedankenspiralen durchbricht.
Warum fällt Achtsamkeit im Alltag oft schwer?
Im Alltag folgen wir Routinen, handeln automatisiert und sind in Denk- und Verhaltensmustern gefangen, ohne innezuhalten und bewusst wahrzunehmen.
In welchen Kontexten wird Achtsamkeit genutzt?
Achtsamkeit findet sich im Buddhismus, in Meditationstechniken und wird in der Psychotherapie (z. B. dialektisch-behaviorale Therapie) genutzt.
Warum ist Achtsamkeit für traumatisierte Personen besonders hilfreich?
: Sie hilft, Dissoziationen zu unterbrechen und sich durch Übungen bewusst in der Gegenwart zu verankern.
Wie kann sich die Wahl der richtigen Intervention positiv auswirken?
Eine Verbesserung in einem belastenden Bereich (z. B. Schlafprobleme) kann positive Auswirkungen auf andere Verhaltensweisen (z. B. gereizte Stimmung) haben.
Welche Haltung sollte man während des Veränderungsprozesses einnehmen?
Geduld haben und das Tempo der betroffenen Person akzeptieren.
Zuversicht vermitteln.
Rückschritte als Teil des Prozesses sehen.
Verständnis und Geduld aufbringen.
Was bedeutet Achtsamkeit?
Achtsamkeit bedeutet, bewusst wahrzunehmen, was in und um uns herum passiert, ohne dies zu bewerten.
Warum ist die eigene Veränderungsmotivation der betroffenen Person wichtig?
Je höher der Leidensdruck und die Motivation, desto eher wird eine Person neue Methoden ausprobieren und umsetzen.
Warum sollte man sich an den Bedürfnissen der betroffenen Person orientieren?
Das, was Außenstehende als problematisch empfinden, ist nicht immer das, was für die betroffene Person am belastendsten ist.
Was ist das Ziel der kommenden Lernhefte?
Techniken, Methoden und Interventionen kennenlernen, um besser mit Symptomen und Verhaltensweisen traumatisierter Personen umzugehen und ihnen Unterstützung zu bieten.
Warum sollte nicht jede Intervention angewendet werden?
Zu viele Interventionen können überfordern und das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken.
Welche traumapädagogische Grundhaltung sollte beachtet werden?
- Jedes Verhalten hat einen guten Grund.
Wertschätzender Umgang mit anderen.
Partizipation der Betroffenen in Entscheidungen.
Transparenz im Handeln.
Freude und Spaß vermitteln.
Wie wählt man Interventionen aus?
Gemeinsam mit der traumatisierten Person unter Berücksichtigung ihres Leidensdrucks und ihrer individuellen Bedürfnisse.
Was zeichnet eine „sichere Person“ aus?
Eine verlässliche, schützende und unterstützende Person, die stabil, gewaltfrei und verständnisvoll ist.
Wie kann das Selbst als sicherer Ort gestärkt werden?
Durch das Erlernen von Bewältigungsstrategien (z. B. Achtsamkeit, Skills) und das Wiedererlangen von Selbstkontrolle und Handlungsfähigkeit.
Wie kann Spiritualität zur Bewältigung von Traumata beitragen?
Sie kann Sinn und Halt geben, wenn sie als unterstützend erlebt wird. Eine bestrafende oder erzwungene Spiritualität kann dagegen belastend sein.
Was bedeutet professionelles Handeln in der traumazentrierten Arbeit?
Professionelles Handeln bedeutet, bewusst in der eigenen Rolle zu agieren, persönliche Anteile zu reflektieren und die Beziehungsgestaltung nicht durch persönliche Bedürfnisse oder Emotionen beeinflussen zu lassen.
Warum ist Reflexion in der traumapädagogischen Arbeit wichtig?
Reflexion hilft, sich eigener Emotionen, Reaktionen und Belastungen bewusst zu werden, um professionell und angemessen auf traumatisierte Personen zu reagieren.
Wie sollte man mit Zurückweisung oder Ablehnung durch traumatisierte Personen umgehen?
Diese Reaktionen sind oft Folgen der Traumatisierung und sollten nicht persönlich genommen werden. Es hilft, Distanz zu wahren und den traumapädagogischen Grundsatz der "Annahme des guten Grundes" zu berücksichtigen.
Warum können eigene Belastungen das professionelle Handeln beeinflussen?
Stress, private Sorgen oder Überlastung können zu unüberlegtem, gereiztem oder unangemessenem Verhalten führen. Es ist wichtig, diese Faktoren zu erkennen und einen Ausgleich zu schaffen.
Wie sollte man mit Fehlern im professionellen Handeln umgehen?
Fehler sind menschlich. Wichtig ist, sie zu reflektieren, sich ggf. zu entschuldigen und daraus zu lernen.
Warum kann es für traumatisierte Kinder und Jugendliche schwer sein, Vertrauen aufzubauen?
Sie haben oft erlebt, dass Erwachsene nur gegen Bezahlung für sie da sind und zweifeln daher an echter Zuneigung.
Wie kann man auf die Sorge reagieren, dass man nur für Geld mit Kindern arbeitet?
Ehrlich sagen, dass man für die Arbeit bezahlt wird, aber sie bewusst gewählt hat, weil man sie gerne macht. Bezahlung schließt Zuneigung nicht aus.
Warum sollte man in der Arbeit mit traumatisierten Personen auf sexualisierte Äußerungen verzichten?
: Solche Äußerungen können retraumatisierend wirken oder bestehende problematische Verhaltensmuster verstärken.
Welche Bedeutung hat Supervision in der professionellen Arbeit?
Supervision hilft, das eigene Handeln zu reflektieren, alternative Verhaltensweisen zu entwickeln und die fachliche Qualität zu verbessern.
Welche Maßnahmen können helfen, einen äußeren sicheren Ort zu schaffen?
Schutz vor Gefahren und Täterpersonen
Bereitstellung einer sicheren Wohnumgebung
Schutz vor negativen Einflüssen (z. B. Internetgefahren)
Struktur und Rituale für Vorhersehbarkeit
Transparenz über Regeln und Konsequenzen
Wie kann Maslows Bedürfnispyramide zur Schaffung eines äußeren sicheren Ortes beitragen?
Die Pyramide hilft, die Bedürfnisse der traumatisierten Person systematisch zu erfüllen – von physiologischen Grundbedürfnissen bis zur Selbstverwirklichung.
Was ist ein innerer sicherer Ort?
Eine mentale Rückzugsmöglichkeit, die Sicherheit bietet. Sie kann real oder imaginär sein, z. B. ein Strand, ein Waldstück oder eine Höhle.
Warum ist das Sicherheitsgefühl eine Grundvoraussetzung für die traumapädagogische Arbeit?
Weil traumatisierte Personen sich oft auch ohne reale Bedrohung unsicher fühlen. Die Arbeit am sicheren Ort hilft, sowohl äußere als auch innere Sicherheit zu schaffen.
Welche fünf sicheren Orte nennt Baierl?
Der äußere sichere Ort
Der innere sichere Ort
Der personale sichere Ort
Das Selbst als sicherer Ort
Spiritualität als sicherer Ort
Welche Aufgabe hat der äußere sichere Ort?
Er soll Grundbedürfnisse erfüllen und eine Umgebung bieten, die Entwicklung und Aufarbeitung ermöglicht.
Welche Fragen stellen trauernde Kinder und Jugendliche häufig?
Häufige Fragen sind: "Habe ich Schuld?", "Sterbe ich bald?", "Was passiert im Tod?", "Was kommt nach dem Tod?" Diese Fragen sollten in Gesprächen sensibel angesprochen werden.
Wie können Kinder und Jugendliche nach einem Verlust unterstützt werden?
Es ist wichtig, Gespräche anzubieten und zuzuhören. Kinder sollten wissen, dass sie nicht alleine sind, und es sollte ein Raum für Fragen und Trauerprozesse geschaffen werden.
Wie kann ein Abschied für trauernde Kinder gestaltet werden?
Kinder sollten auf den Abschied vorbereitet werden. Es kann hilfreich sein, ihnen die Möglichkeit zu geben, den Verstorbenen zu sehen oder ein Abschiedsgeschenk zu machen. Auch nach dem Abschied sollten Gespräche und Begleitung angeboten werden.
Was symbolisiert eine Grabkerze im christlichen Glauben?
Eine Grabkerze symbolisiert die Auferstehung und die Unsterblichkeit der Seele. Sie wird oft auf Friedhöfen entzündet, kann aber auch an anderen Orten als Erinnerung an die Verstorbenen verwendet werden.
Was ist das Besondere an den Trauerritualen in Sulawesi?
Auf Sulawesi werden die Toten über Monate oder Jahre konserviert und als schlafende Familienmitglieder betrachtet, bevor sie in einer kostspieligen Zeremonie mit Festen und dem Schlachten von Büffeln beigesetzt werden.
Was ist das Famadihana Ritual in Madagaskar?
In Madagaskar werden die Toten alle zehn Jahre aus ihren Gräbern geholt, in frische Leinentücher gewickelt und mit Feiern und Tänzen erneut bestattet, um ihre Rolle als Vermittler zwischen den Lebenden und Gott zu ehren.
Wie gehen Kinder im Grundschulalter mit dem Tod um?
Kinder im Grundschulalter begreifen zunehmend die Endgültigkeit des Todes, haben jedoch oft die Vorstellung, dass der Tod etwas mit dem Alter zu tun hat und nicht sie selbst betrifft.
Wie verändern sich die Vorstellungen von Tod bei Jugendlichen?
: Ab dem Jugendalter entwickeln Jugendliche ein komplexeres Verständnis vom Tod und integrieren frühere Verluste. Sie stellen Fragen zu Schuld, Sterblichkeit und dem Leben nach dem Tod.
Was passiert beim Día de los Muertos in Mexiko?
In der Nacht zum ersten November feiern Familien mit den Seelen der Toten. Es ist ein freudiges Fest, bei dem Altäre mit Speisen und Getränken für die Verstorbenen errichtet werden, Straßen sind mit Blumen geschmückt, und es wird gesungen, getanzt und gegessen.
Wie wird in Japan mit dem Tod umgegangen?
In Japan wird der Verstorbene in einem weißen Kimono gekleidet, und Gebete werden für den Übergang in die Unterwelt gesprochen. Der Körper wird eingeäschert, und die Trauerzeit dauert 49 Tage, begleitet von rituellen Zeremonien.
Was ist die Rolle von Ritualen in der Trauer?
Rituale bieten Halt und Sicherheit in der Trauer, indem sie den Trauernden klare Handlungsanweisungen geben. Sie können Ängste lindern, das Gefühl der Gemeinschaft stärken und Trost spenden.
Wie unterscheiden sich Trauerrituale in verschiedenen Kulturen?
Trauerrituale variieren stark zwischen Kulturen. Zum Beispiel wird in Mexiko der Día de los Muertos als freudiges Fest gefeiert, in Japan wird der Verstorbene mit Gebeten und einem weißen Kimono geehrt, und auf der indonesischen Insel Sulawesi werden Tote konserviert und jahrelang im Familienhaus aufbewahrt.
Welche Kriterien müssen für die Diagnose „verlängerte Trauerstörung“ (ICD 11) erfüllt sein?
Intensive Trauerreaktion über mindestens sechs Monate, anhaltende Sehnsucht, soziale Isolation, erhebliche Beeinträchtigung im Alltag.
Warum kann ein Suizid eines Angehörigen besonders belastend sein?
Schuldgefühle, Sinnfragen, Stigmatisierung, erhöhte Suizidalität, psychische Langzeitfolgen.
Welche Interventionen helfen Hinterbliebenen nach einem Suizid?
t: Aufarbeitung traumatischer Bilder, Sinnfragen klären, Umgang mit Schuldgefühlen, Strategien gegen Stigmatisierung.
Welche fünf Trauerphasen beschreibt Kübler-Ross?
: Verdrängung, Wut, Verhandeln, Depression, Akzeptanz.
Welche Merkmale hat die Phase der Verdrängung?
Nicht wahrhaben wollen, Verleugnung des Verlustes („Das kann nicht sein!“).
Welche Symptome können in der depressiven Trauerphase auftreten?
Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug, Schlafprobleme, Appetitlosigkeit, finanzielle Belastungen.
Warum ist es wichtig, nach einem traumatischen Ereignis aktiv zu handeln?
Reduziert das Gefühl der Hilflosigkeit
Gibt Betroffenen das Gefühl von Sicherheit
Fördert das Vertrauen in andere Menschen
Kann langfristig zu einem stärkeren Gemeinschaftsgefühl beitragen
Wie kann man befreundeten Kindern nach einem schweren Unfall psychisch helfen?
Ruhig ansprechen und da sein
Signalisieren, dass ihre Gefühle normal sind
Erklären, was als Nächstes passiert
Sicherheit vermitteln (z. B. „Die Rettungskräfte kümmern sich jetzt.“)
Ablenken oder einfache Fragen stellen, um sie aus der Schockstarre zu holen
Was sind die häufigsten Todesursachen in Deutschland?
: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Krankheiten des Atmungssystems.
Welche Faktoren beeinflussen die Trauerbewältigung?
Alter und Gesundheitszustand des Verstorbenen, Art des Todes (plötzlicher Unfall, Gewaltverbrechen, Suizid), Beziehung zur verstorbenen Person.
Woran erkennt man einen Schockzustand?
Teilnahmslosigkeit, Erstarrung
Fehlende Reaktion auf Ansprache
Zittern, Frieren
Beschleunigter Puls, blasse Haut
Schwindel, Übelkeit, Atemnot
Zusätzliche Anzeichen bei Kindern:
Einnässen, Einkoten
Wiederholende Bewegungen (z. B. Schaukeln)
Zusammenkauern, Wimmern, Schreien
Welche ersten Maßnahmen helfen einer Person nach einem Schock?
In Sicherheit bringen
Kontakt zu anderen Menschen ermöglichen
Körperliche Bedürfnisse stillen (z. B. Decke, warmes Getränk)
Ruhig ansprechen, Zeit geben
Bei Kindern: Körperliche Nähe anbieten, falls erwünscht
Wie kann man Kinder und Jugendliche nach einem belastenden Ereignis unterstützen?
Sie aus der Situation begleiten
Eltern informieren oder Bezugspersonen suchen
Körperliche Nähe anbieten (bei kleinen Kindern nach Erlaubnis)
Ruhig erklären, was passiert und was als Nächstes geschieht
Vor traumatischen Bildern schützen
Was hilft Kindern und Jugendlichen besonders nach einer traumatischen Erfahrung?
Soziale Unterstützung, Sicherheit und Stabilität.
Wie kann man bei der „Ersten Hilfe für die Seele“ nach einem Unfall helfen?
Beruhigend sprechen, warme Kleidung geben, Kinder behutsam berühren, Eltern informieren.
Welche Rolle spielen Selbsthilfegruppen bei der Traumabewältigung?
Sie ermöglichen den Austausch mit anderen Betroffenen und reduzieren das Gefühl der Einsamkeit.
Welche spezifischen Schockreaktionen können bei Kindern auftreten?
Einnässen, sich wiederholende Bewegungen, Wimmern, sich zusammenkauern, Schreien.
Welche Maßnahmen sind in der ersten Hilfe nach einem Schock wichtig?
In Sicherheit bringen, Wärme spenden, beruhigen, Kontakt mit anderen Menschen ermöglichen.
Warum kann es für traumatisierte Kinder hilfreich sein, das Geschehen aus sicherer Entfernung zu beobachten?
Um Ungewissheit zu reduzieren und Katastrophenfantasien zu vermeiden.
Welche Unterstützung kann eine Traumatherapie für Helfer bieten?
Vermittlung von Bewältigungsstrategien, Vermeidung dysfunktionaler Mechanismen (z. B. Alkohol), Ausdruck von Gefühlen.
Welche Anzeichen deuten auf einen Schockzustand hin?
Teilnahmslosigkeit, Zittern, Frieren, blasse Haut, schneller Puls, Atemnot, Schwindel, Übelkeit.
Welche Berufsgruppe wies laut Berger et al. (2012) die höchste PTBS-Rate auf?
sychiatrische Pflegekräfte mit 22%.
Welche Bewältigungsstrategien erhöhen das Risiko für eine PTBS?
Alkoholmissbrauch, Vermeidung, Ablenkung, arbeitsbedingtes Trauma.
Warum zeigen Feuerwehrleute tendenziell weniger Belastungssymptome als Pflegekräfte?
haben eine bessere Vorauswahl, Besprechung vor und nach Einsätzen reduziert Stress.
Warum sind Fachkräfte, die nicht direkt am Unfallort arbeiten, trotzdem traumatisiert?
Der Umgang mit Verletzten, Toten und deren Angehörigen kann belastend sein.
Wer ist neben den Überlebenden von Katastrophen ebenfalls von Traumatisierung betroffen?
Auch Ersthelfer wie Notärzte, Sanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute und Pflegekräfte können aufgrund ihrer Arbeit traumatisiert werden.
Wie hoch war die Inzidenz der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in der Metaanalyse von Dai et al. (2016) innerhalb der ersten neun Monate nach einem Erdbeben?
Die Inzidenz der PTBS lag bei 30%.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko für eine langanhaltende Traumatisierung nach einer Katastrophe?
Geschlecht (Frauen sind häufiger betroffen), Bildungsniveau, Schäden am Eigentum, Verlust von Angehörigen oder Freunden.
Wie hoch war laut Tahernejad et al. (2023) die PTBS-Rate unter Helfern nach einem Erdbebeneinsatz?
Jeder sechste Helfer erkrankte an PTBS.
Warum ist eine frühzeitige Intervention nach einer belastenden Situation wichtig?
Eine schnelle Intervention verbessert die Prognose, da sie Betroffene über normale Reaktionen auf das Trauma aufklärt und psychische Schäden reduzieren oder verhindern kann.
Welche Maßnahmen helfen Helfern, psychische Belastungen zu reduzieren?
Psychologische Screenings vor und nach dem Einsatz
Resilienztraining und Stressbewältigung
Nachbesprechungen nach Einsätzen
Welche Verhaltensweisen erhöhen das Risiko für eine PTBS?
Alkohol- oder Drogenmissbrauch
Vermeidung und Ablenkung
Fehlende emotionale Verarbeitung
Warum ist Traumatherapie wichtig?
Unterstützt Betroffene und Helfer
Fördert den Umgang mit Gefühlen wie Hilflosigkeit
Verhindert langfristige psychische Schäden
Welche Berufsgruppen sind durch ihre Arbeit besonders traumatisierungsgefährdet?
Notärzte, Sanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute, Pflegekräfte.
Wie hoch ist die PTBS-Inzidenz bei Erdbebenüberlebenden?
Innerhalb der ersten 9 Monate: 30 %
Nach mehr als 9 Monaten: 20 %
Wie hoch ist das Risiko für PTBS bei Helfern?
Jeder sechste Helfer in Erdbebengebieten entwickelt eine PTBS.
Welche Symptome zeigen bei Uta eine mögliche PTBS an?
Vermeidungsverhalten (vermeidet Autofahren)
Panikreaktionen und Herzrasen beim Gedanken an das Auto
Albträume und Grübeln über den Unfall
Rückzug aus dem Alltag
Wie viele Arbeitsunfälle ereigneten sich 2022 in Deutschland?
791.698 Arbeitsunfälle, 427 Tote bei der Arbeit, 243 auf dem Arbeitsweg.
Welche psychischen Belastungen können durch Arbeitsunfälle entstehen?
Verlust von Kollegen kann traumatisierend wirken
Schuldgefühle („Hätte man den Unfall verhindern können?“)
Gefühl der eigenen Verletzbarkeit
Was erfasst die Straßenverkehrsunfallstatistik?
Sie erfasst jährlich alle polizeilich aufgenommenen Unfälle im Straßenverkehr mit Personen- oder Sachschaden.
Wie viele Verkehrsunfälle wurden 2022 in Deutschland registriert?
2,4 Millionen Unfälle, davon 2,1 Millionen mit Sachschaden.
Wie viele Menschen wurden 2022 durch Verkehrsunfälle verletzt oder getötet
358.000 Menschen wurden verletzt, 2.782 starben.
Welche psychischen Folgen wurden bei Unfallopfern festgestellt?
25 % der Befragten zeigten psychische Belastungen, die zu Angst-, depressiven oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) führen können.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko für PTBS nach einem Unfall?
Erleben von Hilflosigkeit während des Unfalls
Frühere oder aktuelle Belastungen
Hohe externe Kontrollüberzeugungen (Wahrnehmung fehlender Kontrolle)
Mangel an sozialer Unterstützung nach dem Unfall
Wie wurden Naturkatastrophen in vielen Naturvölkern interpretiert?
Sie wurden oft als Handlungen von Göttern gedeutet, die die Menschen bestrafen. Diese Erklärung vermittelt das Gefühl, einen Schuldigen ausmachen zu können, was wiederum ein Gefühl von Selbstwirksamkeit erzeugt.
Warum können Kinder die Zusammenhänge zwischen menschlichem Verhalten, Klimawandel und Naturkatastrophen oft nicht vollständig verstehen?
Kinder haben Schwierigkeiten, komplexe Zusammenhänge zu erfassen, und neigen dazu, familiäre Aktivitäten (z. B. Autofahren, Fliegen oder Fleischkonsum) als Ursache für Katastrophen zu interpretieren. Diese Schuldzuweisungen sollten in Gesprächen mit Kindern aufgegriffen und korrigiert werden.
Welches Naturereignis verursachte den größten volkswirtschaftlichen Schaden und wie hoch war dieser?
Der Hurrikan Katrina 2005 im Südosten der USA verursachte einen volkswirtschaftlichen Schaden von über 100 Milliarden US-Dollar.
Wie unterscheiden sich tektonisch bedingte und klimabedingte Naturkatastrophen hinsichtlich ihrer Häufigkeit?
Tektonisch bedingte Naturkatastrophen treten über Jahrzehnte relativ konstant auf, während klimabedingte Katastrophen in den letzten Jahren immer häufiger werden.
Was misst der Globale Klima-Risiko-Index (KRI)?
Der KRI erfasst, welche Länder weltweit am häufigsten von extremen Wetterereignissen (wie Überschwemmungen, Hitzewellen, Stürmen) betroffen sind – gemessen an Auswirkungen auf Lebewesen und wirtschaftlichen Schäden im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum BIP.
Welche Länder waren laut KRI in den Jahren 2000–2019 besonders von klimabedingten Naturkatastrophen betroffen?
2019: Mosambik, Simbabwe und die Bahamas.
Zeitraum 2000–2019: Puerto Rico, Myanmar, Haiti und die Philippinen, wobei Stürme und ihre Folgen mehr als 475.000 Menschen das Leben kosteten.
Welche psychologischen Auswirkungen können Naturkatastrophen auf Menschen haben?
Naturkatastrophen führen häufig zu einem Gefühl der Ohnmacht, Machtlosigkeit und Traumatisierung, da die betroffenen Menschen das Unvorhersehbare und Ausgeliefertsein kaum ertragen können.
Was sind Naturkatastrophen?
Naturkatastrophen sind extreme Ereignisse, die die Erdoberfläche oder Atmosphäre verändern und verheerende Auswirkungen auf Lebewesen und die Umwelt haben. Sie sind nicht vorhersehbar und nicht kontrollierbar, was das Gefühl von Hilflosigkeit verstärkt.
Welche Rolle spielen Frühwarnsysteme bei Naturkatastrophen?
In einigen, überwiegend reicheren Industrienationen wurden Frühwarnsysteme installiert, um im Katastrophenfall Menschenleben zu retten. In ärmeren Regionen, die häufig von Naturkatastrophen betroffen sind, fehlen solche Systeme oft.
In welche Kategorien werden die Ursachen von Naturkatastrophen unterteilt?
Tektonische bzw. endogene Ursachen: (z. B. Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis)
Meteorologische bzw. klimatische Ursachen: (z. B. Überschwemmungen, Hitzewellen, starke Unwetter, Wirbelstürme)
Gravitative Ursachen: (z. B. Erdrutsche, Lawinen, Steinschläge)
Sonstige Ursachen: (z. B. extraterrestrische Ereignisse wie Meteoriteneinschläge oder biologische Ursachen wie Schädlingsplagen)
Nenne Beispiele für Naturkatastrophen mit besonders hohen Opferzahlen
2004: Tsunami im Indischen Ozean mit über 220.000 Toten.
2010: Erdbeben auf Haiti mit mehr als 310.000 Todesopfern.
Februar 2023: Schweres Erdbeben in der Türkei und in Syrien mit über 55.000 Toten.
Wer sind in der Mehrzahl der Fälle die Täter häuslicher Gewalt?
In den meisten Fällen wird häusliche Gewalt von Männern verübt
Warum wird Gewalt bei Jungen oft eher toleriert als bei Mädchen?
: In der Gesellschaft dürfen Jungen "wilder" sein, mehr toben und sich raufen. Dadurch lernen sie früh, ihre Stärke zu testen und Gewalt als Mittel zur Durchsetzung einzusetzen.
Welche gesellschaftlichen Rollenbilder beeinflussen das Verhalten in Beziehungen?
Der Mann wird oft als "Versorger" und dominierende Person gesehen, während die Frau als "Fürsorgerin" gilt. Dies kann zu Machtgefällen und Abhängigkeit führen.
Welche drei Typen von männlichen Tätern unterscheidet die Studie von Holtzworth-Munroe und Stuart (1994)?
Familienbezogene Schläger
Dysphorische/Borderline-Schläger
Antisoziale, gewalttätige Schläger
Welche Merkmale haben familienbezogene Schläger?
Gewalt erfolgt meist nur innerhalb der Familie, die Intensität ist gering, psychische und sexualisierte Gewalt treten kaum auf. Diese Männer haben oft soziale Einschränkungen, aber kein grundsätzlich abwertendes Frauenbild.
Welche Eigenschaften haben dysphorische/Borderline-Schläger?
Sie verüben körperliche und psychische Gewalt, sind emotional instabil, häufig von Missbrauchserfahrungen, Alkohol- und Drogenkonsum betroffen und neigen zu Abhängigkeit von der Partnerin. Ihre Gewaltintensität ist mittel bis hoch.
Was kennzeichnet antisoziale, gewalttätige Schläger?
Sie sind die gefährlichsten und unberechenbarsten Täter, sehen Gewalt als legitimes Mittel, haben oft schwere Gewalterfahrungen in der Kindheit gemacht und zeigen starke körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt.
Kann es auch weibliche Täterinnen und Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen geben?
Ja, auch Frauen können die dominante Rolle übernehmen und Gewalt ausüben. Ebenso gibt es häusliche Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen mit ähnlichen Dynamiken.
Warum bleibt häusliche Gewalt oft bestehen?
Abhängigkeitsstrukturen, soziale Normen, finanzielle Zwänge und emotionale Bindungen führen dazu, dass Betroffene oft in der Beziehung bleiben.
Welche Rolle spielen frühe Erziehungserfahrungen für das spätere Verhalten?
Frühe Erlebnisse prägen das Verständnis von Macht, Kontrolle und Konfliktlösung. Wer in einer gewaltgeprägten Umgebung aufwächst, hat ein erhöhtes Risiko, selbst Gewalt anzuwenden
Was sollte eine Notfalltasche enthalten?
Kleidung für einige Tage
Hygieneartikel
Geld
Notwendige Medikamente
Ersatzschlüssel
Falls Kinder betroffen sind: Kleidung, Spielsachen, Schulsachen
Wie kann sich eine betroffene Person im Notfall Hilfe holen?
Nachbarn einweihen, die im Ernstfall die Polizei rufen können
Notrufnummern in der Notfalltasche aufbewahren (falls sie nicht im Handy gespeichert werden können)
Fluchtwege und abschließbare Räume kennen
Warum sollten wichtige Dokumente im Vorfeld kopiert und außerhalb der Wohnung aufbewahrt werden?
Bei einer überstürzten Flucht bleibt keine Zeit, wichtige Unterlagen zu suchen. Dokumente wie Ausweise, Geburtsurkunden und Anträge sollten bei einer Vertrauensperson deponiert werden.
Welche Dokumente sind besonders wichtig für eine Flucht?
Ausweise
Geburtsurkunde
Sparbücher
Anträge oder Genehmigungen (z. B. Kindergeld, Aufenthaltsstatus, Arbeitsagentur-Unterlagen)
Welche Maßnahmen können vor einer möglichen Flucht getroffen werden?
Dokumente kopieren und sicher lagern
Notrufnummern im Handy speichern
Beratung in einer Anwaltskanzlei in Anspruch nehmen
Vertrauenspersonen über die Situation informieren
Was ist das internationale Handzeichen gegen häusliche Gewalt?
Eine Person hebt die Handfläche, knickt den Daumen ein und legt die übrigen Finger langsam darüber.
Welche Schritte umfasst der S.I.G.N.A.L.-Leitfaden?
S – Signal setzen, Gewalterfahrungen ansprechen
I – Interview mit konkreten Fragen
G – Gründliche Untersuchung auf Verletzungen
N – Notieren und Dokumentieren aller Befunde
A – Abklären der Gefährdung und Schutzbedürfnis
L – Leitfaden mit Notrufnummern anbieten
Welche Anlaufstelle hilft Kriminalitätsopfern in Deutschland?
Der gemeinnützige Verein „Weißer Ring“ unterstützt bei Behördengängen, Strafverfahren und bietet psychologische Hilfe.
Welche Herausforderungen gibt es für Frauenhäuser?
Finanzierungsprobleme und fehlender Rechtsanspruch auf Hilfe
Einschränkungen für Frauen mit Behinderungen, Suchterkrankungen oder psychischen Problemen
Bürokratische Hürden für Migrantinnen
Welche Unterstützung gibt es für Männer als Betroffene häuslicher Gewalt?
12 Männerschutzeinrichtungen mit 43 Plätzen (Stand 2022)
Hilfetelefon „Gewalt an Männern“, erreichbar werktags in Deutsch und Englisch
Was ist gewaltförmiger Widerstand (violent resistance)?
Meist von Frauen als Reaktion auf erlebte Gewalt
Kann unmittelbar oder erst nach langer Zeit erfolgen
In seltenen Fällen kommt es zur Tötung des Täters aus Notwehr
Was kennzeichnet die gegenseitige gewaltförmige Kontrolle (mutual violent control)?
Beide Partner*innen versuchen, sich gegenseitig zu kontrollieren und zu dominieren
Gewalt dient nicht nur der Verteidigung, sondern auch der Machtausübung
Sehr selten in Partnerschaften zu finden
Warum wird häusliche Gewalt in der Mehrzahl der Fälle von Männern verübt?
Männliche Gewalt wird oft gesellschaftlich toleriert, da Jungen eher ermutigt werden, ihre Stärke zu testen und Grenzen auszuprobieren. Zudem bestehen traditionelle Rollenbilder, in denen Männer dominieren und Frauen fürsorglich sind.
elche drei Tätertypen identifizierten Holtzworth-Munroe und Stuart (1994)?
Familienbezogene Schläger (40-50%): Gewalt nur innerhalb der Partnerschaft, geringe Intensität, selten psychische oder sexualisierte Gewalt.
Dysphorische/Borderline-Schläger (25%): Körperliche und psychische Gewalt, oft traumatische Vorgeschichte, emotionale Abhängigkeit von der Partnerin.
Antisoziale, gewalttätige Schläger (25%): Hohe Gewaltbereitschaft, oft auch sexualisierte Gewalt, wenig Empathie, gefährlichster Typ.
Welche Dynamik kann in gleichgeschlechtlichen Beziehungen auftreten?
uch hier können dominante und abhängige Rollen entstehen, ähnlich wie in heterosexuellen Beziehungen.
Warum sollte bei häuslicher Gewalt nicht vorschnell gehandelt werden?
Die betroffene Person sollte selbst mitentscheiden, wann und wie sie Hilfe annimmt. In lebensbedrohlichen Fällen oder bei Kindeswohlgefährdung muss jedoch sofort gehandelt werden.
Welche körperlichen Folgen kann häusliche Gewalt haben?
äusliche Gewalt kann zu Prellungen, Wunden, Frakturen, Fehlgeburten und Kopfverletzungen führen. Schläge auf den Kopf können Trommelfellrupturen verursachen, was das Gehör beeinträchtigen kann.
Welche psychosomatischen Beschwerden sind häufig bei Betroffenen häuslicher Gewalt?
Häufig treten Schmerzsyndrome (Kopf-, Rücken-, Brust- und Unterleibsschmerzen), wiederkehrende Übelkeit sowie Magen-Darm-Beschwerden auf.
Welche psychischen Erkrankungen treten bei Betroffenen häuslicher Gewalt häufig auf?
Betroffene entwickeln oft Traumafolgestörungen, Depressionen, Angststörungen, Essstörungen oder zeigen Suizidversuche. Auch das passive Miterleben von Gewalt kann zu psychischen Belastungen führen.
Wie beeinflusst häusliche Gewalt das Selbstbild der Betroffenen?
Häusliche Gewalt kann das Selbstwertgefühl, die Selbstbestimmung und das Selbsterleben erheblich beeinträchtigen und zu langfristigen emotionalen Schäden führen.
Welche sozialen und wirtschaftlichen Folgen kann häusliche Gewalt haben?
Häusliche Gewalt führt oft zu sozialer Isolation und finanzieller Abhängigkeit, insbesondere wenn die Erwerbstätigkeit eingeschränkt oder untersagt wird. Nach einer Trennung leben viele Betroffene an der Armutsgrenze.
Warum ist der Zugang zu Unterstützung für Betroffene oft schwierig?
Betroffene suchen durchschnittlich Kontakt zu sieben Institutionen (z. B. Polizei, Rechtsanwälte, Beratungsstellen, Sozialämter). Dieser hohe Aufwand erfordert viel Energie, Zeit und Kraft.
elche wirtschaftlichen Kosten verursacht häusliche Gewalt?
Kosten entstehen durch Polizeieinsätze, medizinische Behandlungen, Beratungsangebote, Sozialleistungen und Erwerbsausfälle. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit verstärkter Präventionsmaßnahmen.
Welche vier Gewaltmuster unterscheidet Johnson (2008) bei häuslicher Gewalt?
Situative Gewalt (situational couple violence)
Intimate Terrorism (Gewalt zur totalen Kontrolle des Partners/der Partnerin)
Gewaltförmiger Widerstand (violent resistance)
Gegenseitige gewaltförmige Kontrolle (mutual violent control)
Was kennzeichnet die situative Gewalt (situational couple violence)?
Häufigste Form der Partnerschaftsgewalt
Männer und Frauen üben sie gleichermaßen aus
Eskaliert aus Konflikten heraus zu verbaler und körperlicher Gewalt
Sexualisierte oder andauernde psychische Gewalt tritt selten auf
Kann durch Trainingsprogramme oft aufgelöst werden
Was versteht man unter „intimate terrorism“?
Gewaltmuster mit dem Ziel der totalen Kontrolle über die Partnerin/den Partner
Meist männliche Täter
Machtgefälle in der Partnerschaft
Systematische psychische Gewalt (Abwertung, Überwachung, Isolation)
Täter zeigen keine Reue, sondern rechtfertigen ihr Verhalten
Oft gekoppelt mit finanzieller Abhängigkeit des Opfers
Was bedeutet „Coercive Control“ nach Evan Stark?
Systematische psychische Gewalt zur Kontrolle und Unterwerfung
Einschränkung der Freiheit und Entscheidungsfähigkeit der Betroffenen
Strategien: Drohungen, Isolation, Überwachung (Internet, Kleidung, Arbeitsplatzbesuche)
Betroffene empfinden diese Kontrolle oft schlimmer als physische Gewalt
In Großbritannien als Straftat anerkannt
Wie ist die Situation häuslicher Gewalt in gleichgeschlechtlichen Beziehungen?
Studien zeigen, dass häusliche Gewalt in homo- und bisexuellen Beziehungen ähnlich häufig oder häufiger auftritt als in heterosexuellen. Betroffene sprechen seltener darüber, aus Angst vor Stigmatisierung oder mangelnder Unterstützung durch Hilfsorganisationen.
Warum ist psychische Gewalt oft schwer nachzuweisen?
Psychische Gewalt hinterlässt keine sichtbaren Spuren und wird oft von den Betroffenen selbst als "weniger schlimm" empfunden. Sie führen ihr Leid häufig auf eigene Schuld zurück oder fürchten, dass ihnen nicht geglaubt wird.
Welche Folgen kann häusliche Gewalt für betroffene Kinder haben?
Kinder, die häusliche Gewalt miterleben, können schwere psychische Belastungen und Traumatisierungen erfahren. Besonders in Stiefkonstellationen sind sie oft direkt von Gewalt betroffen.
Wann wurde die Istanbul-Konvention beschlossen, und was regelt sie?
Die Istanbul-Konvention wurde am 11. Mai 2011 beschlossen und trat 2018 in Deutschland in Kraft. Sie definiert und bekämpft Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt in jeglicher Form.
Wie häufig tritt häusliche Gewalt auf?
Laut der Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes von 2021 gab es 143.604 Opfer von Partnerschaftsgewalt, wovon 80,3% weiblich waren. 18,3% aller erfassten Straftaten sind Partnerschaftsgewalt. Häufigste Delikte: Körperverletzung, Bedrohung, Stalking.
Welche spezifischen Herausforderungen gibt es für Männer als Opfer häuslicher Gewalt?
Laut Studien erleben 20-40% der betroffenen Personen häusliche Gewalt. Männer erfahren vor allem psychische Gewalt (Beleidigungen, Erniedrigungen) sowie körperliche Angriffe (Schlagen, Treten mit Gegenständen). Viele sprechen nicht darüber, da sie Angst vor gesellschaftlicher Stigmatisierung oder rechtlichen Konsequenzen haben.
Was versteht man unter häuslicher Gewalt?
Häusliche Gewalt umfasst Gewalttaten zwischen Menschen, die gemeinsam unter einem Dach leben oder lebten. Sie betrifft vor allem Frauen, kann aber auch Männer und Kinder betreffen. Kinder erleben Gewalt oft als Zeug*innen oder sind direkt betroffen.
Welche Formen der häuslichen Gewalt gibt es laut der Istanbul-Konvention?
Körperliche Gewalt: Schlagen, Beißen, Fesseln, Zwangsabtreibung, Verstümmelung weiblicher Genitalien.
Sexuelle Gewalt: Ungewollte Berührungen, Vergewaltigung, das Erstellen pornografischer Bilder.
Psychische Gewalt: Demütigungen, Isolation, Kontrolle, Schuldgefühle einfößen.
Ökonomische Gewalt: Finanzielle Abhängigkeit, Verbot der Erwerbstätigkeit.
Digitale Kontrolle: Überwachung durch Kameras oder Tracking.
Stalking: Verfolgung, Telefonterror, ungewollte Geschenke.
Wie kann man sich auf die interkulturelle Arbeit vorbereiten?
Indem man sich bewusst macht, welche Vorurteile man hat, um diese nicht unbewusst in der Beziehung zu Menschen aus anderen Kulturen zu aktivieren.
Was macht die Integration in eine neue Kultur für Flüchtlinge besonders schwierig?
Die Integration fällt schwerer, je größer die kulturellen Unterschiede zur Herkunftskultur sind, insbesondere bei kollektivistischen Gesellschaften und den Individualismus in den Zielländern.
Welche kulturellen Unterschiede gibt es zwischen Flüchtlingen und den Industrienationen?
: Flüchtlinge kommen aus kollektivistischen Gesellschaften, wo das Wir-Gefühl und die Versorgung durch die Gemeinschaft stark ausgeprägt sind. In Industrienationen wird mehr Wert auf individuelle Rechte und Pflichten sowie auf Privatsphäre gelegt.
Warum ist das Wissen über kulturelle Unterschiede wichtig in der Arbeit mit Flüchtlingen?
Es fördert das Verständnis für die Schwierigkeiten, die Flüchtlinge bei der Integration haben, und hilft, diese Herausforderungen besser zu begleiten.
Was sollte man in der Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen in Bezug auf Trauma beachten?
an sollte mit der betroffenen Person über deren kulturelle Erklärungsansätze für das Trauma sprechen und gleichzeitig über die Symptome aufklären, um eine normale Reaktion auf extreme Belastung zu verdeutlichen.
Was darf man in der Arbeit mit Flüchtlingen nicht vergessen?
Man darf die Ressourcen der Flüchtlinge nicht aus den Augen verlieren, sondern sollte auch positiven Erlebnissen Raum geben und ihre Fähigkeiten, Hobbys und sozialen Kontakte fördern.
Warum kann die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen herausfordernd sein?
Sie ist herausfordernd, weil das erlebte Trauma belastend wirkt und Flüchtlinge oft aus einem anderen Kulturkreis stammen.
Wie definiert Gavranidou und Abdallah-Steinkopff (2007) interkulturelle Kompetenz in Bezug auf Traumatherapie?
Interkulturelle Kompetenz umfasst die Kenntnis der eigenen Wertvorstellungen, das Erkennen von Stereotypen und Vorurteilen, die Fähigkeit, Gemeinsamkeiten und Unterschiede wahrzunehmen, sowie die Bereitschaft zur Kommunikation und zum Austausch bei kulturspezifischen Unsicherheiten.
Was ist eine wichtige Voraussetzung für die Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen?
Die interkulturelle Kompetenz, um sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen Kulturen wahrzunehmen und in der Therapie zu nutzen.
Welche traumatischen Erlebnisse erfahren Flüchtlinge in ihrem Heimatland?
Flüchtlinge erleben häufig Gewalt, Terror und Verfolgung. Viele berichten von ermordeten Familienmitgliedern, Bedrohung des eigenen Lebens sowie Bomben- und Raketenangriffen. Ihre Sicherheit und Freiheit sind gefährdet, weshalb sie ihre Heimat verlassen müssen.
Warum kann die Flucht selbst traumatisch sein?
Flüchtlinge geben oft ihr gesamtes Erspartes für Schleuser aus, riskieren ihr Leben auf seeuntauglichen Booten und erleben extreme Bedingungen wie lange Fußmärsche, Hitze, Kälte und mangelnde medizinische Versorgung. Zudem sind sie oft Gewalt, Erpressung oder sexueller Ausbeutung ausgesetzt.
Welche Herausforderungen erleben Flüchtlinge nach der Ankunft im Zielland?
Sie müssen sich mit einer fremden Sprache und Kultur auseinandersetzen, erleben einen sozialen Statusverlust und müssen sich oft neu orientieren. Zudem sind viele Familienverbände durch die Flucht auseinandergerissen, und Angehörige werden vermisst.
Wie kann die interkulturelle Kompetenz in der Arbeit mit Flüchtlingen helfen?
Interkulturelle Kompetenz bedeutet, sich der eigenen Wertvorstellungen und Vorurteile bewusst zu sein, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kulturen zu erkennen und das Wissen über andere Kulturen zu nutzen, um angemessen zu handeln.
Warum ist das Wissen über kulturelle Unterschiede wichtig für die Integration?
Flüchtlinge kommen oft aus kollektivistischen Gesellschaften, in denen die Gemeinschaft stark im Mittelpunkt steht. Industrienationen sind hingegen individualistisch geprägt. Das Wissen um diese Unterschiede hilft, Verständigungsprobleme zu reduzieren und den Integrationsprozess zu erleichtern.
Wie kann man Flüchtlingen im Umgang mit Traumata helfen?
Man sollte ihre individuellen Erklärungsansätze für Traumata respektieren, über Symptome aufklären und betonen, dass ihre Reaktionen auf Belastungen normal sind. Zudem ist es wichtig, Ressourcen wie soziale Kontakte, Hobbys und Entspannungsmöglichkeiten zu fördern.
Welche Organisationen bieten Unterstützung für Betroffene sexualisierter Gewalt?
Wildwasser e.V. bietet Beratung und Prävention für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Zartbitter e.V. richtet sich an betroffene Kinder sowie Eltern und Fachkräfte und arbeitet mit Präventionstheaterstücken.
Ab welchem Alter ist eine Einwilligung in sexuelle Handlungen in Deutschland möglich?
Die Schutzaltersgrenze liegt bei 14 Jahren. Sexuelle Handlungen mit unter 14-Jährigen sind immer strafbar. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren sind Handlungen strafbar, wenn eine Zwangslage ausgenutzt wird, ein Entgelt gezahlt wird oder es sich um Schutzbefohlene handelt.
Welche Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind im Strafgesetzbuch aufgeführt?
Dazu gehören u. a. sexueller Missbrauch von Kindern und Schutzbefohlenen, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung, Besitz und Verbreitung kinderpornografischer Inhalte sowie exhibitionistische Handlungen.
Wie läuft ein Strafverfahren bei sexualisierter Gewalt ab?
Nach einer Strafanzeige ermittelt die Staatsanwaltschaft. Falls ausreichend Beweise vorliegen, wird Anklage erhoben. Während des Gerichtsverfahrens werden Zeug*innen befragt und Beweise geprüft. Das Urteil kann durch Berufung oder Revision angefochten werden.
Warum sollten Betroffene gut über die Konsequenzen einer Strafanzeige informiert werden?
Ein Strafverfahren kann emotional sehr belastend sein. Oft steht Aussage gegen Aussage, und ohne gesicherte Beweise gibt es keine Verurteilung. Die Verjährungsfrist beträgt jedoch bis zu 20 Jahre, sodass eine Anzeige auch später noch möglich ist.
Welche sozialrechtlichen Ansprüche können Opfer von Sexualstraftaten gegenüber Minderjährigen geltend machen?
Seit dem 01. Januar 2024 können Ansprüche nach dem neuen Sozialgesetzbuch XIV geltend gemacht werden, darunter Krankenbehandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen und Fürsorgeleistungen.
Was ist die Genfer Flüchtlingskonvention?
Ein Abkommen von 1951, das die Rechtsstellung von Flüchtlingen regelt, deren Schutz definiert und soziale Rechte sowie Pflichten festlegt.
Welche Rechte haben Flüchtlinge laut Genfer Flüchtlingskonvention?
Dazu gehören u. a. Schutz vor Ausweisung, Zugang zu Gerichten, Wohnraum, Bildung, Arbeit, Religionsfreiheit und Reisedokumente.
Was besagt die „EU-Massenzustrom-Richtlinie“ für ukrainische Geflüchtete?
Seit dem 4. März 2022 erhalten ukrainische Geflüchtete ohne Asylverfahren direkt einen einjährigen Aufenthaltsstatus, der auf drei Jahre verlängert werden kann.
Welche Schritte umfasst das Asylverfahren in Deutschland?
Registrierung, Erstverteilung, Unterbringung, Antragstellung, Dublin-Prüfung, Anhörung, Entscheidung, mögliche Schutzformen, Rechtsmittel und ggf. Ausreise oder Integration.
Welche vier Schutzformen gibt es im deutschen Asylrecht?
1. Asylberechtigung (§16a GG), 2. Flüchtlingsschutz (§3 AsylG), 3. Subsidiärer Schutz (§4 AsylG), 4. Abschiebungsverbot (§60 V und VII AufenthG).
Welche Phasen der Migration beschreibt Sluzki?
1. Vorbereitungsphase, 2. Migrationsphase, 3. Überkompensationsphase, 4. Dekompensationsphase, 5. Integrationsphase.
: Welche Akkulturationsstrategien beschreibt Berry?
Integration (Beibehaltung eigener Kultur + Anpassung), Assimilation (Anpassung ohne eigene Kultur), Separation (Beibehaltung ohne Anpassung), Marginalisierung (Ablehnung beider Kulturen).
Wie kann der Staat zur Integration von Geflüchteten beitragen?
Durch Sprachkurse, Arbeitsmarktintegration, Bildungsangebote, interkulturelle Programme und rechtliche Unterstützung.
Warum fällt es vielen Betroffenen schwer, über sexualisierte Gewalt zu sprechen?
: Betroffene, insbesondere Kinder, haben oft Angst vor Konsequenzen, wie z. B. aus der Familie genommen zu werden. Täter*innen drohen ihnen häufig oder es fehlt ein verständnisvoller Ansprechpartner. Zudem wurde in Studien gezeigt, dass viele nie über den Missbrauch sprechen.
Lernkarte 2
Wie können Fachkräfte ein Gespräch bei einem Verdacht auf sexualisierte Gewalt anregen?
Anstatt den Verdacht direkt auszusprechen, können sie nach dem allgemeinen Befinden oder Sorgen fragen. Beobachtungen sollten vorsichtig mitgeteilt werden, ohne suggestive Fragen zu stellen. Wichtig ist, ein offenes Gespräch zu ermöglichen und zu signalisieren, dass sie als Ansprechpartner da sind.
Warum ist es wichtig, mit Kindern über Sexualität in einer klaren Sprache zu sprechen?
enn Kinder keine Begriffe für ihre Körperteile kennen oder das Thema Sexualität tabuisiert wird, fällt es ihnen schwer, Missbrauch zu benennen oder darüber zu sprechen. Ein sicherer Sprachgebrauch hilft ihnen, sich bei Problemen mitzuteilen.
Was sollte bei der Dokumentation eines Berichts über sexualisierte Gewalt beachtet werden?
Die Dokumentation sollte zeitnah erfolgen, möglichst wortgetreu sein und Datum, Uhrzeit, Ort sowie anwesende Personen enthalten. Änderungen müssen nachvollziehbar markiert werden. Eigene Eindrücke sollten getrennt als subjektive Wahrnehmungen festgehalten werden.
Welche ersten Maßnahmen sollten ergriffen werden, um Betroffenen zu helfen?
Es sollte sichergestellt werden, dass keine weiteren Übergriffe stattfinden. Entscheidungen sollten mit Bedacht getroffen werden, um weitere Traumatisierungen zu vermeiden. Betroffene sollten – je nach Alter und Reife – in Entscheidungen einbezogen werden, um ihnen ein Gefühl der Selbstbestimmung zurückzugeben.
Welche Erkenntnisse lieferte die Dunkelfeldstudie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ (SKiD)?
6% der Frauen und 1,1% der Männer gaben an, innerhalb eines Jahres Opfer eines Sexualdelikts geworden zu sein.
Welche Form sexualisierter Gewalt wurde am häufigsten in der SKiD-Studie genannt?
Das Zeigen von Geschlechtsteilen (bei 3,4% der Frauen, 1% der Männer).
Warum werden viele Sexualdelikte nicht angezeigt?
Opfer schämen sich, fürchten, nicht ernst genommen zu werden oder nicht geglaubt zu bekommen.
Welche Faktoren erhöhen das Risiko, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden?
Familiäre, soziale, kulturelle und individuelle Faktoren wie Isolation, Abhängigkeit oder Missbrauchserfahrungen in der Kindheit.
Warum sind Menschen mit Behinderung besonders gefährdet, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden?
Soziale Isolation, Fremdbestimmung und Abhängigkeit von anderen Personen erhöhen ihr Risiko.
Welche psychischen Folgen kann sexualisierte Gewalt haben?
: Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, selbstverletzendes Verhalten.
Welche körperlichen Folgen kann ein sexueller Übergriff haben?
Veränderungen des Stresssystems, Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung, emotionale und kognitive Probleme.
Warum sind Opfer von Missbrauch häufig erneut gefährdet?
Sie haben oft Schwierigkeiten, ihre eigenen Grenzen zu erkennen und durchzusetzen.
Welche Merkmale haben Täter oder Täterinnen sexualisierter Gewalt?
Fehlendes Einfühlungsvermögen, Bedürfnis nach Macht, Gleichgültigkeit, Missbrauchserfahrungen in der eigenen Kindheit.
Wie viele Täter sind männlich?
Bis zu 90% der Täter sind männlich.
Welche vier Voraussetzungen nennt Finkelhor für eine Tat gegen die sexuelle Selbstbestimmung?
Motivation, Überwindung innerer Hemmnisse, Überwindung äußerer Hemmnisse, Überwindung des Widerstands des Opfers.
: Wie viele Kinder waren 2021 laut Kriminalstatistik von sexuellem Missbrauch betroffen?
15.507 Kinder.
Welche Altersgruppe macht sich besonders häufig strafbar, wenn es um die Verbreitung pornografischer Inhalte geht?
Jugendliche verbreiten vermehrt pornografische Inhalte über soziale Netzwerke.
Warum ist die Häufigkeit sexualisierter Gewalt schwer zu erfassen?
Viele Fälle werden nicht angezeigt oder dokumentiert, sodass eine hohe Dunkelziffer besteht.
Welche Quelle gibt einen Überblick über die dokumentierten Fälle sexualisierter Gewalt?
Die polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts (BKA).
Warum ist die Grenze zwischen Hands-on- und Hands-off-Taten oft fließend?
Weil z. B. Kinder in der Prostitution sowohl zu sexuellen Handlungen mit als auch ohne Körperkontakt gezwungen werden können.
Welche psychischen Auswirkungen kann sexualisierte Gewalt haben?
Gefühle von Scham, Ekel, Wut oder Ohnmacht sowie ein nachhaltiger Vertrauensverlust gegenüber anderen Menschen.
Warum ist der Begriff „Missbrauch“ dennoch zutreffend?
Weil ein erheblicher Missbrauch von Vertrauen und Autorität stattfindet.
Welche zwei Hauptkategorien sexualisierter Gewalt gibt es?
Hands-on-Taten (mit Körperkontakt)
Hands-off-Taten (ohne direkten Körperkontakt)
Was sind Beispiele für Hands-on-Taten?
Penetration (vaginal, anal, oral)
Unangemessene Berührungen der Genitalregion
Was sind Beispiele für Hands-off-Taten?
Verbale sexuelle Belästigung
Exhibitionismus
Fotografieren/Filmen sexueller Handlungen
Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie
Ermöglichung von Kinderprostitution
Welche Arten von Handlungen umfasst der Begriff „sexualisierte Gewalt“?
Strafbare Handlungen (z. B. Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie).
Nicht strafbare Handlungen (z. B. anzügliche Bemerkungen oder Gesten).
Warum wird in der Fachsprache der Begriff „sexualisierte Gewalt“ anstelle von „sexueller Missbrauch“ verwendet?
„Missbrauch“ impliziert fälschlicherweise einen legitimen „Gebrauch“ sexueller Handlungen gegenüber Kindern.
Der Begriff „Gewalt“ betont den Macht- und Gewaltaspekt der Taten stärker.
: Was ist die tertiäre Dissoziation?
Die komplexeste Form, mit mehreren ANPs und EPs, die fast ausschließlich nach frühkindlicher, mehrjähriger Traumatisierung durch Bezugspersonen auftritt und zur dissoziativen Identitätsstörung führen kann.
Wie kann ein dissoziativer Zustand aufgehoben werden?
Durch Aktivierung des ANP, z. B. durch das Lenken der Wahrnehmung auf die Umgebung, bewusste Bewegungen oder die Wiederholung beruhigender Sätze.
Warum ersetzt Ersthilfe keine Therapie?
Weil sie nur kurzfristig hilft, während eine traumatherapeutische Behandlung notwendig ist, um die zugrunde liegenden Traumata zu verarbeiten.
Was versteht man unter sexualisierter Gewalt?
Jede Handlung mit sexuellem Bezug, die gegen den Willen einer Person vorgenommen wird.
Warum ist bei Kindern und Jugendlichen eine besondere Betrachtung notwendig?
Weil sie je nach emotionaler, geistiger und körperlicher Reife einer sexuellen Handlung
Ab welchem Alter geht man allgemein von einer möglichen Zustimmung zu sexuellen Handlungen aus?
Frühestens ab dem 14. Lebensjahr.
Was besagt das Konzept der strukturellen Dissoziation?
Es besagt, dass eine frühe und/oder anhaltende Traumatisierung in der Kindheit dazu führen kann, dass sich die Persönlichkeit des Kindes aufteilt.
Auf welches System bezieht sich die Aufteilung der Persönlichkeit laut Nijenhuis et al. (2011)?
Auf das gesamte dynamische biopsychosoziale System, das die mentalen und verhaltensmäßigen Handlungen des Individuums bestimmt.
Warum kommt es zur Spaltung der Persönlichkeit?
Weil Bewältigungsmuster in der traumatischen Situation versagen und die Integration des Erlebten in das biografische Erleben nur bruchstückhaft gelingt.
Welche Symptome treten bei einer dissoziativen Persönlichkeit auf?
Amnesie, Flashbacks, Betäubungsgefühle und das Hören von Stimmen.
Welche beiden Persönlichkeitsanteile gibt es bei einer gespaltenen Persönlichkeit?
ANP (anscheinend normaler Persönlichkeitsanteil) – vermeidet das Trauma und sichert das alltägliche Funktionieren.
EP (emotionaler Persönlichkeitsanteil) – ist auf das Trauma fixiert und löst Intrusionen, Angst, Betäubung und Erstarren aus.
Was ist die primäre Dissoziation?
Eine Aufteilung in einen ANP und einen EP, die meist mit Typ-I-Trauma verbunden ist und zur PTBS oder Angst- und Zwangsstörungen führen kann.
Was ist die sekundäre Dissoziation?
: Eine Spaltung mit einem ANP und mehreren EPs, die nach mehreren Typ-I-Traumata oder einem Typ-II-Trauma auftritt und häufig mit komplexer PTBS einhergeht.
Welche Faktoren beeinflussen die Entwicklung eines Kindes?
Innere Faktoren (biologische Reife)
Äußere Faktoren (Umwelt, Erwartungen)
Individuelle Bedürfnisse
Warum kann eine gewaltvolle Umgebung dazu führen, dass ein Kind später selbst Gewalt ausübt?
Weil es entweder keine alternativen Problemlösestrategien gelernt hat oder Gewalt als Mittel zur Kontrolle erlebt hat.
Wie kann man Entwicklungsverzögerungen bei traumatisierten Kindern erkennen und fördern?
Durch die Betrachtung des Entwicklungsalters statt des chronologischen Alters und gezielte Förderung verpasster Entwicklungsschritte.
Warum sind Säuglinge und Kleinkinder auf Bezugspersonen angewiesen?
Sie benötigen Versorgung, körperlichen Schutz sowie Nähe und Zuwendung, um ihr Grundbedürfnis nach Bindung zu erfüllen.
Wie reagieren Erwachsene auf die Signale von Säuglingen?
Sie reagieren intuitiv auf das Kontaktverhalten von Säuglingen, wodurch eine Bindung entsteht.
Was kennzeichnet eine sichere Bindung?
Eine verlässliche Beziehung mit vorhersehbaren Reaktionen, die emotionale Sicherheit und Schutz bietet.
Wann wird das Bindungssystem eines Säuglings aktiviert?
Bei Stress und Belastung, um Nähe zur Bezugsperson zu suchen.
Warum binden sich Kinder auch an vernachlässigende oder misshandelnde Eltern?
Weil diese konstant verfügbar sind, auch wenn die Bindungsqualität leidet.
Welche Vorteile hat eine sichere Bindung?
Erhöhte Frustrationstoleranz, konstruktiver Umgang mit Konflikten, stabile Freundschaften, stärkere Empathie und bessere kognitive Leistungen.
Welche unsicheren Bindungsformen gibt es?
Unsicher-vermeidende Bindung – entsteht, wenn die Bezugsperson wenig auf Bedürfnisse eingeht.
Unsicher-ambivalente Bindung – entsteht bei inkonsistentem Verhalten der Bezugsperson.
Desorganisierte Bindung – entsteht durch traumatische Erfahrungen mit der Bezugsperson.
e: Welche Folgen kann eine desorganisierte Bindung haben?
Schwierigkeiten in der Emotionsregulation, starke Angst, Erstarren oder Gehemmtheit in Stresssituationen.
Welche Störungen sind in der ICD-11 im Zusammenhang mit Bindungsproblemen aufgeführt?
Reaktive Bindungsstörung
Störung der sozialen Bindung mit enthemmtem Verhalten
Warum sollten Kinder nicht vorschnell von ihren Eltern getrennt werden?
Frühe oder häufige Trennungen können zu chronischem Stress im Erwachsenenalter führen.
Was sind Entwicklungsaufgaben?
Fähigkeiten und Anpassungsleistungen, die Kinder auf bestimmten Entwicklungsstufen erlernen müssen.
Was sind Kindheitstraumata?
Kindheitstraumata sind traumatische Erlebnisse in der Kindheit, die häufig durch Bezugspersonen verursacht werden oder aus deren Belastungen resultieren.
Welche Arten von Kindheitstraumata unterscheidet die ACE-Studie?
Die ACE-Studie unterscheidet zwischen Misshandlungen (z. B. sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung) und traumatischen Erfahrungen durch dysfunktionale Familienverhältnisse (z. B. psychische Erkrankung eines Elternteils, häusliche Gewalt).
Welche langfristigen Folgen können Kindheitstraumata haben?
Sie können die Bindungsqualität beeinträchtigen, die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung stören und das Risiko für gesundheitliche Probleme wie Depressionen, Herzkrankheiten oder Suchtverhalten erhöhen.
Welche Misshandlungsformen gibt es laut Definition?
Sexueller Missbrauch: Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung.
Körperliche Misshandlung: Bewusste Gewaltanwendung, die Verletzungen verursacht oder potenziell verursachen kann.
Emotionale Misshandlung: Kontinuierliche Abwertung des Kindes, Demütigungen, soziale Isolation.
Körperliche Vernachlässigung: Unzureichende Erfüllung der Grundbedürfnisse (Ernährung, Kleidung, Hygiene).
Was besagt das Dosis-Wirkungsprinzip in Bezug auf Kindheitstraumata?
: Je mehr belastende Kindheitserfahrungen (ACEs) eine Person erlebt, desto höher ist ihr Risiko für psychische und physische Erkrankungen.
Welche gesundheitlichen Risiken sind mit mehreren ACEs verbunden?
Erhöhtes Risiko für Depressionen, Suizidversuche, Herzkrankheiten, Diabetes, Krebs und soziale Probleme.
Wie kann sich Kindheitstraumata in verschiedenen Altersstufen äußern?
Kleinkinder: Erstarren, Weinen, Untergewicht.
Kindergartenalter: Selbstzweifel, Scham, Schuldgefühle.
Grundschulalter: Ambivalenz zwischen Angst und Hoffnung auf Besserung.
Schulkinder: Vergleich mit Gleichaltrigen, Bewusstsein über Ungerechtigkeit der eigenen Situation.
: Was zeigt die ACE-Pyramide?
Die ACE-Pyramide veranschaulicht die langfristigen Folgen von Kindheitstraumata, von neurobiologischen Störungen über gesundheitliches Risikoverhalten bis hin zu schweren Krankheiten oder vorzeitigem Tod.
Warum ist emotionale Misshandlung schwerer zu erkennen als körperliche Misshandlung?
Emotionale Misshandlung und Vernachlässigung sind oft subtiler und schwerer zu beobachten, werden aber dennoch mit langfristigen psychischen und sozialen Problemen in Verbindung gebracht.
Welche Faktoren beeinflussen die Schwere der Auswirkungen eines Kindheitstraumas?
Die Schwere der Traumatisierung, die Dauer, das Alter und der Entwicklungsstand des Kindes sowie das Vorhandensein weiterer Traumatisierungen.
Was sind die häufigsten belastenden Kindheitserlebnisse laut der deutschen Studie von Witt et al. (2019)?
Trennung oder Scheidung der Eltern, Alkohol- und Drogenmissbrauch in der Familie, emotionale Vernachlässigung und Misshandlung.
: Welche zwei Cluster von belastenden Kindheitserfahrungen gibt es in der ACE-Studie
Direkte Misshandlungen (z. B. sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung, emotionale Misshandlung)
Dysfunktionale Familienverhältnisse (z. B. häusliche Gewalt, Suchtprobleme der Eltern, Inhaftierung eines Angehörigen)
Warum gibt es keine einheitlichen Definitionen für Misshandlungsformen?
Weil kulturelle und gesellschaftliche Aspekte beeinflussen, was als Misshandlung oder vertretbare Erziehungsmethode angesehen wird.
Warum kann eine einmalige körperliche Strafe problematisch sein?
Sie kann sich zu einem Muster entwickeln, wenn Eltern dauerhaft überfordert sind, was das Risiko für Misshandlung erhöht.
Was sind mögliche Ursachen für Vernachlässigung?
Mangelndes Wissen über kindliche Entwicklung, psychische Erkrankungen oder Belastungen der Eltern, kognitive Defizite oder bewusste Vernachlässigung.
Welche psychischen Folgen können Kindheitstraumata langfristig haben?
Erhöhte Wahrscheinlichkeit für Depressionen, Angststörungen, Suizidgedanken oder eine reduzierte Lebenszufriedenheit.
Welche körperlichen Folgen können durch Kindheitstraumata entstehen?
Erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Diabetes, Übergewicht oder Krebserkrankungen.
Warum sind kumulative Effekte von Kindheitstraumata besonders problematisch?
Mehrere ACEs erhöhen das Risiko für gesundheitliche und soziale Probleme sprunghaft.
Wie kann man gesundheitliches Risikoverhalten nach Kindheitstraumata erklären?
Negative Kindheitserfahrungen können neurobiologische Entwicklungsstörungen verursachen, die zu emotionalen, sozialen oder kognitiven Beeinträchtigungen und in Folge zu ungesundem Verhalten wie Rauchen, Alkoholmissbrauch oder schlechter Ernährung führen.
Was sind mögliche Interventionsmöglichkeiten bei Kindheitstraumata?
Früherkennung, psychosoziale Unterstützung, Förderung der Resilienz, therapeutische Maßnahmen und präventive Elternprogramme.
Was versteht man unter einem pränatalen Trauma?
Ein pränatales Trauma bezieht sich auf belastende Ereignisse während der Schwangerschaft, wie z. B. Ablehnung durch die Mutter, Abtreibungsversuche, Alkohol- und Drogenkonsum oder starken mütterlichen Stress.
Welche äußeren Faktoren können ein ungeborenes Kind traumatisieren?
Ablehnung oder Abtreibungsversuche
Alkohol- und Drogenkonsum der Mutter
Einnahme nicht zugelassener Medikamente
Stress und Angst der Mutter
Gewalt gegen die Mutter während der Schwangerschaft
Blutungen oder invasive medizinische Eingriffe
Welche Faktoren können ein Trauma während der Geburt auslösen?
Starke Schmerzen der Mutter
Sauerstoffmangel des Babys
Kaiserschnitt
Einsatz von Medikamenten oder Hilfsmitteln (z. B. Saugglocke)
Welche Situationen können direkt nach der Geburt traumatisch sein?
Versorgung im Brutkasten
Ablehnung durch die Mutter
Notwendige operative Eingriffe am Neugeborenen
. Welche Anzeichen können auf ein sehr frühes Trauma hinweisen?
Mögliche Symptome sind:
Existenzängste
Stressüberflutung
Verlust- und Verlassenheitsängste
Körperliche Reaktionen wie Hyperventilation, Panikattacken oder Erstarren ohne erkennbaren Anlass
Wie kann eine Mutter die Schwangerschaft als traumatisch erleben?
Wenn das Kind ungewollt ist, beispielsweise durch Vergewaltigung entstanden ist oder wenn eine vorherige Fehlgeburt zu Ängsten führt.
Welche Auswirkungen kann eine traumatische Geburt auf die Mutter haben?
Retraumatisierung
Schwierigkeiten, das Kind anzunehmen
Erhöhtes Stressniveau
Bedürfnis nach Unterstützung und Verarbeitung des Erlebten
Warum kann ein Kaiserschnitt für manche Mütter traumatisch sein?
Einige Mütter empfinden einen unerwarteten Kaiserschnitt als belastend, da sie sich nicht von der Schwangerschaft verabschieden konnten oder das Baby nicht sofort halten durften.
Warum suchen manche Mütter nach der Geburt Unterstützung in der Traumaberatung?
Weil sie Schwierigkeiten haben, das Erlebte zu verarbeiten, insbesondere nach einer belastenden Schwangerschaft oder Geburt.
Wann beginnt das Leben eines Menschen?
Das Leben eines Menschen beginnt nicht erst mit der Geburt, sondern bereits im Mutterleib.
Können Föten Erinnerungen abspeichern?
Ein Fötus kann Erinnerungen nicht aktiv abspeichern, aber Einflüsse während der Schwangerschaft und Geburt werden implizit gespeichert.
Welchen Einfluss haben pränatale Erfahrungen auf die spätere Entwicklung?
Pränatale Erfahrungen beeinflussen die Entwicklung des Gedächtnisses, der späteren Bindung und der Persönlichkeit.
Wie können negative Ereignisse während der Schwangerschaft das ungeborene Kind beeinflussen?
Sie können sowohl körperliche als auch emotionale Spuren hinterlassen und möglicherweise zu einer Traumatisierung führen.
: Was misst die "Impact of Event Scale - Revised (IES-R)"?
: Die IES-R erfasst die Belastung eines Traumas in den Bereichen Intrusion (Wiedererleben des Traumas), Vermeidung und Übererregung. Sie wird sowohl zur Diagnose als auch zur Verlaufskontrolle von Traumafolgesymptomen verwendet.
Welche Symptome sind bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen häufig?
Häufige Symptome sind Ängste, Dissoziationen, Schlafstörungen, depressive Stimmungen, Konzentrationsstörungen und körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen.
Was erfasst die TraumaSymptom-Checkliste für Kinder und Jugendliche (TSC-KJ)?
Die TSC-KJ erfasst Symptome von Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen, darunter Ängste, Dissoziationen, Ärger und auffälliges Verhalten. Sie hilft dabei, die Auswirkungen von Traumata auf das Verhalten zu verstehen.
Was ist ein psychopathologischer Befund und warum ist er wichtig?
Der psychopathologische Befund umfasst die Untersuchung von Aspekten wie Orientierung, Gedächtnis, Antrieb und Stimmung. Er liefert wichtige Informationen für die Diagnose psychischer Störungen und ist eine Grundlage für die Therapieplanung.
Was ist der Unterschied zwischen „erzählen“ und „erleben“ in der Biografiediagnostik?
„Erzählen“ bezieht sich auf die Schilderung von Lebensereignissen, während „erleben“ auf das tatsächliche subjektive Erleben und die Bedeutung dieser Ereignisse für die Person hinweist. Beide Perspektiven sind wichtig, um ein vollständiges Bild zu erhalten.
Warum sollte nach einem Trauma eine Diagnostik erfolgen, auch wenn Symptome schon sichtbar sind?
Diagnostik hilft, den Grad der Belastung festzustellen, passende Hilfsangebote zu entscheiden und andere Störungen auszuschließen. Sie ist besonders wichtig bei widerstandsfähigen Kindern, bei denen eine psychische Störung durch hohe Belastung möglicherweise kompensiert wird.
Was ist die Bedeutung von Diagnostik im psychotherapeutischen Kontext nach einem Trauma?
Diagnostik bezieht sich nicht nur auf Symptome, sondern auch auf die Fähigkeiten, Ressourcen und aufrechterhaltende Faktoren der betroffenen Person. Sie hilft bei der Identifikation von Stärken und Defiziten für eine gezielte Hilfeplanung.
Was umfasst das Multiaxiale Klassifikationsschema (MAS) bei der Diagnostik?
: Das MAS ist ein Instrument zur Einordnung von psychischen Störungen. Es umfasst sechs Achsen:
1) klinisch-psychiatrische Syndrome,
2) Entwicklungsstörungen,
3) Intelligenzniveau,
4) somatische Erkrankungen,
5) psychosoziale Umstände,
6) psychosoziales Funktionsniveau.
Welche Informationen liefert die fünfte Achse des MAS?
Die fünfte Achse erfasst psychosoziale Umstände, wie belastende äußere Faktoren (z.B. Misshandlungen, Migration, Verfolgung) und deren Einfluss auf die Person.
Was ist ein psychopathologischer Befund?
Der psychopathologische Befund umfasst die Beobachtung der aktuellen Symptomatik einer Person, einschließlich Orientierung, Gedächtnis, Sprache, Antrieb, Stimmung, Denk- und Ich-Störungen.
Welche Diagnoseinstrumente können in der Traumadiagnostik verwendet werden?
Symptomfragebögen (z.B. TSC-KJ), Konzentrations- und Intelligenztests, Interviewverfahren, projektive Tests und traumaspezifische Fragebögen wie das Essen Trauma Inventar (ETI) sind gebräuchliche Instrumente.
Was versteht man unter Biografiediagnostik?
Biografiediagnostik erfasst die lebensgeschichtlichen Daten einer Person und berücksichtigt subjektive Wahrnehmungen und Deutungen der betroffenen Person in einem offenen Interview.
Was ist Lebensweltdiagnostik und wie wird sie durchgeführt?
Die Lebensweltdiagnostik erfasst das soziale Umfeld einer Person und ihre Einbindung darin. Ein Genogramm wird erstellt, um komplexe Beziehungsstrukturen sichtbar zu machen.
Was zeigt ein Genogramm?
Ein Genogramm ist eine bildliche Darstellung von Familienbeziehungen über Generationen hinweg. Es zeigt Verbindungen, wichtige Lebensereignisse und auch psychische Erkrankungen oder andere relevante Aspekte.
Was ist das „soziale Atom“ und wie wird es verwendet?
: Das soziale Atom zeigt die emotionalen Beziehungen einer Person zu wichtigen Menschen in ihrem Umfeld, wobei auch Konflikte und negative Beziehungen erfasst werden.
Was ist das Hauptziel der Diagnostik nach einem Trauma?
Ziel ist ein umfassendes Verständnis der aktuellen Lebenssituation, das hilft, eine bedarfsgerechte Hilfe zu planen und die Kommunikation im Team zu erleichtern.
Was ist die klassifikatorische Diagnostik und wie wird sie durchgeführt?
e klassifikatorische Diagnostik bezieht sich auf die Einordnung von Symptomen in ein Klassifikationssystem, wie z.B. die ICD-11. Sie umfasst die Feststellung von Diagnosen durch Ärzte oder approbierte Psychotherapeuten.
Was versteht man unter ICD 11 im Kontext der Diagnostik?
Die ICD-11 (International Classification of Diseases) ist ein global anerkanntes System zur Klassifikation von Krankheiten und psychischen Störungen. Es hilft bei der Diagnosefindung und der Einordnung von Symptomen.
Was versteht man unter narrativ-biografischer Diagnostik?
Die narrativ-biografische Diagnostik erfasst die Biografie einer Person und ihre subjektiven Erlebnisse. Hypothesen werden über das „erzählte“ Leben (was berichtet wird) und das „gelebte“ Leben (was besonders hervorgehoben wird) gebildet.
Was ist das diagnostische Fallverstehen nach Heiner (2013)?
Das diagnostische Fallverstehen nach Heiner umfasst drei Bereiche: die klassifikatorische Diagnostik, die Biografiediagnostik und die Lebensweltdiagnostik. Es hilft dabei, das Leben einer traumatisierten Person umfassend zu verstehen.
Warum ist die subjektive Wahrnehmung in der Diagnostik wichtig?
Subjektive Wahrnehmungen und Deutungen sind entscheidend, da sie die individuelle Erfahrung und Bedeutung von Ereignissen widerspiegeln. Dies hilft, die spezifischen Bedürfnisse und die Lebenswelt der betroffenen Person zu verstehen.
Wann ist eine Diagnostik nach einem Trauma besonders wichtig?
: Eine Diagnostik ist besonders wichtig bei widerstandsfähigen Kindern oder Jugendlichen, die trotz hoher Belastung funktionieren, um versteckte psychische Störungen zu erkennen, die unter Anstrengung kompensiert werden.
Was ist das Hauptziel der Biografiediagnostik?
: Das Ziel der Biografiediagnostik ist es, die persönlichen Erfahrungen und Wahrnehmungen einer Person im Zusammenhang mit lebensgeschichtlichen Ereignissen zu erfassen und zu verstehen, wie diese Ereignisse das Leben beeinflussen.
Warum ist es wichtig, Ressourcen in der Diagnostik zu erfassen?
Die Erfassung von Ressourcen (Stärken und Fähigkeiten) ist wichtig, da sie als Grundlage für eine effektive Hilfeplanung dienen und helfen, positive Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen.
Wie hilft ein Genogramm bei der Diagnostik von traumatisierten Personen?
Ein Genogramm visualisiert familiäre Beziehungen und belastende Ereignisse über mehrere Generationen hinweg. Es kann Einblicke in familiäre Strukturen und mögliche Einflussfaktoren auf das Trauma der betroffenen Person geben.
Wie verläuft eine PTBS typischerweise?
Bei ca. 50 % bilden sich die Symptome innerhalb eines Jahres ohne Behandlung zurück.
In 30 % der Fälle verläuft sie chronisch, trotz Behandlung.
Was versteht man unter Komorbidität?
Das gleichzeitige Bestehen mehrerer psychischer Störungen, z. B. PTBS und Suchterkrankung.
Welche häufige komorbide Störung tritt bei PTBS auf?
Suchterkrankung
Warum treten Suchterkrankungen häufig zusammen mit PTBS auf?
Betroffene versuchen, innere Anspannung und Erinnerungen mit Substanzen zu lindern.
Substanzen betäuben psychische und/oder körperliche Schmerzen.
Drogensucht kann das Risiko für die Entwicklung einer PTBS erhöhen.
Warum werden neue Studien zur Prävalenz psychischer Störungen erwartet?
Durch die Einführung neuer Diagnosen in die ICD-11 werden in den nächsten Jahren vermehrt Studien zur Auftretenshäufigkeit publiziert.
Wie häufig entwickelt sich nach einer Vergewaltigung eine PTBS?
90 % der Betroffenen zeigen eine akute Belastungsreaktion.
Etwa 50 % entwickeln eine PTBS.
Was gibt die Prävalenz an?
Die Prävalenz gibt an, wie häufig ein Krankheits- oder Störungsbild in der Bevölkerung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem Zeitraum auftritt.
Warum handelt es sich bei Prävalenzangaben um Hochrechnungen?
Weil nicht alle Menschen befragt oder untersucht werden können, basieren Prävalenzangaben auf Hochrechnungen.
Wie hoch ist die Einmonatsprävalenz einer PTBS in Deutschland laut Frommberger et al. (2014)?
Unter 60-Jährige: 1,3–1,9 %
Über 60-Jährige: 3,4 %
Welches Geschlecht ist häufiger von einer PTBS betroffen?
Frauen sind zwei- bis dreimal häufiger betroffen als Männer.
Warum sind trotz häufigerer Traumata bei Männern mehr Frauen von PTBS betroffen?
Männer erleben häufiger Traumata durch Kriege, Unfälle und Gewalt, während Frauen häufiger interpersonelle Traumata wie sexuelle Belästigung, Missbrauch und Misshandlungen erleben, die mit einem höheren Risiko für PTBS verbunden sind.
Welche Traumaform hat das höchste Risiko für die Entwicklung einer PTBS?
Ein absichtlich herbeigeführtes, interpersonelles Trauma, z. B. eine Vergewaltigung.
Was ist der Zweck von Dissoziationen bei hohem Stress?
Dissoziationen schützen den Körper, indem das Gehirn bestimmte Bereiche „herunterfährt“ oder „abschaltet“, um extreme negative Gefühle oder Schmerzen zu reduzieren.
Wann können dissoziative Zustände auftreten?
Sie können bei extremem Stress oder einer Bedrohung für den Körper oder das Leben auftreten, insbesondere in traumatischen Situationen.
Wann sind Dissoziationen dysfunktional?
Wenn sie in objektiv ungefährlichen Situationen auftreten und von der betroffenen Person nicht
Therapie Störung der sozialen Bindung mit enthemmtem Verhalten und reaktive Belastungsstörung
Stabilisierung der Betreuung: Schaffung einer sicheren und stabilen Bezugsperson oder Pflegeumgebung.
Beziehungsförderung: Aufbau von sicherem Bindungsverhalten durch konstante und einfühlsame Betreuung.
Traumatherapie: Bearbeitung von Erfahrungen schwerer Vernachlässigung oder Misshandlung.
Psychoedukation: Aufklärung von Pflege- und Betreuungspersonen über die Bedürfnisse des Kindes.
Spieltherapie: Förderung des emotionalen Ausdrucks und der sozialen Interaktion.
Definition akute Belastungssituation
Die akute Belastungsreaktion ist eine vorübergehende psychische und körperliche Reaktion auf ein extrem bedrohliches oder belastendes Ereignis. Die Symptome treten unmittelbar nach dem Ereignis auf und klingen meist innerhalb weniger Tage oder nach Verlassen der bedrohlichen Situation ab.
Symptome akute BElastungssituation
Körperliche Reaktionen:
Schwitzen
Beschleunigter Puls
Zittern
Atemnot
Emotionale Symptome:
Angst, Verzweiflung
Trauer, Wut
Gefühl der Hilflosigkeit
Verhaltenssymptome:
Sozialer Rückzug
Desorientierung oder Verwirrtheit
Übermäßige Wachsamkeit oder Schreckhaftigkeit
Auslöser akute Belastungssituationen
Extrem belastende Ereignisse:
Naturkatastrophen (z. B. Erdbeben, Überschwemmungen)
Schwere Unfälle
Kampfhandlungen oder Terroranschläge
Sexualisierte oder körperliche Gewalt
Plötzlicher Verlust nahestehender Persone
Diagnose akute Beslastungssituation
Gehört nicht zu den "stressespezifischen Störungen", sondern zu den Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen oder zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen (ICD-11).
Diagnose ermöglicht ärztliche oder therapeutische Beratung und eine Kurzintervention.
Wird nur gestellt, wenn die Symptome kurzfristig auftreten und nach wenigen Tagen abklingen.
Falls Symptome anhalten oder zu einer längerfristigen Beeinträchtigung führen → mögliche Umwandlung in PTBS oder Anpassungsstörung.
Therapie akute Belastungssituation
Therapie / Interventionen:
Akute Maßnahmen:
Sicherstellung von Schutz und Stabilität (z. B. durch medizinische Betreuung oder sichere Umgebung).
Beruhigung und emotionale Unterstützung.
Psychoedukation über normale Stressreaktionen.
Kurzinterventionen:
Gesprächstherapie zur Bewältigung der belastenden Erfahrung.
Entspannungstechniken zur Reduktion körperlicher Symptome.
Vermeidung von Re-Traumatisierung (z. B. durch unnötige Konfrontation mit dem Ereignis).
Langfristige Maßnahmen (bei anhaltenden Symptomen):
Weiterführende Psychotherapie (z. B. kognitive Verhaltenstherapie).
Medikamentöse Unterstützung in schweren Fällen (z. B. bei Schlafstörungen oder starker Angst).
Definition Anpassungsstörungen
Die Anpassungsstörung ist eine psychische Reaktion auf belastende Lebensereignisse oder Veränderungen, die deutlich über das hinausgeht, was als normale Anpassung gilt. Sie ist durch emotionale und/oder Verhaltenssymptome gekennzeichnet, die innerhalb von 3 Monaten nach dem auslösenden Ereignis auftreten und den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Symptome Anpassungsstörungen
Depressive Verstimmungen, Hoffnungslosigkeit.
Angst, Überforderung, innere Unruhe.
Reizbarkeit oder Aggressivität.
Kognitive Symptome:
Konzentrationsstörungen.
Grübeln oder Entscheidungsschwierigkeiten.
Rückzug aus sozialen Kontakten.
Fehlanpassung im beruflichen oder schulischen Umfeld.
Risikoverhalten, wie übermäßiger Konsum von Alkohol oder Drogen.
Körperliche Symptome:
Schlafstörungen, Müdigkeit.
Psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden
Ursachen Anpassungsstörungen
Belastende Lebensereignisse:
Verlust eines Angehörigen, Scheidung, Arbeitsplatzverlust.
Erkrankung oder Unfall.
Migration oder kulturelle Anpassung.
Persönliche Risikofaktoren:
Fehlende Bewältigungsstrategien.
Frühere psychische Erkrankungen.
Geringe soziale Unterstützung.
Individuelle Reaktionsmuster:
Empfindlichkeit gegenüber Stress.
Negative Gedankenmuster.
Kompllikationen Anpassungsstörungen
Übergang in chronische psychische Störungen wie Depressionen oder Angststörungen.
Erhöhtes Risiko für Substanzmissbrauch oder Abhängigkeit.
Soziale Isolation oder Konflikte im sozialen Umfeld.
Berufliche oder schulische Beeinträchtigungen.
In schweren Fällen: Suizidgedanken oder -handlungen.
Diagnose Anpassungsstörungen
Kriterien nach ICD-10/ICD-11:
Auftreten von Symptomen innerhalb von 3 Monaten nach einem belastenden Ereignis.
Symptome sind stärker als normal und führen zu einer deutlichen Beeinträchtigung des Alltags.
Dauer: Die Symptome halten nicht länger als 6 Monate nach Ende der Belastung an (chronische Form möglich).
Differenzialdiagnostik:
Abgrenzung zu anderen Störungen wie Depression, PTBS oder Angststörungen.
Anamnese:
Erhebung des auslösenden Ereignisses und der individuellen Belastung.
Screening-Tools:
Fragebögen wie der "Adjustment Disorder New Module" (ADNM).
Therapie Anpassungsstörungen
Therapie:
Psychotherapie:
Kognitive Verhaltenstherapie (CBT): Arbeit an negativen Denkmustern und Bewältigungsstrategien.
Stressbewältigungstraining: Förderung der Resilienz und Umgang mit belastenden Situationen.
Interpersonelle Psychotherapie (IPT): Verbesserung der sozialen Unterstützung.
Medikamentöse Therapie:
Kurzfristig möglich: Antidepressiva (z. B. SSRI) oder Beruhigungsmittel (z. B. Benzodiazepine), jedoch mit Vorsicht.
Entspannungstechniken:
Progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitstraining.
Psychoedukation:
Information über die Störung und Förderung eines besseren Verständnisses für Stressbewältigung.
Pflegerische Maßnahmen ANpassungsstörungen
Emotionale Unterstützung: Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung, aktives Zuhören.
Förderung von Bewältigungsstrategien: Anleitung zu Stressmanagement und Problemlösungsstrategien.
Stärkung der Selbstwirksamkeit: Patienten motivieren, eigene Ressourcen zu erkennen und zu nutzen.
Strukturierung des Alltags: Unterstützung bei der Planung von Tagesabläufen und Ermutigung zu positiven Aktivitäten.
Förderung sozialer Kontakte: Patienten dazu ermutigen, Unterstützung aus dem Umfeld zu suchen und Isolation zu vermeiden.
Krisenintervention: Bei akuten Belastungen stabilisierend und deeskalierend eingreifen.
Psychoedukation: Aufklärung über die Störung und deren vorübergehenden Charakter.
Allgemeine Definition Psychische Störungen bei Kindern
Psychische Störungen bei Kindern können ein anderes Erscheinungsbild als bei Erwachsenen haben. Die ICD-11 unterscheidet spezifische Diagnosen, um Traumatisierungen im Kindesalter durch unzureichende Betreuung, Vernachlässigung oder Misshandlung zu erfassen.
Definition reaktive Bindungsstörungen
Die reaktive Bindungsstörung tritt bei Kindern auf, die aufgrund von schwerer Vernachlässigung oder Misshandlung kein angemessenes Bindungsverhalten entwickeln. Diese Kinder suchen kaum Trost, Unterstützung oder Sicherheit bei erwachsenen Betreuungspersonen.
Symptome Reaktive Bindungsstörungen
Fehlender Kontakt zu Betreuungspersonen, um Trost oder Unterstützung zu suchen.
Kein typisches Bindungsverhalten bei Unsicherheit oder Angst.
Emotionale Zurückhaltung oder reduzierte emotionale Reaktionen.
Auftreten der Symptome frühestens ab einem Jahr.
Symptome zeigen sich vor dem 5. Lebensjahr.
Diagnose Reaktive Bindungsstörungen
Symptome müssen auf Vernachlässigung oder Misshandlung durch Erwachsene zurückzuführen sein.
Ausschluss einer Autismus-Spektrum-Störung (soziale Beeinträchtigungen dürfen nicht primär dadurch verursacht sein).
Erhebung des frühkindlichen Verlaufs: Wann trat das Verhalten erstmals auf?
Störung der sozialen Bindung mit enthemmtem Verhalten (Definition)
Diese Störung tritt bei Kindern auf, die aufgrund früher schwerer Vernachlässigung oder Misshandlung wahllos und distanzlos Kontakt zu Erwachsenen suchen. Es fehlt ein typisches Bindungsverhalten, und die Kinder wirken übermäßig vertraut mit Fremden.
törung der sozialen Bindung mit enthemmtem Verhalten (Symptome)
Wahlloser Kontakt zu Erwachsenen, ohne Scheu oder Zurückhaltung.
Übermäßiges und distanzloses Vertrauen zu Fremden.
Kein typisches Bindungsverhalten gegenüber Betreuungspersonen.
Differntial Diagnose reaktive Bindungsstörung und Störung der sozialen Bindung mit enthemmtem Verhalten
Autismus-Spektrum-Störung: Bei beiden Störungen muss ausgeschlossen werden, dass die Symptome durch Autismus verursacht sind.
Autismus geht mit sozialen Beeinträchtigungen einher, die jedoch andere Ursachen haben.
Andere psychische Störungen: Abgrenzung zu Entwicklungsstörungen oder Bindungsproblemen durch familiäre Instabilität.
Therapie Verlängerte Trauerreaktion
Trauerfokussierte Psychotherapie: Unterstützung bei der Verarbeitung des Verlusts.
Kognitive Verhaltenstherapie: Bearbeitung dysfunktionaler Gedanken (z. B. Schuldgefühle, Selbstvorwürfe).
Narrative Expositionstherapie: Rekonstruktion der Trauergeschichte, um den Verlust zu integrieren.
In schweren Fällen: Antidepressiva (z. B. SSRI).
Gruppentherapie: Austausch mit anderen Betroffenen, um soziale Unterstützung zu fördern.
Entspannungstechniken: Achtsamkeitstraining, progressive Muskelentspannung.
Pflegerische Maßnahmen Verlängerte Trauermaßnahmen
Einfühlsame Kommunikation: Trauer als normalen Prozess anerkennen, aktives Zuhören anbieten.
Unterstützung der Trauerbewältigung: Ermutigung, über den Verlust zu sprechen und Erinnerungen zuzulassen.
Förderung der Selbstfürsorge: Unterstützung bei Ernährung, Schlaf und körperlicher Aktivität.
Stärkung sozialer Kontakte: Förderung des Austauschs mit Familie, Freunden oder Selbsthilfegruppen.
Krisenintervention: Hilfe bei akuten Belastungssituationen, z. B. bei Suizidgefahr.
Psychoedukation: Aufklärung über die Unterschiede zwischen normaler Trauer und einer pathologischen Trauerreaktion.
Förderung von Ritualen: Unterstützung bei der Gestaltung von Trauer- und Abschiedsritualen.
Definition Verlängerten Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder, PGD):
Die Verlängerte Trauerstörung ist eine psychische Störung, die durch eine anhaltende und intensive Trauerreaktion nach dem Verlust einer nahestehenden Person gekennzeichnet ist. Sie unterscheidet sich von normaler Trauer durch die Dauer (mindestens 6 Monate bis 1 Jahr nach dem Verlust) und die schwere Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit in Alltag, Beruf und sozialen Beziehungen.
Symptome Verlängerten Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder, PGD):
Intensive Sehnsucht nach der verstorbenen Person.
Starke Traurigkeit, Verzweiflung oder emotionale Leere.
Schuldgefühle oder Selbstvorwürfe im Zusammenhang mit dem Verlust.
Beschäftigung mit der verstorbenen Person oder dem Verlust.
Schwierigkeiten, die Realität des Todes zu akzeptieren.
Gefühl der Sinnlosigkeit oder des Verlusts der Identität.
Vermeidung von Erinnerungen oder Orten, die mit dem Verlust verbunden sind.
Isolation von sozialen Kontakten.
Schlafstörungen.
Appetitlosigkeit oder körperliche Erschöpfung.
Ursachen Verlängerten Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder, PGD):
Individuelle Faktoren:
Enge emotionale Bindung zur verstorbenen Person.
Vorbestehende psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.
Art des Verlusts:
Plötzlicher oder traumatischer Tod (z. B. durch Unfall, Suizid).
Verlust eines Kindes oder mehrerer Angehöriger.
Fehlende Unterstützung:
Mangel an sozialer Unterstützung während der Trauerphase.
Gesellschaftliche Tabuisierung bestimmter Trauerformen.
Komplikationen Verlängerten Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder, PGD):
Entwicklung von Depressionen oder Angststörungen.
Erhöhtes Risiko für Substanzmissbrauch (z. B. Alkohol, Medikamente).
Chronische Schlafstörungen.
Psychosomatische Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislauf-Beschwerden.
Suizidgedanken oder -handlungen.
Soziale Isolation und Arbeitsunfähigkeit.
Diagnose Verlängerten Trauerstörung (Prolonged Grief Disorder, PGD):
Diagnose:
Kriterien nach ICD-11:
Intensive Trauerreaktion, die mindestens 6 Monate (nach dem Verlust) anhält.
Signifikante Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung.
Symptome wie Sehnsucht, emotionale Leere, Schuldgefühle und Schwierigkeiten, den Verlust zu akzeptieren.
Detaillierte Erhebung der Trauererfahrung und möglicher belastender Lebensereignisse.
Fragebögen wie „Prolonged Grief Disorder-13“ (PG-13).
Abgrenzung von normaler Trauer, Depression, PTBS oder Anpassungsstörungen.
Ursachen PTBS
Traumatische Erlebnisse: z. B. Krieg, Unfälle, Gewalt, Missbrauch, Naturkatastrophen.
Individuelle Risikofaktoren: Frühkindliche Traumata, fehlende soziale Unterstützung, genetische Prädisposition.
Neurobiologie: Veränderungen in Gehirnregionen wie Amygdala, Hippocampus und präfrontalem Kortex.
Komplikationen PTBS
Chronifizierung der Symptome.
Entwicklung von Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, Substanzmissbrauch.
Beeinträchtigung der sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit.
Erhöhtes Suizidrisiko.
Diagnose PTBS
Kriterien nach ICD-10/DSM-5: Symptome müssen mindestens einen Monat anhalten und zu deutlichem Leidensdruck oder Beeinträchtigung führen.
Anamnese: Detaillierte Erhebung der Traumahistorie.
Screening-Tools: Fragebögen wie Impact of Event Scale (IES) oder Clinician-Administered PTSD Scale (CAPS).
Differenzialdiagnostik: Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen.
Therapie PTBS
Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie (CBT).
EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
SSRI (z. B. Sertralin, Paroxetin).
Seltener Antipsychotika bei schwereren Fällen.
Entspannungstechniken: z. B. progressive Muskelentspannung, Achtsamkeitstraining.
Pflegerische Maßnahmen PTBS
Hier sind die Lernkarten zur Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Jede Karte behandelt einen spezifischen Aspekt:
Definition: Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die nach dem Erleben oder Beobachten eines traumatischen Ereignisses auftreten kann. Sie ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Erinnerungen, emotionale Abstumpfung, Vermeidungsverhalten und eine gesteigerte Erregung.
Symptome:
Intrusionen: Wiederkehrende belastende Erinnerungen oder Flashbacks.
Albträume: Wiederkehrende Träume vom traumatischen Ereignis.
Vermeidungsverhalten: Meidung von Orten, Personen oder Situationen, die an das Trauma erinnern.
Hyperarousal: Übererregbarkeit wie Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme, erhöhte Schreckhaftigkeit.
Emotionale Taubheit: Gefühl von Entfremdung, Gleichgültigkeit gegenüber anderen.
Depressive Symptome: Schuldgefühle, Hoffnungslosigkeit.
Ursachen:
Komplikationen:
Pflegerische Maßnahmen:
Beziehungsaufbau: Vertrauensvolle Beziehung schaffen, empathisch kommunizieren.
Förderung der Sicherheit: Sichere Umgebung schaffen, um Trigger zu vermeiden.
Unterstützung bei der Bewältigung: Anleiten zu Entspannungsübungen und Stressbewältigungsstrategien.
Krisenintervention: Bei akuten Symptomen beruhigend und stabilisierend eingreifen.
Förderung der Selbstfürsorge: Patienten ermutigen, auf eigene Bedürfnisse zu achten (z. B. Schlaf, Ernährung).
Information und Psychoedukation: Aufklärung über PTBS, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.
Therapie KPTBS
Traumafokussierte Verfahren: EMDR, Narrative Expositionstherapie (NET).
Stabilisierung und Emotionsregulation: Skills-Training, Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT).
Schematherapie zur Arbeit an Selbstbild und Beziehungen.
SSRI (z. B. Sertralin, Fluoxetin).
Off-Label: Antipsychotika oder Stimmungsstabilisierer bei schwerer Symptomatik.
Gruppentherapie: Unterstützung durch Austausch mit Betroffenen.
Pflegerische Maßnahmen KPTBS
Aufbau von Stabilität: Sichere Umgebung schaffen, Trigger minimieren.
Stärkung der Emotionsregulation: Anleitung zu Skills wie Atemtechniken, Achtsamkeit.
Beziehungsaufbau: Empathischer, wertschätzender Umgang, um Vertrauen zu fördern.
Förderung der Selbstfürsorge: Unterstützung bei der Strukturierung des Alltags, Förderung gesunder Routinen.
Krisenintervention: Schnelle Hilfe bei akuten Flashbacks oder Dissoziation (z. B. Erdungstechniken).
Psychoedukation: Aufklärung über KPTBS, die Bedeutung von Triggern und Bewältigungsstrategien.
Ressourcenaktivierung: Förderung positiver Aktivitäten und sozialer Kontakte.
Definition PTBS
Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die nach dem Erleben oder Beobachten eines traumatischen Ereignisses auftreten kann. Sie ist gekennzeichnet durch wiederkehrende Erinnerungen, emotionale Abstumpfung, Vermeidungsverhalten und eine gesteigerte Erregung.
Symptome PTBS
Definiton KPTBS
Die Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS) ist eine psychische Störung, die durch langanhaltende oder wiederholte Traumata entsteht, wie Missbrauch, Vernachlässigung oder Gefangenschaft. Sie umfasst die Symptome der PTBS, geht jedoch darüber hinaus und betrifft zusätzlich die Emotionsregulation, das Selbstbild und zwischenmenschliche Beziehungen.
Symptome KTBS
Kernsymptome der PTBS:
Intrusionen (z. B. Flashbacks, Albträume).
Vermeidungsverhalten.
Hyperarousal (z. B. Schlafstörungen, erhöhte Schreckhaftigkeit).
Zusätzliche Symptome der KPTBS:
Emotionsregulationsstörungen: Extreme Wutausbrüche, emotionale Taubheit oder anhaltendes Gefühl der Traurigkeit.
Negatives Selbstbild: Starke Scham- und Schuldgefühle, Gefühl von Wertlosigkeit.
Interpersonelle Schwierigkeiten: Probleme, enge Beziehungen aufzubauen oder zu erhalten.
Dissoziation: Gefühl der Unwirklichkeit oder Entfremdung vom eigenen Körper.
Gefühl von anhaltender Bedrohung: Ständige Anspannung und Angst.
Ursachen KTBPS
Langanhaltende Traumata: Chronische Traumatisierungen wie körperlicher, emotionaler oder sexueller Missbrauch, Kriegserfahrungen, Menschenhandel, Vernachlässigung in der Kindheit.
Mangelnde Unterstützung: Fehlende Hilfe während oder nach traumatischen Erfahrungen.
Frühe Traumatisierungen: Besonders in der Kindheit können sie die Entwicklung der Persönlichkeit und des Gehirns beeinflussen.
Neurobiologische Faktoren: Dysfunktion in der Stressverarbeitung (z. B. Hyperaktivität der Amygdala).
Komplikationen KPTBS
Chronische psychische Störungen (z. B. Depressionen, Angststörungen, Essstörungen, Suchterkrankungen).
Suizidalität und Selbstverletzendes Verhalten.
Schwierigkeiten im Berufsleben und in sozialen Beziehungen.
Somatische Beschwerden wie chronische Schmerzen oder psychosomatische Erkrankungen.
Störungen der Identitätsentwicklung, insbesondere nach frühem Trauma.
Diagnose KPTBS
PTBS-Symptome (Intrusionen, Vermeidung, Hyperarousal).
Störungen der Emotionsregulation, des Selbstbildes und der Beziehungen.
Anamnese: Ausführliche Erhebung der Traumahistorie.
Screening-Tools: Fragebögen wie „Complex PTSD Interview“ (CPTSD-I).
Differenzialdiagnostik: Abgrenzung zu Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-Störung).
Welche physiologischen Veränderungen tragen zu Gedächtnisproblemen bei traumatisierten Personen bei?
Reduziertes Hippocampus-Volumen, verminderte Aktivität im Broca-Areal und Übererregbarkeit der Amygdala beeinträchtigen die Verarbeitung und Speicherung von Erinnerungen.
Was bedeutet es, dass traumatisierte Personen Verhalten aus der traumatischen Situation zeigen können?
: Sie können auf Trigger mit Reaktionen wie Kämpfen, Schreien oder Dissoziieren reagieren, da das traumatische Erlebnis emotional und körperlich "wiederholt" wird.
Warum haben traumatisierte Personen häufig Schwierigkeiten, anderen zu vertrauen?
Traumatische Erfahrungen, besonders durch Bezugspersonen, führen dazu, dass die Fähigkeit zur Empathie oder das Vertrauen in andere Menschen stark eingeschränkt wird.
Was kann passieren, wenn traumatisierte Personen ihre eigenen Grenzen nicht wahrnehmen?
Das Risiko für weitere traumatische Erfahrungen steigt, da sie Grenzüberschreitungen durch andere nicht erkennen oder nicht ausreichend darauf reagieren können.
Welche Rolle spielt das Broca-Areal bei traumatisierten Personen?
Eine verminderte Aktivität im Broca-Areal, das für Sprachproduktion zuständig ist, erschwert es traumatisierten Personen, Worte für ihre Erlebnisse zu finden.
Wie beeinflusst die Amygdala das Verhalten traumatisierter Personen?
Die Amygdala zeigt bei traumatisierten Personen eine Übererregbarkeit, was schnellere und intensivere Angstreaktionen auslöst, da die Regulationszentren weniger aktiv sind.
Warum ist es schwer, traumatische Erlebnisse als Teil der Vergangenheit abzuspeichern?
Das Erlebnis wird nicht vollständig als vergangene Erfahrung verarbeitet. Trigger können die Erinnerungen und damit verbundene Emotionen jederzeit reaktivieren, was die Verarbeitung erschwert.
Welche Auswirkungen haben dauerhafte Erregungszustände auf traumatisierte Personen?
: Dauerhafte Erregungszustände führen zu Konzentrationsproblemen, erhöhter Ablenkbarkeit und einer ständigen Anspannung, was den Alltag stark belastet.
Wie wirkt sich ein Trauma auf die Selbstwahrnehmung aus?
Viele traumatisierte Personen entwickeln Scham- oder Schuldgefühle, stellen ihren Selbstwert infrage und können selbstverletzendes Verhalten oder Suizidgedanken entwickeln.
Was passiert bei traumatisierten Personen, wenn sie einem Trigger ausgesetzt sind?
rigger lösen Erinnerungen und Gefühle wie Angst, Wut oder Ohnmacht aus, die das Verhalten aus der traumatischen Situation wieder hervorrufen, z. B. Kämpfen, Schreien oder Dissoziieren.
Wie kann sich das Trauma auf Beziehungen zu anderen Menschen auswirken?
Traumatisierte Personen nehmen andere Menschen oft als gefährlich wahr, insbesondere wenn das Trauma durch eine Bezugsperson verursacht wurde. Das Vertrauen in andere nimmt ab, und eigene Grenzen werden oft nicht mehr wahrgenommen.
Welche Rolle spielt der Hippocampus bei traumatisierten Personen?
Ein reduziertes Hippocampus-Volumen bei traumatisierten Personen steht in Zusammenhang mit Gedächtnisproblemen und geringerer Resilienz. Studien zeigen, dass die Schädigung früh entsteht, aber erst im Erwachsenenalter sichtbar wird.
Wie wirkt sich ein Trauma auf das Selbsterleben und die Wahrnehmung der Welt aus?
Traumatisierte Personen empfinden die Welt als gefährlich und fühlen sich ihr ausgeliefert. Sie sind oft in einem dauerhaften Erregungszustand und können sich schlechter konzentrieren.
Was sind typische Gedankenmuster traumatisierter Personen?
Sie grübeln darüber, warum ihnen das passiert ist, stellen ihren eigenen Wert oder ihre Existenz in Frage und fühlen oft Scham oder Schuld.
Welche Veränderungen im Gehirn sind bei traumatisierten Personen nachweisbar?
Das Hippocampus-Volumen ist reduziert, die Amygdala zeigt Übererregbarkeit, und das Broca-Areal ist weniger aktiv.
Welche Gedächtnisprobleme treten bei traumatisierten Personen auf?
raumatisierte Personen haben Schwierigkeiten, Informationen ins explizite Langzeitgedächtnis zu überführen, und weisen Gedächtnisdefizite auf.
Warum fällt es traumatisierten Personen schwer, über das Erlebte zu sprechen?
ufgrund einer verminderten Aktivierung im Broca-Areal, das für die Sprachproduktion zuständig ist.
: Was passiert im Körper in einer bedrohlichen Situation?
Der Sympathikus wird aktiviert, Adrenalin und Noradrenalin werden ausgeschüttet, wodurch der Körper in Alarmbereitschaft versetzt wird, um kämpfen oder fliehen zu können.
Welche Folgen hat eine langfristige Ausschüttung von Cortisol?
: Langfristige Cortisol-Ausschüttung kann den Blutzucker krankhaft erhöhen, das Immunsystem unterdrücken und das Risiko einer depressiven Störung steigern.
Welches Risiko haben Kinder, die misshandelt oder vernachlässigt werden, in Bezug auf physiologische Folgen?
Sie sind extremen Belastungen ausgesetzt und haben ein höheres Risiko für Veränderungen im Nervensystem, einschließlich Gedächtnisdefiziten und Veränderungen im Hippocampus-Volumen.
Definition Erstarrungssystem
in Reaktionssystem, das in extremen Stresssituationen aktiviert wird, wenn Kampf oder Flucht nicht möglich sind. Die Person "erstarrt" oder fühlt sich gelähmt, was als eine Art "Schockzustand" beschrieben werden kann. Dies ist eine Überlebensreaktion auf Überforderung, bei der der Körper in eine passive Haltung geht.
Aufteilung Gedächtnis
Langzeitgedächtnis
Kurzzeitgedächnits
Ultrakurzzeitgedächtnis
Unterteilung Langzeitgedächnits
Explizites Gedächtnis
Implizites Gedächtnis
Definition Ultrakurzeitgedächtnis
Das Ultrakurzzeitgedächtnis wird auch als sensorisches Gedächtnis bezeichnet, da es über die Sinnesorgane Reize aufnimmt. Es kann diese aber nur maximal zwei Sekunden bereithalten, abhängig von der Sinnesmodalität. Akustische Reize bleiben etwas länger bestehen als visuelle Informationen. Wenn sie in dieser Zeit nicht weiterverarbeitet werden, gehen sie verloren.
Definition Kurzzeitgedächtnis
Das Kurzzeitgedächtnis speichert Informationen für wenige Sekunden bis einige Minuten. Wir brauchen es, um einem Gespräch folgen zu können. Wir hätten sonst den Beginn eines Satzes schon vergessen, bevor er zu Ende gesprochen ist. Auch hilft es uns, Telefonnummern, die uns vorgesprochen werden, so lange zu merken, bis wir sie notiert haben. Wir können etwa sieben (plus/minus zwei) Elemente im Kurzzeitgedächtnis speichern. Probieren Sie es aus, indem Sie sich unterschiedlich lange Zahlenreihen merken, die Sie kurz sehen oder die Ihnen vorgesprochen werden. Vier oder fünf Zahlen zu wiederholen, ist gut möglich, sieben Zahlen schon eine Heraus - forderung, zehn Zahlen für kaum einen möglich.
Definition Langzeitgedächtnis
Vom Kurzzeitgedächtnis können Informationen ins Langzeitgedächtnis überführt werden, die dort länger gespeichert und schnell abrufbar sind. Leichter gelingt dies bei einer emotionalen Beteiligung, bei Themen von Interesse oder häufigen Wiederholungen. Das Langzeitgedächtnis hat eine unbegrenzte Speicherdauer. Vielleicht haben Sie den Eindruck, dass Sie sich an bestimmte Dinge nicht mehr erinnern können, weil Sie sie vergessen haben. Tatsächlich sind sie weiterhin gespeichert, nur irgendwo so gut versteckt, dass es nicht so leicht ist, sie abzurufen. Auch verfügt das Langzeitgedächtnis über eine unbegrenzte Speicherkapazität. Egal wie viel wir lernen, es kann immer noch mehr Informationen aufnehmen und innerhalb kürzester Zeit wieder zur Verfügung stellen.
Unterteilung explizities Gedächtnis
epsisodisches Gedächtnis
semantisches Gedächtnis
Funktion explizites Gedächtnis
Das explizite Gedächtnis speichert Wissen und Fakten
Funktion implizites Gedächtnis
Das implizite Gedächtnis speichert Eindrücke, Wahrnehmungen, Gefühle, (unbewusst) miteinander verknüpfter Reize.
Aufteilung und Funktionen des impliziten Gedächtnisses
Priming
das prozeduale Gedächtnis
das assoziative Gedächtnis:
das nicht-assoziative Gedächtnis:
Definition das assoziative Gedächtnis:
Es bildet Assoziationen und speichert diese ab. Dadurch können sich Reaktionen im Sinne der operanten oder klassischen Konditionierung ausbilden. Sie können eine Angst vor Hunden „erlernen“, weil Sie schlechte Erfahrungen mit einem Hund gesammelt haben.
Definition Priming
Ein Reiz aktiviert bestehende Gedächtnisinhalte und löst Assoziationen zu Erlerntem aus. So können Sie anhand weniger Töne eine Melodie erkennen.
Definiton das nicht-assoziative Gedächtnis
Es speichert die Bedeutung eines Reizes, ohne diesen mit anderen zu verknüpfen; dies geschieht z.B., wenn Sie sich an laute Straßengeräusche gewöhnen. Sie reagieren erst dann wieder auf die Geräusche, wenn Sie sich verändern, wenn sie eine neue Bedeutung haben.
Definitoin das prozedurale Gedächtnis
Es bezieht sich auf erlernte Bewegungsabläufe, die automatisiert sind, d. h. es bedarf keiner großen Aufmerksamkeit, sie auszuführen, wenn sie einmal erlernt sind, z.B. Fahrradfahren oder Schwimmen. Wenn Sie schon länger einen Führerschein besitzen und regelmäßig fahren, können Sie in ein Auto einsteigen und losfahren, ohne sich jedes Mal explizit in Erinnerung rufen zu müssen, wo sich Bremse und Kupplung befinden oder wie man schalten muss.
Faktoren, die das heiße Gedächniis speichert
Gefühle, Gedanken, Körperreaktionen, Wahrnehmungen
Definitoin kaltes Gedächtnis
Fakten, Ort und Zeit
Leitsatz Sympathikusreaktion
fight or flight („kämpfen“ und „fliehen“)
Leitsatz Parasympathikusreakion
rest and digest („ausruhen“ und „verdauen“)
Definition Kampf-Flucht-System
Ein biologisches Reaktionssystem, das aktiviert wird, wenn eine Person eine Bedrohung wahrnimmt. Es bereitet den Körper auf die Reaktion „Kampf“ (Angreifen) oder „Flucht“ (Fliehen) vor, indem es Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol freisetzt, die die körperliche Leistungsfähigkeit steigern.
Definitoin Bindungssystem
Ein System, das für die emotionale Bindung und soziale Interaktion zuständig ist. Es wird aktiviert, wenn eine Person Nähe, Unterstützung oder Geborgenheit sucht. Bei Aktivierung werden Hormone wie Oxytocin ausgeschüttet, die das Gefühl von Sicherheit und Vertrauen fördern.
Wirkung des Sympathatikus auf die Speichelproduktion
Hemmt die Speichelproduktion
Wirkung des Parasympathikus auf die Speichelproduktion
Erhöht die Speichelproduktion
Wirkung des Sympathikus auf das Herz
Erhöht Blutdruck und Herzfrequenz
Wirkung des Parasympathikus auf das Herz
Senkt Blutdruck und Herzfrequenz
Wirkung des Sympathikus auf die Gefässe
Erweiterung
Wirkung des Parasympathikus auf die Gefässe
Verengung
Wirkung des Sympathikus auf die Luftwege
Erweitert die Bronchien
Wirkung des Parasympathikus auf die Luftwege
Verengt die Bronchien
Wirkung des Sympathikus auf die Verdauung
Verringert die Verdauung
Wirkung des Parasympathikus auf die Verdauung
Erhöht die Verdauung
Welche Rolle spielt der Sympathikus bei der Stressreaktion?
Der Sympathikus, Teil des autonomen Nervensystems, wird aktiviert und erhöht die Herzfrequenz, die Atmung und die Durchblutung der Muskeln, um den Körper auf "Kampf oder Flucht" vorzubereiten.
Wie kann man Stress abbauen?
Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen.
Bewegung: Sport senkt Stresshormone und erhöht Endorphine.
Schlaf: Ausreichender Schlaf regeneriert den Körper.
Soziale Unterstützung: Gespräche helfen, Stress zu verarbeiten.
Auswirkung des Sympathikus auf die Pupille
Weitet die Pupille
Auswirkung des Parasympathikus
Pupille verengt sich
Auswirkung des Sympathikus auf das Gehirn
Konzentration und Aufmerksamkeit steigen
Auswirkung des Parasyphatikus auf das Gehirn
Reduktion der Aufmerksamke
Was ist die HPA-Achse und welche Rolle spielt sie bei Stress?
Die HPA-Achse (Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse) reguliert die Stressreaktion:
Der Hypothalamus schüttet CRH (Corticotropin-Releasing-Hormon) aus.
Die Hypophyse setzt ACTH (adrenocorticotropes Hormon) frei.
Die Nebennieren produzieren Cortisol.
Wie wirkt sich chronischer Stress auf das Gehirn aus?
Reduzierte Größe des Hippocampus (wichtig für Gedächtnis und Lernen).
Überaktive Amygdala (verstärkte Angstreaktionen).
Eingeschränkte Funktion des präfrontalen Cortex (schlechtere Entscheidungsfindung und Impulskontrolle).
Welche körperlichen Symptome können durch eine Stressreaktion ausgelöst werden?
Erhöhter Herzschlag und Blutdruck.
Schnelle Atmung.
Muskelanspannung.
Schweißausbrüche.
Verdauungsstörungen.
Was passiert im Gehirn, wenn eine Stresssituation wahrgenommen wird?
Der sensorische Cortex verarbeitet eingehende Reize.
Die Amygdala bewertet die Reize emotional und leitet sie weiter.
Der Hypothalamus wird aktiviert und startet die physiologische Stressreaktion.
Was ist der Unterschied zwischen akutem und chronischem Stress?
Akuter Stress: Kurzfristige Reaktion auf eine spezifische Situation, z. B. Gefahr.
Chronischer Stress: Langandauernde Belastung, die das Gleichgewicht im Körper stört und schädlich sein kann.
Welche Hormone spielen bei der Stressreaktion eine wichtige Rolle?
Adrenalin und Noradrenalin: Fördern die unmittelbare körperliche Aktivierung.
Cortisol: Hilft bei der Bereitstellung von Energie, unterdrückt jedoch langfristig das Immunsystem.
Was ist eine Stressreaktion?
Eine Stressreaktion ist die körperliche und psychische Antwort auf eine Herausforderung oder Bedrohung. Sie dient ursprünglich dazu, den Körper auf eine Flucht- oder Kampfreaktion vorzubereiten.
Welche Hauptkomponenten sind an der Stressreaktion beteiligt?
Hypothalamus: Aktiviert das Stressreaktionssystem.
Hypophyse: Schüttet Hormone aus, die weitere Reaktionen steuern.
Nebennieren: Produzieren Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol.
Faktoren, die die Resilenz erhöhen
– positive Umweltfaktoren, wie die Unterstützung durch andere – individuelle Faktoren, wie ein hohes Selbstwirksamkeitserleben (das Gefühl, Geschehnisse beeinflussen zu können) oder gute kognitive Fähigkeiten (Intelligenz, Problemlösestrategien…)
– Prozessfaktoren, wie die Akzeptanz des Geschehenen und eine Haltung, aus Krisen wachsen zu können
Personenbezogene Schutzfunktionen vor Traumatisierung
– Soziale Kompetenz
– Selbstwirksamkeitserleben
– Intelligenz
– Sinnerleben
– Hohe Lebenszufriedenheit
– Positives Selbstwertgefühl
– Anpassung von Bewältigungsstrategien
– Fähigkeit zur Selbstregulation
Personenbezogene Risikofaktoren bei der Traumatsiierung
– Geringe Fähigkeit zur Selbstregulation
– Psychische Störung
– Geringe Intelligenz
– Emotionale Instabilität
– Chronische, genetische Erkrankungen
– Festgefahrene Bewältigungsstrategien
Umweltbezogene Schutzfaktoren vor Traumatsierung
– Materielle Sicherheit
– Gute soziale Einbindung
– Positive Rückmeldung anderer
– Erfolg in Schule/Arbeit
– Harmonisches Familienleben
Umweltbezogene Risikofaktoren zur Traumatsierung
– Psychisch kranke, drogenabhängige oder kriminelle Eltern
– Geringe soziale Einbindung oder Ablehnung durch Gleichaltrige
– Geringe Bildung der Eltern
– Wenig Anregungen im Umfeld
– Niedriger sozioökonomischer Status
– Traumata in der Familiengeschichte
– Disharmonische Familienleben
– Häufige Umzüge/Schulwechsel
Warum gilt der Holocaust nicht als kollektives Trauma für die deutsche Bevölkerung?
Die deutsche Bevölkerung erlebt Gefühle wie Schuld und Scham, aber diese sind nicht vergleichbar mit der traumatischen Betroffenheit der jüdischen Gemeinschaft.
Wie kann Folter ein Kollektiv beeinflussen?
Folter traumatisiert nicht nur das Individuum, sondern verbreitet Angst und Schrecken in der gesamten Bevölkerung. So wird ein kollektives Trauma erzeugt, das die Gesellschaft nachhaltig beeinflusst.
Wie können kollektive Traumata eine politische Dimension annehmen?
Kollektive Traumata, wie die Anschläge vom 11. September 2001, können ein gemeinsames Feindbild schaffen und politische Entscheidungen beeinflussen, wie z. B. Sicherheitsmaßnahmen oder militärische Einsätze.
Welche Institutionen befassen sich mit der Aufarbeitung kollektiver Traumata?
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag und spezielle Tribunale wie der für das ehemalige Jugoslawien befassen sich mit Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Warum ist die Wahrheitsfindung bei der Aufarbeitung kollektiver Traumata wichtig?
Sie hilft Opfern, ihre Erfahrungen zu verarbeiten, schafft ein Bewusstsein in der Gesellschaft und trägt zur Versöhnung bei. Dies mindert den unbewussten Einfluss des Traumas auf künftige Generationen.
Wie prägt ein kollektives Trauma die Identität einer Gemeinschaft?
Ein kollektives Trauma wird Teil des kulturellen Gedächtnisses und beeinflusst die Werte, Verhaltensweisen und Einstellungen einer Gemeinschaft über Generationen hinweg.
Welche Beispiele für kollektive Traumata durch Regimeunterdrückung gibt es?
Beispiele sind Diktaturen, in denen Oppositionelle gefoltert oder getötet werden, was die gesamte Bevölkerung einschüchtert und das kollektive Verhalten nachhaltig beeinflusst.
Wie können kollektive Traumata gesellschaftliches und politisches Handeln beeinflussen?
Sie können unbewusste Ängste und Vorurteile verstärken, die politische Haltung einer Gesellschaft prägen und langfristig das soziale Gefüge beeinflussen.
Was ist das Überlebens-Schuldsyndrom?
Das Überlebens-Schuldsyndrom ist das Gefühl, schuld daran zu sein, dass man überlebt hat, während andere gestorben sind. Dieses Gefühl kann an die nächste Generation weitergegeben werden.
Welche Rolle spielt Versöhnung bei der Bewältigung von Traumata?
Versöhnung hilft, das Trauma zu verarbeiten, Beziehungen zu heilen und die Auswirkungen auf die Gemeinschaft zu verringern. Viktor Frankl betonte die Bedeutung der Aussöhnung mit dem Schicksal.
Wie können Menschen traumatisiert werden, die ein Ereignis nicht direkt erlebt haben?
Durch transgenerationale Weitergabe, kollektive Narrative oder kulturelle Prägung können Menschen die Traumata ihrer Eltern oder Gemeinschaft übernehmen.
Wer war Viktor Emil Frankl und was war seine Haltung zu traumatischen Erfahrungen?
Viktor Frankl war ein jüdischer Neurologe und Psychiater, der den Holocaust überlebte. In seinem Buch „... trotzdem Ja zum Leben sagen“ betonte er die Bedeutung des Lebenssinns und der Versöhnung trotz schwerer Schicksalsschläge.
Wie kann ein Regime ein kollektives Trauma verursachen?
Durch Unterdrückung und Gewalt, wie politische Verfolgung oder Folter, wird Angst und Schrecken in der Bevölkerung verbreitet. Dies führt zu einem kollektiven Trauma, das die gesamte Gesellschaft betrifft.
Warum gelten die Anschläge vom 11. September 2001 als kollektives Trauma?
Die Anschläge schockierten nicht nur direkt Betroffene, sondern beeinflussten die gesamte amerikanische Gesellschaft und westliche Zivilisation. Das Ereignis führte zu einem gemeinsamen politischen Feindbild und veränderte das Sicherheitsgefühl.
Welche Rolle spielen Gerichtsprozesse bei der Behandlung kollektiver Traumata?
Gerichtsprozesse, wie die Nürnberger Prozesse, ermöglichen die Wahrheitsfindung und die Rechenschaft der Täter. Dies hilft den Opfern und reduziert den unbewussten Einfluss des Traumas auf die Gesellschaft.
Heilung und Therapie für Transgenerationales Trauma
Traumabearbeitung: Psychotherapie, insbesondere Ansätze wie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) oder Traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie, kann helfen, die Auswirkungen von Traumata zu verarbeiten.
Familientherapie: Familien können gemeinsam an den Auswirkungen von transgenerationalem Trauma arbeiten und schädliche Muster erkennen und verändern.
Kulturelle und kollektive Ansätze: Für Gemeinschaften ist es wichtig, Raum für Trauer, Erinnerung und Heilung zu schaffen, beispielsweise durch Rituale, Gedenkstätten oder öffentliche Anerkennung von Leiden.
Was unterscheidet kollektive Traumata von individuellen Traumata?
Kollektive Traumata betreffen eine größere Anzahl von Individuen oder eine ganze Gemeinschaft. Sie werden zusammen mit anderen Menschen erlebt und können aus Ereignissen wie Kriegen, Verfolgung oder Terroranschlägen resultieren.
Was macht den Holocaust zu einem Beispiel für ein kollektives Trauma?
Mechanismen der Übertragung Transgenerale Traumatisierung
Epigenetische Veränderungen: Traumatische Erfahrungen können Veränderungen in der DNA-Expression bewirken, die an Nachkommen weitergegeben werden können. Diese Modifikationen betreffen oft Gene, die für die Stressbewältigung oder die emotionale Regulierung zuständig sind.
Erziehung und familiäre Muster: Eltern, die ein Trauma erlebt haben, können unbewusst Verhaltensweisen entwickeln, die ihre Kinder beeinflussen, z. B. Überfürsorglichkeit, emotionale Distanz oder starke Angstreaktionen.
Kulturelle und gesellschaftliche Weitergabe: Historische Traumata, wie Kolonialisierung oder Holocaust-Erfahrungen, prägen auch über Narrative, Traditionen und kollektive Erinnerungen ganze Gemeinschaften.
Symptome und Auswirkungen Transgenerationales Trauma
Emotionale Schwierigkeiten wie Angst, Depression oder chronischer Stress.
Schwierigkeiten, stabile Beziehungen zu führen.
Ein diffuses Gefühl von Gefahr oder Unsicherheit, ohne dass eine konkrete Bedrohung vorliegt.
Schuldgefühle oder Scham, die sich auf vergangene Ereignisse beziehen.
Beispiele für
Holocaust-Überlebende: Die Kinder und Enkel von Holocaust-Überlebenden zeigen oft erhöhte Anfälligkeiten für Angststörungen und Depressionen, auch wenn sie selbst keine direkten traumatischen Erfahrungen gemacht haben.
Kolonialisierte Gemeinschaften: Indigene Völker, die über Generationen hinweg unter Kolonialherrschaft litten, zeigen oft ein erhöhtes Risiko für soziale und psychische Probleme.
Familiäre Gewalt: Kinder von Eltern, die Missbrauch erlebt haben, entwickeln oft ähnliche Verhaltensweisen oder psychische Symptome.
Der Holocaust betraf die gesamte jüdische Gemeinschaft durch systematische Verfolgung und Ermordung. Das Trauma wirkt bis heute in Form von transgenerationalem Trauma, das Verhalten und Identität der Nachkommen prägt.
Wie wird ein Trauma auf die nächste Generation weitergegeben?
Überlebende teilen ihre Erfahrungen und Erinnerungen. Ihre Traumata zeigen sich in Beziehungen und werden durch Schuldgefühle, Angst und die Lebensumstände auf die nächste Generation übertragen.
Definition und Ursprung Transgenerationales Trauma
Definition primäre Traumatasierung
Die primäre Traumatisierung bezieht sich auf eine Person, die eine extrem belastende Situation direkt, also unmittelbar, erlebt.
Definiton seku ndäre Traumatisierung
Der Begriff der sekundären Traumatisierung wird häufig im Kontext mit helfenden Berufen genutzt. Wenn eine traumatisierte Person von den Erlebnissen berichtet, den Ohnmachtsgefühlen, dem Ausgeliefertsein, der Angst, den Schmerzen, einem schweren Verlust usw., können beim Gegenüber durch das Wissen über das Trauma, das einer Person widerfahren ist, ebenfalls Symptome einer Belastungsstörung auftreten. Eine sekundäre Traumatisierung kann bei Therapeut*innen oder Sozialarbeiter*innen auftreten, die eng mit Traumatisierten arbeiten, ist aber keineswegs auf diese
Definition kumulatives Trauma
Entsprechend der Wortbedeutung „kumulativ“ (sich anhäufen, steigern), spricht man von einem kumulativen Trauma bei einer Aneinanderreihung von belastenden Ereignissen. Jedes Ereignis an sich muss keine Traumatisierung auslösen, die Verbindung mit den anderen tut dies schon. Als Beispiel können Mobbingerfahrungen angesehen werden. Ein einmaliges Mobbingerlebnis ist verletzend, kann aber mitunter gut verarbeitet werden und muss zu keiner längerfristigen Belastung führen. Wenn das Mobbing jedoch andauert, kann eine Traumatisierung erfolgen.
Definiton sequentielles Trauma
Die sequentielle Traumatisierung geht zurück auf Keilson (2005), der in einer Längsschnittstudie die Traumatisierung jüdischer Kriegswaisen in den Niederlanden untersuchte und dabei drei traumatische Sequenzen unterscheidet:
1. Die feindliche Besetzung und der Beginn des Terrors 2. Die direkte Verfolgung, die Konzentrationslager, das Versteck 3. Die Nachkriegszeit
Gründe für akzidentielles Typ-I-Trauma
– Nicht beabsichtigte Verkehrsunfälle
– Arbeitsunfälle
– Brand
– kurz andauernde Naturkatastrophen
Gründe Interpersonelles Typ-I-Traumata
– Vergewaltigung
– Überfall
– Gewalterleben
Gründe für akzidentielles Typ-II-Trauma
– langandauernde Naturkatastrophen und deren Folgen (Überschwemmung, Vulkanausbruch)
– Atomunfall
Gründe für interpersonelles Typ-II-Trauma
– andauernde sexualisierte oder innerfamiliäre Gewalt
– Folter und Geiselhaft
– Krieg
– politische Verfolgung
– Flucht oder Vertreibung
– Mobbing
Unterscheidung Typ-I & Typ-II-Trauma
akzidentielles Trauma
Interpersonelles Trauma
Gründe für akzidentielle Typ-I-Traumata
Definitn Typ-II-Trauma
Unterteilung Traumata
Typ-I-Trauma
Typ-II-Trauma
Definition Typ-I-Trauma
Eine gängige Einteilung verschiedener Formen der Traumatisierung ist die Unterscheidung in Typ I- und Typ II-Traumata nach Terr (1991). Typ I-Traumata sind kurzandauernde, einmalige Ereignisse, die oft unvorhersehbar sind. Es sind extreme Monotraumen. Das kann ein Verkehrsunfall, ein Überfall oder eine einmalige Vergewaltigung sein. Das Leben der Betroffenen läuft abgesehen von diesem Ereignis relativ „normal“ ab. Terr bezeichnet diese Art von Trauma auch als „Schock -Trauma“. Als Symptome zeigen sich ein häufiges Wiedererinnern und Grübeln. Schuldgefühle oder Gedanken über die eigene Beteiligung am Geschehen, sind als Mechanismen anzusehen, dem Erlebten einen Sinn zu geben und die Kontrolle wiederherzustellen. Das Schock-Trauma hat eine gute Behandlungsprognose.
Wichtige Faktoren der traumapädagogischen Grundhaltung
– Annahme des guten Grundes
– Wertschätzung
– Partizipation
– Transparenz
– Spaß und Freude
Leitsatz - Annahme des guten Grundes
„Alles was ein Mensch zeigt, macht einen Sinn in seiner Geschichte!“
Leitsatz - Wertschätzung
„Es ist gut so, wie du bist!“
Leitsatz Partizipation
„Ich traue dir etwas zu und überfordere dich nicht
Leitsatz Transparenz
„Jeder hat jederzeit ein Recht auf Klarheit!“
Leitsatz - Spaß und Frede
„Viel Freude trägt viel Belastung!“
Definition Traumapädagogik
Unter Traumapädagogik versteht man pädagogische Ansätze, Methoden, Techniken und Interventionen in der Arbeit mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen. Vor allem in der stationären Kinder- und Jugendhilfe (in Wohngruppen) kommen diese zum Tragen. Ebenso können in Tagesgruppen, Kindergärten oder Schulen traumapädagogische Ansätze etabliert werden. Denn auch dort gibt es traumatisierte Kinder und Jugendliche und Erwachsene, die diese Kinder begleiten, unterstützen und fördern.
Definition Traumberatung
Die Traumaberatung richtet sich vorwiegend an Erwachsene. Betroffene erhalten Unterstützung, ihren Alltag trotz bzw. mit dem Trauma zu bewältigen. Die Arbeit ist beziehungs- und ressourcenorientiert und zielt u.a. darauf ab, Emotionen in Bezug auf das Trauma zuzulassen und zu kontrollieren. Eine direkte Konfrontation und ein Durcharbeiten des traumatischen Erlebnisses werden dabei vermieden. Es geht um Stabilisierung, Alltagsbewältigung und den Anstoß zur Selbstheilung. Ein wichtiger Bestandteil der Traumaberatung ist die Psychoedukation – eine Aufklärung über die Zusammenhänge zwischen dem Erlebten und den Reaktionen darauf. So können betroffene Personen besser verstehen und nachvollziehen, was bei ihnen auch innerpsychisch und neurophysiologisch abläuft, und warum sie bestimmte Symptome zeigen. Daher ist es wichtig, dass Traumaberater*innen über entsprechende Fachkenntnisse verfügen
Definition Traumatherapie
Die Traumatherapie ist eine spezielle Therapieform für Personen nach traumatischen Erlebnissen. Sie wird durchgeführt von Psychiater*innen, Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen. Traumatherapeut*innen haben in der Regel eine entsprechende Weiterbildung absolviert. Wenn Heilpraktiker*innen über die erforderliche Zulassung und Fortbildung verfügen, können sie ebenfalls traumatherapeutisch praktizieren.
Gruppe, die Trauma als Erkrankung salonfähig machten
Vietnamveteranen
Jahr Aufnahme von Kriegstraumata als Krankheit in ICD
1992
Einschränkung der Erkrankung Kriegstrauma in den ICD 10
Galt nur für Soldaten
Leistungen von Diana E. H. Russell im Bezug auf Traumata
Sorgte für die Anerkennung von Vergewaltung und sexualisierter Gewalt
Inhalt Theorie von Verarbeitungsprozessen
Er sah eine traumatische Reaktion als eine Störung des Gedächtnisses an, die verhindert, dass Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse in bestehende kognitive Strukturen eingebunden werden. Sind diese Erinnerungen nicht integriert, können eine fehlende Willenskontrolle und Bewusstseinsabspaltungen auftreten.
Definition Dissoziationen
Bei Dissoziationen handelt es sich um ein Auseinanderfallen psychischer Funktionen. Wenn eine Person dissoziiert, wirkt sie auf Außenstehende wie abwesend, scheint nicht ansprechbar oder kann sich an bestimmte Ereignisse (meist die traumatischen) nicht erinnern.
Psychater, der zuerst Hysterie beschrieb
Sigmund Freud
Definiiton Trauma nach Freud
Als Trauma definierte Freud ein Erlebnis, das kurzzeitig einen so hohen Reizzuwachs bringt, dass er nicht aufgearbeitet werden kann und somit den regulären Energiebetrieb stört.
Name, der Menschen, die mit PTBS aus dem Krieg wieder bekommen
Kriegszitterer
Name von PTBS nach dem ersten Weltkrieg
Die Erkrankung wurde daher auch „shell shock“ (Granatschock) oder „bomb shell disease“ genannt. Eine Behandlung der Betroffenen gab es nicht, die Soldaten blieben oftmals schwer pflegebedürftig.
Roman, der sich mit PTBS bzw Kriegszitterern nach dem ersten Weltkrieg beschäftigt
„Niemandsland“ von Pat Barker (
Arzt, der sich zuerst mit Trauma beschäftigt hat
Pierre-Marie-Félix Janet
Theorie zum Thema Trauer von Janet
Theorie über die Verarbeitungsprozesse bei traumatischen Erfahrungen auf.
Zuletzt geändertvor einer Stunde