Größenordnung von Viren, Bakterien, Pilzen und Algen
Viren: 0,02 - 0,5 μm
Ausnahme: Pithovirus sibericum kann bis zu 1,5μm lang und 0,5 μm breit sein.
Bakterien: 0,2 - 5 μm
Ausnahme: Thiomargarita namibiensis kann bis zu 750 μm erreichen.
Pilze (Hefen): 4 - 8 μm
Algen: ca. 10 - 15 μm
Amöben: 100 μm-800 μm
Wie kann man Mikroorganismen klassifizieren? Welche Kriterien stehen zur Verfügung und warum werden gerade diese Kriterien verwendet?
Mikroorganismen werden hierarchisch anhand von Morphologie (z. B. Zellform, -größe, Beweglichkeit), Physiologie (z. B. Stoffwechsel, Wachstum), biochemischen Merkmalen (z. B. Enzymaktivität, Zellwandzusammensetzung) und genetischen Kriterien (z. B. DNA-Sequenzen, 16S-rRNA) klassifiziert. Diese Kriterien ermöglichen eine präzise Unterscheidung zwischen Arten und Stämmen, da sie stabile, spezifische Eigenschaften und evolutionäre Verwandtschaften widerspiegeln.
Vorkommen von Prokaryoten und Größenordnung vom Gesamtvorkommen
Vorkommen von Prokaryoten:
Prokaryoten (Bakterien und Archaea) besiedeln nahezu alle Lebensräume, einschließlich extremer Habitate wie heiße Quellen, Tiefsee, Gesteinsschichten und die Atmosphäre. Sie kommen im Boden, Wasser (z. B. Ozeane), Sedimenten, Luft und als Symbionten in/auf anderen Organismen vor.
Größenordnung des Gesamtvorkommens:
Die geschätzte Gesamtanzahl prokaryotischer Zellen auf der Erde beträgt ca. 10³⁰, sie dominieren die Biomasse und spielen eine Schlüsselrolle in globalen Stoffkreisläufen.
Grünalgen: Charakteristika und wofür werden sie genutzt
Charakteristika von Grünalgen:
Grünalgen (Chlorophyta) bilden die größte Gruppe innerhalb der Algen. Sie leben autotroph und zum Teil parasitär auf Landpflanzen. Sie nutzen Stärke als Speicherstoff und besitzen Zellwände aus Zellulose und Pektin. Sie können einzellig, koloniebildend oder mehrzellig sein und kommen in Süß- und Salzwasser sowie auf Land vor.
Nutzung von Grünalgen:
Grünalgen werden in der Lebensmittelindustrie (Nahrungsmittel, Beta-Carotin), als Biotreibstoffe, in der Bioremediation (Umweltreinigung) und der Medizin (Krebstherapie) verwendet.
Pilze: Rolle im Ökosystem und Bedeutung für Menschen
Rolle im Ökosystem: Pilze sind entscheidend für den Abbau organischer Materie und den Nährstoffkreislauf, wobei sie als Destruenten und Symbionten (Mykorrhiza) agieren.
Bedeutung für Menschen: Sie werden in der Lebensmittelherstellung (z. B. Hefe, Edelschimmel), Landwirtschaft, Biotechnologie und Medizin (Antibiotika) genutzt, können aber auch Krankheiten verursachen (z. B. Mykosen).
3 älteste Bakterienarten aufzählen und beschreiben
Die drei ältesten Bakteriengruppen sind Aquificae, Thermotogae und Thermodesulfobacteria.
Aquificae: Hyperthermophile Bakterien (>80 °C), chemolithotroph und mikroaerophil, gram-negativ, einzellig - können aber auch koloniebildend sein.
Thermotogae: Hyperthermophil (Topt 80 °C), anaerob, besitzen eine charakteristische „Toga“-Hülle und enthalten ca. 20 % Archae-Gene.
Thermodesulfobacteria: Hyperthermophil (Topt 70 °C), Strikt anaerobe Sulfatreduzierer.
Alle drei haben eine große Hitzetoleranz und leben in extremen Habitaten.
Firmicutes beschreiben
Firmicutes sind grampositive Bakterien von ökologischer, technischer und medizinischer Bedeutung.
33 Familien mit über 232 Gattungen
Nicht sporulierend oder Bildung von Endosporen
Teilweise keine Zellwand (Mycoplasmen)
Humanpathogen (Bacillus, Clostridium, Staphylococcus, Listeria)
Beschreiben Sie die Eigenschaften von Archaea und Eubacteria und ihre Unterschiede.
Gemeinsame Eigenschaften:
Bakterien und Archaea zählen zu den drei großen Domänen der Mikroorganismen (Bakterien, Archaea, Eukaryoten)
Beide Gruppen sind Einzeller
Beide haben einen prokaryotischen Zellaufbau
Unterschiede:
ihre Zellmembranstruktur (Bakterien komplexer als Archaea)
Stoffwechselwege (z. B. Methanogenese bei Archaea)
genetische Mechanismen (Archaea stehen Eukaryoten näher)
Pathogenität (keine pathogenen Archaea bekannt, Bakterien schon)
Wie vermehrt sich ein Virus?
Viren vermehren sich, indem sie
in Wirtszellen eindringen
deren zelluläre Mechanismen nutzen, um ihre genetische Information zu replizieren
und neue Viruspartikel synthetisieren, die freigesetzt werden.
4 Arten der Vireninfektion:
Lytische Infektion: Wirtszelle wird zerstört, neue Viren freigesetzt.
Persistente Infektion: Virus verbleibt in der Zelle, produziert kontinuierlich Viren ohne Zelltod.
Latente Infektion: Virus bleibt inaktiv, wird bei bestimmten Stimuli reaktiviert.
Transformation: Virus verändert die Wirtszelle genetisch und kann unkontrolliertes Zellwachstum auslösen (z. B. Tumorbildung)
Welche Sicherheitsstufe braucht man im Umgang mit HI-Viren? Welche Sicherheitsvorschriften sind zu treffen?
Sicherheitsstufe für HIV:
Für den Umgang mit HIV ist die Sicherheitsstufe 3 (S3) - Hohes Risiko für Beschäftigte, geringes Risiko für Bevölkerung erforderlich .
Sicherheitsvorschriften: Zusätzlch zu den Regeln für S2, gelten Maßnahmen wie
Zutritt nur über Schleusen, eigene Autolkaven
persönlicher Schutzausrüstung
filternde Lüftungsanlagen, Notstromversorgung
Sterilisation von Abfällen und Abwässern
Aufbau von Viren:
Außerhalb der Zelle liegen Viren als Virionen vor.
Viren bestehen aus einem viralen Genom (DNA oder RNA), das von einer Proteinkapsel (Capsid) umgeben ist, und manchmal einer zusätzlichen lipidbasierten Membranhülle (behüllte Viren).
Warum sind Viren keine Organismen (4 Gründe)?
Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel.
Sie können sich nur in Wirtszellen replizieren.
Sie bestehen nicht aus Zellen.
Sie reagieren nicht eigenständig auf Umweltreize.
Baltimore-Klassifizierung von Viren:
Die Baltimore-Klassifikation teilt Viren basierend auf ihrer Art des Genoms (DNA oder RNA), ihrer Polarität (positiv oder negativ) und ihrem Replikationsmechanismus in sieben Gruppen ein :
dsDNA-Viren (doppelsträngige DNA).
ssDNA-Viren (einzelsträngige DNA).
dsRNA-Viren (doppelsträngige RNA).
(+)-ssRNA-Viren (einzelsträngige RNA, positive Polarität).
(-)-ssRNA-Viren (einzelsträngige RNA, negative Polarität).
Retroviren (ssRNA mit DNA-Zwischenschritt, z. B. HIV).
Pararetroviren (dsDNA-Viren mit RNA-Zwischenschritt, z. B. Hepatitis-B-Virus).
Was versteht man unter dem Yield-Koeffizient und was sagt dieser aus?
Yield (Y) oder Ausbeutekoeffizient: Gibt die Menge an Biomasse (g) an, die pro verbrauchter Substratmenge (g) produziert wird.
Aussage:
Er beschreibt die Effizienz, mit der Mikroorganismen ein Substrat in Biomasse umwandeln
dient zur Bewertung von Wachstumsprozessen und Stoffwechselwegen.
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