Definition Anreicherungskultur:
Eine Anreicherungskultur schafft selektive Wachstumsbedingungen, die für einen bestimmten Mikroorganismus oder eine Gruppe günstiger sind als für andere, um diese gezielt anzureichern.
Definition Reinkultur:
Kultur, die ausschließlich aus Nachkommen einer einzigen Zelle besteht, wodurch alle Individuen genetisch identisch sind.
Schritte der Anzüchtung einer Kolonie:
Probenahme: Gewinnung des Ausgangsmaterials (z. B. Boden-, Wasser- oder Abstrichproben).
Anreicherungskultur: Selektive Förderung des Wachstums gewünschter Mikroorganismen.
Herstellung einer Verdünnungsreihe: Reduktion der Zelldichte zur Vereinzelung.
Vereinzelung auf Nährmedium: Aufbringen der Probe auf ein Festmedium.
Inkubation: Wachstum unter optimalen Bedingungen (z. B. Temperatur, pH).
Identifikation der Kolonie: Untersuchung von Form, Farbe oder genetischen Merkmalen.
Zusammenhang: Wachstumsrate – Verdopplungszeit
Wachstumsrate= Zunahme der Zellzahl oder Zellmasse pro Zeiteinheit
Verdopplungszeit= Zeitraum für die Verdopplung der Zellmasse.
Sie sind invers proportional: Verdopplungszeit = ln(2) / Wachstumsrate.
Erklären von PCR (inklusive Teilschritten)
PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Die PCR dient zur Vervielfältigung spezifischer DNA-Sequenzen in vitro und besteht aus drei Hauptschritten:
Denaturierung: Erhitzen auf ca. 94°C, wodurch die Doppelstrang-DNA in Einzelstränge aufgetrennt wird.
Hybridisierung: Abkühlen auf 50–65 °C, spezifische Primer binden an Zielsequenzen.
Verlängerung: Erhöhung der Temperatur auf ca. 72 °C, Nukleotide werden an die Primer anfügt .
Dieser Zyklus wird typischerweise mehrfach wiederholt, um die Ziel-DNA exponentiell zu amplifizieren.
Arten der biologischen Abbaubarkeit:
Biologisch leicht abbaubar:
Diese Stoffe können durch vorhandene Enzymsysteme leicht abgebaut werden, was zu einem hohen Energiegewinn und einem geringen Aufwand für die Nutzung führt.
Biologisch schwer abbaubar:
Hierbei handelt es sich um Stoffe, deren Abbau aufgrund geringer Konzentrationen oder fehlender Enzymsysteme erschwert ist. Der Abbau erfolgt häufig über Co-Metabolismus.
Persistente Stoffe (refraktäre Stoffe):
Diese Substanzen sind biologisch nicht abbaubar und müssen oft chemisch oder physikalisch behandelt werden.
Aufbau Belebtschlammflocke:
Mikroorganismen (Bakterien, Protozoen)
Tote Partikel (Detritus, anorganisches Material)
Enzyme
Extrazelluläre Polymere Substanzen (EPS)
Wodurch unterscheidet sich eine kontinuierliche Fermentation grundlegend vom Konzept des Belebungsverfahrens in der Abwasserreinigung? Führen Sie die Auswirkungen des Unterschiede kurz aus.
Kontinuierliche Fermentation:
Keine Biomasse-Rückführung
Bakterien werden so schnell ausgeschwemmt, wie sie wachsen
dies begrenzt die Durchflussrate
Belebungsverfahren:
Mit Schlammrückführung
Bakterien bleiben länger im System als das Wasser (hohes Schlammalter)
Ermöglicht effiziente Reinigung auch bei hohen Durchflussmengen
Beschreiben Sie kurz mittels Skizze das „Schwanenhalsexperiment“ von Pasteur. Was wurde damit widerlegt?
Es beweist, dass Mikroorganismen aus der Umgebung stammen und nicht spontan entstehen. Der Schwanenhals verhindert, dass Mikroorganismen in die sterile Nährlösung gelangen. In einem beschädigten Schwanenhalsfläschchen zeigte sich hingegen mikrobielles Wachstum, was die Theorie der spontanen Generation widerlegte.
Aus was besteht ein Nährstoff? Was ist ein Minimalmedium?
Nährstoff: Chemische Elemente oder Verbindungen, die ein Organismus aufnehmen muss, um Energie zu gewinnen.
Minimalmedium: Nährboden, der nur die notwendigen Grundnährstoffe enthält.
Wie muss man vorgehen, wenn man eine neue Art entdeckt?
Probe
Reinkultur
Phänotypische, genotypische und 16s-rRNA Charakterisierung
Benennung nach dem internationalen Nomenklatur-Code
Hinterlegen eines Typenstamms
Bestandteile eines Nährmediums für Mikroorganismen
Wasser
Energiequelle (meist organische Verbindungen)
Kohlenstoffquelle (für heterotrophe Organismen meist Kohlenhydrate, für autotroph Organismen CO2)
Salze (Makroelemente)
pH-Puffer (um Veränderung des pH-Wertes durch Säurebildung zu verhindern)
Welche 2 Arten kennen Sie, um eine Reinkultur zu erhalten? Warum ist eine Reinkultur in der Mikrobiologie so wichtig?
Vereinzelungsausstrich (Dreizehn-Strich-Methode)
Verdünnungsreihe (Verdünnung flüssiger Probe)
Wichtig weil: Eigenschaften eines einzelnen Mikroorganismus kann untersucht werden, ohne dass die Ergebnisse durch andere Mikroben beeinflusst werden.
4 Anwendungen für eine Reinkultur
Experimentelle Arbeit
Model Organismen (zum Beispiel E.Coli)
Biotechnologie & Fermentation
Diagnostische Arbeit
Laborsicherheitsstufe 2 erklären
S2 - mäßiges Risiko für Beschäftigte, geringes Risiko für Bevölkerung
Organismen mit mäßigem Infektionsrisiko (Clostridium, Staphylococcus)
Zusätzlich zu den S1 Regeln (Hände waschen, Arbeitsflächen desinfizieren):
Zugang nur für befugte Personen
Arbeit an Sicherheitswerkbänken
Schutzimpfung empfohlen
Zuletzt geändertvor 13 Tagen