Buffl

Was nirgendwo hin passt

BA
von Bardia A.

Klassifikationsgruppen PH

Gruppe 1: Pulmonalarterielle Hypertonie (PAH)

  • Präkapilläre pulmonale Hypertonie mit unterschiedlicher Ätiologie

    • Idiopathische PAH (IPAH) -> häufigste Form der PAH

      • Einteilung in sog. Non-Responder oder Acute Responder gemäß Ergebnis der Vasoreagibilitätsmessung

    • Hereditäre PAH (HPAH)

    • Medikamenten- oder toxininduzierte PAH (DPAH)

      • Nachgewiesene Assoziation: u.a. Dasatinib, Methamphetamin

    • PAH assoziiert mit

      • Kollagenosen (v.a. systemische Sklerose)

      • HIV-Infektion

      • Angeborenen Herzfehlern

Gruppe 2: Pulmonale Hypertonie assoziiert mit Linksherzerkrankung -> häufigste Form der PH

  • Postkapilläre pulmonale Hypertonie, chronisch-pulmonalvenöse Stauung aufgrund von Blutrückstau aus dem linken Herzen, bspw. durch

    • Herzinsuffizienz

    • Linksseitige Herzklappenerkrankungen

Gruppe 3: Pulmonale Hypertonie assoziiert mit Lungenerkrankungen und/oder Hypoxie -> 2. häufigste

  • Präkapilläre pulmonale Hypertonie, häufige Ursachen

    • Obstruktive Lungenerkrankungen (z.B. Asthma bronchiale, COPD) oder Lungenemphysem

    • Restriktive Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenparenchymerkrankungen wie idiopathische Lungenfibrose)

Gruppe 4: Pulmonale Hypertonie assoziiert mit pulmonalarterieller Obstruktion

  • Chronisch-thromboembolische pulmonale Hypertonie (CTEPH): Symptomatische präkapilläre pulmonale Hypertonie aufgrund obstruierter Pulmonalarterien (mind. Segmentarterien) durch fibrosierte Thromboembolien, die sich trotz mind. dreimonatiger Antikoagulation nicht oder nur inkomplett aufgelöst haben

Gruppe 5: Pulmonale Hypertonie mit unklarer und/oder multifaktorieller Genese

  • Prä- oder postkapilläre pulmonale Hypertonie, je nach Ätiologie

    • Hämatologische Erkrankungen

    • Multisystemerkrankungen wie Sarkoidose, Langerhans-Zell-Histiozytose, Neurofibromatose Typ 1

    • Stoffwechselerkrankungen

    • Chronische Nierenkrankheit


VHF: Rhythmuskontrolle

  • Allgemeine Indikationen für eine Rhythmuskontrolle

    • Zusätzliche Therapieoption bei unzureichender Symptomkontrolle unter Frequenzkontrolle

    • V.a. Tachykardiomyopathie

  • Faktoren für eine erfolgreiche Rhythmuskontrolle

    • Adäquate Upstream-Therapie

    • Seit kurzer Zeit bestehendes, insb. paroxysmales (< 7d sistiert) AFib

  • Vorteile

    • Möglicherweise positiver Einfluss auf strukturelle Langzeitveränderungen

  • Nachteile

    • Erhöhtes Thromboembolierisiko

    • Geringe Erfolgsaussichten bei fortgeschrittenem atrialen Remodeling oder inadäquater Upstream-Therapie

Elektrokardioversion

  • Indikation

    • Jedes tachykard übergeleitete AFib mit hämodynamischer Instabilität

    • Bei persistierendem AFib zur Prüfung der Symptom-Rhythmus-Korrelation

  • Vorteile: Schnellste Form der Kardioversion

  • Nachteile: Tiefe Analgosedierung notwendig

Medikamentöse Rhythmuskontrolle

  • Indikation

    • Periinterventionell bei elektiver Elektrokardioversion

    • Symptomatisches Frührezidiv nach Ablation

  • Vorteile: Keine Analgosedierung notwendig, „Pill-in-the-pocket“-Prinzip mit gestärkter Selbstwirksamkeit

  • Nachteile: Zahlreiche Medikamentennebenwirkungen

  • Substanzen

    • Flecainid, Propafenon (i.v./p.o.)

    • Vernakalant (i.v.)

    • Amiodaron (i.v./p.o.) , Dronedaron (p.o.)

  • Methoden

    • Medikamentöse Kardioversion: Einmalgabe eines Antiarrhythmikums

      • Sonderform ambulante Kardioversion in Eigenregie: „Pill-in-the-pocket“ -> Personen ohne Herzerkrankung (Flecainid/Propafenon)

    • Längerfristige antiarrhythmische Therapie

Katheterablation

  • Indikation

    • Alternative Therapieoption bei Kontraindikationen für oder Wirkverlust von Antiarrhythmika

    • Primäre Therapieoption bei paroxysmalem AFib

  • Vorteile

    • Als Erstlinientherapie beim paroxysmalen AFib Antiarrhythmika überlegen

    • Keine Nebenwirkungen durch Antiarrhythmika

  • Nachteile

    • Invasivität, tiefe Analgosedierung notwendig

    • Eingriffsspezifische Risiken

  • Methode: Katheterbasierte Erzeugung minimaler endokardialer Verletzungen zur Induktion von Narbengewebe

    • Pulmonalvenenisolation (PVI)

    • Gezielte Ablation mit 3D-Mapping

    Chirurgische Ablation

    OP am offenen Herzen: Cox-MAZE-Operation

    • Indikation: Zusätzliche Therapieoption bei AFib und chirurgischem Mitralklappeneingriff

    • Methode: Transmurale Ablation mit LAA-Resektion


AV-Block

Grad I:

  • PQ-Zeit ist auf >200 ms verlängert

  • Sinusknotenfrequenz = Herzfrequenz

  • Befund kann auch bei Gesunden auftreten (bspw. Sportler mit erhöhtem Vagotonus) und hat allein genommen keinen pathologischen Wert

Grad II:

  • Typ 1 (früher: Typ „Wenckebach“ oder „Typ Mobitz 1“, siehe auch: Wenckebach-Periodik)

    • PQ-Zeit nimmt mit jeder Herzaktion zu

    • Zunahme der PQ-Zeit setzt sich bis zum vollständigen Fehlen einer Herzaktion nach einer regulären Vorhoferregung (normale P-Welle) fort

    • Sinusknotenfrequenz > Herzfrequenz, meist rhythmisch mit plötzlicher Pause, dadurch häufig Reduktion der Herzfrequenz auf bradykarde Werte

  • Typ 2 (früher: Typ „Mobitz“ oder „Typ Mobitz 2“)

    • Vereinzelter oder regelmäßiger Ausfall eines QRS-Komplexes nach vorangegangener P-Welle, die PQ-Zeit bleibt dabei konstant

      • 2:1-Überleitung: Regelmäßige AV-Blockierung, bei der jede zweite Vorhoferregung (P-Welle) auf die Kammer übergeleitet wird

        • Herzfrequenz = ½ Sinusfrequenz

      • 3:1-Überleitung: Regelmäßige AV-Blockierung, bei der nur jede dritte Vorhoferregung auf die Kammer übergeleitet wird

        • Herzfrequenz = ⅓ Sinusfrequenz

    • Die Pause entspricht einem doppelten PP-Intervall

Grad III:

  • Bei einem AV-Block III° ist die Überleitung vom Vorhof zur Kammer komplett unterbrochen

  • P-Wellen und QRS-Komplexe kommen unabhängig voneinander, aber regelmäßig im EKG vor (vollständige Entkopplung)

  • Bradykarde Kammerersatzrhythmen durch Erregungsbildungszentren meist im Bereich des AV-Knotens oder des His-Bündels

    • Sekundärer Ersatzrhythmus (AV-Knoten): Ca. 40–50/min

    • Tertiärer Ersatzrhythmus (His-Bündel oder Tawara-Schenkel): Ca. 20–30/min

    • Je peripherer das Autonomiezentrum:

      • Desto langsamer der Ersatzrhythmus

      • Desto deformierter (verbreiterter) der QRS-Komplex

      • Desto schlechter die Prognose

  • Ein akut auftretender AV-Block III° kann aufgrund einer langen präautomatischen Pause zu einem Adams-Stokes-Anfall führen


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Bardia A.

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