CHA2DS2VA-Score
C: Chronische Herzinsuffizienz
H: Hypertonie
A2: Alter >75 -> 2 Punkte
D: Diabetes Typ 2
S2: Schlaganfall, TIA, andere Thromboembolie
VA: pAVK, KHK
0-1: niedriges Risiko, ab 1 individuell erwägen
Ab 2: hohes Risiko
Wells-Score
Tiefe Phlebothrombose
Anamnese
Aktive Krebserkrankung
Frühere, dokumentierte TVT
Immobilisation
Lähmung oder kürzliche Immobilisation der Beine
Bettruhe (>3 Tage) oder
Große chirurgische OP (<12 Wochen)
Klinik am betroffenen Bein
Schmerz oder Verhärtung entlang der tiefen Venen
Schwellung des gesamten Beines
Umfang eines Unterschenkels >3 cm größer als Gegenseite
Eindrückbares Ödem am symptomatischen Bein
Sichtbare Kollateralvenen
Differenzialdiagnosen:
Alternative Diagnose mind. ebenso wahrscheinlich wie TVT
Interpretation:
jedes Item 1 Punkt; letztes - 2 Punkte
≥ 2: hohe Wahrscheinlichkeit
< 2: niedrige Wahrscheinlichkeit
Lungenarterienembolie
Klinische Zeichen einer tiefen Beinvenenthrombose (TVT)
Lungenembolie wahrscheinlicher als andere Diagnose
Frühere Lungenembolie/TVT
Tachykardie (Herzfrequenz >100/min)
Operation oder Immobilisierung innerhalb des letzten Monats
Hämoptysen
Malignom (unter Therapie, Palliativtherapie oder Diagnose jünger als 6 Monate)
-> vereinfacht jeweils 1 Punkt
0-1: LAE unwahrscheinlich
≥2: LAE wahrscheinlich
PESI-Score / sPESI
-> Pulmonary Embolism Severity Index
Scores zur Bestimmung der 30-Tages-Letalität nach LAE
Alter (sPESI > 80, PESI in Jahren)
Malignom
RR syst. < 100 mmHg
Herzfrequenz ≥ 110/min
Sauerstoffsättigung bei Raumluft < 90%
Chronische Herzinsuffizienz ODER chronische Lungenerkrankung
NUR im PESI, NICHT sPESI:
Vigilanzstörung
Körpertemperatur < 36°C
Atemfrequenz > 30/min
Männlich
Bei sPESI jeweils 1 Punkt, bei PESI in 10er Schritten (also zB 30, 60)
->sPESI = 0: 30-Tages-Letalität 1%
-> PESI ≤65: 30-Tages-Letalität <2%
—> sPESI ≥1 ODER PESI >125: 30-Tages-Letalität mindestens 10% (Bei PESI gibt es 5 verschiedene Stufen)
Klinische Risikostratifikation
-> Kombination aus sPESI
+ Klinische Symptomatik (Schock, Hypotonie)
+ Rechtsherzbelastung (Echo)
+ Kardiale Biomarker
Risikofaktoren für Blutungsereignisse unter OAK oder Thrombozytenaggregationshemmung
Nicht modifizierbar:
Alter >65 Jahre
Vorerkrankungen
Z.n. schwerem Blutungsereignis
Schwere (dialysepflichtige) chronische Nierenkrankheit oder Transplantatniere
Schwere Leberfunktionsstörung bzw. Leberzirrhose
Z.n. Schlaganfall, (Kleingefäß‑)KHK
Diabetes mellitus
Potenziell modifizierbar:
Anämie
Thrombozytopenie oder gestörte Thrombozytenfunktion
Medikamente
Schlechtes Management einer VKA-Therapie
HAS-BLED Score
H = Hypertonus (1 Punkt)
A = Abnorme Funktion der Niere oder Leber (je 1 Punkt)
S = Schlaganfall in der Anamnese (1 Punkt)
B = Blutungsneigung, z.B. bekannte Hämophilie (1 Punkt)
L = Inkonstante INR unter Therapie mit Vitamin-K-Antagonisten (1 Punkt)
E = Elderly, Alter >65 Jahre (1 Punkt)
D = Drugs, Einnahme von Thrombozytenaggregationshemmern oder NSAR; Alkoholabusus (je 1 Punkt)
Ein erhöhtes Blutungsrisiko (>2) ist per se keine Kontraindikation für eine Antikoagulation, sollte jedoch bei der Wahl der Substanz und Überwachungsfrequenz berücksichtigt werden. Um das Risiko einer Unterantikoagulation bei Personen mit Vorhofflimmern zu reduzieren, empfehlen die aktuellen ESC-Leitlinien zur Abschätzung des Blutungsrisikos keinen expliziten Risk-Score mehr.
Anämie -> Einteilung
Definition nach WHO:
Hb-Wert↓ im Blut
♂ <13,0 g/dL (<8,07 mmol/L)
♀ <12,0 g/dL (<7,45 mmol/L)
Einteilung der Anämieformen:
Hypochrome mikrozytäre Anämie (MCV und MCH↓)
Kann nicht genügend Hämoglobin hergestellt werden , werden die ausreichend vorhandenen Erythrozyten weniger beladen
z.B. Eisenmangel -> essenziell für Hämoglobin
Normochrome normozytäre Anämie (MCV und MCH↔︎)
Wenn ausreichend Substrate zur Bildung von Hämoglobin und Zellen vorliegen, die Synthese jedoch nicht initiiert oder durchgeführt wird , zeigen sich meist zu wenig „normale“ Erythrozyten
Z.B. EPO-Mangel oder Insuffizienz des Knochenmarks
Hyperchrome makrozytäre Anämie (MCV und MCH↑)
Können nicht genügend Zellen gebildet werden , werden die wenigen Erythrozyten stärker beladen
Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel → Notwendig für DNS-Bildung
Diagnostik: Hypochrome mikrozytäre Anämie (MCV und MCH↓)
Häufigste Ursachen:
Eisenmangelanämie
Häufigste Ursache einer Anämie (weltweit)
Häufigste hypochrome mikrozytäre Anämie
Anemia of chronic Disease (ACD) -> häufig erst normochrom, normozytär, aber bei langem Verlauf auch mikrozytär, hypochrom
Zweithäufigste Ursache einer Anämie
Thalassämie
Auftreten insb. bei Menschen mit Abstammung aus Ländern mit hoher Prävalenz
Parameter: Ferrritin (Eisenspeicher), CRP, Retikulozyten, Transferrinsättigung (Eisentransport)
Eisenmangelanämie:
Ferritin: ↓: I.d.R. beweisend!
CRP: normal
Retikulozyten: Normal/↓
Transferrinsättigung: ↓
RDW ↑
ACD:
Ferritin: Normal/↑ -> akute Phase Protein!
CRP: ↑
RDW normal
Bei ACD + Eisenmangel: zusätzlich sTfR ↑, nur bei ACD nicht
Thalassämie:
Ferritin: Normal/↑
CRP: Normal
Retikulozyten: Normal/↑
Transferrinsättigung: Normal/↑
RDW: Bei Minorformen/Thalassämieträgerstatus normal, bei α-Thalassämie intermedia ↑
Diagnostik: Normochrome normozytäre Anämie (MCV und MCH↔︎)
Häufig multifaktoriell
Bestimmung der Retikulozyten
Retikulozyten↑/(RPI >2–3) (hyperregeneratorische Anämie) → Bestimmung der Hämolysezeichen
Hämolysezeichen positiv: Hämolytische Anämie → Hämatologische Abklärung
Keine Hämolysezeichen
Am ehesten (sub‑)akute Blutungsanämie → Blutungsquelle identifizieren
Im Rahmen therapeutischer Maßnahmen (zB Chemotherapie)
Retikulozyten↓/(RPI <2) (hyporegeneratorische Anämie) → Abklärung von Systemerkrankungen
ACD -> Ausschlussdiagnose!
Retikulozyten normal/↓
CRP, BSG↑
Ferritin normal/↑
Transferrinsättigung↓
Renale Anämie:
Kreatinin-Clearance↓bzw. eGFR↓
Normale Kreatinin- oder Erythropoetinwerte schließen eine renale Anämie nicht aus!
Aplastische Anämie:
(Bi- oder) Panzytopenie
Berufs- und Medikamentenanamnese
Hämatologische Abklärung
Anämie bei Myelosuppression
Auftreten: Bspw. nach Chemotherapie, bei Infiltration des Knochenmarks durch eine hämatologische Tumorerkrankung oder ein Karzinom
Diagnostik: Hyperchrome makrozytäre Anämie (MCV und MCH↑)
Ursachen
Megaloblastäre Anämie
Häufigste Ursachen: Vitamin-B12-Mangel und/oder Folsäuremangel
Weitere
Auf Knochenmarkebene
Myelodysplastische Syndrome
Alkohol-toxisch
Diagnostik eines Vitamin-B12-/Folsäuremangels
Vitamin-B12-Spiegel, Holo-Transcobalamin, Methylmalonsäure (MMA), ggf. Homocystein
Folsäure
Diagnostik weiterer Ursachen
Retikulozyten↓/normal (RPI ≤2)
Bei Bizytopenie/Panzytopenie : Hämatologische Abklärung
Bei positiver Alkohol- und Medikamentenanamnese: Weitere Abklärung je nach Verdachtsdiagnose
Megaloblastäre Anämiedurch Vitamin-B12-/Folsäuremangel
Vitamin-B12-Spiegel↓
Holo-Transcobalamin↓ -> frühester Marker
MMA↑
Homocystein↑
Folsäure↓
Retikulozyten normal bis ↓
Ggf. Leukozytopenieund/oder Thrombozytopenie
Bei Vitamin-B12-Mangel: Insb. Ausschluss perniziöse Anämie (ÖGD, Antikörper)
Myelodysplastische Syndrome (MDS)
Evtl. Bizytopenie/Panzytopenie
Hämatologische Abklärung: Zeitnahe Knochenmarkpunktion!
Weitere diagnostische Parameter, siehe: Diagnostik myelodysplastischer Syndrome
Asthma Bronchiale Stufentherapie
Initialtherapie entsprechend der Asthmakontrolle
Kontrolliert: Stufe 1
teilweise kontrolliert: Stufe 2
Unkontrolliert: Stufe 3
-> gesamt 5 Stufen; jeweils Dauertherapie, Alternativen und Akuttherapie bei Bedarf
Stufe 1:
Dauertherapie:
Keine
Alternativ:
ICS (Inhalative Corticosteroide: Budesonid, Fluticason) -> niedrige Dosis
Akuttherapie bei Bedarf:
ICS + Formoterol (ohne Dauermedikation)
SABA (Kurzwirksame β2-Mimetika: Salbutamol, Fenoterol, Terbutalin) mit ICS Dauermedikation
Stufe 2:
oder Keine
LTRA (Leukotrien-Rezeptor-Antagonisten: Montelukast): nur bei Kindern/Ausnahme
Stufe 3:
ICS (Inhalative Corticosteroide: Budesonid, Fluticason) + LABA (Langwirksame β2-Sympathomimetika: Formoterol, Salmeterol) -> niedrige Dosis
ICS: mittlere Dosis
In Ausnahmefällen:
ICS + LAMA (Langwirksame Muscarinrezeptor-Antagonisten (Anticholinergika): Insb. Tiotropiumbromid) als Fixkombi in niedriger Dosierung
ICS + Formoterol, wenn das auch die Dauermedikation ist
Stufe 4:
ICS (Inhalative Corticosteroide: Budesonid, Fluticason) + LABA (Langwirksame β2-Sympathomimetika: Formoterol, Salmeterol) -> mittlere bis hohe Dosis
ICS + LABA + LAMA
Stufe 5:
ICS (Inhalative Corticosteroide: Budesonid, Fluticason) + LABA (Langwirksame β2-Sympathomimetika: Formoterol, Salmeterol) -> hohe Dosis + LAMA
Add-on: Anti-IL-5(R) oder Anti-IL-4R (eosinophiles Asthma) oder Anti-IgE (allergisches Asthma)
orale Corticoide (zusätzlich oder alternativ)
Azithromycin (zusätzlich)
Zuletzt geändertvor 13 Tagen