Vollkommener Markt Was ist es?
Ein theoretisches Modell als Vergleichsmaßstab — in der Realität nicht existent.
Grundlage für Analysen
Eigenschaften vollkommener Markt
Gleichartige Güter
keine Präferenzen
vollständige Markttransparenz
keine Transaktionskosten
kein Markteinfluss
Was ist der Grundsatz der Wohlfahrtsökonomie?
Auf dem Markt ist eine optimale Allokation der knappen, zur Verfügung stehenden Mittel und die erreichten Ergebnisse von allen Marktteilnehmern werden als optimal empfunden
Wohlfahrtsökonomie
“Ökonomische Wohl fahrt“ beschreibt in den Wirtschaftswissenschaften entweder den Nutzen eines Individuums oder den sämtlicher Personen in einer Volkswirtschaft (z. B. bezüglich des Niveaus gesundheitlicher Versor gung).
Wohlfahrtsökonomie Theorem 1
Allokation ist pareto- optimal (- Effizienz)
bestmögliche Güterverteilung am Markt
Pareto-Kriterium= nicht möglich, Zustand eines Individu-ums zu verbessern, ohne den eines anderen verschlechtern
Vollkommener Konkurrenz ?
alle Märkte zu gleichen Bedingungen, gleichen Preisen etc
Wohlfahrtsökonomie Theorem 2
Ergebnis gefällt nicht? Also Startbedingungen ändern
nicht den Markt ändern
zwei Aufgaben Theorem 2
MArkt verteilt Ressourcen effizient (Effizienz)
Staat verteilt Ressourcen gerecht (Gerechtigkeit)/ Umdtrukturierung, z.B. durch Steuern
Der Markt soll was hervorrufen und wie geschieht das ?
Optimale Mittel Allokation = Pareto Effizienz
erzielt werden kann dies durch Pareto-Verbesserung
Was wird jedoch in der Gesellschaft häufig abgelehnt ?
Pareto-Verbesserung -> z.B. Vermögenssteuer
Pareto Effizienz ist nicht gleich ?
Nicht gleich Gerechtigkeit
viele lehnen deshalb PAreto Verbesserung ab
Effizienz sagt nicht aus wie verteilt wird, nur das niemand mehr schlechter gestellt werden kann
selbst ungerechte Entscheidung -> pareto effizient = 2 Läden einer kauft alles auf, alle anderen gehen leer aus
im Sozialstaat inakzeptabel
Vollkommener Markt stellt Gesundheitswesen nicht ….
realistisch dar!
Wettbewerb ist ?
wenn zwischen Anbietern Konkurrenz besteht
Wettbewerb im Gesundheitswesen wie in der Wirtschaft ?
Nein, Gründe hierfür:
Monopole
Asymmetrische Informationsverteilung/Prinzipal-Agent-Problematik
Externe Effekte
Ein alleiniger Anbieter/ Nachfrager des Markts besitzt marktbeherrschend die Macht, die entsprechenden Preise zu diktieren – er besitzt das Monopol als besondere Stellung
Als einziger Hirnchirurg im Land, machst du die Regeln
Pat (Prinzipal) weiß nichts über Kranlheit und vertraut dementsprechend dem Arzt (Agenten)
Pat kann also nicht beurteilen ob der Arzt gut handelt und in welcher Absicht
Arzt (Agent) hat mehr Wissen als der Patient
Er entscheidet, welche Behandlung nötig ist
Sein Handeln beeinflusst direkt den Pat (Prinzipal) — von außen, ohne dass der Pat es vollständig steuern kann
→ Externe Effekt: Arzt handelt — Pat trägt Konsequenzen
Was ist eine Marktmacht?
Z.B. im Rahmen des Monopols
Biontech u.a. (1. Impfstoff)
entscheidet über Verteilung und Preis dementsprechend (Patent)
Wettbewerb auf der Gegenseite eingeschränkt
Was entsteht also durch eine Marktmacht mit Monopol?
keine optimale Allokation
Technischer Fortschritt verlangsamt sich
könnte negative externe Effekte haben
Beispiel für Marktmacht
wenn auch mittlerweile teilweise durch staatlichen Eingriff relativiert, bilden die Altersrückstellungen der PKV: Vor der Einführung des Basistarifes und der Übertragbarkeit von Altersrückstellungen war es Versicherten nicht möglich, diese z. T. seit frühestem Alter angesparten Beträge im Fall eines Versicherungswechsels übertragen zu lassen.
Gründe für Marktmacht
Kooperation und Konzentration
Geringe Preiselastizität
Strukturelle Nachfrageschwäche
Schutz vor Übermacht der Gegenseite (1 KK vs. Pharma, alle KK vs Pharma)
Marktmacht als Schutz, als Steuerungsinstrument (Verbände, Kammern) und als Effizienzgewinn (schneller, günstiger, einfacher)
Kooperation und Konzentration finden sich z. B. in der monopolistischen Position der Ärzteschaft, die aus der Sicherstellungsaufgabe der Kassenärztlichen Vereinigung für amb Versorgung resultiert, oder bei den gKV, die (z. T. staatlich ermächtigt) gemeinsam und einheitlich ggü Versicherten und Leistungs anbietern als Vertragspartner auftreten oder bei der Preisfestsetzung von Medis als Nachfragemonopolist agieren. Auch die Politik verteilt Erlaubnisse bzw. erzwingt, dass Innungen, Kammern, Fachverbände o. Industrieverbände als Monopolisten auftreten, z. B. zur Marktzutrittsbeschränkung.
Marktzutrittsbeschränkung
Marktzutrittsbeschrän kungen können unter schiedlich entstehen, z. B. wenn nur ein Unternehmen Zugang zum Produk tionsrohstoff besitzt. Politik bzw. Staat regelnden Marktzutritt z. B. durch Lizenzvergaben, Patent schutz etc.
Eine geringe Preiselastizität herrscht vor, wenn Individuen bei einer Preiserhöhung kaum ihre Nachfrage senken (direkte Preiselastizität)
Die in Deu vorherrschende geringe Preiselastizität von Gesundheitsgütern wirkt sich bei bestehender Marktmacht stabilisierend aus. Gleichzeitig gilt, dass der Preis nicht Hauptkriterium ist, wenn Individuen die Wahl zwischen zwei konkurrierenden Angeboten haben (Kreuzpreiselastizität).
MArktmacht ist also eigentlich ein ?
Kreislauf
Was bedeutet MArktversagen ?
Marktmeschanismus aus Angebot und Nachfrage führt nicht zu gewünschtem Ergebnis
Markt versagt
Gründe für Marktversagen
Andauernde Marktmacht/ Monopol- oder oligopolartige Strukturen
Anbieterseite bestimmt Markt
Angebotsinduzierte Nachfrage
Adverse Selektion
Finanzielle Absicherung/ Moral Hazard
Übersicht möglicher Auslöser für Marktversagen
Oligopol
Ein Oligopol ist eine Abwandlung des Monopols, bei der nicht ein einzelner Anbieter/Nachfrager den Markt beherrscht, sondern stattdessen einige wenige Anbieter/ Nachfrager
Andauernde Marktmacht/Monopole (Marktversagen)
Andauernde Marktmacht, der weder durch staatliche Eingriffe noch Wettbewerbsmaßnahmen entgegnet werden kann, ist eine Form des Marktversagens. Marktmacht liegt z. B. in Form natürlicher Monopole vor, wenn große Anbieter dafür sorgen, dass die Produktion durch kleinere ineffizient wäre. Eine solche dauerhafte Marktmacht kann auch durch staatliche Monopolrechte (z. B. Patente, Elektrizitätsversorgung etc.) oder einen beschränkten Marktzutritt als Resultat von Kooperation und Konzentration von Unternehmen entstehen.
Kein Wettbewerb
Einziger Neurologe im Umkreis von 100 km — Pat hat keine Wahl, Arzt setzt Bedingungen.
Anbieterseite bestimmt Markt (Marktversagen)
asymmetrische Infoverteilung (Prinzipal- Agent Theorie)
Arzt bestimmt Behandlung und somit den Markt, MArkt wird also von der Angebotsseite gesteuert
Angebotsinduzierte Nachfrage (Marktversagen)
Angebote (medizinisch) werden gemacht, obwohl nicht nötig -> Nachfrage steigt -> Überversorgung
Arzt verdient meist hieran
Adverse Selektion (Marktversagen)
asymmetrische Infoverteilung, Pat wählen nachteilig aus
(z.B. Corona und die Masken, schlechte Quali aber günsitg)
Bereitschaft hohe Quali für mehr Geld zu kaufen sinkt
Finanzielle Absicherungen/Moral Hazard (Marktversagen)
ineffiziente Ressourcennutzung
PAt sind risikofreudiger da Versicherungen zahlen
so z.B. Piercings gestrichen
Externe Effekte (Marktversagen)
Externe Effekte können Marktversagen verursachen, 2 Arten:
Negativ: Nicht-Geimpfter steckt andere an → schadet Gesellschaft ohne es zu wollen
Positiv: Geimpfter schützt andere mit → hilft Gesellschaft ohne Gegenleistung
Externe Effekte haben oft den Charakter eines Kollektivgutes:
Nichtausschließbarkeit: Niemand kann vom positiven Effekt ausgeschlossen werden — auch wer nicht geimpft ist profitiert von der Herdenimmunität.
Nichtrivalität: Wenn eine Person vom Effekt profitiert, nimmt das anderen nichts weg.
→ Bsp Lärmschutzwand: Nützt allen Anwohnern gleichzeitig — einer profitiert nicht auf Kosten des anderen.
Warum führt das zu Marktversagen? Kollektivgüter werden vom Markt zu wenig produziert — weil niemand freiwillig zahlt wenn er sowieso profitiert. Deshalb muss der Staat eingreifen → z.B. Impfempfehlungen, kostenlose Impfungen.
Um ein Marktversagen zu verhindern passiert was ?
Staatlicher Handlungsbedarf durch z.B.
GBA
Kassenärztliche Vereinigung
GKV Spitzenverband
Für was dienen dann die staatlichen Eingriffe ?
Um gesicherten und gerechten Ablauf der Gesundheitsversorgung zu ermöglichen und sicherzustellen
Indirekt und direkt möglich
Direkter staatlicher Handlungsbedarf
Der Staat nimmt direkt Einfluss auf das Gesundheitssystem, z. B. finanziell unterstützend durch den Bundeszuschuss, welcher in den Gesundheitsfonds der gKK zur Deckung der Gesundheitsausgaben einfließt. Ein anderer direkter Einfluss erfolgt z. B. durch Erlass von Gesetzen, etwa das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz, welches die Tarife der KK reformierte und somit auch direkte Konsequenzen für die Versicherten ergab
Staat greift direkt ein
z.B. durch Gesetze oder aber unterstützend
Indirekter staatlicher Handlungsbedarf wodurch möglich ?
Gemeinsamer Bundesausschuss
Kassenärztliche Bundesvereinigung
GBA, Gemeinsamer Bundesausschuss
Über GBA koordiniert der Staat Leistungserbringer & -finanzierer
Kassenärztliche Bundesvereinigung:
untersteht dem Bundesgesundheitsministerium
Dachverband aller kassenärztlichen Vereinigungen
diese sind für Honorar der Ärzte in Bundesländer zuständig
Einfluss auf Honorar -> Gerechtigkeit + Anreize für Ärzte (z:b. auf dem DOrf niederlassen)
Einführung war durch GKV Wettbewerbstärkungsgesetz 2008 -> Aufgaben der 7 Spitzenverbände übernommen
regelt u.a.
Rahmenbedingungen für Wettbewerb um Qualität + Wirtschaftlichkeit der Versorgung und greift z. B. dadurch in Gesundheitswesen ein, dass er (Leistungsfinanzierer) mit den Kassenärztlichen Bundesvereinigungen (Leistungserbringer) Verträge zur Versorgung aushandelt, welche Versorgung betreffen und somit Leistungen direkt beeinflussen.
Beispiele Interventionen
Die Erläuterungen + Beispiele zeigen, dass auf diversen Ebenen staatliche Eingriffe unumgänglich sind. Problematisch können staatliche Interventionen sein, da sie die Wettbewerbs-situation auf dem Markt verändern, schwerfällig und langwierig wirken, sehr stark an Rechtsnormen + behördliche/ parlamentarische Zustimmungen gebunden und in persönliche, soziale, funktionale und ökonomische Abhängigkeitsgeflechte eingebunden sind
Kosten der Interventionen ?
durch Infobeschaffung, Umsetzung rechtlicher Vorgaben + organisatorischer/institutioneller Vorkehrungen o. Überwachung dieser Umsetzungen ergeben
Zusätzlich in regulierenden Verbänden & Unternehmen, wie z. B. Sanktionen bei Verstößen, Einführung rechtlicher Schritte zur Verhinderung von Verstößen
Kosten für spezialisiertes Personal (z. B. Ökonomen, Mediziner etc.)
Weitere: Nicht-Eintreten bzw. einen verzögerten Verlauf sozial wünschenswerter Entwicklungen aufgrund restriktiver Regulierungen entstehen (Schaden durch Verzögerung)
ZUSAMMENFASSUNG
Um den Markt zu beschreiben, existiert in der Wohlfahrts-ökonomie ein Modell des vollkommenen Marktes mit vollkommener Konkurrenz nach dem Prinzip des Pareto-Optimismus, auf dem alle Marktteilnehmer kostenfreien Zugang zu allen erforderlichen Infos haben, sich gegenseitig nicht beeinflussen, Nachfrager keine Präferenzen haben und kein Anbieter bevorzugt wird. Dieses Modell ist so auf das Gesundheitswesen nicht anwendbar, da dort diverse monopolartige Strukturen (z. B. durch die geografische Ärzte-/Khverteilung) auftreten und diese eine entsprechende Marktmacht innehaben können. Generell basiert diese im Gesundheitswesen auf der Kooperation & Konzentration bei Anbieter o. Nachfrager, einer geringen Preiselastizität der Gesundheitsgüter &/o. einer strukturellen Nachfrageschwäche und tendiert dazu, sich zu verstärken. Um den Markt zu regulieren oder mögliches Marktversagen zu verhindern, können sowohl der Staat als auch verschiedene (vom Staat beauftragte) Körperschaften eingreifen
Zuletzt geändertvor 2 Tagen