Was ist ein Rechtsgeschäft ?
ein Tatbestand, der aus einer oder mehreren Willenserklärungen besteht und eine gewollte Rechtsfolge herbeiführt.
Beispiel: Vertrag (§ 311 I BGB), Kündigung, Testament.
💡 Merke: Ohne Willenserklärung kein Rechtsgeschäft.
Welche Arten von Rechtsgeschäften gibt es ?
Einseitig: Nur eine Willenserklärung (z. B. Kündigung, Testament).=§111
Mehrseitig: Zwei übereinstimmende Willenserklärungen (z. B. Vertrag).
Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäfte (→ Trennungsprinzip).
Was ist der Unterschied zwischen Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft?
Verpflichtungsgeschäft: Begründet eine Pflicht (z. B. Kaufvertrag, § 433 BGB).
💡 Trennungsprinzip: Beide Geschäfte sind rechtlich getrennt.
Verfügungsgeschäft: Verändert ein Recht unmittelbar (z. B. Übereignung, § 929 BGB).
💡 Abstraktionsprinzip: Wirksamkeit des Verfügungsgeschäfts ist unabhängig vom Verpflichtungsgeschäft.
Was ist eine Willenserklärung ?
Die Äußerung eines auf die Herbeiführung einer Rechtsfolge gerichteten Willens.
Besteht aus innerem Willen und äußerem erklüärungsakt
Beispiel: „Ich kaufe dein Fahrrad für 100 €“ = Angebot.
Aus welchen Bestandteilen besteht eine Willenserklärung?
Handlungswille – Wille, überhaupt zu handeln.
Erklärungsbewusstsein – Bewusstsein, rechtserheblich zu handeln.
Geschäftswille – Wille, ein bestimmtes Rechtsgeschäft vorzunehmen.
💡 Fehlt ein Bestandteil, kann die Erklärung nichtig oder anfechtbar sein.
Wann wird eine empfangsbedürftige und abgegeben Willenserklärung wirksam (§ 130 I BGB)?
Wenn sie dem Empfänger zugeht, also in seinen Machtbereich gelangt, und Kenntnisnahme möglich ist.
Beispiel: Brief im Briefkasten während üblicher Zeiten.
Abgeben :
Wenn der Erklärende alles Erforderliche für das Wirksamwerden getan hat und kein Widerruf mehr möglich ist.
Wann ist der Zugang einer Willenserklärung entbehrlich?
Bei nicht empfangsbedürftigen Willenserklärungen (z. B. Testament).
Wenn der Empfänger den Zugang verhindert.
In besonderen Fällen (§ 151 S. 1 BGB – Annahme ohne Erklärung).
Wann kann eine Willenserklärung widerrufen werden (§ 130 I 2 BGB)?
Solange sie dem Empfänger nicht zugegangen ist oder der Widerruf gleichzeitig oder früher zugeht.
Der Widerruf ist wirksam, wenn er dem Empfänger vor oder gleichzeitig mit der Willenserklärung zugeht.
💡 Merke: Widerruf muss rechtzeitig und wirksam sein.
Wann kommt ein Vertrag zustande?
Durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen – Angebot (§ 145 BGB) und Annahme (§ 147 ff. BGB).
Was ist eine invitatio ad offerendum?
Eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots, kein Angebot selbst.
Beispiel: Schaufensterauslage, Online-Shop, Werbung.
Was bedeutet Offerte ad incertas personas?
Ein an die Allgemeinheit gerichtetes Angebot, das durch Annahme konkretisiert wird.
Beispiel: Getränkeautomat.
Was bedeutet protestatio facto contraria?
Ein Widerspruch zwischen Erklärung und Verhalten – maßgeblich ist der objektive Erklärungswert.
Beispiel: Jemand sagt „Nein“, nimmt aber trotzdem das Geld an.
Welche Bedeutung hat Schweigen auf ein Angebot?
Grundsatz: Schweigen = keine Willenserklärung
Ausnahme: Gesetzliche oder vertragliche Regel (z. B. § 362 HGB – Schweigen im Handelsverkehr).
Was bedeutet falsa demonstratio non nocet?
beide Parteien übereinstimmend irren und dasselbe meinen,
schadet eine falsche Bezeichnung nicht
Beispiel: Falsche Grundstücksnummer, aber Einigkeit über das Grundstück.
=> Beide reden von „Grundstück A“, meinen aber tatsächlich „Grundstück B“
💡 Merke:
Übereinstimmender Parteiwille geht immer dem objektiven Erklärungswert vor.
Was ist sozialtypisches Verhalten beim Vertragsschluss?
Und eine Option ?
Ein konkludentes Verhalten, das nach der Verkehrssitte als Zustimmung gilt.
Beispiel: Einsteigen in den Bus = Beförderungsvertrag.
Option: Ein einseitiges Gestaltungsrecht, durch das der Berechtigte den Vertragsschluss herbeiführen kann (z. B. Mietverlängerungsoption).
Was sind verbraucherschützende Widerrufsrechte?
Gesetzliche Rücktrittsrechte für Verbraucher (§§ 312g, 355 BGB), z. B. bei Fernabsatzverträgen oder Haustürgeschäften.
Was ist Auslegung und warum ist sie wichtig?
dient der Ermittlung des wirklichen Willens (§§ 133, 157 BGB) und erklärt den Inhalt einer Willenserklärung oder eines Vertrags.
notwendig, weil der objektive Erklärungswert einer Willenserklärung nicht immer dem subjektiven Willen entspricht.
💡 Merke: Maßgeblich ist nicht der Wortlaut, sondern der wirkliche Wille.
Beispiel : Asagt zu B: „Ich verkaufe dir das Auto“ – beide meinen aber tatsächlich das Motorrad.
➡️ Dann gilt das Gewollte („Motorrad“), nicht das Gesagte („Auto“).
Welche Methoden der Auslegung gibt es?
Wortlaut- Was sagt der Text ?
Systematik- Wie fügt sich die Erklärung in den Gesamtzusammenhang (Vertrag, Normsystem) ein?
Historie (Entstehungsgeschichte)- Was war der Wille bei Abgabe (z. B. Entstehungsgeschichte)?
Telos (Sinn und Zweck der Norm)- Welchen Sinn und Zweck (Telos) verfolgt die Erklärung oder Norm?
Rechtsethische
Was ist eine ergänzende Vertragsauslegung?
Besteht eine planwidrige Lücke, wird der hypothetische Wille der Parteien nach §§ 133, 157 BGB ermittelt.
Planwidrig : Eine planwidrige Lücke liegt vor, wenn etwas fehlt, was nach dem Plan der Parteien oder des Gesetzes geregelt sein müsste.(ungewollt fehlt )
-> Mietvertrag ohne Regelung zu Nebenkosten.
Hypothetischer Wille : Der hypothetische Wille wird also nicht erfunden,
sondern aus dem bestehenden Vertragsinhalt, Zweck, Interessenlage und Verkehrssitte abgeleitet.
-> Hätten die Parteien erkannt, dass Nebenkosten fehlen,
hätten sie wahrscheinlich vereinbart, dass der Mieter sie trägt.
Frage: Was hätten die Parteien redlicherweise vereinbart, wenn sie den Fall bedacht hätten?
Beispiel:
Im Mietvertrag fehlt eine Regelung über die Nebenkosten, obwohl beide davon ausgingen, dass der Mieter sie zahlt.
-> Die Lücke wird nach dem mutmaßlichen Willen ergänzt: Mieter trägt Nebenkosten.
Nur wenn wirklich eine planwidrige Lücke vorliegt (nicht: „schlechter Vertrag“!), darf ergänzt werden.
Der hypothetische Parteiwille füllt die planwidrige Lücke – so, wie redliche Parteien sie geschlossen hätten.
Keine planwidrige Lücke: Wenn die Parteien bewusst keine Regelung getroffen haben.
Wie erfolgt die Lückenfüllung im Gesetz?
Fehlt eine ausdrückliche Regelung im Vertrag oder Gesetz, kann die Lücke gefüllt werden durch:
Analogie zu vergleichbaren Normen,
Allgemeine Rechtsgrundsätze,
oder Treu und Glauben (§ 242 BGB).
Das Gesetz regelt den Rücktritt beim Kauf (§ 437 Nr. 2, 323 BGB), nicht aber bei Schenkung → Analogie kann helfen.
Was ist eine teleologische Reduktion?
Einschränkung der Wortlaut Auslegung (Gesetzeswortlaut)
-> wenn seine Anwendung über Sinn und Zweck der Norm hinausginge
Beispiel: Ausschluss ungewollter Fälle, die zwar vom Wortlaut, aber nicht vom Zweck erfasst sind.
= § 119 II BGB (Motivirrtum unbeachtlich):
Wenn aber der Beweggrund ausnahmsweise Geschäftsgrundlage ist (§ 313 BGB), kann eine teleologische Reduktion greifen
Teleologische Reduktion ist die Rückführung des Gesetzeswortlauts auf den telos (Zweck).
Wie grenzt man Auslegung, Analogie und teleologische Reduktion voneinander ab?
Auslegung: Bedeutung innerhalb des Wortlauts suchen.
Analogie: Bedeutung über den Wortlaut hinaus erweitern.
Teleologische Reduktion: Bedeutung einschränken, wenn Wortlaut zu weit reicht.
💡 Merksatz:
Auslegung → „Was meint das Gesetz?“
Analogie → „Was sollte gelten, obwohl es nicht drinsteht?“
Teleologische Reduktion → „Was soll nicht gelten, obwohl es drinsteht?“
Was ist der objektive Empfängerhorizont und welche Rolle spielt er?
Nach der objektiven Empfängertheorie wird eine Willenserklärung so verstanden,
wie sie ein verständiger Dritter in der Lage des Empfängers nach Treu und Glauben verstehen durfte (§§ 133, 157 BGB).
💡 Beispiel:
Wenn jemand sagt: „Ich schenke dir das“, aber gleichzeitig einen Preis nennt, muss der Empfänger erkennen, dass kein Schenkungswille, sondern ein Kaufwille vorliegt.
Nach welchen Vorschriften erfolgt die Auslegung von Willenserklärungen?
§ 133 BGB → Auslegung von empfangsbedürftigen und nicht empfangsbedürftigen Willenserklärungen: maßgeblich ist der wirkliche Wille und nicht der wörtliche Ausdruck.
§ 157 BGB → Verträge sind nach Treu und Glauben und Verkehrssitte auszulegen.
§ 133 BGB → „Wie meinte der Erklärende es wirklich?“
§ 157 BGB → „Wie durfte der Empfänger es nach Treu und Glauben verstehen?“
*Welche Voraussetzungen müssen zur Übertragung des Eigentums gem. § 929 S. 1 BGB vorliegen?
Einigung
Wirksamkeit der Einigung
Übergabe
Einigsein
Berechtigung
Was bedeutet Konsens ?
Konsens liegt vor, wenn Angebot und Annahme inhaltlich übereinstimmen, sodass ein Vertrag zustande kommt.
Beispiel für Konsens
Antwort:
A bietet B ein Fahrrad für 200 € an. B sagt: „Ja, für 200 € kaufe ich es.“
→ Vollständige Übereinstimmung → Vertrag zustande gekommen.
was ist offener Dissens ?
Die Parteien erkennen offen, dass sie sich über einen Punkt nicht einig sind → grundsätzlich kein Vertrag, solange Einigung fehlt (§ 154 I BGB)
Wann entsteht trotzdem ein Vertrag trotz offenem Dissens?
Wenn die Parteien trotz offener Unklarheit offensichtlich auf Vertragsschluss weiterhin hinarbeiten und der fehlende Punkt nicht wesentlich ist.
Beispiel für offenen Dissens
A und B wollen einen Gebrauchtwagenkauf schließen.
Alles ist geklärt, aber über den Übergabetermin besteht offene Uneinigkeit.
→ Nebenpunkt, Vertrag kommt zustande, Termin später bestimmbar.
Was ist versteckter Dissens?
Die Parteien glauben fälschlicherweise, eine Einigung erzielt zu haben, sind aber objektiv uneinig → Vertrag kommt trotzdem zustande, wenn der nicht geregelte Punkt nicht wesentlich ist.
Wann führt versteckter Dissens dazu, dass kein Vertrag entsteht?
Wenn der Punkt ein essentiale negotii ist → ohne Einigung über wesentliche Vertragsbestandteile kein Vertrag.
Beispiel für versteckten Dissens
A und B schließen einen Kaufvertrag „inkl. Lieferung“.
A meint: Lieferung bis zur Haustür,
B meint: Lieferung nur bis zum Bordstein.
→ Beide glauben, alles sei geklärt → versteckter Dissens.
→ Weil Lieferumfang ein Nebenpunkt ist → Vertrag gültig, Auslegung nötig.
Was sind essentialia negotii?
Die wesentlichen Vertragsbestandteile, ohne die ein Vertrag nicht zustande kommen kann:
Parteien
Vertragsgegenstand
Preis / Gegenleistung
Beispiel essentialia negotii
Kaufvertrag:
A bietet B „mein Auto für 8.000 €“ an → alle essentialia genannt.
→ B sagt „Ja“ → Vertrag.
Was sind accidentalia negotii?
Nebenabreden, die nicht automatisch Vertragsbestandteil sind, sondern nur gelten, wenn Parteien sie ausdrücklich oder stillschweigend vereinbaren.
Beispiele: Liefertermin, Zahlungsmodalitäten, Vertragsstrafen, Garantien.
Beispiel accidentalia negotii
A und B vereinbaren beim Kauf eines Autos zusätzlich: „A übernimmt noch den TÜV.“
→ Kein wesentlicher Bestandteil, aber wirksame Nebenabrede.
Wann führt fehlende Einigung zu offenem und wann zu verstecktem Dissens?
Offener Dissens: Parteien wissen, dass sie uneinig sind.
Versteckter Dissens: Parteien glauben fälschlich, sie seien einig.
❓
Welche Wirkung hat Dissens auf den Vertragsschluss?
Bei fehlender Einigung über essentialia negotii → kein Vertrag.
Bei fehlender Einigung über accidentalia negotii → Vertrag besteht; Lücke wird durch Auslegung / Gesetz gefüllt.
Warum ist Auslegung im BGB notwendig?
Und was ist das Ziel
Weil Willenserklärungen und Verträge oft unklar, unvollständig oder mehrdeutig sind. Die Auslegung bestimmt den tatsächlichen bzw. objektiven Sinn einer Erklärung (§§ 133, 157 BGB).
Ziel:
Den wirklichen Willen der Parteien zu ermitteln bzw. die Erklärung so zu verstehen, wie ein objektiver Dritter sie verstehen müsste.
Was ist Rechtsfähigkeit?
Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein.
Beispiel: Ein Neugeborenes kann erben.
Merksatz:
„Rechtsfähig ist man mit der Geburt.“ (§ 1 BGB)
Ab wann ist man geschäftsunfähig?
Unter 7 Jahren + dauerhaft Geisteskranke (§ 104 BGB).
Beispiel: 6-jähriger verkauft sein Fahrrad → nichtig, § 105 BGB.
„Unter 7: Spielzeug, aber keine Verträge.“
Was heißt beschränkte Geschäftsfähigkeit?
Minderjährige (7–17 Jahre) können Rechtsgeschäfte mit Zustimmung der Eltern wirksam eingehen.
Beispiel: 14-Jähriger kauft ein Handy → schwebend unwirksam, § 108 BGB.
Was ist Deliktsfähigkeit?
Fähigkeit, für Schäden zu haften.
Die Fähigkeit, für unerlaubte Handlungen (§§ 823 ff. BGB) verantwortlich zu sein.
Beispiel: 6-jährige wirft Stein auf Auto → nicht deliktsfähig, § 828 BGB.
Was ist eine Einwilligung?
Vorherige Zustimmung des gesetzlichen Vertreters (§ 183 BGB).
Beispiel: Eltern erlauben Kauf eines Fahrrads → direkt wirksam.
Was ist eine Genehmigung?
Nachträgliche Zustimmung (§ 184 BGB).
Beispiel: A (16) kauft ohne Erlaubnis ein iPad → später Zustimmung → Vertrag gültig.
➡ „Vorher = Einwilligung, nachher = Genehmigung.“
Was gilt für beidseitig sowie neutrale verpflichtende Verträge?
Beidseitig:
Ohne Zustimmung: schwebend unwirksam, § 108 BGB.
➡ „Zweiseitig? Dann schwebt die Sache.“
Neutral:
Sofort wirksam, wenn nur Vorteile (§ 107 BGB).
Beispiel: Schenkung ohne Gegenleistung
Beschränkte geschäftsfähigkeit (Angebot und Annahme)
Angebot gegenüber dem Mj. ist für diesen stets lediglich rechtlich vorteilhaft.
Annahme des Mj. ist (zumeist) nicht lediglich rechtlich vorteilhaft.
Deshalb regeln die §§ 107-108 die Annahme durch den Mj.
Rechtsgeschäfte:
Verpflichtungsgeschäfte
Verfügungsgeschäfte
Erfüllungshandlungen
Drittwirkung
Über die mittelbare Drittwirkung, insbesondere bei §§ 823 Abs. 1, 1004 BGB analog (Abwehr- und Unterlassungsansprüche).
Analogie
Analogie ist die ausdehnende Anwendung einer gesetzlichen Bestimmung.
Voraussetzungen hier erfüllt:
1. Regelungslücke: § 107 erfasst nur Rechtsgeschäfte
2. Planwidrigkeit: Schutz des Mj. (s.o.)
3. Vergleichbare Interessenlage: Auch durch Realakte drohen dem beschränkt Geschäftsfähigen rechtliche Nachteile
Leistungsrisko bei beschränkter geschäftsfähigkeit
Der Leistende trägt das Erfüllungsrisiko bis der beschränkt Geschäftsfähige die Leistung an den gesetzlichen Vertreter übergibt
Regelungssystem Form
Arten von Formerfordernissen
Schriftform (§ 126 BGB)
Urkunde mit eigenhändiger Unterschrift oder notariell beglaubigtem Handzeichen.
Elektronische Form (§ 126a BGB)
Elektronisches Dokument mit qualifizierter elektronischer Signatur
Textform (§ 126b BGB)
Lesbare Erklärung auf dauerhaftem Datenträger, z.B. E-Mail, SMS – ohne Unterschrift.
Notarielle Beurkundung (§ 128 BGB)
Erklärung wird vor einem Notar abgegeben, dieser liest vor und beurkundet.
-> Heilung :
Treu und glauben:
Öffentliche Beglaubigung (§ 129 BGB)
Beglaubigung der Unterschrift, nicht des Inhalts, durch eine öffentliche Stelle.
Folgen Formmangels
Grundsätzlich Nichtigkeit (§ 125 BGB).
Ausnahme: Ja, wenn das Gesetz es vorsieht, z.B.:
Heilung durch Vollzug (§ 311b I 2 BGB – Grundstückskauf)
Scheingeschäft §117
Bewussteste Auseinanderfallen
-> simulierte WE = nichtig
I. Vorraussetzungen
1.Empfangsbedürftige Willenserklärung
2. Abgabe nur zum Schein
3. Einverständnis des Empfängers
II. Rechtsfolgen
1. Nichtigkeit der tatsächlich abgegebenen, auf Abschluss des
simulierten Geschäfts gerichteten, Willenserklärung (§ 117 Abs. 1 BGB)
2. Falls ein anderes Geschäft verdeckt werden sollte, so ist dieses
gültig, wenn dessen sonstige Voraussetzungen gegeben sind (§ 117 Abs. 2 BGB)
Was bewirkt eine Anfechtbarkeit?
Das Rechtsgeschäft ist von Anfang an nichtig (§ 142 BGB).
Irrtumsanfechtung §119
1. Anfechtungsgrund, §§ 119 I, II, 120: Kausaler Irrtum
Anfechtungsgegenstand: Willenserklärung und rechtsgeschähnliche Handlung (Mahnung)
Keine Anfechtung bei Übereinstimmung der erklärtes und gewolltes
a. Irrtum, §§ 119 I, II, 120
b. Kausalität zwischen Irrtum und WE (subj. und obj. Erheblichke
2. Anfechtungserklärung, § 143
A) Wirksame WE (insbesondere Zugang, § 130)
B) Berechtigt : irrende (§119)=> nicht Bote
C) Gegner : Erklärungsempfänger bzw. Vertragspartner
3. Anfechtungsfrist, § 121 I (unverzüglich ohne Zögern)
4. Kein Ausschluss:
a) Zeitablauf (10 J.), § 121 II;
b) Bestätigung des anfechtbaren Rechtsgeschäfts§144: Verzicht
C) Treu und Glauben, § 242:
aa) Abweichung vom Willen, aber WE ist günstiger
bb) Erklärungsempfänger zeigt Einverständnis in die Geltung des Gewollten, statt des Erklärten
5. Rechtsfolgen
a. Nichtigkeit
ex tunc, § 142 I: Abstarktionsprinzip
Ansnahmsweise: bei Dauerschuldverhältnissen
Merke: Nichtigkeit bei Dauerschuldverhältnissen führt zu kaum überwindlichen Schwierigkeiten bei der Rückabwicklung . Jede einzelne Leistung müsste bestimmt werden, ggf. nach ihrem Wert (§ 818 II), jeweils wäre Entreicherung denkbar (§ 818 III).
b. Schadensersatz, § 122 (verschuldensunabhängig!):
aa) Wirksame Anfechtung, §§ 119, 120, 143
bb) Kein Vertrauensschutz bei Kennen oder Kennenmüssen (II),
cc) Ersatz des Vertrauensschadens (negatives Interesse) begrenzt durch Erfüllungsschaden (positives Interesse), § 122 I
Anfechtungsgründe
Arten von Irrtümern
inahltsirrtum (§119 I) :
Merksatz: verwendet der Erklärende das richtige Erklärungszeichen, aber irrt über dessen Sinn – „er weiß, was er sagt, aber er weiß nicht, was er damit sagt!
Erklärungstatbestand gewollt, aber nicht der Irrtum über Bedeutung Erklärung
zum Beispiel: Übersetzungsirrtum (Fremdsprachen), Fehlverständnis Dialekt, Identitätsirrtum (error in persona vel objecto), Geschäftsart (error in negotio)
Erklärungsirrtum (§119 II) :
Merken: verwendet der Erklärende ein falsches Erklärungszeichen – „er weiß nicht, was er sagt!“
Erklärungstatbestand gegeben aber nicht gewollt: Irrtum In Erklärungshandlung
Z.B.: Verschreiben/Versprechen, Unterschriftsirrtum (hM)
Übermittlungsirrtum (§120)
Merken: Sonderfall des Erklärungsirrtums. Der Absender soll wegen der (unbewusst) falschen Wiedergabe der Erklärung durch den Boten nicht schlechter stehen, als hätte er sich selbst versprochen.
Erklärungstatbestand zurechenbar trotz Falschübermittlung WE, Erklärung nicht gewollt
Eigenschaftirrtum
Merken: ausnahmsweise beachtlicher Motivirrtum, weil er die Willensbildung betrifft
Erklärungstatbestand gewollt, aber Irrtum über verkehrswesentliche Eigenschaft
Z.B.: Fähigkeiten Vertragspartner, Echtheit Kunstwerk
Identitätsirtum
Was bedeutet abstraktionsprinzip?
Die Wirksamkeit des Verfügungsgeschäfts ist unabhängig vom Verpflichtungsgeschäft.
👉 Kaufvertrag unwirksam, Eigentumsübertragung trotzdem wirksam möglich
Was ist Zugang einer Willenserklärung?
Die Erklärung ist so in den Machtbereich des Empfängers gelangt,
dass unter normalen Umständen mit Kenntnisnahme zu rechnen ist.
Was sind inhaltliche Schranken eines rechtsgeschäfts?
Rechtsgeschäfte sind unwirksam bei
• Gesetzesverstoß (§ 134)
• Sittenwidrigkeit (§ 138)
Welche Irrtümer berechtigen zur Anfechtung ?
Erklärungsirrtum (§ 119 I Alt. 2)
Inhaltsirrtum (§ 119 I Alt. 1)
Eigenschaftsirrtum (§ 119 II)
Was ist arglistige Täuschung (§123)
Voraussetzung
Bewusst falsche Angaben oder Verschweigen, um jemanden zur Abgabe einer Willenserklärung zu bewegen.
Merken: Täuschung durch Unterlassen nur, wenn „Pflicht zum Reden“ besteht, z.B. Aufklärung über Unfallschaden beim Gebrauchtwagenkauf
Voraussetzung;
Täuschungshandlung
Irrtum beim Getäuschten
Kausalität für die Willenserklärung
Arglist (Vorsatz)
Wann liegt eine Stellvertretung vor(§164)?
Eigene Willenserklärung
Handeln im fremden Namen
Vertretungsmacht
Was ist vollmacht ?
Die Befugnis, für einen anderen rechtswirksam Erklärungen abzugeben (§ 167 BGB).
Erteilung:
Einseitig Empfangsbestätige WE: dem bevollmächtigen(innen), dem dritten (Außen), Öffentlichkeit
Vertrag: möglich nicht zwingend
Formfrei §167II: unwiderrufliche VM folgt form des rechtsgeschäfte
Was ist Wissenszurechnung (§166)
ABS.1: Das Wissen des Vertreters wird dem Vertretenen zugerechnet.
A) willensmängel: irrtumsanfechtung
B) Kenntnis: Anfechtung, Rechtsscheinhaftung und gutglaubenserwerb
ABS.2:Ausnahme
Wille und wissen maßgeblich: bei handeln auf Weisung kann man sich nicht berufen
Was bedeutet Abgabe einer Willenserklärung?
Die Willenserklärung ist willentlich in den Rechtsverkehr gebracht, sodass der Erklärende sie nicht mehr einseitig zurücknehmen kann.
Was ist Zugang einer Willenserklärung (§130)
Die Erklärung gelangt so in den Machtbereich des Empfängers, dass unter normalen Umständen Kenntnisnahme möglich ist.
Wann bleibt der wirksame Teil trotz Teilnichtigkeit bestehen?
Wenn anzunehmen ist, dass die Parteien den Vertrag auch ohne den nichtigen Teil geschlossen hätten (hypothetischer Parteiwille).
Was ist Umdeutung? (§140)
Ein nichtiges Rechtsgeschäft wird in ein anderes wirksames Rechtsgeschäft umgewandelt, wenn dessen Voraussetzungen erfüllt sind.
Was ist eine Bedingung (§158)?
Zukünftiges ungewisses Ereignis, von dem die Wirkung abhängt.
Die nachträgliche Zustimmung zu einem anfechtbaren oder nichtigen Rechtsgeschäft, obwohl der Mangel bekannt ist.
Was ist eine befristigung (§163)
Zukünftiges sicheres Ereignis, das Beginn oder Ende bestimmt.
Wer ist deliktsfähig?
Voll deliktsfähig: ab 18 Jahren
Beschränkt deliktsfähig: 7–17 Jahre
Deliktsunfähig: unter 7 Jahre (§ 828 I BGB)
Was bedeutet Teilnichtigkeit (§139)?
Welche Folgen
Ist ein Teil eines Rechtsgeschäfts nichtig, ist grundsätzlich das gesamte Rechtsgeschäft nichtig, wenn nicht anzunehmen ist, dass es auch ohne den nichtigen Teil vorgenommen worden wäre.
Folge:
Gesamtnichtigkeit des Rechtsgeschäfts
➡️ Ausnahme: Erhalt des wirksamen Teils, wenn der Parteiwille das ergibt.
Welche Voraussetzung hat die Umdeutungß
Ursprüngliches Rechtsgeschäft nichtig
Neues Rechtsgeschäft wirksam möglich
Parteiwille hätte das Ersatzgeschäft gewollt
Welche Folge hat die Umdeutung?
Das Ersatzgeschäft gilt von Anfang an als vorgenommen (ex tunc).
Was ist Bestätigung ?
Welche Voraussetzung?
Voraussetzung: Kenntnis vom Mangel und Wille, das rechtsgeschäft trotzdem gelten zu lassen
Welche Folge hat die Bestätigung ?
Das Rechtsgeschäft gilt von Anfang an als wirksam (ex tunc).
Was ist der unterschied zwischen Bestätigung und Genehmigung ?
Bestätigung (§ 141): heilt Mängel eines nichtig/anfechtbaren Geschäfts
Genehmigung (§ 184): macht schwebend unwirksames Geschäft wirksam
Arten der Bedingung
Aufschiebende
Rechtswirkung erst mit eintritt der Bedingung
Auflösende
Rechtswirkung endet, wenn die Bedingung eintritt
Postativbedingung
Eintritt der Bedingung hängt vom Willen einer Partei ab
Zufallsbedingung
Bedinungdeintritt hängt von zufälligen Ereignis
Gemischte Bedingung
Hängt teilweise vom Wille einer Partei, teilweise von äußeren umstände
Anfangsbefristigung
Rechtswirkung beginnt zu einem bestimmten Zeitpunkt in Zukunft
Endbefristigung
Rechtswirkung endet zu einem bestimmten Zeitpunkt
Was ist bedingungsfeindlichkeit?
Bestimmte Rechtsgeschäfte können nicht unter eine Bedingung gestellt werden (z.B. Kündigung).
Was bedeutet Befristigungsfeindlichkeit?
Bestimmte Rechtsgeschäfte dürfen nicht befristet werden, weil das dem Gesetzeszweck widerspricht.
Was ist eine Zwischenverfügung?
Eine Verfügung des Verpflichteten zwischen Vereinbarung und Eintritt der Bedingung, die das Recht des bedingt Berechtigten beeinträchtigen kann.
Wie schütz das Gesetz den bedingt berechtigten (§161)
Verfügungen, die den bedingt Berechtigten beeinträchtigen, sind unwirksam, sobald die Bedingung eintritt.
Wer ist ,,Dritter``und wann ist die Täuschung unbachtlich ?
Jede Person, die nicht Vertragspartei ist und nicht dem Lager des Vertragspartners zuzurechnen ist.
Wann.
Wenn der Vertragspartner die Täuschung nicht kannte und nicht kennen musste (§ 123 II BGB).
Was ist vis compulsiva?
Psychischer Zwang durch Drohung mit einem Übel → Willensbeugung, nicht Willensausschaltung.
Was ist vis absoluta?
Physischer Zwang, der den Willen vollständig ausschaltet → keine Willenserklärung.
Welche folge hat vis absoluta?
Die Erklärung ist nichtig, nicht nur anfechtbar (mangels Willenserklärung).
Was ist eine doppelanfechtung?
Anfechtung eines Rechtsgeschäfts aus mehreren Anfechtungsgründen gleichzeitig, z.B. § 119 und § 123 BGB
Wie ist das Konkurrenzverhältnis zwischen § 119 und § 123 BGB?
§ 123 BGB verdrängt § 119 BGB, weil er den schwereren Willensmangel betrifft.
Welche Anfechtungsfrist gilt bei § 123 BGB?
Ein Jahr ab Entdeckung der Täuschung oder Wegfall der Zwangslage (§ 124 BGB).
§123 Stärker : Weil arglistige Täuschung und Drohung einen bewussten Eingriff in die Willensfreiheit darstellen.
Was ist Stellvertretung?
Abgabe einer eigenen Willenserklärung im fremden Namen mit Vertretungsmacht, sodass die Rechtsfolgen unmittelbar den Vertretenen treffen (§ 164 I BGB).
Voraussetzung.
Was bedeutet ,, handeln im fremden Namen``?
Der Vertreter gibt zu erkennen, dass die Rechtsfolgen den Vertretenen treffen sollen (Offenkundigkeitsprinzip).
Wie grenzt man Stellvertretung Und Botschaft ab?
Vertreter → eigene Willenserklärung
Bote → nur Übermittlung ➡️ Maßgeblich: geistige Selbstständigkeit
Wie ist das Regelungssystem der Stellvertretung aufgebaut ?
§§ 164–167 → Wirkung & Vollmacht
• §§ 168–170 → Erlöschen
• §§ 171–173 → Rechtsschein
• §§ 177–181 → fehlende Vertretungsmacht
Wie prüft man Stellvertretung im Gutachten?
Im fremden Namen
Kein Ausschluss (§ 181)
Was ist das Innenverhältnis?
Rechtsbeziehung zwischen Vertretenem und Vertreter (z.B. Auftrag).
Dürfen
Was ist das Außenverhältnis?
Rechtsbeziehung zwischen Vertreter und Drittem.
Recht.ichr können
Zuordnung
Wessen Wille ist bei Stellvertretung maßgeblich?
Der Wille des Vertreters (§ 166 I BGB).
Was ist Wissenszurechnung?
Das Wissen des Vertreters wird dem Vertretenen zugerechnet.
Wissenszurechnung bei Erklärungsvertretung ?
Maßgeblich ist das Wissen des Vertreters, nicht des Vertretenen (§ 166 I BGB).
Was ist Wissensvertretung (Auge-und-Ohr-Rechtsprechung)?
Personen, die Informationen weiterleiten sollen, deren Wissen dem Geschäftsherrn zugerechnet wird.
Wie erfolgt Wissenszurechnung innerhalb einer Organisation?
Wissen organisatorisch zuständiger Personen wird dem Unternehmen zugerechnet.
Wie ist Wissenszurechnung im System der Zurechnung einzuordnen?
Sie ergänzt die Stellvertretung bei der Zurechnung von Kenntnissen, nicht von Erklärungen.
Was ist Duldungsvollmacht?
Der Vertretene kennt und duldet das Auftreten als Vertreter.
Ungeschriebenes rechtsscheintatbestand
Was ist Anscheinsvollmacht?
Der Vertretene kennt das Auftreten nicht, hätte es aber bei pflichtgemäßer/ gehöriger Sorgfalt erkennen können.
Geschriebener rechtsscheintatbestände
Wann liegt Vertretung ohne Vertretungsmacht vor?
Wenn der Vertreter keine wirksame Vertretungsmacht hat.
Welche Rechtsfolge hat Vertretung ohne Vertretungsmacht?
Rechtsgeschäft ist schwebend unwirksam (§ 177 I BGB).
Wann sind Insichgeschäfte erlaubt?
Bei Gestattung
Bei ausschließlicher Erfüllung
Wenn kein Interessenkonflikt besteht
Was ist der Missbrauch der Vertretungsmacht?
Der Vertreter handelt formal wirksam, aber treuwidrig zulasten des Vertretenen.
Was ist Mehrvertretung?
Der Vertreter handelt gleichzeitig für beide Vertragsparteien (§ 181 BGB).
Warum ist Mehrvertretung problematisch?
Wegen widerstreitender Interessen → Gefahr der Benachteiligung.
Was bedeutet Gestattung im Sinne des § 181 BGB?
Der Vertretene erlaubt ausdrücklich oder konkludent Selbstkontrahieren oder Mehrvertretung.
Wann ist § 181 BGB nicht anwendbar?
Wenn kein Interessenkonflikt möglich ist
Wie prüft man § 181 BGB in der Klausur?
Nach Feststellung der Vertretungsmacht:
Selbstkontrahieren oder Mehrvertretung?
Ausnahme (Gestattung / Erfüllung)?
Rechtsfolge (schwebende Unwirksamkeit)
Merksatz;
🔹 § 181 schützt vor Interessenkonflikten
🔹 Gestattung heilt das Verbot
🔹 Erfüllung ≠ Gestaltungsspielraum
🔹 Genehmigung rettet das Geschäft
Trennungs- und abstraktionsprinzip
Trennungsprinzip:
Trennung zwischen Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft
Verpflichtung: mehrseitiges rechtsgeschäft
Abstraktion: Verpflichtungs- und Verfügungsgeschäft sind in ihrer Wirksamkeit
voneinander unabhängig
Inhaltliche Schranken der privatautonomie
Rechtsfolge der Unwirksamkeit
Regelungssystem Bdeingung und Befristung
Anfechtung eines Irrtums
Anfechtungsgrund
b. Kausalität zwischen Irrtum und WE (subj. und obj. Erheblichkeit)
Anfechtungserklärung, § 143
a. Wirksame WE (insbesondere Zugang, § 130)
b. Durch Anfechtungsberechtigten
c. Gegenüber richtigem Anfechtungsgegner, § 143 II-IV
Anfechtungsfrist, § 121 I (unverzüglich)
Kein Ausschluss
a. 10 Jahre seit Abgabe der anfechtbaren WE, § 121 II
b. Bestätigung des anfechtbaren Rechtsgeschäfts, § 144 I
c. Treu und Glauben, § 242
aa. Das Erklärte ist für den Erklärenden günstiger als das Gewollte
bb. Erklärungsempfänger lässt das Gewollte gegen sich gelten
Rechtsfolgen
a. Nichtigkeit des angefochtenen Rechtsgeschäfts ex tunc, § 142 I
b. Schadensersatzpflicht des Anfechtenden, § 122 (verschuldens-
unabhängig!)
aa. Wirksame Anfechtung, §§ 119, 120, 143
bb. Vertrauen des Geschädigten auf die Gültigkeit der angefochtenen WE (kein Vertrauensschutz bei Kenntnis oder Kennenmüssen, also fahrlässiger Unkenntnis des Geschädigten vom Anfechtungsgrund, § 122 II)
cc. Ersatz des Vertrauensschadens (negatives Interesse) begrenzt durch Erfüllungsschaden (positives Interesse), § 122 I
Anfechtung wegen arglistiger Täuschung, §123I Alt. 1BGB
. Anfechtungsgrund, § 123 I Alt. 1
1. Täuschung: Hervorrufen oder Aufrechterhalten eines Irrtums
a. Positives Tun: Wahrheitswidrige Behauptung von Tatsachen oder nachprüfbaren Umständen
b. Unterlassen: Nur bei Rechtspflicht zur Aufklärung
2. Kausalität: (Mit-)Ursächlichkeit des durch die Täuschung hervorgerufenen Irrtums für Abgabe der WE
3. Widerrechtlichkeit der Täuschung (nicht bei Rechtfertigungsgrund)
4. Arglist: Vorsatz bzgl. Täuschung, Irrtum, WE
5. Bei Dritttäuschung besteht Anfechtbarkeit:
a. gegenüber einem bösgläubigen Erklärungsempfänger, § 123 II 1
b. gegenüber einem bösgläubigen anderen, der aus dem Rechtsgeschäft berechtigt ist, § 123 II 2
3. Anfechtungsfrist, § 124 I, II (1 J. ab Kenntnis)
4. Kein Ausschluss: Zeitablauf (10 J.), § 124 III;
Bestätigung, § 144 I; Treu und Glauben, § 242
5. Rechtsfolge: Nichtigkeit ex tunc, § 142 I (kein Schadensersatz!)
Drohung als anfechtungsgrund
Drohung: Inaussichtstellen eines künftigen Übels
§ Rechtswidrigkeit: Mittel, Zweck oder Mittel-Zweck-Relation
Mittel: Androhung von Gewalt (§ 223 StGB)
Merke: Inzidentprüfung von § 223 StGB, inkl. Rechtfertigungsgründe
Zweck: Verpflichtung zu einer unsittlichen/verbotenen Handlung
Merke: Geschäft meist schon nach §§ 134, 138 nichtig
Relation: Fehlender sachlicher Zusammenhang
Bsp.: Durchsetzung von Mietforderung (=RM) durch Drohung mit
Strafanzeige wg. alkoholisierten Fahrens (=RM), Relation (=RW)
Aufbau Anfachtung wegen widerrechtlicher Drohung §123 I Alt. 2
. Anfechtungsgrund, § 123 I Alt. 2
a. Drohung: Inaussichtstellen eines künftigen Übels
b. Kausalität: Ursächlichkeit der Drohung für Abgabe der WE
c. Widerrechtlichkeit der Drohung wg. Widerrechtlichkeit von:
Mittel (z.B. Körperverletzung), Zweck (z.B. Begehung Straftat) oder Mittel-Zweck-Relation (z.B. Durchsetzung von Mietforderung durch Drohung mit Strafanzeige wg. alkoholisierten Fahrens)
d. Vorsatz bzgl. Bestimmung des Bedrohten zur Abgabe der WE
Anfechtungsfrist, § 124 I, II: 1 J. ab Ende der Zwangslage
Kein Ausschluss: Zeitablauf (10 J.), § 124 III; Bestätigung, § 144 I; Treu und Glauben, § 242
Rechtsfolge: Nichtigkeit ex tunc, § 142 I (kein Schadensersatz!)
Rechtssystem Stellvertretung
Prüfung der Stellvertretung
Zulässigkeit der Stellvertretung (nur bei Anhaltspunkten im SV):
nicht bei höchstpersönlichen Rechtsgeschäften, §§ 1311, 2064
Eigene wirksame Willenserklärung: ggf. Abgrenzung zur Botenschaft (fremde WE); WE, nicht Realakte
Handeln in fremdem Namen (Offenkundigkeit): ausdrücklich oder konkludent, § 164 I 2; insbes. Geschäft für den, den es angeht
Vertretungsmacht: rechtsgeschäftlich (Vollmacht), § 166 II 1; gesetzlich (z.B. §§ 1629, 1793, 1902), Duldungs- oder Anscheinsvollmacht
Rechtsfolgen:
Wirkung der vom Vertreter abgegebenen/empfangenen WE unmittelbar für und gegen den Vertretenen, § 164 I, III
Wissenszurechnung, § 166 I
bei Weisungsgebundenheit auch Wissen des Vertretenen, § 166 II
Erlöschen und Anfechtung der vollmacht
Die VM ist frei widerruflich (ex nunc) gegenüber Vertreter oder Vertragspartner, § 168 S. 2, 3 i.V.m. § 167 I
1) Bei Widerruf der AußenVM nur gegenüber dem Bevollmächtigten ist der Dritte durch die §§ 170-173 geschützt (→ gesetzl. Rechtsscheinhaftung)
2) Die VM kann für die Dauer des Innenverhältnisses unwiderruflich erteilt werden (vgl. § 168 S. 2) und ist dann nur aus wichtigem Grund widerrufbar
Bei tot = geht die vollmacht weiter
Versorgungsvollmacht: sehr wichtig
Bevollmächtigter stirbt : Auftrags-/Geschäftsbesorgungsvertrag erlöschen (§§ 673 S. 1, 675 I), also wird auch VM unwirksam
Auseinanderfallen gewoltest und erklärendes
Anfechtung des Vollmachten
Duldungen-und Anscheinsvollmacht
.1. Rechtsschein einer Bevollmächtigung
2. Zurechenbare Veranlassung durch den Vertretenen
a. Duldungsvollmacht: Vertretener kennt Verhalten des Vertreters
und duldet es
b. Anscheinsvollmacht: Vertretener kennt Verhalten des Vertreters
nicht, hätte es aber erkennen und verhindern können
3. Kausale Disposition (sog. konkreter Vertrauensschutz)
4. Guter Glaube (keine Kenntnis, Kennenmüssen, § 122 II)
5. Rechtsfolge
a. Duldungsvollmacht: Vertretungsmacht (arg. ex § 171 I, II)
b. Anscheinsvollmacht: Vertretungsmacht (hM), nur Haftung auf
Ersatz des Vertrauensschadens aus culpa in contrahendo (MM)
Rechtsfolge duldungsvollmacht und rechtsscheinvollmacht
Rechtsscheinhaftung gewährt grundsätzlich ein Wahlrecht zwischen wahrer
und angenommener Rechtslage.
Bei der Rechtsscheinvollmacht kann dies nicht gelten, weil ein Wahlrecht zwischen Vertrag und Vertreterhaftung (§ 179 I) eine ungerechtfertigte Besserstellung wäre (keine Schuldnerwahl!).
Anfechtung bei Rechtsscheinvollmacht
Unterschied zwischen gesetzlicher und vertraglicher schuldverhältnis
Gesetzlicher Schulverhältnis entsteht durch gesetzliche Vorschriften, während vertraglich Schulverhältnis durch eine Vereinbarung zwischen den Parteien Entsteht
Begrenzung der vertertungsmacht
gesetzlich und organschaftliche Vertretung (ermöglicht handeln im Rechtsverkehr )
gesetzlich: Eltern,Vormund und Betreuer (gesetzliche Regelungen) = Vormundschaft
-> Zweck: Schutz und Vertretung von Personen, die selbst nicht voll geschäftsfähig (natürliche Personen) sind
Organisch (Sonderform): vorstand einer GmbH oder AktG ( durch satzungsgemäßen Organe)
-> Zweck: Ermöglicht juristischen Personen überhaupt erst, am Rechtsverkehr teilzunehmen.
= unterfordert der gesetzlichen Vertretung
Arten der Stellvertretung
Gesetzlich Stellvertretung
innenvollmacht: direkte an den Vertreter gerichtete Vertretung (K sagt A Kauf mir bitte ein Fahrrad)
außen: an den dritten (K ruft Geschäftsführer an, dass A für sie kommt)
Duldungsvollmacht
Anscheinsvollmacht
Freiwillige Stellvertretung
Missbrauch der Vertretungsmacht
Vertreter trägt das Risiko einer Vollmachtmissbrauchs
Missbrauch: wenn ein Vertreter im Innenverwaltung verletzt aber im außenverhältnis wirksam handelt
= Schutz des dritten
Ausnahme :
Wenn der dritte nicht schutzbedürftig ist (Nr. 2,3 bei Voraussetzung )
Voraussetzung:
1. . Ohne Kenntnis des Dritten: wirksam (ggf. SE § 280 I)
2. Mit Kenntnis des Dritten: schwebend unwirksam, § 177 I analog (§ 177 direkt regelt: keine Kenntnis des Dritten; ggf. SE § 280 I)
3. Zusammenwirken des Vertreters mit dem Dritten, um Vertretenen zu schädigen (Kollusion): schwebend unwirksam bzw. nichtig, § 138 I (SE auch nach §§ 826, 840 BGB)
Rechtsfolge:
Wirksamer Geschäft : vertretener bindet sich ans Geschäft, da das außenverhätlnis gebunden ist
Schadensersatz: vertretene kann vom Vertreter Schadenersatz verlangen =§280
Insichgeschäft
Liegt vor wenn ein Vertreter für eine andere Person handelt und gleichzeitig mit sich selbst ein rechtsgeschäft abschließt (verboten)
Rechtfolge: Begrenzung der Vertretungsmacht ( Nichtigkeit) , §181 kein verbotsgesetz, eine Beschränkung
Zuletzt geändertvor 18 Stunden