Der einzelne und die Gesellschaft
-Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und den Anforderungen/Zwängen der Gemeinschaft
Sozialisation und Identitätsbildung
Sozialisationsinstanzen: Familie,Schule,digitale Medien prägen die Werte des Einzelnen
Identitätsmodelle: Georg Herbert Mead (I,Me und Self),Lothar Krappmann (Balancierende Identität)
Patchwork Identität: In moderner pluralistischer Gesellschaft wird dkeIdentität aus verschiedenen Stücken zusammengebaut, bietet Freiheit aber auch Orientierungslosigkeit
Individualisierung und Pluralisierung
Individualisierungstheorie (Ulrich Beck): Mehr Freiheit aber auch Bastelbiographien
Pluralisierung der Lebensformen: Kein normalmodell mehr für Familie oder Karriere
Soziale Ungleichheit und Schichtung
Kapitalform: Erfolg des Einzelnen hängt vom ökonomischen Kapital (Geld),Kulturellen Kapital (Bildung und Auftreten), soziales Kapital (Beziehungen)
Habitus: Aufteten und Denkweise werden durch Herkunft geprägt
Prekarisierung: Teile der Gesellschaft erleben soziale Unsicherheit trotz Arbeit , Gefährder Gefühl der Zugehörigkeit
Wertekonflikte und gesellschaftliche Zusammenarbeit
Wertewandel: Früher Pflicht und Akzeptanzwerte (Gehorsam) heute Selbstentfaltungswerte (Emanzipation,Partizipation)
Polarisierung: Gesellschaft spaltet sich
Sozialkapital (Robert Putnam): Vertrauen in andere Menschen und Vereine halten die Gesellschaft zusammen
Spannungsfeld: Freiheit vs. Konformität
Normen und Sanktionen: Gesellschaft übt Druck auf den Einzelnen aus sich an Regeln zu halten
Devianz (Abweichung): Individuen,die von Normen abweichen können sozialen Wandel anstoßen, oder soziale Abgrenzung erfahren
Fachbegriffe:
Rollenkonflikt: Inter und Intrarollenkonflikt
Soziale Mobilität: Auf und Abstiegschancen
Soziale Integration vs Anomie: Zustand der Orientierungslosigkeit
Leistungsgesellschaft vs. Chancengerechtigkeit
Theoretische Ansätze und Beschreibungsmodelle der Gesellschaft
Traditionelle Schichtungsmodelle
-teilen die Gesellschaft nach harten sozioökonomischen Daten ein (Beruf,Einkommen,Bildung)
Haus-Modell (Ralf Dahrendorf/ Reiner Geißler):
-stellt Gesellschaft als Haus mit versch. Etagen dar.Dahrendorf= feste Schichten, Geißler = Anbauten für ausländische Mitbürger
Kritik: vernachlässigt Lebensstile und Werte
Lebensstil und Milieumodelle (Sinus-Millieus)
-Standard für die Beschreibung der modernen Gesellschaft
-Gruppieren Menschen nach sozialer Lage (Einkommen) und ihrer Grundorientierung (Werte und Lebensziele)
Zentrale Milieus:
-Postmaterielle: Fokus auf Nachhaltigkeit,Bildung und Selbstverwirrklichung
-Prekäre: Menschen am Rande der Gesellschaft,die um Teilhabe kämpfen
-Expeditive: Die junge,digitale,globale Elite
Daher scheitern die Volksparteien oft, sie finden keine gemeinsame Sprache für die unterschiedlichen Millieus
Individualisierungstheorie (Ulrich Beck)
-Fahrstuhleffekt: gesamte Gesellschaft wohlhabender geworden aber Abstände zwischen den Etagen (arm und reich) sind gleich geblieben
-Enttraditionalisierung: Der Einzelne wird aus festen Bindungen herausgelöst
-Bastelbiographie: Das Leben ist kein fest vorgegebener Pfad mehr, sondern eine ständige Entscheidung des Individuums, mehr Freiheit aber auch mehr Risiko und Stress
Das Kapitalmodell (Pierre Bourdieu)
-erklärt warum soziale Mobilität (Aufstieg) so schwer ist obwohl Bildungssystem offen scheint
Ökonomisches Kapital: Geld und Besitz
Kulturelles Kapital: Bildung,Wissen aber auch der gute Geschmack und das auftreten
Soziales Kapital: Beziehungen und Netzwerke
Hapitus: Das verinnerlichte Verhalten einer Person
Aktueller Fokus: Polarisierung und neue Klassen
Akademiker vs. Nicht Akademiker : Haupttrennlinie der Gesellschaft , die sich in Wahlentscheidungen und Werten massiv widerspiegelt
Zwei Klassen Gesellschaft (Digital Divide): Trennung zwischen denen, die mit KI und digitaler Technik umgehen können (Profitierende) und jenen,deren Jobs wegrationalisiert werden
Fachbegriffe
Vertikale Mobilität: Auf und Abstieg zwischen den Schichten
Statusinkonsistenz: Wenn z.B. jemand hohe Bildung hat aber niedriges Einkommen
Soziale Exklusion: Der dauerhafte Aussvhluss von Gruppen aus dem gesellschaftlichen Leben
Klasse,Schicht,Milieu,Individualisierung
Klasse (historischer Ansatz)
-Einteilung der Menschen nach nach Stellung im Produktionsprozess (Besitz von Fabriken/Kapital,Verkauf der eigenen Arbeitskraft)
-Zentrale Theoretiker : Karl Marx (Bourgeoisie vs.Proletariat)
-klassischer Klassenbegriff ist veraltet, da Grenzen durch Aktienbesitz,Aufstieg durch Bildung und Sozialstaat verschwommen sind , Debatte um neue Klassenbesinnung (Prekariat vs Elite)
Schicht (vertikale Struktur)
-Gruppierung von Menschen mit ähnlichen sozioökonomischen Merkmalen (Beruf,Einkommen,Bildung)
-Hausmodell
-Kritik: Schichtmodelle erfassen nur die äußere Lage aber nicht was die Menschen denken oder fühlen
Milieu ( horizontale und vertikale Struktur)
-Gruppen Gleichgesinnter die ähnliche Wertehaltungen,Lebensstile und Einstellung zur Arbeit und Familie teilen
-Zentrales Modell: Sinus-Millieus :
teilt die Gesellschaft nach sozialer Lahe (unten/oben) Grundorientierung (Tradition,Modernisierung,Neuorientierung) ein
-Nutzen für die Analyse: Erklärt warum Parteien Schwierigkeiten haben Menschen aus versch. Milieus gleichzeitig abzusprechen obwohl sie in der gleichen Schicht leben
Individualisierung ( Auflösung der Strukturen)
-Zentraler Theoretiker: Ulrich Beck
-Fahrstuhleffekt
Drei Phasen:
-Freisetzung: Herauslösung aus festen Bindungen
-Entzauberung: Verlust von Orientierungssicherheit
-Re-Integration: Zwang sich neue Bindungen selbst zu suchen
Folge: Soziale Probleme (wie Arbeitslosigkeit) werden oft als persönliches Versagen wahrgenommen obwohl sie strukturelle Ursachen haben
Die Gesellschaft ist zwar individualisierter , die Schichtzugehörigkeit ( über das Kapital der Eltern) bestimmt aber weiterhin massiv wer am Ende im Dahrendorfhaus ganz oben wohnt
Die Gesellschafts und Sozialstruktur in der Bundesrepublik Deutschland
Dimension sozialer Ungleichheit
-Soziale Ungleichheit wird nicht mehr nur über Geld definiert , sondern über vier zentrale Bereiche :
Materieller Wohlstand: Einkommens und Vermögensverteilung, Schere zwischen arm und reich klafft weiter auseinander, das reichste Prozent besitzt ca 35% des Gesamtvermögens
Bildungschancen: hängt weiterhin stark von sozialer Herkunft ab
Macht und Einfluss: Zugang zu politischen Ämtern oder Führungspositionen
Prestige: Das gesellschaftliche Ansehen bestimmter Berufe oder Gruppen
Der demographische Wandel
-eine der größten Herausforderungen für die Sozialstruktur
Alterung der Gesellschaft: Die Generation der Baby Olmert geht massiv in Rente
Folgen: Fachkräftemangel, Belastung der Sozialversicherungssysteme (Generationenvertrag) und die Notwendigkeit von Zuwanderung zur Stabilisierung der Wirtschaft
Politische Relevanz: Gruppe der Senioren wird zur größten Wählergruppe was die Prioritäten der Parteien beeinflusst (z.B. Rentenpolitik vs. Bildungsinvestitionen)
Wandel der Lebensform und Pluralisierung
- traditionelles Familienmodell verliert an Dominanz:
Pluralisierung: Zunahme von Einpersonenhaushalten,Patchworkfamilien und Alleinerziehenden
Individualisierung (Ulrich Beck): Menschen wählen Lebensstil selbst, sind aber auch für Risiken wie Armut im Alter selbst verantwortlich
Urbanisierung: Kluft zwischen boomenden Städten und strukturschwachen ländlichen Regionen verschärft sich
Migration und Integration
- Einwanderungsland mit hohem Migrationshintergrund (ca 29%) der Bevölkerung
Chancen: Ausgleichung des Fachkräftemangels und demokratische Verjüngung
Konfliktfelder: Debatten über kulturelle Identität,Integration in den Arbeitsmarkt und soziale Ausgrenzung in bestimmten Stadtteilen (Segregation)
Sozialstaat in der Krise?
System der sozialen Sicherung (Rente,Gesundheit,Pflege,Arbeitslosigkeit) steht unter Druck
Finanzierbarkeit: Weniger Beitragszahler müssen mehr Empfänger finanzieren
Prekarisierung: Zunahme von atypischer Beschäftigung ( Leiharbeit,Befristungen), was die Gefahr von Altersarmut erhöht
Bürgergeld Debatte: Der Streit um die Höhe und die Sanktionen beim Bürgergeld zentraler Punkt im Culture War zwischen links und rechts
Zentrale Fachbegriffe:
Intergenerationaler Aufstieg: wenn Kinder eine höhere Position als ihre Eltern erreichen
Gini- Koeffizient: Statistisches Maß für die Ungleichheit einer Verteilung (z.B. Einkommen)
Prekariat: Bevölkerungsschicht die in sozialer Unsicherheit lebt
Sozialkapital (Putnam): Stärke der sozialen Netzwerke und das gegenseitige Vertrauen in die Gesellschaft
Leistungsgerechtigkeit (wer mehr arbeitet soll mehr haben)
Bedarfsgerechtigekit (jeder soll ein würdevolles Leben führen können)
Familie und Gesellschaft
Strukturwandel der Familie (Pluralisierung):
-traditionelles Modell der bürgerlichen Familie hat Monopolstellung verloren
Vielfalt der Lebensformen: Zunahme von Einpersonenhaushalten (Singularisierung), Alleinerziehende,Patchworkfamilien,Regenbogenfamilien
Demographischer Faktor: sinkende Geburtenraten und Entscheidung für späte Elternschaft prägen die Sozialstruktur
Individualisierung (Ulrich Beck): Familie ist 2025 kein Schicksal mehr sondern eine bewusste Entscheidung
Funktionen der Familie für die Gesellschaft
-Reproduktionsfunktion: Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft
-Sozialisationsfunktion: Die Familie ist die primäre Instanz zur Vermittlung von Werten,Normen und Sprache
-Platzierungsfunktion: Eltern vermitteln ihren Kindern über das Kulturelle Kapital (Bourdieu) Startchancen im Bildungs und Berufssystem
-Solidaritäts-Schutzfunktion: Private Absicherung und Pflege von Angehörigen (Entlastung des Sozialstaates)
Spannungsfeld Vereinbarkeit von Familie und Beruf
-Gender Gap: Frauen leisten weiterhin den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit (Carearbeit), was zu Rentenlücken und Karrierenachteilen führt
-Staatliche Maßnahmen: Ausbau der Kitaplätze, Elterngeld und Ganztagsschulbetreuung sollen die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile fördern
-Fachkräftemangel: Die Wirtschaft ist massiv darauf angewiesen,dass Eltern (insbesondere) Mütter schnell in den Beruf zurückkehren
Familienpolitik als Steuerungselement
-Staat greift fördernd und ordnend ein ( Art 6 GG. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung
-Leistungsgerechtigkeit vs.Bedarfsgerechtigkeit: Diskussion um die Kindergrundsicherung (Debatte) um Kinderarmut strukturell zu bekämpfen
-Ehegattensplitting; Kritische Diskussion ob dieses Steuermodell noch zeitgemäß ist oder die traditionelle Rollenverteilung künstlich zementiert
Familie und soziale Ungleichheit:
-Vererbung von Chancen: soziale Herkunft bestimmt Bildungserfolg
-Armutsrisiko: Alleinerziehende und kinderreiche Familien tragen das höchste Risiko für prekäre Lebensverhältnisse
Kernfamilie vs.multilokale Mehrgenerationenfamilie
Care Arbeit: Unbezahlte Erziehungs und Pflegeleistungen
Demographischer Wandel: Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft
Subsidiaritätsprinzip: Staat hilft erst, wenn Familie ihre Aufgaben nicht mehr selbst bewältigen kann
Digitale Elternschaft:
Neue Erziehungsdimension:
-Eltern müssen ihre Kinder durch die digitale Welt begleiten
-Apps bedienen,Fakeinformationen zu erkennen,Algorithmen und Gefahr von Cybermobbing
-Vorbildfunktion (Screentime): Das elterliche Verhalten ständige smartphonenutzung beeinflusst die Sozialisation der Kinder stark
Digitale Elternschaft als neue Dimension sozialer Ungleichheit
-Ressourcen Unterschiede: Wohlhabende Eltern können Kinder gezielter Fördern
-Prekäre digitale Elternschaft: Technik wird als Babysitter genutzt, Kibder können mit Technik umgehen aber haben keine gute Urteilskompetenz dafür
Veränderung des Familienlebens:
-Verscheimmen von Grenzen: Homeoffice und ständige Erreichbarkeit führen dazu, dass Grenze zwischen Arbeitswelt und Familienwelt verschwimmt
-Überwachung vs vertrauen: Digitale Tools ermöglichen eine totale Kontrolle der Kinder
Staatliche Steuerung und Förderung
-Medienbildung für Eltern um digitale Kluft zu schließen
-Regulierung von Plattformen
Familien und Lebensformen im Wandel
Wandel der Familienstrukturen (Pluralisierung)
-De-Institutionalisierung: Ehe verliert an Wert
-Formenvielfalt
-Multilokale Familien: Familienmitglieder leben aufgrund von Beruf oder Trennung an versch. Orten
Demographische Herausforderungen
-Zu geringe Geburtenrate
-Generationenvertrag: veraltetes Rentensystem
-Rushhour des Lebens: Verdichtung von Karriereplanung und Familiengründung zwischen 30 und 40 Jahren führt zu starkem Stress
Familienpolitik und staatliche Steuerung
-Vereinbarkeit von Familie und Beruf (Ausbau der Ganztagsbetreuung,Elterngeld)
-Kindergrundsicherung
-Ehegattensplitting
Binnenpluralisierung: Vielfalt innerhalb der versch. Lebensstile
Care-Arbeit: unbezahlte Arbeit für Kindererziehung und Pflege
Generatives Verhalten: Entscheidung für oder gegen Kinder
Soziale Ungleichheit und Lebenschancen
Dimensionen sozialer Ungleichheit
Materieller Wohlstand
Bildung
Macht
Prestige (gesellschaftliches Ansehen)
Aktuelle Risiken
Prekarisierung: Zunahme von unsicheren Arbeitsverhältnissen , die zu Armut trotz Arbeit führen
Neue Trennlinie: Wer keinen Zugang zu digitaler Bildung und KI-Kompetenz hat, verliert massiv an Lebenschancen
Armutsrisiko: Alleinerziehende,kinderreiche Familien,Menschen mit Migrationshintergund
Konzepte der Gerechtigkeit
-Chancengleichheit: gleiche Startbedingungen unabhängig von Herkunft
-Leistungsgerechtigkeit (Wer mehr leistet,soll mehr bekommen)
-Bedarfsgerechtigkeit (Jeder Mensch bekommt das was er für ein würdevolles Leben braucht (Existenzminimum)
-Einkommensgerechtigkeit: Verringerung der Abstände zwischen hohen und niedrigen Einkommen
Soziale Mobilität
-Chance die eigne soziale Schicht zu verlassen
Gini-Koeffizient: Maß für Ungleichheit (0= totale Gleichheit, 1= totale Ungleichheit)
Relative Armut: wer weniger als 60% des mittleren Einkommens hat
Statusinkosistenz: hohe Bildung,niedriges Einkommen
Gläserne Decke: Unsichtbare Barriere die z.B. Frauen am Aufstieg in Führungspositionen hindert
Extreme soziale Ungleichheit gefährdet die Legitimität der Demokratie da sich Menschen in prekären Lagen oft politisch nicht mehr repräsentiert fühlen und zu Nichtwählern oder Protestwählern werden
Soziologische Theorien zur Sozialstruktur und sozialen Ungleichheit
Prekarisierungsansatz
neue soziale Klasse die im 21.Jahrhundert durch unsichere Arbeitsverhältnisse (Befristung,Leiharbeiter) fehlende berufliche Identität und soziale Abstiegsangst gekennzeichnet ist
Soziale Exklusion: Der dauerhafte Ausschluss von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
Wandel der Erwerbsstruktur
Sektoraler Wandel (Drei-Sektoren-Theorie)
-Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit hat sich massiv verschoben
Primärer Sektor (Landwirtschaft): Bedeutungsverlust (unter 1% der Erwerbstätigen)
Sekundärer Sektor (Industrie): Rückgang durch Automatisierung und Outsourcing
Tertiärer Sektor (Dienstleistungen): Über 75% der Erwerbstätigen arbeiten hier
Quartärer Sektor (Informationsdienstleustungen,IT,Forschung)
Digitalisierung und Arbeitswelt
-technologische Transformation ändert wie und wer arbeitet
Substituierbarkeit: Routineberufe werden zunehmend durch KI und Robitik ersetzt
Anforderungsprofil: Es findet ein Skill-Bias statt, Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften (MINT) steigt, während Geringqualifizierte verdrängt werden.
Flexibilisierung: Orts und Zeitunabhängiges Arbeiten löst das klassische Normalarbeitsverhältnis auf
Demofrafischer Wandel und Fachkräftemangel
Babyboomer Exit: Ausscheiden Geburtsstarker Jahrgänge = große Lücke im Arbeitsmarkt
War for Talents: Arbeitgeber müssen um Arbeitnehmer werben (Trend zum Arbeitnehmermarkt)
Zuwanderung: Erwerbsstruktur zwingend auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen um Sozialsysteme stabil zu halten
Wandel der Beschäftigungsverhältnisse
Zunahme atypischer Arbeit: Teilzeit,Befristungen,Leiharbeit und geringfügige Beschäftigung (Minijobs)
Prekarisierung
Segmentierter Arbeitsmarkt: Spaltung in einen gut geschützten Kern und eine unsichere Peripheri
Terotarisierung: Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft
Strukturelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die durch das Auseinanderfallen von Qualifikationsangebot und Nachfrage entsteht
Humankapital: Wissen,Fähigkeiten,Bildung der Erwerbsperson
Das Weiterbildungsgesetz
-Qualifizierungsgeld: Staat zahlt Unternehmen Zuschuss zum Lohn, wenn sie Mitarbeiter umschulen statt zu entlassen
-Ausbildungsgarantie: Jeder Jugendliche soll das Recht auf einen Berufsabschluss haben um spätere Arbeitslosigkeit zu vermeiden
-Stärkung der beruflichen Weiterbildung: Fokus verschiebt sich von der bloßen Vermittlung hin zur nachhaltigen Qualifizierung für den Arbeitsmarkt der Zukunft
Der Staat verhindert durch gezielte Förderung die Prekarisierung. Er sichert das Humankapital
Die Programme dauern oft zu langsam und sind zu bürokratisch
Wertewandel im Rahmen der EU
Theoretische Grundlage: Postmaterialismus
-Theorie Ronald Inglehart: in westlichen Gesellschaften Wandel von Materialsimus (Sicherheit,Ordnung,Wohlstand) zu Postmaterialsimus ( Selbstentfaltung,Umweltschutz,Mitbestimmung)
Das erklärt warum Klimaschutz (European Green Deal) und LGBTQ+ Rechte auf EU Ebene so hohe Priorität haben
Die EU als Wertegemeinschaft (Art.2 EUV)
-rechtliche Basis für europäischen Zusammenhalt sind die Werte in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union
Menschenwürde,Freiheit,Demokratie,Gleichheit,Rechtsstattlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte
Wandel: Die Werte werden offensiver verteidigt (z.B. durch Rechtsstaatsmechanismus, der EU Gelder kürzt wenn Länder wie z.B. Ungarn gegen die Prinzipien verstoßen
Wertedivergenz: Ost-West Gefälle und Polarisierung
-Wertewandel verläuft nicht überall gleich
-Traditionelle vs. Säkulare Werte: In einigen Mitgliedsstaaten (Polen,Ungarn..) starke Rückbesinnung auf konservative,religiöse und nationale Werte, Konflikt mit eher liberal-progressiven Werten der EU
-liberale Demokratie: Tendenz einiger Regierungen, die Unabhängigkeit der Justiz und Medien einzuschränken wird als Angriff auf den europäischen Wertekonsenz gewertet
Wertewandel durch Krisenerfahrung (2020-2025):
-Krisen haben die Prioritäten innerhalb der EU verschoben:
Sicherheitsbedürfnis: Durch den Ukraine Krieg Rückschlag zu materialistischen Werten, militärische Sicherheit und Energieunabhängigkeit wichtiger
Solidarität vs. Eigeninteresse: Debatte um Verteilung von Geflüchteten , Wandel von rein humanitärer Wilkommenskultur zu Fokus auf Grenzschutz und Sicherheit
Einfluss auf politische Partizipation:
Zivilgesellschaft: grenzüberschreitende Bewegungen , Bürger haben eigene Ansprüche
Europawahl 2024/2025: Erfolg rechtspopulistischer Parteien spiegelt Wunsch wieder zu Bewahrung nationaler Spuveränität zurückzukehren
Supranationalität: Übertragung von Kompetenzen an die EU zur Sicherung gemeinsamer Werte
Identitätspolitik: Der Streit um kulturelle Merkmale innerhalb der Union
Demokratiedefizit: Kritik,dass Wertewandel von oben durch EU-Organe gesteuert wird ohne Ausreichende Legitimität der Bürger
Rechtsstaatskonditionalität: Kopplung von EU-Mitteln an die Einhaltung demokratischer Werte
Vertiefte Beschäftigung mit gesellschaftstheoretischen Ansätzen
Konflikttheorethische vs. Integrationsorientierte Ansätze
-Konflikttheorie (z.B. nach Marx oder Dahrendorf) : Gesellschaft wird als Kampf um Ressourcen und Macht gesehen, Ungleichheit ist das Ergebnis von Herrschaftsverhältnissen
-Strukturfunktionalismus (z.B. nach Parsons): Gesellschaft ist ein System, in dem jeder Teil (Familie,Wirtschaft,Staat) eine Funktion für das Ganze erfüllt, Ungleichheit wird hier als Leistungsanreiz gesehen
Bürgergeld Debatte: Bürgergeld ein Instrument zur Sicherung der Teilhabe (Integrationsorientiert) oder ein Mittel zur Ruhigstellung einer “potenziell gefährlichen” Unterschicht (Konflikttheorie)
Bildungspolitik
Statuskonsistenz vs.Statusinkonsistenz: Passen Einkommen und Bildung zusammen?
Intergenerationale Mobilität: Schafft die Gesellschaft den Aufstieg über die Generationen hinweg ?
Ambiguitätstoleranz: Die Fähigkeit der Bürger, in einer individualisierten Gesellschaft widersprüchliche Lebensentwürfe auszuhalten
Wandlung von Deutungsmustern in der Sozialstruktur
-Die Veränderung der Art und Weise, wie Menschen soziale Ungleichheit,Erfolg und Gerechtigkeit wahrnehmen
Vom Schichtbewusstsein zur Individualisierung
Subjektivierung des Erfolgs: Erfolg und Scheitern werden heute primär als Ergebnis persönlicher Anstrengung gedeutet (Leistungsideologie),strukturelle Hürden wie soziale Herkunft treten in den Hintergrund
Wandel des Gerechtigkeitsbegriffs
-das Deutungsmuster was gerecht ist hat sich verschoben
Fokus geht hinzu Leistungsgerechtigkeit und weg von Bedarfsgerechtigkeit (Absicherung für alle wird zunehmend kritisch hinterfragt
“Offenes” Bildungssystem (Illusion)
Neue Deutungsmuster Oben und Unten Milieus
Kosmopoliten vs. Kommunitaristen: Trennung zwischen denen die sich als Weltbürger sehen (mobil,digital,liberal) und denen die sich als lokale Identität sehen (Sicherheit)
Bildung als Distinktionsmerkmal: Der akademische Grad dient heute als das primäre Deutungsmuster für sozialen Status, was zu einer Abwertung praktischer Arbeit führt
Deutung von Armut und Exklusion
Stigmatisierung: Armut wird häufiger durch moralische Deutungsmuster (mangelnde Motivation), statt durch Wandel der Erwerbsstruktur oder prekäre Löhne
Einfluss der Medien auf Deutungsmuster
Framing: Medien geben den Rahmen vor, wie soziale Probleme gedeutet werden
Echokammern: Durch soziale Medien verstärken sich Deutungsmuster innerhalb von Sinus-Milieus
Der herrschende Habitus der Oberschicht wird als allgemeiner Maßstab für Normalität und Erfolg gesehen. Wer diesen Deutungsmuster nicht entspricht wird ausgegrenzt auch wenn er die gleichen Leistungen bringt
Attributationsmuster: Wem geben wir die Schuld für soziale Probleme?
Distinktion: Abgrenzung von anderen Schichten durch Geschmack und Werte
Legitimation von Ungleichheit: Wie rechtfertigt die Gesellschaft dass manche viel und andere wenig haben?
Zuletzt geändertvor 7 Tagen