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PGW LK Gesellschaft

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von tired. P.

Der einzelne und die Gesellschaft

-Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und den Anforderungen/Zwängen der Gemeinschaft

Sozialisation und Identitätsbildung

Sozialisationsinstanzen: Familie,Schule,digitale Medien prägen die Werte des Einzelnen

Identitätsmodelle: Georg Herbert Mead (I,Me und Self),Lothar Krappmann (Balancierende Identität)

Patchwork Identität: In moderner pluralistischer Gesellschaft wird dkeIdentität aus verschiedenen Stücken zusammengebaut, bietet Freiheit aber auch Orientierungslosigkeit

Individualisierung und Pluralisierung

Individualisierungstheorie (Ulrich Beck): Mehr Freiheit aber auch Bastelbiographien

Pluralisierung der Lebensformen: Kein normalmodell mehr für Familie oder Karriere

Soziale Ungleichheit und Schichtung

Kapitalform: Erfolg des Einzelnen hängt vom ökonomischen Kapital (Geld),Kulturellen Kapital (Bildung und Auftreten), soziales Kapital (Beziehungen)

Habitus: Aufteten und Denkweise werden durch Herkunft geprägt

Prekarisierung: Teile der Gesellschaft erleben soziale Unsicherheit trotz Arbeit , Gefährder Gefühl der Zugehörigkeit

Wertekonflikte und gesellschaftliche Zusammenarbeit

Wertewandel: Früher Pflicht und Akzeptanzwerte (Gehorsam) heute Selbstentfaltungswerte (Emanzipation,Partizipation)

Polarisierung: Gesellschaft spaltet sich

Sozialkapital (Robert Putnam): Vertrauen in andere Menschen und Vereine halten die Gesellschaft zusammen

Spannungsfeld: Freiheit vs. Konformität

Normen und Sanktionen: Gesellschaft übt Druck auf den Einzelnen aus sich an Regeln zu halten

Devianz (Abweichung): Individuen,die von Normen abweichen können sozialen Wandel anstoßen, oder soziale Abgrenzung erfahren

Fachbegriffe:

Rollenkonflikt: Inter und Intrarollenkonflikt

Soziale Mobilität: Auf und Abstiegschancen

Soziale Integration vs Anomie: Zustand der Orientierungslosigkeit

Leistungsgesellschaft vs. Chancengerechtigkeit

Theoretische Ansätze und Beschreibungsmodelle der Gesellschaft

Traditionelle Schichtungsmodelle

-teilen die Gesellschaft nach harten sozioökonomischen Daten ein (Beruf,Einkommen,Bildung)

Haus-Modell (Ralf Dahrendorf/ Reiner Geißler):

-stellt Gesellschaft als Haus mit versch. Etagen dar.Dahrendorf= feste Schichten, Geißler = Anbauten für ausländische Mitbürger

Kritik: vernachlässigt Lebensstile und Werte

Lebensstil und Milieumodelle (Sinus-Millieus)

-Standard für die Beschreibung der modernen Gesellschaft

-Gruppieren Menschen nach sozialer Lage (Einkommen) und ihrer Grundorientierung (Werte und Lebensziele)

Zentrale Milieus:

-Postmaterielle: Fokus auf Nachhaltigkeit,Bildung und Selbstverwirrklichung

-Prekäre: Menschen am Rande der Gesellschaft,die um Teilhabe kämpfen

-Expeditive: Die junge,digitale,globale Elite

Daher scheitern die Volksparteien oft, sie finden keine gemeinsame Sprache für die unterschiedlichen Millieus

Individualisierungstheorie (Ulrich Beck)

-Fahrstuhleffekt: gesamte Gesellschaft wohlhabender geworden aber Abstände zwischen den Etagen (arm und reich) sind gleich geblieben

-Enttraditionalisierung: Der Einzelne wird aus festen Bindungen herausgelöst

-Bastelbiographie: Das Leben ist kein fest vorgegebener Pfad mehr, sondern eine ständige Entscheidung des Individuums, mehr Freiheit aber auch mehr Risiko und Stress

Das Kapitalmodell (Pierre Bourdieu)

-erklärt warum soziale Mobilität (Aufstieg) so schwer ist obwohl Bildungssystem offen scheint

Ökonomisches Kapital: Geld und Besitz

Kulturelles Kapital: Bildung,Wissen aber auch der gute Geschmack und das auftreten

Soziales Kapital: Beziehungen und Netzwerke

Hapitus: Das verinnerlichte Verhalten einer Person

Aktueller Fokus: Polarisierung und neue Klassen

Akademiker vs. Nicht Akademiker : Haupttrennlinie der Gesellschaft , die sich in Wahlentscheidungen und Werten massiv widerspiegelt

Zwei Klassen Gesellschaft (Digital Divide): Trennung zwischen denen, die mit KI und digitaler Technik umgehen können (Profitierende) und jenen,deren Jobs wegrationalisiert werden

Fachbegriffe

Vertikale Mobilität: Auf und Abstieg zwischen den Schichten

Statusinkonsistenz: Wenn z.B. jemand hohe Bildung hat aber niedriges Einkommen

Soziale Exklusion: Der dauerhafte Aussvhluss von Gruppen aus dem gesellschaftlichen Leben

Klasse,Schicht,Milieu,Individualisierung

Klasse (historischer Ansatz)

-Einteilung der Menschen nach nach Stellung im Produktionsprozess (Besitz von Fabriken/Kapital,Verkauf der eigenen Arbeitskraft)

-Zentrale Theoretiker : Karl Marx (Bourgeoisie vs.Proletariat)

-klassischer Klassenbegriff ist veraltet, da Grenzen durch Aktienbesitz,Aufstieg durch Bildung und Sozialstaat verschwommen sind , Debatte um neue Klassenbesinnung (Prekariat vs Elite)

Schicht (vertikale Struktur)

-Gruppierung von Menschen mit ähnlichen sozioökonomischen Merkmalen (Beruf,Einkommen,Bildung)

-Hausmodell

-Kritik: Schichtmodelle erfassen nur die äußere Lage aber nicht was die Menschen denken oder fühlen

Milieu ( horizontale und vertikale Struktur)

-Gruppen Gleichgesinnter die ähnliche Wertehaltungen,Lebensstile und Einstellung zur Arbeit und Familie teilen

-Zentrales Modell: Sinus-Millieus :

teilt die Gesellschaft nach sozialer Lahe (unten/oben) Grundorientierung (Tradition,Modernisierung,Neuorientierung) ein

-Nutzen für die Analyse: Erklärt warum Parteien Schwierigkeiten haben Menschen aus versch. Milieus gleichzeitig abzusprechen obwohl sie in der gleichen Schicht leben

Individualisierung ( Auflösung der Strukturen)

-Zentraler Theoretiker: Ulrich Beck

-Fahrstuhleffekt

Drei Phasen:

-Freisetzung: Herauslösung aus festen Bindungen

-Entzauberung: Verlust von Orientierungssicherheit

-Re-Integration: Zwang sich neue Bindungen selbst zu suchen

Folge: Soziale Probleme (wie Arbeitslosigkeit) werden oft als persönliches Versagen wahrgenommen obwohl sie strukturelle Ursachen haben

Die Gesellschaft ist zwar individualisierter , die Schichtzugehörigkeit ( über das Kapital der Eltern) bestimmt aber weiterhin massiv wer am Ende im Dahrendorfhaus ganz oben wohnt

Die Gesellschafts und Sozialstruktur in der Bundesrepublik Deutschland

Dimension sozialer Ungleichheit

-Soziale Ungleichheit wird nicht mehr nur über Geld definiert , sondern über vier zentrale Bereiche :

  • Materieller Wohlstand: Einkommens und Vermögensverteilung, Schere zwischen arm und reich klafft weiter auseinander, das reichste Prozent besitzt ca 35% des Gesamtvermögens

  • Bildungschancen: hängt weiterhin stark von sozialer Herkunft ab

  • Macht und Einfluss: Zugang zu politischen Ämtern oder Führungspositionen

  • Prestige: Das gesellschaftliche Ansehen bestimmter Berufe oder Gruppen

Der demographische Wandel

-eine der größten Herausforderungen für die Sozialstruktur

  • Alterung der Gesellschaft: Die Generation der Baby Olmert geht massiv in Rente

  • Folgen: Fachkräftemangel, Belastung der Sozialversicherungssysteme (Generationenvertrag) und die Notwendigkeit von Zuwanderung zur Stabilisierung der Wirtschaft

  • Politische Relevanz: Gruppe der Senioren wird zur größten Wählergruppe was die Prioritäten der Parteien beeinflusst (z.B. Rentenpolitik vs. Bildungsinvestitionen)

Wandel der Lebensform und Pluralisierung

- traditionelles Familienmodell verliert an Dominanz:

  • Pluralisierung: Zunahme von Einpersonenhaushalten,Patchworkfamilien und Alleinerziehenden

  • Individualisierung (Ulrich Beck): Menschen wählen Lebensstil selbst, sind aber auch für Risiken wie Armut im Alter selbst verantwortlich

  • Urbanisierung: Kluft zwischen boomenden Städten und strukturschwachen ländlichen Regionen verschärft sich

Migration und Integration

- Einwanderungsland mit hohem Migrationshintergrund (ca 29%) der Bevölkerung

  • Chancen: Ausgleichung des Fachkräftemangels und demokratische Verjüngung

  • Konfliktfelder: Debatten über kulturelle Identität,Integration in den Arbeitsmarkt und soziale Ausgrenzung in bestimmten Stadtteilen (Segregation)

Sozialstaat in der Krise?

  • System der sozialen Sicherung (Rente,Gesundheit,Pflege,Arbeitslosigkeit) steht unter Druck

  • Finanzierbarkeit: Weniger Beitragszahler müssen mehr Empfänger finanzieren

  • Prekarisierung: Zunahme von atypischer Beschäftigung ( Leiharbeit,Befristungen), was die Gefahr von Altersarmut erhöht

  • Bürgergeld Debatte: Der Streit um die Höhe und die Sanktionen beim Bürgergeld zentraler Punkt im Culture War zwischen links und rechts

Zentrale Fachbegriffe:

  • Intergenerationaler Aufstieg: wenn Kinder eine höhere Position als ihre Eltern erreichen

  • Gini- Koeffizient: Statistisches Maß für die Ungleichheit einer Verteilung (z.B. Einkommen)

  • Prekariat: Bevölkerungsschicht die in sozialer Unsicherheit lebt

  • Sozialkapital (Putnam): Stärke der sozialen Netzwerke und das gegenseitige Vertrauen in die Gesellschaft

  • Leistungsgerechtigkeit (wer mehr arbeitet soll mehr haben)

  • Bedarfsgerechtigekit (jeder soll ein würdevolles Leben führen können)

Familie und Gesellschaft

Strukturwandel der Familie (Pluralisierung):

-traditionelles Modell der bürgerlichen Familie hat Monopolstellung verloren

  • Vielfalt der Lebensformen: Zunahme von Einpersonenhaushalten (Singularisierung), Alleinerziehende,Patchworkfamilien,Regenbogenfamilien

  • Demographischer Faktor: sinkende Geburtenraten und Entscheidung für späte Elternschaft prägen die Sozialstruktur

  • Individualisierung (Ulrich Beck): Familie ist 2025 kein Schicksal mehr sondern eine bewusste Entscheidung

Funktionen der Familie für die Gesellschaft

-Reproduktionsfunktion: Sicherung des Fortbestandes der Gesellschaft

-Sozialisationsfunktion: Die Familie ist die primäre Instanz zur Vermittlung von Werten,Normen und Sprache

-Platzierungsfunktion: Eltern vermitteln ihren Kindern über das Kulturelle Kapital (Bourdieu) Startchancen im Bildungs und Berufssystem

-Solidaritäts-Schutzfunktion: Private Absicherung und Pflege von Angehörigen (Entlastung des Sozialstaates)

Spannungsfeld Vereinbarkeit von Familie und Beruf

-Gender Gap: Frauen leisten weiterhin den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit (Carearbeit), was zu Rentenlücken und Karrierenachteilen führt

-Staatliche Maßnahmen: Ausbau der Kitaplätze, Elterngeld und Ganztagsschulbetreuung sollen die Erwerbsbeteiligung beider Elternteile fördern

-Fachkräftemangel: Die Wirtschaft ist massiv darauf angewiesen,dass Eltern (insbesondere) Mütter schnell in den Beruf zurückkehren

Familienpolitik als Steuerungselement

-Staat greift fördernd und ordnend ein ( Art 6 GG. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung

-Leistungsgerechtigkeit vs.Bedarfsgerechtigkeit: Diskussion um die Kindergrundsicherung (Debatte) um Kinderarmut strukturell zu bekämpfen

-Ehegattensplitting; Kritische Diskussion ob dieses Steuermodell noch zeitgemäß ist oder die traditionelle Rollenverteilung künstlich zementiert

Familie und soziale Ungleichheit:

-Vererbung von Chancen: soziale Herkunft bestimmt Bildungserfolg

-Armutsrisiko: Alleinerziehende und kinderreiche Familien tragen das höchste Risiko für prekäre Lebensverhältnisse

Fachbegriffe:

  • Kernfamilie vs.multilokale Mehrgenerationenfamilie

  • Care Arbeit: Unbezahlte Erziehungs und Pflegeleistungen

  • Demographischer Wandel: Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft

  • Subsidiaritätsprinzip: Staat hilft erst, wenn Familie ihre Aufgaben nicht mehr selbst bewältigen kann

Digitale Elternschaft:

Neue Erziehungsdimension:

-Eltern müssen ihre Kinder durch die digitale Welt begleiten

-Apps bedienen,Fakeinformationen zu erkennen,Algorithmen und Gefahr von Cybermobbing

-Vorbildfunktion (Screentime): Das elterliche Verhalten ständige smartphonenutzung beeinflusst die Sozialisation der Kinder stark

Digitale Elternschaft als neue Dimension sozialer Ungleichheit

-Ressourcen Unterschiede: Wohlhabende Eltern können Kinder gezielter Fördern

-Prekäre digitale Elternschaft: Technik wird als Babysitter genutzt, Kibder können mit Technik umgehen aber haben keine gute Urteilskompetenz dafür

Veränderung des Familienlebens:

-Verscheimmen von Grenzen: Homeoffice und ständige Erreichbarkeit führen dazu, dass Grenze zwischen Arbeitswelt und Familienwelt verschwimmt

-Überwachung vs vertrauen: Digitale Tools ermöglichen eine totale Kontrolle der Kinder

Staatliche Steuerung und Förderung

-Medienbildung für Eltern um digitale Kluft zu schließen

-Regulierung von Plattformen

Wandel der Erwerbsstruktur

Sektoraler Wandel (Drei-Sektoren-Theorie)

-Schwerpunkt der wirtschaftlichen Tätigkeit hat sich massiv verschoben

  • Primärer Sektor (Landwirtschaft): Bedeutungsverlust (unter 1% der Erwerbstätigen)

  • Sekundärer Sektor (Industrie): Rückgang durch Automatisierung und Outsourcing

  • Tertiärer Sektor (Dienstleistungen): Über 75% der Erwerbstätigen arbeiten hier

  • Quartärer Sektor (Informationsdienstleustungen,IT,Forschung)

Digitalisierung und Arbeitswelt

-technologische Transformation ändert wie und wer arbeitet

  • Substituierbarkeit: Routineberufe werden zunehmend durch KI und Robitik ersetzt

  • Anforderungsprofil: Es findet ein Skill-Bias statt, Nachfrage nach hoch qualifizierten Fachkräften (MINT) steigt, während Geringqualifizierte verdrängt werden.

  • Flexibilisierung: Orts und Zeitunabhängiges Arbeiten löst das klassische Normalarbeitsverhältnis auf

    Demofrafischer Wandel und Fachkräftemangel

  • Babyboomer Exit: Ausscheiden Geburtsstarker Jahrgänge = große Lücke im Arbeitsmarkt

  • War for Talents: Arbeitgeber müssen um Arbeitnehmer werben (Trend zum Arbeitnehmermarkt)

  • Zuwanderung: Erwerbsstruktur zwingend auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen um Sozialsysteme stabil zu halten

Wandel der Beschäftigungsverhältnisse

  • Zunahme atypischer Arbeit: Teilzeit,Befristungen,Leiharbeit und geringfügige Beschäftigung (Minijobs)

  • Prekarisierung

  • Segmentierter Arbeitsmarkt: Spaltung in einen gut geschützten Kern und eine unsichere Peripheri

Fachbegriffe:

  • Terotarisierung: Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft

  • Strukturelle Arbeitslosigkeit: Arbeitslosigkeit, die durch das Auseinanderfallen von Qualifikationsangebot und Nachfrage entsteht

  • Humankapital: Wissen,Fähigkeiten,Bildung der Erwerbsperson

Das Weiterbildungsgesetz

-Qualifizierungsgeld: Staat zahlt Unternehmen Zuschuss zum Lohn, wenn sie Mitarbeiter umschulen statt zu entlassen

-Ausbildungsgarantie: Jeder Jugendliche soll das Recht auf einen Berufsabschluss haben um spätere Arbeitslosigkeit zu vermeiden

-Stärkung der beruflichen Weiterbildung: Fokus verschiebt sich von der bloßen Vermittlung hin zur nachhaltigen Qualifizierung für den Arbeitsmarkt der Zukunft

Der Staat verhindert durch gezielte Förderung die Prekarisierung. Er sichert das Humankapital

Die Programme dauern oft zu langsam und sind zu bürokratisch

Wertewandel im Rahmen der EU

Theoretische Grundlage: Postmaterialismus

-Theorie Ronald Inglehart: in westlichen Gesellschaften Wandel von Materialsimus (Sicherheit,Ordnung,Wohlstand) zu Postmaterialsimus ( Selbstentfaltung,Umweltschutz,Mitbestimmung)

  • Das erklärt warum Klimaschutz (European Green Deal) und LGBTQ+ Rechte auf EU Ebene so hohe Priorität haben

    Die EU als Wertegemeinschaft (Art.2 EUV)

    -rechtliche Basis für europäischen Zusammenhalt sind die Werte in Artikel 2 des Vertrages über die Europäische Union

  • Menschenwürde,Freiheit,Demokratie,Gleichheit,Rechtsstattlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte

  • Wandel: Die Werte werden offensiver verteidigt (z.B. durch Rechtsstaatsmechanismus, der EU Gelder kürzt wenn Länder wie z.B. Ungarn gegen die Prinzipien verstoßen

Wertedivergenz: Ost-West Gefälle und Polarisierung

-Wertewandel verläuft nicht überall gleich

-Traditionelle vs. Säkulare Werte: In einigen Mitgliedsstaaten (Polen,Ungarn..) starke Rückbesinnung auf konservative,religiöse und nationale Werte, Konflikt mit eher liberal-progressiven Werten der EU

-liberale Demokratie: Tendenz einiger Regierungen, die Unabhängigkeit der Justiz und Medien einzuschränken wird als Angriff auf den europäischen Wertekonsenz gewertet

Wertewandel durch Krisenerfahrung (2020-2025):

-Krisen haben die Prioritäten innerhalb der EU verschoben:

  • Sicherheitsbedürfnis: Durch den Ukraine Krieg Rückschlag zu materialistischen Werten, militärische Sicherheit und Energieunabhängigkeit wichtiger

  • Solidarität vs. Eigeninteresse: Debatte um Verteilung von Geflüchteten , Wandel von rein humanitärer Wilkommenskultur zu Fokus auf Grenzschutz und Sicherheit

Einfluss auf politische Partizipation:

  • Zivilgesellschaft: grenzüberschreitende Bewegungen , Bürger haben eigene Ansprüche

  • Europawahl 2024/2025: Erfolg rechtspopulistischer Parteien spiegelt Wunsch wieder zu Bewahrung nationaler Spuveränität zurückzukehren

Fachbegriffe

Supranationalität: Übertragung von Kompetenzen an die EU zur Sicherung gemeinsamer Werte

Identitätspolitik: Der Streit um kulturelle Merkmale innerhalb der Union

Demokratiedefizit: Kritik,dass Wertewandel von oben durch EU-Organe gesteuert wird ohne Ausreichende Legitimität der Bürger

Rechtsstaatskonditionalität: Kopplung von EU-Mitteln an die Einhaltung demokratischer Werte

Wandlung von Deutungsmustern in der Sozialstruktur

-Die Veränderung der Art und Weise, wie Menschen soziale Ungleichheit,Erfolg und Gerechtigkeit wahrnehmen

Vom Schichtbewusstsein zur Individualisierung

  • Subjektivierung des Erfolgs: Erfolg und Scheitern werden heute primär als Ergebnis persönlicher Anstrengung gedeutet (Leistungsideologie),strukturelle Hürden wie soziale Herkunft treten in den Hintergrund

Wandel des Gerechtigkeitsbegriffs

-das Deutungsmuster was gerecht ist hat sich verschoben

  • Fokus geht hinzu Leistungsgerechtigkeit und weg von Bedarfsgerechtigkeit (Absicherung für alle wird zunehmend kritisch hinterfragt

  • “Offenes” Bildungssystem (Illusion)

Neue Deutungsmuster Oben und Unten Milieus

  • Kosmopoliten vs. Kommunitaristen: Trennung zwischen denen die sich als Weltbürger sehen (mobil,digital,liberal) und denen die sich als lokale Identität sehen (Sicherheit)

  • Bildung als Distinktionsmerkmal: Der akademische Grad dient heute als das primäre Deutungsmuster für sozialen Status, was zu einer Abwertung praktischer Arbeit führt

Deutung von Armut und Exklusion

  • Stigmatisierung: Armut wird häufiger durch moralische Deutungsmuster (mangelnde Motivation), statt durch Wandel der Erwerbsstruktur oder prekäre Löhne

Einfluss der Medien auf Deutungsmuster

  • Framing: Medien geben den Rahmen vor, wie soziale Probleme gedeutet werden

  • Echokammern: Durch soziale Medien verstärken sich Deutungsmuster innerhalb von Sinus-Milieus

Der herrschende Habitus der Oberschicht wird als allgemeiner Maßstab für Normalität und Erfolg gesehen. Wer diesen Deutungsmuster nicht entspricht wird ausgegrenzt auch wenn er die gleichen Leistungen bringt

Fachbegriffe

Attributationsmuster: Wem geben wir die Schuld für soziale Probleme?

Distinktion: Abgrenzung von anderen Schichten durch Geschmack und Werte

Legitimation von Ungleichheit: Wie rechtfertigt die Gesellschaft dass manche viel und andere wenig haben?

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tired. P.

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