a) Was zeigt die Grafik zur CO₂-Konzentration über die Zeit?
b) Wie hängen Dürre, Sturm, Starkregen und Frost mit der CO₂-Kurve zusammen?
a)
Anstieg der atmosphärischen CO₂-Konzentration (ppm) über lange Zeiträume (bis ~2300)
starker, beschleunigter Anstieg besonders in der Zukunftsprojektion
b)
steigende CO₂-Konzentrationen stehen im Zusammenhang mit zunehmenden/extremeren Klimaereignissen
visualisiert: verschiedene Extremtypen wirken auf den Kohlenstoffkreislauf ein
Was sind zentrale Elemente/Flüsse im Kohlenstoffkreislauf?
Atmosphäre (CO₂) als Speicher
Photosynthese: Aufnahme von CO₂ durch Pflanzen (Primärproduktion)
Atmung: Rückgabe von CO₂ durch Pflanzen/Tiere/Ökosystem
Zersetzung: organisches Material → CO₂-Freisetzung
fossile Lagerstätten & Verbrennung (Industrie) als zusätzliche CO₂-Quelle
Was ist ein „Klimaextrem“ (Definition nach IPCC)?
Wert einer Wetter-/Klimavariablen liegt oberhalb oder unterhalb eines Schwellenwerts
Schwellenwert liegt nahe den Extremen der beobachteten Bandbreite
extreme Wetterereignisse und extreme Klimaereignisse werden hier gemeinsam als „Klimaextreme“ bezeichnet
Welche Beispiele für Klimaextreme gibt es?
Dürre
Überschwemmungen/Starkregen
Hitze
Kälte/Winterextreme
Sturm
Waldbrand
Was zeigt die Karte zur „globalen Verteilung“ von Klimaextremen über GPP-Anomalien (1982–2011)?
negative Anomalien der Brutto-Primärproduktion (GPP) als Indikator für reduzierte CO₂-Aufnahme
dunklere Regionen = stärkere Abnahme der CO₂-Aufnahme
Welche Typen von Auswirkungen von Klimaextremen auf CO₂-Flüsse gibt es?
direkt & sofort: unmittelbare Änderung der CO₂-Flüsse (z. B. Dürre, Hitze, Frost)
indirekt & sofort: Strukturänderung durch Folgeprozesse (z. B. Feuer, Schädlingsbefall)
direkt & verzögert: zeitversetzte Reaktion (z. B. nachwirkendes Pflanzensterben/Erholung)
indirekt & verzögert: kombinierte/wiederholte Extreme (z. B. Dürre → Totholz → Feuer)
Was ist ein „Kohlenstoffextrem“?
starke Schwankungen der Kohlenstoffflüsse
werden durch Klimaextreme ausgelöst
können die Kohlenstoffbilanz von Ökosystemen stören
Wie entwickeln sich Klima- und Kohlenstoffextreme seit dem 20. Jahrhundert?
Klimaextreme:
seit Mitte des 20. Jh. Zunahme von Häufigkeit, Intensität, Dauer
Klimawandel verändert nicht nur Mittelwerte, sondern auch Variabilität
schon kleine Klimaänderungen → mehr Extreme
Kohlenstoffextreme:
v. a. negative Extreme nehmen zu (geringe CO₂-Aufnahme/Netto-Emissionen)
positive Extreme (produktive Jahre) gleichen Verluste oft nicht aus
Was bedeutet interannuelle Variabilität (IAV) im Kohlenstoffkreislauf?
IAV = jährliche Schwankungen der CO₂-Aufnahme durch Landökosysteme
Landökosysteme sind CO₂-Puffer, aber Aufnahme variiert stark von Jahr zu Jahr
2 Hauptkomponenten:
GPP: wie viel CO₂ Pflanzen aufnehmen
TER (Gesamt-Ökosystematmung): wie viel CO₂ das Ökosystem abgibt
Welche anthropogenen Einflüsse verstärken heutige Schwankungen/Extreme?
Schwankungen sind nicht mehr rein natürlich → Mensch beeinflusst stark
indirekt (Klimawandel):
anthropogene CO₂-Emissionen → Erwärmung, veränderte Niederschlagsmuster
besonders deutlich auf Nordhalbkugel (Emissionen, große Landflächen, Treibhausgase/Aerosole)
direkt (LULCC):
Abholzung, Landwirtschaft, Urbanisierung
erhöhen Häufigkeit/Intensität von Kohlenstoffextremen → mehr Dürre, Hitze, Starkregen
Wie beeinflusst Sturm den Kohlenstoffkreislauf?
mehr Pflanzenmortalität (Wurf/Bruch/Verletzung)
Vegetationsdecke geht verloren → Bodenqualität sinkt
Verlust organischer Substanz/Nährstoffe, mikrobielle Gemeinschaft verändert
Windwurf/Kronenschäden → CO₂-Aufnahme sinkt (weniger Biomasse/Produktivität)
mehr Totholz → mehr mikrobielle Zersetzung → kurzfristig mehr CO₂-Ausstoß
umgestürzte/beschädigte Bäume → günstiger für Schädlinge
Fazit: ↓ CO₂-Bindung, ↑ CO₂-Freisetzung → negative Kohlenstoffbilanz
Wie wirkt Frost auf Kohlenstoffflüsse?
unterhalb eines „Mortality Threshold“ → erhöhte Pflanzenmortalität
Landbedeckung verändert sich, Bodenerosion kann zunehmen
organische Substanz/Nährstoffe gehen verloren; mikrobielle Gemeinschaft verändert
Zell-/Gewebeschäden → Wachstum/Gesundheit/Veg.-Bedeckung nehmen ab
Photosynthese (GPP) stark eingeschränkt
Atmung (R) sinkt während Frostperiode, bis Zersetzung wieder einsetzt
Welche Prozesse laufen bei Starkregen/Überflutung ab (C-Kreislauf)?
anhaltende Überflutung → Wurzelfäule → Pflanzensterben
mehr Erosion → Nährstoffverluste, schlechtere Bodenqualität → erschwerte Vegetationsrückkehr
weniger O₂ an Wurzeln → Nährstoffaufnahme/Enzymaktivität ↓ → Photosynthese ↓
aerobe Atmung gehemmt → CO₂-Freisetzung ↓
aber: anaerobe Prozesse → Methan (CH₄)-Bildung
mehr Pilze/Pathogene
Fazit: ↓ CO₂-Bindung, ↑ CO₂-Freisetzung → vorübergehend negative Kohlenstoffbilanz
Wie beeinflussen Hitze und Dürre den Kohlenstoffkreislauf?
anhaltende Dürre + Hitze → Pflanzensterben → geringere Vegetationsbedeckung
weniger Verdunstung → Rückkopplungen möglich
Erosion/Nährstoffverluste/Bodenqualität ↓ → Vegetationsrückkehr erschwert
Brandgefahr ↑ und Anfälligkeit für Schädlinge ↑
Stomata schließen → CO₂-Aufnahme ↓ → Photosynthese ↓
Atmung steigt anfangs mit Temperatur → mehr CO₂-Freisetzung
bei starker Trockenheit: Mikrobenaktivität ↓ → Zersetzung stoppt
Wiederbefeuchtung → Birch-Effekt (starker kurzer CO₂-Puls)
Was war am Sommer 2003 besonders, und was bedeutete das für CO₂?
Temperaturen ~+5–6 °C über Durchschnitt, ~50 % weniger Niederschlag
eines der extremsten Klimaereignisse der letzten Jahrzehnte
Europa wechselte vorübergehend von CO₂-Senke zu CO₂-Quelle
CO₂-Verlust ~entsprach ca. 4 Jahren normaler CO₂-Aufnahme
Erholung dauerte mehrere Jahre
Welche positive und negative Rückkopplungen zwischen Klima und Kohlenstoffkreislauf werden genannt?
positiv (verstärkend):
Erwärmung → mehr Bodenatmung → CO₂-Freisetzung
Permafrost taut → CO₂- & CH₄-Emissionen
Dürre/Hitzewellen → CO₂-Aufnahme ↓ (Beispiel Europa 2003)
Landbiosphäre wird Quelle → Klimawandel verstärkt sich
negativ (dämpfend):
CO₂-Düngungseffekt → Pflanzenwachstum ↑ → CO₂-Aufnahme ↑
längere Vegetationsperiode in kalten Regionen → stärkere Senke
Landbiosphäre puffert CO₂-Anstieg teilweise ab
Kernaussage: Mit fortschreitender Erwärmung verliert Landbiosphäre tendenziell Senkenfunktion
Sind Klimaextrem und Kohlenstoffextrem immer gekoppelt?
NEIN: nur ca. ~36 % der Klimaextreme führen zu einem Kohlenstoffextrem
oft: stabile oder kompensierte CO₂-Bilanz
Einflussfaktoren:
Art des Extrems: Temperatur-Extreme wirken stärker als Niederschlagsextreme
Region: Tropen/mittlere Breiten reagieren stark; boreal/arktisch eher träge/verzögert
Welche regionalen Muster im Kohlenstoffkreislauf werden unterschieden?
Tropen (Amazonas, Kongo, Südostasien):
empfindlich gegenüber Dürre/Feuer; starke Schwankungen durch El Niño/La Niña
Dürre/Feuer schwächen tropische CO₂-Senken (teils Umkehr zur Quelle), Erholung nach Regen oft relativ schnell
Tropen reagieren am stärksten und haben großen Anteil am globalen CO₂-Umsatz
Semiaride & aride Gebiete (Sahel, Australien, Patagonien):
Wechsel Regen-/Trockenphasen
stärkste jährliche CO₂-Schwankungen weltweit („atmen im Rhythmus des Regens“)
trotz ~20 % Landfläche dominanter Einfluss auf kurzfristige globale C-Schwankungen
Boreale & arktische Regionen (Kanada, Sibirien, Skandinavien):
Erwärmung verlängert Vegetationsperiode; mehr Feuer/Insekten; Permafrost taut
zunächst mehr CO₂-Aufnahme, aber Permafrost-CO₂/CH₄ + Feuer/Schädlinge können Senkenwirkung kompensieren
Permafrost-Kohlenstoff als potenzieller „Kipppunkt“
Gemäßigte Breiten (Europa, China, Nordamerika):
starke Jahreszeiten, intensive Landnutzung
CO₂-Flüsse schwanken durch Temp./Niederschlag; im Mittel oft stabile Senkenfunktion
große Wald- & Agrarflächen; Management/Bewässerung erzeugen regionale Unterschiede
Welche Methoden werden genutzt, um Extreme und C-Flüsse zu untersuchen?
konzeptionelle Analysen (theoretische Modelle/Prozessverständnis)
Metastudien (Synthese vieler Einzelstudien)
Fernerkundung (MODIS, SIF zur Vegetationsaktivität)
Feldmessungen & Eddy-Covariance (FLUXNET: CO₂-, Wasser-, Energieflüsse in Echtzeit)
atmosphärische CO₂-Daten & Laborversuche (globale Trends, kontrollierte physiologische Reaktionen)
Welche Unsicherheiten und Limitationen werden genannt?
Beobachtungsunsicherheiten: Messstationen ungleich verteilt → globale Hochrechnungen schwierig
Satellitendaten: NDVI/FAPAR/SIF erfassen v. a. Oberfläche/Vegetationsaktivität, nicht direkt CO₂-Austausch; Wolken/Schnee/Sensorfehler verfälschen
Modellunsicherheiten:
unterschiedliche Annahmen zu Temp./Feuchte/Dürre → stark abweichende Ergebnisse
Prozesse wie Birch-Effekt, Feuer, Schädlingsdynamik oft vereinfacht/fehlend
Skalenproblem: lokale Messungen präzise, aber schwer übertragbar; globale Modelle glätten regionale Extreme
Landnutzung/Mensch: Abholzung/Feuer/Landwirtschaft teils unvollständig oder verzögert berücksichtigt
Zuletzt geändertvor 8 Tagen