Was wird unter einem „Wahrnehmungsset “ verstanden?
Individuelle Annahmen, die beeinflussen, was wahrgenommen wird bzw. wie das Wahrgenommene interpretiert wird.
Was wird unter Wahrnehmung verstanden?
Worauf basieren „Wahrnehmungstäuschungen“?
Wahrnehmungstäuschungen basieren auf der falschen Interpretation von Reizen.
Was wird unter „Wahrnehmungskonstanz “ verstanden?
Meint die Fähigkeit, Objekte als unverändert wahrzunehmen, auch wenn sich deren Beleuch-tung und deren Abbilder auf der Retina verändern.
Was wird unter „Transduktion“ verstanden?
Umwandlung von Reizenergien (Licht, Töne etc.) in Nervenimpulse, die das Gehirn weiterleiten und interpretieren kann
Was ist Wahrnehmung?
Der Begriff Wahrnehmung bezieht sich sowohl auf einen Prozess, als auch ein Ergebnis. Zum einen wird unter Wahrnehmung der Prozess verstanden, Objekte und Ereignisse zu empfinden, zu identifizieren, zu verstehen, zu klassifizieren und schließlich auf diese zu reagieren. Zum anderen meint Wahrnehmung aber auch das Ergebnis dieses Prozesses.
Was ist „Transduktion“ und warum ist diese im Rahmen der Wahrnehmung von besonderer Bedeutung?
Im Zuge des Wahrnehmungsprozesses erregen physikalische Reize Sinnesrezeptoren. So fällt beispielsweise das von einem Objekt reflektierte Licht in das Auge und erregt dort Fotorezeptoren auf der Netzhaut. Auf diese Weise entsteht dort ein Abbild des Objekts. Die Transformation des realen Objekts in ein Abbild des Objekts auf der Netzhaut stellt eine erste Transformation im Wahrnehmungsprozess dar. Eine weitere solche Transformation findet in den Fotorezeptoren statt und wird Transduktion genannt. Transduktion meint die Umwandlung einer Energieform (in diesem Fall elektromagnetische Wellen) in eine andere Energieform (elektrische Impulse). Diese Transduktion vom Bild eines Baumes auf der Retina in elektrische Energie ist für den Wahrnehmungsprozess deshalb von großer Bedeutung, weil ohne diese Umwandlung die Information über das Objekt nicht an das Gehirn weitergleitet werden könnte.
Verdeutlichen Sie den Unterschied zwischen Wahrnehmen und Erkennen.
Nur weil ein Objekt wahrgenommen wird, muss dies nicht auch bedeuten, dass erkannt wird, um welches Objekt es sich handelt. Besonders deutlich wird dieser Unterschied im Rahmen von Erkrankungen, bei denen das Erkennen gestört ist. Läsionen in der linken Hemisphäre im Bereich zwischen Temporal- und Okzipitallappen gehen mit einer Störung einher, die Prosopagnosie genannt wird. Dies ist die Unfähigkeit, Gesichter zu erkennen. Gesichter werden visuell wahrgenommen, können aber nicht unterschieden bzw. als zu einer bestimmten Person zugehörig erkannt werden. Ist die Läsion besonders schwerwiegend, wird selbst das eigene Spiegelbild nicht mehr erkannt.
Was sind "„Schemata" und welche Rolle spielen diese bei der Wahrnehmung?
Schemata sind kognitive Strukturen, die sich auf Situationen, Objekte und Personen beziehen und mit denen unbekannte Informationen organisiert und interpretiert werden. So haben Menschen beispielsweise ein Schema für das Objekt einer Küche. Zum Schema Küche gehören diverse Konzepte, wie z. B. ein Kühlschrank oder ein Herd. Zum Schema Küche gehören andere Konzepte aber eben nicht, wie z. B. ein Rasenmäher. Dieser wäre eher dem Schema einer Gartenlaube zuzuordnen. Solche Schemata werden auf Basis der durchschnittlichen Erfahrung mit entsprechenden Situationen, Objekten und Personen gebildet. Schemata enthalten also Vorannahmen hinsichtlich bestimmter Situationen, Objekte und Personen. So wird im Allgemeinen nicht angenommen, dass in einer Küche ein Rasenmäher anzutreffen ist. Auf Schemata basieren sogenannte Wahrnehmungssets. Damit sind mentale Tendenzen gemeint, etwas ganz Bestimmtes und nicht etwas anderes wahrzunehmen. Wahrnehmungssets sind damit individuelle Annahmen, die beeinflussen, was wahrgenommen wird bzw. wie das Wahrgenommene interpretiert wird (Wahrnehmungsinterpretation).
Grenzen Sie drei Methoden zur Bestimmung der "„Absolutschwelle" voneinander ab.
Im Rahmen der drei Methoden zur Bestimmung der Absolutschwelle werden Probanden Reize unterschiedlicher Intensität dargeboten. Dabei wird die Versuchsperson stets aufgefordert zu entscheiden, ob sie einen Reiz wahrgenommen hat oder nicht. Bei der Grenzmethode werden die Reize hinsichtlich ihrer Intensität entweder in absteigender oder aufsteigender Reihenfolge dargeboten. Bei der Konstanzmethode werden die Reize nicht in aufsteigender oder absteigender, sondern in zufälliger Reihenfolge dargeboten. Der Schwellenwert ist dabei die minimale Stimulation, die notwendig ist, um einen Reiz in mindestens der Hälfte aller Fälle zu entdecken. Bei der Herstellungsmethode wird der Proband dagegen einem einzigen Reiz dauerhaft ausgesetzt, der kontinuierlich in seiner Intensität verändert werden kann. Bei dieser Versuchsanordnung ist demnach nicht mehr bzgl. der Reize zu antworten, sondern es muss die Reizintensität hergestellt werden, die gerade noch empfunden werden kann.
Was wird unter "„sensorischer Adaptation" verstanden?
Wird der Organismus lang andauernden Reizen einer bestimmten Dimension in einer bestimmten Intensität ausgesetzt, so sinkt die sensorische Empfindlichkeit diesem Reiz gegenüber. Dies bedeutet, dass z. B. strenge Gerüche nach einer gewissen Zeit nicht mehr wahrgenommen werden. Diese Verringerung der Empfindlichkeit, als Folge länger andauernder konstanter Reizexposition, wird sensorische Adaptation genannt und ermöglicht es dem Organismus, neue sensorische Reize in der Umgebung deutlicher zu registrieren und schneller darauf zu reagieren, weil sich diese neuen Reize deutlicher von den bereits länger vorliegenden Reizen abheben.
Zuletzt geändertvor 9 Tagen