1833 - 1911
Wilhelm Dilthey
Berliner Philosoph
zentraler Einfluss auf die Geisteswissenschaftliche Pädagogik
Begründung der Geisteswissenschaften und Abgrenzung von den Naturwissenschaften und normativen Wissenschaften
Zentral: "das Verstehen des Sinnes und der Bedeutung des menschlichen Handelns" (Gudjons & Traub, 2020, S.31)
1850 - 1933
Geisteswissenschaftliche Pädagogik
Begründer: Nohl, Flitner, Spranger, Litt
methodisches Verfahren: Hermeneutik (verstehendes Verfahren)
Begründung der Eigenständigkeit der Pädagogik aufgrund ihres Gegenstandes (Erziehung), welchen nur sie als Wissenschaft besitzt
zentrale Aufgabe: Bewahrung des Eigenrechts des Kindes gegenüber den Erwachsenen und gegenüber gesellschaftlichen Gruppen
Wichtige Grundbegriffe: Erziehung (häufiges Auftreten im Zusammenhang mit Problemstellungen) und Bildung (als Absicht bzw. Produkt von Erziehung)
(Gudjons & Traub, 2020, S.31; Klafki, 2020, S.75)
1870 - 1933
Experimentelle Pädagogik
Vertreter: Lay, Meumann, Fischer, Petersen
Anwendung des Experiments nach dem Vorbild aus der Naturwissenschaft und Biologie
methodische Verfahren: erfahrungswissenschaftliche Methoden, wie Experiment, Statistik und systematische Beobachtung
(Krüger, 2012, S. 44)
1933 - 1945
Pädagogik des Nationalsozialismus
Vertreter: Krieck, Bäumler
Nationalsozialisitische Durchsetzung von Erziehung und Bildung, z.B. "Erziehung zum faschistischen Staat", Erziehung entlang politisch festgelegter ideologischer Rollenbilder, "'Erziehungsprinzip' von Führung und Gefolgschaft/Gehorsam" (Gudjons & Traub, 2020, S.106)
1945 - 1965
Geisteswissenschaftliche Pädagogik („Renaissance”)
Vetreter: Blochmann, Weniger
"Renaissance" der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik
(Krüger, 2012, S.11)
1965
Empirische Erziehungswissenschaft
Vertreter: Roth, Brezinka, Heid
Begründung in der Kritik an der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik und starke Abgrenzung von dieser
wichtige Elemente: empirische Forschungsmethoden, wissenschatliche Theorien und ein theoretisches Konzept als Grundlage
Ziel: nomologisches (gesetzartiges) Wissen
(Brezinka, 1972, S.14; Gudjons & Traub, 2020, S.34)
1970
Kritische Erziehungswissenschaft
Vertreter: Klafki, Blankertz, Mollenhauer
wesentlicher Ausgangspunkt und Einfluss: Frankfurter Schule und kritische Theorie mit emanzipatorischen Erkenntnisinteresse
Kritikäußerung sowohl an der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik als auch an der empirischen Erziehungswissenschaft
Methode: ideologiekritische Fragestellung und Methode (kritische Hinterfragung des Einflusses der gesellschaftlich-politischen Verhältnisse auf die Erziehung und Erziehungswissenschaft)
Ziel: Gestaltung der kritischen Erziehungswissenschaft zur Ermöglichung der Leitbegriffe des Emanzipatorischen Erkenntnisinteresses (z.B. Emanzipation, Mündigkeit, Selbstbestimmung) für alle an der Gesellschaft Teilhabenden
Empirische Pädagogik
Überprüfen von Hypothesen
Methodik orientiert sich an anderen empirischen Wissenschaften
Objektiv überprüfbare Aussagen über Wirklichkeit
Frei von Werturteilen
Nur Sein-Aussagen, keine Sollen-Aussagen -> klare Trennung!
älteste Strömung
Verstehen
Untersucht Bedeutungs- und Sinnzusammenhänge
Symbolische Bedeutungen, wie Intention eines Autors
Hermeneutik & Hermeneutischer Zirkel
Hermeneutischer Zirkel
Vorverständnis und Erkenntinsresultat
Individuelles Vorverständnis existiert bereits
führt zu unterschiedlichem Textverständnis
Erkenntnisresultat hängt von Vorverständnis ab
Bei jedem Lesen dazugewinnen von neuem Vorverständnis
=> Textverständnis Annäherung an Intention des Autors.
Teil und Ganzes
Verstehen von Teilen des Textes erst aus Kontext des Ganzen
Verständnid des ganzen Textes setzt Verstehen von Teilen voraus
Wiederholtes Lesen verbessert Verständnis & Annäherung an Intention des Autors.
Trotzdem gewisse Distanz -> Andauernder Prozess des Verstehens
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