Was bedeutet DOM?
DOM = gelöste organische Substanz (dissolved organic matter)
Teil der organischen Substanz, der im Wasser gelöst vorliegt
Wie wird DOM in der Praxis oft bestimmt/quantifiziert?
häufig über DOC (dissolved organic carbon) als Mess-/Proxygröße
DOC dient zur Bestimmung/Abschätzung von DOM
Welche Größenabgrenzung wird für DOM genannt?
DOM: ≤ 0,45 µm (Filtergrenze)
In welchen „Pools“ der organischen Substanz wird DOM eingeordnet?
SOM = soil organic matter (Bodenorganische Substanz)
POM = particulate organic matter (partikulär)
DOM = dissolved organic matter (gelöst)
Woraus besteht DOM typischerweise (Elemente)?
Kohlenstoff (C)
Sauerstoff (O)
Wasserstoff (H)
Stickstoff (N)
„sonstige“ Bestandteile
Wovon hängen Zusammensetzung/Inhaltsstoffe von DOM ab?
Vegetation
Bodenart
Klima
pH
weitere Standortfaktoren
Welche Rolle spielt der Boden im DOM-Kreislauf?
Boden ist Quelle, Speicher und Transformationsraum für DOM
DOM entsteht/ändert sich durch mikrobielle Prozesse und Bindung an Mineralphasen
Welche Prozesse steuern „DOM input → DOM output“ im Boden (vereinfacht)?
Eintrag v. a. pflanzenbürtiger Verbindungen
Sorption/Bindung an Minerale („mineral-associated organic matter“)
mikrobielle Verarbeitung (Umsetzung/Umwandlung)
Desorption/Freisetzung → DOM kann ausgewaschen werden
Was zeigt DOM im Boden grob als Trend mit zunehmender Tiefe?
DOM ist stark mit oberflächennahen Prozessen/Einträgen verknüpft
Zusammensetzung/„Alter“ organischer Stoffe kann sich mit Tiefe verändern
Wie gelangt DOM aus dem Boden in Oberflächengewässer?
Auswaschung (Sicker-/Zwischenabfluss)
oberflächennaher Abfluss/Runoff (v. a. bei Ereignissen)
Transport in Bäche/Flüsse/Talsperrenzuflüsse
Welche aktuelle Beobachtung wird für Europa & Nordamerika genannt?
steigende DOM-/DOC-Konzentrationen in Oberflächengewässern werden beobachtet
Wie wirkt „sinkende atmosphärische Säuredeposition“ auf DOC/DOM?
früher: (in manchen Fällen) Abnahme von DOM in Gewässern
Säureeinträge konnten DOC zurückhalten
bei rückläufiger Säuredeposition: höhere Freisetzung von DOC möglich
Warum ist die „chemische Erholung“ von Seen komplex/teilweise langsam?
anhaltende Bodenversauerung
Rückgang von Basenkationen
Anstieg organischer Säuren
Klimawandel: Wie kann „erhöhte Primärproduktion“ DOC-Export steigern?
mehr Vegetationsbedeckung/„Greening“
mehr terrestrische Produktion → mehr organischer Eintrag
dadurch höherer DOC-Export Richtung Gewässer
Klimawandel: Welche Rolle spielen Niederschläge/Starkregen beim DOC-Transport?
Niederschlag ist ein wesentlicher Treiber für DOC-Transport ins Gewässer
hohe Abflüsse können Verdünnungseffekte haben
lange Trockenphasen + Starkregen → DOC mit höheren Humus-/Aromatenanteilen möglich
Klimawandel: Wie wirkt Temperaturanstieg auf DOC?
Zersetzung/Mineralisierung reagieren auf Temperatur
DOC-Produktionsrate hängt stark von Bodentemperatur ab
Welche Bedeutung hat erhöhter Stickstoffeintrag (N) als Ursache?
v. a. durch Landwirtschaft (Gülle, Harnstoffdünger)
kann Primärproduktion steigern (auch über inorg. N-Düngung)
auch direkte Auswaschung möglich
insgesamt: Anteil/Beitrag wird als vergleichsweise gering dargestellt
Wie tragen degradierte Moore zu höheren DOM-Konzentrationen bei?
Oberboden kann sehr organikreich sein (bis sehr hohe Anteile organisches Material)
mineralische Horizonte teils dichtgelagert → geringere hydraulische Leitfähigkeit
bei Degradierung: Freisetzung als DOM
Auswaschung/oberflächennaher Abfluss → sehr hohe DOM-Konzentrationen
Wie kann DOM die Trinkwasserqualität beeinflussen?
Förderung des Wachstums pathogener Bakterien
Mobilisierung/Transport von Schwermetallen
erschwert den Abbau kohlenstoffbasierter Stoffe (z. B. Pestizide, Krankheitserreger, Arzneimittel)
hohe DOM-Konzentrationen = Risiko für Trinkwasserqualität
Warum ist DOM für die Trinkwasseraufbereitung problematisch?
Entfernung ist möglich, aber nur begrenzt (je nach Technik)
DOM kann Aufbereitungsprozesse „belasten“/ineffizienter machen
Was ist das Problem bei Chlorierung in Anwesenheit von DOM?
bei Chlorierung zur Desinfektion können potenziell schädliche Desinfektionsnebenprodukte (DBPs) entstehen
Welcher Effekt auf PCR-Nachweise wird genannt?
PCR-Sensibilität kann verringert werden
Risiko von falsch-negativen Ergebnissen steigt
Welche betrieblichen/ökonomischen Folgen werden beschrieben?
höhere Kosten
Kapazitäten der Anlagen evtl. nicht mehr ausreichend
Risiko: schädliche Inhaltsstoffe verbleiben → bis hin zu Trinkwasserknappheit als Folgeproblem
Warum ist der Anteil einzelner Ursachen am DOM-Anstieg schwer zu bestimmen?
komplexes Zusammenwirken vieler Faktoren
teils widersprüchliche Beobachtungen möglich
daher keine eindeutige „Aufteilung“ der Ursachen
Welcher „vermutliche Trend“ in der Bedeutung der Ursachen wird genannt?
Bedeutung des Rückgangs der Säuredeposition nimmt eher ab (gut untersucht)
Rolle des Klimawandels nimmt vermutlich zu (bisher weniger untersucht)
Zuletzt geändertvor 4 Tagen