Auf welche Art und Weise wird ein Gussteil bei der Erstarrung beeinflusst.
Thermisch: Abkühlgeschwindigkeit → Gefügefeinheit
Chemisch: Legierungszusammensetzung → Gefügeart (Graphit/Zementit)
Geometrisch: Form und Wanddicke → gleichmäßige Erstarrung
Zeitlich: Erstarrungsdauer → Seigerungen
Mechanisch: Behinderung der Schwindung → Risse, Spannungen
Gießtechnisch: Gießtemperatur, Speiser, Anschnitt → Fehlerfreiheit
Welche Möglichkeiten gibt, die Erstarrung eines Gussteils zu beeinflussen?
Abkühlgeschwindigkeit ändern
Formstoff
Wanddicke und Bauteilgeometrie
Gießtemperatur
Chemische Zusammensetzung
Impfen / Kornfeinung
Gießtechnik
Welche Eigenschaften des Gussteils werden jeweils verändert?
Abkühlgeschwindigkeit → Gefügefeinheit → Festigkeit, Härte, Zähigkeit
Temperaturführung → Erstarrungsart, Eigenspannungen → Rissneigung, Maßhaltigkeit
Chemische Zusammensetzung → Phasen- / Graphitbildung → Festigkeit, Verschleiß
Impfen / Kornfeinung → Keimzahl, Gefügegleichmäßigkeit → höhere Festigkeit, bessere Bearbeitbarkeit
Gießtechnik → Lunker- und Porenbildung → Dichtheit, Qualität
Erstarrung beeinflusst Gefüge, Festigkeit, Bearbeitbarkeit und Fehlerfreiheit.
Wie werden die Möglichkeiten umgesetzt?
Abkühlung: Formstoff, Wanddicke, Kühleisen
Temperatur: Gieß- und Formtemperatur
Chemie: Legieren, Schmelzekorrektur
Impfen: Impfmittel, Menge, Zeitpunkt
Gießtechnik: Anschnitt, Speiser, gerichtete Erstarrung
Wie werden die Eigenschaften bestimmt?
Mechanische Prüfungen → Zugversuch, Härteprüfung
Gefügeuntersuchung → Metallographie (Mikroskop)
Chemische Analyse → Bestimmung der Legierungselemente
Zerstörungsfreie Prüfungen → Röntgen, Ultraschall (Poren, Lunker)
Maß- und Sichtprüfung → Maßhaltigkeit, Oberflächenfehler
Was ist notwendig damit Zementiert und kein Aussteint gebildet wird für eine Metallogische Behandlung
hohe Abkühlgeschwindigkeit
kein / wenig Impfen
niedriger Siliziumgehalt
karbidbildende Elemente (z. B. Mn, Cr)
starke Überhitzung der Schmelze
Erklärung was bei der Bildung von Kugelgrafit passiert
Durch Zugabe von Magnesium (Mg) oder Cer (Ce) wird die Graphitbildung verändert.
Die Elemente neutralisieren Oberflächenwachstum des Graphits.
Graphit wächst nicht lamellar, sondern kugelförmig.
Es entstehen Kugelgraphiteinlagerungen im Eisen.
Folge:
höhere Festigkeit und Zähigkeit
geringere Kerbwirkung als Lamellengraphit
Homogene und heterogene Keimbildung-Aluminium
Keimbildung ohne Fremdpartikel
erfolgt nur bei starker Unterkühlung
in der Praxis selten
Keimbildung an Fremdstoffen (z. B. TiB₂)
benötigt geringe Unterkühlung
technisch gewünscht und üblich
Erläutern Sie die Begriffe „stabil“ und „megastabil“
Zuletzt geändertvor 2 Tagen