Was bedeutet Digitalisierung für Unternehmen und die Gesellschaft?
Informationen werden wichtiger, Unternehmen entwickeln neue digitale Strategien und Geschäftsmodelle(Daten und digitale Lösungen werden zur zentralen Grundlage für Wettbewerb und Wertschöpfung).
Kunden- und Unternehmens-Erwartungen an Prozesse und Kanäle ändern sich (Abläufe sollen schneller, transparenter und über digitale Kontaktwege funktionieren).
Umlenken bei Organisationsstrukturen, Qualifikationen und IT-Landschaften, inkl. Remote Work(Unternehmen passen Aufbau, Fähigkeiten der Mitarbeitenden und ihre IT-Systeme an digitale Arbeit an).
Was sind typische Oberziele einer Digitalen Transformation?
Antwort:
Verbesserung der Kundenergebnisse (Improve customer outcomes) (Kunden sollen bessere, passendere und bequemere Leistungen erhalten).
Steigerung digitaler Umsätze (Increase digital revenues) (mehr Erlöse werden über digitale Produkte und Kanäle erzielt).
Erhöhung des digitalen Traffics (Increase digital traffic) (mehr Nutzer sollen digitale Angebote besuchen und nutzen).
Senkung der operativen Kosten (Reduce operational costs) (Prozesse werden effizienter und günstiger durch Digitalisierung).
Einführung neuer Produkte und Services (Launch new products/services) (digitale Technologien ermöglichen neue Angebote).
Verbesserung der Produkt- und Servicequalität (Improve product/service quality) (Leistungen werden zuverlässiger und besser).
Effizientere Zusammenarbeit mit Partnern (Interact more efficiently with partners) (Austausch und Prozesse mit Partnern werden digital unterstützt).
Verkürzung der Markteinführungszeit (Reduce time to market) (neue Produkte kommen schneller auf den Markt).
Warum erfordert eine Digitale Transformation oft hohe Investitionen und eine langfristige Perspektive, um daraus Nutzen zu ziehen?
Wichtig ist das Wissen, dass Digitalisierung eine
langfristige Perspektive benötigt.
Hohe Anfangsinvestitionen sind notwendig (Unternehmen müssen in neue Technologien, Systeme und Fähigkeiten investieren).
Kurzfristig können Gewinne sinken (alte Geschäftsmodelle funktionieren schlechter, während neue noch nicht voll tragen).
Langfristig steigt der Nutzen und die Profitabilität wieder (nach der Umstellung auf digitale Modelle entstehen neue Erlöse und Effizienzgewinne).
Beispiel New York Times: Gewinnkurve fällt und steigt später wieder (Übergang von Print zu Digital führt erst zu Einbruch, dann zu Erholung).
Beispiel Adobe: Nettoeinkommen sinkt zunächst und steigt danach stark (Umstellung auf digitale Abo-Modelle braucht Zeit, zahlt sich später aus).
Auf welchen Ebenen findet die digitale Transformation innerhalb eines Unternehmens statt?
Vision (definiert die langfristige digitale Ausrichtung des gesamten Unternehmens).
Strategie / Digital-Strategie (übersetzt die Vision in konkrete digitale Ziele und Maßnahmen).
Struktur und Prozesse / Digitale Organisation und Governance, Prozessdigitalisierung (passt Organisation und Abläufe unternehmensweit an digitale Anforderungen an).
Technologie / Digitale Technologie inklusive Architektur und Daten (stellt die technische und datenbasierte Grundlage für alle Bereiche bereit).
👉 Wichtiges Zusatzwissen zum Merken:
Die digitale Transformation betrifft alle Ebenen eines Unternehmens, nicht nur die IT, sondern auch Führung, Organisation und Arbeitsweisen.
Was ist eine Digital-Strategie?
Übergeordneter Plan für alle digitalen Initiativen (legt fest, wie Digitalisierung im Unternehmen umgesetzt wird).
Sammeln von Informationen als Entscheidungsgrundlage (Daten und Wissen werden systematisch genutzt).
Planung von Zielen und Maßnahmen (konkrete Schritte werden festgelegt).
Erkennen von Chancen und Risiken (Potenziale und Probleme werden früh bewertet).
Laufende Weiterentwicklung der Strategie (Anpassung an neue Anforderungen).
Bildung von Teilstrategien, z. B. für digitales Marketing (einzelne Bereiche werden gezielt gesteuert).
Umsetzung der digitalen Vision (die Vision wird praktisch realisiert).
Warum sollte man ein Programm zur digitalen Transformation aufsetzen?
Weil isolierte Einzelprojekte keine nachhaltigen Effekte bringen (echte Wirkung entsteht nur unternehmensweit).
Weil viele Unternehmensbereiche gleichzeitig betroffen sind (z. B. Vertrieb, HR, Finanzen, IT, Service, Fertigung).
Weil viele Schritte systematisch koordiniert werden müssen (Ist-Analyse, Ziele, Technologieauswahl, Pilotprojekte).
Weil Investitionen wirtschaftlich begründet werden müssen (Business Case zeigt Kosten und Nutzen).
Weil die Umsetzung geplant erfolgen muss (Roadmap legt Reihenfolge und Zeit fest).
Weil Projekte voneinander abhängen (Ziele, Prozesse und Zeitpläne beeinflussen sich).
Weil Ressourcen geteilt und knapp sind (Personal, Budget und IT müssen abgestimmt eingesetzt werden).
Was ist der Unterschied zwischen Aufbauorganisation und Ablauforganisation?
Aufbauorganisation zeigt die Struktur des Unternehmens (wer ist wem untergeordnet: Leitung, Bereiche, Abteilungen, Teams).
Ablauforganisation zeigt die Reihenfolge der Arbeitsschritte (z. B. Auftrag erfassen → Lager prüfen → montieren → versenden).
Aufbau = Zuständigkeiten, Ablauforganisation = Prozesse (Struktur vs. Ablauf der Arbeit).
Frage: Was ist der wesentliche Unterschied zwischen Wasserfall- und agilen Entwicklungsprojekten?
Der wesentliche Unterschied laut Herrn Kurdelski sind die
Iterationen.
Wasserfall folgt einem festen, linearen Plan (Phasen laufen nacheinander ohne häufige Änderungen).
Agil arbeitet in Iterationen (Sprints) (kurze Zyklen von ca. 2–4 Wochen mit regelmäßigen Ergebnissen).
Agil reagiert besser auf Änderungen (Anpassungen sind nach jedem Sprint möglich).
Agil bedeutet nicht ohne Planung (es wird geplant, aber schrittweise und flexibel).
Wie funktioniert das Change-Management-Modell nach Kotter?
Dringlichkeit erzeugen (zeigen, warum Veränderung nötig ist).
Führungskoalition aufbauen (starkes Team für den Wandel bilden).
Vision und Initiativen entwickeln (klare Richtung festlegen).
Mitarbeitende einbinden (Unterstützung aktiv gewinnen).
Hindernisse beseitigen (Barrieren für Veränderungen entfernen).
Kurzfristige Erfolge erzielen (schnelle sichtbare Erfolge schaffen).
Veränderung weiter vorantreiben (nicht zu früh aufhören).
Veränderung verankern (Neues dauerhaft in der Organisation festigen).
Welche zentralen Punkte (hellblaue Kästchen) sind bei Inhalt, Form und Vortrag einer Präsentation zu beachten?
Adressatengerechte Gestaltung (Inhalt an Wissen und Hintergrund der Zuhörer anpassen).
Story (klare, logisch aufgebaute Geschichte mit rotem Faden).
Handlungsaufforderung (klar, was die Zuhörer tun oder entscheiden sollen).
Kennzeichnung Qualität (Status wie Entwurf, offen, zu validieren sichtbar machen).
Stichhaltigkeit (auf Detailfragen vorbereitet sein, Annahmen belegen).
Lesbarkeit / Aufmerksamkeit (klare Struktur, gut lesbare Schrift, wenig Farben).
Qualitätssicherung (Rechtschreibung, Zahlen, Quellen prüfen).
Kontext (Kapitel-Tracker, Übergänge zwischen Themen sichtbar machen).
Vor dem Vortrag (Testlauf, Rollen klären, Technik prüfen).
Während des Vortrags (Ziele erklären, ruhig und klar sprechen).
Nach dem Vortrag (nächste Schritte und Verantwortliche festlegen).
Was ist eine „Enterprise Architecture“ und warum brauche ich eine?
Enterprise Architecture als zentrales Unternehmenskonzept (beschreibt die Gesamtstruktur eines Unternehmens).
Bezug auf das gesamte Unternehmen (nicht nur IT, sondern alle relevanten Bereiche).
Begründung, warum sie benötigt wird (soll helfen, das Unternehmen gezielt zu gestalten und zu steuern).
Warum ist IT ein Schlüsselfaktor für Unternehmen?
Unternehmen sind stark von IT im Tagesgeschäft abhängig (ohne IT laufen viele Prozesse nicht).
Viele IT-Systeme unterstützen die Geschäftsprozesse (große Firmen nutzen sehr viele Systeme parallel).
IT beeinflusst zunehmend die Geschäftsmodelle (digitale Lösungen verändern, wie Geld verdient wird).
Rolle der IT ist heute strategisch, nicht nur technisch (IT unterstützt aktiv Unternehmensziele).
Informationssysteme tragen Transformationen (sie sind Grundlage für größere Veränderungen).
Welchen geschäftlichen Nutzen bringen IT-Systeme für Unternehmen?
Sie steigern Effizienz und senken Kosten (durch Automatisierung und bessere Prozesse).
Sie ermöglichen neue Produkte, Services und Geschäftsmodelle (IT schafft neue Wertschöpfung).
Welche unterschiedlichen Aufgaben haben Business und IT in der Organisation?
Business legt Richtung und Ziele fest (analysiert Markt und bestimmt die Strategie).
IT setzt diese Richtung technisch um (passt Systeme und IT-Landschaft entsprechend an).
Warum ist die Abstimmung zwischen Business und IT für den effektiven IT-Einsatz wichtig?
Weil IT-Ziele und Systeme zu Geschäftszielen passen müssen (nur dann bringt IT echten Nutzen).
Fehlende Abstimmung führt zu Geldverschwendung und schlechter Leistung (falsche Investitionen, geringerer Unternehmenserfolg).
Wie hilft Enterprise Architecture (EA) bei der Ausrichtung von IT auf die Geschäftsziele?
EA ist ein Masterplan für das Unternehmen (verbindet Strategie, Prozesse, Daten und IT).
Sie richtet IT-Aktivitäten an den Geschäftszielen aus (IT unterstützt gezielt die Unternehmensziele).
Wie trägt Enterprise Architecture durch Kommunikation zum Business-IT-Alignment bei?
EA verbessert die Kommunikation zwischen Business und IT (gemeinsames Verständnis entsteht).
Das führt zu besserer IT-Planung und abgestimmten IT-Investitionen (IT unterstützt die Geschäftsstrategie).
Wie vermittelt Enterprise Architecture zwischen Strategie und Umsetzung?
EA übersetzt Strategie in umsetzbare IT-Pläne (von Management zu Projektteams).
Sie koordiniert Beteiligte und Aktivitäten (führt zu besserem Business-IT-Alignment).
Frage: Wie ist die Architektur-Funktion organisatorisch eingeordnet und wozu dient sie?
Meist Untereinheit der IT, oft dem CIO unterstellt (zuständig für organisationsweite IT-Planung).
Unterstützt die Fachbereiche durch Planung und Vorgaben (ermöglicht die Umsetzung der Geschäftsaktivitäten).
Wie ist die Wertschöpfungskette nach Porter aufgebaut und was zeigt die Skizze?
Primäre Aktivitäten unten (Eingangslogistik → Operations → Marketing & Vertrieb → Ausgangslogistik → Service, hier entsteht direkt der Kundennutzen).
Unterstützende Aktivitäten oben (Infrastruktur, Personal, Technologie, Beschaffung, sie unterstützen alle primären Schritte).
Alle Aktivitäten zusammen erzeugen Wert (Gewinn entsteht durch gutes Zusammenspiel der Kette).
Was ist ERP und was ist ein ERP-System?
ERP ist ein ganzheitliches Konzept zur Planung von Unternehmensressourcen (optimiert das Gesamtergebnis des Unternehmens).
ERP-Systeme setzen dieses Konzept technisch um (Software zur integrierten Ressourcen- und Prozessplanung).
Welche konkreten Aufgaben und Funktionen hat ein ERP-System?
Aufgaben: Daten speichern, Routinen automatisieren, Kennzahlen bilden, Auswertungen machen.
Funktionen: Fertigung, Vertrieb, Rechnungswesen, Finanzwesen, Personalwesen.
Wie ist ein ERP-System aufgebaut und was machen die drei Schichten?
Benutzungsschicht (Benutzeroberfläche und Web-Client, hier geben Nutzer Daten ein und sehen Ergebnisse).
Applikationsschicht (Applikationskern mit Geschäftslogik, ruft Programme auf und verarbeitet Daten; teils datenbankabhängig, teils unabhängig).
Datenhaltungsschicht (Datenbanken und DBMS, speichern alle Unternehmensdaten und stellen sie bereit).
Welche Betriebsmodelle für ERP-Systeme gibt es und wofür stehen sie?
On-Premise (ERP läuft auf eigenen Servern, Betrieb durch eigenes Personal).
Private Cloud (virtuelle Server, aber weiter unter eigener Kontrolle).
Managed Private Cloud (Cloud, aber Betrieb durch externen Dienstleister).
Outsourced Private Cloud (eigene Umgebung, aber komplett beim Dienstleister betrieben).
Public Cloud (gemeinsam genutzte Cloud, vollständig fremdbetrieben).
Was bedeuten die Sourcing-Optionen von Eigenbetrieb bis Fremdbetrieb bei ERP-Systemen?
Eigenbetrieb (eigene Server und eigenes Personal betreiben die IT).
Hybrid / Managed (eigene Infrastruktur, aber Betrieb teilweise durch Dienstleister).
Fremdbetrieb (Server und Betrieb vollständig beim externen Anbieter, z. B. Cloud).
Zu welchen Ebenen gehören SaaS, PaaS und IaaS und was bedeuten sie?
SaaS – Software as a Service (fertige Anwendung inkl. Geschäftsprozess, Nutzer verwenden nur die Software).
PaaS – Platform as a Service (Plattform für Apps, Anbieter stellt Laufzeit, DB und Server bereit).
IaaS – Infrastructure as a Service (nur Infrastruktur wie virtuelle Server und Speicher, Kunde betreibt Software selbst).
Welche Fragen sollte man sich bei der Auswahl eines ERP-Systems stellen?
Wie umfangreich muss das System sein? (passt der Funktionsumfang zu den Prozessen).
Welche Referenzen passen? (gibt es ähnliche Unternehmen als Nutzer).
Wie zukunftsfähig ist der Anbieter? (Überlebensfähigkeit und Weiterentwicklung).
Wie neu bzw. geeignet ist die Technologie? (passt sie zur eigenen IT-Strategie).
Was sind Kernprozesse, Steuerungsprozesse und Unterstützungsprozesse?
Kernprozesse (laufen vom Kunden zum Kunden und erzeugen direkt Wert, z. B. Auftrag → Produktion → Lieferung).
Steuerungsprozesse (legen Ziele fest und steuern alle Prozesse, z. B. Strategie, Planung, Controlling).
Unterstützungsprozesse (stellen Ressourcen und Services bereit, z. B. IT, Personal, Rechnungswesen, und sind für Kunden meist nicht sichtbar).
Woraus bestehen organisatorisches System, Software-System und Hardware-System und wie hängt das mit dem Informationssystem zusammen?
Organisatorisches System (Personen und Geschäftsprozesse mit Regeln und Dokumenten).
Software-System (Anwendungssoftware wie ERP sowie Basissoftware wie Betriebssystem).
Hardware-System (Rechner, Geräte und sonstige technische Einrichtungen).
Informationssystem = organisatorisches System + Anwendungssystem (z. B. SAP unterstützt Personen und Prozesse durch IT).
Unterschied zwischen Workflow und Geschäftsprozess?
Geschäftsprozess:
Beschreibt was getan wird und wer was macht, um ein Geschäftsziel zu erreichen (fachlich, strategisch).
→ z. B. „Vom Auftrag bis zur Lieferung“.
Workflow:
Beschreibt wie dieser Prozess technisch und operativ umgesetzt wird (mit IT-Systemen, konkreten Schritten).
→ z. B. automatische Weiterleitung, Systemprüfungen, Genehmigungen.
Merksatz:
👉 Geschäftsprozess = fachliche Sicht („Was und warum?“)
👉 Workflow = technische Umsetzung („Wie genau im System?“)
Erklärung von Workflows
Manueller Workflow:
Alles wird von Menschen gemacht, ohne IT-Unterstützung.
→ z. B. jemand prüft per Hand, wer zuständig ist.
Teilautomatisierter Workflow:
Mensch + IT arbeiten zusammen, Software unterstützt einzelne Schritte.
→ z. B. Kundendaten werden in ein System eingegeben, Prüfungen laufen automatisch.
Automatisierter Workflow:
Ablauf läuft komplett durch IT-Systeme, ohne menschlichen Eingriff.
→ z. B. Rechnung wird nach Lieferung automatisch erstellt und versendet.
Je weiter rechts, desto mehr macht der Computer, desto weniger der Mensch.
Was sind End-to-End-Prozesse?
Ein End-to-End-Prozess beschreibt den gesamten Ablauf vom Kundenbedarf bis zur fertigen Leistung für den Kunden.
Er umfasst alle beteiligten Schritte, Abteilungen und Systeme und wird über klare Prozessziele und Kennzahlen (z. B. Dauer, Qualität) gesteuert.
Grundlegende EPK-Modellierungsregeln.
Grundregeln der EPK (Ereignisgesteuerte Prozesskette):
Start & Ende:
Jede EPK beginnt und endet mit Ereignissen (Start- und Ende-Ereignis).
Abfolge:
Ereignisse und Funktionen wechseln sich ab (nicht zwei Ereignisse oder zwei Funktionen direkt hintereinander).
Kanten (Pfeile):
Jedes Objekt hat mindestens eine Kante.
Eine Kante verbindet genau zwei Objekte.
In/aus einer Funktion geht jeweils nur eine Kante (keine Verzweigung direkt an Funktionen).
Konnektoren (UND / ODER / XOR):
Dienen zum Verzweigen und Zusammenführen von Pfaden.
Verzweigte Pfade werden mit dem gleichen Konnektor-Typ wieder zusammengeführt.
Beim Zusammenführen darf es nur eine ausgehende Kante geben.
Nach Ereignissen:
Nach einem Ereignis darf kein ODER/XOR-Konnektor stehen (Ausnahmen: spezielle Schleifen oder Sammelereignisse).
👉 Merksatz: Ereignis → Funktion → Ereignis, Verzweigungen nur über Konnektoren, Start und Ende immer Ereignisse.
UND / ODER / XOR
→ Funktionsweise und Darstellung in EPK.
Kurz erklärt:
Bedeutung: Alle Pfade müssen ausgeführt werden („A und B“).
Verzweigung: Es laufen alle Zweige parallel weiter.
Zusammenführung: Es wird gewartet, bis alle Pfade fertig sind.
Darstellung: Kreis mit ∧.
Bedeutung: Mindestens ein Pfad, evtl. auch mehrere („A oder B oder beide“).
Verzweigung: Ein oder mehrere Zweige werden gewählt.
Zusammenführung: Es reicht, wenn die aktiven Pfade ankommen.
Darstellung: Kreis mit ∨.
Bedeutung: Genau ein Pfad („entweder A oder B“).
Verzweigung: Nur ein Zweig wird gewählt.
Zusammenführung: Es kommt genau ein Pfad zurück.
Darstellung: Kreis mit XOR.
👉 Merkhilfe:
UND = alles,
ODER = mindestens eins,
XOR = genau eins.
Kurz erklärt, die wichtigsten eEPK-Elemente:
Ereignis (Sechseck): Beschreibt einen Zustand, z. B. „Bestellung eingegangen“. Startet oder beendet oft eine Funktion.
Funktion (Rechteck): Eine Tätigkeit, die etwas tut, z. B. „Bestellung prüfen“.
Konnektoren (UND / ODER / XOR, Kreis): Steuern Verzweigungen und Zusammenführungen im Ablauf.
UND: alle Pfade, ODER: mindestens ein Pfad, XOR: genau ein Pfad.
Organisatorische Einheit (Oval): Wer ist zuständig, z. B. „Vertrieb“.
Informationsobjekt (Rechteck mit Linie): Daten oder Dinge, z. B. „Rechnung“, „Auftrag“.
Anwendungssystem: IT-System, das unterstützt, z. B. „SAP ERP“.
Kontrollfluss (gestrichelter Pfeil): Zeitlich-logische Reihenfolge von Ereignissen und Funktionen.
Datenfluss (durchgezogener Pfeil): Zeigt, welche Daten gelesen/geschrieben werden.
Zuordnung (Linie): Verbindet Funktionen mit Organisationseinheiten oder Ressourcen.
Was ist BPMN?
BPMN (Business Process Model and Notation) ist eine standardisierte grafische Notation zur Modellierung von Geschäftsprozessen.
Sie stellt Prozesse als zeitlich-logische Abfolge von Aktivitäten und Ereignissen dar und eignet sich besonders, um Zusammenspiel mehrerer Beteiligter (Kollaboration) präzise abzubilden.
Was sind Aufgaben, Ereignisse und Sequenzflüsse in BPMN?
Aufgaben (Tasks): Konkrete Arbeitsschritte, die im Prozess ausgeführt werden (z. B. „Bestellung prüfen“). Sie sind die Aktivitäten des Prozesses.
Ereignisse (Events): Beschreiben, dass etwas passiert und den Prozess startet, unterbricht oder beendet (Start-, Zwischen-, Endereignis).
Sequenzflüsse (Sequence Flow): Pfeile, die die Reihenfolge der Ausführung zwischen Aufgaben, Ereignissen und Gateways festlegen.
Bedeutung von x, o und + in BPMN kennen.
X (XOR-Gateway): Genau ein Pfad wird gewählt, die anderen nicht.
+ (AND-Gateway): Alle Pfade werden parallel gestartet und später wieder zusammengeführt.
O (OR-Gateway): Ein oder mehrere Pfade werden gewählt (mindestens einer, ggf. mehrere gleichzeitig).
Was ist Process Mining?
Process Mining sind Methoden und Werkzeuge, mit denen man aus Ereignisdaten (Event Logs) in IT-Systemen (z. B. ERP, CRM) die tatsächlich ablaufenden Geschäftsprozesse automatisch:
Es ist die Schnittstelle zwischen Data Science und Process Science:
entdeckt (Process Discovery)
→ Der echte Prozess wird aus Daten rekonstruiert, ohne vorheriges Modell.
überprüft (Conformance Checking)
→ Vergleich: So sollte es laufen vs. so läuft es wirklich.
verbessert (Model Enhancement)
→ Prozesse werden mit Leistungsdaten angereichert, z. B. Dauer, Wartezeiten, Engpässe.
👉 Einfach gesagt:
Process Mining nutzt Datenanalyse (Data Science), um reale Prozesse sichtbar, prüfbar und optimierbar zu machen.
Es liegt zwischen Data Science und Process Management und ist ein Teil von Business Intelligence / Process Intelligence.
Nutzt Log-Daten aus IT-Systemen (z. B. ERP).
Rekonstruiert daraus den realen Ist-Prozess.
Vergleicht ihn mit dem Soll-Prozess, um Abweichungen und Engpässe zu finden.
6 Leitsätze des Process-Mining-Manifests
Ereignisse sind die Basis
→ Process Mining arbeitet mit Event-Logs (wer hat was wann getan).
Daten werden gezielt ausgewählt
→ Welche Daten man nutzt, hängt von der konkreten Fragestellung ab (z. B. Durchlaufzeit, Fehler, Engpässe).
Kontrollflüsse werden erkannt
→ Dinge wie Entscheidungen, Schleifen und Parallelität sollen im Modell sichtbar sein.
Ereignisse gehören zu Modellelementen
→ Jedes Ereignis muss zu einer Aktivität im Prozessmodell passen (z. B. „Bestellung geprüft“).
Modelle sind vereinfachte Abbilder der Realität
→ Modelle zeigen nicht alles, sondern nur das, was für den Zweck wichtig und nützlich ist.
Process Mining ist ein kontinuierlicher Prozess
→ Man analysiert, verbessert, sammelt neue Daten und analysiert erneut (kein einmaliges Projekt).
Nennnen sie 3 Leitsätze
Ereignisse sind die zentrale Datenbasis (Event Logs).
Die Datenauswahl richtet sich nach der Fragestellung.
Modelle sind vereinfachte Abbilder der Realität.
Was ist Robotic Process Automation (RPA)?
Kurz gesagt:
RPA ist Software, die menschliche Klick- und Eingabearbeiten in IT-Systemen automatisch ausführt, z. B. in ERP- oder CRM-Systemen, wie ein „digitaler Mitarbeiter“.
Sie automatisiert regelbasierte, wiederkehrende Aufgaben über mehrere Anwendungen hinweg (mehr als nur einfache Makros).
Merkmale von RPA
Benutzeroberfläche: RPA arbeitet über die grafische Oberfläche der Anwendungen und bedient sie wie ein Mensch.
Nachahmung des Menschen: RPA imitiert menschliche Eingaben, trifft aber keine eigenen Entscheidungen.
Keine Programmierkenntnisse: Bots können meist ohne Programmierung per grafischer Ablaufmodelle konfiguriert werden.
Outside-in-Ansatz: RPA greift nicht in die Software ein, sondern automatisiert von außen über bestehende Anwendungen.
Software: RPA ist reine Software und hat nichts mit physischen Robotern zu tun.
Strukturierte Routineaufgaben: RPA eignet sich für stabile, regelbasierte und wiederkehrende Prozesse ohne KI.
Kopieren und Einfügen von Daten zwischen Anwendungen
Website öffnen und Login durchführen
E-Mails und Anhänge verarbeiten
Lesen und Schreiben in Datenbanken
Daten aus Formularen/Dokumenten extrahieren
Berechnungen und einfache Workflows ausführen
Analoge Daten sind kontinuierlich, digitale Daten bestehen aus diskreten Zahlenwerten und werden in Bits und Bytes gespeichert, z. B. 24 Bit pro Pixel für RGB-Farben.
1 Byte = 8 Bit und jede größere Einheit ist im Binärsystem das 1024-fache der vorherigen.
Zahlen umrechnen:
→ Dezimal ↔ Binär ↔ Hexadezimal.
Sehr gut, das ist klausurrelevant. Ich erkläre dir das Schritt für Schritt und mit einfachem Schema 👇
Jedes Zahlensystem ist ein Stellenwertsystem:
Zahl = Summe aus (Ziffer × Basis^Stellenposition)
Dezimal → Basis 10
Binär → Basis 2
Hexadezimal → Basis 16
Zahl durch 2 teilen
Rest merken (0 oder 1)
Ergebnis wieder durch 2 teilen
Reste von unten nach oben lesen
Rechnung
Rest
13 ÷ 2 = 6
1
6 ÷ 2 = 3
0
3 ÷ 2 = 1
1 ÷ 2 = 0
➡️ Ergebnis: 1101₂
Von rechts beginnen (2⁰)
Jede Stelle: Bit × 2^Position
Alles addieren
Bit
Potenz
2⁰
2¹
2²
4
2³
8
➡️ Summe = 13₁₀
Binärzahl von rechts in 4er-Gruppen teilen
Jede Gruppe in Hex-Ziffer umwandeln
Ziffern zusammenlesen
Binär
Hex
0000
0001
…
1001
9
1010
A
1011
B
1100
C
1101
D
1110
E
1111
F
➡️ 1101 | 0111
➡️ D | 7
➡️ D7₁₆
Jede Hex-Ziffer durch 4 Bit ersetzen
Bits hintereinander schreiben
3 → 0011
A → 1010
➡️ 00111010₂
(erst durch 2 teilen, dann in 4er-Gruppen)
Schema:
Zahl durch 16 teilen
Rest merken (0–15 → 0–F)
Dezimal ↔ Binär: teilen durch 2 / Potenzen von 2
Binär ↔ Hex: 4 Bit = 1 Hex-Ziffer
Hex-Ziffern: 0–9, dann A–F
Wenn du willst, rechne ich dir auch ein komplettes Beispiel von Dezimal → Binär → Hex einmal komplett durch.
Unterschiede zwischen ASCII, ISO-8859 und Unicode (ungefähre Zeichenzahl und
Unterschiede)
Zeichenzahl: ursprünglich 128, später erweitert auf 256
Inhalt: englische Buchstaben, Ziffern, Satzzeichen, Steuerzeichen
Unterschied: sehr klein, keine Sonderzeichen für viele Sprachen (z. B. kaum Umlaute)
Zeichenzahl: 256 Zeichen pro Variante
Inhalt: Erweiterung von ASCII um länderspezifische Sonderzeichen (z. B. Umlaute, Akzente)
Unterschied: es gibt viele Versionen (z. B. Latin-1, Latin-2, …), jede für andere Sprachen
Zeichenzahl: theoretisch bis zu 2³² ≈ 4,29 Milliarden Zeichen
Inhalt: alle Schriftsysteme weltweit, plus Emojis, Symbole usw.
Unterschied: ein einheitlicher Standard für alle Sprachen, ersetzt die vielen ISO-Varianten
ASCII: klein, nur Basiszeichen
ISO-8859: 256 Zeichen, sprachabhängige Erweiterungen
Unicode: riesig, weltweit alle Zeichen in einem System
Aufgaben eines Datenbankmanagementsystems (DBMS).?
Physikalische Verwaltung der Daten, so dass sich der Nutzer nicht darum kümmern
muss (und auch nicht weiß), wo die Daten liegen.
Bearbeitung von Datenbankabfragen (engl.: Query), die mit Hilfe der standardisierten
Abfragesprache SQL erfolgen.
Gewährleistung der Datensicherheit – auch nach einem Systemabsturz
Gewährleistung des Datenschutzes über die Vergabe von Zugriffsrechten
Zugriffsregelung bei gleichzeitigem Zugriff auf eine Datenbank durch mehrere Nutzer
Bereitstellung von Werkzeugen für den Datenbankentwurf
Bereitstellung von „Assistenten“ z. B. für Berichte (Reports), Formulare und Abfragen
Konvertieren der Daten in andere Formate (Datenexport)
Verschiedene Datenbankmodelle kennen
Hierarchisches Modell: Daten sind in einer Baumstruktur mit Eltern-Kind-Beziehungen organisiert.
Objektorientiertes Modell: Daten werden als Objekte mit Attributen und Methoden gespeichert.
Relationales Modell: Daten werden in Tabellen gespeichert und mit SQL abgefragt.
Dokumentenorientiertes Modell (NoSQL): Daten liegen als Dokumente (z. B. JSON) ohne SQL vor.
Was ist das Entity-Relationship-Modell (ERM)?
Kurz und knapp:
Das Entity-Relationship-Modell (ERM) ist ein grafisches Modell zur fachlichen Beschreibung von Daten und ihren Beziehungen, unabhängig von der technischen Umsetzung in Tabellen.
Es besteht aus drei Grundelementen: Entitäten (Objekte wie Kunde), Attribute (Eigenschaften wie Name) und Beziehungen (Verknüpfungen wie „kauft“).
Was ist SQL (Structured Query Language)?
SQL (Structured Query Language) ist eine standardisierte Abfragesprache für relationale Datenbanken, mit der man
Datenbanken und Tabellen erstellt,
Daten einfügt, ändert und löscht und
Daten abfragt (Queries).
Was ist das Ziel des Datenschutzes?
Ziel: Schutz von Menschen vor Missbrauch ihrer personenbezogenen Daten.
Personenbezogene Daten: z. B. Name, Geburtstag, Bankdaten; besonders sensibel sind Gesundheits- oder Religionsdaten.
Grundrecht: Recht auf informationelle Selbstbestimmung (seit Volkszählungsurteil 1983).
EU-DSGVO: gilt einheitlich in allen EU-Staaten (seit 25.05.2018).
BDSG: setzt EU-Vorgaben in deutsches Recht um.
LDSG: regeln Datenschutz in Behörden der Bundesländer.
Einwilligung zur Datenverarbeitung
Recht auf Auskunft
Recht auf Löschung
Datenschutzbeauftragter in vielen Organisationen Pflicht
Schutz auch bei Datenübertragung in Drittländer
Hohe Geldstrafen: bis 20 Mio. € oder 4 % des Jahresumsatzes.
👉 Merksatz für die Prüfung:
Datenschutz schützt personenbezogene Daten, ist europaweit durch die DSGVO geregelt, gibt Betroffenen starke Rechte und sieht hohe Strafen bei Verstößen vor.
Was sind die Unterschiede zwischen IT-Security und IT-Safety.
Schützt das technische System vor Angriffen und Störungen von außen
(z. B. Hacker, Malware, Fehlbedienung).
Fokus: System vor Menschen und Umwelt schützen.
Beispiele: Firewall, Passwörter, Zugriffskontrollen.
Schützt Menschen und Umwelt vor Gefahren, die vom System ausgehen
(z. B. Maschinenfehler, Softwarefehler).
Fokus: Menschen vor dem technischen System schützen.
Beispiele: Not-Aus-Schalter, automatische Abschaltung, Sicherheitssteuerungen.
Security = Schutz des Systems vor Angriffen.
Safety = Schutz des Menschen vor dem System.
Was ist STRIDE und wofür steht es?
STRIDE ist ein Modell zur systematischen Einteilung von IT-Sicherheitsbedrohungen.
Es hilft dabei, typische Arten von Angriffen auf IT-Systeme zu identifizieren und zu analysieren.
Jeder Buchstabe steht für eine Bedrohungskategorie:
S – Spoofing (Identitätsfälschung)
→ Angreifer gibt sich als jemand anderes aus.
T – Tampering (Datenmanipulation)
→ Daten werden unerlaubt verändert.
R – Repudiation (Abstreitbarkeit)
→ Aktionen können nicht nachgewiesen werden („Ich war das nicht“).
I – Information Disclosure (Datenoffenlegung)
→ Unbefugte sehen vertrauliche Daten.
D – Denial of Service (Dienstverweigerung)
→ Systeme oder Dienste werden lahmgelegt.
E – Elevation of Privileges (Rechteausweitung)
→ Angreifer verschafft sich höhere Rechte.
STRIDE ist ein Bedrohungsmodell, das die wichtigsten IT-Security-Angriffsarten in sechs Kategorien einteilt.
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