Der Gottesbeweis Anselms ist
ein rein begrifflicher (a priori) Beweis, Form eines indirekten Beweises
Was ist die zentrale Streitfrage der mittelalterlichen Metaphysik?
Ob Metaphysik als Wissenschaft möglich ist.
Warum ist Metaphysik als Wissenschaft problematisch?
Weil sie sich mit nicht-sinnlich erfahrbaren Gegenständen befasst (Gott, Sein, Substanz).
Autoritätsprinzip im Mittelalter
Philosophie orientiert sich an anerkannten Autoritäten(Aristoteles, Platon, Bibel, Kirchenväter). Ziel: Übereinstimmung von Philosophie und christlicher Lehre.
Was untersucht Metaphysik im Mittelalter als Ontologie?
Die Grundstrukturen des Seins: Substanz, Akzidenzen und Universalien.Zweck: metaphysische Begriffe auf theologische Probleme anwenden.
welche 3 Gottesbeweise unterscheidet Kant?
ontologisch
kosmologisch
teleologisch
Was ist der ontologische Gottesbeweis?
Argumentiert nur aus dem Begriff Gottes.
Gott = höchstes Wesen → Existenz ist Teil der Vollkommenheit → Gott muss existieren.
Art: a priori.
Kritik (Kant): Existenz ist kein Prädikat → man kann nicht nur aus dem Begriff auf Realität schließen.
Was ist der kosmologische Gottesbeweis?
aus der existenz kontingenter dinge wird eine notwenidge ursache / notwenidges sein gefordert ->Ursache: Gott, a posteriori , Thomas v. Aquin
Was ist der teleologische („physikotheologische“) Gottesbeweis?
aus zweckmäßiger, geordneter Struktur der Welt wird auf
intelligenten unrheber geschlossen
-> zb: Auge ist so gebaut,
dass man damit sehen kann
↳ kann nicht zufällig entstanden sein
warum ist Anselm von Canteburys Gottesbeweis ein indirekter Beweis? reductio ad absurdum
Anselms ontologischer Gottesbeweis ist indirekt, weil er die Existenz Gottes durch Ausschluss des Gegenteils zeigt. Die Annahme „Gott existiert nur im Verstand“ führt zu einem Widerspruch, also muss Gott auch in Wirklichkeit existieren.
Was besagt Anselm v Canteburys reductio ad absurdum Gottesbeweis?
Gott ist das Größtmögliche. Wenn Gott nur im Verstand existierte, könnte man sich etwas Größeres vorstellen – das ist unmöglich.Deshalb existiert Gott notwendig auch in der Wirklichkeit.
Überlegung: Wenn Gott nur im Verstand existiert
könnte man sich auch was Größeres vorstellen ->
ein Wesen das auch in Wirklichkeit existiert
Widerspruch: Aber Gott ist per Def. das Größtmögliche- v. größeren Wesen zu denken ist unmögl.
Schlussfolgerung: Gott muss notwendigerweile auch in Wirklichkeit existieren, weil Existenz in Wirklichkeit größer ist als reine Vorstellung
Wer kritisierte Anselms ontologischen Gottesbeweis als Erster?
Gaunilo von Marmoutiers, Anselms Mitbruder
Beispiel: „Perfekte Insel“ → zeigt, dass die Logik auf andere Dinge angewendet absurd wäre
Welche Philosophen kritisierten den ontologischen Gottesbeweis?
Gaunilo: Argument mit „perfekter Insel“
Thomas von Aquin: Erfahrung nötig, kein a priori-Beweis
Kant: Existenz ist kein Prädikat → man kann nicht aus Begriff auf Realität schließen
Frege: sprachlich-logische Kritik
Welche Philosophen verteidigten oder modifizierten den ontologischen Gottesbeweis?
Duns Scotus (modifizierte Anselms Argument)
Descartes (a priori-Version)
Spinoza, Malebranche, Hegel, Hartshorne, Malcolm, Plantinga
Welche Rolle spielte Kant für den ontologischen Gottesbeweis?
Prägte den Begriff „ontologischer Gottesbeweis“ (KrV A 591/B 618f.)
Bezieht sich auf alle Argumente, die versuchen, Gottes Existenz aus dem Begriff Gottes abzuleiten
Kritisiert später die Gültigkeit → Existenz ist kein Prädikat
Welches Grundproblem kritisieren die Gegner an Anselms Gottesbeweis?
Ob die Definition Gottes wirklich das erfasst, was alle unter „Gott“ verstehen.
Kann man überhaupt einen adäquaten Begriff von Gott bilden?
Ist der Gottesbegriff inhaltlich reich genug, um Existenz abzuleiten?
Warum ist der Gottesbegriff möglicherweise nicht inhaltlich reich genug? Anselm v Cantebury
Ein schwacher oder unklarer Begriff („irgendetwas Großes“) enthält zu wenig Inhalt, um Existenz logisch abzuleiten
Beweis hängt stark davon ab, dass der Begriff von Gott sehr präzise ist.
Was bedeutet die Kritik an der Eindeutigkeit der Gotteskennzeichnung? Anselm
Anselm schwankt in der Sprache zwischen:
„id“ = „das Ding / das Es“ (abstrakt)
„aliquid“ = „etwas“ (konkreter, aber vage)
—>Wenn Definition schwankt, dann wackelt die Grundlage des onotlogischen Beweises -> ontologische Beweis setzt voraus, dass Begriff klar allgemeingültig definiert ist -> RAA funktioniert nicht -> Beweis nicht gültig
Was ist das ontologische Problem bei Canteburys Gottesbeweis?
Nur weil wir etwas verstehen oder vorstellen können, heißt das nicht, dass es in Wirklichkeit existiert.
Ontologische Schlussfolgerung → existieren in Wirklichkeit muss also separat begründet werden
Wann scheitert der ontologische Beweis?
Der ontologische Beweis scheitert, wenn Existenz nicht als großmachende Eigenschaft gilt oder der Gottesbegriff nicht widerspruchsfrei ist. Kant und Frege zeigen, dass Existenz nicht einfach eine Eigenschaft wie Macht oder Weisheitist.
Ist Existenz eine großmachende Eigenschaft?
Anselms Beweis: Existenz in Wirklichkeit > Existenz im Verstand
Kritik: Eigenschaften wie mächtig, gütig, wissend sind qualitativ → Existenz beschreibt nur Sein
Frage: Kann Existenz etwas „größer“ machen? Eher nicht → Schwachpunkt des Beweises
Was sagt Kant zur Existenz als Eigenschaft?
Existenz ist kein reales Prädikat
Existenz fügt dem Begriff nichts Qualitatives hinzu
Man kann nicht aus dem Begriff „Gott“ auf reale Existenz schließen
Warum ist der ontologische Beweis kritisch?
Beweis scheitert, wenn:
Gottesbegriff nicht widerspruchsfrei ist
Existenz nicht als großmachende Eigenschaft gilt
Kant und Frege: Existenz ist keine Eigenschaft wie Macht oder Weisheit, sondern logische / sprachliche Kategorie
Was kritisierte Gaunilo am ontologischen Gottesbeweis?
Argument erlaubt „zu viel“ → man könnte die Existenz einer vortrefflichsten Insel oder anderer Maxima „herbeidenken“
Problem: Logik scheint auf beliebige Dinge anwendbar → absurd
Wie lautet die Erwiderung auf Gaunilos Kritik?
Eigenschaften einer Insel (Schönheit, Reichtum) haben kein intrinsisches Maximum → man kann immer „größer“ denken
Eigenschaften Gottes (Allwissenheit, Allmacht, Güte) haben ein intrinsisches Maximum → höchstes Wesen
Folgerung: Beweis gilt nur für Gott, nicht für Inseln oder andere Dinge
Was ist Kants grundsätzliche Kritik an Anselms Beweis?
Frage: Kann man aus einer Definition von x (analytisches Urteil) auf die Existenz von x (synthetisches Urteil)schließen?
Beispiel: „Gott = das Größtmögliche“ → analytisch
Existenz in Wirklichkeit → synthetisch
Kant: Nein, aus Begriff → Existenz folgt nicht
Warum ist Anselms Beweis speziell für Gott gültig?
Nur Gott hat Eigenschaften mit intrinsischem Maximum
Argument funktioniert nicht für Inseln oder andere Dinge
Trotzdem bleibt Grundkritik: Existenz lässt sich nicht allein aus Begriff ableiten (Kant)
was ist ein intrinsisches Maximum?
Eigenschaft, bei der ein theoretisch höchstes Niveau gilt, das nicht überschritten werden kann
Welche Art von Gottesbeweis hatte Thomas v Aquin?
kosmologischer Gottesbeweis / a posteriori
Was sind die fünf Wege (quinque viae) von Thomas von Aquin?
Bewegung → Unbewegter Beweger
Ursache → Erste Ursache
Notwendigkeit → Notwendiges Wesen
Grad der Vollkommenheit → Höchstes Wesen
Zweckmäßigkeit der Natur → Intelligenter Lenker
Erkläre den ersten Weg von Thomas v. Aquin: Bewegung → Unbewegter Beweger
Alles in Bewegung wird von etwas anderem bewegt
Kette kann nicht unendlich sein
Erste Ursache der Bewegung = Gott
Erkläre den zweiten Weg von Aquin: Ursache → Erste Ursache
Alles in der Welt hat eine Ursache
Keine unendliche Ursachenkette möglich
Erste Ursache = Gott
Erkläre den dritten Weg v Aquin: Notwendigkeit → Notwendiges Wesen
Alles Kontingente existiert nur dank etwas Notwendigem
Dieses notwendige Wesen = Gott
Erkläre den vierten Weg v Aquin: Grad der Vollkommenheit → Höchstes Wesen
Unterschiede in Gut, edel, wahr etc.
Maximales Wesen in allen Eigenschaften = Gott
Erkläre den fünften Weg v Aquin: Zweckmäßigkeit der Natur → Intelligenter Lenker
Ordnung und Zielgerichtetheit in der Welt
Diese Ordnung deutet auf intelligenten Urheber = Gott
was ist das Universalien-Problem?
Grundfrage: Wie können wir Allgemeines erklären, wenn wir nur Einzelnes sehen?
Existieren allgemeine Begriffe (Universalien) wirklich außerhalb unseres Denkens, oder sind sie nur Namen bzw. Konzepte?
Wie unterscheidet sich die Form von Thomas v Aquins Gottesbeweis von Anselm Canterburrys?
Anselm = indirekter Beweis, Reductio ad absurdum, a priori aus Begriff.Thomas = direkter Beweis, a posteriori aus Welt und Erfahrung.
Was sind die Diskussionsschwerpunkte im Mittelalter?
Metayphysik als rationale Theologie : Gottesbeweise, Schöpfungslehre, Trinitätslehre, Eucharistie-Wunder, Erbsünde
Metaphysik als Ontologie: Substanzmetaphysik, Universalien-Problem
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