Nennen Sie die Kenngrößen für Luftschall bei Standart-Athmosphäre.
Statischer Luftdruck: p_Luft = 1.013 * 10^5 Pa
Luftdichte: rho_Luft = 1.21 kg/m^3
Schallgeschwindigkeit: c_Luft = 343 m/s
Feldkennimpedanz: Z_Luft = rho_Luft * c_Luft Z_Luft = 1.21 * 343 = 415 kg/(s*m^2)
Referenz-Schalldruck (0 dB, Hörschwelle): p_ref = 20 * 10^-6 Pa
Was sind die zwei akustischen Grundgrößen und ihre Einheiten?
Schallschnelle v in m/s
Schalldruck p in Pa
Aus welchen Gleichungen wird die akustische Wellengleichung hergeleitet?
Kontinuitätsgleichung (Massenerhaltung): d(rho)/dt + rho_0 Nabla^T * v = 0
mit Nabla = d/dx
Newtonsche Bewegungsgleichung: rho_0 dv/dt + Delta p = 0
Kompressionsgesetz: p = c_0^2 * rho
Wie lautet die akustische Wellengleichung?
Nabla^2 p - (1 / c_0^2) * (d^2 p / dt^2) = 0
p = Schalldruck
c_0 = Schallgeschwindigkeit
t = Zeit
Nabla^2 = räumlicher Differentialoperator
1. Schreiben Sie die Helmholtzform der akustischen Wellengleichung an. Für welche Lösungsansätze gilt diese Gleichung?
Helmholtzform der akustischen Wellengleichung:
Nabla^2 p(x) + k^2 * p(x) = 0
Lösungsansatz:
p(x) = A * e^(-j * k * x) + B * e^(j * k * x)
p(x,t) = p(x) * e^(j * omega * t)
Wellenausbreitung in positive bzw. negative x-Richtung
Schreiben Sie die allgemeine Lösung der eindimensionalen Wellengleichung an. Erläutern Sie die physikalischen Größen.
Allgemeine Lösung der eindimensionalen Wellengleichung:
p(x,t) = A * e^(j * (omega * t - k * x)) + B * e^(j * (omega * t + k * x))
Gegeben ist der Schalldruckverlauf bei Standardatmosphäre an einer Stelle x_0:
p(t) = p_0 * sin(125 * t + pi/2)
Bestimmen Sie die Wellenlänge für eine Schallwelle.
Wellenlänge für die Schallwelle:
lambda = c / f
f = omega / (2 * pi) = 125 / (2 * pi) Hz = 19.89 Hz
c = 343 m/s
=> lambda = 17.24 m
Wie ist die Wellenzahl definiert?
Wellenzahl:
k = omega / c = 2 * pi / lambda
Können Sie einen Astronauten im Weltall Banjo spielen hören?
Nein, ohne Medium kein Schall.
Welcher Phasenunterschied besteht zwischen Schallschnelle und Schalldruck bei einer ebenen Welle?
Phasenunterschied zwischen Schallschnelle und Schalldruck bei einer ebenen Welle:
phi = 0
Zeichnen Sie für eine ebene Welle den örtlichen Verlauf von Schalldruck und Schallschnelle. Markieren Sie die Wellenlänge.
Örtlicher Verlauf von Schalldruck und Schallschnelle für eine ebene Welle:
Druck und Schnelle in Phase
p = rho * c * v
wo rho * c = 400 kg / (m^2 * s), bei 20°C Luft
Nennen Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen ebener Welle und Kugelwelle.
Wesentliche Unterschiede zwischen ebener Welle und Kugelwelle:
- Beschreibung in Kugelkoordinaten:
d^2 (r * phi) / dr^2 = (1 / c^2) * d^2 (r * phi) / dt^2
- Unterscheidung Nahfeld / Fernfeld: Ortsabhängigkeit der Feldimpedanz
Feldimpedanz:
Z = p / v = rho * c * j * k * r / (1 + j * k * r)
- Phasenverschiebung bis zu 90 Grad zwischen Druck und Schnelle im Nahfeld
A) Wie lauten die Gleichungen für Feldimpedanz, Schalldruck und Schallschnelle einer Kugelwelle?
B) Erläutern Sie anhand der in A) genannten Gleichungen das Systemverhalten für die Fälle: kr >> 1, kr << 1, kr = 2 * pi * r / lambda <= 2 * pi * 1.5
A) Gleichungen für Feldimpedanz, Schalldruck und Schallschnelle einer Kugelwelle:
Z = p / v = Z_0 * j * k * r / (1 + j * k * r)
p = j * omega * rho * c / r * e^(j * (omega * t - k * r))
v = (1 / r^2) * (1 + j * k * r) * c * e^(j * (omega * t - k * r))
B) Systemverhalten:
- Für kr >> 1: Z = rho * c wie bei ebener Welle
- Für kr << 1: |v| ~ 1 / r^2 und |p| ~ 1 / r
- Für kr = 2 * pi * r / lambda <= 2 * pi * 1.5: Phasendifferenz zwischen p und v beträgt 6 bis 90 Grad (Nahfeld für r <= 1.5 * lambda)
A) Welchem Wellenfeld ist die Feldimpedanz Z = rho * c * j * k * r / (1 + j * k * r) zuzuordnen?
B) Diskutieren Sie drei Sonderfälle:
A) Kugelwellenfeld
B) Sonderfälle:
- kr = 0
- kr >> 1
- kr = 2 * pi * r / lambda <= 2 * pi * 1.5 (Übergang vom Nahfeld zum Fernfeld)
Gegeben ist die komplexe Feldimpedanz für ein frei ausbreitendes Kugelwellenfeld in Polarform:
Z = rho * c * k * r / sqrt(1 + (k * r)^2) * e^(j * arctan(1 / (k * r)))
Zeigen Sie anhand des Phasenverlaufs, dass der Phasenwinkel für kr → ∞ den Wert 0 annimmt und für kr → 0 den Wert π/2 annimmt.
Phasenverlauf:
lim (kr → ∞) arctan(1 / kr) = arctan(0) = 0
lim (kr → 0) arctan(1 / kr) = arctan(∞) = π / 2
Welche Wellenarten gibt es im Allgemeinen? Nennen Sie mindestens 5.
Longitudinalwelle,
Transversalwelle,
Rayleigh Oberflächenwelle,
Quasi-Longitudinalwelle,
Torsionswelle,
Biegewelle
Welche Wellenart ist für die Luftschallausbreitung verantwortlich?
Longitudinalwellen
Welche Wellenarten treten in festen Körpern auf? Nennen Sie drei Beispiele.
Longitudinalwellen,
Transversalwellen,
Rayleigh-Oberflächenwellen,
Quasi-Longitudinalwellen,
Torsionswellen,
Biegewellen
Welche Wellenart ist für die Abstrahlung von Körperschall flächiger Strukturen (z. B. Platten) die wichtigste?
Was bedeutet Dispersion bei der Wellenausbreitung?
Frequenzabhängigkeit der Schallgeschwindigkeit
Schallanteile unterschiedlicher Frequenz breiten sich mit voneinander abweichenden Geschwindigkeiten aus
Wie ist die Feldimpedanz einer ebenen Welle definiert?
Z = p / v = rho * c = Z_0
Z_0 = Schallkennimpedanz bzw. Wellenwiderstand
Was bedeutet es, wenn die Impedanz einer harmonischen Schallwelle reelle oder imaginäre Werte annimmt?
- Druck und Schnelle sind in Phase:
phi = arg(Z) = tan^-1 * (Im(Z) / Re(Z)) = 0°
- Druck und Schnelle sind phasenverschoben:
phi = arg(Z) = tan^-1 * (Im(Z) / Re(Z)) = 90°
Wie ist der komplexe Reflexionsfaktor r definiert? Berechnen Sie die Formel für r(Z_0, Z_w).
r = |r| * e^(j * phi_r) = p_r / p_i = (Z_w - Z_0) / (Z_w + Z_0)
Fallunterscheidung:
- Schallharter Abschluss (Z_w >> Z_0): r ≈ Z_w / Z_w = 1
- Schallweicher Abschluss (Z_w << Z_0): |r| ≈ |-Z_0 / Z_0| = 1
Wie verhalten sich Schalldruck bzw. Schallschnelle an einer schallharten bzw. einer schallweichen Wand bei x = L?
- Schallharte Wand: v(L, t) = 0
- Schallweiche Wand: p(L, t) = 0
Zeichnen Sie den Verlauf einer tonalen stehenden Welle für den Schalldruck.
Welche Randbedingungen müssen für eine stehende Welle gelten?
Welchem Reflexionsfaktor entsprechen diese Randbedingungen?
- Stehende Welle entsteht durch zwei entgegenlaufende Wellen gleicher Frequenz und Amplitude
- Beispiel: Schallharter Abschluss
Randbedingung: v(L) = 0
Reflexionsfaktor: r = 1
Gegeben ist eine Schallwelle, die auf eine Wand am Punkt x = 0 trifft.
Leiten Sie den Reflexionsfaktor r für einen a) schallharten und b) schallweichen Abschluss her.
Gegebenes Schallfeld:
p = p_hat * (e^(-j * k * x) + r * e^(j * k * x))
v = p_hat / Z_0 * (e^(-j * k * x) - r * e^(j * k * x))
- Schallhart: v(0) = 0 ⇒ r = 1
- Schallweich: p(0) = 0 ⇒ r = -1
Wann kommt es zur Ausbildung von stehenden Wellen?
Es kommt zur Ausbildung stehender Wellen, wenn zwei Wellen gleicher Frequenz und Amplitude in entgegengesetzter Richtung überlagert werden.
Welchen Betrag muss der Reflexionsfaktor haben, damit sich vor einer Wand ein stehendes Wellenfeld einstellt?
|r| = 1
Welche physikalische Eigenschaft beschreibt die Schallintensität?
Wie berechnet man die Schallintensität im Zeit- und Frequenzbereich für eine Welle mit der Periodendauer T?
- Physikalische Eigenschaft: Energiestrom pro Fläche, transportierte Schallleistung pro Flächeneinheit
- Zeitbereich: I = (1/T) ∫_0^T p(t) v(t) dt
- Frequenzbereich: I = 1/2 * Re{p* (jω) v(jω)}
In einer ebenen fortschreitenden Welle ist der Effektivwert des Schalldrucks p̃ = 0,01 Pa gegeben.
Wie groß ist dann die Schallintensität?
I = p̃ * ṽ = p̃^2 / Z_0
Z_0 = ρ_0 * c_0 = 400 kg / (m^2 s)
I = (0,01 Pa)^2 / (400 kg / (m^2 s)) = 2,5 × 10^(-7) W/m^2
Wie ist die Schallleistung definiert?
Ist die Schallleistung einer Punktquelle proportional zum Abstand zur Quelle?
Schallleistung: P = ∫ I_n dS, wobei I = p* v
Nein, die Schallleistung einer Punktquelle ist nicht proportional zum Abstand zur Quelle
Beschreiben Sie die Schallleistungsberechnung mittels eines Mikrofons. Worauf müssen Sie achten?
- Unter Fernfeldbedingungen gilt: I̅ = p̃^2 / Z_0 (Proportionalität zwischen Schalldruck und Intensität)
- Schalldruckmessung im Fernfeld bei Freifeld-Randbedingungen auf einer Hüllfläche um die Quelle
- Diskrete Messungen: Teilflächen messen, Werte multiplizieren und aufsummieren, um die gesamte Schallleistung zu erhalten
Im Freifeld strahlt eine Punktquelle mit einer Intensität I_n = 10^(-6) W/m^2 in einer Entfernung von 1 m. Berechnen Sie die Schallleistung P der Punktquelle.
P = I_n * 4 * π * r^2
P = 10^(-6) W/m^2 * 4 * π * (1 m)^2
P ≈ 1,26 * 10^(-5) W
In einer ebenen fortschreitenden Welle beträgt der Effektivwert des Schalldrucks p_tilde = 0,04 Pa. Berechnen Sie die Amplitudenwerte der Schallschnelle, der Schallintensität und der Schallleistung, wenn die Welle durch eine Fläche von 4 m² hindurchtritt.
Schallschnelle: v_0 = √2 * v_tilde = √2 * p_tilde / Z_0 ≈ 1,41 * 10^(-4) m/s, mit Z_0 = ρ_0 * c_0 = 400 kg/(m^2 s)
Schallintensität: I = p_tilde^2 / Z_0 = 4 * 10^(-6) W/m^2
Schallleistung: P = I * A = 4 * 10^(-6) W/m^2 * 4 m^2 = 1,6 * 10^(-5) W
In der Akustik teilt man den Frequenzbereich in Frequenzbänder ein. Nennen Sie zwei Arten.
Oktavband, Terzband
Wie ist das Verhältnis von der oberen zu der unteren Frequenz eines Oktavbands definiert?
f_o / f_u = 2 → Die obere Frequenz ist doppelt so groß wie die untere Frequenz des Oktavbands.
Rechnen Sie die Gleichung für die Oktav-Mittenfrequenz f_m = √(f_u f_o) nach.
f_m / f_u = f_o / f_m
→ f_m^2 = f_u ⋅ f_o
→ f_m = √(f_u ⋅ f_o)
Wie lautet der exakte Ausdruck für f_m als Funktion von f_u ?
f_m = √2 ⋅ f_u
Ermitteln Sie die obere und untere Frequenzgrenze für ein Oktavband mit der Mittenfrequenz f_m = 200 Hz. Geben Sie alle darin enthaltenen Terzbänder durch Berechnung der Frequenzgrenzen und Mittenfrequenzen an.
Oktavband:
f_u = 141,4 Hz, f_o = 282,8 Hz
Terzbänder (N = 3):
f_1 = f_u = 141,4 Hz
f_2 = ∛2 ⋅ f_1 = 178,2 Hz
f_3 = ∛2 ⋅ f_2 = 224,5 Hz
f_4 = f_o = 282,8 Hz
Mittenfrequenzen der Terzbänder:
f_m12 = √(f_1 ⋅ f_2) = 158,7 Hz
f_m23 = √(f_2 ⋅ f_3) = 200 Hz
f_m34 = √(f_3 ⋅ f_4) = 251,9 Hz
Wie groß ist der Dynamikbereich des Schalldrucks? Wie wird der Schalldruck in der technischen Akustik zumeist dargestellt? Nennen Sie zwei Beispiele für typische Schalldruckpegel mit jeweiliger Umgebung.
Dynamikbereich des Schalldrucks: p_eff = 10^(-3) … 10^5 Pa
Darstellung: logarithmisch, in Dezibel (dB)
Typische Schalldruckpegel:
- Schlafzimmer: 20 dB
- Wohnzimmer: 40 dB
- Büro: <70 dB
- Werkstatt: <84 dB (ansonsten Gehörschutz erforderlich)
Wie ist der Schalldruckpegel definiert? Erklären Sie alle Größen in der Formel.
Formel: L_p = 10 log10 (p_eff^2 / p_ref^2) dB = 20 log10 (p_eff / p_ref) dB
Erklärung der Größen:
- L_p : Schalldruckpegel in Dezibel [dB]
- p_eff : Effektivwert des Schalldrucks [Pa]
- p_ref : Referenz-Schalldruck, typischerweise p_ref = 20 μPa (in Luft)
Was kennzeichnet kohärente Schallwellen?
Interferenzfähig,
konstante Phasenbeziehung
Geben Sie die Summenpegel der untenstehenden Signale an.
Kohärente Signale, gleiche Phase:
L_Σ = 20 log10(|p_1 + p_2| / p_0) dB
= 20 log10(2·p_1 / p_0) dB
= 20 log10(2) + 20 log10(p_1 / p_0) dB
= 6,02 dB + L_1
Kohärente Signale, entgegengesetzte Phase:
L_Σ = 20 log10(|p_1 + (-p_1)| / p_0) dB
= 20 log10(0 / p_0) dB
= -∞ dB
Inkohärente Signale:
L_Σ = 10 log10((p_1^2 + p_2^2) / p_0^2) dB
= 10 log10(10^(L_1/10) + 10^(L_2/10)) dB
Beispiel: L_Σ ≈ 63 dB
Weitere inkohärente Signale:
Analog zu Punkt 3
Gegeben ist die folgende Darstellung. Analysieren und bewerten Sie den gegebenen Graphen.
Grenzen erläutern, Frequenzabhängigkeit der Hörschwelle.
Unterscheidung menschliche Empfindung von physikalischen Größen
a) Was kennzeichnet inkohärente Signale?
b) Berechnen Sie die allgemeine Vorschrift für den Schalldruckpegel für zwei Drucksignale mit gleicher Amplitude p̂.
Zu a)
Inkohärente Signale sind unkorreliert, d.h. ihre Phasenbeziehung ist nicht konstant.
Zu b)
L_Σ = 10 log10((p̃_1^2 + p̃_2^2) / p_0^2) dB
= 10 log10(((p̂/√2)^2 + (p̂/√2)^2) / p_0^2) dB
= 10 log10(p̂^2 / p_0^2) dB
= 20 log10(p̂ / p_0) dB
In den ersten zwei Stunden einer 5-stündigen Messung wird ein Schalldruckpegel von 60 dB gemessen, in den restlichen drei Stunden wird ein Schalldruckpegel von 90 dB gemessen. Berechnen Sie den zeitlich gemittelten (energieäquivalenten) Pegel.
L_eq = 10 log10( (1/T) * (10^(L_1/10) ΔT_1 + 10^(L_2/10) ΔT_2) ) dB
= 10 log10( (1/5h) * (10^(60/10) * 2h + 10^(90/10) * 3h) ) dB
≈ 87,78 dB
Berechnen Sie den Schallleistungspegel für eine Schallquelle mit der Schallleistung 0,1 W.
L_W = 10 log10(P / P_0) dB
= 10 log10(0,1 W / 10^(-12) W) dB
= 10 log10(10^11) dB
= 110 dB
Was ist ein Strahler Nullter Ordnung? Wie sieht die Richtcharakteristik aus?
Atmende/ Pulsierende Kugel
Schallabstrahlung erfolgt entsprechend einer punktsymmetrischen Kugelwelle
Keine Winkelabhängigkeit -> Strahler Nullter Ordnung
Für welche Phasenverschiebungen wird die resultierende Amplitude zweier gleichlaufender Wellen gleicher Amplitude erhöht bzw. verringert? Begründen Sie mit komplexen Zeigern.
-120° < φ < 120° → Erhöhung der Amplitude
120° < φ < 240° → Verringerung der Amplitude
Begründung: Die Wellen werden als komplexe Zeiger dargestellt.
Bei Addition der Zeiger ergibt sich:
- Liegen die Zeiger „nahe beieinander“ (kleiner Phasenunterschied), summieren sie sich konstruktiv → Amplitude steigt.
- Liegen die Zeiger „gegenüber“ (großer Phasenunterschied), löschen sie sich teilweise aus → Amplitude sinkt.
Wie ist der Schallfluss bzw. die Volumenschnelle Q(t) definiert und welche Einheit hat sie?
Q(t) = 4 π a^2 · v_a , mit O_Kugel = 4 π a^2
Die Volumenschnelle / der Schallfluss Q(t) ist das Volumen pro Zeit, das die Quelle dem Medium hinzufügt oder entzieht.
Einheit: [Q] = m³/s
Zwei identische Schallquellen S1 und S2 erzeugen sinusförmige Signale mit 1000 Hz.
S1 ist 10 m, S2 15 m vom Beobachtungspunkt entfernt. Ausgangsleistung beider Quellen: 70 W.
a) Wie viel Schalldruck wird am Beobachtungspunkt gemessen?
b) Welche Bedingung muss erfüllt sein, um den Schalldruck am Beobachtungspunkt zu eliminieren?
c) Wenn S1 unverändert bleibt, wie muss S2 verändert werden, um den Schalldruck am Beobachtungspunkt zu eliminieren?
a) Schalldruck am Beobachtungspunkt:
p(r) = (j k Z_0)/(4 π) ∑_n [Q_n e^(-j k r_n) / r_n]
= (j k Z_0 Q̂)/(4 π) [e^j(φ_1 - k r_1)/r_1 - e^j(φ_2 - k r_2)/r_2]
mit Q̂ = √(8 π P / (k^2 Z_0)), Q_n = Q̂_n e^(j φ_n)
Numerisch: p(r) = 671,1 j [e^j(φ_1 - k r_1)/r_1 - e^j(φ_2 - k r_2)/r_2] Pa
b) Bedingung für Nullschalldruck:
e^j(φ_1 - k r_1)/r_1 = e^j(φ_2 - k r_2)/r_2
⇒ e^j(φ_1 - φ_2) = (r_1 / r_2) e^j(k r_1 - k r_2)
c) Anpassung von S2 bei φ_1 = 0:
e^(-j φ_2) = (r_1 / r_2) e^j(k r_1 - k r_2)
mit Realteilbildung ⇒ φ_2 ≈ 0,87 rad
Zu was ist die Intensität eines Monopols proportional?
I = p̃^2 / Z_0 = (ω^2 ρ_0 |Q̂|^2) / (32 π^2 c r^2)
Daraus folgt:
I ∝ 1 / r^2 (Abnahme mit Abstand)
I ∝ ω^2 (zunehmend mit Kreisfrequenz)
Geben Sie die Schallleistung des Kugelstrahlers Nullter Ordnung an.
Druck und Schnelle für pulsierende Kugel (Radius a, radiale Schnelle v_a):
p = A / r e^(-j k r)
v = (j / ω ρ) ∂p/∂r = A / r ⋅ 1/(ρ c) (1 - j/(k r)) e^(-j k r)
Für ka → 0:
A ≈ j ω ρ v_a a^2
p = (j ω ρ Q) / (4 π r) e^(-j k r), Q = 4 π a^2 v_a
Intensität:
I = Re{p* v} / 2 = A^2 / (2 r^2) ⋅ 1 / (ρ c) (1 + j / (k r))
oder: I = p̃^2 / Z_0 = (ω^2 ρ_0 |Q̂|^2) / (32 π^2 c r^2)
Schallleistung:
P_r = I ⋅ 4 π r^2 = 2 π A^2 ⋅ 1/(ρ c) (1 + j / (k r))
bzw.: P_r = (ω^2 ρ_0 |Q̂|^2) / (8 π c) = (k^2 Z_0 |Q̂|^2) / (8 π)
Wie kann der Schalldruck von n Punktquellen berechnet werden?
Der Schalldruck von n Punktquellen wird über Superposition berechnet:
p(r,t) = (j ω ρ_0) / (4 π) ⋅ Σ_n (Q̂_n e^(-j k r_n) / r_n)
Was ist ein Dipol?
Ein Dipol wird durch zwei gegenphasige Monopole im Abstand beschrieben.
Die virtuelle Punktquelle des Dipols befindet sich in
der Mitte der beiden Monopole
Wie ist der Richtfaktor definiert? In welcher Entfernung von der Quelle wird der Schalldruck betrachtet?
a) 1 m
b) kr = 10
c) r/d >> 1
Der Richtfaktor eines Schallstrahlers beschreibt das Verhältnis der komplexen Amplitude des Fernfeldschalldruckes in Abhängigkeit vom Abstrahlwinkel.
Skizzieren Sie die Richtcharakteristik eines Dipols. Wo ergibt sich komplette Auslöschung der Schallwellen?
Richtfaktor Dipol: G(θ) = cos(θ)
Komplette Auslöschung (destruktive Interferenz) bei θ = ±π/2, d.h. keine Schallabstrahlung in diese Richtungen.
In welchem Zusammenhang stehen die Frequenz und der Schalldruck (im Fernfeld) eines Dipols? Was ergibt sich dadurch für niedrige Frequenzen?
Schalldruck im Fernfeld eines Dipols:
p = -(ω^2 ρ Q̂ d)/(4 π r c) ⋅ cos(θ) ⋅ e^(-jkr)
→ p ~ ω^2
Folge: Bei niedrigen Frequenzen ist die Abstrahlung stark reduziert (akustischer Kurzschluss).
Was versteht man unter einer Strahlerzeile?
Anordnung von gleichen Punktschallquellen gleichabständig längs einer geraden Linie
Berechnen Sie den Richtfaktor der Strahlerzeile für die Richtung θ=0.
Richtfaktor einer Strahlerzeile:
Γ(θ) = (1/N) ⋅ (e^(j N k d sin(θ)) - 1) / (e^(j k d sin(θ)) - 1)
Für θ = 0: Γ(0=0) = 0/0 → L’Hospital-Regel anwenden:
Γ(0=0) = (1/N) ⋅ (j N k d cos(0) e^(j N k d sin(0))) / (j k d cos(0) e^(j k d sin(0))) = 1/1 = 1
Gegeben sei ein Kolbenstrahler mit dem Radius a = 0,1 m. Zur Erzeugung eines Tons mit der Frequenz f = 100 Hz beträgt die Volumenschnelle q = 1 m³/s.
Bestimmen Sie den Schalldruck p in einer Entfernung r = 5 m und in dem Winkel θ = 0.
Hinweis: Das Schallfeld wird beschrieben durch
p = j k Z_0 q e^(-j k r) / (2 π r) ⋅ G(θ)
Gegeben:
f = 100 Hz, q = 1 m³/s, r = 5 m, a = 0,1 m, ρ_0 = 1,21 kg/m³, c = 343 m/s, G(0) = 1
Schalldruck:
p = j k Z_0 q e^(-j k r) / (2 π r) ⋅ G(0)
k = 2 π f / c = 2 π ⋅ 100 / 343 ≈ 1,83 1/m
Z_0 = ρ_0 c ≈ 1,21 ⋅ 343 ≈ 415 kg/(m² s)
p = j ⋅ 1,83 ⋅ 415 ⋅ 1 / (2 π ⋅ 5) ⋅ e^(-j 1,83 ⋅ 5)
≈ (6,06 - j 22,6) Pa
Betrag: |p| ≈ 23,4 Pa
Gegeben sind folgende Richtcharakteristiken des Kolbenstrahlers (Besselfunktion).
Erläutern Sie die Unterschiede anhand der gegebenen Helmholtzzahl ka.
Schallfeld ist abhängig von Helmholtzzahl ka. Je nach Anwendungsfeld sind diese Faktoren daher zu definieren.
Beispiel
Anwendung für ka=2
Bei ka=2 zeigt das Polardiagramm eine breitere Richtcharakteristik, was bedeutet, dass der Schall relativ gleichmäßig abgestrahlt wird.
Anwendung: Lautsprecher in einem Raum
In einem Raum wie einem Wohnzimmer oder einem Konferenzsaal soll der Schall gleichmäßig verteilt werden, damit alle Zuhörer, unabhängig von ihrer Position, den Klang gut hören können. Eine breitere Richtcharakteristik sorgt dafür, dass der Schall in einem größeren Bereich effektiv hörbar ist.
Anwendung für ka=10
Bei ka=10 ist die Richtcharakteristik stark gebündelt, was bedeutet, dass der Schall hauptsächlich in eine bestimmte Richtung abgestrahlt wird.
Anwendung: Ultraschalluntersuchungen
In medizinischen Ultraschallanwendungen ist es oft notwendig, Schallwellen gezielt in eine bestimmte Richtung zu lenken, um eine genaue Bildgebung zu erreichen. Eine stark gebündelte Richtcharakteristik ermöglicht eine höhere Auflösung.
Erläutern Sie das Prinzip der Koinzidenz.
Geben Sie die Bedingung an, für die bei einer unendlichen Platte kein Schall abgestrahlt wird.
Prinzip der Koinzidenz:
- Die Periodizität der Luftschallwelle muss an der Plattenoberfläche mit der Biegewelle der Platte übereinstimmen.
- Bei „Koinzidenz“ koppelt die Platte effizient Schall in die Luft ab (maximale Strahlung).
Bedingung für keine Abstrahlung:
- Wellenlänge der Luftschallwelle λ größer als kritische Biegewellenlänge λ_B der Platte (λ > λ_B).
- In diesem Fall entsteht nur ein Nahfeld, die Platte strahlt praktisch keinen Schall ab.
Warum findet in der Realität auch unterhalb der Koinzidenzfrequenz Schallabstrahlung statt?
Keine unendliche Platte
Schallabstrahlung aufgrund von Randeffekten
Keine Schallabstrahlung
• ist die Strahlerwellenlänge größer als die Luftschallwellenlänge, dann wird eine schräg laufende Welle unter dem Winkel ϑ abgestrahlt,
• für eine Strahlerwellenlänge, die kürzer als die Luftschallwellenlänge ist, existiert dagegen nur ein von der Strahlerfläche weg exponentiell abklingendes
Nahfeld, das im zeitlichen Mittel keine Leistung transportiert. (vgl. Möser 2009 S. 460)
Welche Wellenart ist für die Abstrahlung von Körperschall flächiger Strukturen (z. B. Platten) die wichtigste? Was versteht man unter der Koinzidenzfrequenz? Kennzeichnen Sie diese im unten aufgeführten Diagramm!
BiegewellenPeriodizität der Luftschallwelle muss an der Plattenoberfläche mit der Biegewelle übereinstimmen: „Koinzidenz“
Jeweils „Beginn“ der 0dB Linie
Erklären Sie, welchen Übergang die Grenzfrequenz f_c beschreibt.
Leiten Sie die Grenzfrequenz aus der Beziehung für die Wellenzahl k_x^2 = k^2 - (nπ/h)^2 her.
Ab der Grenzfrequenz f_n treten in einem Schallrohr auch Quermoden auf.
Unterhalb dieser Frequenz breiten sich nur ebene Wellen aus.
k_x = √(k^2 - (nπ/h)^2 ) → Ausbreitung der Moden
k_x = -j √((nπ/h)^2 - k^2 ) → Exponentielles Abklingen, keine Wellenausbreitung
Betrachtung des Grenzfalls für die erste Quermode n=1:
k_c = π / h
mit ω_c = k_c c = π c / h
folgt f_c = ω_c / 2π = c / 2h
→ Ausbreitung ebener Grundwelle (n=0) unterhalb f_c
Gegeben sei ein zweidimensionaler akustischer Wellenleiter (Schallrohr) mit der Höhe h=0,04 m. Bestimmen Sie die Grenzfrequenz f_n und die Ausbreitungsgeschwindigkeit der 1. Quermode für die Frequenz f=2f_n. Interpretieren Sie das Ergebnis.
f_n = c / 2h = (343 m/s) / (2 ⋅ 0,04 m) = 4287,5 Hz
c_ph = c / √(1 - (ω_n / ω)^2 ) = c / √(1 - (f_n / (2 ⋅ f_n))^2 )
= c / √(3/4) = 2c / √3 = (2 ⋅ 343 m/s) / √3 = 396 m/s
Interpretation:
c_ph > c
Bei Quermoden tritt Dispersion auf. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist frequenzabhängig.
Sie untersuchen Körperschall von Schiffen. Ihr Ziel ist es die akustischen Emissionen zu reduzieren. Welche akustischen Effekte müssen Sie berücksichtigen?
·Dispersion (Schallgeschwindigkeit im Körperschall ist frequenzabhängig)
·konstruktive / destruktive Interferenz (Überlagerung von gleichfrequenten gegenphasigen Wellen)
·Eigenfrequenzen und Schwingungsmoden (je nach Schwingungsmode unterschiedliche Schallabstrahlung – Teilweise akustischer Kurzschluss)
·Koinzidenzeffekte (Wechselwirkung Strahlende Platte – umgebendes Medium (Luft, Wasser))
Sie untersuchen Wasserschall in einem Schallrohr. Ihr Ziel ist es, eine auf eine Fläche auftreffende Schallwelle (Sonarping) zu messen und über eine entsprechende Aktorik die Reflexion zu reduzieren. Welche akustischen Effekte müssen Sie berücksichtigen?
·Die Schallgeschwindigkeit in Wasser ist ca. 5mal größer als in Luft -> geringe Rechenzeiten (Latenzen) notwendig
·destruktive Interferenz (Überlagerung von gleichfrequenten gegenphasigen Wellen)
·Cut-On-Effekt (Grenzfrequenz) im Schallrohr muss bei Messungen berücksichtigt werden
Sie untersuchen die Ortung von Drohnen mittels Mikrofone. Welche Physikalischen Effekte können Sie hierzu nutzen
·Bestimmung der Laufzeitunterschiede/ Phasenunterschiede zwischen Mikrofonpaaren (Time Difference of Arrival, TDoA)
·Standortinformation Mikrofone
Nennen Sie Ursachen für die Erzeugung einer akustischen Signatur von Seefahrzeugen?
Geräuscherzeuger an Bord
- Maschinen (Dauergeräusche, Schaltvorgänge)
- Ventile, Rohrleitungen (Strömungsgeräusche, Pfeifen)
- Menschen
Propeller
Fluid – Struktur – Kopplung
- Anregung der Bootsstruktur durch Strömung zu Schwingen
- Druckölleitungen - Atemnotluftanlage - Regler etc.
Im Folgenden sehen Sie ein Richtungsspektrum eines ins Wasser strahlenden Schiffsrumpfes, werten Sie dieses aus:
Richtcharakteristik, Bereich 70 – 90° starke Abstrahlung im Frequenzbereich ab 250 Hz
Im Tieffrequenten Bereich kaum Richtcharakteristik erkennbar
Welche akustischen Anforderungen gelten an das Gesamtsystem Schiff? Akustische Anforderungen: Gesamtsystem Schiff
• Allgemeine Zielsetzungen
• Schutz des Schiffes und der Besatzung vor Schäden
• Sicherstellen einer fehlerfreien Kommunikation
• Erholung ermöglichen
• Erwartungen an Komfort erfüllen
• Spezielle Zielsetzungen (Forschungs-, Marineschiffe)
• Die zu untersuchende Fischpopulation darf nicht gestört werden
• Detektionsrisiko minimieren
• Bedrohungsrisiko von Unterwasserwaffen minimieren
• Effizienz der Sonaranlagen
Erläutern Sie die Transfermatrixmethode für Übergangsbedingungen von Schall bei der Transmission von mehreren Schichten.
Druck und Schnelle nach der Schicht ergeben sich aus Druck und Schnelle vor der Schicht gewichtet mit den Einträgen der Transfermatrix.
Erläutern Sie den Unterschied hinsichtlich der Schallreflektion beim Auftreffen einer Schallwelle Schallwelle aus dem Medium Luft auf Stahl und beim Auftreffen einer Schallwelle aus dem Medium Wasser auf Stahl.
Luft – Stahl r 1,
Wasser – Stahl r 0.93, da ZWasser deutlich größer als ZLuft und im Bereich von ZStahl liegt
Entsprechend transmittiert mehr Schall bei Wasser-Stahl.
Erläutern Sie den Zusammenhang zwischen Luft und Körperschall.
Welche zwei Schallfeldgrößen werden zur Ermittlung der Schallintensität theoretisch benötigt? Nennen Sie zwei Verfahren zur messtechnischen Ermittlung dieser Schallfeldgrößen. Beschreiben Sie diese Verfahren kurz und erläutern Sie wie man daraus die Schallleistung von Schallquellen bestimmt.
Antwort: benötigte Schallfeldgrößen sind die Schallschnelle und der Schalldruck Verfahren 1: Messung der Schallintensität über Doppelmikrofonanordnung (optional Microflown-Sonde) Beschreibung: Ermittlung Schalldruck und Schalldruckgradient / Schnelle wird aus Gradient berechnet (optional Schnelle über Hitzedraht) Verfahren 2: Messung Schallintensität über Einzelmikrofon im Fernfeld einer Quelle Beschreibung: Schalldruck wird gemessen / Schallschnelle wird über Fernfeldimpedanz ermittelt (Frei- bzw. Halbfeld erforderlich) Nachdem die Schallintensität auf einer Hüllfläche um die Schallquelle gemessen wurde, wird diese über die Fläche aufintegriert, um die Schallleistung zu berechnen.
Unter welchen Voraussetzungen kann die Näherungslösung für den Fernfeld-Schalldruck des Kolbenstrahlermodells zur Ermittlung des abgestrahlten Schalldrucks eines Lautsprechers verwendet werden. Nennen Sie mindestens zwei Voraussetzungen.
Antwort:
Lautsprechermembran bewegt sich konphas / Lautsprecher ist von einer ebenen, schallharten Wand umgeben / (tieffrequenter Bereich) / Die Schwingschnelle der Lautsprechermembran wird ermittelt / Lautsprecher strahlt ins Halbfeld / keine weiteren akustischen Quellen oder Senken präsent / Auswertung im Fernfeld
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