Unterschied allgemeiner Gleichheitssatz und besondere Gleichheitssätze
Allgemeine Gleichheitssatz:
verbietet Differenzierung nach sachwiedrigen Kriterien
(Art. 3 Abs 1 GG)
Besondere Gleichheitssätze:
verbieten bestimmte Differenzierungskriterien
(Art. 3 Abs 2 u 3 GG)
Verpflichtungen aus dem allg. Gleichheitssatz Art 3 Abs 1 GG
Wesentliches Gleiches ohne rechtfertigenden Grund nicht ungleich und wesentlich Ungleiches ohne rechtfertigenden Grund nicht gleich zu behandeln.
Doppelte Verpflichtung des Staates zur Rechtsanwendungsgleichheit (Gleichheit vor dem Gesetz) und zur Rechtsetzungsgleichheit (Gleichheit des Gesetzes)
Prüfungsschema Gleichheitssatz
I. Schutzbereich
persönl. Schutzbereich
Menschenrecht (nicht nur Deutsche)
sachl. Schutzbereich
wesentl. Gleiches
II. Ungleichbehandlung (=Eingriff)
Ungleichbehandlung von wesentl. gleichem der Gleichbehandlung bei wesentl. ungleichem
III. Rechtfertigung
Willkürverbot: Ungleichbehandlung erfordert sachl Grund; Anforderungen steigen m Grad der Ungleichbehandlung
Bedeutung “wesentlich Gleich”
Gleichheit in Bezug auf ein relevantes Kriterium.
z.B. Frau M und Herr S sind grundsätzlich nicht identisch, könen aber in Bezug auf das Kriterium “Religion” gleich sein, wenn beide Protestanten sind.
Wann steigen die Anforderungen an den sachlichen Grund für eine Ungleichbehandlung?
Bei Beeinträchtigung von Freiheitsrechten;
je stärker sich das Differenzierungskriterium einem der in Art. 3 Abs. 3 GG genannten Tabumerkmale annähert.
Was ist die Folge einer Verletzung des Gleichheitssatzes?
Verstöße gegen einen Gleichheitssatz führen zur Verfassungswidrigkeit der Maßnahme.
Um einen Gleichheitsverstoß zu beseitigen kann Begünstigung auf die bisher nicht begünstigte Gruppe erstreckt werden;
Begünstigung vollständig beseitigt;
neue Regelung (hier i.d.R. Gewährung Übergangsfrist für Neuregelung)
Beispiel:
Bei Korrektur von 500 Klausuren verrechnet sich Prof. P bei Klausur einer Studentin, sodass statt einer 3,0 eine 2,0 herauskommt.
Student S hat (bei richtiger berechnung) auch eine 3,0. Er meint, wegen des Gleichheitssatzes müsse er auch eine 2,0 bekommen. Ist dies zutreffend?
Nein er hat kein Anrecht, da es keine Gleichbehandlung im Unrecht gibt. Er hat kein Anspruch auf Fehlerwiederholung.
Dies wäre mit dem Rechtsstaatsprinzip des Art. 20 Abs. 3 GG nicht zu vereinbaren.
Unmittelbare und mittelbare Diskriminierung im Rahmen des Art. 3 Abs. 2 S. 1 (“Männer und Frauen sind gleichberechtigt”)
Was bedeutet Demokratie im Sinne von Art. 20 Abs 1,2 GG ?
Demokratie ist im Sinne einer Volksherrschaft zu verstehen. Das Volk ist träger aller Staatsgewalt und übt sie selbst bzw. durch Repräsentanten aus. Entscheidungen sind mit Mehrheit des Staatsvolkes zu treffen.
Jungepolitiker J möchte groß rauskommen. Er verspricht jedem, der ihm nachweist, ihne gewählt zu haben, 10 euro. Ist das zulässig?
Nein, das Vorgehen von j verstößt gegen den Grundsatz der freien Wahl i.S.d. Art 38 Abs. 1S. 1 GG.
Der Wähler soll vor beeinflussungen geschützt werden, die geeignet sind, seine Entscheidungsfreiheit trotz bestehendem Wahlgeheimnisses ernstlich zu beeinträchtigen.
Wann ist ein Verbot verfassungswidriger Parteien möglich?
Parteien kommt gemäß Art. 21 Abs. 2 GG das Parteienprivileg zugute.
Das bdt. verfassungswidirge Parteien können nur durch das BverfG selbst verboten werden.
Dabei bedarf es konkreter Anhaltspunkte von gewicht, die es möglich erscheinen lassen, dass das Handeln gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung zum Erfolg führt.
Was bedeutet “Vorrang des Gesetzes” in Abgrenzung zu “Vorbehalt des Gesetzes”?
Vorrang des Gesetzes:
Verwaltungsmaßnahme nur rechtswidrig, wenn sie gegen ein bestehendes Gesetz verstößt. ("Kein Handeln gegen das Gesetz”)
Vorbehalt des Gesetzes:
Eingreifende Verwaltungsmaßnahme ist bereits rechtswidrig ist, wenn sie sich auf keine Gesetzliche Regelung stützen kann. (“kein Handeln ohne Gesetz”)
Welche Staatsorgane gibt es in der BRD?
Bundestag
gem. Art. 38 ff. GG Gesetzgebungs- und Kontrollorgan
Bundesrat
gem. Art. 50 ff GG Länderkammer in der Regierungen der Länder an Gesetzgebung mitwirken
Bundespräsident
gem. Art 54 ff. GG Staatsoberhaupt
Bundesregierung
gem. Art 62 ff GG Staatsleitung bestehend aus Bundeskanzler + Bundesministern
Bundesverfassungsgericht
gem. Art 93 f, 99 f GG Verfassungsorgan, Durchsetzung und verbindliche Auslegung von Grundgesetzen
Ablauf Gesetzgebungsverfahren
Gesetzesentwurf (Art. 76 GG)
Entshet aus initiative von Abgeordneten, Fraktionen d Bundestags, Bundesrat oder Bundesregierung
Beratung im parlament (Art. 77 GG)
regelm. Verweis an Ausschüsse
Beschluss im Bundestag (Art. 77 Abs. 1 S. 1 GG)
Bei Zustimmungsgesetz (Art. 77 Abs. 2 und 2 a):
ggf. Anrufung vermittlungsausschuss gem. Art. 77 Abs. 2 GG
Stimmen Bundesrat und Bundestag zu, so gilt Gesetz als verabschiedet, Art. 78 GG
Bei Einspruchgesetz keine Mitwirkung Bundesrat nötig.
Bundesgesetz zustandegekommen (Art. 78 GG)
Gegenzeichnung Bundesregierung (Art. 58 GG)
Ausfertigung Bundespräsident
=> Verkündung Bundesgesetzblatt! Art. 82 Abs. 1 GG
Bundespräsident hat Recht zu prüfen, ob vorgelegtes Gesetz verfassungskonform zustande gekommen ist und auch im übrigen mit der Verfassung im Einklang steht!
Anforderungen an Rechtsverordnungen unter dem Grundgesetz
Nach Art. 80 Abs. 1 bedürfen Rechtsverordnungen einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage, welche Inhalt, Ausmaß und Zweck bestimmt.
Rechtsverordnungen haben gesetzeskonkretisierende Funktion (nicht Gesetzesvertretende!!)
Bsp. StVO konkretisierung des Straßenverkehrsgesetzes.
Gesetze und Rechtsverordnungen
Das Parlament beschließt ein Gesetz.
Dieses Gesetz ermächtigt die Regierung oder eine Behörde, Rechtsverordnungen zu erlassen, um das Gesetz konkret auszuführen.
➡️ Rechtsverordnungen sind also untergesetzliche Normen, stehen unter dem Gesetz, sind aber für alle verbindlich.
Zuletzt geändertvor 6 Tagen