- ICD10 Diagnose
o Zwangsgedanken und/oder Zwangshandlung (2Wochen)
§ Als eigene wahrgenommen (nicht von außen vorgegeben)
§ Wiederholung, aversiv, mindestens 1 Gedanke unnsinnig oder übertrieben
§ Versuchter Widerstand (mindestens 1 erfolglos)
§ Ausführung nicht per se angenehm
§ Leiden/Leistungseinbußen
§ Ausschluss anderer Störung
- 5 Faktoren Modell nach Katerberg
o Kontamination/Reinigung
o Zweifel/Kontrollieren
o Aberglaube/Rituale
o Tabu
o Symmetrie und Horten
§ Zwangssymptome = Heterogen
Komorbidität:
- 87% mindestens 1 Komorbidität/ über 50% zwei oder mehr
o Schlechterer Langzeitverlauf wenn magische Zwangsgedanken
- Onset
o Früher Beginn mit 11
§ 76% der Patient*innen
§ Häufiger Männlich
§ Schlechterer Langtzeitverlauf
§ Mehr komorbide Tic-Störung
o später Beginn mit 23
Behaviorales Modell (Salkovkis und Rachmann)
Obsessive Compulsive Cognitions Working Group
- (Unterscheidungen von gesunden Kognitiv)
o Übertriebene Verantwortlichkeit
o Thought-Action Fusion (Angst: Denken macht Handlung wahrscheinlicher)
o Bedürfnis nach Gedankenkontrolle
o Überschätzung der Bedrohung
o Mangelnde Unsicherheitstoleranz
o Perfektionismus
Potentielle Ursachen (Kandidaten)
- Genetik
- Biologische Schädigungen (zb durch Streptokokken)
- Neurobiologische Veränderungen/Defizite
- Lebensereignisse/Trauma
- Lernerfahrungen/Modellernen
- Ungünstige kognitive Schemata
- Anpassung an aktuelle Psychologische Lebensbedingung (Krankheitsbeginn)
Zwillingsstudien/ Erblichkeit
- Erblichkeitsschätzung: Onset im Kindesalter = 45-65% vs Onset im Erwachsenenalter (27-47%)
o Stärkstes Risiko 1st degree relative (aber auch dritten Grades noch erhöht)
§ Spouses stärker betroffen als second degree relatives
- Potentielle Risikogene
§ Keine Reliablen Hinweise auf spezifische genetische Variationen -> OCD ist genetisch komplex
· Wenn dann Gene bezüglich glutamaterges System
- Frontostriatales Modell der Zwangstörung
o Zwei Pfade vom Striatum (ein indirekter Erregend und ein direkter Hemmend) die sich auf die Hemmung des Thalamus auswirken
§ Bei Zwangs Störung überaktiver direkter pfad ( Hemmung der Hemmung Allgemeine Überaktivität)
o Belege:
§ (f)MRI Studien
§ OCD komorbid mit Störungen der Basalganglien (läsion, Parkinson, Tourette)
· Autoimmun- vermittelte Basalgangliendisfunktion nach Streptokokken infektion (kreuzreaktion der Antikörper) bei vorliegender OCD Odds Ratio = 5.0 für vorliegen der anti-Basalganglien Antikörper
- Error Related Negativity
o Höhere ERN -> Fehlermonitoting funktion hyperaktiv bei OCD (aber auch bei anderen Störungen)
§ Reliabel
§ Symptom unabhängig
§ Erblich/häufung in Familien
· Ergo= Endophänotyp
o Gesunde Gruppen passen Fehlermonitoring flexibel an OCD deutlich weniger(Fokussiert unabhängig von Aufgabenstellung immer auf Genauigkeit in Genauigkeitsbedingung keine Gruppenunterschiede)
o Aber nicht spezifisch für Zwang
- S3 Leitlinien
o KVT mit Expo und Reaktionsverhinderung
o Pharmakologische Therapie (SSRI, sonst Clopramin)
§ Monotherapie nur wenn keine KVT gewünscht/durchführbar
§ Effekte (Placebo und SSRI) kleiner als bei anderen Angststörung
o Bei schweren und therapieresistenten Fällen Tiefenhirnstimulation
o Keine Belege: PA, GT, Entspannung, Benzos, TMS oder Elektrokrampftherapie
Therapieablauf/Inhalte
Wirkweise Expo mit Reaktionsverhinderung
· KEIN Neutralisieren ->
o Habituation (dauert länger -> Expo effektiver wenn auch Erwartungsverletzung und nicht nur Habituation)
o Inhibitionslernen
o Erwartungsverletzung („Es passiert nichts“)
Durchführung Expo mit Reaktionsverhinderung
· Angstskala erstellen
· Konkrete Situationen erarbeiten
· Mit mittelschweren Aufgaben beginnen (Nicht wirksamer aber leichter durchführbar)
· Gemeinsames Aufsuchen (Therapeut macht meist vor)
· Keine Zwangshandlungen -> Spannung aushalten
o Genau festlegen was erlaubt/nicht erlaubt
· Eigengesteuerte Exposition
- Wirksamkeit Therapien
o KVT: d= 1.0-1.39
§ Besserung bei 40-60% (-> genausoviele unzureichend gebessert)
o Clomipramin geringere effekte und kein zusätzlicher Effekt bei Kombinationstherapie
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