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Angststörungen

MS
von Martin S.

Beschreibe das psychophysiologische Modell der Panikstörung nach Ehlers & Margraf



Panikattacken /Panikstörungen sind Ergebnis eines Teufelskreises aus körperlichen Empfindungen, deren Interpretation und Angstreaktionen.


-> nicht körperliche Symptome selbst verursachen Panik, sondern ihre Wahrnehmung und katastrophisierende Fehlinterpretation (z. B. „Ich bekomme einen Herzinfarkt“. oder “Ich ersticke”)


  1. Physiologische (z. B. Herzklopfen, Schwitzen, Schwindel) oder psychische (z. B. Gedankenrasen, Konzentrationsprobleme) Veränderung, die Folge sehr unterschiedlicher Ursachen sein können (z. B. Erregung, körperliche Anstrengung, Koffeineinnahme, Hitze etc.)

  2. Wahrnehmung der Symptome

  3. Assoziation mit Gefahr -> Katastrophierung (Herzklopfen = Herzinfarkt „Schwindel = Ohnmacht“ „Atemnot = Ersticken“)

  4. Angst- / Panikreaktion: Die Bewertung löst starke Angst oder Panik aus. Aktivierung des sympathischen Nervensystems (Fight-or-Flight)

  5. Verstärkung der körperlichen Symptome: Angst führt zu:

    • schnellerem Herzschlag

    • flacher Atmung

    • Zittern

    • Schweiß

    Die Symptome bestätigen scheinbar die katastrophalen Gedanken

-> Der Teufelskreis schließt sich


Positive Rückkopplung = Verstärkung → Aufschaukeln der Panik

Negative Rückkopplung = Regulation → Abklingen der Angst


Positive Rückkopplung

Negative Rückkopplung

„Es wird gefährlich!“

„Es ist unangenehm, aber harmlos.“

Angst ↑

Angst ↓

Symptome ↑

Symptome ↓

Panikattacke

Abklingen


Fallbeispiel: Anna im Supermarkt

Ausgangssituation

Anna steht im Supermarkt an der Kasse. Es ist warm und voll.


POSITIVE Rückkopplung (der Panik-Teufelskreis)

Schritt 1: Harmloses Körpersignal

Anna merkt:

„Mein Herz schlägt schneller.“

➡️ Das ist erstmal normal (Wärme, Stehen, Stress).

Schritt 2: Katastrophale Bewertung

Anna denkt:

„Oh nein, mein Herz rast – ich bekomme einen Herzinfarkt!“

➡️ Gedanke verstärkt Angst

Schritt 3: Angstreaktion

  • Angst schießt hoch

  • Adrenalin wird ausgeschüttet

➡️ Körper reagiert:

  • Herz schlägt noch schneller

  • Atmung wird flacher

  • Schwindel

Schritt 4: Rückwirkung auf den Gedanken

Anna bemerkt:

„Jetzt wird mir auch noch schwindelig – es wird schlimmer!“

➡️ Bestätigung der Katastrophe

Schritt 5: Verstärkung

  • Noch mehr Angst

  • Noch stärkere körperliche Symptome

🔁 Herzklopfen → Angst → stärkeres Herzklopfen → mehr Angst

👉 DAS ist positive Rückkopplung 👉 „positiv“ = verstärkend, nicht angenehm


🔁 NEGATIVE Rückkopplung (wie es auch laufen könnte)

Jetzt dasselbe Szenario – aber mit negativer Rückkopplung:

Schritt 1: Körpersignal

Anna merkt wieder:

„Mein Herz schlägt schneller.“

Schritt 2: Realistische Bewertung

Anna denkt:

„Das ist unangenehm, aber ich kenne das. Das ist Stress, kein Herzinfarkt.“

➡️ Angst bleibt niedrig

Schritt 3: Körper beruhigt sich

  • Weniger Angst → weniger Adrenalin

  • Herzschlag verlangsamt sich

  • Atmung wird ruhiger

Schritt 4: Rückwirkung

Anna merkt:

„Okay, es lässt nach.“

🔁 Symptom → beruhigender Gedanke → Symptom nimmt ab

👉 DAS ist negative Rückkopplung 👉 Das System reguliert sich selbst

Beschreibe das Modell der generalisierten Angststörung:



Stimilius: Angst, tiefere negative Emotionen zu spüren#


Fokus auf Bedrohung

Erleben

Sorgen


Dysfunktionale Schemata

  • z.B. “Welt ist gefährlich” -> Grundannahmen über sich und die Welt

  • Diese Schemata sorgen dafür, dass das Angstsystem leicht aktiviert wird.


Aufmerksamkeitsfokussierung

  • als Folge dysfunktionaler Schemata

  • Wachsamkeit gegenüber potentieller Gefahr / Bedrohungsszenarien

  • Man „scannt“ ständig die Umwelt

  • Angstsignale werden überempfindlich wahrgenommen

  • Das erhöht direkt die Angst (Zentrum des Modells).


Dysfunktionalität und Übererregung im Alltag

  • Dysfunk. z.B. mangelnde Konzentration

  • Übererregung z.B. chronische Anspannung, Stress -> Ich spüre da ist was

  • Wird wiederum als Beweis für die Sorgen interpretiert


Sorgen Typ I

  • Alle Menschen haben Sorgen Typ-I: Klein und Groß (z.B. schaffe ich es morgen rechtzeitig aufzustehen?) -> sind was gutes, da Problemlösung

  • “Was wenn ich krank werde?”


Vermeidung emotionaler Verarbeitung

  • Durch Sorgen:

    • fühlt man Angst weniger intensiv

    • vermeidet man starke Emotionen

    ➡️ Angst wird nicht durchlebt ➡️ kann sich nicht abbauen

    🔁 Das hält die Angst langfristig aufrecht.


Metasorgen (Typ II)

  • Sorgen über das Sorgenmachen selbst

  • Typische Gedanken:

    • „Ich kann meine Sorgen nicht kontrollieren.“

    • „Das macht mich krank.“

    • „Ich verliere den Verstand.“

  • Diese Meta-Sorgen sind besonders angstauslösend

  • sie erhöhen die Grundangst massiv


Reaktion auf Metasorgen (Typ II)


  1. Vermeidungsverhalten

    • Situationen meiden

    • Rückversicherung einholen

    • Ablenkung

  2. Gedankenunterdrückung

    • „Ich darf das nicht denken“

    ❗ Paradoxer Effekt: -> Gedanken kommen häufiger und stärker zurück


Dysfunktionale Schemata → Angst → Sorgen Typ I →Meta-Sorgen → Vermeidung & Gedankenunterdrückung →keine emotionale Verarbeitung → mehr Angst






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Martin S.

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