Da Ihnen mein Lebenslauf wahrscheinlich aus meinen Unterlagen bereits grob bekannt ist, möchte ich diesen zunächst kurz einordnen und im Anschluss auf meine Motivation, meine Stärken sowie meinen möglichen Beitrag im Rahmen des Praktikums eingehen!
Ich komm ursprünglich aus südlichen NÖ aus einem kleineren Dorf mit vielen Kühen, ich möchte gar nicht Stadt sagen dafür gibt’s zu wenig Einwohner, wohn seit zirka einem Jahr in Wien und studieren derzeit Betriebswirtschaft im Master mit einem Schwerpunkt auf institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Governance-Fragen. Das erlaubt das Studium weil man sich das individuell zusammenbauen kann und ich meinen Schwerpunkt auf Rechtswissenschaften gelegt hab. An der Schnittstelle zwischen öffentlicher Verwaltung, internationalen Organisationen und wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen. Ich schreib gerade meine Masterarbeit und befinde mich da in der finalen Phase.
Parallel zu meinem Studium habe ich praktische Erfahrung im Rettungs-, Krisen- und Verwaltungsbereich gesammelt. Ein zentraler Bestandteil war dabei meine Tätigkeit beim Österreichischen Roten Kreuz, sowohl im regulären Einsatzbetrieb als auch in besonderen Einsatzlagen. Zunächst war ich im Sanitätseinsatzdienst tätig und habe in weiterer Folge zunehmend Schnittstellenarbeit zwischen Einsatzbetrieb, Verwaltung und Personal übernommen sowie in der administrativen Mitarbeit, etwa in der Dienstführungs- und Ressourcenplanung. Dabei war ein zentrale Aufgabe das Dokumentenmanagement, also sprich das Erstellen und die Ausgabe Dienstanweisungen, von Dienstbefehlen, von Mitarbeiterinformationen und auch die Kommunikation mit der Gemeinde, der LS, der Sozialversicherung und anderen sozusagen Stakeholdern.
Darüber hinaus war ich parallel im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit im Katastrophenmanagement in koordinierende Aufgaben eingebunden „major incidents“, unter anderem beim Hochwasser im Jahr 2024 oder COVID-19-Pandemie, aber auch größere Verkehrsunfälle, Unglücke, Brände, etc. Ich war dabei tätig in der Abstimmung zwischen Einsatzkräften, Behörden wie der Gemeinde und der BH und unterstützenden Organisationen wie der Feuerwehr. Im Zuge der COVID-19-Pandemie war ich außerdem in die operative Abstimmung gesundheitsbehördlicher Maßnahmen eingebunden, insbesondere bei der Koordination der Testinfrastruktur, der Abstimmung zwischen Teststandorten sowie bei der Umsetzung Testprogramme, sowohl beim beim ÖRK als auch davon losgelöst bei den damalig bundesweiten Massentest. Parallel auch bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen „FastTest“ die an verschiedenen Standort verschiedene Tests angeboten haben.
Diese Kombination, einerseits aus Studium als auch andererseits meine praktische Erfahrung, hat mein Interesse an der Arbeit im Gesundheitsbereich und andererseits an der Schnittstelle zwischen verschiedenen Einheiten und Akteuren geprägt. Ich möchte ihnen ganz offen und ehrlich sagen, dass das ausgeschriebene Tätigkeitsfeld, sowohl von der Abteilung als auch dem konkreten Bewerberprofil, genau dem entspricht was ich machen möchte. Ich will im Gesundheitswesen arbeiten, ganz konkret im Bereich Gesundstrategie und Gesundheitspolitik und genau an der Schnittstelle zwischen nationaler und EU-Ebene. Ich hab wirkliches Interesse für genau diesen Bereich und ich hätt wirklichen Spaß und Motivation daran mich da hineinzudenken und hineinzuarbeiten. Ich bin davon überzeugt dass wenn man etwas findet was man mit Spaß das auch gut machen kann!
Zu guter Letzt möchte ich auch den Grund für meine Behindergrundgrad erklären: ich hab im Juli letzten Jahres die Diagnose Krebs bekommen, Knorpelkrebs – eine seltene Art von Krebs – gehört zur Familie der Knochenkrebs. Kurz nach der Diagnose bin ich bereits operiert worden, wo der Tumor, der bereits groß gewachsen ist, entfernt wurde. Aufgrund dessen das die OP sehr umfangreich und invasiv, hab mich danach länger erholen müssen, hab neu lernen zu sitzen, zu gehen, zu essen. Im September wurde dann eine Chemotherapie vorgeschlagen… (Fortsetzung mit Erklärung bezüglich weiterführender Chemotherapie)
Wie sie sich vorstellen können, war das letzte halbe Jahr wahnsinnig turbulent und aufreibend. Mich hat sehr geprägt, es hat da viele Gespräche mit Ärzten gegeben die schlecht verdaulich waren und ich bin zum ersten Mal mit einem Thema konfrontiert worden, über das ich mir davor keine Gedanken gemacht hab. Mir ist dann im Zuge dessen öfter die Frage gestellt worden ob ich den nun was an meinem zukünftigen Plan bezüglich Jobeinstieg ändern möchte ob ich den hinauszögern möchte – nein möchte ich nicht. Ich bin 26, möchte jetzt meinem Studium abschließen und Job hat schon immer für mich sehr hohe Priorität gehabt und das hat sich mit der Diagnose nicht verändert. Im Gegenteil - Mir hat die Diagnose noch einmal mehr vor Augen geführt, das ich was finden möchte was mir wirklich Spaß macht – das seh ich hier als möglich an! Deshalb was finden wo ich mir wirklich hineindenken kann und etwas das meine Interessen abdeckt – und genau das seh ich als möglich! Ich hätt da wirklich Lust und mir würd sehr viel bedeuten das machen zu können!
Ich habe mich für dieses Praktikum beworben, weil es sehr genau meine fachlichen Interessen und meine bisherigen Erfahrungen verbindet. In meinem Studium beschäftige ich mich mit rechtlichen Rahmenbedingungen im internationalen Kontext und Themen wie europäische bzw internationale Vorgaben auf nationaler Ebene umgesetzt und administrativ begleitet werden. Gleichzeitig habe ich durch meine praktische Tätigkeit im Rettungs- und Krisenbereich erlebt, wie wichtig funktionierende Koordination, klare Zuständigkeiten und verlässliche Schnittstellen sind – insbesondere dann, wenn viele Akteure involviert sind und unter Zeitdruck gearbeitet wird. Genau diese Aspekte sehe ich auch im Aufgabenbereich Ihrer Abteilung wieder.
Bei der WHO fasziniert mich insbesondere die fachlich-normative Rolle, also wie internationale Gesundheitsstandards, Empfehlungen und Instrumente wie die International Health Regulations entstehen und wie sie im Krisenfall als gemeinsamer Referenzrahmen dienen.
Im Kontext der UNO reizt mich vor allem die breitere strategische und entwicklungspolitische Perspektive. Gesundheit wird dort nicht isoliert betrachtet, sondern in Zusammenhang mit nachhaltiger Entwicklung, Governance und sozialen Rahmenbedingungen.
Der Europarat wiederum ist für mich besonders interessant aufgrund seines klaren menschenrechtlichen Zugangs. Die Frage, wie gesundheitspolitische Maßnahmen mit Grundrechten, Verhältnismäßigkeit und rechtsstaatlichen Prinzipien in Einklang gebracht werden.
Von diesem Praktikum erhoffe ich mir vor allem einen vertieften Einblick in die konkrete Arbeit der ministeriellen Koordination im internationalen Gesundheitsbereich. In meinem Studium habe ich gelernt wie dies in der Theorie aussieht und funktioniert, nun möchte ich sehen wie dies auf Verwaltungsebene tatsächlich gelebt und umgesetzt werden.
Besonders wichtig ist mir dabei, zu lernen, wie internationale Vorgaben und Entwicklungen – etwa von WHO, UNO oder Europarat – intern aufbereitet, bewertet und in nationale Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Mich interessiert, wie Abstimmungen zwischen Fachabteilungen funktionieren, wie Positionen vorbereitet werden und wie mit unterschiedlichen Interessen und Perspektiven umgegangen wird.
Gleichzeitig erhoffe ich mir, meine bisherigen praktischen Erfahrungen im Bereich Koordination und Organisation sinnvoll einzubringen und weiterzuentwickeln, insbesondere im administrativen und analytischen Bereich. Ich sehe das Praktikum daher sowohl als Lernchance als auch als Möglichkeit, aktiv mitzuarbeiten und Verantwortung für klar abgegrenzte Aufgaben zu übernehmen.
Anfang:
7.4.4 … meinen konkreten Mehrwert sehe ich vor allem in der Kombination aus …
7.4.5 … es ist schwer, die anderen Bewerber zu beurteilen, da ich nicht weiß wer sie sind. Aber ich kann Ihnen sagen was ich gut kann bzw. warum ich für die Position gut passe.
7.6.6 … Ich habe den Eindruck, dass mein Profil gut zu dieser Abteilung passt, weil sich meine Ausbildung und meine bisherigen Erfahrungen genau an jener Schnittstelle bewegen, an der auch Ihre Arbeit angesiedelt ist – nämlich zwischen internationaler Zusammenarbeit, Verwaltung und praktischer Umsetzung.
Dann:
Ich glaube, mein Mehrwert – und gleichzeitig das, was mich unterscheidet – liegt vor allem in der Kombination aus analytischem Denken, strukturierter Arbeitsweise und meiner koordinativen Erfahrung.
Durch mein Studium habe ich ein gutes Verständnis für institutionelle, regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen entwickelt und bin es gewohnt, komplexe Sachverhalte rasch zu erfassen, einzuordnen und verständlich aufzubereiten, insbesondere dann, wenn rechtliche und organisatorische Aspekte zusammenkommen.
Gleichzeitig bringe ich aus meiner praktischen Tätigkeit im Rettungs- und Krisenbereich Erfahrung im Umgang mit komplexen Situationen mit, in denen klare Abläufe, verlässliche Kommunikation und saubere Abstimmung entscheidend sind. Ich hab gerade beim Hochwasser 2024 gelernt, strukturiert zu arbeiten, Prioritäten zu setzen und auch unter Zeitdruck sachlich und lösungsorientiert zu bleiben.
Abschließend meine Motivation und Engagement – ich bin davon überzeugt, dass dieser Tätigkeit ganz klar in meiner Interessenbereich liegt und ich bin bereit, mich da voll hineinzudenken und hab dann auch eine große intrinsische Motivation!
Viele Bewerberinnen und Bewerber bringen entweder einen sehr starken akademischen Hintergrund oder vor allem praktische Erfahrung mit – bei mir greifen beide Bereiche ineinander.
Stärke:
· strukturierte und klare Arbeitsweise: In meiner Tätigkeit im Rettungs- und Krisenbereich war ich regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen mehrere Aufgaben parallel zu koordinieren waren. Meine Aufgabe war es, Informationen zu bündeln, Prioritäten zu setzen und Abläufe verlässlich zu organisieren
· ehrgeizig: Mit Ehrgeiz meine ich bei mir weniger Durchsetzungsdrang, sondern vor allem, an einem gesetzten Ziel festzuhalten. In den letzten sechs Monaten habe ich mein Studium trotz laufender Behandlung konsequent weitergeführt, an Lehrveranstaltungen teilgenommen, Präsentationen absolviert und parallel an meiner Masterarbeit gearbeitet – auch während der Chemotherapie. Dabei geht es mir nicht darum zu zeigen, wie belastbar ich bin, sondern darum, dass mir das einfach ein Anliegen ist mein Studium abzuschließen und an meinem Plan festzuhalten
· Kommunikationsgeschick: Kommunikationsgeschick bedeutet für mich, Informationen klar, sachlich und adressatengerecht weiterzugeben, insbesondere dann, wenn unterschiedliche Personen oder Bereiche eingebunden sind. Das hab ich vor allem gemerkt während der Schnittstellenarbeit während Covid, wo so viele Parteien involviert sind, Informationen gebündelt werden müssen, weiteregegeben werden müssen und auch die richtigen Rückfragen gestellt werden müssen.
Schwächen:
· Als Schwäche würde ich nennen, dass ich dazu neige, Aufgaben sehr gründlich zu bearbeiten und dabei manchmal mehr Zeit investiere, als unbedingt notwendig wäre. Gerade wenn mir ein Thema wichtig ist oder ich neu in einen Bereich einsteige, kann das passieren. Wie vorher erwähnt, habe ich gelernt zu priorisieren, sodass sich inzwischen eine gute Balance ergeben hat.
· Eine Schwäche von mir ist, dass ich mir bei neuen Themen manchmal etwas mehr Zeit nehme, um mich wirklich einzuarbeiten und die Zusammenhänge gut zu verstehen. Das hilft mir später sehr, sicher und sauber zu arbeiten, kann aber am Anfang etwas mehr Zeit kosten. Ich achte deshalb bewusst darauf, frühzeitig Rückfragen zu stellen und mich an Abläufen zu orientieren.
· Als Schwäche sehe ich, dass ich in neuen Gruppen oder formellen Settings anfangs eher zurückhaltend bin, bevor ich mich aktiv einbringe. Mir ist wichtig, die Abläufe, Rollen und Erwartungen zunächst gut zu verstehen. Das sorgt zwar für saubere Einordnung, kann aber dazu führen, dass ich meine Perspektiven nicht sofort einbringe. Ich achte daher bewusst darauf, mich früher einzubringen und meine Einschätzungen aktiv zu teilen.
Wie darf ich mir einen typischen Arbeitstag im Rahmen von dem Praktikum bei Ihnen vorstellen?
Welche Bedenken oder Einwände gibt es von Ihrer Seite noch über mich bezüglich dieser Position?
Wie kann ich mich schon vor Praktikumsstart vorbereiten?
Ich habe das Studium bewusst begonnen, um herauszufinden, ob diese Ausrichtung wirklich zu mir passt. Inhaltlich war das Studium stärker management- und leadershiporientiert, als ich ursprünglich erwartet hatte. Ich habe relativ rasch gemerkt, dass mich wirtschafts- und rechtsnahe Fragestellungen sowie institutionelle Themen deutlich mehr interessieren. Mir war wichtig, diese Erkenntnis früh ernst zu nehmen und mich neu auszurichten, statt aus Gewohnheit weiterzumachen. Rückblickend war das keine leichte aber eine gute Entscheidung, weil mein weiterer Studienweg danach sehr klar und konsequent verlaufen ist und mir Möglichkeiten eröffnet hat, die das Studium an der Lauder Business School nicht hätte.
Zuletzt geändertvor einem Monat