Wie lautet die Definiton von HIV/AIDS?
HIV-Infektion (humanen Immundefizienz-Virus) führt über den Befall von Immunzellen zu einer schweren Immunschwäche, die im Endstadium zu AIDS (acquired immuno defiency syndrome=erworbenes Immunschwächesyndrom) führt.
Was sind die Übertragungswege von HIV?
Von Mutter auf Kind
Durch Blut/Blutprodukte eines Infizierten z.B. durch Drogenmissbrauch und teilen einer Nadel mit einem Infizierten
Durch sexuelle Übertragung (ungeschützter Geschlechtsverkehr, Austausch von Samen- oder Vaginalflüssigkeit)
Was macht der HI-Virus in unserem Körper?
HIV ist ein Retrovirus.
Das Virus dringt durch einen der Übertragungswege(z.B. durch das Blut eines infizierten) in unseren Körper ein. Dort dringt das HI-Virus in unsere Zellen ein (Wirtszellen) und verwendet seine RNA und schreibt sie in DNA um (reversive Transkriptase), die dann in die DNA (unsere DNA) der Wirtszelle eingesetzt wird.
Das HI-Virus befällt alle unsere Zellen des Abwehrsystems unseres Körpers (alle mit dem CD4-Oberflächenantigen). Darunter T-Helferzellen und Makrophagen.
Die T-Helferzellen sterben durch die Virusproduktion = geschwächtes Immunsystem
Die Makrophagen hingegen leben länger und vermehren das Virus weiter.
Wie verläuft HIV(Einteilung)?
HIV Infektion
sexueller Kontakt
Kontakt mit infiziertem Blut
Übertragung von Mutter auf Kind
Akute HIV Phase - Stadium A
4-6 Wochen
Asymptomatische Latenzphase - Stadium A
10 Jahre
Viren vermehren sich
Symptomatische Latenzphase - Stadium B
Virenzahl steigt
Zahl der Immunkompetenten Zellen sinkt
AIDS - Stadium C
Welche Symptome zeigen sich bei HIV?
In den unterschiedlichen Phasen, zeigen sich unterschiedliche Symptome
Fieber, Lymphknotenschwellung, Gliederschmerzen, Angina (Engegefühl)
beschwerdefrei
bei Übergang zu Stadium B -> Lymphadenopathie-Syndrom (generealisierten Lymphknotenschwellung)
nicht AIDS-definierten Erkrankungen: Störung des Allgemeinbefindens (Fieber), Veränderung von Haut und Schleimhaut (Pilzinfektionen, Herpes), Gastrointestinale Beschwerden (Diarrhoe)
Pilzinfektionen, Virusinfektionen, Tumorerkrankungen, bakterielle Infektionen, Infektionen mit Protozoen uvm. -> auftreten von opportunistischen Erkrankungen
Wasting-Syndrom
HIV-assoziierte Enzephalopathie (HIVE)
Wie wird HIV diagnostiziert?
Über zweifache Bestätigung (Suchtest, Bestätigungstest)
Ca. 2 Wochen nach der Ansteckung kann eine HIV Infektion nachgewiesen werden
Suchtest mithilfe des ELISA-Verfahrens -> HIV Antikörper werden im Patientenblut nachgewiesen (positiv)
Bestätigungstest mittels Western-Blot-Verfahrens -> Nachweis bestimmter HI-Virus-Antigene sichern die HIV-Infektion (positiv)
Was ist eine sogenannte Verlaufskontrolle?
Wenn eine HIV Infektion gesichert wurde, müssen einige Parameter regelmäßig überprüft werden:
Viruslast -> Wie viele Virus-RNA findet sich im Blut (Kopien)?
CD4-Zell-Zahl -> Wie viele CD4-Zellen hat der Pat. pro mikroliter Blut?
Verhältnis CD4-Zellen zu CD8-Zellen -> Ist das Verhältnis noch normal?
Serumspiegel -> der antiretroviralen Medikamente
Wie ist die Prognose bei einer HIV Infektion?
Ohne Behandlung nur 8-14 Jahre.
Mit Behandlung lässt sich die Lebensspanne um Jahre bis Jahrzehnte verlängern.
Leider ist der Erkrankung unheilbar.
Wie wird HIV therapiert?
Kombinationstherapie (versch. Medis greifen an versch. Punkten der Virusvermehrung an)
1. Verhinderung des Virus in die Wirtszellen eindringt
2. Verhinderung das Virus sich in die DNA der Zelle einschleußt bzw. das Kommando übernimmt
3. Verhindert das eine infizierte Zelle neue Viren produziert/freigibt
-> Antiretrovirale Therapie
gesunde Lebensführung
psychosoziale Begleitung
Prä- bzw. Postexpositionsprophylaxe
Wie ist die Nachweisgrenze für HIV?
Unter 20 bis 50 Virus-Kopien pro Milliliter (Kopien/ml) Blut, wobei 50 Kopien/ml die klinisch relevante Grenze für den Therapieerfolg sichert
Was ist die antiretrovirale Therapie?
ART oder HAART = hochaktive antiretrovirale Therapie
Medikamentöse Therapie -> Kombination verschiedener Substanzen mit untersch. Wirkstoffen
Hemmung der Substanzen an verschiedenen Punkten der Virusvermehrung
Beim Eindringen des Viruses in die Wirtszelle
Bei der Übernahme der Kontrolle der Wirtszelle durch den Virus
Beim Austritt/Kopierung des Viruses aus/durch der/die Wirtszelle
Welche Medikamente (Formen/Gruppen) für die HIV Therapie gibt es ?
>Nukleosidische (NRTI) bzw. nukleotidische (NtRTI) Hemmstoffe der reversen Transkriptase
>nicht nukleosidische Hemmstoffe der reversen Transkriptase (NNRTI)
> Proteaseinhibitoren (PI) -> Kombi meist mit Ritonavir um Wirkung zu verstärken und zu verlängern
> neuere: Fusionsinhibitoren, Integrasehemmstoffe, Co-Rezeptor-Antagonisten
HIV Medikation
Wie sind die HIV-Medikamente in Kombination zu verabreichen?
2 N(t)RTI + 1 NNRTI oder 1 PI oder 1 Integrasehemmer
Wie wird die Resistenzentwicklung vermieden?
Die Medikamente werden in Kombination verabreicht, um eine Resistenzenwicklung zu vermeiden.
Dabei müssen die Medikamente täglich und ein lebenslang genommen werden.
Durch einen Arzt wird vierteljährlich kontrolliert, um zu sehen ob die Medikamente noch gut ihren Zweck erfüllen und einer Resistenzentwicklung vorzubeugen.
Was sind die Nebenwirkungen der HIV Therapie?
Übelkeit und Erbrechen
Durchfälle
erhöhte Blutfettwerte und Umverteilung des Körperfetts
Nieren- und Leberschädigungen
erhöhte Blutungsneigungen
Polyneuropathie
toxische Hepatitis
Abgeschlagenheit und neurogene Störungen
Was gilt es bei der Pflege von AIDS Pat. zu beachten (ATLs)?
In allen ATLs können Einschränkungen und Pflegebedarfe gefunden werden, je nach Schweregrad (Stadium) der Infektion. Dies gilt es individuell zu betrachten.
Grundlegend ist jedoch zu beachten, dass HIV Erkrankte ein deutlich höheres Infektionsrisiko durch das geschwächte Immunsystem haben und auch schwere Nebenwirkungen von den Medikamenten tragen können. Dies kann z.B. den Intimbereich mit der Gefahr von Pilzerkrankungen sein, die Gefahr der Elektrolytverschiebung durch Erbrechen und Durchfall, ebenso auch hier die Gefahr der Exsikose, bis hin zu schwerer seelischer Belastung durch die Diganose HIV. HIV therapieren heißt auch immer die opportunistischen Erkrankungen mit im Blick zu haben und zu therapieren.
Prophylaxen: v.a. Pneumonie-, Zystitis-, Dekubitus- und Parotitisprophylaxe.
Was ist die Prä- oder auch Postexpositionsprophylaxe? (Achtung! Unterschied)
Präventation:
Geschützter Geschlechtsverkehr
Aufklärung
Kommunikation und Offenheit im Umgang mit der Erkrankung
Saubere Nadeln bei Drogenmissbrauch
Postexpositionsprophylaxe
Einnahme der HIV Medikamente (Antiretrovirale Therapie) von 4 Wochen, um nach einer möglichen HIV Ansteckung z.B. durch Nadelstichverletzung der HIV Infektion vorzubeugen —> schnellstmöglich! Zeitfenster: 2h-24h nach der Verletzung/dem Kontakt
Was gilt es zu tun nach Kontakt mit einer infzierten Nadel eines HIV Patienten? z.B. durch Nadelstichverletzung.
Bluten lassen -> Blutung durch Druck aufs äußere Gewebe fördern
Aseptisch desinfizieren
Schleimhaut /Auge (bei Kontakt) ausspülen
D-Arzt aufsuchen und Blutentnahme
alles Dokumentieren
Präexpostionsprophylaxe beginnen
Arztkontrolle (6 Wochen, 12 Wochen, 6 Monate)
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