Wasserarten auf der Erde
Frage: Wie setzt sich das globale Wasservorkommen prozentual zusammen und wo befindet sich der größte Teil des Süßwassers?
Antwort:
Gesamtverteilung: 97,5 % sind Salzwasser (Ozeane) und nur 2,5 % sind Süßwasser.
Süßwasser: Davon sind 68,7 % in Gletschern und Polkappen gebunden und 30,1 % sind Grundwasser. Nur etwa 1,2 % sind Oberflächenwasser oder anderes Süßwasser.
Fazit: Nur ein winziger Bruchteil (ca. 0,3 % des Süßwassers) ist als flüssiges Oberflächenwasser direkt verfügbar.
Frage: Welche Faktoren begrenzen die Nutzung von theoretisch vorhandenem Wasser?
Antwort: Selbst wenn Wasser physisch vorhanden ist (hydrologisch), kann es aufgrund von Verschmutzung (ökologisch), fehlenden Pumpen/Leitungen (technisch), zu hohen Kosten (ökonomisch) oder fehlenden Wasserrechten (juristisch/politisch) nicht genutzt werden.
Dimensionen der Wasserverfügbarkeit
Frage: Wasser ist nicht gleich Wasser. Nach welchen fünf Kriterien wird die Verfügbarkeit von Wasser unterschieden?
Hydrologisch: Menge und Erneuerung im Wasserkreislauf (Volumen pro Zeit).
Ökologisch: Abhängig von der Gewässergüte und den Bedürfnissen des Ökosystems.
Technisch: Abhängig von Infrastruktur (Fassung, Transport, Aufbereitung).
Ökonomisch: Abhängig vom wirtschaftlich vertretbaren Aufwand der Erschließung.
Juristisch: Abhängig von Nutzungsrechten und rechtlichen Absprachen.
Frage: Was ist der Falkenmark-Indikator?
Antwort: Der Falkenmark-Indikator ist das am häufigsten verwendete Maß für Wasserknappheit.
Er klassifiziert Regionen: >1.700 m³/Kopf (kein Stress), 1.000-1.700 (Stress), 500-1.000 (Knappheit), <500 (absolute Knappheit).
Wasserknappheit (Water Scarcity)
Frage: Wie wird "Wasserknappheit" definiert und welcher quantitative Schwellenwert wird häufig verwendet?
Antwort: Wasserknappheit ist eine physische Realität und bezieht sich auf die volumetrische Verfügbarkeit im Verhältnis zum Verbrauch.
Der Indikator: Eine Region gilt als von Wasserknappheit betroffen (bzw. unter Stress), wenn weniger als 1.000 m³ Wasser pro Person und Jahr verfügbar sind.
Unterschied Wasserknappheit vs. Wasserstress
Frage: Worin unterscheidet sich das Konzept des "Wasserstress" von der reinen "Wasserknappheit"?
Wasserknappheit fokussiert rein auf die Menge (Volumen).
Wasserstress ist ein umfassenderes Konzept. Es beinhaltet die Knappheit, berücksichtigt aber zusätzlich die Wasserqualität, die notwendigen Umweltströme (Wasser für die Natur) und die Zugänglichkeit.
Berechnung des WRVI
Frage: Was ist der "Water Resources Vulnerability Index" (WRVI) und wie lautet die Formel?
Der WRVI misst die Belastung der Wasserressourcen in einem Einzugsgebiet.
Formel:
WRVI = Jährliche Entnahme \ Jährlicher Abfluss (Angebot)
Der Index vergleicht also den menschlichen Wasserverbrauch mit dem erneuerbaren Dargebot.
Frage: Wo ist mehr Süßwasser gespeichert: In Seen oder im Boden?
Antwort: Im Boden. Das Grundwasserreservoir ist mehr als 100-mal größer als das Volumen aller Süßwasserseen zusammen.
Frage: Was versteht man unter dem "Wasserdargebot" und welche drei Arten werden unterschieden?
Das Wasserdargebot bezeichnet die Menge Wasser, die in einem Gebiet in einer bestimmten Zeitspanne als Oberflächen- oder Grundwasser zur Verfügung steht4.
Potentielles Wasserdargebot: Differenz aus Niederschlag (P) und Verdunstung (ET).
Stabiles Wasserdargebot: Potentielles Dargebot abzüglich des schnell abfließenden Hochwassers.
Reguliertes Wasserdargebot: Durch Speicherwirtschaft (z. B. Talsperren) bereitgestelltes Wasser.
Wasser und Wirtschaftswachstum
Frage: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Niederschlag und Wirtschaftswachstum (BIP), wie am Beispiel Simbabwe gezeigt?
Antwort: Es besteht oft eine enge Korrelation. In Ländern, deren Wirtschaft stark von der Landwirtschaft oder Wasserkraft abhängt, folgt die Kurve des BIP-Wachstums oft der Kurve des jährlichen Niederschlags. Trockenperioden führen zu wirtschaftlichen Einbrüchen.
Klima & Geografie als Treiber
Frage: Welche drei meteorologischen bzw. geografischen Hauptantriebskräfte bestimmen die globale Verteilung von Wasser und Niederschlag?
Sonne & Temperatur: Bestimmen die Verdunstung (warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit).
Luftdruck & Zirkulation: Tiefdruckgebiete (aufsteigende Luft) bringen Regen, Hochdruckgebiete (absinkende Luft) führen zu Trockenheit.
Geografie (Gebirge & Meeresnähe): Gebirge erzwingen Steigungsregen (Luv-Seite nass, Lee-Seite trocken). Meeresnähe sorgt meist für mehr Niederschlag als im Kontinentinneren
Bevölkerungswachstum und Knappheit
Frage: Warum verschärft der steigende Lebensstandard die Wasserknappheit?
Antwort: Mit höherem Wohlstand ändert sich oft die Ernährung (mehr Fleisch, was mehr Wasser in der Produktion benötigt) und der Energiekonsum steigt, was ebenfalls den Wasserfußabdruck pro Kopf vergrößert.
Definition Wasser-Risiko (Allgemein)
Frage: Wie wird "Wasserrisiko" allgemein definiert?
Antwort: Es ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Unternehmen (oder eine Region) ein schädliches wasserbezogenes Ereignis erfährt. Dieses Risiko entsteht oft durch das Zusammenspiel von Wasserknappheit, Verschmutzung, schlechter Regierungsführung ("Governance") und Klimawandel.
Extreme Entnahmeraten
Frage: Manche Länder entnehmen weit mehr als 100 % ihrer erneuerbaren Wasserressourcen. Nenne zwei Beispiele für solche Länder und erkläre, wie das physisch möglich ist.
Beispiele: Kuwait (über 2000 %) und Vereinigte Arabische Emirate (ca. 1867 %).
Wie es möglich ist: Durch den massiven Einsatz von Entsalzungsanlagen (technische Quelle), den Import von Wasser/Lebensmitteln und die Ausbeutung fossiler (nicht-erneuerbarer) Grundwasserspeicher .
Frage: Ist Wasserrisiko für alle gleich?
Antwort: Nein, Wasserrisiko wird von jedem Sektor und jeder Organisation unterschiedlich wahrgenommen und definiert, je nachdem wie stark die Abhängigkeit von Wasser für die eigenen Prozesse ist.
Saisonale Wasserknappheit
Frage: Wasserknappheit ist nicht immer ein dauerhafter Zustand. Wie viele Menschen leben in Gebieten, die mindestens einen Monat im Jahr von Wasserknappheit betroffen sind?
Antwort: Etwa vier Milliarden Menschen. Die Karte der Wasserknappheit zeigt oft die Anzahl der Monate an, in denen die Nachfrage das Angebot um mehr als 100 % übersteigt (von 0 bis 12 Monate).
Klimazonen und Wasserverteilung
Frage: Wie beeinflussen Klimazonen (z.B. Tropen vs. Subtropen) die Niederschlagsmuster?
Tropen/Äquator: Aufsteigende Luft (Tiefdruck) führt zu Abkühlung und viel Regen.
Subtropen/Wüstengürtel: Absinkende Luft (Hochdruck) führt zu Erwärmung und Trockenheit.
Dies definiert die grundlegende Verfügbarkeit von Wasser in einer Region.
Treiber der Wasserknappheit
Frage: Welche vier Hauptfaktoren treiben die Zunahme der globalen Wasserknappheit voran?
Frage: Warum ist Wasserknappheit nicht nur ein lokales Problem?
Bevölkerungswachstum: Prognose ca. 10 Milliarden Menschen bis 2050.
Steigender Lebensstandard: Höherer Konsum pro Kopf.
Energiebedarf: Wasserbedarf zur Kühlung und Brennstoffgewinnung.
Klimawandel: Führt zu höheren Temperaturen (mehr Verdunstung) und stärkeren Extremwetterereignissen.
Antwort: Obwohl Wasser lokal fehlt, gibt es "Fernwirkungen" durch den globalen Handel mit Nahrungsmitteln und Energie (virtuelles Wasser). Eine Dürre in einer Kornkammer der Welt kann Preise global steigen lassen.
Geografische Ungleichheit (Haves & Have-Nots)
Frage: Nenne Beispiele für global wasserreiche Regionen im Gegensatz zu typischen Wasserstress-Regionen.
Wasserreich: Länder mit großen Flusssystemen (z. B. Amazonas/Brasilien), vielen Seen/Gletschern (Kanada, Russland) oder hohem Niederschlag (Kongo-Becken) .
Wasserarm (Stress): Wüstengürtel (Nordafrika, Naher Osten), Teile Zentralasiens, Australiens sowie Teile von Indien und China
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