Nennen Sie vier Beispiele für generelle Funktionen, die Proteine in Zellen ausüben können.
Strukturproteine (z.B. für Zellen und Ribosomen)
Enzyme (katalytische Aktivität)
Botenstoffe (Hormone, z.B. Insulin)
Transport (durch Zellmembran)
Beschreiben Sie die Strukturebenen eines Proteins. Welche Kräfte stabilisieren diese?
Primärstruktur:
lineare Reihenfolge der Aminosäuren (Aminosäuresequenz)
Sekundärstruktur:
lokale Faltungsmuster, entstehen durch Wechselwirkungen des AS-Rückgrats
Räumliche Anordnung der AS zu 𝛼-Helix und 𝛃-Faltblatt
stabilisierende Kräfte: Wasserstoffbrücken
Tertiärstruktur:
vollständige 3D-Faltung der Polypeptidkette durch Wechselwirkungen der AS-Reste
stabilisierende Kräfte: hydrophobe WW, elektrostatische WW, Wasserstoffbrücken, Disulfidbrücken (im oxidativen Milieu), Van-der-Waals-Kräfte
Quartärstruktur:
Stapelung mehrerer Polypeptidketten (Untereinheiten) zum Protein (Beispiel RNA-Polymerase)
stabilisierende Kräfte: nicht-kovalente WW, Disulfidbrücken
Welche Winkel im Proteinrückgrat sind felxibel (Skizze)?
Nicht alle Bindungswinkel der Dipeptidbindung flexibel drehbar
sterisch nicht möglich, Zusammenstoßen der Reste
Flexibel sind:
Φ (“phi”): zwischen N und C(𝛼)
Ψ(“psi”): zwischen C(𝛼) und C
Vergleichen Sie den Aufbau einer 𝛼-Helix und eines 𝛃-Faltblatts.
Es geht um die Sekundärstrukturen von Proteinen.
𝛃-Faltblatt:
flächige, ausgedehnte Struktur
mehrere durch Wasserstoffbrücken verknüpfte antiparallele 𝛃-Stränge
Verknüpft über das Rückgrat, Reste zeigen nach außen (nicht an Strukturbildung beteiligt)
𝛼-Helix:
kompaktere, schraubenförmige Struktur
ebenfalls Wasserstoffbrücken des Rückgrats, Reste zeigen nach außen
Dipoleffekt ermöglicht Wechselwirkungen zwischen Peptidketten: Aminoterminus auf der einen, Carbonylterminus auf der anderen Seite der Helix -> 𝛿+ und 𝛿-
Beschreiben Sie das Experiment von Anfinsen. Was war die Erkenntnis daraus?
Hypothese: Allein Aminosäuresequenz bestimmt die Faltung des Proteins
Experiment: Enzym Ribonuklease wird erst chemisch denaturiert, dann wieder renaturiert
-> kehrte zu nahezu gleicher Faltung zurück (Refolding)
-> konnte aufgrund der Regeneration der Enzymaktivität nachgewiesen werden
-> aufgebrochene Disulfidbrücken stellten sich selbstständig wieder her
Seine Hypothese bestätigte sich, es gibt aber auch Proteine, die sich mithilfe von Enzymen falten lassen (kein Refolding)
Nennen Sie ein chemisches Denaturierungsmittel und dessen Wirkungsweise auf Proteine. Wie sieht eine typische Denaturierungskurve aus?
Beispiele:
Betamercapto-Ethanol (speziell für Disulfidbrücken)
Harnstoff
Guanidiumchlorid
Wirkungsweise:
Dipeptidbindungen bleiben bestehen!
hydrophobe + elektrostatische WW werden gelöst
Entfaltungskurve ähnelt der einer Titration einer starken Säure mit einer starken Base
Warum sind Faltungsintermediate instabil, was kann passieren? Welche Proteine gibt es in der Zelle, die Faltungsintermediate stabiliseren?
Faltungsintermediat:
Sekundärstruktur kann sich bereits im Exit-Tunnel des RIbosoms ausbilden, noch bevor die Polypeptidkette vollständig synthetisert wurde
energetisch ungünstiger Zustand -> daher instabil
Was kann passieren?
Da Energieminimum bevorzugt, können sich ungewollte Strukturen (Aggregate und Fibrillen) durch Anlagerung der Intermediate bilden
Stabilisierende Proteine: Chaperone
binden an ungefaltete/ teils gefaltete Intermediate
schaffen Schutz und Zeit, bis Peptidkette vollständig synthetisiert
ATP-Verbrauch
Was versteht man unter einer Proteinfaltungskrankheit? Nennen Sie zwei Beispiele.
Krankheiten, die durch fehlerhafte Faltung von Proteinen im Körper und die Bildung von Aggregaten in Zellen entstehen -> Proteine nicht mehr funktionsfähig, Störung der Zellstruktur
Alzheimer
Parkinson
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