Welche sozialen Ziele werden durch Emotionsregulation verfolgt?
Emotionsregulation wird eingesetzt, um soziale Ziele zu verfolgen, wobei drei wesentliche Ziele voneinander unterschieden werden können: Impression Management, prosoziale Ziele, Ziele der sozialen Kontrolle
Welche drei Komponenten umfassen Emotionen?
Bei diesen Komponenten handelt es sich zum Ersten um die subjektive Komponente, zum Zweiten um die physiologische und zum Dritten um die Ausdrucks- beziehungsweise Verhaltenskomponente
Was besagt die Cannon-Bard-Theorie?
Die Cannon-Bard-Theorie sagt aus, dass ein emotionserregender Reiz zeitgleich (1) physiologische Reaktionen und (2) die subjektive Erfahrung der Emotion auslöst.
Was besagt die James-Lange-Theorie?
Nach dieser Theorie wird eine Emotion erlebt, erst nachdem die für diese typischen körperlichen und motorischen Veränderungen aufgetreten sind und bemerkt wurden.
Welche Bedeutung haben Emotionen für den Behaviorismus?
Die emotionspsychologische Forschung wurde im 20. Jahrhundert lange Zeit vernachlässigt. Grund hierfür war die Dominanz des Behaviorismus, der im Rahmen seines Black-Box-Modells interne Prozesse nahezu ausklammerte. Dies bedeutet aber nicht, dass sich Behavioristen nicht mit Emotionen beschäftigten. Von Behavioristen wurde lediglich die subjektive Komponente der Emotion ausgeklammert, da sich diese nicht objektiv erfassen lässt. Objektiv erfassbare Reize, die aufgrund von Lernerfahrungen Emotionen auslösen, standen durchaus im Forschungsinteresse des Behaviorismus. Ziel war es zu zeigen, dass auch Emotionen den Gesetzen der klassischen und der operanten Konditionierung gehorchen. Zentrale Annahme war, dass menschliches Erleben und Verhalten, also Gefühle und Handlungen, vor allem aus einer Abfolge konditionierter Reaktionen bestehen. Emotionen stehen in einem engen Zusammenhang mit Lernen. Organismen richten ihr Verhalten auf das Erreichen positiver und das Vermeiden negativer Emotionen aus. Dies ist der Zusammenhang zwischen Motivation und Emotion. Erst durch Emotionen lernen Organismen also, was sie tun und was sie unterlassen sollten.
Erläutern Sie die sogenannte James-Lange-Theorie. Was ist in diesem Zusammenhang damit gemeint, dass Menschen traurig sind, weil sie weinen, und was sind die Kritikpunkte am klassischen Ansatz von James und Lange?
Die James-Lange-Theorie besagt, dass Emotionen nicht die Ursache von körperlichen Reaktionen wie Weinen, Herzklopfen oder Schweißausbrüchen sind, sondern dass es sich genau anders herum verhält. Emotionen seien Folge der Wahrnehmung von körperlichen Reaktionen. Somit weine der Mensch nicht, weil er traurig ist, sondern er ist traurig, weil wer weint. Im Kern heißt dies, dass die bewusste Wahrnehmung körperlicher Reaktionen mit der Emotion identisch ist. Körperliche Veränderungen seien notwendige und hinreichende Voraussetzung für das Erleben von Emotionen. Gegen die Notwendigkeit von körperlichen Veränderungen für das Emotionserleben sprechen tierexperimentelle Untersuchungen, die ergeben haben, dass Tiere auch dann noch emotionale Reaktionen zeigen, wenn zum Beispiel Nervenbahnen zu den Eingeweiden getrennt wurden. Aus den Eingeweiden konnten also keine Informationen mehr an das Gehirn weitergleitet werden. Zum anderen konnte festgestellt werden, dass Eingeweide erstens vergleichsweise langsam reagieren und zweitens Informationen aus den Eingeweiden vergleichsweise lange benötigen, um das zentrale Nervensystem zu erreichen. Emotionen treten bereits auf, noch bevor die Eingeweide reagieren. Dass körperliche Veränderungen die Voraussetzung für Emotionen sind, schließt die Annahme mit ein, dass jeder spezifischen Emotion auch eine spezifische körperliche Reaktion beziehungsweise ein Reaktionsmuster zugeordnet werden kann. Eine solche Zuordnung ist bislang nicht gelungen.
Unterscheiden Sie Reizbewertungsansätze von Reaktionsbewertungsansätzen der kognitiven Emotionstheorien.
Reaktionsbewertungsansätze nehmen an, dass auf einen emotionalen Reiz hin zunächst eine körperliche Reaktion erfolgt. Diese Reaktion wird bewertet und in Abhängigkeit der Bewertung erfolgt dann ein emotionales Erleben. Zu diesen Ansätzen gehört die Zwei-Faktoren-Theorie. Reizbewertungstheorien nehmen an, dass ein Reiz nicht automatisch eine emotionale Reaktion auslöst, sondern die Reaktion abhängig ist von der Bewertung des Reizes. Zu diesen Ansätzen gehört das transaktionale Stressmodell nach Lazarus (1966).
Erläutern Sie den Kerngedanken der Zwei-Faktoren-Theorie der Emotionsentstehung und führen Sie mindestens zwei Kritikpunkte an.
Im Rahmen der Zwei-Faktoren-Theorie wird wie auch bei der James-Lange-Theorie angenommen, dass physiologische Erregung notwendige Bedingung für emotionale Reaktionen ist. Diese physiologische Erregung müsse aber noch bewertet werden, damit ein Emotionserleben erfolgt. Dabei wurde angenommen, dass es sich dabei um zwei Kognitionen handelt. Zunächst müsse eingeschätzt werden, wie relevant ein Reiz beziehungsweise eine Situation ist, ob der Reiz also bedrohlich oder erfreulich ist. Anschließend müsse die physiologische Erregung auch auf den Reiz beziehungsweise auf die Situation attribuiert werden. Diese zweite Kognition bestimmt demnach, ob die physiologische Erregung auch auf den potenziell emotionslauslösenden Reiz beziehungsweise die Situation zurückgeführt wird. Körperliche Veränderungen seien nur unspezifische Erregungsmuster, die für spezifisches Emotionserleben nicht verantwortlich sein können. Es wird also angenommen, dass ein spezifischer Reiz oder eine ganze Situation zu einem unspezifischen Erregungszustand führt, der dann einer Kognition bedarf, die aus der unspezifischen Erregung eine spezifische Emotion werden lässt. Emotionen umfassen demnach zwei Faktoren. Zum einen die physiologische Erregung und zum anderen die kognitive Interpretation der Erregung. Es hat sich gezeigt, dass die Annahme der Zwei-Faktoren-Theorie, dass durch künstlich herbeigeführte Erregung jede Emotion intensiviert werden könne, empirisch nicht zu halten ist, da die durch Adrenalin erzeugten Erregungen angstspezifisch sind. Die Grundannahme, dass Emotionen eine unspezifische Erregung zugrunde liegt, ist mit empirischen Befunden nicht vereinbar. Ebenso nicht vereinbar mit der Zwei-Faktoren-Theorie ist auch der Befund eines Experiments, bei dem Männern Fotos von Damen aus einem Herrenmagazin gezeigt wurden, um diese die Attraktivität der Damen einschätzen zu lassen. Den Probanden wurde erklärt, dass sie während der gesamten Bewertungsphase ihren eigenen Herzschlag hören werden. Dieser würde ihnen verstärkt über Lautsprecher eingespielt werden. In Wirklichkeit wurden die eingespielten Herztöne aktiv vom Versuchsleiter in ihrer Geschwindigkeit manipuliert. Es zeigte sich, dass diejenigen Damen als besonders attraktiv beurteilt wurden, bei denen der Versuchsleiter die Herzfrequenz als besonders hoch simulierte. Dieser Effekt ließ sich auch noch Wochen nach dem Experiment nachweisen und spricht deshalb gegen die Zwei-Faktoren-Theorie, weil gar keine echte physiologische Veränderung stattgefunden hat, sondern lediglich eine solche simuliert worden ist.
Was ist Emotionsregulation? Geben sie Beispiele aus dem Alltag, die Emotionsregulation veranschaulichen.
Menschen versuchen ihre Emotionen auch aktiv zu beeinflussen. Dies wird Emotionsregulation genannt. Emotionsregulation bezieht sich nicht nur darauf, negative Emotionen zu unterdrücken, sondern auch darauf, positive Emotionen entstehen zu lassen beziehungsweise diese zu intensivieren. Emotionsregulation umfasst somit alle Prozesse, mit denen Menschen Einfluss darauf ausüben, welche Emotionen sie erleben, wann sie diese erleben, wie sie diese erleben und unter Umständen auch zum Ausdruck bringen. Emotionsregulation kann an verschiedenen Stellen des Entstehungsprozesses von Emotionen ansetzen. Dabei kann sich die Regulation auf das Gefühl, die physiologischen Reaktionen und die behaviorale Reaktion beziehen. Emotionsregulation ist ein täglicher Begleiter im Alltag. Emotionsregulation dient dazu, Einfluss auf erlebte Emotionen zu nehmen, um den Anforderungen der Umwelt gerecht zu werden. So verbergen Menschen beispielsweise ihre Trauer, um anderen Menschen Leid zu ersparen, und unterdrücken gelegentlich ihre Freude über einen Erfolg, um andere, denen dieser Erfolg nicht vergönnt war, nicht zu verletzen. Des Weiteren teilen Menschen zuweilen ihre belastenden Emotionen anderen mit oder hören ihre Lieblingsmusik, um sich besser zu fühlen.
Erläutern Sie knapp zwei Voraussetzungen für Emotionsregulation.
Eine Voraussetzung für die Emotionsregulation ist Wissen über Emotionen. Um Emotionen regulieren zu können, muss eine Person dazu in der Lage sein, sensibel die eigenen Emotionen wahrzunehmen und auch eine Diskrepanz zwischen den wahrgenommenen Emotionen und den Vorstellungen einer angemessenen emotionalen Reaktion zu erkennen. Personen, die ihre Emotionen gut erkennen, diese auch unterscheiden können und zusätzlich in der Lage sind, soziale Auswirkungen von Emotionsausdrücken vorherzusehen, sind besser in der Lage Emotionen zu regulieren. Eine andere Voraussetzung für Emotionsregulation ist Wissen über soziale Normen. Emotionsbezogene soziale Normen regeln, was Menschen in einer bestimmten Situation fühlen sollen und wie diese Emotionen zum Ausdruck gebracht werden sollen. Solche Normen unterscheiden sich je nach Zeitgeist, Kultur oder sozialer Rolle.
Was ist Emotionsarbeit?
Die Fähigkeit, Emotionen gezielt in eine bestimmte Richtung manipulieren zu können, ist zuweilen eine Arbeitsanforderung. So müssen Flugbegleiterinnen in der Lage sein, in jeder Situation und bei jedem Fluggast freundlich aufzutreten und Gefühle wie Ärger gegenüber einem schwierigen Fluggast zu unterdrücken. Vor diesem Hintergrund wurde der Emotionsregulation im Arbeitskontext ein eigener Begriff gegeben. Emotionsarbeit meint, dass im Arbeitskontext bestimmte Gefühle herbeigeführt oder unterdrückt werden, um nach außen hin eine bestimmte Wirkung hervorzurufen, die zum beruflichen Erfolg beiträgt. Dabei kann zwischen zwei Formen der Emotionsarbeit unterschieden werden:
Surface acting: Bei dieser Emotionsarbeit wird nur der emotionale Ausdruck unterdrückt, während das Erleben der Emotion zugelassen wird. So würde die oben erwähnte Flugbegleiterin zwar lächeln, sich aber dennoch über den unfreundlichen Fluggast ärgern.
Deep acting: Bei dieser Form der Emotionsarbeit wird das Erleben der Emotion unterdrückt, sodass der emotionale Ausdruck gar nicht erst aufkommt. Dies kann über eine Umbewertung der Situation geschehen. So könnte das Gefühl von Ärger bei der Flugbegleiterin ausbleiben, wenn diese sich sagt, dass der Umgang mit einem solchen Fluggastverhalten zum normalen Alltag einer Flugbegleiterin gehört.
Emotionen können reguliert werden, indem diese neubewertet oder unterdrückt werden. Was sind die Folgen der beiden Strategien und welche der beiden Strategien ist wirksamer?
Neubewertung und Unterdrückung können unterschiedliche Folgen haben. Dabei zeigt sich insgesamt, dass Neubewertung effektiver ist als Unterdrückung, da Unterdrückung mit erheblichen Kosten auf affektiver, kognitiver und sozialer Ebene einhergeht. Neubewertung verringert die Intensität von Emotionen sowie ausdrucks- beziehungsweise verhaltensbezogene und physiologische Reaktionen. Unterdrückung wirkt sich dagegen lediglich auf den Ausdruck aus, nicht aber auf das emotionale Erleben, und geht zudem mit dem negativen Effekt einher, dass zusätzliche Kosten in Form erhöhter physiologischer Reaktionen entstehen, die eine aktive Beeinflussung des Emotionsauslösers eher zu behindern scheinen. Es konnte gezeigt werden, dass Neubewertung die kognitive Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt, während Unterdrückung diese beeinträchtigt. Die Unterdrückung von Emotionen geht mit erhöhten physiologischen Parametern und einer verringerten kognitiven Leistungsfähigkeit einher. Somit steht weniger Aufmerksamkeit für eine etwaige soziale Interaktion zur Verfügung. Da auch durch die Kontrolle der Mimik diese nicht mehr zur sozialen Interaktion zur Verfügung steht, besteht die Gefahr von Missverständnissen und Konflikten. Es lässt sich in experimentellen Anordnungen empirisch zeigen, dass Interaktionspartner von Personen, die ihre Emotionen unterdrücken, diese weniger mögen und ihnen weniger nah sein wollen, während gleichzeitig der Blutdruck dieser Interaktionspartner ansteigt. Damit zeigt sich, dass Menschen durchaus Gefühle, emotionalen Ausdruck und physiologische Reaktionen im Rahmen von Emotionen beeinflussen können, dabei aber die Neubewertung deutlich effektiver ist als die Unterdrückung. Die Reduktion negativer Gefühle gelingt am besten durch Neubewertung. Die Unterdrückung des emotionalen Ausdrucks bei negativen Emotionen hat praktisch keinen Effekt auf das Gefühl und die damit einhergehenden physiologischen Reaktionen. Die Konzentration auf die eigenen negativen Gefühle oder die Auslöser der Gefühle scheint einen negativen Effekt zu haben und die Emotionen zu intensivieren und nicht abzuschwächen.
Zuletzt geändertvor einem Monat