1. Tränkeperiode der Kälber (Tränkemenge, Qualität Milchaustauscher)
1.Gabe: möglichst in der ersten Stunde
2.Gabe: 7. Bis 10. Stunden
In den ersten 24 Stunden sollten Kälber 5l Kolostrum aufgenommen haben!
Entscheidend ist aufgenommene Immunglubin-Menge -> Biestmilchqualtität + Quantität)
Gesamteiweißgehalt Biestmilch Ziel: > 55 g/l
Tränkeempfehlungen in den ersten Lebenswochen
DLG-Empfehlung: 6l + 160 g MAT/l = 15,4 MJ ME
Probleme / Tränkefehler:
Zu hohe Sauggeschwindigkeit
Zu große Portionen (in ersten Wo. Nicht > 1,5 l/Mahlzeit, da Kapazität Labmagen nur 1,5 l
Niedrige Tränketemperaturen -> Labgerinnung und damit leichter Durchfall
Ad libitum – restriktiv?!
Argumente für ad libitum:
- zufriedene, gesunde Kälber
- höhere Futteraufnahme, bessere Wachstumsleistungen
- höhere Milchleistung -> höhere Langlebigkeit
Milchaustauscher:
Konzentration: 150 – 165 g/l Tränke
Ca. 50 % Magermilchanteil
1,8 – 2,3 kg MAT pro Tier und Tag
Für Qualität des MAT entscheidend sind Gehalte an XF, XA, Milchzucker (Laktose)
XF: max. 0,1%
XA: < 9 % (max. 10 %) (hohe XA wirken laxierend -> dünner Kot)
Keine pflanzlichen Proteine
Festfutter bereits ab 1.Lebenswoche anbieten (Heu, Kälbermüsli)
2. Jungrinderaufzucht (Gewichtszunahmen, Fütterungsintensität, Weide)
Erstkalbealter: Sbt: 24 – 25 Monate
Was geschieht im 1. Lebensjahr?
Ausbildung des Rahmens, der Organe
Entwicklung zum Wiederkäuer durch Ausbildung des Pansens
Abschluss der Ausbildung der Euteranlage
Beginn der Fortpflanzungsfähigkeit (erste Ovulation bei ca. 240 kg)
1. Jahr 850 g/Tag Lebendmassezunahme
2. Jahr 700-750 g/Tag
Weidehaltung
Lebendmassezunahme darf nicht < 600 g/Tag sinken!
Wachstum im 2.Jahr kann nicht kompensiert werden
Richtzahlen
Fütterungsintensität
Futteraufnahme- und Wachstumsvermögen der Tiere anpassen -Y
„punktgenaues“ Wachstum
Bedarfsgerechte Versorgung
Bessere Futtereffizient, Kosteneinsp
3. laktierende Kühe
ernährungsphysiologische Aspekte und NEB in der Frühlaktation
Futtermittel, Rationsgestaltung (Kraftfutterzusammensetzung für grasbetonte und maisbetonte Rationen)
Kraftfutterzuteilung, Spezialfuttermittel Propylenglycol, Glycerin, geschütztes Futterfett, Hefen, Biotin, Niacin
Gras-/Maissilageanalyse beurteilen, Grundfutterleistung und Kraftfutter verbrauch errechnen
Fütterungssystem TMR (Vor-, Nachteile, Voraussetzungen)
Wichtigster Grundsatz in der Spätlaktation
angestrebtes KF:GF-Verhältnis : 60 % - 40 %
Vorteile TMR: Homogene Menge an Kraftfutter und Grundfutteraufnahme; weniger Stress da kein Schrotautomat
Nachteile TMR: kein Überblick, wie viel KF die Kuh erhält; Gruppenbildung (keine Anpassung an Laktationsverlauf)
Vorteile Getrennt: nicht unbedingt verschiedene Gruppen füttern, jedes Tier optimal angepasst
Nachteil getrennt: Viel schnell abbaubare Energie durch Schrot in wenig Zeit -> Azidosefördernt; Stress im Stall, Unruhe
Der wichtigste Grundsatz in der Spätlaktation der Milchkuh ist:
Milchkuh auf die nächste Laktation vorbereiten – nicht auf maximale Milchleistung fahr
Heißt konkret:
Körperkondition stabilisieren Ziel: BCS ca. 3,25–3,5 beim Trockenstellen → Keine Verfettung, aber auch kein weiteres Abmagern
Futter nicht „überziehen“ Energie runterfahren, aber strukturreich und bedarfsgerecht füttern → Stoffwechsel entlasten, Leber schonen
Gesundheit vor Leistung Klauen, Euter, Stoffwechsel im Blick behalten → Probleme in der Spätlaktation rächen sich fast immer in der Frühlaktation
Grundlage fürs Trockenstellen legen Saubere Abmelkphase, stabile Futteraufnahme, stressarm
4. trockenstehende Kühe: Möglichkeiten der Trockensteherfütterung erklären/ beschreiben (Vor-, Nachteile), Weidefütterung beurteilen, Milchfieberprophylaxemaßnahmen
• 3 relevante Trockensteherfütterungsmodelle
Zweiphasige Trockensteherfütterung
Dauer ca. 6 - 8 Wochen
Drastischer Futterwechsel auf ein sehr niedriges Ernährungsniveau in der 1. Phase des Trockenstehens
Anschließende Vorbereitungsphase/-fütterung in den letzten 2 -3 Wochen vor dem Kalben (Transitphase)
Kuh wird auf die Fütterung der Laktation vorbereitet
Dem höheren Energiebedarf bei abnehmender Futteraufnahme wird dadurch gerecht
Einphasige Trockensteherfütterung
Dauer: 6 Wochen (nicht überstreiten)
Gründe dafür:
Arbeitswirtschaft
Vermeidung von krassen Fütterungswechseln
Möglichkeit eines sanften „Auffleischens“ von beim Trockenstellen sehr unterkonditionierten Kühen
Einphasig verkürzte Trockensteherfütterung
Dauer: < 42 Tage
Gründe:
Maximale Nutzung des Milchleistungspotenzials (v.a. von Kühen mit hoher Milchleistung am Laktationsende)
Erhoffte Vorteile bei der Minimierung von Auswirkungen der negativen Energiebilanz unmittelbar nach der Kalbung
• Weidefütterung
Sommer als möglicher Zeitraum
Vorteile
Idealer Kuhkomfort, saubere Klauen und Gliedmaßen
Erhöhte Bewegungsaktivität, Anregung der körpereigenen Vitamin D-Synthese
Nachteile
Als Nährstofflieferant eher kritisch zu betrachten
Keine gezielte Versorgung mit Mineralsoffen
Zu hohe K- und Ca-Aufnahme
Keine energiearme Fütterung möglich à energet. Überversorgung
Wenn Weidegang, dann auf extensiven Flächen in Hof nähe und der Sicherstellung von ausreichender Aufnahme an energiearmen Beifuttern, Trockenstehermineralfutter und Wasser
Vorbereitungsphase grundsätzlich im Stall!
Milchfieberprophylaxemaßnahmen
#Welche Tiere sind besonderes gefährdet
Ältere Kühe, Kühe mit hoher Milchleistung, zwillingsträchtige Kühe, überkonditionierte Kühe und nicht trainierte Kühe o Rationsgestaltung
Möglichst keine kationenreiche Ration – während gesamter Tr. stehzeit und vor allem in der Transitphase
Mais- besser als Grassilage
Rapsex. Besser als Sojaex.
Keine Melasse
Kein Pansenpuffer
Kein Sodagrain
K- und Ca-arme Fütterung
Mg- und P-reiche Fütterung
Orale Ca-Gabe an den Tagen um die Kalbung
Vitamin D3 Injektion
Kuhkomfort
5. Rindermast: Ziele, Grundsätze der Fütterung/Rationsgestaltung
• Ziele der Bullenmast
Erzeugung von zartem und feingliedrigem Rindfleisch
Die Qualität über wachsenden Rinder erreichbar à Muskelgewebe
Endgewicht
600 – 700 kg (Rassen- und Typenabhängig)
Mit 16 – 24 Monaten das Gewicht erreicht (Fütterungsabhängig)
Hohe Schlachtausbeute gewünscht à mind. 55% o Gute Fleischfülle durch voll ausgeprägte Bemuskelung
Geringe und gleichmäßige Fettabdeckung
Ausreichende Fetteinlagerung in Muskeln (Marmorierung)
Gute Mastleistung durch hohe LMZ bei guter Futterverwertung
Geringe Tierverluste
Grundsätze der Fütterung
Maissilage bietet die Grundlage der Fütterung
Dabei muss beachtet werden:
Eiweißergänzung mit Raps- oder Sojaex.
Mineralstoffergänzung – vor allem die Co-Versorgung
Zum Mastbeginn mehr XP notwendig
In der 2. Masthälfte hingegen mehr Energie notwendig
Auf genügend Struktur achten à 200-300 g Stroh/Tier und Tag
Weidemast
Bestes Grünland notwendig für die LMZ
Energie-Ausgleich notwendig
Mineralfutterzufütterung notwendig
1. Besonderheiten der Verdauung beim Geflügel
Kein Gebiss
Kropf: Zwischenspeicher und Aufquellort für Futter
Ist eine Beutelförmige Erweiterung der Speiseröhre
Zwei Mägen
Drüsenmagen
Muskelmagen: Nahrung wird durch Bewegung zermahlen
-Zerkleinerung von Getreidekörnern und Kornbruchstücken wird durch aufgenommene Steinchen (Grit) unterstützt
Paarigen Blinddarm
Länge und Fassungsvermögen des Verdauungstraktes
-Relative Länge Magen-Darm-Trakt im Vergleich zur Körperlänge = 1:6-8
Sehr kurzer Magen-Darm-Trakt
geringe Verweildauer des Futters
Futter mit hoher Verdaulichkeit, geringen Rohfasergehalten und wenig Volumen verwenden
2. Hauptkomponenten in Geflügelfuttermischungen
Alleinfütterung
Sojaextr.schrot, Sojakuchen, Sonnenblumenkuchen, Grünmehl, Bierhefe, Weizen, Pflanzenöl, Calciumcarbonat, Mineralfutter
Kombinierte Fütterung:
Alle Fütterungsstrategie mit Kombination von (grob geschrottetem) Getreide (i. d. R. selbst erzeugt) und Ergänzungsfuttermittel
Wasser (ca. 250 ml/Henne und Tag)
Mineralstoffergänzung
Ca: Skeletaufbau, Eierschale, kein Kalziumspeicher
P
Na, Cl: Salz
K, Mg
Spurenelemente
1. Einflussfaktoren auf die Verdaulichkeit des Futters bei Schweinen
• Positive Einflussfaktoren
Zunehmendes Alter des Tieres (vor allem bei Jungtieren, Entwicklung des Verdauungssystems, Dickdarmverdauung)
Zerkleinerungsgrad und Aufbereitung des Futters
• Negative Einflussfaktoren
Zunehmender Rohfasergehalt
2. Hauptkomponenten in Futtermischungen für Ferkel, Sauen, Mastschweine
Für Schweine ist die Zufuhr von essenziellen Aminosäuren von großer Bedeutung. Daneben benötigen Schweine auch Energie, Proteine, Vitamine und Mineralstoffe.
Die Energie bekommen die Schweine aus dem Fett, Zucker oder der Stärke des Futters.
Energiefuttermittel
-Weizen und andere Getreidearten o Raps- und Sojaöl
Proteinfuttermittel
-Leguminosen (Erbsen, Ackerbohne, Lupine)
-Rapsextr.schrot und Sojaextr.schrot
-Fischmehl
Sauen
Energie: für die Föten, Trächtigkeitsorgane, Milchdrüse, Aufbau von Körperreserven
Eiweiß: Trächtigkeit, Milchbildung, Ausgleich von Körpermasseverluste
Tragende Sauen benötigen auch Rohfaser (Gerste) zur Beschäftigung
Ferkel
Eiweiß: Muskelfleisch Aufbau
Je nach Alter der Ferkel kommt auch tierische Eiweiße aus Molke Produkten zum Einsatz
Mastschweinen
Energie: für die Lebendmassezunahme
Bei den Mastschweinen sinkt der Gehalt am Eiweißbedarf mit der Mastdauer
Hauptkomponenten
Weizen
Gerste
Rapsextr.schrot / Sojaextr.schrot
Mineralfutter
3. Futterstruktur/Zerkleinerung: Vor- und Nachteile von gröberem Futter
4. Bedeutsame Aminosäuren bei der Versorgung von Schweinen. Welches ist die erstlimitierende Aminosäure?
• Lysin ist die erstlimitierende Aminosäure
• Danach folgt Methionin, Threonin, Tryptophan
• Optimale Relation: (Beginnend mit Lysin)
1 : 0,55 : 0,64 : 0,18
5. Einfluss des Nahrungsfettes auf die Fettqualität des Schweinefleisches
Die Fettqualität des Schweinefleisches ist stark von der Zusammensetzung und Menge der Fettsäuren (FS) abhängig Hoher Gehalt an mehrfach ungesättigten FS (Polyensäure z.B.: Linolensäure 18:2; 18:3) bewirkt =
weichen, öligen, verderblichen Schweinespeck
die Wurst hat weniger „Biss“, verringerte Haltbarkeit, usw.
Je dicker der Rückenspeck, desto geringer ist die Konzentration der Polyensäuren im Fettgewebe (Verdünnungseffekt)
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