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von Enes U.

SMED – Single Minute Exchange of Die

📘 SMED – Single Minute Exchange of Die

1. Grundidee

  • Ziel: Rüstzeiten (Umrüstzeiten) in der Fertigung drastisch reduzieren, idealerweise auf unter 10 Minuten (daher "single minute").

  • Entwickelt von Shigeo Shingo im Umfeld des Toyota Production System.

  • Hintergrund: Häufige Umrüstungen ermöglichen kleinere Losgrößen → höhere Flexibilität, weniger Bestände, geringere Durchlaufzeiten.

2. Begriffe

  • Rüstzeit: Zeitspanne, in der eine Maschine von der Fertigung eines Produkts auf ein anderes umgestellt wird.

  • Interne Rüstvorgänge (IRV): Arbeiten, die nur bei Maschinenstillstand erfolgen können (z. B. Werkzeugwechsel im Inneren).

  • Externe Rüstvorgänge (ERV): Arbeiten, die bei laufender Maschine parallel erledigt werden können (z. B. Vorbereitung des Werkzeugs, Transport).

3. Vorgehensweise nach SMED

  1. Analyse der aktuellen Rüstabläufe

    • Ablauf aufnehmen, Zeiten messen, interne/externe Vorgänge identifizieren.

  2. Trennung von internen und externen Rüstvorgängen

    • Ziel: Möglichst viel Arbeit extern erledigen, bevor Maschine steht.

  3. Umwandeln von internen in externe Rüstvorgänge

    • Beispiele: Werkzeuge vorkonditionieren, Vorrichtungen vorbereiten, Material bereitstellen.

  4. Optimieren der internen Rüstvorgänge

    • Vereinfachen, standardisieren, Parallelisierung (mehrere Personen), bessere Vorrichtungen.

  5. Optimieren der externen Rüstvorgänge

    • Wege minimieren, Materialbereitstellung verbessern, Checklisten nutzen.

4. Typische Methoden & Werkzeuge

  • Schnellspannsysteme statt Schraubverbindungen.

  • Positionierhilfen / Nullpunktspannsysteme für reproduzierbare Ausrichtung.

  • Checklisten für standardisierte Abläufe.

  • Parallelrüsten durch mehrere Mitarbeiter.

  • Vorrüstplätze neben der Maschine.

5. Vorteile von SMED

  • Kurze Rüstzeiten → höhere Anlagenverfügbarkeit.

  • Kleinere Losgrößen möglich → weniger Bestände, höhere Flexibilität.

  • Schneller auf Kundenwünsche reagieren.

  • Weniger Verschwendung (Stillstand, Überproduktion).

6. Grenzen / Herausforderungen

  • Hoher Initialaufwand (Analyse, Umstellung, Investitionen).

  • Wirtschaftlich nicht immer sinnvoll, wenn Produktwechsel selten ist.

  • Beteiligung der Mitarbeiter entscheidend (Akzeptanz, Schulung).

7. Merksatz

👉 SMED = systematische Reduzierung der Rüstzeit durch Trennen, Umwandeln und Optimieren von Rüstvorgängen.

 

ANDON

📘 ANDON

1. Grundidee

  • Andon = japanisch für „Lampe/Laterne“.

  • Ein visuelles Steuerungs- und Meldesystem im Rahmen des Toyota Production System.

  • Dient zur sofortigen Problemerkennung und -lösung in der Produktion.

2. Funktionsweise

  • Signalgeber (Knopf, Seil, Fußschalter, Sensor) → Mitarbeiter meldet Störung/Abweichung.

  • Signalarten:

    • Grün = Normalbetrieb.

    • Gelb = Warnung / Abweichung.

    • Rot = Störung → Produktion stoppt oder muss sofort geprüft werden.

  • Signal wird auf Andon-Tafel (Anzeigetafel, Display, Lichtsignal) sichtbar gemacht.

3. Ziel von Andon

  • Probleme transparent machen.

  • Sofortige Reaktion ermöglichen (Teamleiter, Instandhaltung).

  • Mitarbeiter sind ermächtigt, Probleme zu melden und im Zweifel die Anlage zu stoppen.

  • Fördert Qualität an der Quelle („Jidoka“ – keine fehlerhaften Teile weitergeben).

4. Typische Umsetzung

  • Andon-Boards mit farbigen Anzeigen (meist Linien- oder Hallenübersicht).

  • Akustische Signale zusätzlich.

  • Digitale Andon-Systeme zeigen Echtzeit-Status (Maschinenlaufzeiten, Störungen, Rückmeldungen).

5. Vorteile

  • Schnelle Problemerkennung (kein Verstecken von Fehlern).

  • Transparenz im gesamten Produktionsbereich.

  • Kürzere Stillstände, weil sofort reagiert wird.

  • Qualitätsverbesserung, da Fehler früh erkannt werden.

  • Mitarbeiterbeteiligung → Verantwortung & Motivation steigen.

6. Grenzen / Herausforderungen

  • Kann zu häufigen Unterbrechungen führen, wenn falsch angewendet.

  • Erfordert Kulturwandel: Fehler melden wird positiv gesehen.

  • Investitions- und Schulungsaufwand.

🔧 Beispiel: Andon bei der Probenherstellung

Ausgangssituation

  • Fertigung von Zugproben auf einer CNC-Drehmaschine.

  • Probleme:

    • Werkzeugverschleiß führt zu Maßabweichungen.

    • Späne verstopfen Spannzange → Probe sitzt schief.

Umsetzung mit Andon

  1. Sensorik meldet, wenn Maß außerhalb Toleranz.

  2. Andon-Lampe schaltet auf Gelb → Bediener sieht sofort, dass etwas nicht stimmt.

  3. Bediener zieht Andon-Seil → Signal auf Andon-Tafel.

  4. Teamleiter kommt sofort, entscheidet: Werkzeugwechsel + Spannmittel reinigen.

  5. Nach kurzer Unterbrechung läuft Anlage weiter, Ausschuss wird vermieden.

Ergebnis

  • Früher: Fehler erst nach mehreren fehlerhaften Proben erkannt → Ausschuss hoch.

  • Mit Andon: Fehler sofort sichtbar, schneller Eingriff, höhere Qualität & weniger Ausschuss.


MUDA

📘 MUDA

1. Grundidee

  • Muda = japanisch für Verschwendung.

  • Stammt aus dem Toyota Production System (Lean Management).

  • Ziel: Alle Tätigkeiten, die keinen Wert für den Kunden schaffen, systematisch erkennen und eliminieren.

2. Arten von Tätigkeiten

  • Wertschöpfend (VA – Value Added): Kunde ist bereit, dafür zu zahlen (z. B. Zerspanung der Probe).

  • Nicht wertschöpfend, aber notwendig: Hilfsprozesse (z. B. Qualitätsprüfung, Transport).

  • Nicht wertschöpfend und vermeidbar = MUDA → eliminieren.

3. Die 7 (klassischen) Muda-Arten nach Toyota

  1. Überproduktion – mehr produzieren, als gebraucht wird.

  2. Wartezeiten – Menschen oder Maschinen sind untätig.

  3. Transport – unnötige Wege von Material oder Proben.

  4. Überbearbeitung / falsche Prozesse – mehr Aufwand, als nötig (z. B. doppelte Prüfungen).

  5. Bestände – zu viele Lagerbestände, Zwischenpuffer.

  6. Bewegungen – unnötige Bewegungen der Mitarbeiter.

  7. Fehler / Ausschuss – Nacharbeit oder Ausschuss durch Qualitätsmängel.

👉 Später wurde oft ein 8. Muda ergänzt: ungenutztes Mitarbeiterpotenzial (z. B. Ideen nicht berücksichtigt).

4. Ziel von Muda-Analyse

  • Verschwendung sichtbar machen → Wertstromanalyse, Gemba Walk.

  • Eliminieren oder reduzieren, soweit möglich.

  • Fokus auf Kundennutzen: Alles, was der Kunde nicht bezahlt, ist Verschwendung.

🔧 Beispiel: Probenherstellung (Werkstoffprüfung)

Ausgangssituation

Herstellung von Zugproben auf einer CNC-Maschine. Beobachtete Muda-Arten:

  • Wartezeit: Maschine steht, weil Rohmaterial fehlt.

  • Transport: Proben werden unnötig zwischen Lager und Prüfraum hin- und hergefahren.

  • Bewegung: Bediener läuft mehrmals zur Werkzeugausgabe, weil keine Checkliste existiert.

  • Überbearbeitung: Jede Probe wird doppelt vermessen, obwohl eine Messung genügt.

  • Ausschuss: Erste Probe oft unbrauchbar, da Nullpunkt erst angepasst wird.

Maßnahmen

  • Materialbereitstellung per Kanban → keine Stillstände.

  • Werkzeuge vorgerüstet am Arbeitsplatz → weniger Wege.

  • Prüfvorgaben standardisieren → keine Doppelprüfungen.

  • Nullpunkt über Spannsystem voreinstellen → weniger Ausschuss.

Ergebnis

  • Weniger Stillstände, kürzere Durchlaufzeit, weniger Ausschuss → Produktivität steigt.

👉 Merksatz: Muda = Verschwendung. Alles, was der Kunde nicht bezahlt und keinen Wert schafft, muss reduziert oder eliminiert werden.

 

ABC-Analyse

📘 ABC-Analyse

1. Grundidee

  • Ein Ordnungs- und Priorisierungsverfahren für Material, Produkte oder Aufgaben.

  • Basierend auf dem Pareto-Prinzip (80/20-Regel):

    • Wenige Teile haben meist den größten Wertanteil.

    • Viele Teile haben nur einen kleinen Anteil am Gesamtwert.

👉 Ziel: Schwerpunkte erkennen und Ressourcen gezielt einsetzen.

2. Vorgehensweise

  1. Bewertungskriterium festlegen (z. B. Jahresverbrauchswert = Preis × Verbrauchsmenge).

  2. Objekte ordnen nach absteigendem Wert.

  3. Kumulierte Anteile von Menge und Wert berechnen.

  4. Klassifizierung in drei Gruppen:

    • A-Teile: hoher Wertanteil, kleiner Mengenanteil (ca. 70–80 % des Wertes, ~10–20 % der Teile).

    • B-Teile: mittlerer Wertanteil (ca. 15–25 % des Wertes, ~20–30 % der Teile).

    • C-Teile: niedriger Wertanteil, großer Mengenanteil (ca. 5 % des Wertes, ~50–70 % der Teile).

3. Typische Anwendung

  • Materialwirtschaft / Einkauf: A-Teile streng kontrollieren (z. B. Lieferantenmanagement), C-Teile mit vereinfachten Verfahren (z. B. Rahmenverträge).

  • Lagerhaltung: A-Teile geringe Bestände, genaue Planung; C-Teile höhere Bestände, weniger Aufwand.

  • Fertigungsorganisation: Fokus auf kritische Teile, die den größten Einfluss haben.

4. Vorteile

  • Einfach anzuwenden, gute Übersicht.

  • Unterstützt bei Priorisierung & Ressourcenzuteilung.

  • Hilft, Kosten im Blick zu behalten.

5. Grenzen

  • Nur ein Kriterium (meist Wert) wird berücksichtigt → andere Faktoren wie Lieferzeit, Kritikalität oder Qualität bleiben außen vor.

  • Deshalb oft kombiniert mit XYZ-Analyse (Verbrauchsverhalten).

🔧 Beispiel: Probenherstellung (Werkstoffprüfung)

Datenbasis (vereinfacht):

  • A-Teile: Probenrohmaterial (hochwertige Titanstäbe, teuer, geringer Verbrauch).

  • B-Teile: Normale Stahlstäbe (mittlerer Wert, mittlerer Verbrauch).

  • C-Teile: Hilfsmittel wie Schrauben, Etiketten, Verpackungsmaterial (sehr niedriger Wert, hoher Verbrauch).

Einteilung nach ABC:

  • A: ~15 % aller Teile, machen aber ~75 % des Materialwerts aus → strenge Planung, enge Lieferantenüberwachung.

  • B: ~25 % aller Teile, ~20 % des Werts → normale Kontrolle.

  • C: ~60 % aller Teile, nur ~5 % des Werts → günstige Sammelbestellungen, wenig Planungsaufwand.

Ergebnis:

  • Fokus auf A-Teile (z. B. Titanstäbe) → kein Engpass oder Fehlbestand erlaubt.

  • C-Teile möglichst automatisiert oder über Kanban steuern.

👉 Merksatz: ABC-Analyse = Einfache Priorisierungsmethode: Wenige A-Teile haben hohen Wert, viele C-Teile haben niedrigen Wert.

 

FMEA – Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse

📘 FMEA – Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse

1. Grundidee

  • Systematische Methode zur Fehlervermeidung in Entwicklung, Konstruktion und Fertigung.

  • Statt Fehler im Nachhinein zu korrigieren → präventiv mögliche Fehlerquellen erkennen und bewerten.

  • Ziel: Risiken minimieren, Qualität verbessern, Kosten durch Nacharbeit oder Ausschuss vermeiden.

2. Arten von FMEA

  1. Konstruktions-FMEA (Design-FMEA): Analyse möglicher Fehler in Bauteilen/Produkten.

  2. Prozess-FMEA: Analyse möglicher Fehler in Fertigungs- oder Montageprozessen.

  3. System-FMEA: Betrachtung ganzer Systeme (z. B. Fahrzeug, Maschine).

3. Vorgehensweise

  1. Struktur analysieren → System, Baugruppen, Prozesse zerlegen.

  2. Funktionen bestimmen → Was soll das Teil/der Prozess leisten?

  3. Fehlermöglichkeiten identifizieren → Wie könnte es versagen?

  4. Fehlerfolgen analysieren → Welche Auswirkungen hätte das?

  5. Fehlerursachen analysieren → Warum könnte es passieren?

  6. Bewertung mit drei Kriterien:

    • Bedeutung (B): Wie schwerwiegend ist die Folge? (1 = unbedeutend, 10 = katastrophal)

    • Auftreten (A): Wie wahrscheinlich ist die Ursache? (1 = selten, 10 = sehr häufig)

    • Entdeckung (E): Wie gut kann der Fehler entdeckt werden? (1 = sicher, 10 = kaum erkennbar)

  7. Risikoprioritätszahl (RPZ) berechnen:

RPZ = B x A x E

  1. Maßnahmen ableiten → Fehler vermeiden, Risiko verringern, Prüfmethoden verbessern.

  2. Wirksamkeit bewerten → neue RPZ berechnen.

4. Beispiel (neutral) – Montageprozess einer Kaffeemaschine

  • Prozessschritt: Einsetzen der Heizspirale.

  • Möglicher Fehler: Heizspirale nicht korrekt befestigt.

  • Folge: Gerät funktioniert nicht, Überhitzung möglich.

  • Ursache: Mitarbeiter übersieht Befestigung, Werkzeugverschleiß.

  • Bewertung:

    • Bedeutung (B): 9 (hohe Gefahr für Funktion & Sicherheit).

    • Auftreten (A): 4 (gelegentlich).

    • Entdeckung (E): 6 (bei Endprüfung schwer erkennbar).

    • RPZ = 9 × 4 × 6 = 216 → hoch.

  • Maßnahmen:

    • Automatische Drehmomentkontrolle beim Befestigen.

    • Visuelle Kontrolle mit Sensor.

  • Neue Bewertung:

    • A = 2, E = 2 → RPZ = 36 → akzeptabel.

5. Vorteile

  • Frühzeitige Fehlererkennung.

  • Systematische Risikobewertung.

  • Vermeidung von teuren Rückrufen, Ausschuss oder Kundenreklamationen.

6. Grenzen

  • Hoher Aufwand (Daten sammeln, Teamsitzungen).

  • Subjektivität bei Bewertung (B, A, E).

  • Muss regelmäßig aktualisiert werden.

7. Merksatz

👉 FMEA = strukturierte Methode zur Risikobewertung: Fehler finden, Folgen bewerten, Maßnahmen ableiten.

Gefährdungsanalyse

📘 Gefährdungsanalyse

1. Grundidee

  • Gefährdungsanalyse = systematisches Verfahren, um Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, zu bewerten und Schutzmaßnahmen festzulegen.

  • Gesetzliche Grundlage in Deutschland: ArbSchG (§5 Gefährdungsbeurteilung).

  • Ziel: Sicherheit & Gesundheit der Beschäftigten gewährleisten, Arbeitsunfälle & Berufskrankheiten vermeiden.

2. Ablauf einer Gefährdungsanalyse

  1. Arbeitsbereich/Arbeitsplatz festlegen → z. B. CNC-Maschine, Montageplatz, Lager.

  2. Gefährdungen ermitteln Typische Kategorien:

    • Mechanische Gefährdungen (Quetschen, Schneiden, Stoßen).

    • Elektrische Gefährdungen (Stromschlag).

    • Chemische Gefährdungen (Stäube, Dämpfe, Flüssigkeiten).

    • Physikalische Einwirkungen (Lärm, Vibration, Strahlung, Hitze/Kälte).

    • Ergonomische Gefährdungen (Fehlhaltungen, Lastenhandhabung).

    • Organisatorische Gefährdungen (Zeitdruck, Arbeitsabläufe, Schichtsystem).

    • Psychische Gefährdungen (Stress, Monotonie, Überlastung).

  3. Risiken bewerten

    • Eintrittswahrscheinlichkeit (selten – häufig).

    • Schadensschwere (leicht – tödlich).

    • Kombination = Risikostufe.

  4. Schutzmaßnahmen festlegen Nach dem TOP-Prinzip:

    • Technisch (z. B. Schutzhauben, Absaugung).

    • Organisatorisch (z. B. Arbeitsanweisungen, Schichtplanung).

    • Persönlich (PSA – Helm, Gehörschutz, Schutzbrille).

  5. Wirksamkeit prüfen → regelmäßig kontrollieren, ob Maßnahmen greifen.

  6. Dokumentation & Aktualisierung

    • Pflicht zur schriftlichen Dokumentation.

    • Aktualisieren bei Änderungen (z. B. neue Maschine, neuer Stoff, Unfall).

3. Beispiel (neutral, allgemein)

Arbeitsplatz: Schweißarbeitsplatz in der Fertigung.

  • Gefährdungen:

    • UV-/IR-Strahlung (Augenschäden).

    • Rauchgase (Atemwegsbelastung).

    • Funkenflug (Brandgefahr).

    • Stolperfallen durch Kabel.

  • Bewertung:

    • Eintrittswahrscheinlichkeit: mittel bis hoch.

    • Schadensschwere: hoch (Augenverletzung, Lungenschäden).

  • Maßnahmen (TOP):

    • Technisch: Absauganlage, automatische Schweißkabine.

    • Organisatorisch: Nur geschultes Personal, klare Zugangsregelung.

    • Persönlich: Schweißhelm, Schutzkleidung, Atemschutz.

  • Ergebnis: Risiko deutlich reduziert.

4. Vorteile

  • Erhöhung von Arbeitssicherheit & Gesundheitsschutz.

  • Pflichtkonformität (rechtliche Absicherung für Unternehmen).

  • Systematisches Vorgehen → keine Gefahren werden übersehen.

5. Merksatz

👉 Gefährdungsanalyse = Gefahren erkennen, Risiko bewerten, Schutzmaßnahmen nach TOP-Prinzip festlegen.

 

Ishikawa-Diagramm (Fischgräten-Diagramm)

📘 Ishikawa-Diagramm (Fischgräten-Diagramm)

1. Grundidee

  • Entwickelt von Kaoru Ishikawa (1960er).

  • Auch: Fischgräten- oder Ursache-Wirkungs-Diagramm.

  • Dient zur systematischen Analyse von Ursachen für ein Problem.

  • Ziel: Alle möglichen Einflussfaktoren sichtbar machen, bevor Maßnahmen ergriffen werden.

2. Aufbau

  • Rechte Seite (Kopf des Fisches): Problem / Wirkung (z. B. „Ausschussrate hoch“).

  • Linke Seite (Gräten): Hauptursachen-Kategorien, von denen Verzweigungen abgehen.

  • Typische 6-M-Kategorien (in der Produktion):

    1. Mensch (Bedienung, Ausbildung, Aufmerksamkeit).

    2. Maschine (Zustand, Wartung, Genauigkeit).

    3. Material (Qualität, Eigenschaften, Lieferant).

    4. Methode (Arbeitsablauf, Prüfverfahren).

    5. Mitwelt/Umgebung (Licht, Temperatur, Lärm, Klima).

    6. Management (Organisation, Führung, Planung).

👉 In der Dienstleistung oft angepasst (z. B. 4M: Mensch, Methode, Maschine, Material).

3. Vorgehensweise

  1. Problemdefinition (klar und präzise formulieren).

  2. Hauptursachen-Kategorien wählen (6M oder angepasst).

  3. Brainstorming im Team: Alle möglichen Ursachen eintragen.

  4. Strukturieren: Ursachen in Teilursachen zerlegen.

  5. Analyse: Wichtige/realistische Ursachen identifizieren.

  6. Maßnahmen ableiten.

4. Beispiel (neutral)

Problem: „Hohe Ausschussrate in der Fertigung“

  • Mensch: unzureichende Schulung, Müdigkeit, Bedienfehler.

  • Maschine: Werkzeugverschleiß, falsche Justierung, Wartungsmängel.

  • Material: Schwankende Rohstoffqualität, falsche Spezifikation.

  • Methode: falsche Reihenfolge, keine Standardarbeitsanweisung.

  • Mitwelt: Staub, zu hohe Temperatur, schlechte Beleuchtung.

  • Management: Zeitdruck, schlechte Schichtplanung.

👉 Ergebnis: Ursachen können jetzt priorisiert werden (z. B. Hauptgrund = Werkzeugverschleiß + fehlende Wartung).

5. Vorteile

  • Visualisiert komplexe Ursachenketten.

  • Fördert Teamarbeit & Brainstorming.

  • Hilft, systematisch statt zufällig an Probleme heranzugehen.

6. Grenzen

  • Liefert nur mögliche Ursachen, keine Gewichtung oder statistische Absicherung.

  • Gefahr, sich zu verzetteln (zu viele Ursachen).

  • Muss mit weiteren Methoden (z. B. 5-Why, Pareto) kombiniert werden.

7. Merksatz

👉 Ishikawa = Fischgrätendiagramm zur systematischen Ursachenanalyse (6M).

 

Just-in-Time (JIT)

📘 Just-in-Time (JIT)

1. Grundidee

  • Produktions- und Logistikkonzept, entwickelt im Rahmen des Toyota Production System.

  • Richtige Teile – zur richtigen Zeit – in der richtigen Menge – am richtigen Ort.

  • Ziel: Bestände minimieren und Durchlaufzeiten verkürzen.

2. Kerngedanke

  • Statt große Lagerbestände zu halten → Materialien werden genau dann angeliefert/produziert, wenn sie benötigt werden.

  • Funktioniert nur mit exakter Planung und zuverlässigen Lieferanten.

3. Voraussetzungen

  • Hohe Prozessstabilität (wenig Störungen).

  • Zuverlässige Lieferanten (kurze Lieferzeiten, hohe Qualität).

  • Transparente Informationsflüsse (meist über Kanban oder IT-Systeme).

  • Standardisierte Prozesse.

4. Vorteile

  • Bestandskosten sinken (weniger Lagerhaltung).

  • Kapitalbindung reduziert.

  • Flexibilität steigt, da schneller auf Nachfrageänderungen reagiert werden kann.

  • Verschwendung (Muda) wird reduziert (Überproduktion, Lagerung).

5. Nachteile / Risiken

  • Hohe Abhängigkeit von Lieferanten.

  • Störanfällig: schon kleine Lieferverzögerungen können die Produktion stoppen.

  • Transportkosten können steigen (häufigere Lieferungen in kleinen Mengen).

  • Erfordert stabile Prozesse & Vertrauen in der gesamten Lieferkette.

6. Beispiel (neutral)

Automobilproduktion (klassisches Beispiel):

  • Ein Automobilhersteller benötigt Sitze für seine Montagelinie.

  • Anstatt 1.000 Sitze im Lager zu haben, werden die Sitze taktgenau vom Zulieferer angeliefert → z. B. alle 30 Minuten ein LKW mit genau der Menge, die für den nächsten Produktionsabschnitt gebraucht wird.

  • Vorteil: Keine teure Lagerfläche für Sitze nötig, Kapital nicht gebunden.

  • Risiko: Wenn der Zulieferer im Stau steckt oder die Produktion ausfällt → sofort Stillstand der Montagelinie.

7. Merksatz

👉 Just-in-Time = Produktion & Lieferung ohne Lagerbestände, bedarfs- und zeitgenau.

Kanban

📘 Kanban

1. Grundidee

  • Japanisch „Kanban“ = Karte / Schild.

  • Von Toyota entwickelt als Steuerungssystem der Produktion.

  • Funktion: Selbststeuerung des Materialflusses durch Verbrauchssignale (Pull-Prinzip).

  • Ziel:

    • Bestände reduzieren

    • Bedarfsgerechte Nachlieferung

    • Einfache visuelle Steuerung

2. Prinzip (Pull-System)

  • Verbrauch löst Nachschub aus.

  • Wenn eine Einheit verbraucht wird → eine Kanban-Karte (oder elektronisches Signal) wird zurückgemeldet → nächste Einheit wird produziert oder geliefert.

  • Gegensatz zum Push-Prinzip: Dort wird auf Prognosen hin produziert, nicht auf realen Verbrauch.

3. Elemente eines Kanban-Systems

  • Kanban-Karte: Enthält Infos über Teilnummer, Menge, Lagerort, Lieferant.

  • Behälter: Einheit, in der Material transportiert/gelagert wird.

  • Regeln:

    • Ohne Kanban keine Produktion.

    • Jede Karte gehört zu einem bestimmten Behälter.

    • Nur wenn ein Behälter leer ist, wird ein neuer gefüllt.

4. Arten von Kanban

  • Transport-Kanban → signalisiert Transportbedarf.

  • Produktions-Kanban → signalisiert Fertigungsbedarf.

  • Elektronisches Kanban (E-Kanban) → IT-basiert, z. B. mit Scannern.

5. Vorteile

  • Einfache Steuerung ohne komplexe EDV.

  • Bestände sinken (nur nach Verbrauch produziert).

  • Hohe Transparenz durch visuelle Signale.

  • Schnelle Reaktion auf Bedarfsänderungen.

6. Nachteile / Grenzen

  • Funktioniert nur bei gleichmäßigem, stabilem Bedarf.

  • Bei starken Schwankungen oder langen Lieferzeiten ungeeignet.

  • Störungen (z. B. Ausfall Lieferant) wirken sich direkt aus → keine Sicherheitsbestände.

7. Beispiel (neutral)

Elektronikfertigung (Montage von Leiterplatten):

  • Auf der Montagelinie werden Kondensatoren verbaut.

  • Jede Kiste mit 100 Kondensatoren hat eine Kanban-Karte.

  • Wenn eine Kiste leer ist → Karte wandert zurück an das Lager.

  • Lager füllt sofort eine neue Kiste mit 100 Kondensatoren und schickt sie an die Linie.

  • So ist immer nur ein kleiner Bestand an Kondensatoren im Umlauf, nie ein übervolles Lager.

8. Merksatz

👉 Kanban = visuelles Pull-System zur bedarfsgerechten Steuerung von Material- und Informationsflüssen.

 

Multi-Moment-Aufnahme (MMA)

📘 Multi-Moment-Aufnahme (MMA)

1. Grundidee

  • Beobachtungsverfahren, um den Zeitanteil von Tätigkeiten an einem Arbeitsplatz oder in einem Prozess zu ermitteln.

  • Statt Dauer jeder Tätigkeit exakt zu messen → Stichprobenartige Beobachtungen zu zufälligen Zeitpunkten.

  • Ziel: Prozentuale Anteile von Tätigkeiten (wertschöpfend, nicht wertschöpfend, Wartezeit usw.) ermitteln.

👉 Auch „Momentaufnahmeverfahren“ oder Work Sampling genannt.

2. Ablauf / Vorgehensweise

  1. Untersuchungsziel festlegen → z. B. Anteil produktiver Tätigkeiten eines Maschinenbedieners.

  2. Tätigkeitsarten definieren → z. B. Rüsten, Fertigen, Prüfen, Transport, Warten.

  3. Beobachtungsplan erstellen

    • Anzahl der Beobachtungen (abhängig von gewünschter Genauigkeit).

    • Zufällige oder systematische Beobachtungszeitpunkte festlegen.

  4. Beobachtungen durchführen

    • Beobachter notiert, welche Tätigkeit zum Beobachtungszeitpunkt ausgeführt wird.

  5. Auswertung

    • Anteil jeder Tätigkeit = (Häufigkeit der Beobachtung der Tätigkeit ÷ Gesamtzahl der Beobachtungen) × 100 %.

    • Ergebnis liefert Zeitstruktur (z. B. 60 % Fertigen, 20 % Rüsten, 10 % Warten, 10 % Wege).

3. Vorteile

  • Einfaches Verfahren, keine aufwendige Messtechnik.

  • Eignet sich für längere Zeiträume und mehrere Mitarbeiter gleichzeitig.

  • Liefert gute Ergebnisse für Prozentanteile.

4. Nachteile / Grenzen

  • Keine exakten Zeiten einzelner Vorgänge (nur statistische Anteile).

  • Relativ viele Beobachtungen nötig für hohe Genauigkeit.

  • Kann zu Verhaltensänderungen führen (Mitarbeiter wissen, dass sie beobachtet werden).

5. Beispiel (neutral)

Untersuchung: Ein Betrieb möchte wissen, wie ausgelastet die Maschinenbediener sind.

  • Tätigkeiten: Fertigen, Rüsten, Transport, Warten.

  • Über 200 zufällige Beobachtungen:

    • Fertigen = 120 → 60 %

    • Rüsten = 40 → 20 %

    • Transport = 20 → 10 %

    • Warten = 20 → 10 %

Ergebnis:

  • 60 % der Zeit wertschöpfend (Fertigen).

  • 40 % nicht wertschöpfend (Rüsten, Warten, Transport).

  • Ansatzpunkte für Verbesserungen: z. B. Rüstzeitoptimierung, Materialbereitstellung verbessern.

6. Merksatz

👉 MMA = stichprobenartige Beobachtung, um prozentuale Zeitanteile von Tätigkeiten zu bestimmen.

 

OEE – Overall Equipment Effectiveness

📘 OEE – Overall Equipment Effectiveness

1. Grundidee

  • Kennzahl zur Messung der Effektivität einer Produktionsanlage.

  • Beantwortet die Frage: „Wie gut wird eine Anlage im Vergleich zu ihrem theoretischen Optimum genutzt?“

  • Ziel: Verluste aufdecken und Verbesserungspotenziale sichtbar machen.

2. Formel

OEE = Verfügbarkeit x Leistung x Qualität

3. Bestandteile

🔹 Verfügbarkeit

  • Anteil der geplanten Produktionszeit, in der die Anlage tatsächlich läuft.

  • Verluste: Stillstände, Rüsten, Störungen.

  • Verfügbarkeit = Betriebszeit/geplante Produktionszeit

🔹 Leistung

  • Verhältnis von tatsächlich produzierter Menge zur theoretisch möglichen Menge bei Nennleistung.

  • Verluste: verringerte Geschwindigkeit, kleine Stopps.

  • Leistung = Ist-Ausbringung/Soll-Ausbringung bei Nennlesitung

🔹 Qualität

  • Anteil der gut produzierten Teile an der Gesamtproduktion.

  • Verluste: Ausschuss, Nacharbeit.

  • Qualität = Gutmenge/Gesamtmenge

4. Zielwerte

  • Weltklasse-OEE ≈ 85 % (Richtwert in Lean Production).

    • Verfügbarkeit ~ 90 %

    • Leistung ~ 95 %

    • Qualität ~ 99 %

👉 In der Praxis liegen viele Unternehmen deutlich darunter → Verbesserungspotenziale.

5. Beispiel (neutral)

Eine Abfüllanlage hat:

  • Geplante Produktionszeit: 480 min (8 h)

  • Ausfälle (Rüsten, Störungen): 60 min → Betriebszeit = 420 min

  • Theoretische Leistung: 100 Flaschen/min → 42.000 Stück

  • Ist-Leistung: 38.000 Stück produziert

  • Ausschuss: 1.000 Stück → Gutmenge = 37.000

Berechnung:

  • Verfügbarkeit = 420 / 480 = 0,875 (87,5 %)

  • Leistung = 38.000 / 42.000 = 0,905 (90,5 %)

  • Qualität = 37.000 / 38.000 = 0,974 (97,4 %)

👉 OEE = 0,875 × 0,905 × 0,974 = 0,772 = 77,2 %

Interpretation:

  • Anlage nutzt ihr Potenzial zu 77 %.

  • Hauptverluste könnten aus den 60 Minuten Ausfallzeit stammen → Ansatzpunkt: Rüstzeitoptimierung.

6. Vorteile

  • Klare, vergleichbare Kennzahl.

  • Zeigt wo Verluste entstehen (Stillstand, Geschwindigkeit, Qualität).

  • Grundlage für kontinuierliche Verbesserung (Kaizen, TPM).

7. Merksatz

👉 OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität → misst die Gesamteffektivität einer Anlage.

Poka Yoke

📘 Poka Yoke

1. Grundidee

  • Japanisch: „Poka“ = unbeabsichtigter Fehler, „Yokeru“ = vermeiden.

  • Entwickelt von Shigeo Shingo (Toyota).

  • Ziel: Fehlerquellen ausschalten, bevor sie zu fehlerhaften Produkten führen → Fehlervermeidung statt Fehlerkorrektur.

  • Prinzip: „Es soll gar nicht erst möglich sein, einen Fehler zu machen.“

2. Arten von Poka Yoke

  1. Verhindernde Poka Yoke

    • Fehler wird unmöglich gemacht.

    • Beispiel: USB-C-Stecker passt nur in einer Position.

  2. Entdeckende Poka Yoke

    • Fehler wird sofort erkannt, bevor er weitergegeben wird.

    • Beispiel: Montagevorrichtung meldet, wenn ein Bauteil fehlt.

3. Methoden / Beispiele

  • Mechanische Führung: Teile passen nur in richtiger Orientierung (Stecker, Bohrungen asymmetrisch).

  • Zählmethoden: Maschine läuft erst an, wenn alle Schrauben montiert sind.

  • Sensorik: Lichtschranke prüft Vollständigkeit.

  • Logik-Prüfungen: Software lässt nur korrekte Eingaben zu.

  • Checklisten / Farbmarkierungen: Verwechslungen verhindern.

4. Vorteile

  • Fehler werden direkt verhindert oder erkannt.

  • Qualität steigt, Nacharbeit & Ausschuss sinken.

  • Kostenreduktion durch weniger Nacharbeit, weniger Reklamationen.

  • Einfach, günstig, praxisnah – oft kleine Hilfsmittel statt teurer Prüfungen.

5. Grenzen

  • Nicht immer alle Fehler mit Poka Yoke lösbar.

  • Kann zu zusätzlicher Komplexität führen (z. B. zu viele Sensoren).

  • Muss gut in den Arbeitsprozess integriert werden.

6. Beispiel (neutral)

Montage von Batterien in Elektrogeräten:

  • Gefahr: Batterie wird falsch herum eingelegt.

  • Poka Yoke: Gehäuse und Batterieanschlüsse so gestaltet, dass nur die richtige Polarität möglich ist.

  • Ergebnis: Bedienfehler wird mechanisch ausgeschlossen.

7. Merksatz

👉 Poka Yoke = einfache technische oder organisatorische Hilfsmittel, um Fehler zu verhindern oder sofort zu entdecken.

 

Visuelles Management

📘 Visuelles Management

1. Grundidee

  • Visuelles Management = Informationen so darstellen, dass sie auf einen Blick verständlich sind.

  • Ziel: Transparenz schaffen, Abweichungen sofort sichtbar machen und eigenständiges Handeln ermöglichen.

  • Motto: „Was man nicht sieht, kann man nicht managen.“

2. Merkmale

  • Informationen werden einfach, klar und direkt dargestellt.

  • Jeder Mitarbeiter kann sofort erkennen:

    • Ist alles im Soll-Zustand?

    • Gibt es Probleme/Abweichungen?

    • Was ist zu tun?

3. Typische Formen des visuellen Managements

  • Farbmarkierungen (z. B. Bodenmarkierungen, Ampelsysteme).

  • Andon-Tafeln / Andon-Lampen (Statusanzeigen von Maschinen).

  • Kanban-Karten / Boards (Materialsteuerung).

  • 5S-Visualisierung (Markierungen für Werkzeuge, Schattenbretter).

  • Kennzahlen-Boards (Produktionsfortschritt, OEE, Qualität).

  • Piktogramme / Symbole (Sicherheitshinweise, Arbeitsanweisungen).

4. Ziele & Vorteile

  • Probleme sofort erkennbar → keine langen Analysen nötig.

  • Eigenständiges Handeln durch Mitarbeiter (Selbststeuerung).

  • Schnelle Kommunikation ohne viel Text.

  • Standardisierung (alle sehen denselben Status).

  • Unterstützt kontinuierliche Verbesserung (Kaizen).

5. Nachteile / Herausforderungen

  • Falsche oder unklare Visualisierung → Verwirrung statt Hilfe.

  • Erfordert Konsequenz in der Anwendung (z. B. 5S muss eingehalten werden).

  • Gefahr der Informationsüberflutung, wenn zu viel dargestellt wird.

6. Beispiel (neutral)

Montagearbeitsplatz in einer Fertigung:

  • Auf einem Produktionsboard werden täglich Stückzahlen dokumentiert:

    • Soll = 500 Stück

    • Ist = 470 Stück → Board zeigt „Gelb“ (Abweichung).

  • Zusätzlich: Bodenmarkierungen für Materialflüsse (Grün = Transportweg, Rot = Sperrzone).

  • Werkzeugschatten an der Werkzeugwand → fehlendes Werkzeug sofort sichtbar.

👉 Ergebnis: Jeder Mitarbeiter sieht sofort, ob alles im Plan ist, ob Material fehlt oder ob ein Werkzeug gesucht wird.

7. Merksatz

👉 Visuelles Management = Probleme und Abweichungen sofort sichtbar machen, damit jeder eigenständig reagieren kann.

Wartung

📘 Wartung

1. Grundidee

  • Wartung = geplanter Teil der Instandhaltung.

  • Ziel: Funktionsfähigkeit und Lebensdauer von Maschinen, Anlagen oder Betriebsmitteln erhalten.

  • Bestandteil der TPM (Total Productive Maintenance)-Strategie im Lean Management.

2. Begriffsabgrenzung (DIN 31051 – Instandhaltung)

Instandhaltung = Gesamtheit aller Maßnahmen, um den Sollzustand zu bewahren oder wiederherzustellen. Sie umfasst:

  1. Wartung → vorbeugende Maßnahmen (Schmieren, Reinigen, Nachstellen).

  2. Inspektion → Feststellen des Ist-Zustands (Kontrollen, Messungen).

  3. Instandsetzung (Reparatur) → Wiederherstellung nach Ausfall.

  4. Verbesserung → Steigerung von Zuverlässigkeit/Sicherheit.

3. Arten von Wartung

  1. Vorbeugende Wartung (präventiv):

    • Nach festen Intervallen oder Nutzungsdauer.

    • Beispiel: Ölwechsel alle 10.000 km.

  2. Zustandsorientierte Wartung:

    • Nur bei Anzeichen von Verschleiß oder Abweichungen.

    • Beispiel: Werkzeugwechsel nach Schwingungs- oder Temperaturanalyse.

  3. Reaktive Wartung (ausfallbedingt):

    • Erst eingreifen, wenn die Anlage ausgefallen ist → riskant, ungeplant.

4. Ziele der Wartung

  • Verfügbarkeit der Maschinen erhöhen.

  • Ausfallzeiten minimieren.

  • Lebensdauer verlängern.

  • Qualität sichern.

  • Kosten senken durch Vermeidung von Störungen und Notfallreparaturen.

5. Vorteile / Nachteile

Vorteile:

  • Planungssicherheit, weniger Stillstände.

  • Geringere Gesamtkosten (weniger Notfall-Einsätze).

  • Mehr Sicherheit für Mitarbeiter.

Nachteile:

  • Zusätzlicher Planungs- und Zeitaufwand.

  • Kosten für Ersatzteile und Service.

  • Zu häufige Wartung = unnötige Kosten.

6. Beispiel (neutral)

Fertigungsbetrieb mit Spritzgussmaschinen:

  • Wartung: Regelmäßiges Schmieren der Führungsschienen, Reinigung der Kühlkreisläufe.

  • Inspektion: Kontrolle von Hydraulikdruck und Temperaturfühlern.

  • Instandsetzung: Austausch defekter Hydraulikpumpe.

  • Verbesserung: Einbau eines Sensorsystems, das Verschleiß frühzeitig meldet.

👉 Ergebnis: Weniger ungeplante Stillstände, höhere Anlagenverfügbarkeit, bessere Produktqualität.

7. Merksatz

👉 Wartung = vorbeugende Maßnahmen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit einer Anlage. 👉 Instandhaltung = Wartung + Inspektion + Instandsetzung + Verbesserung.

Author

Enes U.

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