Was für Rückenmarksyndrome gibt es?
▪ Anatomie Rückenmark
▪ Einteilung nach Teil des RM im Querschnitt
▪ Einteilung nach Höhe
Wie ist die Anatomie des Rückenmarks?
Was für Querschnittsschädigungen gibt es?
▪ Querschnittlähmung
▪ Brown-Séquard-Syndrom
▪ Zentrale Rückenmarkschädigung
▪ Hinterstrangläsion
Was liegt bei einer Querschnittslähmung vor?
▪ Alle Strukturen auf einer Höhe des Rückenmarks
geschädigt
Wie werden Querschnittslähmungen unterteilt?
▪ Komplette Querschnittlähmung: zentrale Steuerung der Funktionen des Rückenmarks unterhalb der Läsion aufgehoben
▪ Inkomplette Querschnittlähmung: Funktionen teilweise erhalten
Was ist die komplette Querchnittslähmung?
▪ Doppelseitige zentrale Lähmung
▪ Sensibilitätsstörungen für alle Qualitäten
▪ Vegetative Störungen (Harn- und Stuhlverhalten)
Was ist das Brown-Séquard-Syndrom?
▪ Halbseitige Rückenmarkschädigung
▪ Ipsilateral
zentrale Parese (Pyramidenbahn)
Störung der Tiefensensibilität (Hinterstrangbahn)
▪ Kontralateral
Gestörtes Schmerz- und
Was ist die zentrale Rückenmarkschädigung?
▪ Kann durch Syringomyelie oder intramedullare Tumoren
ausgelöst werden
▪ Auf Höhe der Schädigung beide Vorderhörner betroffen
→ periphere Lähmung
▪ Schädigung der Pyramidenseitenstrangbahn
→ Unterhalb der Schädigung zentrale Lähmung
▪ Schädigung des Tractus spinothalamicus
→ querschnittsmäßige dissoziierte Sensibilitätsstörung
▪ Seitenhorn regelmäßig geschädigt
→ vegetative und trophische Störungen
Was ist die Hinterstrangläsion?
▪ Herabgesetzte Berührungsempfindung ipsilateral
Betrifft Lokalisation, Reizdiskrimination, Vibration
Sensible Ataxie
▪ Erhalten bleiben Schmerz- und Temperaturempfinden,
Muskeltonus und Reflexe
Wie ist die Einteilung der Rückenmarkläsion?
▪ Halsmarkläsion
▪ Brustmarkläsion
▪ Lumbalmark- , Kauda- & Konusläsion
Was ist die Halsmarkläsion?
Was ist die Brustmarkläsion?
Was ist die Lumbalmark-, Kauda- & Konusläsion ?
Wie ist die Epidemiologie der traumatischen querschnittsgelähmung ?
Epidemiologie
▪ Inzidenz in Industriestaaten: 10-30 / 1 Mio Einwohner
▪ Prävalenz: 300-1000 Fälle pro 100.000 Einwohner
▪ 70% Männer betroffen
▪ Ursachen meist Verkehrs- und Freizeitunfälle
Wie ist die pathophysiologie der traumatischen Querschnittlähmung?
Pathophysiologie
▪ Schädigung des RM direkt mechanisch und/oder indirekt
vaskulär (Ödembildung)
Was ist bei der traumatischen Querschnittslähmung die komplette und die Inkomplette Querschnitslähmung?
Komplette Querschnittlähmung
▪ Keine motorischen und sensorischen Restfunktionen in den Segmenten S4/S5 vorhanden
→ willkürliche Ansteuerung des M. sphincter ani ext. und Sensibilität in der Region aufgehoben
Inkomplette Querschnittlähmung
▪ Sensorische und sensible Restfunktion in S4/S5
▪ Auch bei vollständiger Plegie der Beine
→ „sakrale Aussparung“
Welche Symptome liegen bei einer traumatischen Querschnittslähmung vor?
Symptome
▪ Abhängig von Höhe und Schweregrad der Schädigung
▪ Zervikale Rückenmarkssegmente
→ Tetraparese/-plegie
▪ Hochzervikale Schädigung (oberhalb C4)
→ Zwerchfelllähmung (konsekutive Beatmungspflicht)
▪ Thorakale und Lumbosakrale Segmente
→ Paraparese/-plegie (Beine)
▪ Bei Verletzung autonomer Nervenbahnen
→ neurogene Harnblasen- und Darmfunktionsstörung
Wie wird die traumatische Querschnittslähmung eingeteilt ?
Einteilung anhand klinischer charakteristischer Merkmale
▪ Vorderes Rückenmark-Syndrom
→ Verletzung der vorderen 2/3 des Rückenmarks
→ Ausfälle der Motorik (Pyramidenbahn), Schmerz-/ und Temperaturwahrnehmung (Tract. spinothalamicus) + ggf. Blasenfunktionsstörung
▪ Brown-Séquard Syndrom
▪ Zentrales Rückenmarksyndrom
→ Verletzung zentraler Rückenmarkanteile (meist HWS)
→ Lähmungen der Arme > Beine
Wie ist der Verlauf der traumatischen Querschnittslähmung?
Verlauf
▪ Zu Beginn spinaler Schock mit Erlöschen aller Rückenmarkfunktionen
▪ Syndrome bilden sich über Tage und Wochen aus
▪ Schädigungen langer Bahnen haben bessere Prognose als die des Vorderhorns
▪ Unvollständige Restitution
→ spastische oder schlaffe Paresen, Gefühlsstörungen, Störungen der Blasen-/ und Darmentleerungsfunktion
▪ Häufig Potenzstörungen
Wie ist die Diagnostik der traumatischen Querschnittslähmung?
Diagnostik
▪ Anamnese (Hergang, Zeitpunkt, Symptomverlauf)
▪ Neurologische Untersuchung
▪ Bildgebende Verfahren (CT & MRT)
▪ Neurophysiologische Untersuchungen (SEP, MEP)
▪ Bei Polytrauma entsprechend weiterer beteiligter Bereiche
▪ Angiographie bei befürchteter Vertebraldissektion
Wie ist dabei die Klassifikation?
Wie ist die Therapie bei der traumatischen Querschnittslähmung?
Therapie
▪ Bei Kompression von RM oder Cauda → chirurgische Dekompression
▪ Intensivmedizinische Überwachung erforderlich
▪ Rehabilitation beginnt direkt postoperativ (Pflege und Physiotherapie)
▪ Funktionelles Training (Interdisziplinäre: Physio & Ergo)
Handfunktion durch Elektrostimulation unterstützt
Gehtraining mit Lokomat/Exoskelett
Wie sieht der Einsatz von Exoskeletten in der Gangtherapie aus?
Was für Schädel und Hirntraumata gibt es ?
▪ Schädeltraumen
▪ Schädel-Hirn-Traumen
▪ Traumatische Intrakranielle Hämatome
Wie werden die kopftraumen unterschieden?
→ betreffen nur knöchernen Schädel; Prellung oder Bruch
→ Schädeltraumen + Funktionsstörung und/oder Substanzschädigung des Gehirns
Wie ist die Ätiologie der Schädelprellung?
Ätiologie
▪ leichteste Form des Kopftraumas
▪ durch stumpfe Gewalteinwirkung wie Schlag, Stoß oder Sturz
Was sind die Symptome der Schädelprellung?
▪ Plötzlicher Kopfschmerz (Minuten bis Stunden)
▪ Keine Bewusstseinsstörung
▪ Bei Innenohrschädigung zusätzlich Schwindel, Nystagmus, Übelkeit & Erbrechen
Was ist die Diagnostik und Therapie derSchädelprellung?
▪ CT als Ausschlussdiagnostik von Schädelfraktur
▪ 1-2 Tage Schonung, keine Bettruhe
▪ Leichte Schmerzmittel
▪ Keine Krankenhausaufnahme
▪ Keine neurologischen Dauerfolgen
Welche Formen der Schädelfraktur gibt es ?
Formen
▪ Reine Kalottenfraktur (Impressions-, Biegungs- & Berstungsbruch)
▪ Fortsetzung der Bruchlinie in die Schädelbasis
▪ Reiner Schädelbasisbruch
▪ Ohne Impression sehr gute Heilungstendenz (keine chronischen Beschwerden erwartbar)
▪ Bei Impression häufig Schädigung der Hirnrinde
Was ist die Diagnostik der Schädelfraktur?
▪ Schädelbasisfrakturen
▪ Brillen- oder Monokelhämatom
▪ Auslaufen von Flüssigkeit aus Nasengang (Liquorfistel)
▪ Blutung oder Liquorabfluß aus äußerem Gehörgang
▪ Im CT gut erkennbar
Was für Komplikationen können bei der Schädelfraktur auftreten?
Komplikationen
▪ Riss der Meningea media kann Epiduralhämatom hervorrufen
▪ Impressionsfrakturen können zu Irritationen der Hirnrinde und epileptischen Anfällen führen
▪ Schädigung von Hirnnerven
In welche drei Schweregrade wird das Schädel-Hirn-Trauma eingeteilt?
Einteilung in 3 verschiedene Schweregrade:
▪ Leichtes Schädel-Hirn-Trauma
▪ Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma
▪ Schweres Schädel-Hirn-Trauma
→ Beurteilung u.a. mithilfe der Glasgow Coma Scale
Was testet die Glascow Coma Scale?
Was ist das leichte Schädel-Hirn-Trauma ?
Allgemein, inzidenz Symptome
Leichtes Schädel-Hirn-Trauma
▪ kurzzeitige Bewusstlosigkeit oder qualitative oder quantitative Veränderung der Bewusstseinslage <15 min
▪ Erinnerungslücke (retro-/anterograde Amnesie) <24 h
▪ Fehlen neurologischer Herdsymptome
▪ Score der Glasgow-Coma-Scale 13–15 (meist 15)
▪ Inzidenz bei 10/100.000
▪ 80% leichte SHT, 10% mittelschwere und 10% schwere SHT
▪ Symptome
▪ Sofort einsetzende Bewusstseinsstörung
▪ Meist Bewusstlosigkeit
▪ Teilweise Erinnerungsstörungen bis zu einer Stunde
(tlw. auch Zeit vor und während des Vorfalls)
▪ Kopf- und Nackenschmerzen
▪ Übelkeit/Erbrechen, Schwindel, Kreislaufprobleme
▪ Lichtempfindlichkeit
▪ Depressive Verstimmung/Reizbarkeit
Was ist die Diagnostik und die Therapie beim leichten SHT?
▪ Diagnostik
▪ CT/MRT
▪ Dopplersonografie bei Verdacht auf Karotisdissektion
▪ Therapie
▪ Symptomorientiert (kurzfristige Gabe von
Schmerzmittel, Tropfen gegen Übelkeit)
▪ Physiotherapie gegen Nackenschmerzen
▪ Entlassung meist nach einem Tag + schnelle Erholung
Was sind mittelschweres und schweres SHT?
Mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma
▪ GCS-Score zwischen 9-12
▪ Neurologische Herdsymptome möglich
▪ Verschlechterung zu schwerem SHT immer möglich
Schweres Schädel-Hirn-Trauma
▪ GCS-Score zwischen 3-8
▪ Posttraumatische Bewusstseinsstörung > 24h
▪ Auftreten von Hirnstammzeichen
Was sind die Symptome vom mittelschweren und schwerem SHT?
▪ posttraumatische Bewusstseinsstörung länger als 1 h,
▪ zerebrale Herdsymptome (z. B. Lähmung, epileptischer Anfall)
▪ traumatische Psychose
▪ Schweres SHT 15-20/100.00 Einwohner
▪ 30% versterben innerhalb weniger Stunden
▪ Meist durch Verkehrs- und Arbeitsunfälle
Was ist die Diagnostik beim mittleren und schweren SHT?
CT
▪ Meist frontobasale und temporolaterale Hirnanteile betroffen
▪ rindennahe gelegene oder tief ins Marklager reichende nicht
gefäßabhängige Läsionen
▪ Regelmäßige Verlaufskontrollen sinnvoll, da CT manchmal
erst zeitverzögert den klinischen Befund bestätigt
▪ Weitere Kontrollen notwendig bei raumfordernden
Hämatomen oder Ödemen mit steigendem ICP
MRT
▪ Hirnstammkontusionen
Was für Komplikationen und Pathologien gibt es beim mittleren und schweren SHT?
▪ Komplikationen
▪ Extrecerebrale und intrakranielle Blutungen
▪ Epi- und subdurale Hämatome
▪ Polytraume
▪ Pathologie
▪ Primäre mechanisch bedingte Läsionen
▪ Sekundäre reaktive Gewebsschädigungen (Ödeme, Ischämien, Blutungen)
Wie ist dort der Verlauf und die Therapie?
▪ Initiales Koma
▪ Delirantes Syndrom
▪ Korsakow-Syndrom
▪ Intubation wenn Atmung betroffen ist
▪ Messung und Regulation des intrakraniellen Drucks
Wie ist die Prognose beim mittleren und Schweren SHT?
Prognose
▪ Abhängig vom Alter, initialem GCS-Score, maximalem ICP, Begleitverletzungen und Komplikationen
▪ 1/3 der Pat. mit schwerem SHT, die es in Klinik schaffen, versterben
▪ Schlechte Prognose bei früh auftretenden Streckkrämpfen und bdst. geweiteten reaktionslosen Pupillen (>4h)
▪ 10% der Überlebenden nach Hirnstammkontusion im„PVS“ oder apallischen Syndrom (Wachkoma)
Zuletzt geändertvor 13 Tagen