Was sind Isotope?
Stressoren an der Oder
salzhaltige Einleitungen (z. B. aus Bergbau-/Industriewässern)
hohe Salzwerte können Lebensgemeinschaft direkt belasten und indirekt Algenblüten begünstigen
Stickstoff und Phosphor fördern Algenwachstum
wenn gleichzeitig wenig Wasser im Fluss ist, kippt das schneller in problematische Zustände (Algenblüten, Sauerstoffstress)
Dürreperioden → geringer Abfluss, höhere Wassertemperaturen, weniger Verdünnung von Salz/Nährstoffen/Schadstoffen und oft mehr Sauerstoffprobleme
Fischsterben 2022 wird in mehreren Auswertungen als Zusammenspiel beschrieben:
hohe Salzkonzentration + hohe Nährstoffverfügbarkeit + hohe Temperaturen + Niedrigwasser → starke Vermehrung der toxischen Alge Prymnesium parvum (Goldalge) und Toxinwirkung
auch nach 2022 gab es wieder lokale Fischsterben/Algenprobleme, weshalb u. a. über Entsalzungsmaßnahmen und strengere Steuerung von Salzfrachten diskutiert wird
neben “klassischen” Stoffen spielen Mikroplastik und damit gekoppelte Mikroben und Resistenzgene zunehmend eine Rolle
Strömung, Sedimente, Auenanbindung und Lebensräume verändern sich – oft zulasten von Laichplätzen, Makrozoobenthos und Auenökologie
Welche Isotope sind bei Nahrungsnetzen besonders relevant?
δ¹³C → Herkunft/Quelle der Nahrung (Ressourcenbasis)
δ¹⁵N → trophische Ebene (Position im Nahrungsnetz)
Isotopenmethode erklären (Grundprinzip)
Organismen übernehmen Isotopensignale aus ihrer Nahrung
vorhersagbare Anreicherung (Fractionation) von schweren Isotopen entlang der Nahrungskette
Vergleich von δ¹³C/δ¹⁵N zwischen Organismen → Rückschluss auf Nahrung & trophische Stellung
Was bedeutet „N = trophische Ebene“ bei δ¹⁵N?
δ¹⁵N steigt typischerweise pro trophischer Stufe an (Anreicherung)
daher eignet sich N gut zur Trophieabschätzung
Warum kann man trophische Ebene nicht gut über Kohlenstoff (δ¹³C) nachvollziehen?
δ¹³C ändert sich entlang trophischer Ebenen nur wenig
δ¹³C zeigt eher „woher kommt die Energie/Carbonquelle?“ statt „welche Stufe?“
Wie heißen die zu ¹³C und ¹⁵N leichteren Isotope?
¹²C ist leichter als ¹³C
¹⁴N ist leichter als ¹⁵N
Welches Isotop eignet sich besser für Ressourcenherkunft im Fließgewässer?
δ¹³C
weil es Quellen (z. B. terrestrisch vs. aquatisch produziert) besser trennt
Welche 2 Hauptquellen organischer Substanz im Gewässer gibt es?
allochthon (von außen, z. B. Land)
autochthon (im Gewässer produziert)
Allochthon vs. Autochthon: Definition + Beispiele
allochthon: Laub, Holz, Bodenpartikel, terrestrisches totes organisches Material
autochthon: Algen/Periphyton, Makrophyten, Phytoplankton, Biofilm-Produktion
Im Flussoberlauf: allochthoner oder autochthoner Eintrag wichtiger – warum?
meist allochthon wichtiger
Beschattung/Lichtmangel → geringere Primärproduktion
mehr Laub/Detritus aus Ufervegetation
Wo im Flussverlauf mehr allochthon vs. autochthon – kurz begründen
Oberlauf: allochthon (Beschattung, Laubeintrag)
Mittel-/Unterlauf: häufiger mehr autochthon (mehr Licht/Produktion; je nach Trübung)
Welche Methode ist neben stabilen Isotopen geeignet, Trophieebenen zu bestimmen?
Mageninhaltsanalyse (mikroskopisch)
optional/erweitert: DNA-Metabarcoding, Fettsäure-Biomarker (wenn im Kurs erwähnt)
2 Techniken zur Untersuchung trophischer Nahrungsnetze + Vor-/Nachteile
stabile Isotope:
integriert Nahrung über längere Zeit
− weniger „Feinauflösung“ einzelner Beutearten
Mageninhalt:
direkte Beutereste/„Momentaufnahme“
− stark zeitpunktabhängig, Verdauungs-Bias
Funktioniert Mageninhaltsanalyse bei Primärkonsumenten?
Ja – man kann Mageninhaltsanalysen auch bei Primärkonsumenten machen, aber Aussagekraft ist oft gering
mikroskopische Mageninhaltsanalyse besonders gut für Karnivoren (Beute lässt sich effizienter identifizieren)
zeigt sehr kurzfristige Ernährungsänderungen
bei Primärkonsumenten oft wenig aussagekräftig, weil viel Detritus ist
-> lässt sich schlecht eindeutig zuordnen
Keystone Species vs. funktionelle Redundanz
Keystone: überproportional wichtiger Effekt; Wegfall → starke Änderungen
Redundanz: mehrere Arten erfüllen ähnliche Funktion → System stabiler
Haupttreiber von Kohlenstoff in Süßwassersystemen
Verhältnis/Beitrag allochthon vs. autochthon
Licht, Nährstoffe, Hydrologie, Eintrag aus Einzugsgebiet (Landnutzung)
Eutrophierung im Fließgewässer
Definition
Seen vs. Flüsse
Ablauf
Einfluss auf hyporheisches Interstitial
Ursachen
Folgen
Prävention
Eutrophierung = Nährstoffüberschuss im Gewässer
durch Phosphor (P) und Stickstoff (N)
getrieben durch menschliche Aktivitäten
führt zu Verschlechterung der Gewässerqualität
Seen:
stehendes Wasser
tendenziell wärmer
oft weniger O₂
anfälliger („Nährstoffkreislauf“)
Flüsse:
Strömung
meist mehr O₂
kühler
insgesamt weniger anfällig
Nährstoffe werden entlang des Flusses transportiert („Nährstoffspirale“)
Erhöhter N- und P-Eintrag
Übermäßiges Algen-/Pflanzenwachstum
weniger Licht + mehr Abbau organischer Masse
Sauerstoff zehrt & Wasserqualität sinkt
Lebensraumverschlechterung
Flüsse haben Selbstreinigungskraft über das durchströmte, belebte Porensystem der Gewässersohle (Austausch Flusswasser ↔ Grundwasser)
Funktion: Abbau von Nähr- und Schadstoffen + Lebensraum
Problem bei Eutrophierung: Algen-/Feinsedimente begünstigen Kolmation → Selbstreinigung & Lebensraum gehen verloren
Natürliche Quellen:
Verwitterung
Auswaschung organischen Materials
Deposition
biologische Fixierung
natürliche Selbstreinigung
Anthropogene Quellen (Haupttreiber):
Industrie
Landwirtschaft
Abwässer
Landnutzungsänderung
Düngung + Erosion
Wasserqualität
O₂ sinkt
Lichtdurchlässigkeit sinkt
N- und P-Konzentrationen steigen
Biodiversität & Habitat
konkurrenzstarke, „eutrophe“ Pflanzen/Algen nehmen zu → Verdrängung
Kolmation → Verlust von Laichplätzen und Lebensraum
Risiko der Begünstigung invasiver Arten
Sozioökonomisch
schlechtere Badewasser-/Erholungsqualität
Tourismusverluste
teure Trinkwasseraufbereitung
Gesundheitsrisiken
Im Einzugsgebiet
Landwirtschaft: angepasste Düngung, Erosionsschutz, Zwischenfrüchte, Extensivierung
Stadt: Sturmwassermanagement
Im Gewässerraum
strukturverbessernde Maßnahmen
Flussrenaturierung
Pufferzonen/Uferstreifen
Wiederanbindung von Auen
Erosion von Feinpartikeln in Fließgewässer. Was kann passieren und warum ist das
schlecht?
wenn in Fließgewässer Feinpartikel erodiert werden, werden sie mit Strömung transportiert und lagern sich in ruhigen Bereichen und im Kieslückensystem ab
kann mehrere „Kettenreaktionen“ auslösen
Wasser wird trüb, Licht dringt schlechter ein → weniger Photosynthese
Feinpartikel können Kiemen/Filterorgane von Tieren belasten
Kolmation = Feinmaterial verstopft Porenräume im Kies/Schotter des Gewässerbetts
Folgen:
weniger Wasseraustausch zwischen Flusswasser und Porenraum
Sauerstoff kommt schlechter nach
entstehen leichter sauerstoffarme bis anoxische Zonen
Feinsedimente bringen oft auch organisches Material + Nährstoffe mit → mikrobielle Zersetzung zieht zusätzlich O₂ ab
Hyporheikum ist Übergangszone, wo Flusswasser in Untergrund einsickert und wieder austritt
Interstitial sind Hohlräume zwischen Kies/Steinen
Wenn diese Räume zu sind:
Lebensraum geht verloren
Stoffaustausch wird stark reduziert
viele Fische legen Eier in Kiesgruben
Feinsediment:
verklebt Zwischenräume → Eier ersticken, weil O₂-Nachschub fehlt
erschwert das Schlüpfen/Abwandern der Larven
Feinpartikel haben große Oberfläche → binden leicht
Phosphor/Nährstoffe → Eutrophierungsimpulse
Schadstoffe/Metalle → Eintrag in sensible Bereiche des Systems
Mikroorganismen
Meiofauna
Makrozoobenthos zwischen Kies
frühe Lebensstadien vieler Arten: Eier/Larven
„Bioreaktor“ des Flusses (zentrale Abbau- und Umwandlungsprozesse):
Abbau von organischer Substanz
Nährstoffumsetzungen
stabilisiert Wasserqualität
Basis für Nahrungsketten
Refugium: Hyporheikum kann Rückzugsraum sein
Hyporheisches Interstitial: was ist das und wer lebt dort?
Übergangsraum zwischen Flusswasser und Grundwasser im Sediment
Lebensraum für kleine Wirbellose, Mikroorganismen
wichtig für Stoffumsatz, Nährstoffretention, Refugium
WRRL: 4 biologische Qualitätskomponenten (Fließgewässer)
Fischfauna
Makrozoobenthos (MZB)
Phytobenthos
Makrophyten (bei Standgewässern statt Phytobenthos oft Phytoplankton)
Invasive Arten in Fließgewässer: Eintragswege
Schifffahrt (Ballastwasser, Biofouling)
Kanäle/Verbindungen zwischen Einzugsgebieten
Angeln/Bootsport (Geräteverschleppung)
Aquarien-/Teichhandel (Aussetzen/Entkommen)
Beispiel für Binnenverbreitung durch Kanäle
Rhein-Main-Donau-Kanal als „Korridor“ zwischen Einzugsgebieten
Maßnahmen gegen Ballastwasser-Verschleppung (Prinzip)
Ballastwasser-Management (Behandlung/Wechsel außerhalb sensibler Bereiche)
Ziel: weniger lebende Organismen werden transportiert/ausgebracht
Warum ist Eindämmung invasiver Arten in aquatischen Systemen so schwierig?
Gewässer sind stark vernetzt
Ausbreitung oft schnell, Monitoring schwierig
beste Strategie häufig: Prävention (Verhindern des Eintrags)
Hydrologische Extremereignisse: Auswirkungen (Flut, Austrocknung)
Flut/Hochwasser
Habitat wird umgelagert: Sedimenttransport, Kolkbildung, Umlagerung von Kies/Sand
Drift/Verlust von Organismen, aber auch Ausbreitung/Neubesiedlung möglich
starke Trübung → weniger Licht → Produktion ↓ (kurzfristig)
Austrocknung/Niedrigwasser
Lebensraum bricht weg → Stress/Verluste, Fragmentierung in Restpfützen
Temperatur ↑, Sauerstoff ↓ → Fisch-/Wirbellosensterben möglich
Nahrungsnetze vereinfachen sich, „Refugien“ (tiefe Kolke, Grundwasseranschluss) wichtig
Verlust von Gewässerrandstreifen: Folgen
Lichtverhältnisse verändern sich (mehr direkte Einstrahlung)
allochthoner Eintrag ↓ (weniger Laub/Detritus)
Erosion/Sedimenteintrag ↑ → Kolmation des Kieslückensystems
Nährstoffeintrag kann steigen (Düngung/Abschwemmung näher am Ufer)
Erfolgsfaktoren Fließgewässerrenaturierung
Einzugsgebiet mitdenken (Nährstoffe, Sedimente, Hydrologie) statt nur „vor Ort“
Raum geben: Auenanbindung, Laufentwicklung zulassen, Eigendynamik fördern
Durchgängigkeit (für Sedimente & Organismen) verbessern
naturnahes Abflussregime / weniger harte Regulation (wo möglich)
langfristige Pflege/Monitoring + realistische Ziele (Leitbild)
Nicht-bauliche Renaturierungsmaßnahmen (explizit „nicht Artenvielfalt“)
Nährstoffeinträge senken (Düngemanagement, Abwasser/Einträge reduzieren)
Erosionsschutz im Einzugsgebiet (Bodenbedeckung, Bewirtschaftung anpassen)
Gewässerrandstreifen/Schutzstreifen etablieren & bewirtschaftungsfrei halten
Wasserentnahme managen (Niedrigwasser entschärfen)
invasive Arten: Prävention & Hygiene (Boote/Geräte reinigen, Aufklärung)
Invasive Arten via Schifffahrt: direkt vs. indirekt + Beispiele
direkt
Ballastwasser: Organismen werden aufgenommen/ausgebracht
Biofouling: Bewuchs an Rumpf/Anker/Material wird verschleppt
indirekt
Binnenverbreitung über Kanäle (neue Verbindung von Einzugsgebieten)
Beispiel: Rhein–Main–Donau-Kanal als Korridor
Vegetarische Ernährung: Einfluss auf Nährstoffeintrag in Fließgewässer
weniger Tierproduktion → oft weniger Gülle/Mist → N- und P-Überschüsse ↓
potenziell weniger Nitrat-Auswaschung & geringere Nährstofffrachten in Gewässer
Effekt hängt von Landwirtschaft ab:
wie viel Mineraldünger genutzt wird
Fruchtfolgen, Bodenbedeckung, Erosionsschutz, Randstreifen
Wie trägt eine invasive Art Energie aus einer Ressource in höhere trophische Ebenen weiter?
wird mit stabilen Isotopen erfasst:
δ¹³C: Hinweis, aus welcher Ressource Energie stammt bzw. ob eine invasive Art Energie in höhere Ebenen „transportiert“
δ¹⁵N: zeigt trophische Position und ob sich trophische Ebenen durch die Invasion verschieben
Auswirkungen invasiver Arten auf Nahrungsnetze (limnische Systeme)
Direkte Auswirkungen (trophisch):
Prädation (Invasor greift in bestehende Räuber-Beute-Beziehungen ein)
Konkurrenz & Wettbewerb mit Konsumenten oder Produzenten → verschiebt Ressourcen- und Konsumentenanteile
Indirekte trophische Auswirkungen:
Änderungen bei Produzenten/Konsumenten können Kaskaden über mehrere Ebenen auslösen
Indirekte nicht-trophische Auswirkungen:
Effekte, die nicht über „Wer frisst wen“ laufen (z. B. Habitat-/Interaktionsänderungen)
Was bestimmt die Stärke/Richtung der Effekte?
Autökologie (individuell/art-/populationsbezogene Merkmale)
Abiotik (Habitatheterogenität, pH, Temperatur, Sauerstoff)
Synökologie (Eigenschaften der nativen Gemeinschaft: Nahrungsnetz, native Generalisten)
mehrere Eindringlinge + multiple Stressoren (kombinierte/wechselwirkende Effekte)
Methoden zur Ermittlung der Stellung im Nahrungsnetz
Mikroskopie: Identifikation der aufgenommenen Ressourcen im Magen/Darm
besonders gut bei Karnivoren
technisch/laborativ relativ einfach
Metabarcoding: genetische Auswertung von Mageninhalten
Einschränkung: bei Primärkonsumenten oft geringe Aussagekraft (z. B. „amorpher Detritus“)
δ¹⁵N: zeigt, auf welcher trophischen Ebene Konsumenten stehen bzw. ob sich ihre Position verschiebt
δ¹³C: zeigt Energiequelle (z. B. ob Energie aus benthischen Ressourcen in höhere Ebenen „hochgetragen“ wird)
wichtiger Punkt: Isotope erfassen langfristige Effekte, nicht nur Momentaufnahmen
Prinzip: Mit jedem trophischen Transfer kann sich das „schwere“ Isotop anreichern
Grenzen im Freiland:
überlappende Isotopensignaturen der Ressourcen
Konsumenten außerhalb des Mischungsraums
Isotopenadditions-Experimente, um Stoff-/Energieflüsse gezielter nachzuverfolgen
Wasserstoffisotope als alternativer Tracer
Nutzung vorhandener Ernährungs-/Link-Informationen aus der Literatur, um trophische Links und damit trophische Positionen zuzuordnen
für Konstruktion und Berechnung (u. a. „trophische Ebene jedes Konsumenten“) werden Software/Ansätze genannt
im Fließgewässer wird oft über Ernährungstypen eingeordnet (z. B. Grazer/Weidegänger, Detritivore/Collectors mit Shreddern & Filtrierern; Omnivore, invertebrate Räuber, Fische)
ist eher funktionelle Einordnung und kann als Proxy für die Stellung im Nahrungsnetz dienen
Nahrungsnetz
Nahrungsnetz ist System verbundener Nahrungsketten
Summe aller trophischen Beziehungen zwischen Komponenten eines Ökosystems
Nahrungskette vs. Nahrungsnetz
Nahrungskette: linear (A → B → C)
Nahrungsnetz: mehrere, überkreuzte Beziehungen gleichzeitig – weil “Kette” Komplexität der Interaktionen nicht ausreichend beschreibt
Typischer Aufbau (trophische Ebenen)
4 Ebenen:
Produzenten
Primärkonsumenten
Sekundärkonsumenten
Endkonsumenten
plus Destruenten zur Remineralisierung toter organischer Substanz
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