Was ist Aufmerksamkeit?
Selektive Auswahl von Informationen die weiterverarbeitet werden
Weshalb kommt es zur selektiven Auswahl? —> Sensorischer Input größer als kognitive Verarbeitungskapazitäten
Nicht-Wahrnehmung von Reizen wegen beschränkter Aufmerksamkeit nennt man Inattentional Blindness
Nicht-Wahrnehmung der Änderung eines Reizes wegen beschränkter Aufmerksamkeit nennt man Change Blindness
Wie “passiert” Aufmerksamkeit?
Overt Orienting
Aufmerksamkeit wird durch eine Bewegung der Sinnesorgane induziert
z.B. Bewegung der Augen (Sakkaden) oder des Kopfes
Covert Orienting
Aufmersamkeit wird ohne Bewegung von Sinnesorganen, sondern im Kopf gelenkt
Was entscheidet darüber worauf die Aufmerksamkeit gelenkt wird und welche 2 Verarbeitungswege gibt es?
Salienz (Auffälligkeit) eines Stimulus entscheidet darüber worauf die Aufmerksamkeit gelenkt wird
2 Wege wie Aufmerksamkeit verarbeitet wird:
Endogenous (Top-down) -> Aufmerksamkeit z.B. durch Versuchsbedingungen vorgegeben
Exogenous (Bottom-up) -> Identifikation des hervorstechenden Stimulus
Was sagt die Merkmalsintegrationstheorie – Feature Integration Theory nach (Treisman & Gelade, 1980) aus?
Parallel / Pop-out / bottom-up
präattentive Verarbeitung
basierend auf einzelnen Merkmalen
Unterschied in einer visuelle Eigenschaft
Anzahl der Distraktoren irrelevant
Serial / conjunction search / top-down
Einzelne Merkmale (z.B. Farbe, Form, Orientierung) werden zunächst getrennt verarbeitet und durch fokussierte Aufmerksamkeit zu kohärenten Objekten integriert
attentive Verarbeitung
integriert mehrere Merkmale
Unterschied in 2 visuellen Eigenschaften (z.B. Farbe & Form)
Anzahl der Distraktoren erhöht Reaktionszeit
Wo im Gehirn findet die Aufmerksamkeitsverarbeitung statt?
Parietallappen: Teil der Dorsal Route
Lateral Intraparietal Area (LIP): Reagiert auf unerwartete externe sensorische Reize
Initiierung von Augenbewegungen (Sakkaden) → overt orienting
TMS-Studie:
Beeinträchtigung im Parietallappen führt zu Problemen in Conjunction, aber nicht Pop-out search (Ashbridge et al., 1999)
Was zeigen Läsionen im Parietallappen?
TMS-Studie: Beeinträchtigung im Parietallappen führt zu Problemen in Conjunction, aber nicht Pop-out search (Ashbridge et al., 1999)
Keine retinotopische Repräsentation wie in V1, aber Aktivierung ist gradiert, sodass Stimuli im rechten Sichtfeld zu stärkerer Aktivierung im linken Parietallappen führen
Hemispatial neglect (= Ausfall) -> d.h. Reize eines Gesichtsfeldes werden nicht exploriert / beachtet
Wichtig: Defizit nicht auf sensorischer Ebene! → Aktivierung in V1 normal (Rees et al., 2000)
Welches Problem tritt auf bei exekutiven Funktionen auf und wie löst es der menschliche Körper?
Problem: Degrees-of-Freedom, sogar für relative einfache Aufgaben (z.B. Licht anschalten)
Generalised Motor Programmes:
Kodierung von Aspekten der Bewegung
z.B. Sequenz von Muskelaktivierung
Überträgt sich zwischen Domänen (cf. Handschrift) - z.B. ist es egal mit welcher hand ich schreibe
Wofür ist der Primary Motor Cortex zuständig?
Somatotopische Organisation: verschiedene Körperteile sind geordnet, systematisch im Kortex repräsentiert (benachbarte Körperstellen -> benachbarte Neurone im Gehirn)
Lateralisierung: Rechte Gehirnhälfte für linke Körperteile zuständig & vice versa
Hemiplegia: Läsion, die zur Paralyse bestimmter Körperteile führt
Mehr Gehirnareal für Körperteile, die Feinmotorik brauchen (z.B. Hand, Lippen)
Wie werden Sakkaden ausgelöst?
Extern induziert (durch äußeren Reiz oder Instruktion) vs. Selbstgesteuert (“Ich entscheide jetzt zu schauen”)
Bottom-up (Aufmerksamkeitslenkung durch Salienz des Reizes) vs. Top-Down (Aufmerksamkeitslenkung durch Ziele, Wissen, Erwartungen,…)
Sakkaden werden nicht über den Primary Motor Cortex gesteuert wie bei allen anderen selbstgesteuerten Bewegungen
Selbstgesteuerte Sakkaden werden über die Frontal Eye Fields (FEF) gesteuert
Wie ist die hierarchische Struktur der Motor-Areale?
Primary Motor Cortex
Selbstgesteuerte Bewegungen (außer -> Frontal Eye Field)
Premotor Cortex
Modulierung des Primary Motor Cortex
Interaktionen mit Objekten (z.B. Tasse Kaffee kochen) über Lateral Premotor Cortex
Spontane, gelernte Aktionen aus dem Gedächtsnis (z.B. Instrument spielen) über Supplementary Premotor Cortex
Präfrontale Kortex
Planung & Beibehaltung des Ziels während der Umsetzung
Wer entscheidet das Ziel der Aktion?
Fingerbewegung nach freiem Willen vs. wenn der Finger berührt wurde: Aktivierung in Dorsolateral Prefrontal Cortex (Frith et al., 1991)
Phineas Gage: Persönlichkeitsveränderung nach präfrontaler Läsion: Impulsivität
Was ist der Unterschied zwischen Nachahmung und Imitation?
Nachahmung: Nachmachen von Aktionen, ohne deren Ziel zu verstehen
Imitation: Nachahmen von Aktionen mit dem Verständnis, wie sie zum Ziel führen
Spiegelneuronen (Di Pellegrino et al., 1992):
In Affen: Premotor Cortex (F5)
Single-Cell Recordings: Aktivierung bei Aktion oder Beobachten der Aktion
Nur bei zielgerichteter Aktion (z.B. wenn ein Objekt automatisch bewegt wird vs. wenn jemand es bewegt um ein Ziel zu erreichen)
In Menschen: Noch unklar, welche Rolle sie genau spielen (wahrscheinlich nicht im Autismus)
Wie erfolgt die Nutzung von Werkzeugen?
Werkzeug: Ein Objekt für eine zielgerichtete Aktion, das mit einer spezifischen Aktion verbunden ist (Hammer, Tasse, Stift…)
Physiologische & neurophysiologische Voraussetzungen bei Menschen:
Aufrechter Gang → Hände frei
Längerer Daumen als z.B. bei Schimpansen
Größere Fläche in der Motorkortex für Handbewegungen
Was sind exekutiven Funktionen?
Exekution Funktionen sorgen für Optimierung der Aktionen und des Verhaltens unter Berücksichtigung der Bedingungen
Basiert auf Präfrontaler Kortex: Größer bei Primaten als anderen Tieren und bei Menschen als in anderen Primaten
Dissoziationen zwischen Aktionen und exekutiven Prozessen:
Automatisierte Aktion, z.B. Fahrradfahren (Aktion ohne Exekutive)
Durchdenken einer Aktion, z.B. was passiert, wenn ich ein Objekt von einem wackeligen Regal nehme? (Exekutive ohne Aktion)
—> Exekutive Funktionen sind die Fähigkeit Handlungen von ihrer Ausführung zu entkoppeln
Welche exekutive Funktionen gibt es im Arbeitsgedächtnis?
Zentrale Exekutive: Kontrolle & Regulierung von kognitiven Prozessen
Koordinierung von eingehenden Informationen
Inhibition
Selektive Aufmerksamkeit
Neuronale Korrelate: Im Präfrontalen Kortex
Was sagt das Arbeitsgedächtnismodell von Baddeley (1980) aus?
Central Executive = Kontrollinstanz, die Aufmerksamkeit lenkt und entscheidet was gerade relevant ist. Stark mit dem präfrontalen Kortex assoziiert
Phonologischer Speicher = sprachlich-aukustische Arbeitsgedächtnis für inneres Nachsprechen, Wörter, Zahlen,…
Visuell-räumliches Sketchpad = Visuell-räumliches Arbeitsgedächtnis für Formen, Farben, mentale Bilder
Episodischer Puffer = Verknüpft visuell-räumliche sowie phonologische Infos und Infos aus dem Langzeitgedächtnis -> erzeugt bedeutungshaltige Einheiten (“Episoden”)
Wie kommt es zu kognitiven Konflikten? Z.B. den Stroop Effekt?
Stropp-Effekt: Benenne die Farbe der Schrift: blau lila gelb grün (jeweils in anderer Farbe als geschrieben steht)
Kognitiver Konflikt entsteht durch unterschiedliche Automatisierungsgrade
Lesen ist stark automatisiert
Beide Prozesse (Wort lesen und Farbe phonologisch erkennen) münden in demselben motorischen Output (Sprachantwort)
Irrelevante Informstion muss erst unterdrückt werden (Inhibition)
Zuletzt geändertvor 22 Tagen