Carl Rogers
Aktualisierungstendenz
= jeder Mensch hat ein sich innewohnendes Potenzial zur Selbstverwiklichung und zur konstruktiven Veränderungen
= bewertet Erfahrungen danach, ob sie für den Organismus erhaltend oder hemmend sind —>Bewertungsprozess auf verschiedenen Ebenen
Baby —>Hungergefühl (ungut) —>Sättigung (gute Erfahrung)
Inkongruenz
= eine Person macht Erfarhungen, die nicht mit dem Selbstbild übereinstimmen
= organismisches Erleben vs. Selbstkonzept
(Aktualisierung vs. Selbstaktualisierung)
Selbstaktualisierungstendenz
= zu organismischen Bewertungsprozess kommt Bewertung durch menschliche Beziehung —>Entwicklung des Selbstkonzepts
= gesunde, psychische Entwicklung des Kindes abhängig von förderlichen Entwicklungsbedingungen (Kongruenz, Wertschätzung, Empathie)
—>unbedingte Wertschätzung der Bezugsperson zum Kind am wichtigsten
—>Kind richtet sich nach Eltern, was diese als “gut” und “schlecht” bewerten mehr als nach den organischen Bewertung
—>Prägungen entstehen durch “bewertende Brille” der Erwachsenen
Bsp. Kind ist hingefallen, weint fast (organ. Bew. durch Akt.tend.)
—>Kind merkt das Vater, dass missbilligt
—>Kind schluckt Tränen herunter + fröhliches Gesicht (Bew. d. Erleben d. Selbstak.tend.)
—>Wiederholung = Selbstbild = mir machen Schmerzen nichts
=> Kind identifiziert sich mit Wünschen d. Erwachsenen
Empathisches Verstehen
= Berater nimmt inneren Bezugsrahmen d. Klienten mit allen emotionalen Bedeutungen wahr, um die subjektive Wirklichkeit d. Klienten zu verstehen
Gesprächstechniken
Gesprächstechniken (EAKMVGFH)
Empathisches Zuhören
Aufgreifen d. vorherrschenden Gefühls
Konkretisieren d. Verstehens
“Können Sie das genauer schildern?”
Konkretisierungsanforderung
Perspektivenwechsel —>Konkretisieren/ Abstrahieren
Den Wunsch aufgreifen
pos./ neg. Verbalisierung
momentane Empfinden ansprechen
Verdeutlichen d. lebensgeschichtl. Kontextes
Gespräch strukturieren
Das “Hier & jetzt” betonen
Den roten Faden aufgreifen
Rekapitulieren
Fragen stellen
öffende, kraftgebende Fragen
zirkuläres Fragen
Skalierungsfragen
Wunderfrage
Fantasiereise in die Zukunft
Hilfen zur Entscheidungsfindung
Anregen von Verhaltensweisen
Hinterfragen von Verhaltensweisen
Unbedingte Wertschätzung
= Person d. Klienten wird ohne Bedingung angenommen & geachtet, unabhängig davon, wie das Verhalten oder Aussehen bewertet wird
= Durch Akzeptanz kann d. Klient Angst & Verteidungshaltungen abbauen und sich leichter akzeptieren
Anerkennen/ Ermutigen
Solidarisieren
Was ist Anerkennen/ Ermutigen?
jedem Bemühen Aufmerksamkeit geben & kleinste Schritte anerkennen
alles aufgreifen, was vom gewöhlichen Muster/ Verhalten abweicht
entscheidend:
non-verbales Verhalten des Beraters
teilt Klient Kongruenz mit (ob der Berater es ernst meint)
Bsp. “Ich bewundere ihre Ausdauer. Jetzt kam wieder Ablehnung, Sie geben aber nicht auf.”
Was ist Solidarisieren?
eindeutig für Klient Partei ergreifen
heißt nicht für sein Verhalten (Bsp. Straftat), aber zu vermitteln, dass Klient geachtet wird & Sichtweisen verstehen + helfen pos. Weg einzuschlagen
Kongruenz
Kongruenz (Echtheit)
= Berater begegnet dem Klienten authentisch als Person und ist offen für das eigene Erleben, ohne sich hinter einer professionellen Rolle zu verstecken
= notwendig, damit der Klient das Beziehungsangebot als stimmig erfahren und Vertrauen fassen kann
Beziehungsklären
Selbsteinbringen
Konfrontieren
Was ist Beziehungsklären?
Beziehungserwartung & -bedürfnisse klären des Klien + Beraters
Klient wird immer wieder testen, ob Verhalten wirklich “echt” ist (d. Beraters)
Was ist Selbsteinbringen?
Ich-Botschaften, Fragen nicht ausweichen zur eigenen Person (Berater), Fehler zugeben
nicht nur Gefühle auch Verhalten d. Klienten einschätzen, aber nicht bewerten (benötigt vertraute Beziehung)
Grenzen: persönlicher Bereich, privaten Bereich des Beraters schützen
Was ist Konfrontieren?
= durch Aufzeigen von Widersprüchen (bei vertrauter Beziehung + Ich-Botschaften “Mir fällt auf…”)
Widersprüche zwischen
verbalen und nonverblen Verhalten
Verhaltensweisen, die Klient zeigt und anstrebt
die sich im Laufe des Gespräches ergeben
Bild von Klient selbst + Bild das Berater von Klient hat
beschreiben Grad der Einbindung und Mitbestimmung von Klienten in Entscheidungsprozesse, die ihre eigene Gesundheit oder ihr Leben betreffen
Partizipation = Teilhabe, Teilnahme und Mitwirkung
Ziel = Klient kann Probleme und Ziele selbst mitbestimmen
Stufen der Partizipation
Welche Stufen gehören in die Nicht-Partizipation?
Nicht-Partizipation
Auf dieser untersten Ebene findet keine echte Beteiligung statt.
Instrumentalisierung: Betroffene werden lediglich für die Zwecke anderer benutzt
Anweisung: Die Fachkraft gibt vor, was zu tun ist, ohne den Betroffenen einzubeziehen
—>paternalistisches Entscheidungsmodell = Fachkraft entscheidet aufgrund ihres Wissens allein, was das Beste für den Klienten ist.
Welche Stufen gehören in die Vorstufen der Partizipation?
Vorstufen der Partizipation
Hier beginnt eine schrittweise Einbindung, jedoch ohne echte Entscheidungsmacht der Betroffenen.
Information: Der Klient wird über Maßnahmen informiert.
Anhörung: Die Meinung des Betroffenen wird eingeholt, hat aber noch keinen verbindlichen Einfluss auf das Ergebnis.
Einbeziehung: Betroffene werden in Prozesse integriert, die finale Entscheidungsgewalt bleibt jedoch bei den Fachkräften.
Welche Stufen gehören in die Partizipation?
Partizipation
Dies ist der Bereich der echten Mitwirkung und Partnerschaft.
Mitbestimmung: Klienten haben eine aktive Stimme im Prozess. Was für Probleme sind relevant?
Teilweise Entscheidungskompetenz: Die Verantwortung für bestimmte Bereiche wird geteilt.
Entscheidungsmacht: Der Klient hat das entscheidende Wort
—>Shared Decision Making (SDM) = Klient und Fachkraft sind gleichberechtigt, treffen aktiv auf Basis geteilter Informationen eine Entscheidung
Was ist die Selbstorganisation?
Selbstorganisation
= höchste Stufe, bei der Klient seine Belange eigenständig und ohne Steuerung durch Fachkräfte organisiert
koventionelle Arbeitsweise vs. partiziptative Arbeitsweise
koventionell
Experte = Fachperson
Kommstruktur (Klient kommt zu Berater)
Arbeit ist eine beratende, behandelnde, erzieherische Tätigkeit
paritzipativ
Experte = Katalysator, die Problemdefinition und -lösungen anregen
Gehstruktur (Berater geht auf Klient zu)
Hilfsangebote sind lebensweltorientiert in Sprache und Zielsetzung (Setting-Ansatz)
Arbeit ist eine aktivierende, unterstützende, fordernde Tätigkeit
Ziel der Arbeit ist es, ein selbst bestimmtes Handeln in der Problemsituation zu unterstützen (Empowerment)
Modelle der Entscheidungsfindung
Abnehmende Rolle der Pflege von links nach recht àZunahme Aktive Rolle des Patienten
Paternalistisches Entscheidungsmodell
Annahmen:
nur eine = beste Behandlungsmöglichkeit
Fachkraft verfügen über Fachwissen + kennen besten Verfahren + können Entscheidungskonsequenzen besser überblicken
Fachpersonen handeln zum bestmöglichen Wohl des Patienten
Merkmale:
keine gleichberechtigte Beziehung zwischen Patient und Fachkraft
Entscheidungen treffen Fachpersonen
Wünsche oder Präferenzen des Patienten werden nicht berücksichtigt
Informationsmodell
Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit Krankheit (im Fokus)
mündiger Patient, der am besten weiß, was für ihn gut ist
Fachpersonen bringen Fachwissen + Fertigkeiten ein
Patient bringt Präferenzen, Einstellungen + Werte ein
Patient trifft nach umfassender Information Entscheidung allein
Partizipative Entscheidungsfindung
gleichberechtigte, aktive Beteiligung von Patienten und Fachpersonen an gemeinsamer Entscheidungsfindung
Basis: geteilte Informationen
Fachpersonen: Fachwissen + Fertigkeiten
Patient*in: Präferenzen, Einstellungen, Werte + Gefühl
Welche Einflussfaktoren gibt es?
Einflussfaktoren partizipativer Entscheidungsfindung
Alter, Bildungsstand
—>Kompetenzen, kognitive Fähigkeiten, Informationen zu bewerten, Gesundheitskompetenz (wichtig, damit überhaupt SDM stattfinden kann)
Hinweise, dass Präferenzen bei Entscheidungsfindung mit Stadium bzw. Bedrohlichkeit von Erkrankungen variieren
Zufriedenheit mit der Behandlung, internale Kontrollüberzeugung
->Menschen, die davon überzeugt sind ihr Leben bestimmen zu können, haben keine externale Kontrollüberzeugung
Choice Talk
Ziel: Klient*innen wissen, dass verschiedene Optionen existieren und eine gemeinsame Auseinandersetzung damit erfolgen kann; Gesprächsbasis schaffen
Zusammenfassung des identifizierten Problems/ Ausgangslage
Misstrauen abbauen indem klar gesagt wird, dass eine gemeinsame Diskussion über verschiedene Optionen erfolgen wird
Abschluss der Einleitung, Überleitung zur Vorstellung der einzelnen Optionen
“Es ist mir wichtig, dass wir gemeinsam überlegen, was für Sie passt.?”
->Validierung der Gefühle, Paraphrasieren, Empathie, Echtheit, Wertschätzung
Option Talk
(1) Welche Informationen sind bereits vorhanden?
„Was haben Sie bereits gehört und/oder gelesen über…?“
Einschätzen, wie gut Pat. informiert ist
(2) Alle Handlungsoptionen aufführen
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von bspw. Behandlungsmöglichkeiten herausarbeiten
Vorteile und Nachteile jeder Handlungsoption offenlegen, möglichst neutral kommunizieren, Prognosen ebenfalls wichtig
(3) Entscheidungsunterstützung für Pat. bereitstellen
Entscheidungsunterstützungstool angemessen anhand Pat. auswählen und anbieten
Gemeinsam Unklarheiten bei Pat. klären und auf Fragen eingehen
(4) Zusammenfassung
PFK listet Handlungsoptionen erneut auf
Pat. wird aufgefordert erneut wiederzugeben
Decision Talk
Grundvoraussetzung: ethische Haltung & umfangreiche Kommunikationsskills
(1) Fokus auf Präferenzen
Was ist dem Klienten am wichtigsten?
Besonders wichtig über zukünftige Szenarien nachzudenken, die der Klient bisher nicht erlebt hat
“Was ist Ihnen am wichtigsten?”
(2) Herausfinden der Präferenzen
Bereitschaft mehr Zeit zur Verfügung zu stellen
Klient*innen anbieten, sie zu leiten in ihrer Entscheidung
Möglichkeit der Diskussion mit anderen Personen in anderen Settings
(3) Eine Entscheidung treffen
Abfrage offener Fragen und Informationsbedarf
Bereitschaft eine Entscheidung zu treffen abfragen
(4) Reflexion anbieten
Wenn möglich Reflexion der Entscheidung anbieten
Reflexion als Möglichkeit für guten Abschluss
Nächsten Schritte besprechen, die mit der Entscheidung einhergehen!!!
Pflegeberatung
Was ist Beratung?
„Beratung ist eine als Kurzzeitintervention konzipierte Unterstützung, die das Ziel verfolgt, Strategien zur Problemlösung zu entwickeln. Sie ist auf einen bestimmten Zeitraum bezogen und nicht dauerhaft angelegt.“
(Zentrum für Qualität in der Pflege, 2016)
Ziel: Horizont der Klienten zu erweitern
ermöglicht Perspektivwechsel, in dem die individuelle Situation durch den Berater differenziert und aus anderen Perspektiven betrachtet wird
vermittelt Wissen
Deutungswissen zum Verständnis
Wissen zur Problemlösung
Umsetzungswissen
notwendige Komptenzen zur Problembewältigung
Berater stellt eigene Sichtweisen und Meinungen zurück
Ratsuchende beauftragen den Beratenden nicht, für sie zu handeln
Beratung ist nicht direktiv, sondern begleitend ausgerichtet
Konzept der Integrativen Beratung nach Sue Culley
Was ist das zugrundeliegende Menschenbild?
Zugrundliegendes Menschenbild
Jeden Menschen so akzeptieren, wie er ist, und Verständnis entgegenbringen, weil er ein Mensch ist.
Menschen können sich ändern.
Menschen verschaffen ihren Handlungen ihre eigne Bedeutung.
Menschen sind Expert*innen für sich selbst.
Menschen wollen ihre Potentiale in die Tat umsetzen.
Menschen handeln zweckhaft.
Wenn Menschen ihre Ziele selbst setzen können, arbeiten sie härter an deren Umsetzung
AÄHEPZZ (Akzeptanz, Ändern, Handlungen, Experten, Potentiale, Zweckhaft, Ziele)
Integrative Beratung nach Sue Culley
Ziele der Beratungsphasen
Notwendige Fertigkeiten & Strategien
Ziele der Anfangsphase
Aufbau einer tragfähigen zwischenmenschlichen Arbeitsbeziehung
Klärung und Eingrenzung von Problemen
erste Entscheidung treffen: erste Problemdefinition und Entscheidung, ob und wie weiter gemeinsam gearbeitet wird
Formulieren eines „Arbeitsvertrages“: gemeinsame Festlegung der Zusammenarbeit
Ziele der Mittelphase
Neubewertung von Problemen ->Perspektivwechsel des Klienten erreichen
Aufrechterhalten der Arbeitsbeziehung
Zwecke und Ziele im Blick behalten und darauf zuarbeiten
Ziele der Endphase
angemessene Veränderungen vorbereiten
Lernerfolge und Veränderungen auf Lebenswelt der Klient:innen übertragen und in Handlungen übersetzen ->Ziele festlegen (SMART)
auf mögliche Barrieren der Veränderung eingehen
Beratungsbeziehung beenden
Grundlegende Fertigkeiten?
Grundlegende Fertigkeiten:
Zuhören (aktives Zuhören = ohne alles)
Reflektieren (vergleichbar mit aktivem Zuhören)
wiederholen
paraphrasieren
zusammenfassen
Sondieren
mittels Fragen
Feststellungen
Konkretisieren
Grundlegende Fertigkeiten
Refklektieren ->Wiederholen
Wiederholen
einzelne Wörter oder Sätze wortwörtlich wiedergeben
emotional stark aufgeladene und bedeutsame Wörter / Sätze
ermutigt zu weiteren Ausführungen
günstiger wie eine direkte Nachfrage
Beispiel:
„Das war ein sehr einschneidendes Erlebnis mit dem Schlaganfall.“
„Einschneidend…“ vs. „Was meinen Sie mit: einschneidend?“
Refklektieren ->Paraphrasieren
wiederholen von Inhalten und wahrgenommenen Gefühlen mit eignen Worten
Wirkungen / Absichten
Wahrnehmung überprüfen, was gesagt wurde
Verstehen und Akzeptanz vermitteln
Informationen sammeln
vertrauensvolle Beziehung aufbauen
ermuntert, entschleunigt, kommunikationsförderlich
Refklektieren ->Paraphrasieren von Gefühlen
Paraphrasieren von Gefühlen / Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte (VEE)
die mit dem Gesagtem verbundenen Gefühle erfassen und ansprechen
nicht nur Emotionen, die bewusst sind
auch Gefühle wiedergeben, die Gesprächspartner/in noch nicht in Worte fassen kann, die aber vielleicht im Gesagtem „mitschwingen“
Ziel: Berater:in erlangt Klarheit über Gefühle des/der Klient:in
z.B. „Das klingt für mich so, als seien Sie traurig …“
Refklektieren ->Begleitendes Zusammenfassen
Begleitendes Zusammenfassen
Zusammenfassen mehrerer Aspekte, Probleme, Inhalte, die angesprochenen wurden
länger als eine Paraphrase
Funktionen
Beginnen und Beenden einer Beratungssitzung
Zusammenfassen, um Klarheit über Inhalte und Gefühle zu bekommen
„Ich möchte einmal prüfen, ob ich Sie richtig verstanden habe. …“
Rückblick auf die bisherige Beratungsarbeit / Bestandsaufnahme
Prioritäten setzen / Schwerpunkte wählen
zusammenfassen, um einen neuen Schwerpunkt in der Beratung zu setzen ->Wahl liegt aber beim/bei der Klient*in „Worauf sollten wir uns jetzt konzentrieren?“
Sondieren durch Fragen stellen
geeignet:
offene Fragen
hypothetische Fragen
zirkuläre Fragen (Was würde eine andere Person/ Teil der Persönlichkeit darüber sagen?)
nicht geeignet:
geschlossene Fragen
Entweder-Oder-Fragen
Warum-Fragen —>Rechtfertigung/ Verteidigung (Wie kommt das - Fragen)
mehrere Fragen hintereinander stellen
Sondieren durch Fragen stellen - Umsetzung?
Umsetzungsempfehlungen
kurze, direkte Fragen stellen
wenn passend, kurz sagen, weshalb Sie die Frage stellen
„Ich möchte mir Klarheit verschaffen: …“
„Ich möchte prüfen, ob ich Sie richtig verstanden habe:“
aber Frage ohne lange Erläuterungen oder Erklärungen stellen
wenn möglich, Frage mit vorher Gesagtem verbinden
Sondieren durch Feststellungen
= nach kurzer Zusammenfassung des bisher Gesagten, erfolgt ein Statement der/des Berater:in
wenn Sie das Gefühl haben, das Fragen zu aufdringlich sind
z. B. „Sie haben bisher … geschildert. Es würde mich interessieren, wie ihre Mutter über ihre Lebenssituation denkt.“ statt „Wie denkt ihr Mutter über ihre Lebenssituation?“
Fokus von anderen auf sich richten
z. B. „Sie haben mir erzählt, wie ihr Vater die Situation sieht. Mich würde interessieren, wie Sie die Situation einschätzen.“
Bewegung vom Vagen zum Konkretem
z. B. „Sie haben mir über Probleme und damit im Zusammenhang stehenden Menschen in Ihrem Leben berichtet. Ich bin insbesondere daran interessiert, um welche einzelnen Probleme es sich handelt.“
Bewegung vom Inhalt zu Gefühlen
z. B. „Sie haben mir von der häuslichen Situation mit Ihrer Mutter berichtet und die damit verbundenen Probleme geschildert. Ich denke, dass damit auch Gefühle verbunden sind, von denen wir bisher noch nicht gesprochen haben.“
Voraussetzung: Einfühlungs- und Vorstellungsvermögen des/der Berater:in
Sondieren durch Konkretisieren
insbesondere bei vagen und unklaren Aussagen
Konkretisierung von Gedanken, Gefühlen oder Deutungen Voraussetzung für Veränderung von Verhalten, Sichtweisen oder Deutungen
mittels einer Frage nach einem Beispiel
z. B. „Was wäre ein Beispiel für eine schwierige Situation mit ihrem Sohn?“
mittels eines Beispiels des/der Berater:in
z. B. „Wenn ihr Sohn abends nicht zur vereinbarten Zeit nach Hause kommt, ist das dann ein Beispiel, für eine schwierige Situation?“
Strategien der Anfangsphase
Explorieren
Prioritäten setzen und konzentrieren
Vermitteln von Grundwerten
Strategien der Mittelphase
Mitteilen von Grundwerten
Herausfordern:
Konfrontation
Feedback
Information
Richtung geben
Selbstmitteilungen von Beratern
Unmittelbarkeit
Strategien der Endphase
Ziele setzen
Handlungsvorbereitung
Evaluieren
Beenden
Anfangsphase
Ziel: Klärung und Abgrenzung von Problemen
Zentrale Fragen
Klärung und Abgrenzung von Problemen
Was sind Probleme?
Wie wichtig werden diese eingestuft?
Wer ist für das Anliegen noch relevant?
Ziel: Erarbeitung eines gemeinsamen Verständnisses, was Themen der Beratung sein sollen und welche Ziele innerhalb der Beratung verfolgt werden sollen.
Ziel: Bewertung der Probleme
Bewertung der Probleme
Wie sind die Probleme zu bewerten durch Berater und Klient?
Ist die Beratung, die ich anbieten kann, die passende für die/den Klient*in? Kann er/sie einen Nutzen für sich aus der Beratung ziehen?
Was weiß ich darüber, wie und womit der/die Klient*in Zeit und Energie verwendet (Arbeiten)?
Welche Widersprüchlichkeiten (verbal vs. nonverbal) kann ich im Verhalten erkennen?
Ziel: Klient*innen unterstützen ihre Anliegen zu artikulieren
Wie?
konkrete und spezifische Formulierung von Gedanken, Gefühlen und Verhalten anregen bzw. dazu ermutigen
“Wie geht es Ihnen?” -> “Wie ist es Ihnen letzte Woche ergangen?”
“Mit Ihrem Leben sind Sie nicht zufrieden?” -> “Was ist denn im Besonderen schief gelaufen?”
Beispiele zur Konkretisierung anbieten oder nach konkreten Beispielsituationen fragen
konzentrierte Arbeit am Thema unterstützen
z. B. ein Thema noch einmal ansprechen, wenn Klient*innen schnell zwischen Themen springen
„Vorher haben Sie darüber gesprochen, dass …. Möchten dazu noch etwas sagen oder wollen wir lieber zum Thema X weiter sprechen?
=>Veränderung des Verhaltens setzt voraus, dass Klient*innen verstehen, wie sie fühlen, denken und handeln und in welcher Weise dies hinderlich ist.
Klient*innen ermuntern über sich, anstatt bedeutsame andere Personen zu sprechen
—>Klient in Absichtslosigkeit (Andere haben Schuld)
nur das eigne Verhalten und Denken kann verändert werden ->Verantwortung für sich und eignes Handeln übernehmen lernen
Kontrastieren: Klient*in auffordern sich vorzustellen, dass sie sich anders als bisher verhalten
->Klient stellt sich vor wie verändertes Verhalten konkret aussieht
—>klares Teilergebnis möglich
—>konkrete Art des Verhaltens durch Klient
z. B. „Wie würden Sie sich denn verhalten, wenn Sie nicht scheu wären?“
z. B. „Wenn Sie sich vorstellen, dass Sie sich gern gegenüber Ihrem Kollegen anders verhalten wollen: Wie würde dieses Verhalten aussehen? ODER Was für ein Bild haben Sie davon?“ „Woran könnte der Kollege, ihr neues Verhalten erkennen?“
Prioritäten setzen und Fokussieren
mit den Klient*innen entscheiden, welches Problem Vorrang gegenüber anderen Problemen hat und zuerst bearbeitet werden soll
hilfreiche Fragen / Überlegungen:
Welches Ihrer Probleme ist von größter Bedeutung?
Welches Anliegen verursacht die größten Schwierigkeiten?
Welches Problem würde für Sie den größten positiven Effekt haben, wenn wir es im Gespräch klären können?
Welche Themen betreffen Sie unmittelbar und welche könnten wir hinten anstellen?
Welches Problem könnte am leichtesten angegangen und gelöst werden und könnte ihm/ihr ein Erfolgserlebnis versprechen?
Welches Problem eignet sich für die Beratung im Gespräch und welches sollte anders angegangen werden?
Grundwerte vermitteln = Akzeptanz, Kongruenz, Wertschätzung, Empathie
Explorieren = Klient in Lage versetzen Anliegen zu artikulieren
Priorisieren = welches Problem/ Dimension ist das wichtigste?
Neubewertung von Problemen
->ohne Neubewertung keine Veränderungen des Verhaltens möglich
->nur neue Sichtweisen eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten
Bedeutung von Problemen wird bei Klient:innen verändert
hat Klient:in erst einmal neue Sicht- oder Verhaltensweisen für sich erkannt, fällt es schwerer auf alte Verhaltensweisen zurückzugehen
Erkenntnis, dass Klient:innen selbst zumindest teilweise „Architekt:innen“ ihrer eignen Probleme sind, kann schmerzhaft sein
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern durch Konfrontieren
Strategie der Mittelphase
Herausfordern durch Konfrontieren
Mit was?
Widersprüchlichkeiten …
Selbst- und Fremdbild (vgl. Feedback)
der Weise, wie Klient:innen sich selbst wünschen und wie sie wirklich sind
z. B. „Sie wünschen sich im Umgang mit den Kolleg:innen mutiger sein und Ihre Meinung zu vertreten, gleichzeitig meiden Sie Kontakt zu Kolleg:innen, von denen Sie wissen, dass Sie unterschiedliche Positionen vertreten.“
verbalen und nicht-verbalem Verhalten
z. B. „Sie erzählen mir, dass Sie den Alltag mit Ihrem Kind gut bewältigen, gleichzeitig sehe ich Ihre hängenden Schultern und den erschöpft wirkenden Blick und ihre Stimme wird dabei leiser.“
dem, was Klient:innen sagen, dass sie es möchten und dem, was zu tun, um es zu bekommen
z. B. „Sie erzählen mir, dass Sie sich vorgenommen haben, ein Musikinstrument zu erlernen. Gleichzeitig fällt es Ihnen schwer, sich von Ihrer Arbeit zu lösen und übernehmen regelmäßig Zusatzaufgaben. Wie klingt das für Sie?
mit „Entschuldigungen“ bzw. „Vorwänden“ bestimmte Dinge (nicht) zu tun oder bestimmte Verhaltensweisen (nicht) anzuwenden
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern - wie?
Herausfordern
offene, beiläufige Formulierung
z. B. „Ich bin mir nicht sicher, ob das, was ich Ihnen jetzt sagen werde, für Sie Sinn macht. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Mahlzeiten für Sie eher ein Muss als ein Genuss sind. Könnte es sein, dass Sie sich deshalb wenig Zeit dafür nehmen und häufig nebenbei essen.“
z. B. „Mir geht dazu folgendes durch den Kopf: Ich möchte Sie gern daran teilhaben lassen. Mir scheint es so, dass es Ihnen wichtig ist, über alles in Ihrem Unternehmen Bescheid zu wissen und es Ihnen deshalb schwer fällt, Aufgaben zu delegieren.“
Klient:in fähig, Herausforderung anzunehmen und für sich zu nutzen?
„Verkraftet“ Klient:in Herausforderung? ->Berater muss einschätzen
Herausforderung relevant für Anliegen, welches bearbeitet wird?
Beachte: Keine Kritik von wenig hilfreichen Verhaltensweisen oder Glaubenssätzen!
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern - welche Inhalte?
Herausfordern, um Neubewertung des Problemes zu erhalten
Inhalte mit denen der Berater herausfordert
Angedeutetes ->aktives Zuhören (Was schwingt zwischen den Zeilen mit?) —>”Wenn Sie ihre Kinder abgeben, dann fühlen sie sich nicht mehr als Familie/ einsam?”
identifizierte Muster und Themen, die das Leben von Klient:innen durchziehen
Hinweise darauf z. B. „Das ist mal wieder typisch für mich, dass ich mich nicht getraut habe, meine Meinung zu sagen.“
von Klient:innen übersehene Ressourcen, Defizite, Fähigkeiten oder Fertigkeiten
Was nehmen Sie für Ressourcen, Fähigkeiten oder Defizite war, die Klient:innen nicht sehen?
Bsp. Hr. Renner ->Geschwister als Ressource ->kommt in Neubewertung dadurch
Glaubenssätze und deren Folgerungen
Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen, die unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen und im ungünstigen Fall begrenzen.
… werden oft mit Hilfszeitwörtern umschrieben
z. B. sollte, müsste, hätte/hat zu geschehen
z. B. „Ich sollte auf ihn nicht wütend sein. Er kann nichts für sein Verhalten. Es liegt an der Erkrankung.“
z. B. „Sie hatte nicht das Recht, mir böse zu sein. Ich wollte doch nur das Beste für sie.“
unausgedrückte Gefühle
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern
… meint Infrage stellen von Bisherigem, diskutieren, stimulieren und hervorrufen
… zielt darauf ab, Aspekte von Anliegen dem Klient:innen selbst bewusst zu machen, die bisher kaum oder nicht bewusst waren.
Berater:innen teilen Hypothesen über Klient:innen selbst und deren Problem mit diesen -->Klient kann zustimmen oder auch nicht —>”richtiges” Problem wird offenbart
… bedeutet nicht, dass es eine „richtige“ Sichtweise gibt, sondern ist vielmehr die Absicht zu einer Neubewertung zu verhelfen
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern durch Feedback geben
Herausfordern durch Feedback geben
Berater:innen geben Feedback an Klient:innen über diese
Klient:in kann das Selbstbild mit Fremdbild des/der Berater:in in Beziehung setzen
Feedback zu wahrgenommenen Stärken und Ressourcen oder zu Defiziten
Veränderungsprozess dadurch einleiten, dass Klient:innen mehr von dem tun, was für sie positiv als, als sich darauf zu konzentrieren, negative Verhaltensweisen zu vermeiden
Modell der Verhaltensveränderung
Veränderung braucht 6 Monaten
Rückfall ist immer möglich
Vorteile
Nachteile
zeitlicher Verlauf der Veränderung wird betrachtet
praxisnahes Modell für Veränderungsprozesse
Interventionen können stadiengerecht abgeleitet werden —>Jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt befindet sich in einem Veränderungsstadium
berücksichtigt Rückfälle
Gesundheitsverhalten ist erklärbar
betont kognitive Prozesse (Was ist Hintergrund hinter dem Stadium im Denken?)
Grundlage für Präventions- und Gesundheitsprogramme
Stadieneinteilung ist empirisch umstritten —>Studien sprechen für und gegen Einteilung
Übergänge sind unscharf
Ein Nachbar bittet Sie, ihm beim Ausladen von Taschen aus seinem Auto zu helfen. Als Sie ihm das abschlagen, weil Sie in Eile sind, wendet er sich verärgert ab und lässt Sie stehen. Wenig später begegnen Sie ihm erneut im Treppenhaus, seitdem grüßt er Sie nicht mehr. Sie würden aber gern diese Sache ausräumen, weil Sie mit ihm bisher gut klargekommen sind.
Wahrnehmung: Ich habe festgestellt, du grüßt mich nicht mehr.
Wirkung: Gibt es einen Grund dafür?
Wunsch: Hast du Zeit darüber zu reden.
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern durch Feedback geben - wie?
Beschreibung von konkreten Verhaltensweisen
Ich-Botschaften
z. B. „Ich habe bemerkt, dass …“ „Ich habe das Gefühl, …“ Ich denke im Moment, dass …“ „Ich möchte wissen, ob …“
Beschreiben der möglichen Konsequenzen des Verhaltens
z. B. „Ich erlebe, dass Sie sehr gedankenreich, über das sprechen, was Sie tun. Sie sagen aber nichts über Ihre Gefühle und drücken diese auch nicht aus. Daher ist es für mich schwer 46 vorzustellen, was für Sie von Bedeutung ist.“
Strategie der Mittelphase ->Herausfordern durch Selbstmitteilung von Berater:innen
Herausfordern durch Selbstmitteilung von Berater:innen
Berater:innen teilen eigne Erfahrungen mit ihren Klient:innen
Beachte: Fokus geht auf Berater:in über, daher nur sparsam verwenden
passend zur Situation der Klient:innen wählen
Ich-Form
klare, eindeutige Worte wählen
am Ende, Fokus wieder an Klient:in zurückgeben
z. B. „Ich möchte wissen, ob das bei Ihnen ähnlich ist?“ „Gibt dieses Beispiel für Ihre Situation einen Sinn?“
z. B. „Ich denke, wenn ich in der Situation wäre, würde ich auch niedergeschlagen und verletzt sein. Ich möchte wissen, ob das bei Ihnen ähnlich ist?“
z. B. „Mir fiel es bis vor einem Jahr auch schwer, jeden Tag mit dem Fahrrad auf Arbeit zu fahren, insbesondere wenn es regnete, setzte ich mich wieder ins Auto. Gibt dieses Beispiel für Ihre Situation einen Sinn?“
z. B. „Wenn mein Sohn mit mir so umgehen würde, wäre ich auch wütend und es fiele mir schwer, auf ihn zu zugehen. Ich möchte wissen, ob das bei Ihnen ähnlich ist?“
Endphase ->Ziele setzen
Endphase
Ziele sind das, was Klient:innen erreichen wollen.
Ziele müssen von Klient:innen entwickelt und formuliert werden.
Ziele müssen operationalisiert werden und erreichbar sein.
Es kann hilfreich sein verschiedene Ziele abzuwägen.
z. B. Vorteile und Nachteile aufschreiben / diskutieren, die mit diesem oder jenem Ziel verbunden sind
Gefühle, die mit den Zielen in Verbindung stehen, thematisieren, hilfreich bei Abwägungsprozess
Sammlung, Bewertung + Auswahl
Endphase ->Zielentwicklung
Wie zur Zielentwicklung kommen?
Brainstorming: Alle Bedenken, Ängste und kritischen Selbsturteile beiseitelassen und so viele Möglichkeiten von künftigen Veränderungen ins Auge fassen, die vorstellbar sind.
unterstützende Fragestellungen:
a) Kennen Sie jemanden, der ein ähnliches Problem managt: Was macht diese Person?
b) Stellen Sie sich vor, Sie würden Ihr Problem auf eine neue, verrückte Weise lösen: Was würden Sie dann machen?
im zweiten Schritt: alle Ideen auf Umsetzbarkeit prüfen (Realitätscharakter, Ressourcen)
im dritten Schritt: Auswahl der besten Ziel(e) durch Klient:in
Satzergänzung: Berater:innen geben Satzanfänge vor, die geäußerte Vorstellungen oder Wünsche von Klient:innen enthalten, z.B.
„Wenn mein Management mit dem Reitstall völlig anders wäre als bisher, dann …“
„Wenn mein Leben mit den Töchtern völlig anders wäre als bisher, dann …“
„Wenn meine Ernährung gesünder als bisher wäre, dann …“
Wunderfrage = Problem ist über Nacht verschwunden; Was wäre dann anders? Woran würden sie merken dass das Problem gelöst ist?
Fantasie in die Zukunft = “Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?”
Stellen Sie sich unterschiedliche Zukünfte vor
anschließend Auswahl der für den/die Klient:in „besten Zukunft“
SMART-Prinzip
Spezifisch
Die Definition des Ziels sollte eindeutig definiert sein.
Messbar
Das Erreichen des Ziels (der Erfolg) muss messbar sein.
Attraktiv
Das Ziel muss attraktiv, akzeptabel und motivierend sein.
Realistisch
Das Ziel muss mit realistischem Aufwand zu erreichen sein.
Terminiert
Die Zielerreichung sollte terminiert sein.
Endphase ->Handlungen planen
Handlungen planen
Ziel: das „wie“ der Umsetzung der formulierten Ziele entwickeln
Welche denkbaren Handlungsoptionen gibt es überhaupt? àBrainstorming
z. B. „Ich schlage vor, dass wir alle Wege, an die man denken kann und die helfen könnten, um Ziel X zu erreichen, auf eine Liste setzen.“
im zweiten Schritt: Handlungsoptionen abwägen
z. B. Passen die Optionen zu den Möglichkeiten oder Werten der/des Klient:in?
z. B. Welche Vorteile oder Nachteile bieten die Handlungsoptionen?
Überlegungen der/des Berater:in: Meidet der/die Klient:in bestimmte Handlungsoptionen?
im dritten Schritt: Auswahl der für die Klient:in besten Handlungsoption(en)
Endphase ->Handlungen evaluieren
Handlungen evaluieren
Problem gelöst, auf dem Weg sich zu lösen?
Sind neue Verhaltensweisen zielführend?
Wenn nicht: mit Klient:innen erarbeiten, wo die Schwierigkeiten liegen
Am Ziel selbst? An den gewählten Handlungsoptionen? Zeigen sich nicht vorhersehbare Schwierigkeiten?
je nach Schwierigkeit, Lösung für das Problem entwickeln
Ziel neu formulieren; andere Handlungsoptionen erarbeiten oder auf erstellte Liste zurückgreifen und neu auswählen; Umgang mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten entwickeln (Ziel formulieren, Handlungsoptionen finden und auswählen)
Endphase ->Abschluss der Beratung
Abschluss der Beratung
Ende der Beratung erreicht, …
wenn Klient:innen das erreicht haben, was diese erreichen wollten
wenn Klient:innen gut mit Ihren Problemen klar kommen und keine weitere Unterstützung mehr benötigen
wenn der/die Klient:in den Beratungsprozess abbricht
den Abschluss planen
z. B. „Wir haben in der kommenden Woche unseren letzten Termin miteinander. Mich würde interessieren, was für Gedanken und Gefühle Sie dabei haben?“
Reflexion des Lernprozesses durch Klient:innen
Fragen Sie die Klient:innen, wo sie zu Beginn des Beratungsprozesses standen und lassen Sie das mit dem jetzigen Denken und Verhalten vergleichen.
Ermutigen Sie positive Fortschritte auch im positiven Licht zu sehen.
Geben Sie eine Feedback, wie sich aus Ihrer Sicht die Klient:innen entwickelt und verändert haben.
Besprechen Sie auch besondere oder kritische Punkte im Verlauf der Beratung.
Blick in die Zukunft: Diskutieren Sie, inwieweit das neue Verhalten in Zukunft bei ähnlichen Problemen helfen bzw. genutzt werden kann.
Motivierende Gesprächsführung
(1) Vorteile des akutellen Verhaltens
(2) Nachteile des neuen Verhaltens
(3) Vorteile des neuen Verhaltens
(4) Nachteile des aktuellen Verhaltens
= Prozess für Veränderung im Denken zu unterstützen
= alle Verhaltensweisen sind nicht nur gut oder nur schlecht, sondern beides
intuitive vs. professionelle Gesprächsführung
Ebenen der Reflektion von Gesprächssituationen
Was sind meine Bedürfnisse? Was sind die Bedürfnisse des Klienten?
Umso größer die Übereinstimmung mit dem Wir, desto einfacher ist der gemeinsame Arbeiten/ das Beratungsgespräch.
Ich = Motive für Beratung; Klient = Motive für Beratung
=> Dissonanz = Spannung; Konsonanz = Raum der entsteht in dem man Ziele vereinbaren kann
Ebenen der Gesprächsführung
Soziale Wahrnehmung - Personenwahrnehmung
Soziale Wahrnehmung
Personenwahrnehmung kann als das erste, entscheidende Stadium jeder zwischenmenschlichen Interaktion betrachtet werden. Bevor wir uns auf andere beziehen können, müssen wir sie wahrnehmen und interpretieren.
→Objektwahrnehmung (Aussehen) vs. soziale Wahrnehmung
→Erschließen von „verborgenen Merkmalen“
→ „Fehleranfälligkeit“
Soziale Wahrnehmung =
die Wahrnehmung sozialer Tatbestände
„Unsichtbares“ erkennen
die soziale Bedingtheit von Wahrnehmung
Welche „Brille“ benutze ich?
· Konstruktiver (auffordernder) Prozess, der durch äußere und innere Faktoren beeinflusst wird
Soziale Wahrnehmung - Einflussfaktor Sichtbarkeit
Einflussfaktor „Sichtbarkeit“
->Beschreibung äußerer Person ->Ableitung von Eigenschaften/ Erfahrungen
Wahrnehmung sozialer Tatbestände ist abhängig von deren „Sichtbarkeit“ bzw. Beurteilbarkeit z. B.
Aktuelles (sichtbares) Befinden vs. Persönlichkeitseigenschaften
primäre vs. sekundäre Emotionen
primär = Reaktion auf Ereignis
sekundär = Reaktion auf primäre Gefühle (Wut auf Trauer)
Soziale Wahrnehmung - soziale Einflussfaktoren
Soziale Einflussfaktoren ->Unterschied der Generationen untereinander – Mikro-/ Makroebene
auf der Makroebene
Jahrtausend/-hundert
politische und soziale Ordnung
vorherrschende Sozialstruktur
allgemein anerkannte soziale Werte und Normen (zwischen Generationen)
auf der Mikroebene
soziale Schichtzugehörigkeit (akademisiert vs. nicht-akademisiert)
schicht- und gruppenspezifische soziale Interessen, Werte, Normen, Traditionen, Erfahrungen
weltanschauliche und politische Einstellungen
Soziale Wahrnehmung - subjektive Einflussfaktoren
Subjektive Einflussfaktoren
Erwartung: Annahme über Handlungen von Personen aufgrund von z. B. Vorerfahrungen (→Hypothesentheorie der Wahrnehmung)
Erwartung = wertoffene Kategorie
Einstellung: Bereitschaft zur positiven oder negativen Bewertung eines Einstellungsobjektes, beruht auf Gefühlen und Meinungen
Vorurteil: Bereitschaft zur negativen Bewertung; besteht aus Gefühlen und Meinungen sowie einer Verhaltenskomponente
Stereotyp: Meinung über die persönlichen Attribute einer Gruppe von Menschen
Pflege = hilfsbereit, aufopfernd; blond = dumm
Implizite Persönlichkeitstheorie: persönliche Annahme über den erwarteten Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen
Blonde Frau in Führungsposition = hat sich hochgeschlafen
Stimmungskongruenzeffekt: in positiver Stimmung fallen Urteile über andere positiver aus als in schlechter Stimmung und umgekehrt
Ausstrahlung anders ->beeinflusst Stimmung
Wahrnehmungsverzerrungen (Bias)
Halo-Effekt
Falscher-Konsensus-Effekt (egozentrischer Bias)
Konfirmatorischer Bias
Urteilsheuristiken
Soziale Wahrnehmung - Halo-Effekt
Halo-Effekt (Heiligenschein)
= wenn man sich in seinem Urteil von dem Gesamteindruck oder einem einzelnen besonders herausragenden Merkmal leiten lässt.
→Jede neue Information wird dann „im Lichte“ der bereits vorhandenen interpretiert. Vorinformationen bilden einen „Verständnisrahmen“, in den alle nachfolgenden Eindrücke einzuordnen sind
z.B. sympathisch wahrgenommene Patienten werden eher andere positive Eigenschaften (z.B. gutmütig, humorvoll, beliebt...) zugeschrieben als unsympathischen Patienten.
Weißer Kittel = intelligent
Soziale Wahrnehmung - Falscher-Konsensus-Effekt (oder egozentrischer Bias)
Falscher-Konsensus-Effekt (oder egozentrischer Bias)
= die Annahme, dass mein Kommunikationspartner mir im Prinzip ähnlich ist eigene Vorlieben werden dem anderen unterstellt
Beispiele: Wenn ich selbst bereit bin, präventiv eine Darmspiegelung durchzuführen, nehme ich an, dass die Mehrzahl der Menschen dies ebenfalls machen würde.
Wenn ich gerne über persönliche Dinge spreche, nehme ich an, dass mein Kommunikationspartner dies ebenfalls tut. Wenn ich den anderen dann zügig nach persönlichen Dingen frage, kann ich bemerken, dass ich irrigen Annahmen aufgesessen bin und Verhaltensregeln des anderen verletzt habe. Dies kann z. B. bei Patienten aus einem anderen Kulturkreis eine Rolle spielen.
Ich möchte eine Wohnung, also wollen alle Menschen eine Wohnung.
Soziale Wahrnehmung - Konfirmatorischer (Bestätigungs-) Bias
Konfirmatorischer (Bestätigungs-) Bias
= Informationen, die sich mit den eigenen Meinungen und Erwartungen decken, werden leichter erinnert als dazu inkonsistente Informationen.
Kann dazu führen, konfirmatorische Fragestrategien einzusetzen.
Beispiel: Ein Arzt stellt in der Anamnese nur solche Fragen, die zu einer Bestätigung seiner Annahme führen.
Fragestellungen sind selbstbestätigend
Soziale Wahrnehmung - Stimmungskongruenzeffekt
Soziale Wahrnehmung - Repräsentativitätsheuristik
Heuristiken sind einfache mentale Strategien, Faustregeln oder Abkürzungen, die uns helfen mit begrenztem Wissen und begrenzter Zeit Entscheidungen zu treffen und Urteile zu fällen. Sie finden häufig unbewusst und automatisch statt.
Repräsentativitätsheuristik - » Kennst Du einen, kennst Du alle.«
Man klassifiziert einen Stimulus (Merkmal) nach der Ähnlichkeit zu einem Prototypen. → Übersehen von Zufälligkeiten und Überschätzen von Zusammenhängen
Hypothese: Herzinfarkte werden bei Kardiologen in der Notaufnahme bei Patienten mit einem Alter unter 40 Jahren weniger in Betracht gezogen
Ergebnisse: Patienten nach dem 40. Lebensjahr 10 % häufiger untersucht und 20 % häufiger ein Herzinfarkt diagnostiziert, obwohl das Risiko eines 40-Jährigen, einen tödlichen Herzinfarkt zu erleiden, nicht sehr viel größer als das eines 39-Jährigen ist.
Nach einer Analyse der Daten bei der 90-Tage Nachuntersuchung dieser Patienten wurde festgestellt, dass einige Personen, die fälschlicherweise als zu jung für eine Herzkrankheit abgetan wurden, in der Folge einen Herzinfarkt erlitten.
Passt Evidenz zu klinischer Realität? ->selbst denken!
Basisvariablen der Beziehungsgestaltung - Empathisches Verstehen
Bereitschaft Motive/ Bedürfnisse des Klienten versuchen zu verstehen (Ich, Du, Wir) ->Warum ist die Person so wie sie ist?
wertneutrales Verstehen
„Ein genaues empathisches Verstehen beinhaltet die Fähigkeit, sowohl die Gefühle als auch die Erfahrungen einer anderen Person, und auch deren Bedeutung und Relevanz, akkurat und sensibel erkennen und mitteilen zu können.“ ->durch Aktives Zuhören (Paraphrasieren, Verbalisieren)
Basisvariablen der Beziehungsgestaltung
Synthetischer Modus im Gespräch
Nur offene Fragen im analytischen Modus
Paraphrasieren = wiederholen mit den Worten des Pat. ->wirkt deeskalierend, fürs Verständnis wichtig!
Verbalisieren = auf Gefühlsebene gehen
Explizieren = was kann als nächstes stattfinden? Willens-/ intentionsbezogen ->Motivebene der Person aufdecken ->evtl Lösung anbieten
Der Therapeut hat Zugang zu seinen eigenen Gedanken und Gefühlen bzgl. des Patienten und stellt sie ihm ggf. zur Verfügung.
Wichtig ist, dass der Therapeut nicht „hinter einer Fassade verschwindet“ sondern als menschliches Gegenüber in Erscheinung tritt (Pfeiffer, 1982)
Zurückgeben von
Handlungsimpuls
vs. emotionaler Impuls
Selektive Authentizität
„Wenn ich Ihnen so zuhöre, dann denke ich: Das muss schwer sein, dass auszuhalten. Ich würde Ihnen gerne helfen, wenn ich kann.“
„Mensch, wenn ich das so höre, dann merke ich, wie mich das auch traurig macht!“
Akzeptanz
den Patienten ernstnehmen
für ihn interessieren
auf ihn einzulassen
nicht wegen bestimmter Inhalte oder Verhaltensweisen abzulehnen
vom Patienten geäußerten Inhalte anzunehmen
sie weder positiv noch negativ zu bewerten.
=>Man darf und sollte den Patienten durchaus konfrontieren
=>Es heißt nicht, dass man jedes Verhalten akzeptieren muss
->zu sehr verstehen = verschwimmen der Ebene ->Selbstreflexion, zurück zu Ebenen!
->Verhaltensweisen anderer nicht als positiv oder negativ zu bewerten!
Therapeutische Allianz = bietet viel Spielraum für therapeutische Wirksamkeit
„Spirit“
„Spirit“ von Motivierender Gesprächsführung Miller und Rollnick, 2001
Partnerschaftlichkeit →Es besteht eine Partnerschaft, die die Kenntnisse und Standpunkte des Klienten würdigt. Der Therapeut schafft eine Atmosphäre, die Veränderung fördert (nicht erzwingt).
= Gespräch auf Augenhöhe
Evokation →Es wird angenommen, dass Ressourcen und Motivation zur Veränderung im Klienten selbst vorhanden sind. Diese intrinsische Motivation wird gefördert.
= Aktualisierungstendenz
Autonomie →Der Therapeut bestätigt das Recht und die Fähigkeit des Klienten auf Selbstbestimmung und fördert eine ausgewogene Entscheidungsfindung.
= Klient ist sein eigener Steuermann
Der Klient spricht die Argumente für/gegen eine Veränderung selbst aus
Gelungene Motivierende Gesprächsführung ist wie Tanzen (nicht wie Ringen)
Gute Führung ist sanft, flexibel und einsichtsreich
Definiton
Definition von Motivierender Gesprächsführung
= Eine klientenzentrierte, direktive Methode zur Verbesserung der intrinsischen Motivation für eine Veränderung mittels der Erforschung und Auflösung von Ambivalenz
Aufbauend auf dem klientenzentrierten Ansatz von C.Rogers (nondirektiv)
Auflösung von Widerstand bzw. Ambivalenz durch (Ziele der Motivierenden Gesprächsführung!)
Erhöhung der Absicht
Stärkung der Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten
Stärkung der Bereitschaft
Methode der Kommunikation (grundlegend
Change Talk
selbstmotivierende Aussagen des Klienten
“Es kann so nicht weitergehen.” - Status Quo
Vier Kategorien wie Change Talk geführt werden (Ebenen, weiterführende Fragen)
Nachteile des Status Quo
Offene Fragen: “Haben Sie schon mal Nachteile gespürt?”
Vorteile der Veränderung
Optimismus bzgl. der Veränderung
Absicht zur Veränderung
Klient kommt selbst auf Änderung ->Wichtigkeit erkannt, Leidensdruck erhöht ->
Steigern des Problembewusstseins: Bewusstsein/ Leidensdruck erhöhen àohne „Du musst… .“ „Es wäre besser…“
Wahrnehmen förderlichen Umweltbedingungen: Wie ist die Umgebung/ das Umfeld?
Selbstneubewertung: Von „Ich kann das nicht.“ zu „Ich kann das doch.“
Selbstverpflichtung: Was bin ich mir selbst wert?
Von Aufrechterhaltung: Rückfallprophylaxe ->6 Monate, bis Verhaltensänderung implementiert ist, davor immer Handlung
Wahrnehmungsförderung ->in Absichtslosigkeit
psychische Signale lassen sich körperlich identifizieren
Jedes Gefühl wird durch körperliche Reaktionen begleitet und wird damit der Wahrnehmung zugänglich
Körper und Psyche brauchen gute Rahmenbedingungen für ein gemeinsames Schwingen
Aktualisierung lässt sich durch körperliche Prozesse unterstützen und aufrechterhalten
->“Ich kann bei Stress nicht schlafen.”
Einsichtsförderung ->für Absichtsbildung
Körperliches und psychisches Wohlbefinden beeinflussen sich wechselseitig
Selbstmanagement schließt die Achtung und Berücksichtigung von körperlichen und psychischen Bedürfnissen ein
Der Körper ist Vehikel und Spiegel der psychischen Prozesse
->Person erkennt an, dass die körperliche Reaktion durch den Schlafmangel kommt
Handlungsregulation ->Enbodiment ->in Vorbereitung
Achtsamkeit für körperliche und psychische Signale ist eine Grundvoraussetzung für eine zielführende Bedürfnis- bzw. Handlungsregulation
Körperliches und psychisches Selbstmanagement sind Grundvoraussetzung für ein zufriedenstellendes Leben
->Person wird achtsam gegenüber körperlichen Signalen - Aufgaben Priorisiern, weniger Stress
Förderliche Faktoren für Veränderung
Veränderung ist ein natürlicher Vorgang (sowohl innerhalb als auch außerhalb des Beratungskontextes!)
Die Interpersonelle Interaktion ist dennoch maßgeblich für den Prozess der Veränderung
Therapeutenverhalten beeinflusst Therapieabbruch, Therapieeinhaltung, Therapiefortsetzung und das Therapieergebnis
Ein empathischer Interaktionsstil fördert Veränderung
Zuversicht einer Person, sich zu ändern, sagt den Erfolg der Veränderung voraus (das gilt auch für die Zuversicht des Therapeuten!)
Überzeugung/ Fähigkeiten Verhalten ändern zu können = Zuversicht
Ansatzpunkte für Interventionen zur Anregung von Veränderung
Absicht = Wichtigkeit
Fähigkeit = Selbstwirksamkeit
Bereitschaft = Dringlichkeit
Ambivalenz
Ambivalenz: Wenn Ziele sich streiten
->Entscheiden müssen ist immer ambivalent!
Normaler Zustand in der Motivationalen Lage von Menschen
Bei Vermeidung-Vermeidungskonflikt muss zwischen zwei Übeln entschieden werden z.B. „Ich muss Schuhe kaufen, habe aber kein Geld. Ich möchte aber nicht die roten Schuhe.“
->Entscheidung zwischen Pest oder Cholera
Bei Annäherungs-Vermeidungskonflikten (sehr häufig) gibt es Für und Wider für einen Zielzustand (Ambivalenz)
->Optionen haben Für und Wider
“Ich brauche Schuhe, mag aber keine Schuhe.”
“Ich möchte grün und blau, kann mir aber nur 1 Paar leisten.”
Je mehr Alternativen, desto schlimmer…
Offene Fragen
„Haben Sie für heute Fragen mitgebracht?“
„Was wollten Sie von mir schon IMMER wissen?“
Bestätigen = Wahrnehmung und Bestätigung von Stärken und Bemühungen von Seiten des Patienten
Zusammenfassen
= ist jederzeit möglich. Am besten größeren Passagen zusammenfassen. Besser bevor, die Zeit abgelaufen ist, zusammenfassen. Im Gespräch kann es auch von Vorteil sein, um weiterzukommen.
Verstärkt
das Gesagte
Das Gefühl, gehört und wahrgenommen zu werden
Ermutigt fortzufahren
Den bereits von Seiten des Patienten getätigten change talk
Ermöglicht Korrekturen
Ermöglicht Erweiterungen und Abwägungen
Change Talk kann Absicht + Fähigkeit sein
Wie gelingt ein guter Start?
Ziel des Gesprächsaufbaus:
Rahmenbedingungen klären (Zeit, Ziel des Gespräches)
Vertrauen aufbauen
Inhalte klären
Exploration ermöglichen (=Klient kann Anliegen verbalisieren)
Rollen klären
Fallen in der Frühen Phase (ersten 4 Stufen der Pyramide)
Frage-Antwort-Falle (oder die Kaskade der geschlossenen Fragen)
->Drängung des Klienten in eine passive Rolle
Partei zu ergreifen (oder die Gefahr, mit der Veränderungsoption abgeschossen zu werden)
->Argumentation für die Veränderung, also z.B. alles Positive/ was dann besser wäre
Experte sein (oder die Gefahr, am Ende die Schuld am Scheitern des Patienten zu tragen)
->Erst Fragen lassen, dann Wissen geben; nicht ungefragt Ratschläge erteilen; verletzt Autonomie
Ettiketierungsfalle (oder die Gefahr auf Nebenschlachtfeldern das Leben zu verlieren)
->Zuschreiben einer Diagnose/ eines Labels, z.B. Alkoholiker, depressiv
Sich zu früh auf etwas zu konzentrieren (oder die Gefahr, den Patienten aus dem Blick zu verlieren)
->Fokus auf Behandlung statt Ursache, z.B. Gewichtsreduktion obwohl wegen Rückenschmerzen da
Schuldfalle (oder die Gefahr, wegen anderer nicht handlungsfähig zu sein)
->Fokus darauf zu klären, wer „schuld“ am Problem ist, z.B. Mein Chef ist schuld. ->Sprechen über Fehlverhalten des Chefs – Fokus geht weg von Selbstwirksamkeit des Klienten
Widerstand entsteht durch Dissonanz aus der Beziehung
Widerstand zur Verhaltensänderung —>Umlenken des Widerstandes, dass Klient zum Change Talk kommt
Ebenen des Change Talks
Nachteil des Status Quo: “Gab es schon mal eine Situation in der sie Nachteile festgestellt haben?”
Diskrepanz erhöhen durch Fragen ->erhöht Wahrscheinlichkeit zur Veränderung
Widerstand umlenken, dass Widerstand für aktuelles Verhalten gesehen
PINAU (Pessimismus, Ignorieren, Negieren, Argumentieren, Unterbrechen)
EKEVA (Expertenrolle, Kritisieren, Etikettieren, Vorrang, Argumentation)
Bevormundung = Berater; Widerstand = Klient
Dissonanz und Konsonanz: Zwei Seiten der Therapeutischen Beziehung
Schwingungserleben = sich im Flow fühlen; sich wohl fühlen; schwingungsfähig sein
Dissonanz und Konsonanz entstehen durch:
Unterschiedliche Anliegen an die Situation und ihren Ausgang durch beide Parteien
Ambivalenz mindestens einer Partei
Unklares oder widerstreitendes Rollenverständnis
„Widerstand seitens des Patienten ist ein Zeichen von Dissonanz in der therapeutischen Beziehung!
->Bei Dissonanz: Wo spüre ich Dissonanz? Was habe ich noch nicht verstanden? ->Explorativer Modus: nur offene Fragen stellen
Prinzipien
Die vier allgemeinen Prinzipien der Motivierenden Gesprächsführung
Empathie ausdrücken
Diskrepanzen entwickeln
Widerstand umlenken
Selbstwirksamkeit fördern
Wie spreche ich change talk?
Offene Fragen zu den Ebenen des change talk
(Nachteile Status Quo, Vorteile Veränderung, Zuversicht und Absicht, siehe Vier-Felder-Schema)
Gebrauch der Dringlichkeitsskala
Explorieren der Entscheidungswaage (siehe Vier-Felder-Schema)
Themen entwickeln
(Grund FÜR eine Veränderung erst einmal weiterentwickeln)
Bsp. Bewegung: „Was sind Gründe dafür, dass Sie sagen, Bewegung sei nichts für Sie?“
„Welche Bewegungen könnten Sie sich vorstellen?“
„Was müsste passieren, damit Sie diese umsetzen können?“
Extreme erwägen (Extremer negativer Ausgang bei Status Quo, extremer positiver Ausgang bei Veränderung?)
Zurückblicken (auf eine Zeit, wo es schon mal so war wie jetzt gewünscht- Exploration der Unterschiede zwischen jetzt und damals)
In die Zukunft blicken
Ziele und Werte ergründen (Bereits in Vorbereitung auf Stärkung der Bereitschaft)
Wie erwidere ich Widerstand?
Reflektierende Erwiderungen: Paraphrasierung und Verbalisierung als Grundtechniken
Einfache Reflektion: einfache Widergabe von Gefühlen, Wahrnehmung oder der anderen Meinung des Klienten/Patienten
Verstärkte Reflektion: verstärkte, überzogene oder extreme Paraphrasierung
Doppelseitige Reflektion: beide Seiten der Ambivalenz in die Formulierung einschließen (Bitte dann mit „und“ verbinden und nicht mit „aber“)
Den Fokus verändern: bspw. weg von der vorweggenommenen Idee, dass Veränderung bereits sichtbar sein muss hin zu, dass sie ja erst einmal im Kopf entwickelt werden darf
Umformulieren: Anbieten einer neuen Bedeutung oder Interpretation; man kann dabei gut neue Informationen einfließen lassen- ACHTUNG: das bedarf einer didaktischen Seite!
Statt “aber” auf “und”
Zustimmung mit Wendung: ist eine Kombination aus Reflektieren und Umformulieren
Betonung der persönlichen Wahlfreiheit und Kontrolle (UND DAS AUCH SO MEINEN)
Zur Seite treten: Wenn Du den Widerstand spürst, geh mit der Kraft (chin. Sprichwort); auf der Seite der avisierten Verhaltensweise bleiben und FÜR diese sprechen; direkte Debatte über die Ambivalenz führen (siehe Vier-Felder-Schema)
Zuversichtsfallen
„Jetzt übernehme ich“ (oder das Fallenlassen der Maske der Motivierenden Gesprächsführung)
Selbstwirksamkeit herbeireden (oder die Gefahr der leeren Worte)
Tanz der Hoffnungslosigkeit (oder die Gefahr, sich an der Sinnlosigkeitsseuche anzustecken)
Stärkung von Zuversicht
Wie spreche ich confidence talk?
Gebrauch der Zuversichtsskala
Frühere Erfolge sprechen „lassen“: Welche Idee hast Du dazu? „Bewerbungsschreiben“, den früheren Erfolg „einladen und sprechen lassen“, den früheren Erfolg durch eine andere Person beschreiben lassen (in der Vorstellung des Klienten/Patienten)
Persönliche Stärken und soziale Unterstützung Collagen, Bilder, Fotos aus bestimmten Situation besprechen, Mind-Map zu sozialen Kontakten und deren Potential für die anstehende Veränderung (große/kleine Felder; grün für hilfreich, rot für „besser nicht fragen“, blau für „nicht klar“, schwarz für „ACHTUNG Hindernis“)
Brainstorming (macht nur der Klient selbst)
Information und Ratschläge sowohl für Brainstorming: offenen Sammlung ALLER Optionen, die dann nach hilfreich, weniger hilfreich etc. eingeordnet werden (am besten auf Karteikarten); Ideenkorb im Umfeld und wertneutrale Auswertung im Gespräch
Sammeln ->Bewerten ->Auswerten
Umformulieren („versagt“→“versucht“, „hilflos“→“keine Idee, was Sie tun können“)
„angenommen, dass….“ den Zielzustand als Ausblick am Horizont behalten (positive Empfindungen tragen über Hürden…)
Manchmal braucht es radikale Veränderungen… (wenn sich die Katze in den Schwanz beißt…)
Fallen in der Phase der Selbstverpflichtung
Stärkung von Zuversicht: der Veränderungsplan
Unterschätzen der Ambivalenz (oder die Gefahr der Bestätigung, dass doch alles keine Sinn hat)
Zu starke Anweisung (oder die Gefahr der „unerfüllbaren“ Aufgaben)
Ungenügende Hilfestellung (oder die Gefahr, der stillen Überforderung)
Zuletzt geändertvor 21 Tagen