Definition
Suspensionen sind thermodynamisch instabile, grobdisperse Systeme, die aus wenigstens zwei Phasen bestehen. Die äußere, flüssige, halbfeste oder feste Phase enthält eine feste dispergierte Phase. Durch Aggregation und Sedimentation der Teilchen streben Suspensionen einen thermodynamisch
stabileren Zustand zu.
Bei Suspensionen im engeren Sinne ist die äußere Phase flüssig. Ein einfaches Umschütteln muss ein Redispergieren zu einem für eine genaue Dosierung ausreichend stabilen Zustand möglich sein.
Suspensionen sind meistens freifließend.
Sedimentation in Suspensionen
• Feststoffe mit größerer Dichte als die reine Flüssigkeit neigen zur Sedimentation
• Zwei Arten der Sedimentation
– Aufstockende, behinderte Sedimentation
– Absetzende, unbehinderte Sedimentation
• Berechnung der Sedimentationsgeschwindigkeit durch das Gesetz von Stoke
(sphärische Körper in einer Flüssigkeit oder einem Gas
Arten der Sedimentbildung
• Aufstockende, unbehinderte Sedimentation
– Feststoffpartikel behindern sich nicht
gegenseitig beim Sedimentieren
– Grobe Partikel sedimentieren zuerst,
danach kleine Partikel
• Absetzende, behinderte Sedimentation
– Feststoffpartikel neigen zur Flockung
→ schnelles Absetzen
– Sehr lockeres, kohärentes Sediment,
das infolge der Schwerkraft unter
ständiger Volumenverringerung
zusammensinkt
Benetzungswinkel
• Ausbildung einer Grenzfläche zwischen Festkörpern und Flüssigkeiten
• Benetzungswinkel bildet sich an der Kontaktlinie Festkörper/Flüssigkeit/ Gasraum aus
Netzmittel
Netzmittel bilden einen Film um die Partikel aus
– Zusammenklumpen der einzelnen Partikel wird verringert bzw. verhindert
– Flotationsvorgänge werden gemindert
Instabilität von Suspensionen
• Gründe
– Hohe Grenzflächenenergie
(thermodynamisch instabile Systeme)
– Dichteunterschiede der Phasen
– Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Partikeln
Stabilisierung von Suspensionen
• Ableitung aus dem Stokes-Sedimentationsgesetz
– Verringerung der Partikelgröße (<< 1 µm)
– Angleichen der Dichte der beiden Phase
– Erhöhung der Viskosität
• Andere Möglichkeiten
– Zusatz von Tensiden
– Peptisation
• Stark geladene Ionen (z.B. Calciumcitrat, Natriumtartrat)
– Intensive Interaktion mit Feststoffoberfläche
– Erzeugen gleichsinnig geladener Oberflächen
Herstellung von Suspensionen
1. Zerkleinern von kristallinen Substanzen (Grund: geringere Sedimentation,
Homogenität)
2. Zerkleinerte Substanzen sieben und abwiegen
3. Feststoffe mit einer kleinen Menge des Suspensionsmittels (flüssig) anreiben
4. Anteiliges Zugabe der restlichen Flüssigkeit
5. Homogenisieren durch geeignetes Mischgerät (z.B. Rührstab, Ultra-Turrax)
6. Verpacken
7. Etikettierung
Sedimentationsgeschwindigkeit
– Beurteilung der Sedimentationsgeschwindigkeit durch
die Halbsetzzeit (Zeit, in der die Sedimentationsober-
grenze die Hälfte ihres Weges zurückgelegt hat
Zuletzt geändertvor 22 Tagen