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Methoden der Emotionsforschung

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von nils R.

Umreißen Sie visuelle Stimuli, die sich zur Emotionsinduktion eignen und nennen Sie Vor- und Nachteile dieser Methoden.

Durch visuelle Stimuli wie Fotografien können Emotionen induziert werden. Dies kann beispielsweise das Fotos eines Hundes sein, der seine Zähne fletscht (Furcht), oder das Foto eines Besens voller Kakerlaken (Ekel). Unmittelbar nach der Präsentation der Bilder werden die Probanden dann nach Valenz und Emotionsintensität befragt. Vor diesem Hintergrund liegt mit der IAPS ein Verfahren mit einer umfangreichen Sammlung potenziell emotionsauslösender, evaluierter und standardisierter Farbfotografien vor. Gezeigt werden Naturkatastrophen, Waffen, Landschaften oder spielende Kinder. Bilder können gut Angst, aber auch Freude induzieren und zudem viele weitere Emotionen wie Ekel, Zuneigung und sexuelle Erregung. Von Vorteil ist auch, dass die Wirkung der Bilder dosierbar ist. Dies bedeutet, dass auch „harmlosere“ Bilder ausgesucht werden können. Durch die Verwendung mehrerer Bilder in Folge ist es zudem möglich, eine Emotion über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Durch die Verwendung solcher Bildabfolgen lassen sich Emotionsverläufe und -prozesse sehr gut untersuchen. Bilder sind schließlich leicht zu handhaben und können per PC-Bildschirm oder Beamer dargeboten werden. Als Nachteil ist zu sehen, dass diese Methode mit dem Risiko einer Überschätzung der emotionalen Reaktion auf ein entsprechendes Bild einhergeht, weil Probanden möglicherweise nicht ihre eigenen Gefühle widergeben, sondern den affektiven Gehalt der Bilder mitteilen. Noch populärer als die Induktion von Emotionen über Bilder als visuelle Stimuli ist die Emotionserzeugung über Filmszenen. So wurden Sammlungen von Filmszenen erstellt, die ganz spezifische Emotionen ansprechen sollen. Sollen durch Filme negative Emotionen ausgelöst werden, ist zu beachten, dass Probanden sich leicht durch Wegschauen entziehen können. Hier ist mit einer entsprechenden Instruktion oder einer Kontrolle per Videokamera entgegenzuwirken. Filme können gut in Gruppenversuchen eingesetzt werden, solange sichergestellt ist, dass sich die Probanden nicht gegenseitig beeinflussen. Beim Betrachten der Filme sitzen die Probanden in der Regel ruhig. Dies kommt der Messung von physiologischen Parametern und der Erfassung der Mimik entgegen. Von Vorteil ist ebenfalls, dass sich im Rahmen von Filminduktionsversuchen vergleichsweise problemlos Kontrollbedingungen realisieren lassen, indem aus dem gleichen Film Szenen verwendet werden, die emotional neutral sind. Schließlich können mit Filmen vergleichsweise intensive und länger andauernde Emotionen ausgelöst werden.

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nils R.

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