Was ist die Velten-Technik?
Bei der nach Velten (1968) benannten Technik ist die aktive Mitarbeit der Probanden gefordert, da diese sich selbst in eine traurige oder gehobene Stimmung versetzen sollen. Dazu lesen sie jeweils 60 Aussagen, die ihnen präsentiert werden, zunächst leise und dann laut vor. Danach werden die Probanden aufgefordert, sich in die Stimmungen zu versetzen, die mit den Aussagen suggeriert werden.
Was sind natürliche Auslöser von Emotionen?
Als natürliche Auslöser werden Veränderungen in der alltäglichen Umwelt bezeichnet, die bei vielen Menschen zu ähnlichen Emotionen führen.
In Bezug auf welche drei Aspekte kann die subjektive Komponente einer Emotion beurteilt werden?
Intensität, Dauer, Häufigkeit
Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit ein Proband in der Lage ist, Auskunft über sein emotionales Erleben zu geben?
Fähigkeit zur Wahrnehmung des eigenen emotionalen Zustandes, Sprachliche Kompetenz, Merkfähigkeit, Mitteilungsbereitschaft, Reaktivität der Messung
Grenzen Sie Emotion als unabhängige und Emotion als abhängige Variable voneinander ab.
Ist von Interesse, wie sich Emotionen auf andere Bereiche – wie zum Beispiel Kognitionen oder soziale Prozesse – auswirken, dann wird Emotion als unabhängige Variable betrachtet. In diesem Fall müssen Emotionen erstens induziert und zweitens systematisch variiert werden, damit untersucht werden kann, welche Auswirkungen sie auf andere Variablen haben. Hierzu sind demnach zum einen standardisierte Methoden der Emotionsinduktion und zum anderen experimentelle Bedingungen in entsprechenden Laboratorien nötig. Ist dagegen von Interesse, wie Emotionen entstehen und wie sie von anderen Variablen beeinflusst werden, dann wird Emotion als abhängige Variable betrachtet. In diesem Fall müssen Emotionen möglichst valide, reliabel und objektiv gemessen werden können, um ihre Variation in Abhängigkeit zu anderen Variablen zu erfassen. Dabei ist zu beachten, dass auch die Betrachtung von Emotion als unabhängiger Variable (mit der damit einhergehenden aktiven Manipulation von Emotion) die Emotionsmessung und damit die Betrachtung von Emotion als abhängiger Variable miteinschließt. Ob eine Manipulation erfolgreich war, kann nur eingeschätzt werden, wenn Emotionen in ihrer Ausprägung auch gemessen werden können. Somit kommen beide Forschungsmethoden in der Praxis häufig in Kombination vor.
Emotionen können auch außerhalb des Labors erfasst werden. Stellen Sie die Tagebuchmethode den emotionsbezogenen und ereignisbezogenen Protokollen gegenüber.
Im Rahmen der Tagebuchmethode werden Probanden aufgefordert, über einen längeren Zeitraum zumeist jeweils abends Fragen zum Tag zu beantworten. Dabei werden beispielsweise Emotionen vorgegeben und die Probanden sollen einstufen, wie oft diese Emotionen am Tag erlebt wurden. Zusätzlich können die Ereignisse abgefragt werden, welche diese Emotion ausgelöst haben. Dagegen sollen bei emotionsbezogenen Protokollen immer dann, wenn eine Emotion auftritt, bestimmte Fragen im entsprechenden Protokollheft beantwortet werden. Dabei wird die Intensität der Emotion eingestuft und das auslösende Ereignis benannt. Bei ereignisbezogenen Protokollen steht die emotionale Wirkung von Ereignissen im Mittelpunkt. Dabei werden die Ereignisse benannt (zum Beispiel: „Jemand hat Sie kritisiert“) und anschließend wird wie beim emotionsbezogenen Ansatz verfahren. Im Rahmen der emotionsbezogenen Protokolle wird demnach eine Emotion vorgegeben, um die auslösenden Ereignisse zu identifizieren, während beim ereignisbezogenen Ansatz ein Ereignis vorgegeben wird, um die Emotionen zu identifizieren, welche durch das Ereignis ausgelöst werden.
Umreißen Sie visuelle Stimuli, die sich zur Emotionsinduktion eignen und nennen Sie Vor- und Nachteile dieser Methoden.
Durch visuelle Stimuli wie Fotografien können Emotionen induziert werden. Dies kann beispielsweise das Fotos eines Hundes sein, der seine Zähne fletscht (Furcht), oder das Foto eines Besens voller Kakerlaken (Ekel). Unmittelbar nach der Präsentation der Bilder werden die Probanden dann nach Valenz und Emotionsintensität befragt. Vor diesem Hintergrund liegt mit der IAPS ein Verfahren mit einer umfangreichen Sammlung potenziell emotionsauslösender, evaluierter und standardisierter Farbfotografien vor. Gezeigt werden Naturkatastrophen, Waffen, Landschaften oder spielende Kinder. Bilder können gut Angst, aber auch Freude induzieren und zudem viele weitere Emotionen wie Ekel, Zuneigung und sexuelle Erregung. Von Vorteil ist auch, dass die Wirkung der Bilder dosierbar ist. Dies bedeutet, dass auch „harmlosere“ Bilder ausgesucht werden können. Durch die Verwendung mehrerer Bilder in Folge ist es zudem möglich, eine Emotion über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Durch die Verwendung solcher Bildabfolgen lassen sich Emotionsverläufe und -prozesse sehr gut untersuchen. Bilder sind schließlich leicht zu handhaben und können per PC-Bildschirm oder Beamer dargeboten werden. Als Nachteil ist zu sehen, dass diese Methode mit dem Risiko einer Überschätzung der emotionalen Reaktion auf ein entsprechendes Bild einhergeht, weil Probanden möglicherweise nicht ihre eigenen Gefühle widergeben, sondern den affektiven Gehalt der Bilder mitteilen. Noch populärer als die Induktion von Emotionen über Bilder als visuelle Stimuli ist die Emotionserzeugung über Filmszenen. So wurden Sammlungen von Filmszenen erstellt, die ganz spezifische Emotionen ansprechen sollen. Sollen durch Filme negative Emotionen ausgelöst werden, ist zu beachten, dass Probanden sich leicht durch Wegschauen entziehen können. Hier ist mit einer entsprechenden Instruktion oder einer Kontrolle per Videokamera entgegenzuwirken. Filme können gut in Gruppenversuchen eingesetzt werden, solange sichergestellt ist, dass sich die Probanden nicht gegenseitig beeinflussen. Beim Betrachten der Filme sitzen die Probanden in der Regel ruhig. Dies kommt der Messung von physiologischen Parametern und der Erfassung der Mimik entgegen. Von Vorteil ist ebenfalls, dass sich im Rahmen von Filminduktionsversuchen vergleichsweise problemlos Kontrollbedingungen realisieren lassen, indem aus dem gleichen Film Szenen verwendet werden, die emotional neutral sind. Schließlich können mit Filmen vergleichsweise intensive und länger andauernde Emotionen ausgelöst werden.
Was sind Voraussetzungen dafür, dass ein Proband Auskunft über seine Emotionen geben kann?
Damit ein Proband in der Lage ist, Auskunft über sein emotionales Erleben zu geben, muss er zunächst über die Fähigkeit verfügen, den eigenen emotionalen Zustand wahrzunehmen, und in der Lage sein, über eigene Gefühle Auskunft zu geben. Zweitens muss der Proband über gewisse sprachliche Kompetenz verfügen, um in einem Fragebogen Auskunft über eigene Emotionen geben zu können. Drittens muss der Proband eine hinreichende Merkfähigkeit mitbringen, ansonsten kann es, wenn retrospektiv befragt wird, zu Rekonstruktionsfehlern kommen. Viertens sollte der Proband eine ausreichende Mitteilungsbereitschaft und keine Tendenz zu verzerrten (erwünschten Antworten) zeigen. Schließlich sollte beachtet werden, dass die Messung selbst die Messergebnisse beeinflussen kann.
Was ist ein Duchenne-Lächeln und mit welcher Methode kann es aufgedeckt werden?
Ein Duchenne-Lächeln ist in Abgrenzung zu einem „aufgesetztem Lächeln“ ein echtes Lächeln. Ein Verfahren zur Messung mimischer Veränderungen ist die Elektromyografie (EMG), welches elektrophysiologisch kleinste Muskelbewegungen über Elektroden, die im Gesicht platziert werden, erfasst. Dies ermöglicht es, spontane beobachtbare, aber auch nur schwer oder nicht beobachtbare Veränderungen exakt zu bestimmen. Es ermöglicht aber vor allem die Intensität emotionaler mimischer Reaktionen zu erfassen, die nicht unbedingt sichtbar sein muss. Dabei werden am häufigsten Muskelgruppen der Stirn (Stirnrunzeln verursacht durch den Stirnmuskel) sowie Muskelgruppen des Mundes (Lächeln) betrachtet, da diese besonders gut zwischen positivem und negativem emotionalem Erleben zu differenzieren scheinen. Das Verfahren ist so sensibel, dass zwischen einem Duchenne-Lächeln und einem unechten und manipulativ eingesetzten Lächeln unterschieden werden kann.
Was versteht man unter Display Rules?
Die Erfassung von Emotionen über die Messung der Mimik ist durchaus problematisch, da mimische Reaktionen auch bewusst gesteuert werden können. Die Mimik resultiert nicht nur passiv auf Basis einer erlebten Emotion, sondern wird von Personen auch aktiv gesteuert, um etwas zu anderes zu erreichen. So kann eine Person einen „finsteren Blick“ aufsetzen, um anderen Anwesenden zu signalisieren, dass sie mit einem bestimmten Argument nicht einverstanden ist. Zudem existieren in jeder Gesellschaft sogenannte „Display Rules“. Damit ist gemeint, dass Menschen den Gesichtsausdruck zeigen, von dem sie glauben, dass dieser in einer bestimmten Situation angemessen ist. Dies gilt besonders im Alltag, lässt sich aber auch in Laborsituationen immer wieder beobachten.
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