Was sind Zielkriterien zur Festlegung der Entlastungsreihenfolge?
Durchlaufzeit eines Auftrags minimieren
Auslastung der Kommissioniersysteme maximieren
Bestände und Terminüberschreitung möglichst gering halten
Die Reihenfolge kann mit exakten Lösungsverfahren optimiert werden. Dies erfordert jedoch lange Rechenzeiten, weshalb meistens suboptimierende Verfahren eingesetzt werden, die nach einem Zielkriterium optimieren.
Was sind drei Prioritätsregeln zur Bestimmung der Einlastungsreihenfolge von Kommissionieraufträgen und wie funktionieren diese?
• First Come– First Serve (FCFS)
• Frühester-Liefertermin-Regel (FLT-Regel)
• Größte-Gesamtbearbeitungszeit-Regel (GGB-Regel)
• Kleinste-Gesamtbearbeitungszeit-Regel (KGB-Regel)
• Minimale Anzahl der Bearbeitungsschritte
• Maximale Anzahl der Bearbeitungsschritte
• Kundenauftragspriorität (Aufträge besonderer Kunden erhalten die höchste Priorität)
• Terminüberschreitungs-Regel (Der Auftrag, der die weiteste Terminüberschreitung hat, wird zuerst bearbeitet)
• größte Anzahl gemeinsamer Artikel (Der Auftrag mit der größten Anzahl übereinstimmender Artikel mit der bestehenden Auftragsgruppe wird hinzugefügt)
Wie unterscheiden sich auftragsweise Kommissionierung von serieller Kommissionierung ?
Auftragsweise Kommissionierung:
◦ Prozess: Ein Kundenauftrag wird direkt in einen Kommissionierauftrag umgewandelt und von einem einzigen Kommissionierer vollständig abgearbeitet.
◦ Vorteil: Der Vorbereitungsaufwand ist sehr gering, da im einfachsten Fall der Kundenauftrag direkt als Pickliste (in Papierform oder virtuell) dienen kann.
◦ Nachteil: Da die Pickfolge starr durch den Auftrag vorgegeben ist, muss der Kommissionierer unter Umständen sehr lange Wege durch das gesamte Lager zurücklegen.
Serielle Kommissionierung (zonenseriell):
◦ Prozess: Das Kommissioniersystem ist in mehrere Zonen unterteilt. Ein Auftrag, der Artikel aus verschiedenen Zonen umfasst, wird nacheinander bearbeitet, wobei pro Zone ein anderer Kommissionierer zuständig ist. Am Ende einer Zone wird der Auftrag an die nächste Zone übergeben.
◦ Technik: Bereiche, in denen für einen spezifischen Auftrag keine Entnahme erfolgt, können mittels Fördertechnik überbrückt werden.
◦ Vorteil: Durch die zonale Trennung ist die Gefahr eines unkoordinierten Ablaufs oder eines zu hohen Verkehrsaufkommens im Lager wesentlich geringer
Wie unterscheidet sich die auftragsparallele Kommissionierung von der zonenparallelen Kommissionierung?
Auftragsparallele Kommissionierung
• Gleichzeitige Bearbeitung mehrerer, zu einer Auftragsgruppe zusammengefasster Kundenaufträge
• Kommissionierer führt mehrere Kundenauftragsbehälter mit sich
• Durch das zusammenfassen mehrerer Einzelaufträge werden Bündelungseffekte ausgenutzt
• Anstieg der Entnahmedichte führt zu einer Reduzierung der mittleren Wegzeit pro Auftrag
Zonenparallele Kommissionierung
• Kundenaufträge können in mehrere Teilaufträge zerlegt werden, die jeweils zeitlich parallel in
mehreren Zonen kommissioniert werden
• Vorteil liegt in der Verkürzung der Auftragsdurchlaufzeit
• Steigender Zeitbedarf für die Auftragsvorbereitung verringern den möglichen Zeitgewinn
Was ist ein Batch in der Batch-Kommissionierung?
Nenne das Vorgehen und Vorteile der zweistufigen Kommissionierung.
In der ersten Kommissionierstufe werden die Bedarfsmengen für mehrere Aufträge, die in Batches zusammengefasst werden, zunächst artikelbezogen kommissioniert
In der zweiten Kommissionierstufe erfolgt die auftragsbezogene Zusammenstellung bzw. Sortierung der zuvor gesammelten Artikel
Der erzielte Rationalisierungseffekt aus der ersten Stufe sollte größer sein, als der zusätzliche Aufwand in der zweiten Stufe
Beschreibe das Fixed-Batch-Verfahren und das Überlappendes-Batch-Verfahren
Das gesamte System arbeitet nach dem Push-Prinzip, woraus folgt:
• Stoßweise Belastung der Teilbereiche des Systems
• System muss auf diese Maximallast ausgelegt sein
• Auslastung fällt während Batchwechselzeit stark ab
Nach welcher Funktionsweise wird im Rahmen der Floating-Batch-Kommissionierung das Pull-Prinzip realisiert?
Im Rahmen der Floating-Batch-Kommissionierung (auch als dynamisches Batch-Verfahren bezeichnet) wird das Pull-Prinzip durch eine kontinuierliche und bedarfsgesteuerte Auftragsnachführung realisiert. Dies stellt eine grundlegende Umkehrung zum herkömmlichen Push-Prinzip statischer Batch-Verfahren dar.
Die ausführliche Funktionsweise lässt sich in folgende Punkte unterteilen:
• Auflösung statischer Strukturen: Im Gegensatz zu festen Batches, bei denen ein kompletter Block an Aufträgen abgearbeitet werden muss, bevor neue Aufträge starten können, werden beim Floating-Batch die statischen Batches aufgelöst.
• Trigger durch Auftragsabschluss: Sobald ein einzelner Kundenauftrag innerhalb des Systems vollständig abgeschlossen ist, wird dessen Endstelle (Sortierplatz) frei.
• Nachziehen neuer Aufträge: Das Freiwerden einer Endstelle fungiert als Signal, um sofort einen neuen Auftrag aus dem Auftragsstapel in das System nachzuziehen. Jeder beendete Auftrag „zieht“ somit aktiv einen neuen Auftrag nach sich (Pull), anstatt auf das Ende eines gesamten Durchlaufs zu warten.
• Zustandsabhängige Auftragsauswahl: Das System wählt den am besten geeigneten Folgeauftrag nicht rein nach Eingang aus, sondern basierend auf dem aktuellen Auftrags- und Systemstatus. Dabei wird geprüft, welcher Auftrag die Systemauslastung am besten harmonisiert.
• Dynamische Anpassung der Kommissionierführung: Da während des Rundgangs eines Kommissionierers ständig neue Aufträge in das System „fließen“, kann sich die Reihenfolge der zu bearbeitenden Positionen laufend ändern. Liegen Entnahmeorte neu eingespielter Positionen in der aktuellen Laufrichtung des Kommissionierers, werden die Informationen zur Kommissioniererführung in Echtzeit aktualisiert, um Wegezeiten zu optimieren.
Voraussetzungen und Auswirkungen: Für diese Funktionsweise ist eine permanente Datenverfügbarkeit zwingend erforderlich. Das System muss durch die Quittierung jeder Entnahme den genauen Bearbeitungsfortschritt kennen, um verzögerungsfrei reagieren zu können. Ziel dieses Pull-Verfahrens ist es, unwirtschaftliche Leerlaufzeiten (Totzeiten) zu reduzieren und die Auslastung der Teilsysteme zu harmonisieren, da keine stoßweise Belastung wie beim Push-Prinzip entsteht.
Bei welchem einstufigen Kommissionierverfahren ist die Konsolidierung unbedingt notwendig?
Konsolidierung = Zusammenführen von Teilmengen eines Auftrags
Unter den einstufigen Kommissionierverfahren ist die zonenparallele Kommissionierung dasjenige, bei dem eine Konsolidierung unbedingt notwendig ist.
Dies lässt sich durch die spezifische Organisation dieses Verfahrens erklären:
• Zerlegung in Teilaufträge: Bei der zonenparallelen Kommissionierung werden Kundenaufträge in mehrere Teilaufträge zerlegt.
• Zeitgleiche Bearbeitung: Diese Teilaufträge werden zeitlich parallel in verschiedenen Lagerzonen bearbeitet.
• Notwendigkeit der Zusammenführung: Da die Artikel eines Auftrags räumlich getrennt voneinander entnommen werden, müssen die verschiedenen Teile am Ende des Prozesses wieder zu einem vollständigen Kundenauftrag zusammengeführt werden.
Zuletzt geändertvor 20 Tagen