Buffl

Orga und Steuerung von Kommissioniersystemen

LG
von Linus G.

Nach welcher Funktionsweise wird im Rahmen der Floating-Batch-Kommissionierung das Pull-Prinzip realisiert?

Im Rahmen der Floating-Batch-Kommissionierung (auch als dynamisches Batch-Verfahren bezeichnet) wird das Pull-Prinzip durch eine kontinuierliche und bedarfsgesteuerte Auftragsnachführung realisiert. Dies stellt eine grundlegende Umkehrung zum herkömmlichen Push-Prinzip statischer Batch-Verfahren dar.

Die ausführliche Funktionsweise lässt sich in folgende Punkte unterteilen:

Auflösung statischer Strukturen: Im Gegensatz zu festen Batches, bei denen ein kompletter Block an Aufträgen abgearbeitet werden muss, bevor neue Aufträge starten können, werden beim Floating-Batch die statischen Batches aufgelöst.

Trigger durch Auftragsabschluss: Sobald ein einzelner Kundenauftrag innerhalb des Systems vollständig abgeschlossen ist, wird dessen Endstelle (Sortierplatz) frei.

Nachziehen neuer Aufträge: Das Freiwerden einer Endstelle fungiert als Signal, um sofort einen neuen Auftrag aus dem Auftragsstapel in das System nachzuziehen. Jeder beendete Auftrag „zieht“ somit aktiv einen neuen Auftrag nach sich (Pull), anstatt auf das Ende eines gesamten Durchlaufs zu warten.

Zustandsabhängige Auftragsauswahl: Das System wählt den am besten geeigneten Folgeauftrag nicht rein nach Eingang aus, sondern basierend auf dem aktuellen Auftrags- und Systemstatus. Dabei wird geprüft, welcher Auftrag die Systemauslastung am besten harmonisiert.

Dynamische Anpassung der Kommissionierführung: Da während des Rundgangs eines Kommissionierers ständig neue Aufträge in das System „fließen“, kann sich die Reihenfolge der zu bearbeitenden Positionen laufend ändern. Liegen Entnahmeorte neu eingespielter Positionen in der aktuellen Laufrichtung des Kommissionierers, werden die Informationen zur Kommissioniererführung in Echtzeit aktualisiert, um Wegezeiten zu optimieren.

Voraussetzungen und Auswirkungen: Für diese Funktionsweise ist eine permanente Datenverfügbarkeit zwingend erforderlich. Das System muss durch die Quittierung jeder Entnahme den genauen Bearbeitungsfortschritt kennen, um verzögerungsfrei reagieren zu können. Ziel dieses Pull-Verfahrens ist es, unwirtschaftliche Leerlaufzeiten (Totzeiten) zu reduzieren und die Auslastung der Teilsysteme zu harmonisieren, da keine stoßweise Belastung wie beim Push-Prinzip entsteht.

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Linus G.

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