Wodurch zeichnet sich der Prozess des Schweißens aus? Wofür ist er deshalb besonders geeignet? Nennen Sie einige konkurrierende Verbindungsverfahren
Verflüssigen + Verbinden + Erstarren der Werkstoffe
Nicht lösbare, stoffschlüssige Verbindung
Kraftlinien nahezu ideal → höhere Festigkeit
Besonders für dynamische Beanspruchungen (geringe Kerbwirkung)
Konkurrierende Verfahren: Schrauben, Nieten, Kleben, Löten
Was sind die notwendigen Voraussetzungen für Schweißverbindungen?
Schweißeignung: Werkstoffe müssen schweißbar sein
Schweißmöglichkeit: Verbindungsstelle vorbereitet, Temperatur regelbar
Schweißsicherheit: Bauteil muss Kraft über Schweißnaht übertragen
Nennen Sie die wesentlichen Arten des Metall-Schutzgasschweißens
Worin unterscheiden sich die Arten?
Unterscheidung nach:
Art des Schutzgases (aktiv/inert)
Art der Elektrode (abschmelzend/nicht abschmelzend)
Arten:
WSG: Wolfram-Schutzgas, nicht abschmelzend
MSG: Metall-Schutzgas, abschmelzend
MIG: Inertgas (Ar, He)
MAG: Aktivgas (CO₂, O₂)
Welche Gefährdungen sind beim Schweißen zu beachten? Welche möglichen Schädigungen können auftreten? Wodurch kann man diese verhindern?
Lärm → Schwerhörigkeit → Gehörschutz
Brand → Lebensgefahr → Melden, Löschen
Elektrischer Strom → Herzkammerflimmern → Masse direkt anschließen
Optische Strahlung → Verblitzen → Schweißschutzschirm
Schweißrauch → Krebserregend → Absauganlage
Druckgasflaschen → Explosion → Angemessener Umgang
Was ist mit der Schweißposition PB „gemeint“? Welche Nahtform erhält man tendenziell bei schleppender Brennerführung?
PB = Horizontalposition
Teile stehen rechtwinklig zueinander
Schleppend: Einbrand tief, Nahtbreite schmal
Nennen Sie typische Fugenarten für Kehlnähte und für Stumpfnähte
Stumpfnähte (in einer Ebene):
I-Naht, U-Naht, V-Naht, HV-Naht, Y-Naht, HY-Naht
Kehlnähte:
Teile rechtwinklig zueinander
Kehl-Naht
Was ist eine mehrlagige Schweißnaht? Wieso schweißt man mehrlagig? Skizzieren sie eine mehrlagige Naht und bezeichnen Sie die einzelnen Schweißlagen.
Mehrere Schweißraupen übereinander
Wieso:
Bei dicken Materialien
Energiemenge begrenzt
Vermeidung von zu viel Grundmaterialschmelze
Lagen:
Wurzellage
Mittellage (Fülllage)
Decklage
Gegenlage (von Rückseite)
Wozu dient das Schweiss-Schutz-Gas?
Nennen Sie typische Schutzgase
Zweck: Schutz des Schmelzbads vor Luftsauerstoff
Gase:
Argon (Ar) - inert
Helium (He) - inert
Kohlendioxid (CO₂) - aktiv
Sauerstoff (O₂) - aktiv
Mischungen: C1, M20, M21 (82 % Argon und 18 % CO2), M22, I1, I3
Skizzieren Sie ein typisches MIG/MAG-Schutzgasschweißgerät und benennen Sie die wesentlichen Komponenten
Schweißstromquelle
Drahtvorschub
Schweißbrenner
Drahtelektrode
Schutzgasflasche
Druckminderer
Schlauchpaket
Schutzgaszuführung
Schweißstromleitung
Wasservor-/-rücklauf
Ein-/Ausschalter
Werkstückklemme
Nennen Sie die wesentliche Aufgabe der Schweißstromquellen und die 2 wesentlichen
Stromquellenarten. Mit welchen Baugruppen wird die Aufgabe gelöst?
Aufgabe:
Umwandlung Netzstrom → Schweißstrom (Gleichstrom)
Pluspol an Drahtelektrode, Minuspol am Werkstück
Spannung einstellbar, Strom über Drahtvorschub
Konventionell: mit Stufenschalter
Elektronisch geregelt: stufenlos einstellbar
Welche Parameter kann der MSG-Schweißer einstellen und welche Parameter sind bei der Brennerführung wichtig?
Welche Ergebnisparameter werden dadurch beeinflusst?
Einstellgrößen:
Spannung U
Drahtvorschubgeschwindigkeit
Drosselung
Schutzgasmenge
Brennerführung:
Brennerneigung
Kontaktrohrabstand
Schweißgeschwindigkeit
Pendeln
Beeinflusst:
Lichtbogenlänge, Nahtprofil, Abschmelzleistung
Spritzer, Poren, Kerben, Bindefehler
Skizzieren Sie eine typische Lichtbogenkennlinie mit Benennungen und beschreiben Sie diese
U-I-Diagramm: Spannung über Stromstärke
Verbindung von Strom- und Spannungswerten
Bei gleicher Lichtbogenlänge gemessen
Experimentell ermittelt
Leicht steigender Verlauf
Bereich: von kürzester bis längster Lichtbogenlänge
Gilt für: einen Zusatzwerkstoff, Drahtdurchmesser, Schutzgasart
In welche 2 Arten werden die Schweißnahtprüfungen prinzipiell unterschieden. Nennen Sie Beispiele
1. Zerstörende Prüfung:
Biegeprüfung (Quer, Längs, Seiten)
2. Zerstörungsfreie Prüfung:
VT: Sichtprüfung (Messschieber, Lehren)
PT: Farbeindringverfahren (Oberflächenrisse)
MT: Magnetpulverprüfung (nur ferromagnetisch)
UT: Ultraschallprüfung (innere Fehler)
Sie finden folgende Konfiguration einer Schweißautomation vor. Benennen Sie die Komponenten 1-9
Industrieroboter
Manipulator
Steuerungsschrank
Drehtisch/Zusatzachse
Vorrichtung
Absaugung
FlexPendant (Bedieneinheit)
Was ist ein Schweißpositionierer? Wozu? Optionen?
Was: Vorrichtung zum Aufspannen schwerer Teile (bis 100t)
Wozu:
Optimale Schweißpositionen: Wannenlage PA, Kehllage PB
Von Hand oder automatisch bedienbar
Optionen:
Fußpedal
Servogesteuerte Geschwindigkeiten
Bestückungsdrehkran
1-Stations- vs. 2-Stationsanlage? Vorteile? Systemarten?
1-Station:
Günstig
Nachteil: Entweder Roboter ODER Mensch arbeitet
2-Stationen:
Vorteil: Beide arbeiten gleichzeitig
Produktivität durch Austaktung entscheidend
2 Systemarten:
Roboter + Mensch bewegen sich zum Bauteil (große Teile)
Bauteil wird zum Roboter bewegt (Drehtisch/Förderkette)
4 Sensorarten in der Schweißautomation?
Touchsensor: Startpunktbestimmung, berührend
Längsfolgesensor: Folgt Längsstrukturen, berührend
Lichtbogensensor: Findet Nahtfuge beim Pendeln online
Optischer Sensor: Laser, findet Nahtfuge, weniger Vorbereitung nötig
2 Programmierarten? Vor- und Nachteile?
1. Teach-In:
Anfahren der Punkte an Anlage
Vorteile: Leicht verständlich, Toleranzen egal
2. Offline:
Simulation am PC
Vorteile: Sauberes Umfeld, früher möglich, keine Kollisionen
Nachteil: Nachteachen immer notwendig
Schweiß-Cobot? Vor- und Nachteile vs. Industrieroboter?
Vorteile (+):
Weniger Sicherheitstechnik nötig
Einfacher zu programmieren
Arbeitet mit Mensch zusammen
Nachteile (-):
Eingeschränkte Funktionalität
Weniger umweltgeschützt
Spezielle Schweißfunktionen fehlen
Fazit: Potenzial für Zukunft, aber Durchsetzung fraglich
Zuletzt geändertvor 14 Tagen