Was ist das Grundproblem „zu viel Stickstoff“?
übermäßiger Eintrag von reaktivem Stickstoff (Nr) in Boden, Luft, Wasser
Folgen: Biodiversitätsverlust, Luftqualitäts-/Gesundheitsprobleme, Klimagase (z. B. N₂O), Eutrophierung, Grundwasserbelastung
Was bedeutet „reaktiver Stickstoff (Nr)“?
alle biologisch/chemisch aktiven N-Formen (nicht N₂)
Beispiele: NH₃/NH₄⁺, NO₃⁻, NOₓ, N₂O (je nach Kontext)
Welche großen Quellen treiben den anthropogenen Stickstoffeintrag?
v. a. Landwirtschaft (Mineraldünger, Wirtschaftsdünger, N-Überschüsse)
außerdem: Verbrennung (NOₓ), Industrie/Produktion, Importe/Handel (indirekt)
Was zeigt die Folie zur globalen Stickstofffixierung (Größenordnung)?
anthropogene Fixierung vs. natürliche Quellen sind ähnlich groß
dadurch wurde der globale Stickstoffkreislauf im letzten Jahrhundert nahezu „verdoppelt“ (Größenordnung)
Was ist ein „Stickstoffüberschuss“ in der Landwirtschaft?
Zufuhr > Abfuhr in der Bilanz
Überschuss bleibt als „Verlust“ im System und kann in Wasser/Luft/Boden gelangen
typische Zufuhren: Mineraldünger, Wirtschaftsdünger, Importfutter, Deposition, Leguminosenbindung usw.
In welchen Formen „verlässt“ überschüssiger N das Agrarsystem?
als Nitrat (NO₃⁻) in Grund-/Oberflächenwasser
als Ammoniak (NH₃) in die Luft
als Lachgas (N₂O) in die Luft (stark klimawirksam)
Nenne zentrale Umweltwirkungen von N-Überschüssen.
Nitratbelastung von Grundwasser
Versauerung von Böden/Gewässern → Biodiversität leidet
Eutrophierung von Wäldern, Mooren, Heiden, Gewässern, Meeren
Was ist Eutrophierung?
Nährstoffanreicherung (v. a. N, oft auch P)
führt zu Produktivitäts- und Artenstrukturänderungen (z. B. Dominanz weniger Arten)
Wie entsteht eine „Dead Zone“ (Todeszone) im Wasser?
Nährstoffzufuhr → Algenblüte
absterbende Biomasse wird zersetzt → starker O₂-Verbrauch
Ergebnis: Hypoxie/Anoxie → Massensterben von Tieren
Was bedeutet „O₂-Abnahme“ in Küsten/Ozeanen – warum relevant?
viele Küstenorte zeigen anthropogen verursachte O₂-Declines
O₂-Minimumzonen im Ozean + Küstenhypoxie: großer Stressor für Biodiversität
Welche Arten von Ökosystemveränderungen kann N-Zufuhr auslösen?
Produktivität/Energiefluss verändert
Konkurrenzverhältnisse verschieben sich → Dominanzstrukturen
zusätzlich: Luftqualität und Gesundheitsrisiken (über N-Verbindungen)
Was ist die Kernaussage zur Wirkung von N-Zugabe auf Pflanzenbiodiversität (Meta-Analyse)?
mit steigender N-Zugabe sinken Biodiversitätsmaße (z. B. Artenzahl) tendenziell
Effekte variieren nach Biome/Ökosystemtyp
Was bedeutet „Umweltkontamination“?
Belastung der Umwelt mit Schadstoffen
Schadstoffe können Menschen, Tiere, Pflanzen, Organismen und Ökosysteme schädigen
Was sind „Schadstoffe“ (Definition in eigenen Worten)?
Stoffe/Stoffgemische, die in der Umwelt vorkommen und schädliche Wirkungen auslösen können
Wirkung kann individuell (Organismus) oder systemisch (Ökosystem) sein
Nenne wichtige Schadstoffgruppen.
Schwermetalle
Langlebige organische Schadstoffe (POPs)
PFAS/PFCs
Pestizide
Pharmazeutika
Warum sind POPs (langlebige organische Schadstoffe) besonders problematisch?
langlebig / persistent
können sich in Organismen anreichern und weit verbreitet werden
häufig toxisch schon bei niedrigen Konzentrationen
Was sind PFAS/PFCs – warum im Fokus?
große Stoffgruppe, oft „sehr persistent“
Problem: lange Umweltverweildauer, teils bioakkumulierend, schwer entfernbar
Was ist Bioakkumulation vs. Biomagnifikation?
Bioakkumulation: Anreicherung im Individuum über Zeit (Aufnahme > Abbau/Ausscheidung)
Biomagnifikation: Konzentrationszunahme entlang der Nahrungskette (höhere trophische Ebene → höhere Konzentration)
Erkläre das Beispiel „Methylquecksilber in marinen Nahrungsketten“.
Methylquecksilber kann entlang der Nahrungskette stark zunehmen
Top-Prädatoren sind besonders belastet
in der Vorlesung: zusätzlich „Recycling“ in Küstensystemen über Exkrete/Fellwechsel mariner Säuger
Welche internationalen Abkommen/Politikbezüge tauchen in der Vorlesung im Kontext Schadstoffe auf?
Hinweis auf ein „Pakt/Abkommen“, das 2017 in Kraft trat (Kontext: Schwermetalle/Quecksilber-Regulierung)
Grundidee: globale Kooperation nötig, weil Schadstoffe grenzüberschreitend wirken
Was sind „gebietsfremde Arten“?
Arten außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets
Auftreten durch menschliche Einbringung (direkt oder indirekt)
Wann wird eine gebietsfremde Art „invasiv“?
wenn sie sich etabliert und ausbreitet
…und dabei negative Auswirkungen verursacht (ökologisch/ökonomisch/gesundheitlich)
Nenne die Stufen im Invasionskonzept (Modell).
Introduced (eingebracht)
Casual (nicht dauerhaft selbsterhaltend)
Naturalized (dauerhaft, selbsterhaltend)
Invasive (Ausbreitung + Wirkung)
a) Erkläre die „Tens rule“ (Daumenregel).
b) Was sagt die Vorlesung zur Übertragbarkeit der „Tens rule“ auf Tierarten?
a)
von vielen eingebrachten Arten schafft nur ein Teil den nächsten Schritt
grobe Idee: viele eingeführt → weniger casual → noch weniger etabliert → sehr wenige invasiv
b)
für Pflanzen scheint sie eher zu passen
bei Tierarten wird ein höheres Invasionsrisiko betont (deutlich höherer Anteil)
Welche Faktoren beeinflussen, ob eine Art invasiv wird?
Ressourcenverfügbarkeit & Effizienz der Ressourcennutzung
physiologische Toleranz/Plastizität & genetische Anpassungsfähigkeit
Aufenthaltsdauer (Residence time)
biotische Interaktionen: Feinde, Krankheitserreger, Herbivoren; bestehende Artengemeinschaft
Störungsgrad
kultureller/ökonomischer Einfluss, regionale Geschichte, soziale Aktivitäten
Welche drei großen Wirkungskategorien invasiver Arten gibt es?
wirtschaftliche Schäden
Parasiten/Vektoren für Krankheiten (Mensch & Tier)
ökologische Beeinträchtigung
Beispiel: Welche invasive Art wird bei Honigbienen genannt?
Varroamilbe (Befall der Honigbienen)
Beispiel für starke Auswirkung auf ein (ökologisch/ökonomisch) relevantes System
Beispiel: „Pazifische Auster“ im Wattenmeer – Kernaussage?
als „Neubürger“ beschrieben
Ausbreitung/Vermehrung begünstigt in warmen Sommern
Beispiel für Etablierung und starke Verbreitung im Wattenmeer
Beispiel: Einführung der Bachforelle in Neuseeland – was kann sich ändern?
Veränderung von Wirbellosen-Gemeinschaften
dadurch veränderter Nährstoffhaushalt/Ökosystemprozesse
Warum ist die Abgrenzung „natürliche Arealerweiterung“ vs. „eingeführt“ schwierig?
Arten können ihr Areal auch durch Anpassung erweitern
gleichzeitig fördert der Mensch Ausbreitung durch Habitat-/Landschaftsänderungen und Transport
Welche Landschaftsveränderungen fördern Arealausdehnung/Einwanderung (Beispiele)?
Landwirtschaft: Förderung von „Steppenarten“
Urbanisierung: Wärme-/Trockenheits-adaptierte Arten
Eutrophierung: Einwanderung von Ubiquisten
künstliche Wasserläufe: Ausbreitung von Süßwasserarten
“Wenn du sie nicht bekämpfen kannst, nutze sie…“ – welches Beispiel wird genannt?
Götterbaum (Ailanthus altissima)
invasiv v. a. in städtischen Gebieten
Ansatz: Nutzung (z. B. Holz) als pragmatische Option
a) Welche Einbringungswege von Neozoen in Deutschland nennt die Tabelle (Kategorien)?
b) Welche Einbringungswege sind (laut Tabelle) besonders häufig?
aktive Aussetzung
Verwilderung
Tierimporte
Warenimporte
durch Transportmittel
besonders große Anteile: aktive Aussetzung und Verwilderung
weitere relevante Beiträge: Warenimporte und Transportmittel (je nach Gruppe)
a) Wie arbeitet das BfN mit „Merkblättern“ zur Invasivität?
b) Welche Listen/Kategorien werden beim BfN im Management-Kontext genannt?
Sammlung von Literatur + Experteneinschätzungen
systematische Prüfung negativer Auswirkungen
Ergebnis: Einordnung „invasiv“ vs. „potenziell invasiv“ (bei Datenlücken)
schwarze Liste: invasiv
graue Liste: Beobachtungsliste
Managementliste
Aktionsliste
Zweck: Prioritäten setzen
Was ist die „Unionsliste“ (EU)?
Liste hochinvasiver Arten in der EU
verlangt verpflichtendes Management: Einschleppung/Etablierung verhindern
Aktualisierung regelmäßig (alle 3 Jahre)
Warum ist Prävention oft besser als spätes Management?
bei weit verbreiteten, etablierten Arten ist Management oft nicht erfolgreich
frühe Stadien: Kontrolle/Entfernung vielversprechender
Monitoring + Wissenslücken schließen wichtig
Zusammenfassung: Welche Kernaussagen solltest du zu invasiven Arten merken?
nur ein Teil der gebietsfremden Arten wird problematisch, aber diese können massiv wirken
Auswirkungen: ökologisch, ökonomisch, Gesundheit
Prävention & Frühmanagement sind meist effektiver als spätes Eingreifen
Zuletzt geändertvor 3 Tagen