Shine-Dalgarno-Sequenz liegt auf…
der mRNA - Ribosomenbindestelle
Der UTR auf der mRNA steht für…
Untranslatierter Bereich
Bei der Synthese der RNA wird von der DNA abgelesen der…
kodogene Strang (Antisense)
Alle Gene kodieren für Proteine. Richtig oder Falsch?
falsch
Welche RNAs werden am häfigsten transkribiert?
rRNA
Warum können mRNAs leichter abgebaut werden als tRNAs und rRNAs?
aufgrund spezifischer Faltung die vor Abbau schützt
Wahr oder Falsch? Die RNAPol…
braucht Mg2+ als Kofaktor
braucht Eisen als Kofaktor
ist nicht die einzige RNA Polymerase in Bakterien
braucht keinen Primer
hat eine geringere Fehlerrate als die DNAPol
Ist langsamer als die DNA Pol
braucht Mg2+ als Kofaktor WAHR
braucht Eisen als Kofaktor FALSCH
ist nicht die einzige RNA Polymerase in Bakterien FALSCH
braucht keinen Primer RICHTIG
hat eine geringere Fehlerrate als die DNAPol FALSCH (DNA hat proof reading)
Ist langsamer als die DNA Pol WAHR
In welche Richtung synthetisiert die RNA Pol RNA?
5’ zu 3’
In welche Richtung liest die RNAPol die DNA ab?
3’ zu 5’
Termination: Was ist ein intrinsischer Terminator?
Nach dem Stop Codon kommt es downstream zu einem Palindrom
Nach Übersetzung in RNA bildet diese eine Stammschleife aus die zur Termination führt.
Wo löst sich die RNAPol auf?
Bei Übersetzung des Poly-U-Schwanz, wird die RNA DNA Bindung geschwächt und stört RNAPol Komplex.
Was ist ein Sigma-Faktor?
Der Sigma-Faktor ist eine Untereinheit der RNA Polymerase und bildet mit den Untereinheiten alpha1, alpha2, beta und beta’ (welche zusammen das Kernenzym bilden) das Holoenzym. Der Sigma-Faktor erkennt die Promotorsequenz auf der DNA und kann so die Transkription eines spezifischen Gens einleiten.
Warum haben Bakterien mehr als nur einen Sigma-Faktor?
Der Sigma-Faktor ist austauschbar, kann spezifische Gene erkennen und so die Genexpression beispielsweise an Stresssituationen wie Hitzeschock oder N2-Mangel anpassen.
Nenne ein Beispiel für ein Bakterium, welches nur einen sigma-Faktor besitzt.
Mycoplasma genitalium
Haben Eukaryoten sigma-Faktoren?
Nein.
Beschreibe die Funktion von sigmaFaktor 70 aus E.coli
Targetgene von sigma70 sind Haushaltsgene
Transkriptionsinitation aller E.coli Gene derer Produkt unter normalen Bedingungen benötigt wird
-35/-10 Region (TATA)
Genname rpoD
Beschreibe die Funktion von sigmaFaktor 32 aus E.coli
aktiviert Targetgene bei Hitzeschock
Genname rpoH
-35/-10 Region (CCCC)
Beschreibe die Funktion von sigmaFaktor 54 aus E.coli
wird bei N2 Mangel aktiviert und induziert das Enzym Glutaminsynthetase
Genname rpoN
-24/-12 Region (TTGC)
etwa 60 Prozent der bakteriellen Genome in der EBIDatenbank besitzen einen putativen sigma54
Erläutere kurz die Funktion der Glutaminsynthetase, welche durch sigma 54 induziert wird
Die Glutaminsynthetase verstoffwechselt Glutaminsäure und Ammoniumionen in Glutamin. Glutamin dient als Transport von Stickstoff (Ammoniak). Endogene Reaktion (ATP abhängig)
Was sind die grundlegenden Eigenschaften von Topoisomerase I?
Topoisomerase 1 schneidet einen Einzelstrang DNA Strang, fädelt den anderen Strang hindurch und ligiert den geschnittenen Strang.
das tut sie ATP unabhängig
sie kann so neg Superspiralisierung entwinden
Was sind die grundlegenden Eigenschaften von Topoisomerase II?
auch Gyrase genannt
erzeugt einen Doppelstrangbruch
das tut sie ATP abhängig
legiert den Doppelstrang wieder
erzeugt so neg Supercoiling
Entwindung der DNA mit ca 10bp pro Windung
führt zu Platzgewinn und besserer Ablesbarkeit
Welchen Einfluss haben Topoisomerase I und II auf die Transkription?
die Superhelikalität der DNA beeinflusst die Bindung der RNA-Polymerase an den Promotor
während er Replikation wird neg und pos Supercoiling entzeugt welche durch Topo I und II wieder ausgeglichen werden müssen
Was hat noch einen Einfluss auf die Transkription?
Spacer (Region zwischen bsp. -35 und -10)
GC (3WBB) oder AT(2WBB) Basenpaarungen am Transkriptionsstart +1
Nenne ein Beispiel wie die Transkription in Bakterien zielgerichtet manipuliert werden könnte.
durch genetische Mutation am Promotor
Was ist ein Nucleoid?
dort ist die DNA von Mikroben effizient verpackt.
Besitzen Prokaryoten Histone?
nein, die Verpackung erfolgt mithilfe von DNA Bindeproteinen
In welcher Form liegt die DNA im Nucleoid vor?
Rosetten-Form
Nenne 4 Regulationsmechanismen von NAPs
(Altklausurfrage) Nenne 4 Regulationsmechanismen von NAPs
Inhibierung durch Trapping
Sequenz down und upstream werden nurch NAPs gebunden und die RNApol gelangt so nicht an Transkriptionsstart
Inhibierung durch Silencing
NAPs binden am Promotor und blockieren diesen.
Aktivierung durch RNA-Pol Kontakt
NAPs interagieren mit RNA-Pol und stimulieren diese.
Loop-vermittelte Aktivierung durch RNA-Pol Kontakt
Loop induziert RNA-Pol Bindung an Promotor
Was macht das Head-unstable Protein HU?
Das HU kann als Dimer in die kleine Furche binden und die DNA so umhüllen und für eine Spiralisierung sorgen.
Was macht der Integration Host Factor IHF?
Der IHF kann durch seine beta Faltblätter an die DNA binden und sie so krümmen. IHF kann so die Interaktion von entfernten Regulatoren ermöglichen.
Regulation der Transkription kann auch durch Bindeproteine stattfinden, die sequenzspezifisch binden. Dabei unterscheiden sich die Bindestellen für Aktivatoren und Repressoren.
Wo finden sich tendenziell Bindestellen von Aktivatoren im Vergleich zu Repressoren auf der DNA?
Aktivator-Orte (-40/-60) liegen deutlich weiter hinter dem Transkriptionsstart als Repressor-Orte (+20/-40)
Es gibt drei Varianten wie ein Repressor die Transkription verhindern kann, welche?
Variante 1a: Sterische Behinderung, indem der Regulator am Promotor bindet, so dass die RNA-Pol nicht binden kann.
Variante 1b: Sterische Behinderung, indem der Repressor am Operator ( hinter dem Promotor) bindet und so die Elongation der RNAPol verhindert.
Variante 2: Durch Schleifenbildung kommt die RNA Pol nicht an den Promotor
Variante 3: Durch Modulation des Aktivators
Nenne fünf bekannten Motive Proteindomänen
Helix turn Helix
Zinkfinger
Leucin-Reißverschluss bzw. Helix lopp Helix
beta Faltblätter
TAL Effektoren
Beschreibe das Helix turn Helix Prinzip:
Im Helix turn Helix Schema gibt es eine stabilisierende Helix und eine Erkennungshelix, deren Aufgabe die Drehung des Proteins ist. Die DNA Bindung erfolgt nicht kovalent durch WBB und Van der Vaals Kräfte in der großen Fruche der DNA. Ein Beispiel ist der Lambda-Repressor
Beschreibe das Zink-Finger-Motiv:
Das Zinkfinger-Motiv besteht aus einer Erkennungshelix und einem Zinkion koordiniert durch zwei Cysteine und zwei Histidine, ein entsprechendes Protein, meist Regulatorproteine enthält i.d.R zwei solcher Motive, diese beiden binden dann in der großen Fruche der DNA Doppelhelix.
Beschreibe das Helix Loop Helix Motiv bzw. Leucin Reißverschluss
Zwie Helices stehen sich gegenüber mit Leucin-REsten, welche nicht mit der DNA interagieren sondern zwei Erkennungshelices ausrichten, so dass diese in der großen Furche der DNA binden können.
Beschreibe das beta Faltblatt-Motiv:
Z.B. MetJ, steuert die Methionin Biosynthese. Meist Homodimere, jedes Monomer hat ein beta Faltblatt, welches in der großen Furche der DNA bindet, bzw. im Fall von MetJ am Operator (MetBox - ist ein Palindrom). MetJ wiederum wird durch den CoFaktor SAM reguliert.
Nenne drei Wege, wie ein Aktivator die Replikation beeinflusst.
Klasse 1 Aktivierung: Der Aktivator interagiert mit der alpha UE der RNA-P.
Klasse 2 Aktivierung: Der Aktivator interagiert mit sigma Faktor und der -35 Region.
Klasse 3 Aktivierung durch Konformationsänderung - Aktivator interagiert mit Spacer Region und sigma Faktor
Nenne vier klassische Wege, wie Regulatorproteine Signale aufnehmen können.
a. Modifikation, z.B. +P, +Me, +Ac
b. Durch Bindung von Effektoren
c. Kontrolle der Menge (zb. durch eig Transkriptionskontrolle oder kontrollierten Abbau)
d. Titration an einen Ort, wo die DNA nicht erreicht werden kann, räumliche Trennung
Erläutere kurz in Worten, was auf dieser Folie zu sehen ist:
Am Beispiel der Repression ist gezeigt, wie durch Argininzusatz die Enzyme zur Argininbiosynthese mengenmäßig nicht mehr ansteigt -> Enzyme der Argininbiosynthese sind reguliert durch die Menge von Arginin.
Am Beispiel der Infuktion ist zu sehen, dass durch das Hinzufügen von Lactose b-Galactosidase mengenmäßig ansteigt - > b Galactosidase ist an die Menge von Lactose gebunden
Beschreibe was ein Koaktivator/Korepressor tut.
Korepressor bindet an Repressor, Koaktivator an Aktivator -> führt zur DNA Bindung und so zu Aktivierung bzw Repression
Was tut ein Induktor:
Bindet an Repressor, Repressor löst sich -> Transkritption induziert.
Ein Beispiel für den Wirkmechanismus des Korepressors ist die Repression der Argininsynthese. Beschreibe:
Arginin wirkt als Korepressor. Das bedeutet, Arginin bindet als Korepressor an den Repressor, welcher so an den Operator binden kann und die DNA-Polymerase, welche bereits am Promotor gebunden hat blockiert. So können sie Strukturgene nicht abgelesen werden, und es bildet sich kein neues Arginin. Wenn es dann wieder zu einem Argininmangel kommt, kann Arginin nicht mehr als Korepressor an den Repressor binden, sodass die RNA-Polymerase wieder arbeiten kann. smaaaart.
Wie kann das lac-Operon negativ und positiv reguliert werden?
positiv-Kontrolle: durch Enzyminduktion
In Abwesenheit von Laktose als Induktor bindet der Repressor an das Operon und verhindert die Transkription. Kann Laktose als Induktor wirken, bindet er an den Repressor, so dass der Repressor sich lösen kann und die RNA-Polymerase voranschreiten kann.
negative Kontrolle: in Form einer globalen Kontrolle
ist genügend Glucose vorhanden, wird der second messenger cAMP (cyklisches AdeninMonoPhosphat) aus der Zelle geschleust
fehlt hingegen Glucose kann cAMP an das Catabolite Activator Protein CAP binden. Das cAMP/CAP-Komplex bindet als Aktivator an die CAP Bindestelle vor den Promotor der beta-Galactosidase und aktiviert die Transkription zur Synthese von beta Galactosidase, welche Lactose abbauen kann um Energie zu gewinnen. Der Grund warum dies an Glucose gekoppelt ist, ist weil Glucose der bessere Energielieferant ist: ergo es wird erst Glucose und dann Lactose abgebaut. Das nennt sich auch die Katabolit Repression, bzw den Glucose Effekt.
Beschreibe die Induktorrolle von Maltose
Maltose bindet an das Maltoseaktivatorprotein und induziert so die Bindung der RNAPol an den Promotor.
Welche Gene werden bei der sog. “stringenten Antwort” aktiviert und warum?
Gelangt eine tRNA in ein Ribosom, ohne mit Aminsoäuren beladen zu sein, aktiviert das Ribosom die RelA-Synthetase, welche Alarmhormone synthetisiert nämlich ppGpp und pppGpp. Diese sorgen für ein Abfall der rRNA und tRNA Produktion und aktivieren Operons für die Proteinbiosynthese.
Welche Rolle spielen Kinasen bei bakteriellen Zwei-Komoponenten-System?
Von einer Sensorkinase an der äußeren Zellmembran wird ein Metabolit wahrgenommen, z.b. O2, Nitrit ect. Die Sensorkinase bewirkt eine ATP abhängige Autophosphorylierung. Anschließend kommt es zu intrazellulären Phosphatübertragung an einen Responeregulator. Dieser wird dadurch aktiviert und bindet an die DNA und blockiert somit die RNA Polymerase. Wird der Responseregulator dephosphorylisiert, wird er inaktiviert durch eine Phosphatase und alles nimmt seinen gewohnten.
Eigenschaften von Transkriptionsfaktoren
a. können alleine Transkription induzieren
b. funktionieren nur mit DNA Polymerasen
c. funktionieren nur mit RNA Polymerasen
d. jeder TF steuert nur ein Gen
c. funktionieren nur mit RNA Polymerasen <-
Wofür gab es den Nobelpreis 2024?
a. Entdeckung der microRNAs
b. Modifikation von RNA und Impfstoffentwicklung
c. RNA Interferenz
a. Entdeckung der microRNAs <-
Was ist eine Transaktivierungsdomäne?
a. Damit bindet der Transkriptionsfaktor an die DNA
b. Damit interagiert ein Transkriptionsfaktor mit dem Präinitationskomplex
c. Ein Teil eines Promotors
b. Damit interagiert ein Transkriptionsfaktor mit dem Präinitationskomplex <-
Woran bindet der Transkriptionsfaktor?
Hier ist es einfach wichtig dir zu merken, dass eine Transaktivierungsdomäne Teil eines Transkriptionsfaktors ist und zwar der Teil der NICHT an die DNA bindet. Also ein TF bindet zwar an die DNA aber nicht mit der Transaktivierungsdomäne
a. Teil eines Transkriptionsfaktors
b. Teil eines Promotors
c. damit bindet der Transkriptionsfaktor an die DNA
a. Teil eines Transkriptionsfaktors <-
Der Transkriptionsfaktor NF kappa B wird….
a. durch direkte Phosphorylierung aktiviert
b. durch direkte Dephosphorylierung aktiviert
c. durch Phosphorylierung und Abbau eines Inhibitors aktiviert
c. durch Phosphorylierung und Abbau eines Inhibitors aktiviert <-
Alternatives Splicing…
a. wird immer durch Regulatorproteine reguliert
b. ist vielfach ein zufälliger Prozess
c. kommt eher selten bei menschlichen Genen vor
b. ist vielfach ein zufälliger Prozess <-
Eine lange (>2000bp) homologe dsDNA wird…
a. in Pflanzenzellen gespalten und macht RNA Interferenz
b. in menschlichen Zellen gespalten und bewirkt RNA Interferenz
c. in menschlichen Zellen keine Auswirkungen haben
a. in Pflanzenzellen gespalten und macht RNA Interferenz <-
Wieviele RNA Polymerasen gibt es in Eukaryoten?
Drei RNA-Polymerasen.
Welche RNA-Polymerase ist für die Transkription in Eukaryoten am wichtigsten?
RNA-Pol II
Was versteht man unter Kernextrakt?
allgemeine Transkriptionsfaktoren die notwendig sind für eine zielgerichtete und starke RNA-Synthese
Wahr oder Falsch: Die RNA Polymerase II und die RNA Polymerase aus Prokaryoten haben strukturelle Ähnlichkeiten.
Wahr.
Wie heißt dieses Protein und was macht es?
TATA-Binde-Protein, kurz TBP.
Es biegt die DNA und dient als Signal zum Binden weiterer Transkriptionsfaktoren.
Im folgenden baut sich der PIC auf, also der Prä-Initations-Komplex:
TFIID (hellgrün) und TBP (dunkelgrün) binden an die TATA Box und biegen die DNA
TFIIA(hellgelb) und TFIIB(braun) helfen TFIID und TBP zu stabilisieren und die “Plattform” zu erweitern.
TFIIF (hellorange) bindet direkt an die RNAPol-II.
TFIIE (dunkelorange) steuert die Bindung von TFIIH (rosa), die als Start-Hilfe fungiert.
Kleine Merkhilfe:
TFIID - D wie doppelt mit TBP
TFIIA - A wie Anfang
TFIIB - (B)Platz, sieht auch aus wie ein B.
TFIIF - F wie flow der RNAPol-II
TFIIE - E wie Exposition der…
TFIIH - H wie Hilfe
TFIIH hat eine Kinase als Untereinheit. Warum?
TFIIH startet nach Vervollständigung des PICs die Phosphorylierung am C-Terminus der RNA-Polymerase. Das dient als Startsignal - die Helikase entwindet die DNA, die TFs fallen von der DNA ab, die RNA-Polymerase schließt sich und beginnt mit der Erzeugung eines RNA-Moleküls.
Für die Vervollständigung des PICs sind noch vierweitere Proteine relevant. Identifiziere sie in dieser Zeichnung und benenne ihre Funktion:
dunkelblau: Aktivator bindet am Enhancer
hellgelb: Histion-Acetylase - Auflockerung von an Histon gebundener DNA
dunkelgrün: Chromatin-Restrukturierungskomplex
lila: Mediator
Wozu dient die Polyphosphorylierung am C-Terminus der RNAPol-II noch außer als Aktivierungssignal?
Am phosphorylierten C-Terminus binden Cappingfaktoren, Polyadenilierungsfaktoren und Spleißfaktoren
Schau was du kannst: Benenne jedes der hier gezeigten Proteine und ihrer Funktion:
hellgrau: DNA-Molekül
hellblauer Streifen: Enhancer
dunkelblau: Aktivator
hellblau: RNAPol-II
Maigrün auf DNA: TATA-Box
hellgrün: TFIID
dunkelgrün in TFIID: TATA-Binde-Protein
klein und hellgelb: TFII-A
braun: TFII-B
hellorange: TFII-F
dunkelorange: TFII-E
koralle: TFII-H
groß hellgelb: Histonacetyllase
groß dunkelgrün: Chromatin-Restrukturierungskomplex
Welche DNA-Bindemotive haben E2A und EBF1?
E2A: Helix tun Helix -> Zielgen: RAG1
EBF1: Zink “Knöchel”, verwandt mit Zinkfinger -> Zielgen: Pax5
Hier siehst du eine FACS-Untersuchung an EBF1-knockout Mäusen. Was erkennst du?
EBF1-knockout-Mäuse können keine B-Zellen bilden.
Können EBF1-knockout Mäuse Granulozyten und/oder T-Zellen bilden?
Ja, beide noch da.
B-Zellen entwicklen sich während der VDJ Rekombination von pre-pro-B-Zellen, zu early-pro-B-Zellen und dann zu late pro B-Zellen. In einer FACS Untersuchung von EBF1-knockout-Mäusen sehen wir das:
Was sagt uns das?
Es haben sich bei EBF-1 knockout Mäusen keine early proB-Zellen und keine late proB-Zellen gebildet. EBF-1 ist essentiell für diesen Schritt der B-Zell-Entwicklung.
In vielen Genclustern kommen Locus-Control-Regions vor. Wie funktionieren sie? Nenne ein Beispiel.
Sie funktionieren mit Isolator und Enhancer Elementen. Beispiel ist das beta-Globin Lokus.
Welche Rolle spielen spezifische Transkriptionsfaktoren? Wie wirken sie in der eukaryotischen Genregulation? Nennen sie Beispiele.
Spezifische Transkriptionsfaktoren spielen eine Rolle bei gewebespezifischer Transkriptionskontrolle und der Entwicklung spezieller Zelltypen wie B-Zellen. Sie binden an über DNA Bindedomäne an die DNA und wirken auf die Transkription ein. So sind EBF1 und E2A essentiell für die Entwicklung von B-Zellen.
Welche drei Klassen von Zellmembran-Rezeptoren kennst du?
Ion-channel-coupled-receptor
G-Protein-coupled-receptor (GPCR)
enzym-coupled-receptor
Was sind G-Proteine?
G-Proteine sind membrangebundene, trimere GTP-bindende Proteine. Untereinheiten alpha, beta gamma. Durch kurze Lipidschwänze an Membran gebunden. Im inaktiven Zustand bindet das G-Protein GDP an der alphaUE. Wird es aktiviert tauscht es dieses durch GTP aus. Durch eine innere GTP-Hydrolyse schaltet es sich dann von alleine wieder ab.
Erläutere wie durch den cAMP Signalweg Gene in ihrer Transkription beeinflusst werden können.
Signalmolekül (z.B. Hormon) bindet an G-Protein gekoppelten Rezeptor (GPCR).
Membrangebundenes G-Protein wird aktiviert durch Austausch von GDP zu GTP.
Die aktivierte alpha-Untereinheit des G-Proteins aktiviert die Adenylat-Cyclase.
Diese wandelt AMP und cAMP um.
cAMP aktiviert Proteinkinase A, welche sich jetzt in den Zellkern begibt.
PKA phosphoryliert CRE-Bindeprotein (CREB)
Dieses bindet als Dimer und mit der Hilfe von dem CREB-bindenden Protein (CBP) mit Hilfe seiner Transaktivierungsdomäne an der DNA am CREB-bindenden Element, bzw an der CRE Sequenz (cAMP-response-Element).
Dort steuert es die Transkription seines Zielgens.
c. Damit bindet der TF an die DNA
Kann ein Transkriptionsfaktor ohne Transktivierungsdomäne die Transkription bewirken?
Kann man eine Transktivierungsdomöne mit einem anderen Transkriptionsfaktor koppeln?
Ja.
Welche Signalwege wirken über CREB? Und wie viele werden durch CREB reguliert?
Links sehen wir den klassischen Weg, den wir gelernt haben. Aber auch via Synapsen, Wachstumsfaktoren und Cytokine wirken über den Transkriptionsfaktor CREB.
Mehr als 1000, in Lymphozyten, Spermatozyten, Leberzellen, Nervenzellen….
Was für eine Auswirkung hat den CBP auf die Transkription? Wahrscheinlich eine positive, aber WIESO?
CBP wirkt als Coaktivator mit Histonacetylase-Aktivität, d.h. es lockert die Chromatinstruktur auf.
Wie heißt das Protein, dass an BLNK bindet?
a. PIP
b. PLC gamma
c. ILK
b. PLC gamma <-
PIP2 in….
a. PI3
b. IP1 und DAG
c. IP3 und DAG
c. IP3 und DAG <-
Die Phosphatase, welche NFAT aktiviert, heißt:
a. Calmodulin
b. Calceurin
c. Calcineurin
d. Calcineurin und Calmodulin in Kombination
c. Calcineurin <-
Nenne einen prominenten Vertreter, welcher Calcineurin hemmt.
Cyclosporin A
CsA ist ein Hemmer von Calcineurin. Es wird auch als Therapeutikum gegeben. Folglich bewirkt es…. ?
Immunsupression, Therapeutikum im Einsatz um Transplantatabstoßung zu verhindern bsp.
NFAT wird aktiviert durch….
a. Direkte Phosphorylierung durch die Kinase Syk
b. Durch Dephosphorylierung von der Phosphatase Calcineurin
c. Indirekt durch die Phosphorylierung durch Syk von BLNK und dessen Translakoation an die Zellmembran
b. Durch Dephosphorylierung von der Phosphatase Calcineurin <-
c. Indirekt durch die Phosphorylierung durch Syk von BLNK und dessen Translakoation an die Zellmembran <-
NFAT aknn nicht aktiviert werden, wenn …
a. Calmodulin Calcineurin hemmt
b. Cyclosporin Calmodulin hemmt
c. Cyclosporin Calcineurin hemmt
c. Cyclosporin Calcineurin hemmt <-
Für die Ca2+ Ausschüttung am ER ist verantwortlich…
a. Phospholipase C
b. NFAT selbst
c. PIP2
c. IP3
d. DAG
a. Phospholipase C <-
c. IP3 <-
Welche UE von NFkB hat eine Transaktivierungsdomäne?
a. p50
b. p65
b. p65 <-
Nenne drei Möglichkeiten der Flexibilität von NFkB
das Dimer kann sich unterschiedlich zusammensetzen, es sind 5 REL Gene bekannt, 3 Varationen für p65 und zwei für p50. Die Kombination ermöglicht unterschiedliche Regulationen.
Varationen der kB Bindestelle beeinflusst die WW
Kombination von kB Bindestellen mit anderen Bindestellen beeinflusst die Regulation
Beschreibe kurz den NFkB Signalweg und die NFkB abhängige Genregulation
Erkennung am Rezeptor eines Entzündungsstoffes bsp (IL-1) löst intrazelluläre Signalkaskade aus, die zur Phosphorylierung der IkB-Kinase führt
IkB-Kinase phosphoryliert den Inhibitor IkB, der sich daraufhin von NFkB löst
Der Inhibitor IkB ubiquitiert und anschließend abgebaut
NFkB kann in den Zellkern einwandern und an eine DNA Bindestelle binden
NFkB hat verschiedene Möglichkeiten flexibel reguliert zu werden, z.B durch zusammenwirkung anderer TF und unterschiedlicher Zusammensetzung der Dimere
Aus was besteht das Spleißosom?
a. mRNA und microRNA
b. snRNPs, smal nuklear RNAs mit Proteinkomponente
c. PolyASchwanz und tRNA
b. snRNPs, smal nuklear RNAs mit Proteinkomponente <-
Nenne drei Mechanismen wie alternatives Splicing reguliert werden kann
Sterische Hinderung der snRNPs in kleinen Introns
Kombination von Haupt und Neben Spleißstellen (eher selten)
Regulation durch Spleißaktivatoren und Repressoren
Und extra: DSCAM, Sekundärstruktur in primären Transkripten
Und extra: Alternative Polyadenylierung
Wie werden micro RNAs gebildet? Wie werden sie prozessiert? Wie wirken sie in eukaryotischen Zellen?
miRNAs wirken auf zeulluläre mRNA, indem sie Basenpaarung mit bestimmten mRNAs eingehen und deren Stabilität und Translation kontrollieren. Sie regulieren so die Genexpression.
Sie werden wie folgt prozessiert und gebildet:
Im Zellkern wird ein miRNA-Gen transkirbiert
die pri-miRNA wird von Drosha &Pasha prozessiert
die pre-mi-RNA wird aus dem Zellkern transportiert
das Enzym Dicer prozessiert die pre-mi-RNA am terminal loop zu miRNA
[Dicer prozessiert auch exogene RNA in siRNAs (small interferfering RNA) welche in den RISC-Komplex eingebunden werden und dort mit integrierter RNAse Ziel mRNA abbauen - siehe Alberts Eintrag]
die miRNA wird in einen miRNP-Komplex (RISC???) mit dem Protein Argonaut eingelagert
Entweder bindet der Komplex mit einem perfect match an der Ziel-mRNA, welche anschließend abgebaut wird
oder sie bindet mit missmatches an der ZielmRNA, verhindert so die Zirkularisierung der mRNA (wichtig für effiziente Translation) und führt zu einer Deadenylierung. Das inhibiert die Translationsinitation
das 5’Ende der miRNA bindet mit einem perfect match, sogenannte Seed Region, in der Mitte ist der Bulge = missmatch, der verhindert dass Ago 2 die mRNA sofort abbauen würde. Am 3’Ende gibt es ebenfalls eine gewisse Komplementarität um den Komplex zu stabilisieren
Wie wirken mikroRNAs auf zelluläre mRNA? Zwei miRNAs mit unterschiedlicher Komplementarität, wie wirken sie auf mRNA?
miRNAs wirken auf zeulluläre mRNA, indem sie Basenpaarung mit bestimmten mRNAs eingehen und deren Stabilität und Translation kontrollieren.
Bei Perfect Match: Abbau der mRNA
Bei Miss Match: Translationsinitation wird inhibiert
Was würde mit einer Dicer knockout Maus passieren?
embryonal lethal.
Was würde mit einer Maus passieren wo nur die B-Zellen einen Dicer knock out haben?
Die Maus würde keine B-Zellen bilden, und zwar aus dem Grund: Das proapoptotische Protein Bim hat viele miRNA Bindestellen -> keine miRNA heißt Bim liegt im Übermaß vor und zerstört B-Vorläuferzellen.
Wie kann man RNA-Interferenz als LAbormethode in menschlichen Zellen einsetzen?
RNA-Interferenz kann in Vertebraten erzeugt werden indem kurze siRNA (ds RNA, nciht größer als 23bp) durch Elektroporation in die Zelle eingebracht werden und so zu gezielten Gen knock outs führen können.
Wie ist ein Nukleosom aufgebaut?
Ein Nukleosom besteht auch ACHT Histonen. H2A, H2B, H3 und H4 je zwei Mal, sowie 146 nt DNA um die Histone gewickelt und 80 nt zwischen den Histonen.
Sind Histone die einzigen Proteine die DNA verpacken?
Nein natürlich nicht.
Was macht H1?
Das Histon H1 bindet an die DNA, die aus dem Nukleosom austritt/eintritt und hilft weiter zu kompaktieren
Welchen Verpackungsmechanismus nutzen Histone im Nukleosom noch?
Jedes Histon besitzt einen N-terminalen Schwanz, also pro Nukleosom acht Schwänze, die an die Schwänze benachbarter Nukleosomen binden und so eine Oligomerstrukltur bilden
Welche Histonmodifikationen gibt es und was ist ihre Funktion? Nennen sie für zwei Beispiele die entsprechenden Enzyme, die die Modifikationen vornehmen oder entfernen.
Unter Histonmodifiaktionen versteht man die kovalent und reversible Modifikation an den N-terminalen Enden der acht Histone innerhalb eines Nukleosoms. Zu diesen Modifikationen zählen:
Ubiquitylation
Methylierung -> Methylase -> Demethylase -> Bindung von Histonen gestärkt
Acetylierung -> HAT -> HDAC -> Bindung von Histonen geschwächt
und Phosphorylierung -> Kinase -> Phosphatase
Acteylierung am Lysin
Durch die Acetylierung von Lysin via HAT (Histonacetyl-Transferase) verliert die Aminosäure ihre positive Ladung, so wird die Bindung zwischen Histon und DNA geschwächt, und die DNA ist besser ablesbar. Dieser Prozess ist reversibel durch das Enzym HistonDEacetylase HDAC.
Methylierung am Lysin
Ein Lysin kann dreifach methyliert werden durch eine Methylase und reversibel durch eine Demethylase. Wichtig zu wissen, durch die Acetylierung von Lysin verliert die Aminsosäure ihre positive Ladung, somit kann ein acetyliertes Lysin niemals methyliert werden und vice versa.
Phosphorylierung am Serin
Serin wird gerne Phosphoryliert
Chromatin-Reader-Komplexe lesen diese Histoncodes und vermitteln so zelluläre Antworten.
Beispiel 1: H3K27me3 - fakultatives Heterochromatin
wird produziert durch den Reader-writer-Komplex PRC2, PRC2 verbidnet die H3-Schwänze und führt zu einer engeren Verpackung
Beispiel 2: H3K9me3 - fakultatives Heterochromatin
in repeat Sequenzen wie Telomeren, gebunden von HP1 Dimeren, die zwei Nukleosomen zusammenbringt.
Wie wird der Histoncode vererbt?
Parentales H3 und H4 bleiben mit der Replikationsgabel assoziiert, und werden zufällig auf einen neuen DNA Strang geladen. H2A und H2B werden entfernt und danach durch NAP1 wider eingebaut, neue Nukleosome entstehen. Neu synthestisierte Histone werden in DNA eingebaut - > 50 Prozent parental mit Histonmodifikation, 50 Prozent neusynthetisiert auf der neuen DNA.
Reader Writer Komplexe können dann die gleichen Muster von Modifikationen an benachbarte Nukleosomen weitergeben.
Welches Protein bindet an die Histonmodifikation H3K9me3?
HP1
Wieviel Microtubuli fasst ein Säugercentromer?
20 oder mehr
Erklären sie den Aufbau und die Funktion eines Zentromers.
Meist aus repetitiven Sequenzen
Ein Zentromer ist die Zentromerregion in einem replizierten mitotischen Chromosom und wichtig für eine stabile Vererbung. Hier werden die Schwesterchromatide durch Mikrotubuli geteilt. Die Mikrotubuli greifen am Kinetochore an.
Welche Arten von Chromatin gibt es und wie zeichnen sie sich aus?
Wir unterscheiden grob Euchromatin (60 Prozent) und Heterochromatin (40 Prozent).
Von dem Euchromatin liegt ein Teil (20 Prozent des Gesamtchromatins) in einer gelockerten aktiven Form vor (stark abgelesene Gene wie Histone und schwach abgelesene Gene). Der restliche Teil des Euchromatins (40 Prozent) in einer stillgelegten Form. Die Hälfte des stark verpackten Heterochromatins ist permanent verpackt z.b. Telomere, während fakultatives Heterochromatin wichtig für die Embryonalentwicklung ist.
Wie kann sich Heterochromatin ausbreiten udn wie wird die Ausbreitung verhindert
Heterochromatin kann sich am Rande des Zellkerns ausbreiten und vererbt werden. Gene, die dafür sorgen dass sich das Heterochromatin “ausbreitet” modifizieren häufig Histone, wie Reader/Writer-Komplexe. Verhindert werden kann das durch sogenannte Barrieresequenzen, das sind DNASequenzen die Barriereproteine binden. Diese Barriereproteine verhindern Histonmodifikationen.
Wie ist das Chromatin im Zellkern verteilt?
Das Heterochromatin befindet sich durch Interaktion mit der nuklearen Lamina eher an der Kernhülle, während genreiche Bereiche durch Genexpression ins Zellinnere wandern, um dort besser zugänglich für die Transkription zu sein.
Wie sind SMC-Proteine aufgebaut und welche Funktion haben sie?
SMC steht für structural maintenance of the chromosoms.
Die Kernform von SMC ist ein langes Protein, etwa 1000 bis 1500 Aminosäuren lang, welches sich zu einer antiparallel gedrehten Spirale mit kugelförmiger Domäne formt. Zwei dieser Moleküle bilden gemeinsam eine Ringstruktur mit einem flexiblen Scharnier auf der einen Seite und einer ATP-Binde-Domäne auf der anderen Seite. Anschließend werden weitere Untereinheiten hinzugefügt um entweder Cohesin oder Condensin zu bilden.
In Bakterien halten SMC-Proteine das ringförmige Genom von Bakterien zusammen. (???)
Cohesin: bildet Schleifen im Interphase-Chromatin, gestoppt durch CTCF. CTCF bindet dabei sequenzspezifisch. CTCF funktioniert hierbei als Barriere und Isolatorprotein. Während der Mitose hält Cohesin die Schwesterchromatide zusammen.
Condesin: Condensin I und Condensin II bilden eine Loops wihtin loops- Struktur und organisieren das Mitose-Chromatin anstelle von Cohesin.
Während der Replikation bleiben die Condesinringe mit der DNA verbunden. Erst das Öffnen der Condesinringe ermöglicht das Trennen der Schwesterchromatide in der Anaphase.
Welche Möglichkeiten gibt es, dass Transkriptionsfaktoren trotz Histonen an die DNA binden können?
“Atmung” von Nukleosomen
Chromatin remodelling factors
TFs wie Oct4 und Sox2 die Chromatin remodelling factoren recrutieren
Was passiert bei einer Depurination?
Eine Purinbase wird entfernt (Adenin oder Guanin) und das Zuckerbackbone bleibt zuruck
Was passiert bei einer Deaminierung?
Eine Base wird deaminiert, z.B. Cytosin, so dass Uracil entsteht.
Erkläre den Unterschied zwischen Basen-Exzisions-Reperatur und Nukleotid-Exzisions-Reperatur.
Basen-Exzisions-Reperatur: Eine DNA-Glykosylase (z.B. Uracil Glycosylase) entfernt ein deaminiertes Cytosin vom Zucker-Phosphat-Backbone. Im Anschluss schneidet eine AP-Endonuklease den Zucker-Phosphat-Teil aus, eine DNA-Polymerase füllt die Lücke, eine DNA-Ligase schließt sie. Eine BAse wurde repariert.
Nukleotid-Exzisions-Reperatur: Ein Enzymkomplex erkennt eine entsprechende DNA Schädigung, wie z.b. ein Thymin Dimer. Eune Nuklease schneidet den entsprechenden Strang an zwei Punkten, eine Helicase entfernt das ausgeschnittene Stück, eine DNA-Polymerase füllt die Lücke, eine Ligase schließt sie. Mehrere Nukleotide wurden repariert.
Wofür ist eine mismatch Reperatur wichtig?
Wird ein methyliertes Cytosin (in aktiven Bereich) deaminiert, entsteht ein Thymin. Während unübliche Basen, welche in der DNA nicht vorkommen, wie Uracil oder Xanthine, leicht erkannt werden, wird das mutierte Thymin von einem mismatsch-repair-system repariert, welches selektiv Thymin entfernt. Mutation im missmatch repair kann zu Darmkrebserkrankungen führen.
Was passiert wenn Schäden während der DNA Replikation entdeckt werden? Welche zwei möglichen Reperatursysteme kann die Zelle nutzen?
Transläsion-Polymerase Mechanismus: DNA Schäden verursacht Stopp der DNA Polymerase, kovalente Markierung (meist Ubiquitylierung) der sliding clamp, DNA Polymerase wird entfernt, eine Transläsions-Polymerase wird geladen, welche fehlerhafte Basen einbaut. Trnasläsions DNA Polymerase löst sich ab und normale DNA Polymerase setzt die Replikation fort.
Wie werden Doppelstrangbrücke in der DNA repariert?
a. nicht homologes end joining:
Der Bruch wird zuerst von einer Nuklease “gesäubert”, geschädigte Nukleotide werden entfernt und bündige Enden erzeugt, die dann durch eine Ligase wieder verbunden werden können.Einige Nukleotide gehen dabei verloren.
b. homologes Rekombination:
Tritt ein Doppelstrang-Bruch in einem der zwei duplizierten DNA Helices nach der DNA-Repliaktion auf, aber bevor die Chromosomen-Kopien getrennt werden, kann die ungeschädigte DNA Helix als Template verwendet werden, um die geschädigte DNA Doppelhelix zu reparieren und zwar durch homologe Rekombination. Zwar ist die homologe Rekombination komplizierter ist als das nicht homologe end joining, kann dafür aber akkurat die original DNA Sequenz auf der Strangseite des Bruchs wieder herstellen.
Wie kann eine heterozygote Mutation homozygot werden?
Die Heterozygosität kann durch homologe Rekombination verloren gehen.
Da bei der homologen Rekombination ja die zweite intakte Doppelhelix als Reperatur-Template verwendet wird, kann sich eine heterozygote Muation zu einer homozygoten entwickeln, wenn die DNA-Helix, die als Template dienen soll, die Mutation trägt.
Was tut RecA?
RecA vermittelt die Invasion des Einzelstrangs in die homologe DNA Helix.
Also das hier. Brac1/2 helfen RecA beim Binden an den Einzelstrang. RecA biegt und dehnt den Einzelstrang. Es werden immer drei Basen getestet, ob sie komplementär zueinander sind. Bei einem längeren komplementären Bereich wird ATP hydrolysiert und Rec A entfernt.
Wofür ist die Rekombination in der Meiose wichtig?
Homologe Rekombination führt zum Austausch der DNA von maternalen und paternalen Chromosomen.
Was ist ein crossing over und wie wird es gebildet?
Während der Meiose I führt die homologe Paarung zu einer genetischen Rekombination (Crossing Over).
Skizzieren Sie die Luciferase-Reaktion.
Lichterzeugung durch V. fischeri:
Diese Reaktion ist Sauerstoffabhängig. Umsetzung eines Aldehyds (RCHO) und Flavinmononukleotid (FMNH2) durch Luciferase in Wasser, Carbonsäure (RCOOH+) und FMN (oxidierte Form von FMNH+)
Definieren sie Quorum und Quorum sensing.
Quorum: Schwellenwert der Zelldichte, ab welchem die regulatorische Antwort der Gesamtheit der Zellen einer Population einsetzt.
Quorum sensing: Wahrnehmung der Zelldichte in der Umgebung durch Ausscheidung eines Signalmoleküls.
Skizzieren Sie die Expression quorum sensing-abhängiger Gene bei niedriger und hoher Zelldichte von Vibrio fischeri.
Zu welcher Stoffgruppe gehören die Autoinducer der Gram-negativen Bakterien und welche Eigenschaften haben diese Moleküle?
Der Autoinducer ist hier in blau dargestellt, sie gehören alle zu der Stoffgruppe AHL (Acyl-Homoserinlacton). Dieses bindet einen Transkriptionsfaktor.
Autoinducer sind Spezies spezifisch.
Skizzieren Sie die Expression Quorum sensing-abhängiger Gene bei niedriger und hoher Zelldichte in Gram-positiven Bakterien.
Skizzieren Sie Aufbau und die Funktionsweise eines 2-Komponenten-Signaltransduktionssystems von Bakterien.
Nennen sie je ein Beispiel für Intra und Interspezies Quorum quenching.
intraspezifisch:
Staphylococcus aureus
interspezifisch:
Bacillus thuringiensis
Was versteht man unter Quorum quenching?
Quorum quenching: Abbau von Autoinducer-Molekülen (Gram neg Bakterien AHL-Acyl-Homoserinlacton) durch konkurrierende Mikroorganismen
Skizzieren Sie die Signalleitung von Autoinduktoren und Hormonen auf die Expression von Zielgenen in EHEC.
Welche Enzyme sind für eukaryotisches Quorum quenching verantwortlich, wie wirken sie und welches ist ihre sonstige bzw ursprüngliche Funktion?
Paraoxonasen: spalten Autoinducer Homoserinlactone, bzw sie zerstören den Homoserinlactonring. Sie haben auch die Nebenaktivität zur Detoxfikation von Organophosphaten. (Ob sie spezifisch nur auf Bkterien wirken ist spekulativ)
Welche Funktionen werden auf dem Ti-Plasmid kodiert?
Virulenzgene für Wirterkennung und DNA-Transfer (vir Gene)
Oncogene zur Tumorbildung
Gene für Proteine zur Opinsynthese in Pflanzen und zum Opin-Metabolismus im Bakterium kodiert.
Welche Signale steuern die Infektion mit Agrobacterium tumefaciens?
Die Pflanze muss verletzt sein. Eine Reihe von Phenolen und Zuckern werden von A. tumefaciens erkannt, Zellwandkoponenten, die bei Verletzung der Pflanze direkt oder indirekt freigesetzt werden. Außerdem induziert ein nierdiger pH.
Skizzieren Sie die Signalerkennung und Signalintegration bei A. tumefaciens in Hinblick auf Etablierung eines Infektionsprozesses.
Wie und in welcher Form erfolgt die Übertragung der Ti-Plasmidinformation auf die Pflanzenzelle? Welche Proteine sind beteiligt?
Plasmid-DNA wird als Einzelstrang übertragen. Abhängig von VirD (öffnet Plasmid) und VirE (schützt den Einzelstrang). Transfer durch Typ IV Secretionssystem (Vir B u.a.)
Geben sie vier Beispiele für Symbiose zur Stickstoffixierung von Bakterien und Pflanzen.
Frankia mit Erlen
Nostoc mit Palmfarnen
Azoarcus mit Reis
Rhizobien mit Fabaceae
Welche Signalmoleküle werden zu Beginn der Rhizobien-Leguminosen-Symbiose ausgetauscht?
Pflanzensignal: Abgabe von Flavonoiden, das induziert in geeigneten Rhizobien die Synthese von Nodulationsfaktoren. Nodulationsfaktoren werden wiederum von einem Rezeptor der Pflanze erkannt.
Skizzieren Sie den Ablauf der Kolonisierung bis zu Bacteroiddifferenzierung.
Die Adhäsion und Kürmmung der Wurzelhaarspitze führen zu Einschluss der Rhizobien in CCRH (clonized curled root hair) Struktur. Anschließend folg Invasion in tiefere Gewebeschichten. Ausgehend von CCRH bildet sich ein Membranschlauch. Exopolysaccharide notwendig. Pflanzliche Zellwand uss teilweise abgebaut werden. Der Infektionsschlauch wird durch Bildung neuer Membranen an seiner Spitze verlängert. Besiedlung des neuen Schlacuhteils durch Zellteilung der Bakterien. Nur Bakterien an der Spitze teilen sich.
Nennen Sie Faktoren, die neben den Nod-Faktoren auf Bakterienseite an der Symbiose beteiligt sind.
Cyclischer beta-Glucane
Skizzieren Sie den Stoffaustausch von Pflanzenzelle und Bakteroid und den Stoffwechsel innerhalb des Bakteroids.
G-Protein gekoppelte Rezeptoren
Enzym- gekopptelte Rezeptoren
Ionen- gekoppelte Rezeptoren
Erkläre den Mechanismus einer Rezeptor-Tyrosinkinase.
Der dimere Ligand (hier grün) bindet an die extrazelluläre Inputdomäne und rekrutiert so einen zweiten Rezeptor. Der Rezeptor weißt in der Membran eine transmembran Helix auf, der Abstand zwischen der Kinase und der Membran nennt man Juxtamembran-Regulator-Region. Die Tyrosinkinase überträgt anschließend ein Phosphat auf Tyrosin an der OH-Gruppe. Die Aminosäure Tyorosin (unten gezeigt) hat eine OH-Gruppe die eine bevorzugte Stelle zum Anhängen eines Phosphats ist.
Bei wem kommen Tyrosin-Kinase-Rezeptoren häufiger vor? Pflanzen oder Tieren?
Tieren
Was sind sogenannte PAMPs? Nenne je eins aus Bakterien und Pilzen.
PAMPs: Pathogen-associated-molecular-patterns,
Strukturen, bzw Molekülmuster eines Pathogens, welche ein Rezeptor erkennen kann und so eine Immunantwort auslöst.
Flagellin → Bakterien
LPS -> Bakterien
Chitin-Fragmente → Pilze
Nenne je zwei schnelle und zwei späte Antworten der Pflanzenzelle auf ein PAMP.
schnell (Minuten): ROS (H2O2, NO), extrazelluläre Alkalisierung, Ca2+ Influx
spät (Stunden): Callose Bildung, Synthese von Phytoalexin
Welchem Bakterium ist es gelungen das Epitop flg22 so abzuändern, dass es von der Pflanze nicht mehr als PAMP erkannt wird?
Agrobacterium tumefaciens
Was erkennt RLP 23?
RLP23 erkennt das Epitop nlp20 von NLP, Nekrosis und Ethylene inducing protein, es wirkt als Membrantoxon ind kommt in Oomyceten, Pilzen und Bakterien vor.
Was sind BAK1 und SOBIR?
BAK1: Corezeptor
SOBIR: Adapter- Kinase
Welche Zellverbindungen in Tieren gibt es?
Tight Junctions
Adhäsionsverbindungen
Desmosome
Gap Junctions
Aufbau und Funktion Tight Junctions
Aufbau: Die Proteine Claudin und Occludin sitzen in der Membran und haben einen extrazellulären Anteil. Die Interaktion zwischen den Proteinen führt dazu, dass sie dicht zusammen gezogen werden. Der Zwischenraum wird so abgedichtet. (füg hier noch eine kleine Skizze ein die sich daran orientiert)
Funktion: Tight Junctions verhindern die Diffusion im extrazellulären Raum. Tight Junctions sind unterschiedlich durchlässig für gelöste Stoffe.
Vorkommen: Epithelzellen
knockout: Claudin16 knockout Maus verliert Mg2+ in den Urin.
Aufbau und Funktion Adhäsionsverbindungen
Cadherine (Transmembranproteine) erkennen homophil gleich Cadherine der Nachbarzelle. Sie binden Ca2+ abhängig im extrazellulären Raum aneinander. Adaptorproteine vermitteln den Kontakt zwischen Cadherinen und Cytoskelettkomponenten (Aktinfilamenten).
Aufbau und Funktion Desmosome
Desmosomen: Kopplung mit Intermediärfilamenten, vermitteln Stabilität
Transmembranproteine sind bei beiden Cadherine.
Ähneln den Adhäsionsverbindungen, binden aber an Intermediärfilamente
Aufbau und Funktion Gap Junctions
Wie lang Halbwertszeit
Funktion: Gap Junctions dienen dem Stoffaustausch (Ionen und kleine Moleküle, KEINE Proteine)
Halbwertszeit: Sehr kurz: ~1–5 Stunden (schneller Turnover)
Gap Juntions Skizze: (noch eigene Skizze anfertigen)
Gap Junctions Aufbau (Aus welchen und wievielen Untereinheiten bestehen sie? Halbkanäle?):
Sechs Untereinheiten Connexin bilden einen porenartigen Halbkanal (Connexon), die entweder gerade oder schräg in der Plasmamembran stehen können. In den extrazellulären Raum ragen Loops (E1, E2) die mit den Loops des gegenüberliegenden Halbkanals interagieren. N und C Terminus einer Connexin UE ragen ins Cytoplasma.
Regulation Durchlass + Lokalisation reguliert durch:
Phosphorylierung, Hydroxylierung, Acetylierung, Methylierung etc,
Ca2+, Calmodulin, Spannung, pH
Syntheseort: ER als Monomer, Assembly im Golgi
Organismen:
Schließung von Gap Junctions:
Das Plug-Modell: Eine Domäne pro Connexin bewegt sich, Rest bleibt starr, es entsteht ein Plug.
Was versteht man unter sogenannten Nanotubes?
Wie sind sie aufgebaut?
Was kann durch?
Wie helfen Nanotubes dabei, verletzte Zellen wiederherzustellen?
Funktion: Verbinden durch Cytoplasmabrücken weit von einanderliegende Zellen (Nieren und Nervenzellen, Makrophagen) und ermöglichen den Transport großer Substanzen wie Proteinen,Rezeptoren oder sogar Zellorganellen.
Aufbau:
Verletzte Zellen: Durch Nanotubes können Zellorganelle wie Mitochondrien ausgetauscht werden, so kann eine Zelle mit disfunktionalen Mitochondiren “repariert” werden.
Zugabe von MSec fördert Bildung von Nanotubes.
Vergleichen Sie Gap Junctions, Nanotubes und Plasmodesmata hinsichtlich ihres Aufbaus.
In welchen Strukturen findet man: Plasmamembran / ER / Aktin / Myosin?
Durch welche Zellverbindungen konnte der Transport von: Mitochondrien / Vesikel / Oberflächenrezeptoren / Viralen Komponenten / Proteinen / Ionen nachgewiesen werden?
Gap Junctions: kleine Porenartige Halbkanäle aus sechs UE Connexin verbinden sich über einen engen Zwischenraum miteinander, sorgen für Stoffaustausch kleiner Moleküle und Ionen, KEINE Proteine
Nanotubes: Verbinden über Cytoplasmabrücken Zellen, die weit voneinadner entfernt liegen und transportieren Proteine, Rezeptoren oder ganze Zellorganelle
Plasmodesmata: Die Öffnungsweite variiert. So können z.B. Plasmodesmen zwischen Geleitzelle und Siebelement sehr große Proteine durchlassen.
Plasmamembran: Gap Junctions / Nanotubes / Plasmodesmata
ER: nur Plasmodesmata
Aktin: nur Nanotubes
Myosin: nur Nanotubes
Ionen: Gap Junctions, Plasmodesmata
Proteine: Nanotubes, Plasmodesmata
Vesikel: Nanotubes
Mitochondrien: Nanotubes
Oberflächenrezeptoren: Nanotubes
Virale Komponenten: Nanotubes, Plasmodesmata
Fertigen Sie eine beschriftete Skizze eines Plasmodesmiums an und beschreiben Sie den Aufbau. Inwiefern unterscheidet sich die Lipidzusammensetzung der Plasmamembran in den Plasmodesmen von der der Zellmembran?
DT = Desmotubulus
S = Speichen
PL = Plasmamembran
G = globuläre Proteine
Die Lipidzusammensetzung der Plasmamembran in den PDs:
- wenig ungesättigte Fettsäuren
- viele Sphingolipide und Sterole
Beschreiben Sie, wie man untersuchen kann, ob ein Protein X an Plasmodesmen lokalisiert ist! Nennen Sie zwei Beispiele für Proteine, die an Plasmodesmen lokalisiert sind.
Plasmodesmata-located proteins (PDLPs) (z. B. PDLP1, PDLP5)
Callose-Synthasen (z. B. CalS/GSL-Proteine)
Was versteht man unter primären, was unter sekundären Plasmodesmen?
Welche Zellwände können keine primären Plasmodesmen enthalten und warum?
Wo kommen solche Zellwände bei Arabidopsis thaliana vor? Nennen Sie zwei Beispiele!
Primäre vs. sekundäre Plasmodesmen
Primäre Plasmodesmen: Entstehen während der Cytokinese in der Zellplatte; verbinden Schwesterzellen.
Sekundäre Plasmodesmen: Werden nachträglich in bereits bestehende Zellwände eingebaut; verbinden nicht-verwandte Zellen.
Welche Zellwände können keine primären Plasmodesmen enthalten – und warum?
Sekundäre Zellwände → entstehen nach der Cytokinese, sind stark verdickt (z. B. lignifiziert) → keine Zellplatte → keine primären Plasmodesmen möglich
Wo kommen solche Zellwände bei Arabidopsis thaliana vor?
Xylemgefäße (Tracheen)
Sklerenchymzellen (Fasern)
Wozu benötigen Pflanzenviren sogenannte Bewegungsproteine? Was bewirken Bewegungsproteine bezüglich der Öffnungsweite der Plasmodesmen und wo befinden sie sich innerhalb einer Pflanzenzelle?
Wozu benötigen Pflanzenviren Bewegeungsproteine: Um ihr Genmaterial über Plasmodesmen von Zelle zu Zelle zu transportieren
Was bewirken Bewegungsproteine bzgl. der Öffnungsweite von Plasmodesmen: Sie vergrößern die Öffnungsweite
Wo befinden sie sich in der Zelle: Binden an Plasmodesmen
Was wird als Maß für die Öffnungsweite angegeben und welche Einheit trägt es?
Nennen Sie drei Methoden, mit denen man die Öffnungsweite von Plasmodesmen analysieren kann und erklären sie kurz das jeweils zugrundeliegende Prinzip.
Size Exclusion Limit, SEL
= Gewicht eines Proteins in kD, das gerade noch von Zelle zu Zelle diffundieren kann.
Ballistische Transformation: GFP definierter Größe → Diffusion? → max. Größe = SEL
Mikroinjektion: Marker definierter Größe injizieren → Ausbreitung? → SEL
Gezielte GFP-Expression: Zelltypspezifisches GFP → Bewegung in Nachbarzellen? → SEL
Welche Enzyme sind an der Regulation der Öffnungsweite von Plasmodesmen beteiligt? Skizzieren Sie ein Plasmodesmium (mit Beschriftung) und geben Sie an, wo diese Enzyme lokalisiert sind! Beschreiben Sie, wie ihre Aktivität zu einer Veränderung der Öffnungsweite führt.
Welche Enzyme sind an der Regulation der Öffnungsweite von Plasmodesmen beteiligt?
LYM2 Chitin Rezeptor: verringert die Öffnungsweite nachdem Chitin gebunden hat
Kallosesynthase an der Halsregion, Überxepression führt zu verringerter SEL (Öffnungsweite)
Skizzieren Sie ein Plasmodesmium (mit Beschriftung) und geben Sie an, wo diese Enzyme lokalisiert sind
Schließen der Plasmodesmen:
Aktivierung der Callose-Synthase
Einlagerung von Callose (β-1,3-Glucan) im Halsbereich
Verengung des cytoplasmatischen Sleeves → Öffnungsweite (SEL) nimmt ab, Stofftransport wird eingeschränkt
Öffnen der Plasmodesmen:
Aktivierung von β-1,3-Glucanasen
Abbau der Callose im Halsbereich
Erweiterung des cytoplasmatischen Sleeves → Öffnungsweite (SEL) nimmt zu, Stofftransport wird erleichtert
5 Hauptstadien der pflanzlichen Embryogenese
Zygote
Globuläres Stadium
Herz-Stadium -> alle embryonalen Gewebetypen angelegt
Torpedo-Stadium
Krukstock-/Reifestadium
Wie kann man mit Hilfe transgener Pflanzen Zellen mit starker Auxinantwort sichtbar machen?
Skizzieren Sie das DNA Konstrukt, dass Sie zu diesem Zweck herstellen und in Pflanzen transformieren.
Auxin-abhängiger Promotor → steuert Reporter-Gen
Reporter-Gen = z. B. GFP, sichtbar im Mikroskop
So leuchten nur Zellen grün, die auf Auxin reagieren.
Beschreiben Sie die molekulare Wirkung von Auxin. Für was kodiert TIR1, wie wird dieses Protein aktiviert und welche Prozesse laufen nach der Aktivierung ab? Wie kommt es zur Transkription von Auxin-Antwortgenen?
Auxinwirkung (Kurzprinzip): Auxin entfernt einen Repressor → Transkription wird aktiv
TIR1 kodiert für: Auxin-Rezeptor + Teil eines SCF-Ubiquitin-Ligase-Komplexes
Aktivierung von TIR1: Auxin bindet TIR1 → erhöht Bindung an Aux/IAA-Repressor
Nach Aktivierung: Aux/IAA wird ubiquitiniert → Proteasom-Abbau
Transkription: ARF-Transkriptionsfaktor wird frei → aktiviert Auxin-Antwortgene
Welche Proteine sind dafür zuständig, dass Auxin polar transportiert wird und wie wird dies erreicht? Wo im globulären Embryo findet man eine maximale Auxinantwort? Skizzieren Sie einen globulären Embryo und markieren Sie die Region, in der eine starke Auxinantwort stattfindet. Nennen Sie zwei Mutanten, bei denen eine veränderte Auxinverteilung im globulären Embryo zu finden ist und beschreiben Sie, wie es dazu kommt.
Transportproteine: PIN-Proteine (Efflux-Carrier) AUX1/LAX (Influx-Carrier)
Mechanismus: Polare Lokalisation der PINs in der Membran → gerichteter Auxinfluss
Ort maximaler Auxinantwort im globulären Embryo: Hypophyse (oberer Suspensorbereich)
Mutanten mit veränderter Auxinverteilung:
pin1 → defekter Auxintransport
gnom → falsche PIN-Lokalisation
Wie sehen Mutanten aus, in denen das Gen MONOPTEROS ausgeschaltet oder BODENLOS überexprimiert worden ist? Beschreiben Sie die Funktion der kodierten Proteine und erklären Sie, wie es zu dem Phänotyp kommt!. Was passiert mit den genannten Proteinen im Wildtyp bei Auxingabe, was in der bdl Mutante?
Gene & Proteine
MONOPTEROS (MP): ein Transkriptionsfaktor, der Gene aktiviert → wichtig für die Bildung der embryonalen Wurzel.
BODENLOS (BDL): ein Repressor, der MP hemmt. Solange BDL da ist, kann MP nicht arbeiten.
Mutantenphänotypen
mp-Mutante (MONOPTEROS ausgeschaltet):
MP fehlt → Wurzel kann sich nicht bilden → keine embryonale Wurzel.
BDL-Überexpression:
BDL blockiert MP dauerhaft → Wurzelbildung wird verhindert → keine Wurzel.
Wildtyp (normaler Zustand)
Ohne Auxin: BDL bindet MP → MP inaktiv → keine Wurzelbildung.
Mit Auxin: Auxin signalisiert den Abbau von BDL → MP wird aktiv → Wurzelbildung startet.
bdl-Mutante
BDL kann nicht abgebaut werden → MP bleibt blockiert → keine Wurzel, selbst wenn Auxin vorhanden ist.
Merksatz für Karteikarten:
„MP baut die Wurzel, BDL bremst ihn – Auxin entfernt die Bremse.“
Wie kann man untersuchen, ob ein Protein durch Plasmodesmata in die Nachbarzellen gelangen kann? Wie kann man untersuchen, ob der Transport von Proteinen in die Nachbarzelle für die Identität der Nachbarzelle relevant ist?
Nachweis Transport: Protein-GFP-Fusion exprimieren → prüfen, ob GFP in Nachbarzellen erscheint
Relevanz für Zellidentität testen: Transport blockieren (z.B. Callose-Synthese) → Entwicklungsstörung prüfen
Was versteht man unter dynamischer Instabilität?
Protofilamente können wachsen und schrumpfen. Sie schrumpfen durch die Hydrolyse von GTP der beta UE des Tubulindimers. Die Hydrolyse destabilisiert die Protofilamente. Dadruch entsteht eine Krümmung -> catastrophe. Der Zerfall kann stoppen und Tubulinsimere werden am Plus-Ende angehängt, so dass das Filament wieder wächst (-> rescue).
Nennen sie zwei regulatorische Mechanismen der Mikrotubuli-Dynamik
regulatorischer Mechanismus 1: Prominentes Beispiel: K-40- Acetylierung von alpha Tubulin verringert die Biegesteifigkeit von Mikrotubuli.
regulatorischer Mechanismus 2: Dynamik der Mikrotubuli wird durch Tubulin—Isotypen reguliert.
Nennen sie drei wichtige Proteinfamilien innerhalb der Mikrotubuli-assoziierten Proteine (MAP) und beschreiben sie deren zelluläre Funktion.
Mikrotubuli-Vernetzer: dazu gehören MAP2 (größerer Abstand) und tau (kleinerer Abstand). Die bündeln Mikrotubuli und besitzen zwei Mikrotubuli-binde-Domänen.
Destabilisierungs (catastrophe)-Faktoren & Stabilisator-Faktoren:
Kontrollieren Übergang zwischen Zerfall und Wachstum, hoch konservierte Proteine. Z.b.:
catastrophe factor kinesin 13 bindet an Plus Ende und erhöht die Katastrophen-Frequenz.
Stabilisierungsfaktor XMAP215 fördert Polymerisation.
Plus-end tracking proteine (TIPs)
bleiben assoziiert mit dem wachsenden Plus-Ende und können MT verlinken mit anderen Strukturen, wie z.B. Membran. Beispiel: End binding 1 (EB1), geht bei Zerfall verloren, bietet wichtige Plattform für andere Proteine.
Mikrotubuli-Nukleation: Nennen sie die beteiligten Proteine und ihre Anordnung.
Mikrotubuli-Nukleation:
Gamma-Tubulin bindet an accessory Proteins → γ-Tubulin-Small-Complex (γ-TuSC)
14γ-TuSC reihen sich spiralförmig mit Überlapp → bilden “Naht”
α/β-Tubulin-Dimere binden an γ-Tubulin → Minus-Ende am γ-TuRC, Plus-Ende wächst nach außen
γ-TuSCs zusammen → γ-Tubulin-Ring-Complex (γ-TuRC)
Beschreiben sie die Unterschiede zwischen in vitro Kinesin Gliding Assay und Stepping Assay.
Gliding/Sliding-Assays: Kinesine haften z.B. über Antikörper an Glasoberfläche (hydrophob) und Mikrotubuli gleitet über die Oberfläche
Stepping-Assays: Antikörper an Glasoberfläche fixieren Mikrotubuli, GFP-markierte Kinesin-Moleküle bewegen sich entlang des Mikrotubuli
Benennen Sie die Mikrotubuli organisierenden Zentren (MTOC) in Tieren und Pilzen. Vergleichen Sie deren Aufbau anhand einer beschrifteten Skizze.
Zentrosome tierisches MTOC
Spindelpolkörper (SPB) MTOC in Hefe
Vergleichen Sie den strukturellen Aufbau eines Centriols mit dem eines Mikrotubules.
Mikrotubulus = dynamisches Einzelröhrchen
Centriol = starrer 9×3‑Mikrotubuli‑Zylinder
Erklären Sie mit Hilfe einer beschrifteten Skizze, warum in Mikrotubuli meist 13 Protofilamente vorliegen.
Der γ‑TuRC besteht aus 14 γ‑Tubulinen, die ringförmig angeordnet sind.
Diese Struktur dient als Schablone für die Anlagerung der ersten Tubulin‑Heterodimere.
Obwohl der Ring 14 Positionen hat, überlappt er leicht („lock‑washer“), sodass nur 13 Protofilamente stabil weiterwachsen.
Dadurch entstehen in Zellen fast ausschließlich Mikrotubuli mit 13 Protofilamenten.
Schildern Sie ein Experiment, mit dem Sie die Anzahl der Protofilamente in Mikrotubuli untersuchen und was Sie Erwartungen erwarten
Experiment:
Mikrotubuli in vitro polymerisieren – einmal mit γ‑TuRC – einmal ohne γ‑TuRC
Danach Elektronenmikroskopie (Querschnitt)
Protofilamentzahl auszählen
Was man erwartet:
Mit γ‑TuRC: → Mikrotubuli haben meist 13 Protofilamente → γ‑TuRC enthält 14 γ‑Tubuline, erzeugt aber bevorzugt 13‑PF‑MT
Ohne γ‑TuRC: → Protofilamentzahl ist variabel → 13 und 14 Protofilamente etwa gleich häufig
Genau das zeigt die Grafik auf Seite 9: Histogramm der PF‑Zahlen und der Hinweis „In Abwesenheit des γ‑TURC ist die Protofilamentzahl variabel“.
Erläutern Sie anhand einer beschrifteten schematischen Darstellung die Duplikation des Centrosoms während des Zellzyklus
G1: Ein Centrosom mit 2 Zentriolen (Mutter + Tochter).
S-Phase: Jedes Zentriol bildet rechtwinklig einen Prozentriol.
G2: Zwei Centrosomen vorhanden.
Mitose: Trennung → Aufbau des Spindelapparats.
Bennen Sie die wichtigsten zellulären Unterschiede innerhalb der Eukaryoten (Tiere, Pflanzen,
Pilze).
Cytoskelett / MTOCs
Tiere: besitzen Centrosomen mit Centriolen
Pflanzen: keine Centriolen, stattdessen diffuse MTOCs
Pilze: besitzen Spindelpolkörper (SPB) in der Kernhülle
Zellteilung
Tiere: klassische Mitose mit Centrosomen
Pflanzen: Mitose ohne Centriolen, Zellplatte (Phragmoplast)
Pilze: oft geschlossene Mitose (Kernhülle bleibt intakt)
Erläutern Sie die Funktion des DIVISOM, in welcher Organismengruppe findet man diese zelluläre Struktur und benennen Sie die wichtigste Proteinkomponente.
Das Divisom ist ein Proteinkomplex, der die bakterielle Zellteilung koordiniert. Es steuert die Synthese neuer Zytoplasmamembran und Zellwand (Peptidoglykan) sowie die Chromosomensegregation. Diese Struktur findet man in Bakterien.
Die wichtigste Proteinkomponente ist FtsZ, ein tubulinähnliches Protein, das an der Teilungsebene einen Ring (Z-Ring) bildet und durch GTP-Hydrolyse die Einschnürung der Zelle ermöglicht.
Weitere wichtige Komponenten sind:
FtsA — Membranassoziation, ATP-abhängig
ZipA — Verankerung von FtsZ in der Membran
FtsI — Transpeptidase für Peptidoglykan-Synthese
FtsK — beteiligt an der Chromosomensegregation
Vergleichen Sie die Selektion der Zellteilungsebene in Eukaryoten (Tiere, Pflanzen, Hefe) hinsichtlich Zellzyklus Stadium
Tiere: In der Anaphase beginnt sich der kontraktile Ring auszubilden.
Pflanzen: Erste Markierung bereits in der Prophase durch das Präprophasenband. In der Telophase bildet sich die Zellwand aus, die die beiden Tochterzellen trennt.
Pilze: Narben früherer Teilungen bestimmen die künftige Lage der Teilungsebene bereits in der späaten G2 Phase
Vergleichen Sie die Selektion der Zellteilungsebene in Eukaryoten (Tiere, Pflanzen, Hefe) hinsichtlich molekulare Komponenten
Tiere: Aktin und Myosin II bilden den kontraktilen Ring, kleine GTPasen aus der Rho/rac Familie regulieren ihn
Pflanzen: Kinesin-12C/D sind Kernbestandteil der Teilungsstelle, identifizieren Teilungsstelle, entscheidend für die Steuerung des Phragmoplasten.
Pilze: Landmark Proteine (Axl2) und kleine GTPasen marieren die Position der neuen Knospe und damit der Teilungsbene. Ein Aktin-Myosin-Ring trennt die beiden Tochterzellen
Schildern Sie die wichtigsten Schritte der tierische Zellteilung, und nennen Sie die beteiligten
zellulären Strukturen und Proteine
Prophase: replizierte Chromosome kondensieren, zwei dicht aneinander lagernde Schwesterchromatide entstehen. Centrosome migrieren an Zellpole, Mitosespindel bildet sich außerhalb des Kerns zwischen zwei Centrosomen. Daran sind Kinesine und Dyneine beteiligt, sowie z.B. Polyerisationsfaktoren wie XMAP215. Kinetochor-Komplexe bauen sich im Zellkern auf. Jedes Schwesterchromatid hat ein Kinetochor-Komplex.
Prometaphase: Kernhülle bricht auf, Spindelmikrotubuli haben jetzt Zugriff auf die replizierten Chromosome und fangen sie an ihren Kinetochore (spezialisiertes Proteinkomplex) ein. Es entsteht eine bipolare Ausrichtung der Chromosome und erzeugt ine Spannung auf den Kinetochoren. Das Zellzyklus-Kontrollsystem überwacht diese Spannung um zu überprüfen, ob die Chromosome korrekt angelagert wurden.
Die Zahl, der Mikrotubuli die mit dem Kinetochor verbunden ist, variiert von Spezies zu Spezies (menschlich: 20-40, Hefe: 1).
Metaphase: In der Metaphase ordnen sich die Chromosomen am Äquator der Spindel an. Es bildet sich eine Metaphasenplatte. An dem Transport der Chromosome zum Äquator sind die Motorproteine beteiligt.
Anaphase: Chromosomen trennen sich in der Anaphase. In der Anaphase A trennen sich die verdoppelten Chromosomen und bewegen sich zu den Spindelpolen, indem sich die Mikrotubuli am Kinetochor und am Spindelpol verkürzen (kinesin 13- catastrophe Factor).
In der Anaphase B bewegen sich die Spindelpole auseinander, angetrieben durch Kinesin 5, welches sich zu den Plus-Enden bewegt. Kortikal gelegenes Dynesin zieh zusätzlich an den astralen Mikrotubuli.
Telophase: Mitosespindel zerfällt, um jede Chromosomengruppe wird eine Kernhülle gebaut. Kernporen pumpem Kernproteine ins Kerninnere, der Kern dehnt sich auf und die DNA kann in den Interphase-Zustand gehen. DNA nun wiede rzugänglich für Transkription. Mitose ist abgeschlossen, es fehlt die Trennung in zwei Tochterzellen.
Schildern die wie die Anordnung der Chromosomen in der Teilungsebene erfolgt und nennen sie die wichtigsten beteiligten Proteine.
In der Metaphase ordnen sich die Chromosomen in der Äquatorialebene der Spindel (Metaphasenplatte) an. Dies erfolgt durch die Anheftung der Spindelmikrotubuli an die Kinetochore. Wichtige beteiligte Proteine sind Tubulin, Kinetochor-Proteine sowie Motorproteine (Kinesin und Dynein).
Beschreiben sie möglichst detailliert die Funktion des Phragmoplasten und seine zelluläre Organisation.
Phragmoplast-Funktionen:
Führung der Vesikel in die Teilungsebene
Führung der Zellplatte
Verankerung der Zellplatte an der elterlichen Wand
Beschreiben sie den sogenannten N-Ende-Regelweg (N-end-rule). Nennen sie die primär destabilisierenden Aminosäuren am amino terminalen Ende von Peptiden. Benennen sie die Degron Typen primär stabilisierender Aminosäuren.
Die N-End-Regel (N-end rule): Basische und sperrige sowie hydrophobe Aminosäuren am N-Terminus begünstigen den Abbau von Proteinen.
Die N-End-Regel ist ein wichtiger Bestandteil des Ubiquitin-Proteasom-Systems. Dabei wirkt eine E3-Ubiquitin-Ligase als sogenannte N-Recognin, also als Erkennungskomponente des N-End-Regelwegs, die spezifische N-Degrons bindet und so den proteasomalen Abbau einleitet.
Primär destabilisierende Aminosäuren am N-terminalen Ende lassen sich in zwei Degron-Typen einteilen:
N-Degron-Typen:
Typ 1 — basische Aminosäuren: Arginin, Lysin, Histidin
Typ 2 — sperrige, hydrophobe Aminosäuren: Phenylalanin, Tryptophan, Tyrosin, Leucin
Erläutern sie die wichtigsten Schritte der Ubiquitinylierung eines Proteins. Was ist besonders bei der Aktivierung des Ubiquitins? Welche Enzyme sind beteiligt und was ist ihre genaue Funktion
Aktivierung (E1 - Ubiquitin-aktivierendes Enzym)
Ein E1-Enzym bindet Ubiquitin unter ATP-Verbrauch und aktiviert es.
Das aktivierte Ubiquitin wird kovalent über eine Thioesterbindung an das E1-Enzym gekoppelt.
Konjugation (E2 - Ubiquitin-konjugierendes Enzym)
Das aktivierte Ubiquitin wird von E1 auf ein E2-Enzym übertragen.
E2 trägt nun das Ubiquitin und interagiert mit dem nächsten Enzym.
Ligation (E3 - Ubiquitin-Ligase)
Das E3-Enzym erkennt das abzubauende Zielprotein und vermittelt die Übertragung von Ubiquitin vom E2-Enzym auf das Substrat.
Meist wird eine Kette aus mehreren Ubiquitin-Molekülen (Polyubiquitinierung) angehängt, was das Protein für den Abbau durch das 26S-Proteasom markiert.
Das ubiquitinierte Protein wird schließlich zum Proteasom transportiert und dort in kleinere Peptide zerlegt.
Was versteht man unter ERAD? Beschreiben Sie diesen Mechanismus.
ER-associated protein degradation
Fehlerhaftes Protein (misfolded protein) -> Retrograder Transport durch ER-protein-Translocator -> Ubiquitination -> Abbau im 26-Proteasom
Was versteht man unter der Unfolded Protein Response (UPR)? Wieso ist sie ebenso wie ERAD essentiell?
UPR ist wie ERAD zusätzliche Feedback-Kontrolle. Anhäufunf von ungefalteten Proteinen im ER induziert eine Feedback-Regulation. Ziele sind: Translationsstopp, Abbu ungefalteter Proteine underhöhte Chaperone-Synthese
Wie ist das 26S-Proteasom aufgebaut und welche Funktionen haben die unterschiedlichen Bestandteile?
Bestandteile:
20S Kernpartikel (katalytisch)
2 × 19S Regulatorpartikel („Deckel“)
20S Kern
Proteinabbau im Inneren („Schredder“)
19S Regulatorpartikel
erkennt polyubiquitinierte Proteine
entfernt Ubiquitin (Isopeptidase)
entfaltet Substrate (ATP-abhängig)
schleust Protein in den 20S-Kern
Nennen Sie drei Beispiele für zelluläre Prozesse für die Proteasom-vermittelte Proteolyse wichtig ist.
Elimination falsch gefalteter Proteine (ERAD)
Signaltransduktion
Entzündungsreaktion
Im Lysosom werden Proteine abgebaut. Erstellen Sie eine Zeichnung eines Lysosomes mit Beschriftung. Nennen sie die Enzymklasse die für den Abbau verantwortlich ist und geben sie drei Beispiele. Was ist der pH-Wert im Lumen des Lysosomes und wie wird der ph Wert aufrecht erhalten?
Beschreiben Sie den Öffnungsmechanismus von Mechanosensitiven Kanälen
Öffnen bei erhöhter Membranspannung (z. B. hypoosmotischer Schock). 3 Transmembranhelices bilden die Pore; eine amphipathische, parallel zur Membran liegende Helix wirkt als Spannungssensor. Konformationsänderung öffnet das Gate und ermöglicht Ion-/Osmolytausstrom.
GTPγS wirkt als nicht hydrolysierbares GTP-Analogon. Welche Auswirkungen hat dies auf die Signalkaskade im G-Protein Zyklus.
GTPγS ist nicht hydrolysierbar → Ga bleibt im aktiven GTP-gebundenen Zustand.
Folgen:
keine Rückkehr zu Ga-GDP
kein Reassoziieren mit Gβγ
dauerhaft aktive Effektorsignale
Signal wird nicht abgeschaltet
→ konstitutiv aktive Signalkaskade
Zwei physiologische Funktionen von humanen Mechanorezeptoren und wie werden Mechanorezeptoren aktiviert?
Beispiele:
Tastsinn / Drucksinn der Haut
Hör- und Gleichgewichtssinn
Aktivierung:
mechanische Kräfte (Druck, Dehnung, Vibration, Strömung)
Membrankrümmung oder Zugspannung
direkte mechanische Aktivierung von Ionenkanälen
Beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich Funktion und Aufbau von Channelrhodopsin und Rhodopsin.
Gemeinsamkeiten
lichtaktivierte Rezeptoren
enthalten Chromophor (Retinal)
Unterschiede
Rhodopsin:
metabotroper Rezeptor
GPCR
aktiviert G-Protein (Transducin)
Signalkaskade über cGMP
in tierischen Photorezeptoren
Channelrhodopsin:
ionotroper Rezeptor
direkt lichtgesteuerter Ionenkanal
kein GPCR
in Algen (Chemotaxis)
Welche Rezeptoren sind für Optogenetik geeignet und wie ist der Ablauf?
Geeignet:
Channelrhodopsine (ionotrope Lichtkanäle)
Ablauf:
genetische Expression von Channelrhodopsin in Zielzellen
Licht aktiviert Kanal
Ionenstrom
Änderung des Membranpotentials
kontrollierte Zellaktivität
Wie unterscheidet sich ein WT von einer Flagellin-Rezeptomutante bei Zugabe von Flagellin?
Wildtyp:
Apoplasten-Alkalisierung
Ca²⁺-Influx
ROS-Produktion
basale Immunantwort
FLS2-Mutante:
keine Flagellin-Erkennung
keine Immunantwort
kein pH-Anstieg
kein ROS
Wie erlangen Zellen mechano-Sensitivität? Beispiel in Bakterien und Mensch nennen, warum jeweils wichtig für Organismus?
Zellen erlangen Mechanosensitivität durch:
mechanosensitive Ionenkanäle
Membrankrümmung
Kopplung ans Cytoskelett
Kopplung an ECM
Bakterien
MscL/MscS Kanäle → Volumenregulation bei hypoosmotischem Schock → verhindert Zelllyse
Mensch
Piezo1 / Piezo2 → Wahrnehmung von Druck und Berührung → wichtig für Tastsinn & Körperwahrnehmung
Wie können sie feststellen, dass es sich um eine Mutante im Rezeptor handelt und nicht in der PAMP-Signaltransduktion? Zeichen sie einen Flagellin-Rezeptor.
Wildtyp zeigt nach Flagellin:
Eine Rezeptormutante (fls2):
reagiert gar nicht auf Flagellin
zeigt keine frühen Antworten
Durch Komplementation mit dem Wildtyp-Gen wird die Antwort wiederhergestellt → zeigt: Defekt liegt im Rezeptor.
extrazelluläre LRR-Domäne (Ligandenbindung)
Transmembranhelix
cytosolische Kinasedomäne
Was versteht man unter einem Enzym-gekoppelten Rezeptor? Nennen Sie drei Beispiele und beschreiben Sie deren Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Bezug auf den strukturellen Aufbau und die molekulare Funktion
Rezeptor, der:
selbst enzymatisch aktiv ist oder
ein direkt assoziiertes Enzym aktiviert
Ligandenbindung
Konformationsänderung
Aktivierung der Enzymaktivität
Autophosphorylierung
Signalweiterleitung
Beispiele
Rezeptor-Tyrosinkinase (EGF-Rezeptor)
Insulinrezeptor
Rezeptor-Serin/Threonin-Kinase (pflanzliche RLKs)
extrazelluläre Ligandenbindung
Transmembransegment
Dimerisierung/Aktivierung nach Ligandenbindung
Tyrosin- vs. Ser/Thr-Phosphorylierung
unterschiedliche Liganden
unterschiedliche zelluläre Prozesse
Rezeptor-ähnliche Kinasen (RLKs) bilden eine große Genfamilie in Arabidopsis. Skizzieren Sie den prinzipiellen Aufbau einer RLK mit extrazellullärer Rezeptorfunktion.
Nennen Sie ein Beispiel für ein Pathogen-assoziiertes molekulares Muster (PAMP) und den zugehörigen pflanzlichen Immunrezeptor, der das PAMP erkennt.
extrazelluläre Rezeptordomäne
eine Transmembranhelix
cytosolische Ser/Thr-Kinase
PAMP: Flagellin (flg22)Rezeptor: FLS2 (LRR-RLK)
Der Flagellin-Rezeptor aus Arabidopsis wurde mit Hilfe eines Mutanten-Screens identifiziert. Nach welchem Phänotyp wurde in der Mutantenpopulation gesucht?
Flagellin-insensitives Wachstum
Mutanten reagieren nicht mehr auf flg22.
Was bezeichnet die Einheit Centimorgan (Cm)?
1 cM = 1 % Rekombinationswahrscheinlichkeit
Maß für genetische Distanz
Beschreiben Sie den Aufbau von trimeren G-Proteinen und ihren Aktivitätszyklus
Ga
Gβ
Gγ
inaktiv: Ga-GDP + Gβγ
Zyklus:
GPCR aktiviert Ga
GDP → GTP Austausch
Ga-GTP und Gβγ aktivieren Effektoren
GTP-Hydrolyse
Reassoziation
Nennen Sie 3 Beispiele für einen G-Protein gekoppelten Rezeptor sowie den jeweiligen orthosterischen Liganden
Rhodopsin → Licht
muskarinischer AChR → Acetylcholin
β-adrenerger Rezeptor → Adrenalin
Was versteht man unter einem allosterischen Modulator eines G-Protein gekoppelten Rezeptors?
Ligand bindet außerhalb der orthosterischen Tasche→ verstärkt oder hemmt Rezeptoraktivität
Wie viele verschiedene G-Protein gekoppelte Rezeptoren gibt es ungefähr im Menschen?
800
Nennen sie einen Typ einer alpha-Untereinheit eines heterotrimeren G-Proteins und sein Zielprotein.
Gαs → Adenylatcyclase
Welche Reaktion katalysiert die Phospholipase C-ß?
PIP₂ → IP₃ + DAG
Beschreiben Sie die physiologische Rolle des mechanosensitiven Kanals MscL aus E. coli
Volumenregulation bei hypoosmotischem Schock→ verhindert Zelllyse
Welche Aussagen sind richtig, welche sind falsch:
o Die Öffnung der Pore von MscL geht mit einer Flächenzunahme des Proteins einher
o MscL wird durch einen hypoosmotischen Schock aktiviert
o MscL kann durch die Gabe von amphipathischen Molekülen zu einer Seite der Membran aktiviert werden
o TRP Kanäle sind anionenselektiv
o Die Ankyrin-Domänen in TRP Kanäle dienen der Mechanosensitivität
o Einige TRP-Kanäle nehmen Kälte wahr
o Einige TRP Kanäle können über G-Protein gekoppelte Rezeptoren aktiviert werden
o Capsaicin und Hitze aktivieren denselben TRP Kanal
o Arabidopsis besitzt Mechanorezeptoren aus der Msc-Familie
o Einige TRP Kanäle werden über direkte Zugspannung in der Membran aktiviert
Welche Aussagen sind richtig, welche sind falsch
o Die Öffnung der Pore von MscL geht mit einer Flächenzunahme des Proteins einher <-
o MscL wird durch einen hypoosmotischen Schock aktiviert <-
o MscL kann durch die Gabe von amphipathischen Molekülen zu einer Seite der Membran aktiviert werden <-
o TRP Kanäle sind anionenselektiv X
o Die Ankyrin-Domänen in TRP Kanäle dienen der Mechanosensitivität <-
o Einige TRP-Kanäle nehmen Kälte wahr <-
o Einige TRP Kanäle können über G-Protein gekoppelte Rezeptoren aktiviert werden <-
o Capsaicin und Hitze aktivieren denselben TRP Kanal <-
o Arabidopsis besitzt Mechanorezeptoren aus der Msc-Familie <-
o Einige TRP Kanäle werden über direkte Zugspannung in der Membran aktiviert <-
Wie ist eine LRR-Domäne aufgebaut und welche Funktion erfüllt sie? Nennen Sie ein Protein mit LRR-Domäne.
LRR-Domänen bestehen aus leucinreichen Wiederholungen und bilden eine Struktur zur Ligandenerkennung.
Beispiel: FLS2-Flagellin-Rezeptor.
Skizzieren und beschreiben Sie den prinzipiellen Aufbau eines G-Protein-gekoppelten Rezeptors.
GPCRs besitzen:
7 Transmembran-Helices
extrazellulären N-Terminus
intrazellulären C-Terminus
orthosterische Ligandenbindedomäne
Kopplung an trimere G-Proteine
Beschreiben Sie, wie ein extrazelluläres Signal über cAMP die Genexpression regulieren kann.
Ligand → GPCR → Gαs → Adenylatcyclase → cAMP → Aktivierung der Proteinkinase A → Phosphorylierung von Transkriptionsfaktoren → veränderte Genexpression.
Was ist der Unterschied in der Metaphase zwischen in Meiose I and Mitose?
Unterschied in der Metaphase — Meiose I vs. Mitose:
Mitose: Einzelne Chromosomen (mit Schwesterchromatiden) ordnen sich in der Äquatorialebene an; die Schwesterchromatiden sind zu entgegengesetzten Polen orientiert.
Meiose I: Homologe Chromosomenpaare (Bivalente/Tetraden) ordnen sich gemeinsam an; die homologen Chromosomen sind zu entgegengesetzten Polen orientiert, während Schwesterchromatiden zusammenbleiben.
Kurz: Mitose = einzelne Chromosomen, Meiose I = homologe Paare.
Erkläre den Unterschied von Hemi- vs Holoparasiten
Hemiparasiten: photosynthetisch aktiv, beziehen v. a. Wasser und Mineralstoffe vom Wirt.
Holoparasiten: keine Photosynthese, beziehen Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff vollständig vom Wirt (z. B. Cuscuta).
Wie erkennt die Wirtspflanze Cuscuta und welche Signalkaskade wird aktiviert?
Über CuRe1 wird ein Cuscuta-PAMP erkannt → PTI-Antwort mit ROS, Ethylen, MAPK-Aktivierung und HR.
PTI = PAMP-Triggered Immunity (durch Mustererkennung ausgelöste Immunität)
GRP = Glycine-Rich Protein (glycinreiches Protein)
Welche Rolle spielt das Protein CrGRP bzw. Crip21 bei der Cuscuta-Interaktion?
Cuscuta-Glycin-reiches Zellwandprotein liefert ein Peptid-Motiv (Crip21), das vom Wirt als PAMP erkannt wird und Abwehrreaktionen auslöst.
Warum sind CuRe1-exprimierende Pflanzen resistenter gegenüber Cuscuta?
Sie können den Parasiten früh erkennen und eine starke Abwehr (PTI/HR) aktivieren.
Welche Abwehrreaktionen zeigt die Tomate nach Erkennung von Cuscuta?
Oxidativer Burst, Ethylenproduktion, Aktivierung von Abwehrgenen und Hypersensitive Response (lokaler Zelltod), was zum Absterben des Parasiten führt.
Warum ist Resistenz gegen Cuscuta eher die Ausnahme bei Pflanzen?
Viele Pflanzen besitzen keinen passenden Rezeptor (z. B. CuRe1) zur Erkennung des Parasitenfaktors und können daher keine effektive Abwehr auslösen.
Was ist der Unterschied zwischen PTI und ETI im Kontext der Cuscuta-Interaktion?
PTI entsteht durch Erkennung des Parasiten-PAMPs (z. B. Crip21 über CuRe1), während ETI (Effector-Triggered Immunity) durch spezifische Effektorerkennung ausgelöst werden kann und meist stärkere Abwehr wie HR (Hypersensitive Response) verursacht.
Welche Rolle spielt das Haustorium bei Hemiparasiten und wie funktioniert es?
Haustorium = Kontakt- und Eindringorgan zum Wirt
Erkennung von Wirtsignalen → Differenzierung des Haustoriums
Adhäsion und Penetration (mechanischer Druck + Zellwand-abbauende Enzyme)
Verbindung hauptsächlich zum Xylem
Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen
Photosynthese bleibt erhalten → eigener Kohlenstoffgewinn
Welche Rolle spielt das Haustorium bei Holoparasiten und wie funktioniert es?
Haustorium essenziell für Überleben (keine Photosynthese)
Anheftung und Eindringen in das Wirtsgewebe
Enzymatische Zellwandauflösung + mechanische Penetration
Verbindung zu Xylem und Phloem
Entzug von Wasser, Mineralstoffen, Zuckern und Metaboliten
Enge physiologische Kopplung mit dem Wirt
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